Eliteschule Collegium Josephinum

01.02.2012

SPIEGEL ONLINE 1.02.2012

Anzeige gegen Pater Pädo

Das Collegium Josephinum, eine katholische Jungenschule in Bonn, gilt als Eliteschmiede. Nun haben Eltern Anzeige erstattet wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. Die Schulleitung wiegelt ab – und suspendiert einen Pater.

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17 Kommentare

  1. Sarah schreibt am :

    Hier immer noch von Gerüchten zu sprechen, und als Direktor dieses Pädoschw. zu schützen, ist unfassbar. Ob der nun Padre, Pfaffe oder Papst ist, spielt nicht die geringste Rolle. Schwein bleibt Schwein!!!

    Sorry, aber mich kotzen solche Bagatellisierungen allmählich sowas von an. Ebenso das Hinstellen und Vorführen der Opfer, die wieder als Lügner, als Übertreiber hingestellt werden. Hier haben viele Schüler ein und denselben Typen als Täter identifiziert. Unabhängig von einander. Und dennoch wird ausschließlich diesem Täterschwein geglaubt. Ich fasse es nicht!!!!

    Der Katholizismus sollte verboten werden wie man auch Neonazismus verbietet. Es ist ein und dasselbe. Rassismus auf unterschiedliche Darstellungsweise! Mehr nicht. Hier die Heiligen, Unfehlbaren, und dort diejenigen, die von Geburt an Opfer sind!!! KOtz, Kotz, Kotz

  2. Simone schreibt am :

    Die Schule ist ein Hort und Tummelplatz von ekelhaften Pädophilen. Es ist bei diesen Kriminellen üblich, ihre perversen Handlungen als medizinisch notwendige Maßnahmen zu tarnen

  3. Zeitzeuge schreibt am :

    verschiedene Namen, das gleiche Bild:
    den Eltern wird eine heile Welt-Eliteschule vorgegaukelt,
    Probleme gibt es nicht, Misstände werden bagatellisiert, die Schulleitung wiegelt ab, Betroffenen werden mundtot gemacht, Täter werden nicht bestraft, sondern im Rahmen von Interna versetzt, meist getarnt als Fortbildung, oder Kur…
    Die Kirche verschließt vor dem offensichtlichen Zusammenhang zwischen Kirchenhierarchie und Machtmissbrauch die Augen und erzählt lieber weiterhin das Märchen vom Einzeltäter, von dem keiner etwas gewusst hat.

  4. Nathan Adi Major schreibt am :

    so wars am Aloisiuskolleg auch, mit ´gesundheitsfürsorglichen massnahmen´ gings los.. auch in Bonn.. auch Padres..zuständig war der selbe Staatsanwalt..einer der das in leitender Funktion geduldet und sogar verteidigt hat ist inzwischen versetzt, in eine andere Stadt, wieder in leitender Funktion..

  5. Nathan Adi Major schreibt am :

    ´Dann korrigierte Hermann-Josef Merzbach, Direktor des Amtsgerichtes Leverkusen und vom katholischen Orden beauftragt, seinen Bericht vor wenigen Wochen..´ Hallo? In welchem Land leben wir, dass ein katholischer Orden einen Direktor eines Amtsgerichts ´beauftragt´??? Wie funktioniert hier eigentlich die Gewaltenteilung? Gesetzgeber, Gerichte, Staatsanwaltschaft und über allem schwebt die katholische Kirche?

  6. Winfried schreibt am :

    Das Ganze drumherum, das der Spiegel recherchiert hat, macht sehr nachdenklich. Aber mal gesetzt den Fall, da ist nichts dran am Vorwurf des Missbrauchs, bleibt doch, dass Lehrer dieser Schule sich übergriffig verhalten haben. Hätten sie sich mit dem lesenswerten 1. und 2. Zwischenbericht des Missbrauchsbeauftragten Dr. Merzbach und vielleicht sogar mit den zugrundeliegenden Betroffenenberichten wirklich auseinandergesetzt und sich so mit der Vergangenheit der Schule beschäftigt- sie hätten die Chance gehabt zu lernen. Stattdessen tut die Schule so, als sei das Ganze nur eine Episode aus der Vergangenheit, die sie nichts angeht.

    Hier die Zwischenberichte:
    http://www.redemptoristen.org/index.php?site=61&ID=740
    http://www.redemptoristen.org/index.php?site=61&ID=760

    Empörend in diesem Zusammenhang, dass der designierte Schulleiter des belasteten AKo Bonn Dr. Sieburg (bisher Lehrer am Collegium Josephinum) sich demonstrativ vor den beschuldigten Lehrer stellt mit Worten, die an den Korpsgeist erinnern, der es uns als Betroffene in den 60er Jahren unmöglich gemacht hat, zu reden. Ohne die Untersuchungen abzuwarten, verabschiedet Herr Dr. Sieburg sich ausdrücklich „mit einer Vertrauensbekundung an unsere beiden verdienten Patres“. Der Newsletter an alle Altschüler der Schule ruft den alten Korpsgeist und die bekannten Muster der Vertuschung und des Umgangs mit Anschuldigungen wach, hinter denen sich alle Täter jahrelang so gut verstecken konnten.

  7. Martin schreibt am :

    Es ist schon amüsant, wie sich diverse Leute hier zu einem sehr heiklen Thema äußern, von dem sie 1) keine näheren Information außer einem reißerisch geschrieben Artikel haben und 2) eine Person vorverurteilen, ohne das ihre Schuld bewiesen ist. Um es mit den Worten von „Sarah“ auszudrücken: KOTZ,KOTZ, KOTZ…

  8. Winfried schreibt am :

    „Reißerisch“- das hört sich, glaube ich, noch mal anders an. Wie dem auch sei, selbst bei der Vermutung, dass es sich juristisch nicht um Missbrauch handelt, bleibt genug „Geschmäckle“ an der Sache.
    Irgendwie erscheint es mir so, dass dieser „Pädo- pater“ doch letztlich keine wirkliche Idee hat, wie er in persönlichen und nahen herzlichen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen kommen kann (er ist der Jugendseelsorger der Schule) und dann zu sehr verquasten seltsamen Gesten gegriffen hat. So kommt es mir von außen vor- und ich bleibe gerne auf dieser Ebene, auf der ich ihm keine sexuelle Übergriffigkeit unterstellen muss.
    Aber, aber: diese Verabreichung ist so was von unnötig in heutiger Zeit, so befremdend, so unmedizinisch. Vielleicht ist es denn doch so, dass er als Täter so wenig Mumm hat, dass es anders als bei „invasiven“ Tätern noch nicht einmal zu einer wirklichen Misbrauchstat kommt sondern zu einer ganz und gar seltsamen Art kindlichster Befriedigung sexueller Wünsche und Neugierde ähnlich den Doktorspielen der Kindheit. Das macht die Sache so gar nicht besser- sondern für die Opfer doppelt verborgen und verwirrend. Igitt sagt jeder Lehrer, auf das Thema angesprochen- ja das Ganze hat so etwas von igitt, igitt. Wenn ich mich vorstellungsmäßig auf diese Interprtation einlasse, erscheint mir dieser mögliche Versuch, sexuelle Befriedigung zu suchen, fast abartiger als die handfeste Manipulation. Je mehr ich darüber erfahre, mich einlasse und nachdenke, umso mehr erscheint es mir möglich, dass hier jemand versucht hat, gedeckt durch die Hintertür des durch die Schulöffentlichkeit genehmigten Sanitätskonzepts zu sexueller Befriedigung zu gelangen. Dann erscheint der Mantel des Konzepts als besonders hintertriebener Versuch, zu etwas dem Priester Verbotenem zu gelangen. Indem ich es vor mir selbst und vor der Schulöffentlichkeit schriftlich als gestattet (weil medizinisch gefordert) beschreibe, trifft mich bei meinen Manipulationen noch nicht einmal der Anschein von Schuld.

    Die Hilflosigkeit der Schulleitung im Umgang mit dem Vorfall im Schulausschuss der Stadt Bonn ist bezeichnend und scheint mir wenig besser als dieses irre „wir halten die Reihen fest geschlossen“ des Dr. Sieburg.

    Hier der Link des Genaralanzeigers:
    http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/CoJoBo-Politiker-kritisieren-Zaepfchengabe-article615226.html

  9. Dirk schreibt am :

    Mein Leserbrief an den Spiegel (der natürlich wie viele ähnliche Briefe, die zu diesem Thema versandt wurden, vom Spiegel NICHT veröffentlicht wurde):

    Seit langen Jahren lese ich den Spiegel und auch Spiegel Online. Ein Grund dafür war auch immer das konstant hohe Niveau der Artikel.

    Was allerdings bei dem Artikel „Eliteschule Collegium Josephinum: Anzeige gegen Pater Pädo“ über die Autorin Julia Jüttner gekommen ist, erschliesst sich mir nicht. Allein die Überschrift hat schon absolutes „Bild“-Niveau.

    Ich kenne das Collegium Josephinum, die Redemptoristen und Pater K. seit 35 Jahren. Ich war selbst an dieser Schule, mein Sohn ist heute dort in der Oberstufe. Mit vielen ehemaligen und aktiven Lehrern verbindet mich eine Freundschaft. Ich kenne viele, viele Ehemalige, die auch nach langen Jahren noch sehr gerne an diese Schule zurückdenken.

    Immer (als Schüler und als Schülervater) habe ich den dort herrschenden Geist als frei, offen und tolerant erlebt. Eingebildete und überforderte Lehrer gab und gibt es zu jeder Zeit an allen Schulen. Hier bestätigt das Cojobo die Regel, die auch für alle staatlichen Schulen gilt.

    Insofern ist auch der Begriff „Eliteschule“ völliger Unsinn. Ich selbst bin als Arbeiterkind dort genau so gut und offen aufgenommen worden, wie der Sohn des Arztes oder Lehrers. Auch heute ist die Elternschaft (und damit das soziale Umfeld) bunt gemischt. Und so soll es auch sein.

    Inhaltlich vermischen Sie in Ihrem Artikel viele Dinge miteinander. Da wird aus einer Medikamentengabe ein sexueller Missbrauch generiert, da wird ein Schulsanitätsdienst (den es an vielen Schulen, gerade auch in Bonn gibt, der unter der Leitung eines Rettungsassistenten und anerkannten Notfallseelsorgers steht, diskreditiert, da werden angeblich harte Regeln („So dürfen die Schüler beispielsweise erst beim Klingeln das Gebäude betreten, selbst bei minus fünf Grad, Sturm oder Hagel.“) im Sinne der reisserischen Überschrift hervorgehoben.

    Was ist passiert? Da gibt es von 2 (in Worten zwei; seit es den Sanitätsdienst gibt, wurde sicher hunderten Kindern geholfen) Eltern eine Anschuldigung wegen einer Medikamentengabe. Daraufhin wird eine Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs gestellt. Das ist schon mal eine (selbst für mich als zweifacher Vater) kaum nachvollziehbare Reaktion. Ich hätte das Gespräch gesucht (und gefunden!). Aber dann hätte man ja keine Anwaltspraxis, die sich so gut in dem Artikel bewerben kann.

    Ich habe kein Problem damit, dass das Konzept des Schulsanitätsdienstes und die Medikamentengabe überprüft wird. Aber dazu gibt es staatliche Stellen, die dies tun. Dies sollte man in Ruhe arbeiten lassen und das Ergebnis abwarten. Ende der Story!

    Bei Ihnen liesst sich das so, als ginge der Pater über den Schulhof, suche sich ein paar Schüler und nehme Sie mit zum Zäpfchen-Verabreichen. Nochmal: Das ist „Bild“-Niveau!

    Damit es spannend wird, mischen Sie in diese Thematik die Geschichte des (angeblich) pädophilen Paters hinein. Da wird ein Spitzname („Pater Pädo“) genannt. So sollen ihn Ehemalige nennen. Wer ist das? Wen zitieren Sie da? Name?

    Ich arbeite in der Ehemaligen-Betreuung der Schule (ehrenamtlich) mit und kenne VIELE Ehemalige. Mir hat dazu noch keiner etwas gesagt.

    „Er begleitet viele Klassenfahrten“. -> Er war auf der Klassenfahrt meines Sohnes mit dabei. Ironie-Modus aus.

    „Er klappst Jungs auf den Po“. „Er kitzelt sie durch“. -> Warum ist das nie von den Eltern dieser Kinder thematisiert worden`?

    „Er dirigiert die Kinder beim Warten auf die Pommes in befremdlicher Weise!“ -> War Frau Jüttner schon mal bei Hochbetrieb in der Mensa? Ich schon. Da sind SOO viele Menschen, da würde ich auch die jungen Herren (wenn sie es verbal nicht verstehen) auf ihren Platz in der Schlange schieben.

    Auch kann ich nicht bestätigen, dass wir als Eltern Anrufe erhalten hätten, keine Aussagen zu machen. Es verbietet sich für jeden Menschen mit normalem Rechtsempfinden (und der Kenntnis des Vorhandenseins einer Unschuldsvermutung) von selbst, mit vor der Schule lauernden Pressevertretern zu sprechen, die nichts Besseres zu tun haben, als Schüler zu Statements zu drängen. War Frau Jüttner auch dabei oder hat sie exklusivere Quellen?

    Wir sind als Eltern von Anfang an von Schule, Träger und Pflegeschaft (und ich selbst auch vom Beschuldigten) offen informiert worden. Aber eben dann, wenn es etwas zu informieren gab. Nicht irgendwelche Spekulationen, Mutmassungen etc., wie Sie sie nun verbreiten.

    Abschließend noch Folgendes: Ich verteidige hier nicht die Schule oder Pater K. (die mir beide am Herzen liegen) mit Tunnelblick gegen alle Anschuldigungen. Es soll von neutraler Stelle untersucht und bewertet werden. Wenn sich jemand etwas zu Schulden hat kommen lassen, soll er dafür einstehen.

    Aber ich verwahre mich gegen reisseriche Anschuldigungen, anonyme Zitate, Vermischung von Sachverhalten mit polemischer Tendenz und vor allem gegen das Fertigmachen und Beschuldigen eines Menschen.

    Das sollte nie das Niveau des Spiegels sein. Ich bin sehr enttäuscht.

  10. Anna M. schreibt am :

    Zum Glück wurde dieser Leserbrief nicht gedruckt. Danke Spiegel.

  11. Simone schreibt am :

    Schon wieder so ein Sympathisant der Pädos, der dieselben enthusiastisch verteidigt.

  12. Nathan Adi Major schreibt am :

    Genau solche Reaktionen gab es am Bonner Aloisiuskolleg auch. Die Stillschweiger und Weggucker möchten die Taten verdrängen.

  13. Winfried schreibt am :

    Eltern, die Kinder an dieser Schule haben und die aktuellen Geschehnisse anders beurteilen als der Spiegel oder viele Kommentare hier, sind deshalb – denke ich- noch lange keine Sympathisanten der „Pädos“. Sie beurteilen die Vorfälle erst einmal nur anders. Und ich finde es gut, dass in diesem Forum unterschiedliche Bewertungen, Sichtweisen und Sprachstile zu Wort kommen.

    Dieser „im Spiegel nicht veröffentlichte Leserbrief“ fordert mich nichts desto trotz zum Widerspruch heraus:
    „natürlich nicht veröffentlicht“- veröffentlichte Leserbriefe sind nun mal eine schmale Auswahl, sonst läsen wir in unserer Tageszeitung manchmal nur noch Leserbriefe. Diese Bemerkung an den Anfang zu stellen und damit eine Verschwörung im Hintergrund anzudeuten, ist genauso wenig in Ordnung, wie wenn die „andere“ Seite bei jeder Meldung zum Umgang der Kirche mit dem Missbrauch gleich die fünfte Kolonne des Vatikans marschieren sieht.
    „der Begriff “Eliteschule” völliger Unsinn“- ich war nun selbst auch 9 Jahre Schüler dieser Schule und glaube, dass diese Schule sich immer als etwas Besonderes im Bonner Raum gesehen und dargestellt hat. Mitnichten sah sie sich als Schule der Eliten wie Salem (soweit richtig!), aber doch als eine herausragend gute, eine „Elite“-schule eben. Auch ich war übrigens stolz auf diese meine Schule.
    „habe ich den dort herrschenden Geist als frei, offen und tolerant erlebt“- es gab auch freien Geist, gewiss. Aber je länger ich in der neueren Geschichte dieser Schule zurückgehe, desto weniger Freiheit, gar Offenheit und Toleranz ist da der wehende Geist. Da macht es sich die Schule auch sehr einfach, wenn sie alle Intoleranz und Geschlossenheit dem damaligen Internat in die Schuhe schiebt. Damals vorherrschende Intoleranz und untergründige Gewalt ist gewiss nicht nur einigen problematischen Lehrerpersönlichkeiten zuzuschreiben sondern vor allem dem Selbstbild einer Schule mit katholischem Weltbild und Sendungsbewusstsein. Dieses Selbstbild vertritt die Schule – wie ich finde- damals (Pater Welzel) wie heute allenthalben und kämpferisch (siehe die Website der Schule wie auch Äußerungen von Lehrern wie beispielsweise Dr. Sieburg „Erziehungskonsens an kath. Gymnasien“).
    „Da wird aus einer Medikamentengabe ein sexueller Missbrauch generiert“ – auch hier wird die Argumentation leicht verschoben und damit einseitig pointiert, aber so einfach ist das nicht. Hier geht es unwidersprochen nicht um Medikamentenabgabe, sondern um persönliche Verabreichung von „Zäpfchen“ bei Schülern der Sekundarstufe. Das ist ein gewaltiger Unterschied- wie ich meine. Ich will gar nicht unterstellen, dass hier sexueller Missbrauch stattgefunden hat. Aber möglich ist eine solche Interpretation, wenn nicht sogar naheliegend. Im Übrigen gehe ich davon aus, dass das letztlich nicht zu verifizieren ist, weil: wenn eine sexuelle Motivation hinter dieser Verabreichung liegt, könnte uns das nur der „Täter“ erzählen“- das wird er aber nicht tun. So bleibt es ungeklärt wie oft in diesen Fällen. Leider!

    Aber es bleibt die Übergriffigkeit solcher Verabreichung, vielleicht Übergriffigkeit nur aus Dummheit, wenn man denn unbedingt so will. Und es bleibt mein Vorwurf an diese Schule: dass sie sich nicht mit den Missbrauchsfällen der 50er und 60er Jahre auseinandersetzt. Hätte sie das getan, wäre solch übergriffiges Verhalten als solches identifiziert und längst abgestellt worden. Denn in den Berichten von damals ist zu finden, wie der Haupttäter S., verantwortlich für die Krankenstation, das Fieber seiner ihm anvertrauten Kinder mit besonderer Vorliebe im Hintern maß. Und dieser Pater und Lehrer war pädophil und missbrauchender Verbrecher wie der Missbrauchsbericht aussagt.

    Soviel zu dem, wo der Brief bzw. der Blog inhaltlich zum Missbrauchsvorwurf etwas aussagt oder auch nicht. Eigentlich bewegend ist für mich der mitlaufende Tenor dieses Briefes. Das deshalb, weil er meine Überlegungen zu meinem Schweigen vor 40 Jahren so eindrücklich bestätigt: hätte ich damals den Missbrauch angezeigt, wäre mir ein ähnlicher Tenor entgegengeschlagen: „absolutes “Bild”-Niveau“. „Ich kenne das Collegium Josephinum, die Redemptoristen und Pater K. seit 35 Jahren“. „Immer habe ich den dort herrschenden Geist als frei, offen und tolerant erlebt“. „Da wird … sexueller Missbrauch generiert“. „Da gibt es von 2 (in Worten zwei…) Eltern eine Anschuldigung“. „eine Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs … ist schon mal eine … kaum nachvollziehbare Reaktion“. „Warum ist das nie von den Eltern dieser Kinder thematisiert worden“? …“ Spekulationen, Mutmassungen etc., wie Sie sie nun verbreiten. Aber ich verwahre mich gegen reisseriche Anschuldigungen, anonyme Zitate, Vermischung von Sachverhalten mit polemischer Tendenz und vor allem gegen das Fertigmachen und Beschuldigen eines Menschen“.
    Wenn ich das lese und diesen Tenor auf mich wirken lasse, werde ich wahrlich wieder ganz klein und verstehe, warum ich damals gut daran getan habe zu schweigen: mir hätte niemand geglaubt und ich wäre als Brunnenvergifter mit Schimpf und Schande aus Internat und Schule gejagt worden.
    Das, was sich heute zum Glück geändert hat, ist, dass Kinder heute öfter als damals Ansprechpartner finden und in ihren Eltern und Lehrern Anwälte ihrer Rechte. Und wer sich so dumm und ignorant anstellt wie der besagte Pater und die Schule als Ganzes, darf sich über die Beschädigung seines Rufes nicht beschweren.
    Auch denen, die ehrenamtlich die Ehemaligen, die sog. Altjosephiner vertreten, hätte es gut angestanden, die Zwischenberichte des Herrn Merzbach zum sexuellen Missbrauch zum Thema eines oder mehrerer Treffen zu machen und den Kontakt zu den Opfern von damals zu suchen.

  14. Eva schreibt am :

    Schwere utopische Frage :

    Was müßten Politiker, Juristen und Polizei und Ärzte und die Bevölkerung tun damit es nie wieder in Institutionen, egal welcher Art, sexuellen Mißbrauch gibt und das schnell Täter aus dem Verkehr gezogen werden und umgehend Opfer Hilfe bekommen, damit nicht noch mehr Schaden entsteht ?

    Wenn psychische Schäden chronisch geworden sind, ist das Leben für immer kaputt.

  15. fabian schreibt am :

    Es ist schon sehr seltsam, wenn Lehrer oder Erzieher Kindern Medikamente verabreichen. Meines Wissens dürfen die das ohnehin nicht ohne explizite Anweisung der Eltern und auf Anordnung eines Arztes.

    Nicht nur immer mehr Menschen verlassen die Kirche, sondern auch Eltern schenken ihr Vertrauen offenbar nicht mehr blauäugig kirchlichen Institutionen und Privatschulen. Die „Abstimmung mit den Füßen“ hat längst begonnen.

    Ein Beispiel, welches „Schule machen“ sollte:

    http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/homburg/Johanneum-Saarpfalz-Gymnasium-Christian-von-Mannlich-Gymnasium-Homburg-Anmeldungen-Fuenftklaessler-Missbrauch;art2802,4182154#.Tz0i41GBWSp

  16. Dirk schreibt am :

    Lieber Winfried!

    Gerne können wir in einem persönlichen Mail-Dialog unsere verschiedenen Sichten austauschen.

    Leider fiel meine letzter Kommentar-Versuch auf dieser Seite der Zensur zum Opfer und wurde nicht veröffentlicht – meines Erachtens zu Unrecht!

    @ fabian: Das CoJoBo wird in diesem Sommer zum ersten Mal seit langem wieder vier (statt drei) neue Klassen einschulen. Eine Abstimmung mit den Füssen?

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