MOGIS e.V. gegen Aufhebung der Verjährungsfristen

26.01.2012

netzwerkB 26.01.2012

Der Verein MOGIS e.V. hat uns um unsere Meinung gebeten, was wir von der nachfolgenden Stellungnahme halten:

Zitat:

Betreffs: Abschaffung der Verjährungsfristen bei sexuellem Kindesmissbrauch

Es wird sie vielleicht überraschen, aber, MOGiS e.V. ist, obwohl ein Verein von Betroffenen sexuellen Kindesmissbrauchs, gegen die generelle Aufhebung der Verjährungsfristen bei sexuellem Kindesmissbrauch.

Die Vorstellung auch noch nach Jahrzehnten in einem Hauptverfahren zum erlebten Missbrauch aussagen zu müssen1 schmerzt. Auch wir wollen irgendwann einmal mit dem Missbrauch abschließen, den Blick nach vorne richten und schauen, wie wir unser Leben so einrichten, dass es für uns einfacher zu bewältigen wird.

Zudem erscheinen uns die Forderungen nach verlängerten Verjährungsfristen oder deren Aufhebung ein symbolischer Akt, der sich von der Politik viel zu leicht instrumentalisieren lässt, um mit geringen monetären und politischen Kosten etwas positive Publicity zu bekommen, anstatt Betroffenen tatsächlich und wirksam zu helfen.

Wir verstehen natürlich jede(n) Betroffene(n) der oder die sich nach so langer Zeit eine Wiedergutmachung wünscht – Wir glauben nur nicht daran, dass Rache dabei langfristig hilft. Denn selbst wenn das Hauptverfahren mit einer Verurteilung endet (was nach mehreren Jahrzehnten eher unwahrscheinlich erscheint), so muss man doch trotzdem einen Weg finden mit der eigenen Betroffenheit ein halbwegs würdevolles Leben zu führen.

Wir denken man muss an dieser Stelle auch aufpassen nicht unerfüllbare Erwartungen bei Betroffenen zu wecken, möchten aber als Kompromiss anregen, in Betracht zu ziehen, die Straftat nach Ende der regulären Verjährungsfrist auf Antrag des oder der Betroffenen zu verfolgen. Zusätzlich fordern wir eine Angleichung der Ruhensfristen (§78b StGB) an die Hemmungsfristen aus dem Zivilrecht (§207/§208 BGB) und eine Verlängerung der zivilrechtlichen Verjährungsfristen in Anpassung an die strafrechtlichen Verjährungsfristen.

Ein weiteres Anliegen ist uns die regelmäßige Anbindung zivilrechtlicher Entschädigungs-Verfahren an die strafrechtlichen Hauptverfahren. Zudem setzen wir viel mehr auf direkte Hilfen zur Lebensbewältigung für Betroffene – wobei wir eine Deckelung bei 10.000 Euro ablehnen.

Was die tatsächlichen Verbesserungen der Situation für Betroffene angeht, sind wir inzwischen leider ein wenig skeptisch geworden. Nicht nur ist es so, dass sich zum Beispiel bei der Unterstützung von Beratungsstellen (wie z.B. Tauwetter) nicht viel bewegt, so ist es inzwischen sogar so, dass sich die Situation von Betroffenen durch die geplanten Kürzungen bei der Finanzierung von Psychotherapien noch zusätzlich verschlechtern wird.

Zusätzlich muss unseres Erachtens die Arbeit der Beratungsstellen vollumfänglich und flächendeckend gesichert werden. Eine zusätzliche Stärkung der Beratungsnetzwerke war zudem auch eine Empfehlung der Sonderbeauftragten Frau Dr. Bergmann und der Arbeitsgruppen des Runden Tisches.

Bezüglich der Hilfen für Betroffene hat Ministerin Frau Dr. Schröder am 30. 11 2011 die Einrichtung eines Fonds für Hilfen für Betroffene verkündet – der Bund wolle wenigstens 50 Millionen Euro bereitstellen – Wir fragen uns: Wo bleibt dieser Fond? Wo sind die 50 Millionen, die in diesen eingestellt werden sollten?

Zudem fragen wir uns: Was ist eigentlich aus der Einrichtung einer Clearingstelle zur Bearbeitung der berechtigten Ansprüche von Betroffenen geworden? Diese wurde sowohl von der Unabhängigen Beauftragten Frau Dr. Bergmann als auch von den Arbeitsgruppen des Runden Tisches angeregt.

Lassen Sie mich zum Schluss folgende Frage stellen:

Das Leid der Betroffenen sexuellen Kindesmissbrauchs ist ungedeckelt, warum sind es die Hilfen, die man ihnen zugesteht?

Zitatende

netzwerkB verweist in diesem Zusammenhang auf die Rede des Vorstandsvorsitzenden von netzwerkB, Norbert Denef, der mit einem Beitrag als Gastredner auf dem Bundesparteitag der SPD, am 6. Dezember 2011, die Delegierten des Parteitages davon überzeugen konnte, die Verjährungsfristen für sexualisierte Gewalt aufzuheben.

Der Antrag wurde einstimmig ohne Gegenstimme angenommen!

Die gesamte Rede von Norbert Denef unter:
Antrag zur Aufhebung der Verjährungsfristen einstimmig angenommen

Mehr auf netzwerkB:

Dunkelziffer e.V. unterstützt Aufhebung der Verjahrungsfristen

Rückwirkungsverbot

netzwerkb Gesetzentwurf Verjährungsfristen

Sammelklage gegen den deutschen Staat

Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland

49 Kommentare

  1. rasch schreibt am :

    na..da haben die aber lange gebraucht bis dass sie mal farbe bekennen….
    die sind doch auch gegen internetsperren gewesen…das wurde von denen dann noch vergessen zu erwähnen wohl..

    Gott sei Dank nun weiss hoffentlich jeder wie und was mogis ist…

    unglaublich wielange die meiner meinung nach die meinungskontrolle aufrecht erhalten konnten…

  2. Anonym schreibt am :

    Ich finde es unerhört wie Menschen darüber urteilen mögen, die sich damit nicht auskennen. Ich persönlich konnte erst nach 20 Jahren drüber reden und hätte die rechtliche Aufarbeitung genauso gebraucht wie die therapeutische. Und abschließen und nach vorne gucken kann ich jetzt nach etwa 30 Jahren dafür braucht man keine Verjährungsfristen. Ich bin sehr dafür dass Sie weiterkämpfen für die Aufhebung der Verjährungsfristen. Es geht mir dabei nicht um Geld sondern auch um die rechtliche Aufarbeitung. Obwohl die finanzielle Unterstützung jeder von uns brauchen kann, weil wir oft schon weniger Geld haben weil wir nicht richtig gut mit unserer Arbeit Geld verdienen können. Also nur zu ich finde es mehr als berechtigt dass die Verjährungsfristen aufgehoben werden! Und wenn Sie meine Hilfe dafür brauchen…

  3. Monika Martin schreibt am :

    Wiedergutmachung gewünscht – Wir glauben nur nicht daran, dass Rache dabei langfristig hilft. -Zitat –
    Also, dieVorstellung, daß irgendetwas an sexueller Gewalt wieder gutgemacht werden kann (psychisch oder finanziell) ist wirklich daneben.
    Ent -Schädigung kann es nicht geben: Nur finanzielle HILFE zur Bewältigung der Traumafolgen!!!! Und DAS fordern wir !
    RACHE: Den Schädiger vollends vernichten, wirtschaftlich und persönlich -sobald Betroffene in der Lage dazu sind. Das sollten wir nicht wollen -obwohl auch das unsere Ohn-Macht zeigt.
    Sichtbar und öffentlich machen durch Aufhebung der Verjährung und dann endlich Verurteilung des Verbrechens – wie MORD – DAS wollen wir. MM

  4. Sabine Keil schreibt am :

    Weder die Aufhebung der Verjährung noch eine monetäre Enschädigung kann jemals eine Linderung des Leidensdrucks erreichen, auch nicht die Bestrafung der Täter, denn vor der Bestrafung erfolgt erst die Anzeige, dann der Prozeß und das Urteil und am Ende ist jeder einzelne Betroffene wieder mit seinem Leid allein und bekommt dann gesagt, was willst du eigentlich noch ? Und für Vergebung bräuchte man die seelischenKräfte eines Titanen , die kein Mensch aufbringen kann. Dann bekommt man vielleicht noch gesagt: „Denke daran, was Andere aushalten müssen „. Leiden kann man nicht relativieren, jedes Leid ist ein Leid zuviel auf dieser Welt.
    Das ist aber meine ganz persönliche Meinung.

  5. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    Mord verjährt seit den 70er auch nicht mehr.Auch da gab bzw. gibt es bestimmt einige die die verjährungsfristen gerne noch gehabt hätten!!!

  6. Früher, so war es üblich, wurden die Verbrechen an Kindern in kirchlichen Institutionen als innere Angelegenheit der Kirche betrachtet. Täter wurden in andere Gemeinden versetzt, die Gemeinde wusste nichts davon und vertraute ihre Kinder dem neuen Pfarrer an. Oder sie wurden als Seelsorger in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Behinderteneinrichtungen eingesetzt, um sie aus der Schusslinie zu bringen. Oder Täter waren eben für eine Weile offiziell auf einer Fortbildung und kehrten dann zurück. Und machten weiter.

    Jahrzehntelang wurden also diese Fälle als interne Angelegenheit betrachtet, Konsequenzen und Strafen, die der Gesetzgeber für Kindesmissbrauch und Missbrauch von Schutzbefohlenen vorsah, gab es nicht. Hilfe für die Betroffenen gab es ebenfalls nicht.

    Heute sagt man uns, es ist alles verjährt. Und zieht sich auf die Rechtslage zurück, die man in den kirchlichen Institutionen jahrzehntelang zu ignorieren wusste. Konsequenzen gibt es so gut wie nicht. Dafür gibt es die Richtlinien der DOK und DBK, Präventionsverordnungen, „freiwillige Leistungen in Anerkennung des Leids“ usw.

    Und wieder ist es also eine „interne Angelegenheit“, da man heute die Liebe zum Rechtssystem entdeckt hat und sich auf die Verjährung der Taten zurückziehen kann, deren Ahndung man ja vereiteln konnte, als man das noch unbehelligt als interne Angelegenheit behandelte .

    Wirkliche Hilfe für die Betroffenen gibt es immer noch nicht, die Täter und Verantwortlichen werden nicht zur Rechenschaft gezogen, aufgeklärt wird nur ansatzweise, die Aufarbeitung für Betroffene teilweise zur erheblichen Belastung und Entschädigungen gibt es nicht.

    Deshalb setzen wir uns u.a. in Berlin für die Aufhebung der Verjährungsfristen ein, denn nur so scheint es möglich, eine umfassende Aufklärung, Möglichkeiten zur Aufarbeitung und eine angemessene Entschädigung für Betroffene zu errreichen.

    Nicht nur in kirchl. Institutionen, sondern überall dort, wo Kindern Gewalt angetan wurde.

  7. E. Becker schreibt am :

    Ich bin – nach sehr langer, gründlicher Überlegung – unbedingt dafür, dass für die strafrechtliche Verfolgung von sexuellem Missbrauch die gleichen Rechte gelten sollten wie bei Mord. Keine Verjährung. Dabei bliebe es immer noch in der Entscheidung der Opfer, ob sie einen Prozess anstrengen oder / und aussagen WOLLEN oder nicht. Der springende Punkt ist, dass Opfer prozessieren KÖNNTEN, wenn sie wollten, und das macht – für die Menschenwürde der Opfer – einen entscheidenden Unterschied.

  8. daniel schreibt am :

    das argument ‚rache hilft nicht‘ hinkt gewaltig. nach der logik dürfte es überhaupt gar keine anzeigen geben, weder sofort, noch nach 20 jahren!
    außerdem geht es doch bei einem verfahren nicht nur um die persönliche aufarbeitung, sondern im idealfall darum, den täter unschädlich zu machen für die zukunft. die verjährung verhindert auch, daß täter benannt werden dürfen. sowohl von opfern als auch von dritten! das hilft den zukünftigen opfern auch nicht! meine meinung: sch…-verein!

  9. E. Becker schreibt am :

    PS, was Rache betrifft: Vielleicht teilt nicht jeder meine Vorstellung von Justiz, aber in meinen Augen geht es bei Gerichtsverfahren nicht um Rache, sondern um Gerechtigkeit. Und es geht bei einem Prozess meiner nsicht nach nie nur um das konkrete aktuelle Opfer, sondern zugleich auch um alle seine Leidensgenossen. Für mich dienen Prozesse gegen Missbrauchstäter unter anderem – oder vor allem? – dazu, Missbrauch gesellschaftlich als das zu zeigen, was es ist: Gravierende Missachtung von Menschenrechten.

  10. rasch schreibt am :

    @ daniel
    gg*…überleg ma genau:
    Soein wort und diese sätze können nur die sagen, welche genau so denken…wir können das NICHT…und darauf bin ich sehr sehr stolz!

  11. Dem Zitat nach konzentriert sich Mogis vorwiegend auf Konsequenzen einer Abschaffung und weniger darauf, warum Verjährungsfristen bei sexualisierter Gewalt prinzipiell ungerecht sind. Mogis gibt also den Vorzug einer formalen aber ungerechten Rechtspraxis.

    Zivilrechtsverjährung ist momentan an die Höhe des Strafmaßes gekoppelt. Diese formale Regel der Kopplung aber muss, insofern gravierende Gründe im Sonderfall dagegen sprechen, ausgesetzt werden (unabhängig von den Konsequenzen). Das heißt: Die substantielle Gerechtigkeit ist im Einzelfall zu betrachten (dies macht Mogis nicht) und dieser Einzelfall ist dann nach so genannten Universalisierungsverfahren für einen Staat in eine gerechte Rechtspraxis zu formalisieren. Dieses verfolgt netzwerkB und dieses Vorgehen ist per se unabhängig von Konsequenzen.

    Es geht netzwerkB um die vielen substantiellen Verletzungen von Betroffenen im Rechtstaat, für die das geltende System keine Gerechtigkeit gewährleistet. Gültigkeit können wir jedoch nur im Diskurs der Individuen, Gruppen und Institutionen einer Gesellschaft erzeugen. Der freie Diskurs über Gerechtigkeit muss dabei lobbyisitische, instrumentalisierende Gründe ausschließen.

    Verjährungsfristen im Zivilrecht haben im Übrigen nichts mit Rache zu tun. Zivilrechtliche Entschädigung bedeutet, dass der Schaden irgendwo ersetzt wird. Wenn ein Täter dann zum notwendigen Ersatz aufgefordert wird, hat dies wenig mit Rache zu tun. Strafrecht erachten wir als notwendig zum Schutz der Gesellschaft, insofern Rückfallgefahr beim Täter besteht, sehen darin aber nicht Rache. Auch eine Ablehnung von Vergebung im individuellen wie therapeutischen Bereich bedeutet nicht, dass netzwerkB Rache unterstützen möchte.

    Mogis nimmt bei der Aufhebung nun nicht das substantielle Unrecht in den Blick, sondern vor allem die Konsequenzen. Ein Dammbruchargument muss herhalten: Wenn die Verjährungsfristen aufgehoben werden, könnte dies von der Politik instrumentalisiert werden, um andernorts Gelder zu kürzen oder um niedrige Gelder zu rechtfertigen. Erstens kann das Argument hinsichtlich seiner tatsächlichen Konsistenz diskutiert werden, zweitens sind Dammbruchargumente problematisch, weil wir eine eigentlich gerechte Sache mit einem Kompromiss aufgeben. Meines Erachtens hat aber Gerechtigkeit in unserem Staat Vorrang und nicht etwaige Konsequenzen. Wir wollen einen gerechten Staat und nicht einen Staat, der strategisch Gerechtigkeit aussetzen darf, um eine angeblich höhere Gerechtigkeit zu verfolgen (Stichwort: Folter USA). Dies würde schließlich auch bedeuten, dass all die ungerecht behandelten Betroffenen zweckentfremdet werden, um einer angeblich höheren Gerechtigkeit zu dienen (wer setzt diese fest, wenn nicht Lobbygruppen?). Diese undemokratische Position darf ein Staat meines Erachtens nicht übernehmen, sondern er muss die Gerechtigkeit für den Einzelnen im Blick halten.

    Aus diesen Gründen betont netzwerkB die Gesamtkonsistenz, die sich ein Rechtsstaat schlichtweg leisten wollen muss, um gerecht zu sein. Hierbei geht es nicht um Politik und formale Regelungen innerhalb eines Rechtsstaates, sondern um das substantielle Leid von Betroffenen, das in der Rechtssprechung reflektiert sein muss. Da wir nicht politisch agieren, in dem Sinne, dass wir wiedergewählt werden, müssen wir auch nicht das Gerechte zu Gunsten von politischen Kompromissen zurückstellen. Aus demselben Grund sollte Mogis dies daher auch nicht tun und sich als Verein für Gerechtigkeit und nicht für Politik einsetzen.

    Dennoch diskutieren wir natürlich auch über die möglichen positiven Konsequenzen einer Aufhebung, denn dieser soziologisch-empirische Diskurs ist ebenso nicht zu vernachlässigen, ist aber nicht letzter Grund einer Abschaffung der Verjährungsfristen. Letzter Grund für ethisches Handeln im Hinblick auf Staaten ist die Frage der Gerechtigkeit für alle.

    P.S. Ich meine, was wäre denn das für ein Kuhhandel: Bitte kürzt nicht die Gelder in der Therapie, dafür akzeptieren wir die Ungerechtigkeit? Oder bitte erhöht die Gelder und wir verzichten auf Gerechtigkeit?

    P.P.S. Für die Verbesserung der Gesamtsituation neben den Verjährungsfristen setzt sich netzwerkB selbstverständlich auch ein. Die Frage ist nur, warum dafür das Gerechte aufgegeben werden sollte.

  12. oram schreibt am :

    einiges ist nicht so stimmig in den aussagen dieses vereins :
    im zweiten absatz steht „Die Vorstellung auch noch nach Jahrzehnten in einem Hauptverfahren zum erlebten Missbrauch aussagen zu müssen schmerzt“ und „irgendwann möchte man abschliessen“. Dazu sage ich niemand wird gezwungen auszusagen und ein hauptverfahren anzustrengen wenn er nicht will. Sie leiden deshalb auch nicht. Hingegen wenn es keine aufhebung der verjährungsfrist gibt, können sie nicht klagen, wenn sie wollen.Die betroffenen müssen selbst entscheiden können ob sie klagen wollen und wann und wie sie abschliessen wollen oder nicht und niemand sollte ihnen das recht dazu verwehren.
    Im vierten abschnitt steht „Rache dabei langfristig hilft“. Wir betroffenen wollen keine Rache, sondern GERECHTIGKEIT für die erlebte sexuelle gewalt. Und das steht uns zu und soll uns niemand absprechen. Wer von „Rache“ spricht entlarvt sich selbst und will gerechtigkeit verhindern.
    Alle anderen Punkte in obigem beitrag von mogis betreffen in keiner art und weise die aufhebung der verjährungsfrist, sondern andere punkte bei sexueller gewalt. Dieser beitrag gibt bei genauem studium keinerlei arrgumente warum die verjährungsfrist nicht aufgehoben werden sollte !

  13. Anna M. schreibt am :

    Es ist wirklich gruslig solch eine Argumentation hier auf NetzwerkB zu lesen.
    MOGIS e.V. bleibt bei seiner klaren Linie, im Gewand des Opferschutzes Täter zu schützen. Das finde ich ganz besonders perfide.
    Der Wolf im Schafspelz bzw. von ihren Tätern ferngesteuerte Missbrauchsopfer.
    Die Argumente wurden von meinen Vorrednern schon widerlegt.

    Aus MOGIS‘ Argumentation spricht mangelnder Weitblick und mangelnde Empathie. Denkt denn keiner an die zukünftigen Opfer? Es geht doch bei der heutigen Rechtslage genauso weiter mit der sexualisierten Gewalt gegen Kinder, das hört doch nicht einfach auf seit der Aufdeckungswelle 2010! Zukünftige Opfer, die es leider geben wird, sollen es BESSER als wir haben, sie sollen die MÖGLICHKEIT haben, auch nach vielen Jahren noch anzuzeigen.
    Und das betrifft auch die Opfer, deren Missbrauch jetzt kurz vor der Verjährung steht. Sie hätten bei einer Aufhebung der Verjährungsfristen immer noch die Chance anzuzeigen.
    Insofern ist das Argument „Die Vorstellung auch noch nach Jahrzehnten in einem Hauptverfahren zum erlebten Missbrauch aussagen zu müssen1 schmerzt“ ein Scheinargument. Ich höre da als Subtext: „Die Vorstellung, auch nach Jahrzehnten in einem Hauptverfahren für den begangenen Missbrauch zur Rechenschaft gezogen zu werden schmerzt. “ Ja, die Täter schmerzt das sehr. Und das ist gut so, weil es gerecht ist.

    Und ein sehr wichtiges Argument für eine Aufhebung der Verjährungsfristen kann auch MOGIS nicht wegargumentieren:
    Täter_innen sollen sich ihr ganzes Leben lang NICHT SICHER vor STRAFVERFOLGUNG fühlen!
    Im übrigens denke ich, daß dadurch auch eine Präventivwirkung geschähe.

    JETZT ERST RECHT und gegen den Widerstand von vermeintlichen Opferschützern:

    AUFHEBUNG DER VERJÄHRUNGSFRISTEN!!!

  14. Jacqueline schreibt am :

    Die Aufhebung der Verjärhrungsfristen gibt den Opfern, den Betroffenen die Handhabe AKTIV zu werden und HANDLUNGSFÄHIG zu werden – sprich Erwachsen zu reagieren und nach eigener Ueberlegenheit zu entscheiden WELCHEN WEG, man als Opfer gehen will – Perspektiven – Handhabe und auch Instrument nach aussen klar zu machen – SO nicht! – das ist keine Rache sondern ein Menschenrecht auf sachliche Klärung und den Tätern seiner Strafe zu zu führen, so dass dieser auch Konsequenzen tragen muss, die auch Chancen sein können, bei dem was zu verändern und zudem Schutz und Ruhe für das Opfer und andere Kinder, Frauen, Männer. Also auch ein Weg den Kreislauf der Schande, der Gewalt und Manipulation zu unterbrechen….

    Das was Mogis beschreibt ist ja schon USUS. Wieso ängstlich reagieren? Wieso wieder ducken? An Rache denkt niemand direkt und ansonsten ist es menschlich – nach erlebten, sich auch mit diesen Gedanken und Gefühlen zu befassen. Daran kommt man aber erst, wenn man sie zulässt und die Handhabe erhält, das erlebte an eine höhere Ebene weiterzureichen – ANZEIGE oder gar Prozess anstreben. Entlastung.

    Durch die Verjährungsfristen, die dann aufgehoben werden, kann eine Prozesslawine oder eine Intensität durch das BEWUSSTWERDEN, wie vehement, wie normal schon, die Problematik sex. Missbrauch in der Gesellschaft verankert ist – muss die Gesellschaft hinschauen, kann nicht mehr fliehen und dann kann sich aus was ändern, im Bewusstsein und in den Massnahmen….

    Denn dann kann die Frage im Raum stehen – wollen wir durch Täter geschädigte Kinder, Menschen – die in einem Kreislauf von Leid, Schmerz und Ignoranz – leben – sich erst Perspektiven erarbeiten – erkämpfen müssen – die Menschenrechte sind (Würde, Recht auf Glück und Unversehrtheit etc…).. wollen wir zulassen, dass diese Menschen schlechtere Chancen im Leben haben – als andere auch als der Täter (dem ja Resozialisierung zusteht).

    Und auch, damit klar wird, wo Machtgefälle verhindern – das Aufarbeitung und ein Weg ins Leben zurück verhindert wird….

    Dann ist die Wunde nicht mehr allein bei den Opfern sondern wird als Gesamtes wahrgenommen.

    Oft muss etwas eskalieren, damit sich was ändern kann, das gehört zur Aufarbeitung – habe ich selber erlebt.
    Wieso soll die Gesellschaft, die Politik und Institutionen davor geschützt werden, weil diese EINFACH ANGST HABEN????

    Angst lähmt, hindert aber auch eine Veränderung, die notwendig ist.

    Aussprechen, BEWEGUNG, Veränderung, Entwicklungsschritte – sind notwendig – um ins Leben zurückzufinden – denn sie machen das LEBEN AUS.

    Sich wieder ducken, Kompromisse eingehen, Angst vor Mut – sind einverleibte Opferverhalten. Wieso müssen diese weiter aufrechterhalten werden?

    Dass es in einem arbeitet, statt im Aussen, dass der Körper, Seele darauf reagiert und Grenzen aufzeigt – statt dass draussen aktiv was abgeht und mich dann entlastet???

    Mir ist ein klarer Weg – wie der von Netzwerkb wichtig. Denn er macht meinem Gefühl nach handlungsfähig und entscheidungsfähig.
    Ich selber hatte diese Möglichkeiten nicht, aber durch meinen Weg, weiss ich, dass sie notwendig sind, um auch im innen, an Selbstwert, Selbstvertrauen, Mut zu wachsen. Denn nur so kann sich auch die Gesetzeslange verändern, die in einigen Punkten veränderungswürdig ist ( wie bei der Schülerin – deren Täter (Lehrer) freigesprochen wurde).
    Dafür braucht es, dass ALL das klar wird und ENDLICH auf den Tisch kommt und nicht nochmals Jahrzehnte vor sich hin gärt – IGITT!

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

  15. Markus Neumüller schreibt am :

    Also ich kann die Aufregung in den Kommentaren nicht verstehen.

    Ich lese da: Wir verstehen natürlich jede(n) Betroffene(n) der oder die sich nach so langer Zeit eine Wiedergutmachung wünscht – Wir glauben nur nicht daran, dass Rache dabei langfristig hilft […] möchten aber als Kompromiss anregen, in Betracht zu ziehen, die Straftat nach Ende der regulären Verjährungsfrist auf Antrag des oder der Betroffenen zu verfolgen.

    Die Tochter meiner Freundin ist gerade durch so ein Verfahren gegangen (halbnackter Mann im Park) da ermittelte die Polizei so irgendwie aus sich heraus und sie MUSSTE aussagen. Die Mutter hat ihr versucht zu helfen so weit es ging, beim Verhör musste sie aber raus, und die kleine musste erzählen was passiert ist, hätte wohl auch Ärger gegeben wenn sie das nicht gemacht haben täte.

    Also ich bin ja für mehr Macht der Opfer über das Verfahren!

  16. josef csuk schreibt am :

    Es geht der Kirche nur um Eins! Sie wollen einfach nicht finanziell entschädigen. Sie liebt Geld über alles und ausser Geld kann man mit Ihnen über alles reden. Das haben die uns auch klar gemacht, Reden ja, aber keinesfalls über finanzielle Entschädigung. Das sagt alles. Letztes Jahr im Februar hat Ackermann getönt, ab März 2011 werden Gelder schon ausbezahlt, Ich kenne niemand der jemals auch nur einen Cent gesehen hätte, Deswegen, Aufhebung der Verjährung, Nur so wird die Kirche vom hohen Ross herunter kommen. Denn dann kommt der Klage Tsunami. Und mir / uns ist das egal was die das nennen. Sollen die mich doch als rachsüchtig schimpfen. Es geht auch um Genugtuung, Aber ich will kein Bitte um Verzeihung mehr hören. Das nervt mittlerweile fürchterlich

  17. ludmilla schreibt am :

    Nun möchte ich mich auch äussern zu dem wort rache,das einer mutter die den vater anzeigt nur allzugern unterstellt wird.(sofern sie schon getrennt ist)
    nein es geht nicht um rache und ging es auch nie.ich möchte gerne mein kind geschützt sehen.nein und ich habe leider nicht sofort angezeigt,sondern erst später.und wieder fiel das wort rache.rache für was?
    wenn der täter leidet geht es meinem kind wieder gut?sicher nicht.wenn es geschützt werden würde DANN!und vielleicht,leider nur vielleicht ein anderes kind.oder wenigstens das vierte oder fünfte.das hat in meinem fall NOCH nichts mit verjährung zu tun.aber mit rache ganz sicher nichts.es ist mir so egal was der täter macht.hauptsache er kann mein kind und (nur ein frommer wunsch)auch keinem anderen mehr was antun.
    und weil sich das alles so in die länge zieht(mein kind ist noch immer NICHT geschützt)geht es inzwischen auch um annerkennung des leidens.
    ich finde meine wünsche sehr bescheiden!

  18. Corinna Kutzscher schreibt am :

    …mir geht es niemals um rache, sondern um rechte zu erhalten. auch ich bin erst 26 jahre später soweit es theoretisch überhaupt anzeigen zu können. zu spät! während wir ddr-betroffene überwiegend aus dem oeg ausgeschlossen sind (abgesehen von der schwerbehindertenregelung für ddr.betroffene), leben die meisten nah an der armutsgrenze. als rentnerin werde ich nicht nur bestraft im mai 90 auf dem gebiet der ehemaligen ddr gelebt zu haben, sondern zusätzlich durch eine kürzung der rente, welche als schädigung meiner kindheit eingetreten ist. so wird mir auch heute eine schuld zugeschoben, so erlebe ich das… als betroffene eines aktenkundigen, deswegen vorbestraften täters frage ich mich wo die gerechtigkeit dabei ist. während er einfach munter weitermachen konnte, auch nach mir kinder zerstört hat und heute mit einer hochgerechneten rente sein auskommen hat, muss ich überlegen wie ich klar komme und kann mir einen theaterbesuch etc nicht leisten. da stellt sich mir schon die frage, was habe ich verbrochen? ich war kind! nun wird eine summe von 10000€ benannt für therapiehilfe. seit zwei jahren wird geredet, ergebnisse bleiben bei den betroffenen aus, die therapien werden gekürzt…das ist das falsche signal!!! ihr politiker sagt mir: ein leben ist 10000€ wert…schwach, sehr schwach… ihr sagt, nach 100h hast du gesund zu sein… ihr sagt uns nach 4 wochen klinik hast du zu funktionieren, gesund zu sein…zu mehr reicht der betrag nicht… politiker! wo liegt meine schuld, dass ihr uns so verhöhnt??????????

  19. hildegard schreibt am :

    @ Jacqueline
    Mir gefällt es sehr, dass du dich „von nebenan – wo immer das sein mag“ beharrlich meldest, wir hier grenzenlos laborieren …
    „Wieso soll die Gesellschaft, die Politik und Institutionen davor geschützt werden, weil diese EINFACH ANGST HABEN????“

    @mogis
    Das ist es, darum JETZT Verjährung aufheben – möge dies das Ende der Schrecken sein – statt dieser grauenvollen Schrecken ohne Ende!

    … es gibt Menschen, die kennen die Wege noch nicht, die sie selbst von unangenehmen und hasserfüllten Gedanken wegführen könnten dahin, wo ihr innerer Friede dennoch möglich ist.
    Angst gewinnt die Über-Macht bei der Konfrontation nur dann, wenn niemand und nichts sich findet, der oder das mitten durch den inneren Tsunami hindurch leiten könnte!

    Aufdecken – nicht Zudecken der Fakten ist angesagt, wo sich diese Alpträume einstellen und sich ins Tageslicht einschleichen!

    Wie wenige waren es, die im Laufe der beiden letzten Jahre hier Hass und Rache wollten!!!
    Wie viele wollen Rettung statt Rache, Heilung statt Hass!

    Wütend werden wir allerdings dann, wenn Unrecht als Rechtsstaatlichkeit daherkommt, wo Events an die Stelle wirksamer Hilfen geplant und bezahlt(!) werden, wenn arrogante Ä….. sich erdreisten, uns mit Kaffee und Kuchen noch 100 Jahre lang abspeisen, uns hinterhältig in die Fallen von Rattenfängern locken zu wollen …
    Das wurde mit dem Tsunami seit gestern tosende Realität!

    Leute, macht die Augen auf! – hört nicht auf Flötentöne und Schalmeienspieler! – da riecht „man/frau“ noch den Schwefel! … und der ist äußerst ätzend für „Todeskandidaten“ …!

    Wir wollen uns eigentlich nicht länger mit der Vergangenheit befassen – wo aber solch eklatante Störmanöver ausgerechnet aus Richtung BMFSJK (?) den Rechts-Frieden konterkarieren, da muss man/frau re-agieren …

    Es gibt nur die Lösung des Problems, die wir – „seit 100 Jahren“ – hier ständig wiederholen, noch einmal: die Aufhebung der Verjährung!!! – alles andere wäre wieder nur Täterschutz.

    Täter erhalten Resozialisierung auf Kosten der Allgemeinheit.
    Opfern kann n u r die Aufhebung der verjährten Fristen dieser fiesen Taten zur Resozialisation verhelfen – und damit künftig weitere Taten vereiteln!!!
    Also:
    „Wieso soll die Gesellschaft, die Politik und Institutionen davor geschützt werden, weil diese EINFACH ANGST HABEN????“

  20. Jacqueline schreibt am :

    Hallo Zusammen und hallo Herr Josef C.,

    Herr Josef Sie haben genau das Richtige vorher geschrieben: Ein Tsunami der dann über andere hervorbricht, die nicht bewusst wahrgenommen haben, was WIRKLICH vorgeht.

    Ich nenne das eine Revolution – eine Revolution des Aufstehens der Opfer und Betroffenen! Und da zahlt sich immer mehr die Beharrlichkeit, Klarheit und Solidarität aus!

    Es geht um uns Betroffene – es geht um unsere Familien, die da auch reingezogen wurden und es geht noch um Betroffene, denen dieser Weg noch bevorsteht.
    Wir aber daran arbeiten, dass diese NICHT mehr alles Leid ertragen und tragen müssen und so schneller zu IHREM RECHT UND IHRER WÜRDE kommen und wir so die Gewissheit haben und auch so wieder das Vertrauen, dass UNSER LEID nicht umsonst war und ist.

    So kommt eine Bewegung – die immer mehr Schritte nach sich zieht.

    Und noch ein Nachtrag zum Beitrag von Herrn Markus N.:

    Ich lese da: Wir verstehen natürlich jede(n) Betroffene(n) der oder die sich nach so langer Zeit eine Wiedergutmachung wünscht – Wir glauben nur nicht daran, dass Rache dabei langfristig hilft […] möchten aber als Kompromiss anregen, in Betracht zu ziehen, die Straftat nach Ende der regulären Verjährungsfrist auf Antrag des oder der Betroffenen zu verfolgen.

    Das kommt mehr wie ein Kompromiss bei mir an, mehr wie ein resigniertes – ja, dann macht doch….. warum die Frage nach der Rache? Denn das macht diesen Absatz so unverständlich.
    Seine Rechte ins Anspruch zu nehmen hat nix mit Rache zu tun. Wenn jemand was stiehlt, wenn jemand falsch parkt etc… und jemand anders zeigt den an, redet man doch auch nicht von Rache oder?
    In diesem Absatz ist mir persönlich zuviel ANGST und Unsicherheit drin. Als wenn man sich nicht wehren dürfte? Dabei ist das lebenswichtig, da das Gegenüber nur durch Grenzsetzungen lernt und diese muss ich lernen als Betroffene Person und Opfer. Da der Mensch diese Grenzen braucht, um sein Leben, seine Persönlichkeit und Identität abzustecken, wenn wir dies nicht tun, werden wir manipulierbar.
    Ich wurde als Kind auf einem öffentlichen Spielplatz von einem Fremden sex. missbraucht, am gleichen Tag folgte das Verhör bei der Poizei und Gegenüberstellung des Täters den identifizieren musste. Weder von der Polizei noch von der Familie erhielt ich danach Hilfestellung, diese Bilder blieben in mir – und ich kreide diese Vorgehensweise auch an, da der Fokus auf dem Täter steckenbleibt – das Opfer LIEFERN muss und dann zurückbleibt.

    Das kann dann verändert werden durch das Aufstehen der Betroffenen.

    Gute Nacht und herzliche Grüsse

    Jacqueline

    Ich danke dem Verein Mogis – das sie diese Seite auch anschauen und uns so helfen noch klarer in unseren Vorstellungen und Anliegen zu werden.

  21. Martina schreibt am :

    Nun bin ich keine Betroffene sondern Zeugin, die einen MB. angezeigt hat.
    Ich habe durchschaut, wie das Systhem der Vertuschung seitens der Behörden funkioniert.
    Die Betroffenen sind zu klein um aussagen zu können, die Mutter vom Täter selbst traumatisiert, den Zeugen wird nicht geglaubt, nur dem Täter wird geglaubt.
    Wenn dann die ersten Schäden auftauchen und die Betroffenen sich äussern können ist die Sache meist schon verjährt.
    Es sind auch die Betroffenen die etwas bewegen können und aufklären, dass MB. keine Bagatellsache ist und langfristig weiter wirkt.
    Es darf nichts mehr verschwiegen werden, egal wie weit die Fälle zurückliegen. Die Täter müssen mit ihren Verbrechen die sie begangen haben konfrontiert werden, so etwas darf nicht verjähren.
    Ich sehe darin eine Chance, dass mit den gegenwärtigen Fällen anders umgegangen wird um neues Leid zu verhindern.
    Meine Erfahrungen die ich mit Beratungsstellen gemacht habe sind nicht die besten…..man muss wissen dass meistens die Kirche auch hier ihre Finger mit drin hat.

  22. Elisabeth H. schreibt am :

    Kein Täterschutz mehr!
    Opfer müssen geschützt werden und sie sollen auch das Recht haben, diese Taten noch nach zig Jahren anzeigen zu können.
    Wer das nicht möchte, braucht schließlich nicht von diesem Gesetz Gebrauch zu machen.
    Es kann nicht sein, dass man von Opfern auch noch erwartet, sie mögen verzeihen, was für alle Betroffenen wieder einer Demütigung gleichkommt…
    Soll man verzeihen und damit zum Ausdruck bringen, dass die Täter ruhig noch weitere Kinder missbrauchen dürfen?

    Wieso gibt es bei Mord keine Verjährungsfristen?
    Sorry, aber sind die verstorbenen Opfer mehr wert als die noch lebenden Opfer, deren noch vor sich liegendem Leben zerstört wurde und deren Familien auch durch diese Greueltaten mitreingezogen wurden und werden?

    Bitte macht weiter, egal was andere Organisationen argumentieren!
    Wir wollen keine Rache sondern nur Gerechtigkeit und Schutz für unsere Kinder!
    Wenn es um „Rache“ ginge, bräuchten wir keine Gesetze einfordern, wir würden uns mit anderen Mitteln am Täter rächen. Meine Meinung!

  23. Sarah schreibt am :

    @Heinz-Jürgen Overfeld

    Ich habe ihre Erlebnisse damals im Fernsehen gesehen. Das Erwachen aus der Totalamnesie, ihr schwerer mühsamer Weg – wieder alles wie ein kleines Kind lernen zu müssen, ihre Suche nach Ihrem Ich und das stufenweise Aufbrechen der Traumen, die diese Amnesie auslösten.

    Und hier dann von Verjährungsfristen zu reden, wie Mogis ist immer noch beharrlich tut, ist beinahe Körperverletzung.

    Auch ich litt über 30 Jahre an einer Teilamnesie, die dann nach einem körperlichen und psychischen Totalzusammenbruch sich mühsam und langsam mit vielen Tränen und viel Leidensschmerz der Erkenntnis löste.

    Wir alle wissen, dass dieses Phänomen kein Einzelfall ist, sondern eine gesunde Reaktion der Seele, um schwere Traumen überleben zu können, um das kranke Verhalten unserer Täter zu überstehen.

    Durch die Verjährungsfrist wird nach wie vor immer noch diese Tatsache ausgeblendet, ignoriert zum Schaden der Opfer. Denn für sie ist es, als würde jetzt gerade das Verbrechen an ihnen ausgeübt, als würden sie jetzt gerade sex. misshandelt von den Tätern. Alles, was in ihrem tiefstem Unterbewusstsein abgespalten wurde, brichtn un hervor – als hätte es all die Jahre dazwischen gar nicht gegeben. Und diese Opfer, diese Betroffenen sollen dadurch benachteiligt werden, zu ihrem Recht zu kommen, nur weil es dem Rechtsfrieden dient. Wessen Rechtsfrieden? Die des Staates, des Volkes, des Täters??? Das Recht aber steht doch hier den Opfern zu, denen – dessen Rechte mit den Füßen zertreten wurden über Jahre hinweg während der Misshandlungen. Das Recht steht nicht den Tätern, dem Staat, dem Volk zu. Die Bevölkerung muss sich endlich mal im Klaren werden, dass damit auch ihnen geholfen ist, wenn Täter ihre gerechte Strafe büßen müssen, wenn sie als Gefahr für die Bevölkerung (unserer Kinder – der nächsten Generation) gerichtlich sanktioniert und weggesperrt werden.
    Es schon merkwürdig. Bei Seriensex. straftätern, die wegen Justizpannen nicht mehr belangt werden können, weil sich das Gericht ewig Zeit ließ, um sich diesem Fall anzunehmen, geht der Gutbürger tagtäglich auf die Strasse und protestiert, falls der Täter ein Nachbar ist. Da würde keiner die Frage stellen, ob eine Verjährungsfrist Sinn macht. Da würde keiner Worte benutzen wie Rache! Jeder würde sofort die Anwohner in ihrer Angst, in ihrer Wut ob der UNgerechtigkeit verstehen können. Jeder würde sofort mitfühlen können, wie es in den Elter von Kindern aussieht, die mit diesem Täter als Nachbarn nun leben müssen.

    Niemand würde ihre Motive in Frage stellen.
    Warum tut man dies bei Betroffenen, die die Aufhebung der Verjährungsfristen wollen? Weil man auf Opfer leichter und gerne mal zusätzlich eindreschen kann? Weil es sich ziemt, in einem christlichen Abendland endlich verzeihen zu können? Hier geht es nicht darum. Hier geht es um den Schutz unserer Kinder, um den Schutz der Bevölkerung und um eine Wiedergutmachung, von denen die Religionen doch überhaupt ihre Existenz legitimieren.

    Ich bin es so müde, dass uns Betroffenen immer wieder falsche Intension und Motivation unterstellt wird, wenn sie sich einsetzen, damit es nicht weiter endlos neue Opfer gibt, weil den Täter nach wie vor eine ungebrochen Lobby sogar von Opferverbänden wie Mogis zuteil wird.

    Empörte Grüße von Sarah Mohn

  24. Stefan schreibt am :

    Ich freue mich über die konternden Beiträge zu dem verwirrten Artikel von Mogis. Und über die punktuelle Landung von Josef C.: Es geht ums Geld! Solange diese Verjährungsfristen gelten sind Betroffene in die Rolle der Bittsteller verbannt. Ob Anträge, Drohungen, Diagnosen, ausgiebige Beschreibungen aus der mitleidserregenden Rubrik „Meine Geschichte – wie Herr XY mich jahrelang vergewaltigt hat…“, die dann der kirchlichen Täterorganisation in der naiven Hoffung zugesandt werden, dass dort doch vernünftige Menschen anzutreffen wären, muss sich immer und ausschließlich eines Besseren belehren lassen. Egal was man macht, man bleibt Bittsteller, weil man als Betroffener ohne Recht ist! Und die dort drüben am anderen Ende der Fahnenstange mit ihrer in langjähriger kirchlicher Arbeit antrainierten rührseligen, verständnisvollen Art wissen um diese Rolle sehr genau Bescheid und denken sich im Grunde: „Weisst du was du kleiner sexuell Missbrauchter, du kannst uns mal kreuzweise. Nimm die 5000,- € oder lass es bleiben. Denn die anderen 70.000 oder 150.000 oder 250.000 €, die Dir nach deiner Meinung zustehen mögen, werden wir in ein neues Kirchenportal investieren. Du kannst dich gerne bei unserem beauftragten Psychologen ausheulen oder wir zahlen dir ein kleines Therapiechen, aber Kohle gibt’s keine“. So schaut’s aus. Und solange wir ohne Recht sind, so lange werden wir Freiwild gegenüber dem Täterkreis bleiben. Auf diesem Hintergrund ist der Artikel von Mogis natürlich ein unverschämter Schwachsinn. Wer redet hier von Rache? Wiedergutmachung? Ähhhh? Da hat der Schreiber/die Schreiberin aber gar nichts kapiert! Ist da 5 Minuten vor Texteingabe was Schlimmes passiert? Ein Leben lang in dieser Rolle des Rechtlosen bleiben? Die rechtliche Verurteilung des Täters und der rechtliche Anspruch auf Entschädigung ist die Aussicht auf ein würdevolleres Leben! Wie beschränkt muss man sein, um diesen Zusammenhang nicht zu erkennen. Statt einer klaren Auseinandersetzung mit dem Täter (und seinen Mitwissern..), basierend auf Recht und Gesetz, muss ich mir am Telefon bzw. per Mail Sätze von einer Mitarbeiterin einer Landeskirche aus der Abteilung „Recht und Rechnungsprüfung (!)“ wie diesen reinziehen (Zitat): „Ich sag’s Ihnen nochmal. Sie brauchen keine Diagnose eines Facharztes hinzufügen. Die Kommission wird sich nur ihrem Antrag widmen, den Sie bitte auf dem Vordruck verfassen. Eine Diagnose wird da nicht helfen, es gibt sowieso nicht mehr als 5000€“. In einem späteren E-Mail schreibt sie (Zitat): „Das Gremium hat sich intensiv mit Ihrem Antrag und den beigefügten Dokumenten auseinander gesetzt. Es hat Ihnen deshalb mehr als die übliche Leistung zugesprochen….“ 8000 € für drei Jahre Analverkehr, den ich beginnend mit 13 erleben musste. 8000 € für 60-80 Vergewaltigungen. Da bleibt ausreichend übrig für das neue Kirchenportal. Das evangelische wohlgemerkt.

  25. Linda S. schreibt am :

    Diesen Verein MOGIS verstehe wer will. Ich jedenfalls nicht.
    Die Argumentation, nach Jahrzehnten des Missbrauchs in einem Hauptverfahren aussagen zu müssen, schmerze zu sehr, ist hinfällig. Es werden nur die Opfer aussagen, die das auch möchten. Es ist jedem selbst überlassen, ob und wann er/sie vor Gericht zieht. Man sollte es aber nicht denen verwehren, die es nach Jahrzehnten geschafft haben darüber zu sprechen. Für viele ist es wesentlich einfacher nach vorne zu blicken, wenn der Staat das Unrecht des eigenen Missbrauchs anerkannt hat und der Täter seine Strafe bekommen hat.
    Die Politik soll nicht so leicht positive Publicity bekommen? Warum denn nicht? Schließlich würde sie mit dem Abschaffen der Verjährungsfristen etwas Positives tun! Und sie würde den Betroffenen durchaus helfen!
    Was hat ein gerichtliches Urteil mit Rache zu tun??? Das Gericht übt Gerechtigkeit aus und nicht Rache!
    Ich finde es merkwürdig, dass es leichter ist, Entschädigungs-Geld zu bekommen, als gerichtliche/staatliche Gerechtigkeit. Wenn man dem Opfer Geld als Entschädigung zusteht, dann gesteht man doch ein, dass diesem Menschen ein Unrecht wiederfahren ist. Warum verwehrt man dem Opfer dann ein gerichtliches Urteil?
    Ich bin jdenfalls weiter dafür, dass die Verjährungsfristen aufgehoben werden!

  26. Gudrun S. schreibt am :

    @mogis
    „Die Vorstellung auch noch nach Jahrzehnten in einem Hauptverfahren zum erlebten Missbrauch aussagen zu müssen1 schmerzt. … … so muss man doch trotzdem einen Weg finden mit der eigenen Betroffenheit ein halbwegs würdevolles Leben zu führen.“

    Wie soll dieses „würdevolle“ Leben denn aussehen, wenn man/frau erst nach Jahrzenten während der psychologischen Aufarbeitung von Traumata, die im Erwachsenenalter geschehen sind, darauf stößt, dass Erlebnisse aus dem Kleinkindalter die Voraussetzungen für diese Ereignisse geschaffen haben. Wohl dem, dessen Täter dann noch lebt und zur Rechenschaft gezogen werden kann. Es schmerzt mehr und tiefer, dass dies nicht möglich ist solange die Verjährungsfrist nicht aufgehoben wird.

    Weiter so NetzwerkB!!!!!

  27. uwe werner schreibt am :

    Es ist wohl eher so, das die Schädiger (Täter) uns finanziell zusätzlich schädigen wollen. Denn wer als Opfer klagt, muss sich einen Anwalt nehmen, denn vor dem Landgericht herrscht Anwaltspflicht.
    Wer also diese anfallenden Anwalts-u.Gerichtskosten nicht aufbringen kann, hat fast kaum eine Chance gegen seinen Peiniger vorgehen zu können. Prozeßkostenhilfe wird nur dann gewährt, wenn die Sache Aussicht auf Erfolg hat, da es sich um eine Zivilklage handelt, denn wegen der Verjährungfrist sind Strafanzeigen aussichtslos, gelten hier andere Regeln. D.h. nur wer das nötige Kleingeld hat, kann eine Zivilklage durchziehen. Rechtschutzgleichheit gibt es hier nicht, sprich, wer reich ist kann unendlich klagen. Ich befinde mich z.Z. in einer solchen Situation und wenn man Glück hat, findet man einen Anwalt der sich einer Missbrauchsklage mit „Herzblut“ annimmt.
    Rache: Wenn dieses Wort gleichzusetzen bedeutet mit Wiedergutmachung, Anprangern, Aufzeigen, Anklagen um zukünftigen Missbrauch zu vermeiden, dann ist es zwar nicht meine Wortwahl, aber es ist dienlich für unsere Zwecke.
    Gebe es die Verjährungsfrist nicht, bliebe uns vieles erspart und die Täter würden einer gerechten Strafe zugeführt. Also kann die Antwort nur diese sein: Generelle Aufhebung der Verjährungsfrist!

  28. Jacqueline schreibt am :

    @hildegard, ich danke Dir für Deine wohlwollenden Worte und Deine Freude über meine Posts 🙂 Ich lebe nun seit 3 Jahren in Bayern, der Heimat einer meiner Grossmütter und dem Land, wo meine Mutter und deren Eltern herkamen… da muss was Gutes für mich dabei gewesen sein… durch die Grosseltern…
    Im Land meines Vater war mein Leben, kein Leben wirklich, mehr ein Kampf und Hinvegetieren, das ist nun Gott sei dank vorbei!

    So sehe ich stets beide Seiten, war schon immer so…

    Ich fühle mich wohl hier und bin froh, dass sich die Menschen so für ihre Anliegen einsetzen! Das entspricht meinem Naturell. Danach habe ich mein Leben lang gesucht.

    Wir Opfer müssen und von allen Seiten genug bieten lassen!
    Darum wird es Zeit, dass die Gesellschaft, die Kirchen ALL das mal aushalten müssen – denn sonst halten sich diese noch lange in ihren Illusionen – bis dann wieder der Spruch kommt: Davon wusste ich nix, das kann doch nur in einem anderen Bundesland passieren etc…

    Wir haben keine Illusionen mehr, wir haben Fakten und die müssen auf den Tisch, damit die anderen endlich AUFWACHEN.
    Denn nur wache, bewusste Menschen können was verändern…. die anderen wollen es verschlafen – aber das lassen wir nicht mehr zu!

    In diesem Sinne allen einen guten Tag!

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

  29. Ich saß mit dem Obersten des Herz-Jesu-Ordens zusammen und erzählte meinen Leidensweg. Mit Tränen in den Augen versprach mir dieser „heilige“ Mensch, sein Orden werde mir voran schon mit einer vernünftigen Geldsumme (er ging um 80.000,00€) helfen, ohne Gericht und ohne Runden Tisch. Er kennt ja den Täter, denn sein Orden hat ja diesen Pater später aus dem Heim versetzt.
    Eine Woche später kam eine kurze Mail, mit dem Hinweis, dass der Orden keine Hilfe, also keine Zahlung leisten würde, weil der Runde Tisch anders entscheiden wird.
    Und ich, das brave Opfer kann dann nur noch nicken und sagen:
    „Ja lieber Herr Täter, ich verstehe dich sehr gut, die Taten sind ja schon verjährt, da darfst du mir nichts mehr zahlen, vielleicht machst du dich zwar nicht nochmal strafbar, aber lächerlich damit. Also ich vertehe dich super gut und hoffe du bist nicht mehr böse, dass ich etwas von dir forderte.!“ Ja wo sind wir denn, dass wir unsqauch noch am Schluss dafür entschuldigen müssen, für die Verbrechen, die an uns begangen wurden. Und die letzte Mail, die ich im Dez. 2011 vom Orden bekam, teilte mir mit, dass dieser Pater unglaublich entrüstet war, dass er garnicht verstehen kann, dass er beschuldigt wird, denn er sei absolut unschuldig und hätte nie etwas getan. So läuft es in der Kirche ab, wenn nichts mehr hilft, wird abgestritten. Dies sind die Vertreter Gottes und es gibt immer irgendwelche scheinheilige Idioten, die sich dann bei diesen noch schnell LÖieb Kind machen wollen.

  30. justina schreibt am :

    @Csuk Josef,
    nicht nur in der Kirche läuft es so ab, in den Familien wird genauso abgestritten. Täter und ihre Helfer haben wohl überall das gleiche furchtbare Verhalten drauf. Wir haben es durchschaut.

  31. Simone schreibt am :

    @Justina, ich kann nur bestätigen, was Du schreibst. Täter haben überall so ein perfides Verhalten, so auch „unser“ Täter, der zur Familie gehörte. Die Opfer werden mit üblen Lügen und Hetzkampagnen zu Tätern gemacht.

  32. Martina schreibt am :

    @ Justina

    Genauso wird mit Zeugen wie mir umgegangen…und das spielt sich bei mir in der Gegenwart ab.

    Dem Täter in meiner Familie ist es auch gelungen alle hinter sich zu scharen.
    Ich klage auch diejenigen an, die schon im Vorfeld ohne den Täter zu kennen ihn in Schutz nahmen.
    Beratungsstellen. Jugendamt ,Polizeibeauftragte, Staatsanwaltschaft Kindergarten sind alles Frauen, die nicht in der Lage sind kleinsten Kinder die nötige Hilfe zukommen zulassen.
    Es ist eine gewaltige Mehrheit die sich zum “ Schutz“ des Täters stark macht und deren Armseeligkeit unübertrefflich ist.
    Wie soll ich mich da durchsetzten?

  33. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    Warum sollten Jugendämter,Beratungsstellen etc. nicht täterschutz betreiben wo sie doch selbst ein hort für pädosexuelle sind-ähnlich wie schulen,internate,heime etc…die nähe zum kind lockt pädosexuelle an.Auch polizei und staatsanwaltschaften sind offensichtlich noch im täterschutzdenken verhaftet ebenso wie unsere politiker..siehe ergebnis runder tisch und siehe am beispiel odenwaldschule wie die verjährungsfrist und unterlassungsklagen der täter den betroffenen die wahrheit verbieten .Man darf in sachen odenwaldschule nicht die namen und tatsachen benennen ohne schwierigkeiten mit der justiz zu bekommen.So ist das in deutschland!

  34. an den Ex-Odenwaldschüler.
    Ich habe meine Erlebnisse in einem Buch niedergeschrieben und auch an die Täter geschickt, mit allen Anklagen und allen Namen von Tätern, Das hat in meinem Fall (Kloster Mallersdorf + Herz-Jesu-Missionare aus Salzburg) niemand interessiert. Ein Mitschüler hat denen geschrieben und die Nonnen als „Huren“ und die Padres und Bischöfe wörtlich als schwule kriminelle Säcke und A…fi….r bezeichnet, aber leider haben sich diese Menschnen (oder sind das gar keine?) nur abgeschüttelt und
    „Schwamm drüber“, sie haben nichts mehr hören und sehen lassen, denn sie haben vor öffentlichen Auftritten mehr Angst als der Teufel vorm Weihwasser.

  35. hildegard schreibt am :

    … Denn:
    An der Spitze der Vertuscher-Hierarchie hocken hoch-„würdige“ Kleriker und hohe Justizbeamte, mit denen wir nicht zählen können – sie alle fürchten wie der Teufel das Weihwasser (der Wahrheit) …
    Fürchtet euch nicht! – und SAGT ‚S WEITER!

  36. fabian schreibt am :

    Lieber Josef,

    die Herz-Jesu-Missionare in der süddeutschen -österreichischen Provinz? Das ist ja interessant. Nimm doch mal Kontakt zu denen auf, die haben mit den norddeutschen Herz-Jesu-Missionaren zu tun, die mit den süddeutschen-österreichischen Herz-Jesu-Missionaren sehr eng sind.:

    http://initiative-ehemaliger-johanneum-homburg.de/

    Steyr-Gleink, Salzburg, Johannesburg im Emsland, Johanneum Homburg , überall da kam es zu Übergriffen dieses Ordens.

  37. Anna M. schreibt am :

    Ich habe mir nochmal Gedanken über Mogis‘ Argumentation gemacht.
    Am entlarvendsten finde ich den Ausdruck „Rache“, wenn es um Gerechtigkeit geht. Das ist eine eindeutige und sehr typische Täterverdrehung der Realität. Daß Mogis das nachplappert zeugt nicht von Reflektiertheit.
    Hinter der Lüge mit der Rache steht auch wieder der religiöse Vergebungsgedanke, den wir ja hier erst kürzlich diskutiert haben.
    Fazit: diese ganze verdrehte Rache-Vergebungs-Argumentation nützt nicht nur ausschließlich den Tätern, sondern ist eindeutig auf deren (stinkendem) Mist gewachsen. Die Täter benutzen also die religiöse Moral für die Vertuschung ihrer Verbrechen und für das Mundtotmachen ihrer Opfer.

    Und sie benutzen Mogis.
    Oder bei Mogis gibt es Opfer, die zu Tätern wurden. Auch möglich.

  38. justina schreibt am :

    Ja, die Täter sind gut organisiert, und sitzen überall, in vielen Organisationen u.ä., auch im Weißen Ring, wie eine Betroffene hier auch schon geschrieben hat, es hört sich an wie eine Verschwörungstheorie, aber leider ist es „real life“.
    Ich bin jeden Tag dankbar für Netzwerkb und für alle Kommentatoren, es ist eine unglaublich große Hilfe sich nicht ganz alleine zu fühlen.
    Ich glaube daran dass sich noch vieles ändern wird.

  39. alexa whiteman schreibt am :

    hallo justina,
    auch ich kann es leider bestädigen das der weiße ring sehrrrrrrrrrrr eng mit der kiche verbunden ist. die kiche spendet viel geld.
    stell es dir so vor, die spielen eine gans große family.
    ich persönlich musste das prutal negativ erfahren.
    es soll sich bitte keiner eine ilusion vor machen.

    alexa
    überlebende/bayern
    1960-1978

  40. hildegard schreibt am :

    Liebe Leute bei Mogis!
    Denkt also lieber noch einmal mehr drüber nach, besonders aber über Eure Position gegen DEN einzig wirksamen Täterschutz.

    Es braucht:
    … das BÜNDNIS GEGEN GEWALT, gegen verkommende Sitten in Institution und Gesellschaft, gegen das Zittern, Zaudern und Zagen der Justiz vor hohen Klerikern,
    … die Ethikkommission zur Regulierung gängig gewordener Rechtsverdrehung,
    … die Wahrheitskommission zur Klärung von Ursachen und Wirkungen,
    … den Schutz für Kinder und
    … die Schadenbegrenzung und Anerkennung des Leids der Überlebenden – ergo:
    … DIE ABSCHAFFUNG DIESER sämtlichen VERJÄHRUNGEN !!!

    Dann endlich kann es erst den Rechtsfrieden geben.

  41. Wilma schreibt am :

    @justina Ich bin auch davon überzeugt, dass sich die Täter auch im Weißen Ring befinden. Von Psychotherapie verstehen sie gar nichts und die Ärztemafia steht ihnen näher als die Opfer. Das habe ich selbst erfahren. Der gute Ruf dieser Organisation stimmt meiner Meinung nach nicht mit der Realität überein.

  42. justina schreibt am :

    Ich denke wie überall steht und fällt alles mit den Menschen die in diesen Organisationen was zu sagen haben.
    Unser Weißer-Ring-Berater hat durchgesetzt, daß die Kosten für unseren Anwalt übernommen wurden, der nach 1 1/2 Jahren Kampf gegen die Krankenkasse eine Kostenzusage für eine stationäre Traumatherapie erreicht hat,die mein Mann mittlerweile antreten konnte. Schäbig und unglaublich wie Überlebende vom Staat, den Kassen, etc. behandelt werden.
    Den Anwalt der uns so geholfen hat, hätten wir ohne denWeißen Ring nicht bezahlen können. (Siehe Beitrag unter rituelle Gewalt „ich durfte kein Kind sein“)
    Nein, und Illusionen hab ich schon lange keine mehr!!!

  43. ludmilla schreibt am :

    Danke Martina!

  44. Bernd Schulz 1 schreibt am :

    Wilma schreibt am 31. Januar 2012 um 09:59 Uhr

    Sehr geehrte Frau Wilmar,

    Nachdem ich den „ Weißen Ring“ zu Hilfe genommen habe, hat sich der „Runde Tisch“ in Thüringen sich mit allen Verantwortlichen auseinander gesetzt, die von Missbrauch in Kirchen und Heimen betroffen sind und haben mit mir alle Anträge ausgefüllt und sind mit mir zum Bistum Erfurt gefahren, um einige Dinge, die mir in meiner Kindheit angetan wurden, nochmals dar zu legen.

    Ich bin Froh und dankbar über die Hilfe vom Weißen-Ring Die Ehrenamtlich Tätig sind. Ich konnte Ihnen die ganze Geschichte erzählen, wenn immer wieder auch Tränen liefen. Zu Anfang kam Herr Ronald Hasse und Frau Gaby Marske – Power stehen mir zur Seite jede Woche kamen Sie zum Reden, wenn es Probleme gab auch öfter. Wer weiß, was ohne diese Hilfe geschehen wäre. Ich habe mich entschlossen, für die Wiedergutmachung an den Heimkindern zu kämpfen. Wir können nicht länger stumm bleiben. Wenn wir nichts sagen. Können wir auch keine Hilfe bekommen.

    Das Thüringer Landesverwaltungsamt hat mein Antrag auf Opferentschädigung abgelehnt. Mit der Begründung ich würde mir nur dieses alles nur einbilden und Geschichten ausdenken und mit Beleidigungen wurde ich Beschimpft so dass ich einen Arzt aufsuchen musste da ich so einen hohen Blutdruck bekam von 210 zu 150 und fiel wieder in ein tiefes Loch.
    Danach habe ich den Weißen-Ring gebeten mir zu helfen. Sie sind gleich gekommen und habe sich um mich gekümmert und mir einen Anwalt zu Seite gestellt und auch die Kosten.

    Mit freundlichen Grüßen

  45. Sarah schreibt am :

    Ich habe auch eine sehr positiver Erfahrung mit dem Weißen Ring gemacht. Und auch ich teile die Meinung von Justina, dass es immer an der Persönlichkeit liegt, die hier am „Schalter“ sitzt. Mein Berater vom Weißen Ring ist Kripo – Polizist und in einem von meiner Therapeutin gründetem Netz e.V. der alle Fachdisziplinen miteinander vernetzt, die mit Fällen von sex. Gewalt in der Kindheit und mit Vergewaltigungen in Berührung kommen. Schulpersonal, Kindergärtenpersonal, Kripo, Rechtsanwälte, Gerichte, GynäkologInnen…..

    Und ohne die Empathie dieses Kripobeamten, dessen ersten Satz lautete: „Sie müssen keine Angst haben, wir zweifeln Ihre Aussage auf keinen Fall an, und glauben Ihnen, und wir können jederzeit eine Pause einlegen, und wenn die Anzeigeaufnahmen eine Woche oder länger dauert, ist das auch egal…“ hätte ich es nie gewagt, meine Mutter, das Kinderheim und meine Täter anzuzeigen und den OEG – Antrag zu stellen. Ich musste nur einmal aussagen, meine in akuter Atemnot (Panikattacken – spastische, chronische Asthma -Bronchiale) gestammelte Aussage wurde von einer Kriminalbeamtin, die ebenso in diesem Netz intergriert ist, auf Tonband im genauen Wortlaut wiedergegeben und aufgenommen, und diese Aufnahme wurde umgehend dem Kripobeamten, der ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Weißen Ring ist, direkt auf seinem Computer gespielt, der dies der zuständigen Staatsanwaltschaft weiterleitete, Somit wurde mir eine weitere zweite Befragung erspart, um einen akuten Asthmaanfall meinerseits zu vermeiden.

    Ich bitte inständig, von Pauschalierungsurteilen abzusehen. Das wird denjenigen, die wirklich gute Arbeit leisten, einfach nicht gerecht!!!!

    Das wäre dasselbe, als würde man uns Betroffene pauschal über einen Kamm scheren, nämlich uns mit Betroffenen in einen Topf werfen, die aufgrund nicht aufgearbeiteter Traumen zu Täter werden.
    Ergo: Alle Betroffene werden zu Tätern. Das ist respektlos und entspricht nicht den Tatsachen, ebenso wenig, wie es den Tatsachen entspricht, dass „DER Weiße Ring“ opferfeindlich ist. Dem ist nicht so!!!! Der weiße Ring ist im ganzen Land vertreten – es existieren x – tausende Filialen, und ich missbillige es wirklich, aus Einzelerfahrungen ein Pauschalurteil in die Welt zu posaunen. Das ist unfair und wird den emphatischen Mitarbeiter des Weißen Rings nicht gerecht!!!
    Dasselbe gilt für den VdK!!! Auch hier gilt, wenn der vor Ort scheiße reagiert, was hindert mich daran, eine andere Filiale aufzusuchen, und dort eventuell auf empathisch – fachkompetente Leute zu treffen, die mir weiter helfen können.

    Also, meine Bitte hiermit lautet: von Pauschalierungen abzusehen, und differenziert zu urteilen!!!

    Lieben Gruß von Sarah M.

  46. Julia schreibt am :

    Ich habe 10 fuckverdammte Jahre missbrauch ,Gewalt und sehr schwere arbeit verrichten erlebt und bei mir ist es auch jetzt erst alles wieder hoch gekommen,sollte da es ja jetzt auch schon verjährt ist,nichts geschehen,werde ich da ich auch tiefe schmerzen und starke erinnerungen habe und körperlich wie seelisch leide nichts passieren,mit entschädigung und der gleichen,werde ich auch nichts mehr für diesen staat machen ,nicht einen finger mehr krümmen,denn mein Leiden und missbrauch hat auch niemand geglaubt früher,meine Kindheit und ich selbst sein zu dürfen und zu lieben wurde mir von diesem Dreckschwein kaputt gemacht und der soll keine strafe kriegen?????ne ohne mich!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  47. Julia schreibt am :

    ich wünsche allen,die den gleichen harten Weg,wie ich vor sich haben ,das sie sich nicht aufgeben,ja das ist nicht leicht ich weiß es,odch ich hoffe ich schaffe es und die anderen auch!!!!!!!!!!!!!!!hoffe ich kann mal irgendwann einem Mann vertrauen und auch erfahren was wahre Liebe und Geborgenheit ist,das wünsche ich allen die es wie ich erlebt haben auch,

  48. Eva schreibt am :

    „Die Vorstellung auch noch nach Jahrzehnten in einem Hauptverfahren zum erlebten Missbrauch aussagen zu müssen schmerzt. Auch wir wollen irgendwann einmal mit dem Missbrauch abschließen, den Blick nach vorne richten und schauen, wie wir unser Leben so einrichten, dass es für uns einfacher zu bewältigen wird.“

    Dazu möchte ich sagen, dass es mindestens 2 Arten von Opfern gibt. Die einen schaffen es mit Hilfe von Therapeuten, ihr Leben zu meistern. Die anderen sind auch nach 50 Jahren immer noch so schlimm psychisch geschädigt, dass sie nie arbeiten konnten und bis zu ihrem Lebensende schwer psychisch leiden und immer wieder mit Psychopharmaka in Krankenhäusern und auch ambulant vollgestopft werden und nicht selten auch Selbstmordversuche machen, da so ein Leben fast nicht zu ertragen ist.

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