Last auf meine damaligen Kinderschultern

26.12.2011

Nun weiss ja ich gar nicht wo ich so richtig anfangen soll, da es alles sehr mühsam und verwirrt ist. Ich fang mal relativ weit vorne an.

Meine Kindheit war schon nicht die schönste meine Eltern trennten sich früh und wie ich heute weiß verlies meine Mutter meinen Vater damals weil sie den Verdacht hat er könnte mich missbrauchen.

Dann lebte ich jahrelang mit meiner Mutter allein bis das sie mir dann als ich sechs war ihren jetztigen Ex-Mann vorstellte. Ich mochte ihn nie und hatte im Gefühl das er nur Pech bringen würde.Naja die ersten knapp zwei Jahre waren ganz okay,ganz schnell hatte ich auch meinen ersten Bruder,ab da wurd es dann immer schlimmer.Zuerst verbot er mir nur den Kontakt zu meiner Verwandschaft.Als wir dann in ein Haus zogen wurde er unberechenbar.Zuerst schlug er nur meine Mutter,dann würgte, schlug und tritt er sie immer wieder vor den Augen von uns Kindern.Als das der Fall war fasste ich den Entschluss meine Brüder aus dem gröbsten raus zu halten,und beschäftigte oder brachte sie weg,dass zog ich Jahre lang so durch.Darunter litten dann irgendwann meine Schulnoten und auch meine Freundschaften.Als ich elf war ging meine Mutter wieder putzen da uns das Geld für die Hausraten fehlte,mir gefiel es nie mit meinem Ex-Stiefvater alleine zu bleiben,aber mit ner Zeit musste ich mich damit abfinden,da ich keine Kraft mehr hatte irgendwen von etwas anderem zu überzeugen.

Dann ging meine Mutter anstatt über Tag nur noch abends arbeiten,dass gefiel mir überhaupt nicht,da er meist abends ausflippte.Es gefiel mir ganz und gar nicht,denn zu diesem Zeitpunkt war er bei mir schon Jahre unten durch und er machte mir Angst.Wenn meine Mutter nicht da war fing er immer an mir Komplimente zu machen,was ich für eine schöne große Oberweite hätte für mein Alter.Irgendwann als ich im Bett lag und schlafen wollte kam er in mein Zimmer,da ich schon im Halbschlaf war hatte ich mir nichts gedacht.Plötzlich fasste er mir dann unters T-shirt und spielte an meiner Oberweite und flüsterte mir dabei ins Ohr was ich doch für eine schöne große Oberweite hätte,die würd ihn richtig geil machen.Eswar mir unangenehm aber da mir eh keiner zuhörte habe ich nichts weiter gemacht.Nach einer Zeit fasste er mir immer öfter ins T-shirt,lies aber dafür meine Mutter mehr in Ruhe.
Als ich zwölf war und er mitbekam das ich schon meine Tage hatte ging er immer weiter.

So wie meine Mutter zur Arbeit weg war,fasste er mich an und ging immer weiter.Einen Tag lag ich auf der Couch und sah fern.Er setzte sich hinten auf die Couch um mit fern zu sehen.Nach ner Zeit kniete er sich neben mich,fasste unter mich und zog mir das T-shirt hoch und den Bh aus,dabei knabbert er an meinem Ohr herum und küsste und leckte meinen Rücken.Ich wollte das nicht und schrie immer wieder er solle das doch lassen,aber er machte immer weiter und es hörte mich ja niemand da wir alleine im Haus waren.Dann setze er sich auf meine Beine und wollte mich drehen, ich hielt mich krampfhaft an der Couch fest da ich das nicht wollte.er gab dabei auch relativ schnell auf und küsste und knabberte an meinen Ohren und meinem Rücken weiter……………………………………………………………………..ich wollte das nicht sagte immer wieder er solle aufhören und versuchte ihn mit meinen Füssen zu tretten,aber er hörte nicht auf.Dann machte er mir die Hose auf und zog sie runter,ab da verkrampfte ich völlig und hatte keine Kraft mehr mich zu wehren und hab es über mich ergehen lassen,ich sah keine Möglichkeit mehr aus der Situation weg zu kommen…….Irgendwann öffnete er erst sein Joggingoberteil und ich spürte seine nackte Haut auf meinem Körper,später zog er sich komplett aus und ……..Ich fand das so ekelhaft,mir war eiskalt vor Angst,aber ich war machtlos.Nach ner Zeit holte er sich auf meinem Rücken einen runter …………………..so ging es meist bis meine Mutter kam.So wie er die Haustür hörte sprang er immer ganz schnell auf und zog sich an.Ich ekelte mich jedesmal aufs neue.
Meine Mutter merkt nie was,ekal ob ich stunden lang unter der Dusche stand oder mich in mein Zimmer einschloss,sie machte nichts,nein sie lies mich sogar immer länger mit ihm alleine.So ging das immer hin fast drei Jahre immer wieder.Ich durfte ja nie über die Schlägereien zu Hause sprechen also schwieg ich komplett.Als ich dann vierzehn war und meine Leistung in der Schule soweit abgefallen waren,dass es meine Klassenlehrerin nicht mehr mit ansehen konnte,sprach meine Klassenlehrein meine Mutter an.Als die erzählte das es zu Hause nicht sehr rosig sei,sprach mich meine Klassenlehrerin an und meinte das sie mir jeder Zeit helfen würde und wenn ich jemanden zum reden bräuchte solle ich zu ihr kommen.Das gab mir neue Kraft,ich habe ihr zwar nie vom Missbrauch erzählt,aber es tat so gut die ganze andre Last los zu werden,dass ich wieder Mut zum kämpfen hatte.
Ab da brachte ich mich so weit in sicherheit von meinem Stiefvater das er mich nicht mehr begrabschen konnte.Als wir dann zwei Jahre später endlich auszogen war ich über glücklich.

Die Erinnerungen an  diese so grauenvollen Jahre überrannten mich dann im Jahr 2005.Ich war schon gut zwei Jahre in Therapie wegen Problemen mit meinem leiblichen Vater,sprach aber nie über die Schläge.Als ich dann auf die Berufsschule wechselte mit 16Jahren um mein Abitur in Sozialwesen machen zu wollen,gab es in meiner Klasse wen, der auf dem Weg zur Schule fast vergewaltigt worden wäre aber grade noch davon kam.Da waren urplötzlich diese Bilder wieder da,Sie wurden immer mehr und machten mir das Leben schwer.Ich schwänzte Schule und ging kaum noch zu meiner Praktikumsstelle.Als dann meine Berufsschullehrerin sich irgendwann bei meiner Mutter meldete,
erfuhr auch meine damalige Therapeutin davon das irgendwas nicht stimmen würde.
Ich erzählte ihr von den Bildern und Gefühlen,es war eine Doppelstunde kurz vor Weihnachten.
Ich hatte die Hoffnung das wir dann im neuen Jahr daran weiter arbeiten würden,aber taten wir nicht
ich hatte auch nicht den Mut sie nochmal zu fragen,es fiel mir alles so endlos schwer.
Gemeinsam mit meiner Mutter steckte mich meine Therapeutin dann im Spätsommer in eine
Kinder- und Jugendpsychiatrie.Drei Monate lang war ich dort und gebracht hat es mir so gar nichts.
Denn andauernd wechselten die Therapeuten und so lange ich wem nicht vertraute schwieg ich.
Ich wusste was man von mir hören wollte,damit Sie mich entlassen also spielte ich ihnen
genau das vor was Sie sehen und hören wollten.So das ich dann im November 2006 entlassen wurde
weil es mir scheinbar besser ging,aber innerlich hatte sich nie etwas verändert.Ich wurde nur wieder
zu einer sehr guten Schauspielerin.Bis zum März 2010 ging ich alle paar Wochen noch zu meiner alten Therapeutin,aber nun was brachte eine Stunde alle drei oder vier Wochen,eigentlich fast gar nichts.
Ende März wurde ich dann 21 Jahre und war damit zu alt,denn Sie war nur Kinder und Jugendpsychotherapeutin. Da wir den letzten Therapieantrag  vor über zwei Jahren stellten,
hatte ich die Chance direkt nach einem neuen Therapieplatz zu suchen.Schnell bekam ich ein
Vorgespräch in einer Gemeinschaftspraxis,mir war dieses Gespräch so wichtig das ich mich mit meiner
Ausbilderin gezofft habe dort frei zu bekommen.Und irgendwie ging das dann auch,musste man mal einen Tag auf seine Azubi verzichten.Dieses Vorgespräch mit einer Therapeutin war gut,ich war offener als
ich in den letzten Jahren bei den stabilisierenden Gesprächen mit meiner alten Therapeutin je war.
Sie fragte mich auch ob es mir wichtig sei,dass mich nur eine Frau behandeln würde.Mir war es egal ob Frau oder Mann,die Hauptsache war mir das in der Therapie das Thema Missbrauch nicht tot geschwiegen wird.Im Juni schloss ich dann meine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau ab und wurde für ein halbes Jahr weiter übernommen.Und am 1.September2010 hatte ich dann mein erstes Gespräch dort in der Gemeinschaftspraxis bei einem Therapeuten der auch mit EMDR arbeitete. Mir war erst sehr unwohl als ich da im Warteraum sahs,aber als der Therapeut mich dann rein bat war ein Gefühl in mir was sagte hier bist du richtig.So das ich sehr schnell beschloss er solle den Antrag auf Therapie bei der
Krankenkasse stellen.Ende Oktober war das letzte Gespräch was ohne den bewilligten Antrag möglich war.Auf seinen Rat hin fing ich dann zu dem eine Ergotherapie an,die dann irgendwann immer im wechsel mit den Psychotherapiestunden sein soll/sollte.In dem einen reden und in dem anderen Dinge erleben hielten beide in meinem Fall für sehr wichtig.Und dieses Jahr im Februar kam dann endlich die Bewilligung der Krankenkasse über 45 Stunden Verhaltenstherapie.Mein Therapeut kündigte dann aber zum 31.03 in der Gemeinschaftspraxis um sich selbstständig zu machen,allerdings nicht mehr in Deutschland sondern in den Niederlanden.Aber gemeinsam mit Ihm erkämpfte ich eine Umwandlung des Antrags,so dass ich meine Therapie in den Niederlanden fortsetzen darf/durfte und die Krankenkasse weiter zahlt.
Mit ihm waren endlich Veränderungen möglich und ich lernte zu verstehen warum ich in den bestimmten Situationen so fühlte und handelte.In den reinen EMDR- Stunden ging es anfangs erst nur um die Gewalt.Und er drängte auch nie danach das ich nun endlich doch auch von dem Missbrauch erzählen sollte.Ich konnte entscheiden und dadurch fiel es mir leichter dann irgendwann davon zu erzählen.
Vor einigen Wochen hatte ich dann eigentlich beschlossen die letzten Stunden zu nutzen und erst einmal keinen Folgeantrag zu stellen.Ich wollte leben und Spaß haben und erstmal die Fähigkeiten ausbauen die ich bis dahin wieder erlangt habe/hatte.
Bis vor gut zwei Wochen sich alles änderte und nun wieder völliges Chaos da ist.
Als ich erfahren habe das der älterer meiner jungen Brüder(15 und 12) wohl auch von meinem Täter,
seinem Vater missbraucht wurde,ist mein System erneut zusammen gebrochen.Denn ich hatte mir meinen Missbrauch Jahre lang damit erträglich geredet,dass somit ja wenigstens meinen Brüdern nichts passieren würde.So das ich nun in einer Ergotherapiestunde beschlossen habe,dass es doch wichtig ist meinen Psychotherapeuten zu bitten einen folge Antrag zu stelle.Das fünf verbleibende Stunde bei meinem Psychotherapeuten in den Niederlanden und dann nur noch hier in Deutschland Ergotherapie einfach nicht reichen um mit dem klar zu kommen,was da nun wieder hoch gekommen ist.

So ich glaube das ist all das was sich vor Jahren als Last auf meine damaligen Kinderschultern setzte.
An den Stellen wo………………… sitzen habe ich die Teile weg gelassen für die ich mich jetzt im Moment einfach noch zu sehr schäme.

Simone V.

Mein Foto

Ein Kommentar

  1. hildegard schreibt am :

    @ Simone V. … wenigstens die Lehrerinnen interessierten sich für Deine Auffälligkeiten – wenn auch Dein nahes Umfeld die Frage nach dem geschlossenen System „heilige Familie“ für uns wieder neu aufwirft …!
    Dein früher Bericht lässt hoffen.
    Allen Betroffenen Deines Alters muss jetzt ganz schnell jede denkbare Hilfestellung auf kurzen Wegen angeboten werden!! Nur so könnt Ihr und Eure Nachkommen vor Teufelskreisen und Wiederholungszwängen bewahrt werden, die wir im Rückblick für uns noch beklagen müssen.

    Es wäre wichtig zu wissen, wie viele Betroffene mit ähnlichen Erfahrungen heute in den Kinder- und Jugendpsychiatrien hocken, zugedröhnt und dann wieder sich selbst überlassen werden, denn:
    Unsere Gesellschaft will offenbar immer noch nicht wahrhaben, wie BELASTEND die Zustände dort für Euch sind – SAG’S LAUT!!!

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