Ehemalige Heimkinder ziehen vor Gericht

05.01.2012

Frankfurter Rundschau 4.01.2012

Zwischen 1945 und 1975 lebten rund 800.000 Kinder und Jugendliche in westdeutschen Heimen. Viele wurden in den kirchlichen oder staatlichen Einrichtungen über Jahre misshandelt, zur Arbeit gezwungen und sexuell missbraucht. Deshalb wollen Hunderte ehemalige Heimkinder vor Gericht ziehen. Sie fordern Entschädigung in Millionenhöhe.

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7 Kommentare

  1. Bernd Schulz 1 schreibt am :

    Der Stadt ist noch schlimmer als die Kirche. Die Opfer werden Beschimpft und als unglaubwürdig und Krank dargestellt der Thüringer Landesverwaltungsamt gab mir das sogar schriftlich und lehnten den Antrag auf Entschädigung ab. Ich wurde 21 Jahre missbraucht und misshandelt. Wir mussten als Kinder auf dem Felde schwer Arbeiten die Verpflegung war schlecht und das in einen Katholischen Kinderheim in Ershausen. Ich habe ein Heft von 33 Seiten geschrieben das Heft heißt Kinderangst im Katholischen Kinderheim. Sie können das Heft erwerben für 8,00 € Danke

    Meine E-Mail docbernd [at] gmx.de

  2. Uwe Werner schreibt am :

    FR-online-Kommentar:
    Es ist in der Tat beschämend, wie noch heute erneut mit uns umgegangen wird. Wieder möchte man uns zügeln und vorschreiben was darf und kann und was nicht. Gezwungenermassen haben wir nach Zeitzeugen gesucht, liefen lange Zeit hinter unseren Heimakten her, suchten erneut die Missbrauchsorte auf, schlugen uns mit Ämtern und kirchlichen Institutionen herum, kämpften um unsere Glaubwürdigkeit und zogen uns erneut bildlich gesehen nackt aus. Viele mussten sich als Trittbrettfahrer betitulieren lassen, oder wurden vor ein Gericht gezehrt, wegen des Verdachts der Leistungserschleichung. Einige andere zogen sich beschämend in die Isolation zurück, oder aber begingen Selbstmord. Viele aber sind des kämpfend müde, nicht lebensmüde, aber müde vom Leben und müde vom Überleben. Physische und Psychische Leiden müssen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit lückenlos belegt werden. „Einsamkeit hat viele Namen…“ und unsere heisst eindeutig und unmissverständlich Missbrauch, körperliche Züchtigung, Gedemütigkeit, Hohn und Spott.
    Wir haben immense Kosten auf uns genommen, sind finanziell bis an die Grenzen des fast Unmöglichen gegangen, sind in Vorleistung getreten (Porto,Kopien, Fahrkosten, Gebühren, Telefonkosten, Therapieplatzsuche…), damit uns jetzt gesagt wird, das nur Sachleistungen bezahlt werden. Ja, was waren es dann anderes als Sachleistungen, welche wir vorgestreckt haben im Glauben sie eines Tages aus dem Entschädigungsfonds erstattet zu bekommen. Und dies ohne Wenn und Aber!
    Wenn also die zuständigen Anlaufstellen, wie LVR oder Versorgungsämter usw. nicht schnellstens vom Gesetzgeber Freie Handlungs-u.Entscheidungsgewalt erhalten, ist nur noch die Anrufung unseres höchsten Gerichts (BVG) die richtige Entscheidung. Wer sonst ist für Verbrechen gegen die Menschlichkeit zuständig .
    Hier sind alle Opfer und erst recht alle Opferanwälte gefragt, von denen viele uns schon lange Zeit rechtlich begleitet haben und dies auf „pro-bono-basis“.

  3. D. Matthes schreibt am :

    Guten Tag,

    leider fällt mir auf das in allen Foren immer nur von Heimen in ehemals West-Deutschland in den 50er-70er Jahren gesprochen und geschrieben wird, aber was ist mit den Ost-Deutschen Heimen in den 80er Jahren. Keiner Spricht darüber, es gibt auch nur sehr vereinzelt Beiträge zum Thema. Ich selber war fast 10 Jahre in einem Heim in Brandenburg wo ich zwar nie Arbeiten musste so wie einige, aber es andere Drakonische Maßnahmen der Kindererziehung gab und natürlich auch spielte Gewalt und Missbrauch eine sehr große rolle. Falls ich mich täusche oder ich einfach nicht alles gesehen habe, gebt mir eine Info!
    matthes.s4m [at] gmail.com

  4. markss margaot schreibt am :

    Ich bin tief betroffen, dass man uns so schrecklich behandelt,man muß das ganze elend nochmals durchlaufen, haben wir nicht schon so viel über uns ergehen lassen müssen, was wollt ihr von uns, unser leben habt ihr schon genug zerstoert, wollt ihr nun auch noch unsere seele? ihr habt uns, unsere kindheit beraubt, wir wissen nicht, wie es ist eltern zu haben, die uns von ganzem herzen lieben, wie es ist ein kleines kind in freiheit zu sein, mein bruder und ich wurden mit 4einhalb jahren in das kloster altenhohenau zu den katholischen nonnen verbannt, wo wir fast jeden tag unschuldiger weise geschlagen wurden,wenn wir was nicht essen wollten, und uns übergeben mußten- mußten wir das erbrochene wieder und wieder schlucken unter tränen, uns wurde es mit dem löffel immer und immer wieder in den mund geschoben!!!“
    man kann das ganze elend gar nicht mehr so beschreiben wie das war, es war einfach nur grusselig!!jetzt wird man mit 127 Euro einfach abgespeist, ich finde das eine schande!! nach 8 jahren hölle werden einem 127 euro geboten, man muß sich den ämtern stellen, wird verhört wie ein verbrecher, ich frage mich wer der verbrecher war, für mich war es das jugendamt münchen, aber das sehe nur ich und meine familie so, denn mein vater war sinti und wurde dafür bestraft, ja er kam mit 14 jahren in sämtliche kzts! das letzte war in dachau!!
    er mußte mitanschauen wie seine eltern und sein bruder vergast wurden, und dann nach dem 2.weltkrieg ging es mit ihm und seiner familie weiter, wir wurden unserem vater entzogen- ohne ersichtlichem grund!!! das ist deutschland, jetzt will ich mein recht und bekomme es nicht!!! in der usa wird jede kinderseele, die geschunden wurde – wenigstens mit 56.oooousd finanziell entschädigt!! in dem tollen deutschland bekommt man 127 euro oder garnichts für 8-10jahre hölle, in katholischen kloster:altenhohenau, wasserburg am inn.es ist ein hohn, was die tollen politiker sich erlauben, aber in deutschland geht das ja. da lobe ich´mir die usa, die viel mehr für die verlorenen kinderseelen übig haben.deutschland ist ein staat der die armen immer ärmer macht und die reichen immer reicher und keine gerechtigkeit kennen, nein wir werden nun auch noch bestraft, dass sie unser leben kaputt gemacht haben!!!

  5. Hubert schreibt am :

    Es soll Gutachterrichtlinien geben, die besagen, daß wenn ein Betroffener in solchen Fällen über seine Erlebnisse berichten kann, es nicht so schlimm sein. Kann ein Betroffener andersrum nicht drüber berichten, dann fehlt es natürlich an Fakten und Begründungen, um sich ein Bild über das Leiden zu machen.
    Will damit sagen, daß es immer so gedreht werden kann, dass eine Unterstützung nicht notwendig wird.
    Somit ist es reine Ermessensache, wie das letztlich bewertet wird und Betroffene sind quasi den Gutachtern oder Entscheidern ausgeliefert.
    Natürlich kann das dann kein neues Trauma begründen … auch da hat man sicher vorgesorgt.
    Es ist doch recht einfach zu verstehen – wenn die nicht zahlen wollen, wollen die nicht zahlen.
    Moralisch gesehen ist das dann vielleicht als verwerflich einzustufen.

  6. eva schreibt am :

    Durch Zufall kam ich in diese Forum, da es mich interessiert hat ob auch etwas über Altenhohenau geschrieben wird.Wir, 3 Geschwister waren 1968 für ein Jahr da.Auch wir haben gesehn, dass erbrochenes wieder gegessen werden musste!Wir mussten bei größter Hitze im Garten arbeiten 8/10/12 Jahre ohne einen Tropfen Wasser.Wir tranken aus dem Wasserhahn. Wir mussten verschimmeltes Butterbrot essen, das gab es für die Pausen in der Schule und wir mussten es essen bis es leer war in einem Eimer, auch wenn es verschimmelt war, erst wenn er leer war bekamen wir neues.Wir konnten die Sprache nicht und las ich einmal in die heiße Suppe pustete bekam ich eine Ohrfeige und wußte gar nicht warum!?es gab noch so vieles was uns die Zeit zur Hölle machte!lg. eva

  7. Michael Otrzonsek schreibt am :

    Es war für mich eine schreckliche Zeit dort. Getrennt von meiner Schwester, nie allein. War dort 1981. Es gab keine physische Misshandlung. Aber es war ein Psychoterror, dem ich ziemlich wehrlos ausgesetzt war. Würde gerne meine damaligen „Zimmergenossen, an die ich mich noch erinnere kontaktieren. Michael Kreuz weiss ich noch……

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