Kampf der Opfer gegen die Verjährungsfristen

17.01.2012: Sat 1 PLANETOPIA

Sat 1 Wissenschaftsmagazin PLANETOPIA 16.01.2012

Die Sendung beschäftigt sich mit einem der dringendsten Anliegen Norbert Denefs: der Aufhebung der Verjährungsfristen bei Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung. Norbert Denef ist der Sprecher von netzwerkB, dem Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V. (www.netzwerkb.org)

Mehr auf netzwerkB:

Antrag zur Aufhebung der Verjährungsfristen einstimmig angenommen

netzwerkb Gesetzentwurf Verjährungsfristen

Sammelklage gegen den deutschen Staat

Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland

Rückwirkungsverbot

Dunkelziffer e.V. unterstützt Aufhebung der Verjahrungsfristen

26 Kommentare

  1. melonight schreibt am :

    Vielenvielen Dank, Herr Denef!
    Für mich, für meine Kinder und alle anderen im Täterschutz-Deutschland!

  2. Katrin König schreibt am :

    Lieber Norbert Denef, ich habe Sie persönlich im September 2011 in Berlin am Brandenburger Tor kennen gelernt und habe mich spontan NetzwerkB angeschlossen. Sie sind ein großes Vorbild für mich. Auch mit dem Rechtsanwalt habe ich an diesem Tage sprechen können. So weit wie Sie bin ich noch lange nicht. Im Moment schreibe ich gerade an meinem Werk „4+1“ – dafür fehlt mir noch ein erklärender Satz für den Titel als Ergänzung. Es fällt mir sehr schwer das alles in eine allgemein verständliche Form zu bringen und chronologisch zu ordnen…. Dabei fällt mir dann immer mehr ein, was ich noch sagen will. Ich bin jetzt 46 Jahre alt, die Taten liegen zwischen 1978 und 1998 und betreffen fünf Männer – innerhalb und außerhalb meiner Familie. Ich wollte mich der Sammelklage anschließen, hatte aber bisher nicht die Kraft, meine ganzen Papiere und Aussagen (des nicht zustande gekommenen Prozesses aus dem Jahre 2003) zu sichten. 2003 habe ich beim LKA in Berlin ausgesagt. Meine Hauptbelastungszeugin hat aller einen Rückzieher gemacht. Sie wollte nicht ihre Arbeit und ihren Mann verlieren und hat mir gedroht als ich 15 Jahre alt war, was sollte ich also tun. Ich war dermaßen überfordert, dass ich Jahrzehnte lang nicht darüber reden konnte. Es darf keine Verjährungsfristen geben!!! Ich hatte mich an Christine Bergmann gewandt und habe zweimal eine schriftliche Antwort bekommen. Ich bin auf dem Weg, es gibt noch sehr viel für mich zu tun. Eines Tages möchte ich mich ganz frei fühlen und alles sagen dürfen. Ich möchte wieder eine Persönlichkeit werden und mir erlauben jede Nacht im Bett zu schlafen. In unendlicher Dankbarkeit für Ihre tolle Arbeit möchte ich mich für heute verabschieden. Mit freundlichem Gruß Ihre Katrin König aus Berlin

  3. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    Für mich sind sie ein Held!

  4. Anna M. schreibt am :

    Toller Beitrag!

  5. Heidi Barnigerodt schreibt am :

    Lieber Norbert,ein ganz großes Danke an Dich.Liebe Grüße Heidi aus Wernigerode

  6. EHEMALIGES HEIMKIND IN DEUTSCHLAND schreibt am :

    Für Missbrauch darf es KEINE VERJÄHRUNG geben!
    Man sollte Sonntags und an den hohen Feiertagen, wenn viele Menschen zusammen kommen, vor den Kirchen einen Infostand aufstellen und eine Unterschriftenliste auflegen,
    “ GEGEN DIE VERJÄHRUNGSFRIST MISSBRAUCHTER OPFER!!! “
    Auch in Fussgängerzonen Unterschriften sammeln und an die Obrigkeiten “ STAAT und KIRCHE “ einreichen.
    Es muss sich in Deutschland unbedingt was ändern!
    Und grösstenteils sind unter den Missbrauchsopfer ehemalige Heimkinder!
    Und die werden gerade von STAAT und KIRCHE regelrecht über den Tisch gezogen.

  7. Anke Schwan schreibt am :

    Diese Verjährungsfrist ist eine Ohrfeige für alle Betroffenen. Obwohl ich persönlich glaube, dass auch Menschen sich ändern können, sind gerade sexuelle Übergriffe, vor allem auf Kindern für mich einfach die schlimmsten Verbrechen.

  8. Der Pastor wurde versetzt …

    Genau so sieht es aus, durch Verlagerung der Konflikte entstehen SERIENTÄTER! Ja! Und so wird noch immer RaECHT gesprochen!

    Es wird verdrängt, vertuscht, …

    Verjährungsfristen, weil RECHTSFRIEDEN HERR – schen MUSS! Und das, obwohl es längst Möglichhkeiten gibt, dass Opfer und Täter zum einander Zuhören und somit zum einander VERSTEHEN zusammenkommen können.
    Erst wenn sie einander verstehen und Vereinbarung für eine andere Zukunft gemeinsam treffen konnten, kommt es bei allen Beteiligten zum HEILEN der SEELENWUNDEN, ja, bei ALLEN AM KONFLIKT BETEILIGTEN kommt es dazu und das brauchen wir!

    Norbert, bitte, laden Sie die Beteiligten zum „Restorativen Circel“ ein! Sie sind der Mann, der DAS ZEICHEN gesetzt hat! Nutzen Sie das, Sie haben DIE Möglichkeit, ein anderes Miteinander zu initiieren! Ich bitte Sie herzlich und ich weiß, warum ich das tue! Ich habe selber viele Jahre gelitten! Hier der Weg zu den „Restorative Circles“, wie sie Dominic Barter in Brasilien schon seit Anfang der Neunziger praktiziert:
    http://www.restorativecircles.de/Home.html
    Herzliche Grüße aus Berlin,.
    Berthild Lorenz

  9. Anna M. schreibt am :

    Ich habe große Bedenken bei der Idee, Täter und Opfer an einen Tisch zu bekommen. Das ist ein christlicher Versöhnungsgedanke, der in der Vergangenheit die Opfer wieder alleine zurückließ.
    Traumatherapeuten raten dringend davon ab, mit dem Täter in Kontakt zu treten, weil die Gefahr einer Retraumatisierung besteht. Insofern ist dieses Modell „restaurative circle“ veraltet und unhaltbar.

  10. Wilma schreibt am :

    Hinsichtlich des Themas sexueller Missbrauch, halte ich die Idee der restorative circles für völlig weltfremd. Man stelle sich vor, Stefanie aus Dresden trifft Mario M. und plaudert mit ihm. G r a u e n v o l l !!!!
    Die wird sich schön bedanken. Das wäre in höchstem Maße retraumatisierend. Eine absolut sadistische Idee.

  11. Jacqueline schreibt am :

    Ein wunderbarer Beitrag – klar und DEUTLICH! Ich bewundere Ihren Mut und Ihre Kraft – nach vorne zu schauen und wie sie Ihre Lebensaufgabe, dass Sie dafür sorgen wollen, dass es KEINEM KIND mehr so ergehen soll, wie IHNEN! Für mich sind SIE auch ein Vorbild.

    Und ich bin Ihnen dankbar, dass Sie sich um die rechtlichen Dinge kümmern wie die Verjährungsfristen – die dann den OpferBetroffenen Ihre Selbstbestimmung und Selbstachtung zurückgibt.

    Die andere erst durch die Taten, dann durch das Schweigen, dann durch die Schmach der Familie und Gesellschaft wieder zerstören, bzw. verhindern – dabei brauchen wir UNSERE Selbstachtung und WÜRDE – um einen Sinn am Leben, uns selbst zu lieben und zu achten können und dann dies auch auf andere Menschen ausweiten zu können – HEILUNG suchen Betroffene – nicht das lebenslängliche Leid, wie die Gesellschaft, Kirche meint.

    Mir persönlich ist wichtig, dies anderen Betroffenen klar und bewusst zu machen – was ich als meine Aufgabe ansehe, denn ich seitdem ich meine ambulante Traumatherapie durch hatte – wieder zur Frau, zum Mensch wurde, meine Selbstachtung und Würde spürte, wurde mir das klar.

    Und unterdessen weiss ich, dass Opferbetroffene, nachdem sie viel aufgearbeitet haben, das Erlernte und Verarbeitete weitergeben wollen – weil das deren Schatz ist.

    Und wichtig ist, dass ENDLICH die KIRCHE und die GESELLSCHAFT lernen sollten:

    OPFER sind Menschen
    Menschen wie andere auch,
    mit Bedürfnissen wie jedermann nach LIEBE
    nach GLÜCK
    nach FREUDE
    nach GESUNDHEIT
    nach GEBORGENHEIT
    nach FREIHEIT
    nach VISIONEN DES HERZENS
    nach PERSPEKTIVEN
    nach ZUGEHÖRIGKEIT
    nach GEMEINSCHAFT
    nach VERSTÄNDNIS
    danach GEHÖRT ZU WERDEN
    nach BEDINGUNGSLOSER LIEBE UND AKZEPTANZ
    nach RESPEKT
    nach ZEIT FÜR HEILUNG
    nach HILFE und UNTERSTÜTZUNG und BEGLEITUNG in der VERARBEITUNG
    nach inneren FRIEDEN und innerer RUHE
    nach HUMOR und LACHEN
    nach URLAUB
    nach freiem KOPF und ausgeglichenen EMOTIONEN
    ETC….

    MENSCH SEIN und SICH GANZ FÜHLEN DURCH UND DURCH

    Und darum ist es wichtig, dass die KIRCHE und die GESELLSCHAFT endlich wissen und auch akzeptieren MÜSSEN,

    dass KEIN OPFER sexualisierter GEWALT jemals akzeptiert als OPFER zementiert und lebenslängliches LEID erträgt und aushält – weil das ein WEG in den TOD von SEELE, KÖRPER und GEIST ist.

    und widernatürlich ist!

    UND alle Facetten des LEBENS der Kraft aktiviert werden müssen, dass immer mehr Betroffene den WEG ins Leben und in ein lebenswertes Leben mit Perspektiven schaffen können – rechtlich mit der aufgehobenen Verjärhungsfrist und Anerkennung des erlittenen Verbrechens und durch Therapien die endlich Erlösung von den Traumasymptomen bringen.

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

  12. Robert schreibt am :

    Toll! Wie Sie darüber sprechen können. Bei mir selbst ist die Schamgrenze noch zu hoch, so dass ich noch nicht frei darüber rede. Aber das ist auf jeden Fall mein Ziel.

  13. Sarah schreibt am :

    Täter und Opfer an einem Tisch…

    Allein bei dem Gedanken bekomme ich Panikattaken, Angstzustände und die ganze Bandbreite von den Zuständen, die mich Dank meiner Täter bis heute plagen. Meine Täter waren Sadisten, Satanisten! Welche eine Zumutung, solche Wünsche hier zu äußern.

    Würden Täter auch nur einen Gedanken daran verschwenden, IHRE Opfer verstehen zu wollen, hätten sie diese Verbrechen gar nicht erst begangen.
    Würden Täter tatsächlich an einem Tisch mit Opfer sitzen wollen, um „Gespräche“ zu führen, also keine Monologe, in denen sie sich weiterhin selbst als Opfer hinstellen, indem sie im Eigenmitleid versinken – oder die Schuld ihren Opfern nach wie vor zumünzen, hätten sie jahrzehnte lang dazu die Gelegenheit gehabt, indem sie den ersten Schritt tun, nämlich mit einer Selbstanzeige.
    Da fängt es nämlich schon an, dass Täter nach wie vor immer noch schön unentdeckt bleiben wollen, alles abstreiten, und Ihre Opfer für verrückt und als Lügner hinstellen wollen. Nennt mir einen Täter, der freiwillig sich anzeigt, und alle Konsequenzen seiner Verbrechen – plus die Folgekosten (Therapie, Arbeitsausfallskosten, Fahrkosten für Arzttermine, Schmerzensgelder….) seiner Opfer finanziell übernimmt.

    Willkommen in der Realität!!!!
    Sarah Mohn

  14. Monika Hartmann schreibt am :

    Ich bin selbst ein Opfer, der Täter wurde zwar bestraft, nach dem damaligen Gesetzt. Es ereilte ihn eine furchtbare Strafe von da Oben, er starb, ist wohl nicht ruhig eingeschlafen. Nur ich bekam eine weitere Bürde, Auswirkungen in der Familie!!!!!!!!!!! Und das bis heute.
    Mußte mich immer wieder erklären, mich verteidigen. Da ich damals Minderjährig war hatte ich auch keine Akten geschweige denn ein Urteil, so wurden wilde Dinge nicht nur in der Familie verbreitet.
    Im August 2011 wurde mir klar und deutlich von meiner Schwester gesagt, ach du warst doch schon 12. Jahre, mir hat es die Sprache verschlagen.
    Er, der Täter hat ein umfassendes Geständnis abgelegt, die Frau die sich Mutter nennen darf, schließlich hat sie mich ja geboren, behauptete tatsächlich das er der Täter nur meine Aussage einfach unterschrieben hätte.
    Was diese Frau, so alles erzählt hat und verbreitet hat geht auf keine Kuhhaut, sag ich mal so platt.
    Ja ich ging zu ner Anwältin, ja die Dame bekam Bescheid sie soll sowas sofort unterlassen, sonst Geld oder gar Haftstrafe. Obgleich es dieser Frau bewußt ist, macht sie weiter.
    Da stellt sich mir die Frage, sie wußte es doch, gab ihm Raum und Zeit, selbst der Täter bestättigte dies, sie kam nicht vor Gericht.
    Sie war und ist eine Mitwisserin, und im weiteren Sinne auch eine Mittäterin. Doch was nutzt das alles, ich habe keinen Kontakt mehr zu meiner kleinen Schwester, sie ist der Meinung ach die Mutter ist doch nun schon so alt, sie hat ihre eigene Sicht der Dinge.
    Bitte was ist das für eine Einstellung.????
    Erst jetzt werde ich versuchen, sowas wie Hilfe zu suchen.
    Anmerkung ich war nicht schon 12 und es war nicht nur ein-zweimal .
    Genauso schlimm, na die Geschwister sind ja noch jünger, also Mund halten , so tun als ob nie was war, jep das tat ich auch— so war ich nach außen ein normales lustiges Mädchen, doch immer ein sehr besorgtes kind, um die Geschwister. So ging ich durch die Pupertät, ja ich bekam auch Kinder und ja nicht alle waren vom gleichen Vater, ja stimmt.
    Doch dieses so dunkle Thema hatte auch Auswirkungen auf zuerst Partner und dann auch auf meine langjährige Ehe, denn ein normales Empfinden für mich selbst hatte ich nie.
    Weitere Anmerkung, nein mein Mann hat mich nicht schlecht behandelt, er hatte es zeitweise nur sehr schwer mit mir, denn wir sprachen nie wirklich über dieses Thema.
    Wir haben uns getrennt, werden aber immer Eltern für unsere Kinder und Enkelkinder sein.
    All denen die auch sowas durchlebten und durchleben, behaltet euren Mut die Lebensfreude, geht raus und berichtet, holt euch Hilfe, brecht das Schweigen und legt so eine Bürde ab.
    Dies ist das erstemal das ich so öffentlich darüber schreibe.

  15. hildegard schreibt am :

    Zu Restorative Circles lässt sich sicher nicht nur einfach so einladen – auch nicht bei good will auf beiden Seiten. Wenn auf beiden Seiten professionell und qualitativ sehr gut vorgearbeitet wurde, dann könnte m.E. die Gegenüberstellung auf Augenhöhe sogar weitere Taten verhindern helfen – ansonsten muss es zu ausgewachsenen Konflikten kommen wegen der damaligen Schieflage und Grenzüberschreitungen …
    Versöhnung also NUR bei völlig freiwilligem Einverständnis der damals Abhängigen, und zwar NUR unter Erwachsenen!

    Warum also soll es in freier Entscheidung nicht denkbar sein, einerseits bei besserer Einsicht zu bekennen UND für Folgen gerade zu stehen, andererseits eine echte Reue samt Sühneleistung anzunehmen?
    Dass das nicht erwartet werden darf, versteht sich von selbst …

    Mensch lässt sich nicht auf schwarz und weiß festlegen – denn realistisch ist:
    Andere Menschen dürfen anders fühlen, denken, sein …!

  16. Elke schreibt am :

    @Berthild Lorenz :

    Sie glauben nicht im Ernst, dass ich mich mit meinem Täter an einen Tisch setze und mir von ihm erklären lasse, warum er zum Täter wurde!? Wissen Sie was? Das ist mir sowas von scheißegal! Da gibt es nichts zu restaurieren, er kann mir mein versautes Leben nicht zurückgegben!

    Sorry für die derbe Ausdrucksweise, das ist sonst nicht meine Art, aber da geht mir wirklich der Hut hoch! Fehlt nur noch Hellinger mit seinen Familienaufstellungen…

  17. Sarah schreibt am :

    @hildegard

    Restorative Circles mag Ideen haben für Gewalt, die nichts mit sex. Misshandlungen zu hat, die Erwachsene wehrlosen Kindern antun. Für Konfliktbewältigungen, die anstatt mit Gewalt verbal gelöst werden könnten.

    Aber bei sex. Gewalt Erwachsener, Familienangehöriger an Kinder, an den eigenen Kindern hat nichts mit Konflikte zu tun. ES ist nun mal eines der schlimmsten Verbrechen – Seelenmord. Und ES hat lebenslange schwere Folgen für die Betroffenen.

  18. hildegard schreibt am :

    @ Sarah u.a. Deine Sicht aus deiner damaligen Situation heraus stimmt für dich – andere Menschen denken anders, haben einen anderen Blickwinkel von ihrer eigenen Gegebenheit her …
    Wer schreibt dir oder mir heute vor, was DIR oder MIR zu nützen hat?

    Toleranz hat Vorrang – Uniformierung des Denkens, Generalisierungen und Absolutheitsansprüche können uns unsere Probleme nicht lösen …

  19. Jacqueline schreibt am :

    @ Sarah, @ Hildegard,

    ich finde diese Circles sinnvoll, denke, aber nicht jedermann ist solch einem Schritt gewachsen, und dazu gehören 2.
    Und es ist situativ, ob man realistisch sowas durchführen kann….

    @ Sarah, ich habe auch mal geglaubt, dass es Seelenmord ist und dass ich nun lebenslänglich habe – durch den erlittenen sex. Missbrauch in der Kindheit – durch Fügungen und kompetente Hilfe ( und Suche nach Befreiung seit Kindheit) – fand ich den Weg zu 80% raus.

    Nun weiss ich, es ist möglich. Meine Seele in mir drin ist heil, war es schon immer, sie war verschüttet durch all die Traumata und die Folgen dadurch. Meine Psyche hat gelitten und mein inneres Kind, das wird immer für mich eine Aufgabe sein, daran zu arbeiten und sorgsam und achtsam mit mir umzugehen.
    Es ist wichtig, dass ich DA raus will – mich befreien will. Und mit dem Traumata und dem Täter ein Leben lang verbunden sein will – kappe, dass übers Unterbewusstsein geschaffen wurde, dann übers Bewusstsein und Traumatherapien, Lernprozesse und Entwicklungsschritte gelöst werden kann.

    Damit ich nicht mehr in dem Spiel von Opfer – Täter hängen bleibe.

    Sondern wieder Mensch – Frau werde….

    Für mich selbst ist es selber ein Wunder – noch arbeite ich an meinem Neubeginn, meinem totalen und habe viel zu lernen – aber mit dem Blick nach vorne!

    Wenn wir aus dem Spiel raus wollen ist dann eine Entscheidung zum Leben!
    Und raus den Manpulationen anderer etc….. bis wir uns befreit haben und wieder spüren können, was WIR WIRKLICH WOLLEN.

    Der Film heute abend bei der ARD “ der letzte schöne Tag“, wo es um eine Frau ging, die Selbstmord gemacht hat und wie sie ihre Familie zurückgelassen hat und wie sie dann die Unfähigkeit anderer aushalten mussten – hat mich an eigene Erinnerungen und Erfahrungen erinnert (2 Selbstmordversuche liegen hinter mir….).

    Sovieles hängt zusammen, ist aber einigen nicht bewusst – da ist Aufklärung nötig – und für uns Betroffene – die Aufforderung zum Leben – uns das Leben nehmen im POSITIVEN SINNE – das LEBEN ANNEHMEN – und daran zu reifen und uns vom dem befreien, was uns uns geschadet hat!

    Heilung geschieht in Schritten, mal in Milimeterschritten, dann wieder in Wellen, dann in Riesenschritten – wie es für uns wichtig und richtig ist.

    Und jeder Erfolg zum Leben, zum Verstehen und annehmen von sich selber und seiner Situation und finden, was hilft damit klar zu kommen und sich zu befreien etc.. ist richtig und wichtig.

    Jeder sucht seinen Weg.

    Und durch die Vielfalt der Möglichkeiten und Angebote lernen wir uns selber kennen und wissen dann, was dient uns und was nicht und dass eine Hilfe/Unterstützung, die den einen befreit – für den näcnsten zuviel sein kann – ALLES hat Platz und für jeden ALLES zu SEINER ZEIT.

    Und ich wünsche mir, dass wir die Angebote achten und respektieren, mehr nicht, wie die Menschen, die sie uns anbieten, denn wenn sie uns nicht dienen, vielleicht einem anderen.

    Gute Nacht und herzliche Grüsse

    Jacqueline

  20. Anna M. schreibt am :

    zum Glück können wir uns hier im Forum gegen“Restaurationsversuche“ wehren.
    Es geht hier nicht um Toleranz oder Intoleranz, sondern um ein BENENNEN der opferfeindlichen Mechanismen.
    Der Vergebungsgedanke und „restaurative circles“ gehören unbedingt dazu.
    Zu leicht könenn sich die destruktiven Mechanismen breit machen. Sie sind sehr stark und man hat sie uns eingetrichtert, auch mittels Gewalt.
    Damit muß jetzt Schluß sein.
    Vergebung/Versöhnung/Täter-Opfer-Tisch dient ausschließlich dem Täter und NICHT dem Opfer.
    Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, daß der Vergebungsgedanke überhaupt nur in den Religionen erfunden wurde, um Machtpositionen aufrecht zu erhalten.
    Wir DÜRFEN jetzt diese „teuflischen“ Machenschaften unter dem Deckmantel der Vergebung und Barmherzigkeit entlarven und entschlüsseln. Wir BRAUCHEN keine Angst mehr vor unseren Tätern zu haben, die dieses Entlarven natürlich gar nicht gut geheißen und damals mit Gewalt bekämpft haben.
    Wenn wir an das Märchen der Vergebung GLAUBEN, bleiben wir Opfer.
    Wir dürfen wissen und MERKEN (Alice Miller), was uns geschah und besonders auch wie dies zustande kam.
    Vergebung stützt Gewalt.

  21. klaraklara schreibt am :

    meine persönliche Einstellung zu den RC :
    Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, mit meinen ehemaligen, familiären Quälern an einem Tisch zu sitzen und mich auf Augenhöhe mit ihnen auszutauschen. Da wäre eine Menge Unterstützung für mich selbst nötig, damit wir dann tätsächlich auf Augenhöhe wären. Sie sind auch noch lange nicht „auf dem Stand“, dass ich von ihnen ein par ehrliche Worte erhoffen dürfte und nicht befüchten müsste, dass sie mich gleich wieder mit ihrem „verzeihst du uns !?!?“ unter Druck setzen.
    In anderen Zusammenhängen könnte ich mir Teilnahme an einem RC durchaus vorstellen.

    Wenn andere Erwachsene oder vielleicht auch ältere Jugendliche einen restorative Cirkle mit ihren früheren Tätern wünschen, okay. Schlimm fände ich, wenn so etwas zu einem Leitmodell in der Jugendhilfe würde.

    @ Anna
    Zunächst mal zum Wort „Vergebung“: ich persönlich kann damit nicht viel anfangen. Lieber spreche ich davon, mit einem früheren Aggressor Frieden zu schließen.
    Denkst du, wir sollten das niemals tun?
    Ich würde da schon unterscheiden.
    Wie gesagt, für meine Eltern kann ich es mir noch lange nicht vorstellen, aber hier mal ein Beispiel, wo ich eine Entschuldigung annahm und noch heute dahinter stehe: als ich ca 21 war, bin ich nachts im Bus einem Typen begegnet, der mich in der SChulzeit gemobbt hatte. Er ist auf mich zugegangen und hat gesagt, dass es ihm leid tat. Das fühlte sich für mich gut an.

  22. Sarah schreibt am :

    @Jacqueline
    Ich gehe mit dir mit, wenn du schreibst, dass durch die Arbeit an den inneren schwerst traumatisierten Kinder der Weg aus dem Opferdasein möglich ist.
    Diese Erfahrung durfte ich dank guter Therapeutin auch machen. Dennoch sehe ich, dass sex. Gewalt an Kindern Seelenmord ist, der uns ein Leben lang nachhängt, denn warum sonst müssten wir ein Leben lang mit den inneren Kindern arbeiten? NOrmal werden Kinder irgendwann erwachsen. Unsere sind in der Entwicklung ab dem Zeitpunkt, als sie so schwer traumatisiert wurden, in der Entwicklung – in der sie sich damals befanden, stehengeblieben. Das Einzige, was wir tun können, sie aus der Schockstarre wieder mit viel Liebe und Geduld heraus zu führen und ihnen erlauben, heute all ihre Gefühle, die mit diesem Verbrechen ausgelöst wurde, zu zeigen. (Tränen, Wut, Ohnmacht, Schmerz….), bis diese immer weniger werden und von Sicherheit, von Geborgenheit und Sich – Getröstet – fühlen abgelöst werden.

    Wohlwollende liebe Grüße von Sarah

  23. Sarah schreibt am :

    Ergänzung:

    zu Seelenmord: Betroffene, die mitunter 120 Innenpersonen haben, können dies bestätigen. Immer wieder mussten neue Innenpersonen entstehen, weil das Kind, das bis dahin das Überleben übernahm, durch erneute schwere Traumatisierungen „starb“, erstarrte. Wir, die wir nicht multipel wurden, hatten einfach nur Glück, mehr nicht.

  24. Liza schreibt am :

    ja,Sarah,das ist so !!! Liza

  25. Anna M. schreibt am :

    @karkar:
    ich weiß nicht, ob wir niemals vergeben sollten, aber ich plädiere dafür, daß das Wort „Vergebung“ aus einem Internetforum über sexualisierte Gewalt an Kindern verbannt werden sollte. Es ist Gift für die verletzte Kinderseele.

    Hast du dem Schulkameraden vergeben? Hörte sich jetzt nicht so an. Er hat gesagt, daß es ihm leid tat und gut. Dir ging es gut damit und ihm vermutlich auch. Da braucht man keine „Vergebung“ mehr dranzuhängen. Denn Vergebung bedeutet, daß der Täter keine Schuld mehr hat. Tja, und wer hat sie dann? Sie kann sich nicht in Luft auflösen, sie bleibt wieder beim Opfer hängen, wo sonst?
    Und deshalb ist „Vergebung“ so hemmend für die Aufarbeitung von traumatischen Erlebnissen. Wir Betroffene tragen sowieso einen Riesenrucksack mit Schuldgefühlen mit uns rum, der nicht noch durch „Vergebung“ beschwert werden sollte.

    Das christliche Verständnis von Vergebung ist auch, daß man unabhängig vom Schuldeingeständnis und von REUE des Täters vergeben sollte. Das halte ich für ganz besonders verheerend für Opfer von Kindesmisshandlung. Dahinter steckt: “ Wenn dir jemand auf die eine Wange schlägt, halt ihm auch die andere hin“ – mystifzierter Masochismus. Religionen brauchen solche Gläubigen, damit die Gläubigen Opfer bleiben und nicht auf die Idee kommen, daß sie von Männern in Faschingsklamotten nach Strich und Faden verarscht und ausgebeutet werden.

  26. Sarah schreibt am :

    @Anna
    Genau so ist es! Daumen hoch!

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