Warnschuss-Arrest für jugendliche Straftäter: Einübung einer kriminellen Karriere

12.03.2012

Psychologie-Aktuell.com 12.03.2012

Der Koalitionsausschuss der Regierungsparteien hat sich auf den „Warnschuss-Arrest“ geeinigt: Jugendliche Gewalttäter sollen auch bei einer Bewährungsstrafe maximal vier Wochen inhaftiert werden können. Dieser Warnschuss kann zügig nach hinten losgehen, warnen Professor Dr. Jörg M. Fegert und Kollegen. Der Kurz-Arrest eignet sich zur Motivation und Ausbildung für eine langfristige kriminelle Karriere; das Knast-Milieu bietet dazu die optimalen Voraussetzungen.

Weiter lesen…

29 Kommentare

  1. Ich halte es auch für eine altmodische und unmenschliche Maßnahme. Die Gewalt in Gefängnissen ist hoch und die Auswirkungen auf die Psyche können dramatisch sein. Gerade in Jugendgefängnissen herrscht ein verstärkt missbräuchlicher Umgangston. Zwar wird es Fälle geben, wo das Ganze fruchtet und dann für einige aspekt-orientierte Beispielargumentationen nützlich ist. Im Ganzen denke ich aber, dass nach der Einordnung der Jugendlichen in der Gefängnishierarchie ganz unten (der erste Einkauf wird abgegeben etc., bei Nichtbefolgung wird mit sexueller Gewalt gedroht) die Folgen dramatisch für die psychische Gesundheit sind.

    Manche denken, dass wir Probleme vor allem mit Strafen lösen könnten.

  2. Anna M. schreibt am :

    hier bin ich ausnahmsweise mal mit Herrn Fegert einer Meinung.

  3. hildegard schreibt am :

    In der Berliner Politik läuft etwas entsetzlich schief, wenn nicht bereits in Familien, Kitas, Kindergärten und Schulen ALLEN Kindern RECHTZEITIG die für sie individuell geeigneten Hilfen zukommen, und zwar mit großzügig gesicherter Personalstruktur.

    Seit -zig Jahren verzweifeln, resignieren oder streiten sich (wegen vorgestriger Gesetze!) Erzieherinnen und Lehrer über ihre kompetenten Einschätzungen mit unwissenden, meist ahnungslosen Eltern so lange herum, bis das Kind in den Brunnen fällt.

    Was ist los mit der Spitze eines Gemeinwesens, die gegen besseres Wissen ihre Kinder in die Abschreckungshaft, sie sehenden Auges ins Verderben schickt und sich über die besseren Erkenntnisse vergleichbarer Kulturkreise und der Mehrheit eigener Experten hinwegsetzt?

    Wer von den Ewiggestrigen betoniert hier die Zukunft?

    Wer macht dem Bundestag die irrwitzige Mangelverwaltung in Bildungs- und Sozialwesen und die widersinnige Sparpolitik am Menschen klar?
    Wer bringt diese Regierung noch zur Besinnung, Kinder vor kriminellen Karrieren zu bewahren?

    Dafür braucht es keine Studien!
    Dafür braucht es Geld für Stellen in allen denkbaren Jugendeinrichtungen, damit Kinder nicht erst krank oder kriminell werden!!!

    „Herr, schick Hirn vom Himmel!“

  4. Sarah schreibt am :

    Ich sehe das etwas differenzierter. Es gibt durchaus Fälle, in denen Jugendliche seit Jahren schon durch vielerlei Gewaltsrtaftaten „in Erscheinung getreten“ sind. Und viele wissen sehr gut, dass ihnen gesetzlich nichts passieren wird ausßer Bewährung oder Sozialstunden und machen munter weiter. Hier macht es durchaus Sinn, auch über eine vierwöchige Haftstrafe als Abschreckung nachzudenken.

    Was aber gründlich geändert – reformiert werden müsste, dass spezielle Jugendarrest – Stätten etabliert werden, in denen therapeutische Maßnahmen verpflichtend sind – als Einzelangebot als auch als Gruppendynamik – Angebot.

    Was Fegert vorschlägt, kann ich nicht ganz unterstreichen. Klar – dass er sich für seinen eigenen Arbeitsplatz ausspricht und dafür plädiert. Aber pauschal hier zu denken, ist zu kurzsichtig.

    Denn ich denke, dass von Fall zu Fall abzuwägen ist, was im Endeffekt wirklich greifen wird und beim Jugendlichen nachhaltig überzeugende Veränderungen, Einstellungen bewirken.

  5. Elke schreibt am :

    Es fängt doch alles schon viel früher an, im Grunde schon mit der Geburt eines Kindes. In den ersten Lebenstagen ist am ELTERLICHEN Verhalten schon so viel zu erkennen, dass oftmals alle Alarmglocken laut läuten müssten. Hier muss angesetzt werden, hier müssen ELTERN therapiert, muss ihnen geholfen werden. Ich kann doch nicht erwarten, dass ein Kind, welches in seinen ersten Lebensjahren nicht die Zuwendung, Liebe, Aufmerksamkeit, Fürsorge etc. erfahren hat, die es hätte erfahren müssen, sich unauffällig entwickelt. Und wenn sich dieses Kind dann als Jugendliche(r) entsprechend negativ verhält, dann reagiert es ja fast normal auf die Unnormalitäten seiner Kindheit!
    Über Jugendliche, die unter Arrest standen und trotzdem wieder rückfällig wurden (oder gerade deswegen) könnte ich Bücher schreiben. Es bringt nichts, einem Menschen das Rückgrat zu brechen, ganz im Gegenteil! Hier muss ich Herrn Fegert leider mal recht geben…

  6. rasch schreibt am :

    @ elke
    scho klar….nur leider spielen die Täter ja mit menschen die diesen kindern helfen wollen und lassen es nicht zu dass herzenswärme entstehen kann.
    Für meine Begriffe würde nur ein konsequentes Durchgreifen diese Kinder schützen. Das heisst, sind ensprechende Indikatoren sichtbar….raus aus der Familie (mit der Mutter/Vater falls diese/r wirklich neue wege anstreben will)

  7. Elke schreibt am :

    @rasch:
    „Raus aus der Familie“ ist immer das allerletzte Mittel der Wahl, und das ist auch gut so! Wenn so eine Entscheidung getroffen wird, ist das Kind aber schon längst in den Brunnen gefallen. Wie ich eben schon schrieb: Es fängt alles viel früher an!

    Den Anfang deines Postings verstehe ich nicht.

  8. rasch schreibt am :

    @ elke
    deshalb erwähnte ich ja auch die „Indikatoren“.

    „letztes mittel der wahl“ wie du es nennst….wird es in zukunft nicht mehr sein können. Es ist keine strafe und schliesst selbstverständlich ganzheitliche sichtweisen mit ein.
    An erster stelle muss stehen dass den kindern die möglichkeit gegeben wird, offen mit dieser gewalt umzugehen. Und dazu gehört nunmal die räumliche und zeitliche Trennung von den Tätern.

  9. Norman schreibt am :

    Liebe Sarah,

    die Differenzierung ist natürlich geboten und ich habe den letzten Tage noch mal nachgedacht. Wenn natürlich Jugendliche eine Gefahr für unsere Gesellschaft sind, dann müssen wir die Mitglieder der Gesellschaft schützen, das heißt, es führt kein Weg daran vorbei, sie wegzusperren. Ich sehe dieses aber nicht aus Gründen der Bestrafung so, sondern um die Gesellschaft zu schützen.

    Glauben wir denn wirklich, dass wir durch einen brutalen Strafarrest (der euphemistisch mit Warnschussarrest umschrieben wird) etwas ändern? Die Gefängnisse für Jugendliche sind brutal. Ich habe zwei Freunde, die in diesen Gefängnissen als Pädagogen arbeiten und sie erzählen mir Geschichten wie gerade Neulinge dort „weichgemacht“ werden. Wie Neulinge mit sexualisierter Gewalt bedroht werden oder wie eben auch sexualisierte Gewalt gerade dort passiert. Auch wenn es nur 4 Wochen sind, die Gewalt, die die Jugendlichen dort erfahren werden, wird wenig ihrer Psyche helfen, selbst wenn erfahrene Pädagogen und Therapeuten dort mit ihnen arbeiten. Vielleicht werden Sie aus dem Gefängnis kommen und genauer kleinere Gesetzesübertretungen vermeiden, die psychischen Schäden bleiben allerdings und das ist das Problem, das wir eigentlich angehen müssen.

    Ich sehe hier noch ein anderes Problem: Gerade verabschieden wir uns von dem Gedanken, Kinder zu strafen. Wir verbieten die Ohrfeige, das Züchtigungsrecht etc. Wir ächten Gewalt an Kindern, dann aber fällt uns gesetzlich nichts besseres ein, als diese Kinder (oder meinetwegen auch Jugendliche) dann doch wieder zu bestrafen? Wir verbieten es den Eltern, aber wenn der Staat es ausführt, ist es auf einmal besser? Für mich ist dieses das Züchtigungsrecht nur auf einer anderen Ebene. Wenn wir diesen Straftätern wirklich helfen wollen, dann müssen wir uns mit den Ursachen auseinandersetzen, die zu ihrer Gewalt führen. Wie das aussehen soll?

    Vielleicht wird die Härte der Strafe etwas oberflächlich ändern, so wie in einer Familie Stillschweigen herrscht, wenn der „Herr im Haus“ redet, aber unter der Oberfläche bleiben die Probleme. Letztlich sprichst du dich ja auch für therapeutische Maßnahmen aus. Dieses unterstütze ich natürlich, meines Erachtens müssen wir wegkommen von dem Gedanken, dass Bestrafung an sich etwas ändert. Wir müssen Wege finden, die nachhaltig Änderung bewirken.

  10. Elke schreibt am :

    Lieber Norman,

    ich stimme dir 100%ig zu! Strafe hat noch nie jemanden dazu gebracht einzusehen, dass seine Taten Untaten sind oder waren. Selbst die Androhung der Todesstrafe, die es in anderen Ländern ja leider immer noch gibt, schreckt keinen Täter von seinem Vorhaben ab.
    Es wird sich auch nichts ändern, wenn nur die Kinder/Jugendlichen therapiert werden. Ohne den Eltern den Kopf „zurecht zu rücken“, wird das alles nichts.

    Ich betreue seit 1,5 Jahren eine alleinerziehende Mutter mit einem kleinen, verhaltensauffälligen Jungen. Ich bin dreimal pro Woche in der Familie, übe mit den beiden ganz alltägliche Dinge wie z.B. Zähne putzen ein, erkläre immer und immer wieder, dass auch ein Klaps auf den Po ein Klaps zuviel ist. Und natürlich übe ich auch Kontrollen aus, ganz klar, denn mein Auftraggeber ist das Jugendamt. Jetzt, nach 1,5 Jahren, kann ich erste kleine Erfolge verzeichnen! Der Junge blüht langsam auf, ist ein sehr guter Erstklässler, die Mutter macht kleine Schritte vorwärts und hat sogar einen großen Schritt gemacht: sie schlägt den Jungen nicht mehr!
    Was ich sagen will: Es erfordert unendlich viel Geduld, liebevolle Zuwendung und auch ein gewisses Maß an „Strenge“, um Mutter UND Kind zu helfen, mit Strafen erreiche ich gar nichts.

  11. hildegard schreibt am :

    Elke zeigt eines von vielen (!) Mustern, denn GEWALTFREIHEIT lässt sich lernen.

    Norman schildert den erschreckenden Alltag im Jugendarrest, den wir auf keine Weise unterstützen dürfen. Die Gesellschaft kann der + die Einzelne NUR ändern unter VERZICHT auf jede erneute, versteckte, auch delegierte Gewalt.

    Ein Kind braucht Grenzen – nicht Gewalt!
    Grenzen setzen schadet keinem Kind.
    Grenzen WILL jedes Kind klar kennen lernen.
    Grenzen setzen hat immer Folgen, die altersgemäß einsichtig sein müssen.
    Grenzen setzen muss jede + jeder im Umgang mit Heranwachsenden.

    Grenzen offenbaren die Richtung, in die Eltern Erzieherinnen, Lehrer leiten wollen. Die Richtung macht jungen Menschen den Umgang mit der Welt verständlich und TRANSPARENT. Die Transparenz öffnet wachsendes Bewusstwerden.
    Gewalt aber knallt jede Tür zu, auch die zu Empathie und Toleranz …

    Was also könnte nachhaltiger sein, als heute in eine Politik zu investieren, die Gewalt an und von Kindern GEWALTFREI korrigiert mit einem jetzt not-wendigen, allerdings auch sehr aufwändigen Personaleinsatz für werdende Eltern, für …, für …, für …?!
    Die – selbstverständlich! – hohen Kosten werden sich sehr bald in einem echten „Rechtsfrieden“ auszahlen, davon bin ich 100% überzeugt.

    Kein Wahlkampf dürfte diese wissenschaftlich längst belegten Erkenntnisse aus dem Blickfeld schieben …
    Kein Wähler + keine Wählerin darf sich von eigennützigen Schönrednern länger blenden lassen!

    Politikerinnen können langfristig denken.
    Politiker müssen wagen, horrende Summen FÜR mehr Menschlichkeit einzusetzen.
    Politik braucht andere(!!!) – aber nicht neue, sondern längst bewährte Prioritäten …

  12. Bärbel schreibt am :

    @Norman die Zeilen v.17.03.2012 um 10:38 Uhr

    Hallo Norman,die Gesellschaft muss vor manchen Tätern geschützt werden….
    was aber ist,wenn die Gewalt vom Staat-von der Justiz ausgeht??
    Wer schützt die Opfer vor der Willkür von Institutionen und Ämtern,
    wir erleben seit Jahren eine Werteverschiebung,vieles ist besser als früher,einiges nicht…Wo sind die Vorbilder,die jungen Menschen den Weg weisen,wenn Kinder in den Familien nicht lernen konnten,Achtung und Wertschätzung auch vor den Eltern zu haben,wie kann der Umgang nach schweren Verletzungen oder auch Mobbing ,also der nicht tätlichen Gewalt, gelebt werden,der allerletzte Weg ist eine Inobhutnahme der Kinder,Vorsorge und Unterstützung ,auf die einzelne Situation ist angebracht,mit Sensibiltät und Menschlichkeit,jeder ist vor Schicksalschlägen und Erkrankungen nicht geschützt,auch die Inhaftierung jugendlicher Straftäter,muss neu durchdacht werden,
    wir lernen und studieren,aber das Elternsein ,der Umgang mit dem Nächsten ,dazu gibt es keine Prüfung,den Führerschein oder eine andere und viele Qualifikationen benötigen ,für viele Situationen um unser Leben zu führen,aber ebenso die Achtung vor den Schwächeren,den behinderten Menschen und den älteren Menschen,alt und älter werden wir,aber wie leben wir in unserem Umfeld damit…..mit ACHTUNG UND WÜRDE ???
    Haben wir aus der Vergangenheit gelernt,Investionen an und mit unseren Kindern sind die Vorausetzungen der Gesellschaft;damit die Kinder wachsen und gdeihen können…
    M.v.G.Bärbel

  13. Elke schreibt am :

    @Hildegard:

    Ein Super-Beitrag, Danke dafür!

  14. Sarah Mohn schreibt am :

    Hallo Normen,

    gerade deshalb schrieb ich „Differenzierung“.

    Denn deine Zeilen teile ich, ich habe zwei Jahrzehnte mit schwer verhaltensgestörten Kinder und Jugendlichen gearbeitet, worunter auch jugendliche Sexualstraftäter zählten: Und hier beginnt für mich die Differenzierung: Jugendliche vor ihrem Umfeld (Familie – die unfähig ist) zu schützen – oder die Gesellschaft – das Umfeld vor einzelnen straffällig gewordenen Jugendlichen zu schützen!!!
    Und das Letztere nur unter dem Aspekt, dass es hier nicht nur um Wegsperren geht, sondern eben dort individuelle
    therapeutische Maßnahmen verpflichtend sind – als Einzelangebot, und als auch als Gruppendynamik – Angebot. Nur so macht eine derartige „Maßregelung“ Sinn.

    Generell bin ich grundsätzlich gegen Strafen! Der Fokus sollte mehr auf eine Wiedergutmachung gelegt werden, nur so lernen Kinder, dass Verhaltensweisen Reaktionen nach sich ziehen, Beispiel: Wenn ich jemanden körperlich oder psychisch verletze, habe ich jemanden Schaden zugefügt. Der Fokus muss auf das Opfer gelegt werden, auf Empathie des sozialen Umfeldes. Und dann auf denjenigen, der den Schaden ausgelöst hat, verursacht hat – und hier die Gründe dafür heraus gefiltert werden. Meist sind es stumme Hilfeschreie Jugendlicher, die sich nach nichts anderem sehnen als nach Aufmerksamkeit, Zuwendung und ein bisschen absichtsloser Liebe. Und hier muss angesetzt werden. Da nützt „Strafe“ nichts, denn sie wurden ja ihr Leben lang bestraft mit gefühlsblinden Eltern, ignorantem Umfeld.

    Ich denke, ich bin konform mit den KommentatorInnen hier, mir ging es lediglich um eine leider auch hin und wieder nötigen Differenzierung.

    Sarah Mohn

  15. Sarah schreibt am :

    Lieber Norman,
    du hast meinen Kommentar richtig interpretiert. Mir ging es um eine leider auch hin und wieder nötigen Differenzierung. Nämlich dann, wenn Jugendliche eine Gefahr für die Gesellschaft werden. Ich habe 20 Jahre lang mit schwerst verhaltensgestörten Kinder und Jugendlichen in Vollzeit gearbeitet. Darunter viele Opfer von sex. Gewalt, aber leider auch Sexualstraftäter, die unter dem Jugendstrafgesetz fielen. Hier muss differenziert werden – denn hier geht der Schutz der Gruppe vor. Dennoch habe ich all die Jahre mich nie irgendwelcher Strafmethode bedient, da ich der Überzeugung bin, dass Wiedergutmachung mehr bewirkt als unsinnige Strafen. Es geht immer darum, die Wirkung der Handlungen zu erkennen und Empathie gegenüber den „Geschädigten“, „Involvierten“ einzuüben. Dazu bedarf es selbstverständlich kontinuierlicher intensiver Elternarbeit, denn gerade Kinder, die ein „gestörtes“ Verhalten sich aneignen MUSSTEN, um im Familienkonstrukt überleben zu können, sehnen sich wie alle anderen Kinder auch einfach nur um absichtslose Liebe, um Anerkennung, um Zuwendung und Gesehen – Werden. Ihr „gestörtes“ Verhalten ist im Grunde nichts anderes als ein Hilfeschrei, den es gilt, endlich gehört zu werden, wahrgenommen zu werden.

    Deshalb – nein – ich bin sicherlich nicht für vorsinnfluthafte Strafmethoden. Ganz und gar nicht! Grenzen setzen ist wichtig, sagt im Gunde aus – du bist mir wichtig – du bist mir nicht egal. Ich schaue nicht weg, ich sehe dich, nehme dich wahr, ernst.
    Strafen – nein! Ich hatte es bereits in meinem ersten Kommentar betont. Es bedarf dringend und generell – egal ob Jugenstraftäter oder andere Täter – eine von Grund auf reformierte und psychologisch – pädagogisch fundierte Reform der „Haftanstalten“. Egal – ob dies nun eine vierwöchige Abschreckungsarrest – maßnahme ist – oder eine langjährige Haft. Ohne intensiver therapeutischer und pädagogisch – psychologischer Hilfestellung verfehlt man das nötige Langzeitziel.
    Danke fürs Lesen
    Sarah Mohn

  16. Eva schreibt am :

    @ Norman Schultz

    „Manchmal frage ich ich auch, ob es nicht bestimmten Eltern vorerst verboten sein sollte, Kinder zu bekommen“.

    Das ist ein Gedanke , den ich auch schon hatte, zumal ich eine „noch Familie“ kenne wo eine Frau stark traumatisiert ist und schwerste psychische Probleme seit Übergriffen durch einen Dritten hat und der Ehemann gewalttätig war und der noch Ehemann einer schrecklichen Sekte angehörte oder noch angehört, die vom Verfassungschutz überwacht wurde bsi 2010 . Wegen Geldknappheit hat der Verfassungschutz nur noch die Aufgabe eine sehr bekannte Sekte, die noch schlimmer ist, zu überwachen.

    Als beide ein Kind gemacht hatten, hat das Judenamt sofort denen das Kind weggenommen und zur Obhut weitergeben und die Frau bekam im Krankenhaus nach der Entbindung daraufhin psychotische Zustände.

    Da wäre wohl „Kindermachenverbot“ für das “ Kind“ besser gewesen.

    Aber nach unserem Gesetzen hat jeder Einwohner , egal ob behindert, krank oder gewalttätig gewesen ein Recht auf Sexualität und Kinder.

    Wenn ich daran denke was in Heimen alles passiert ist und dieser neue Erdenbürger, wenn er ins Heim kommen sollte oder zu schlechten Pflegeeltern komen sollte sollte, bevorsteht, wird mir übel.

    Aber ich will diese schwarzen Gedanken wegschieben

  17. Anna M. schreibt am :

    Ich bin sehr erfreut über das, was ich hier an Kommentaren lese.
    Denn seit Jahren denke ich genau so.
    Die ELTERN brauchen Schulung, damit sie aufhören gewalttätig zu sein.
    Dann ist die Basis geschaffen, daß sie respektvoll mit ihren Kindern umgehen. Und diese Kinder werden dann wieder respektvoll mit anderen Menschen umgehen.
    Respekt vor den Eltern braucht man dann nicht mehr einzufordern, er stellt sich ganz natürlich ein.

    Und ich denke, daß diese Schulung nicht mal besonders teuer sein muß. man könnte sie erstmal in den Schulunterricht integrieren, um die nächste Generation zu informieren.
    Dann fände ich solch eine Aufklärungskampagne wie in Schweden prima. Auf jede Milchtüte (heute vielleicht auch noch andere Produkte wie Cormflakespackungen, Süßigkeiten usw.) die Information, daß Gewalt Kindern schadet und wie sie das tut. Zusätzlich Flyer und Internetseiten, öffentliche medienwirksame Aktionen (auch die müssen nicht teuer sein, siehe Aktionen von NGOs).

    Nicht nur Eltern, sondern die gesamte Gesellschaft (auch die Kinder!) wird so informiert und so kann sich die Haltung ändern.

  18. Eva schreibt am :

    In unser Umgebung wohnte früher eine Familie, dessen Vater immer seine Kinder geschlagen hat.

    Die Folge war, dass der älteste Sohn straffällig wurde und in der Kirche einmal den Altar stark beschädigt hatte und mehrfach im Gefängnis war.

    Der jüngste Sohn hat in der Schule immer andere Kinder verdroschen und ist in der 8. Klasse abgegangen und ist rauschgiftsüchtig geworden und ist wie wir es in der Zeitung lasen an einer Überdosis an Rauschgift gestorben.

    Die mittlere Schwester ist verwahrlost.

    ——
    Auch wenn das alles nach einem Hilfeschrei klingt und Opfer ein ganzes Leben schwer leiden, denke ich , dass Opfern zuerst geholfen werden muß, dass leider häufig nicht der Fall ist.

    Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen , wenn Täter in der Hirarchie der Kirchen , Sekten oder woanders aufsteigen und ein Leben in „Prunk“ leben und Opfer mit Harz 4 nicht einmal gute Therapeuten bezahlen können.

  19. rasch schreibt am :

    @ eva
    das siehst du aber garnicht Täterlobbyfreundlich du.
    Wir rentner/hartz 4 empfänger haben doch noch die möglichkeit die anderen sozialfälle abzuziehen. Wirkönnten ihnen den strom klauen, ihr pormonai, oder uns prostituieren……..alles das würde mit einem lächeln begrüsst und die arme der Täter würden sich öffnen und wir würden empfangen werden auf dem neuen Weg der Abhängigkeiten……angekommen müssen wir dann vllt nur mal eben einen Einstiegsmord begehen….und schon sind wir Teil dieser Gesellschaft!!!!!

    :-)…..na wenn das keine Aussichten sind werden die Täter uns ratlos und schulterzuckend fragen „was wollt ihr denn noch“?….

  20. Eva schreibt am :

    Warum wird folgenden Opfern nicht geholfen ?

    1. Fall
    Ein Ehemann mißhandelt immer wieder seine Ehefrau auf verschiedene Art und Weise. Wenn Sie zur Scheidungsanwältin geht und die Anwältin das Familiengericht anschreibt und wenn dann der Ehemann das Schreiben bekommt , zwingt er seine Frau ein Schreiben an das Familiengericht aufzusetzen, dass sie sich wieder vertragen haben und das Gericht stellt alles ein.
    Dann geht die Frau wieder zur Anwältin und will sich wieder scheiden lassen und der Ehemann verlangt wieder von der ängslichen Frau , dass sie wieder die Scheidung zurücknimmt und das Gericht stellt auch dieses Verfahren ein. Und ein drittes Mal scheibt die Anwältin wieder das Gericht an wegen der Scheidung.
    Ich frage wie oft Familiengerichte so etwas erleben .
    Muß hier nicht endlich dem Opfer geholfen werden ?

    2.Fall
    Ein erwachsenes Kind fällt in eine Sekte und wird dort finanziell total ausgenommen. Wenn Angehörige das miterleben und Behörden bitten etwas zu tun , hört man Erwachsene müssen selber aus der Sekte aussteigen und gegen Sekten vorgehen, wenn sie finanziell ausgenommen wurden. Wenn die Erwachsenen Kinder wegen Indoktrination das nicht wollen / können und Eltern Deprogrammierer beauftragen das erwachsene Kinde aus der Sekte herausholen, verklagt die Sekte die Eltern wegen Menschenraub. Paradox !

    3.Fall
    Wenn Zuhälter Zwangprostituierte sich halten und Eltern den Zuhälter anzeigen und dann die Zwangsprostituierte aussagt aus Angst, dass alles nicht so schlimm ist und der Zuhälter ihr Verlobter ist, werden die Eltern wegen Falschaussage verurteit.

    4. Fall
    Wenn ein Geistlicher eine Erwachsene Frau so sexuell mißbraucht , dass die Frau schwerst psychisch krank wird aus Todesangst und der Geistliche immer wieder nötigende Briefe schreibt und die Angehörigen die Behörden bitten etwas zu unternehmen, wird den Angehörigen mitgeteilt, dass Erwachsene selber gegen ihre Peiniger vorgehen müssen.
    Paradox !

    5. Fall
    Wenn durch ihre Männer mißhandelte Frauen mit ihren Kindern ins Frauenhaus flüchten, unternehmen die Behörden automatisch nichts gegen die Peiniger. Nicht wenige Frauen sind so „hörig“ von ihren Ehemännern , dass sie wieder zu ihren Peinigern zurückkehren.
    Und andere Angehörige müssen zuschauen und solche Gewalt „mitertragen“. Paradox !

  21. Anna M. schreibt am :

    Ich kann ähnliches berichten. Der Mann der Kirchendienerin schlug seine 4 Töchter und ich vermute sehr stark, daß da auch sexualisierte Gewalt stattgefunden hat.
    Die zweitälteste geriet auf „die schiefe Bahn“, kam auf Drogen und nahm sich mit Mitte zwanzig das Leben. Über die anderen drei weiß ich nichts.

  22. Simone schreibt am :

    @Eva, in welcher Sekte ist dieser Ehemann? Leider gibt es in Deutschland viele schreckliche Sekten.

  23. rasch schreibt am :

    @ eva

    jo….einerseits die sekten…andererseits die sexualisierte gewalt in den familien…und die isntitutionelle….

    Allesamt sollten so „behandelt“ werden, dass wenn eindeutig ein „ausagieren von sexualisierter Gewalt“ erkennbar ist für geschultes Personal…..sofort interveniert werden kann!!!

    Eine art „übergeordnete stelle“ mit fachspezialisten erster wahl ….um alle weiteren Klüngeleien zu unterbinden ist gefragt!!!!

  24. hildegard schreibt am :

    Vielleicht müssen wir mitten in der Zivilisation jetzt erst einmal eine „Liga für Menschenrecht“ gründen und weitere Mitstreiter suchen, die mit uns ohne Zögern die sofortige ABSCHAFFUNG UNGERECHTFERTIGTER GESETZE fordern?

    Der Internationale Strafgerichtshof muss bei Delikten gegen Abhängige ZÄHNE zeigen – ausnahmslos, schonungslos!!!!!!!!!!!!!

    Justizen und Polizeien müssen verlässlich sein!!!!!!!!!!!!!!

  25. Simone schreibt am :

    @ Eva, etwas zu Fall 2. Meine Kinder und ich haben Sektenangehörige kennengelernt, die versuchten meine Kinder zu manipulieren und gefügig zu machen, in ihre Sekte hinein zu ziehen. Diese Sekte arbeitet mit ganz üblen Methoden, macht den Opfern “ Gehirnwäschen“.Ich nahm Kontakt zu einem Sektenbeauftragten auf, dieser klärte uns über die Machenschaften dieser Sekte auf und half uns, sich gegen diese Leute zu wehren. Vielleicht kann ein Sektenbeauftragter Deinen Bekannten helfen.

  26. Eva schreibt am :

    Den einen Fall kennen sehr viele Sektenberater in Deutschland, Schweiz und Östereich .

  27. Bärbel schreibt am :

    Hildegard@
    ich habe einiges in der letzten Zeit erlebt—–und habe mich an beratende Stellen gewandt—aus meiner Sicht –Fehlanzeige,
    deshalb stimme ich dem Satz voll und ganz zu
    —die Abschaffung ungerechter GESETZE FORDRN;

    DIE POLITIKER MÜSSTEN DEN MUT HABEN;DIE GESETZTE ;DIE SIE SCHAFFEN;DIESE AUCH UMZUSETEN–;ZITAT VON B-ALPHA

    V:G:BÄRBEL

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Artikel aus den Medien

ARD BRISANT ARD Tagesschau Augsburger Allgemeine Badische Zeitung Berliner Morgenpost Berliner Zeitung DER SPIEGEL derStandard.at DER TAGESSPIEGEL derwesten.de DEUTSCHE WELLE Deutschlandfunk Deutschlandradio DiePresse.com diesseits.de DIE WELT DIE ZEIT FOCUS Frankfurter Allgemeine Frankfurter Rundschau Hamburger Abendblatt Hannoversche Allgemeine Humanistischer Pressedienst Kölner Stadt-Anzeiger Leipziger Volkszeitung Lübecker Nachrichten Mitteldeutsche Zeitung n-tv N24 NDR.de NDR Info Neue Zürcher Zeitung nordwestradio Publik-Forum Saarbrücker Zeitung SPIEGEL ONLINE stern.de SÜDWEST PRESSE Süddeutsche Zeitung taz TP Presseagentur Berlin WAZ WELT ONLINE ZDF heute ZEIT ONLINE