Experte: „Das ist keine angemessene Rehabilitierung für Heimkinder“

27.03.2012

CDU/CSU Fraktion im Deutschen Bundestag 26.03.2012

Gleichwertige Hilfen für DDR-Heimkinder erreicht
Leid der Heimkinder in der ehemaligen DDR anerkannt

Bundesregierung und ostdeutsche Länder haben heute den Bericht „Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR“ vorgestellt. Hierzu erklärt der für den Bereich Aufbau Ost zuständige Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz:

„Mit dem heute vorgelegten Bericht zur Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR wird das Leid der Heimkinder in der ehemaligen DDR von der Bundesregierung und den ostdeutschen Landesregierungen umfassend öffentlich anerkannt. Wir begrüßen, dass nun konkrete Planungen für finanzielle Hilfen zugunsten der Opfer vorliegen. Mit der Einrichtung des 40 Millionen Euro umfassenden Fonds ‚Heimerziehung in der DDR in den Jahren von 1949 bis 1990‘ werden gleichwertige Hilfen wie für ehemalige Heimkinder aus Westdeutschland auch für die Opfer der DDR-Heimerziehung möglich. Diese Forderung hat die CDU/CSU-Fraktion von Anfang an in der Debatte zu dieser Frage vertreten. Wir werden nun für eine schnelle Umsetzung sorgen, damit so bald wie möglich tatsächlich Hilfe geleistet werden kann.

Der vorliegende Bericht gibt bereits einen guten Einblick in das Unrechtssystem der DDR-Heimerziehung. Dass die Aufarbeitung in einigen Bereichen der DDR-Heime aber noch ganz am Anfang steht, zeigen exemplarisch erste Erkenntnisse über das ‚Kombinat der Sonderheime für Psychodiagnostik und pädagogisch psychologische Therapie‘. Hier ging man über die bekannten Methoden der sozialistischen Indoktrination hinaus. Inwieweit hier Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren unter Psychopharmaka gesetzt und Elternrechte verletzt wurden, ist noch weiter zu erforschen.“

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MDR INFO 26.03.2012

Experte Kappeler kritisierte unterschiedliche Behandlung von Heimkindern

Experte: „Das ist keine angemessene Rehabilitierung für Heimkinder“

Der Sozialpädagoge Manfred Kappeler hat der Politik vorgeworfen, sich bei der Misshandlung von Heimkindern nach wie vor einer umfassenden Wiedergutmachung zu entziehen.

Kappeler sagte MDR INFO, er könne überhaupt nicht nachvollziehen, dass die Abschlussberichte für Ost und West zu dem Schluss kämen, es hätte sich nicht um Unrechtssysteme gehandelt. Er sprach von einem Versuch der heute Verantwortlichen, den Opfern Entschädigungsleistungen vorzuenthalten. Die jetzt bereitgestellten 120 Millionen Euro für die Heimkinder im Westen und 40 Millionen im Osten seien meilenweit entfernt von einer wirklichen Entschädigung. Sie bedeuteten auch keine angemessene Rehabilitierung.

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3 Kommentare

  1. hermes schreibt am :

    Und wie die Kirchen mit dem Leid der geschändeten Heimkinder umgehen,
    wird in der Praxis um so deutlicher. Der Papst sprach in Mexico von den zu
    schützenden Kindern vor der Drogenmafia… vom Mißbrauch durch Nonnen
    und Priester der kath. Kirche, hat er nichts geäußert. Und auch in Kuba, hat
    er bisher nichts verlauten lassen. Die Herrschaften möchten dieses Thema
    gerne totschweigen… und sich beweiräuchern lassen! Aber was soll’s… ein
    paar tausend Tote mehr oder weniger, in ihren Leichenkellern… diese Katakomben ertragen sehr viel Blut…

  2. hildegard schreibt am :

    Die Akteure an diesen Runden Tischen und diesen Kommissionen hätten „ganz überwiegend die Interessen der ‚Täterorganisationen‘ vertreten“, um möglichst von diesen einen finanziellen und einen Image-Schaden abzuwenden.“ – so weit Manfred Kappeler, Soziologe, und er sagt auch ganz klar über damalige Heimstrukturen “ … es wäre anders möglich gewesen, aber man hat es nicht getan“! – Schlimm, schrecklich und für so manche damalige Heimkinder hüben und drüben tödlich, denn sie waren in diesen „totalen Institutionen 24h am Tag gegen ihren Willen ausgesetzt“.

    Ähnlich erging es zeitgleich ungezählten Kindern in ähnlich total abgeschotteten Familiensystemen:
    Sie waren 24h täglich der Willkür ihrer Täterväter und Duldemütter ausgeliefert. Kirchlicher Segen und automatisierte Absolution war diesen gewiss, diesen hirn-, herz- und fühllos gemachten Unmenschen …!

    Alle sog. Experten-Beiräte an Runden Tischen HÄTTEN ihr Mitwirken AUFKÜNDIGEN, ihre Unterschriften verweigern MÜSSEN, als die politischen Unrechts-Ergebnisse aus Kostengründen, fehlendem Willen und/oder Unverstand wiederum vom Klerus erschlichen wurden.
    Und warum schrillten nicht alle demokratischen Alarmglocken? – Weil die Politik der Republik wie damals auch heute noch überall von üblen klerikalen Einflüssen kontaminiert ist – denn:
    HÄTTE der Vatikan nicht selber mafiöse Strukturen zu verbergen, dann WÄREN längst seine Archive geöffnet für die Gerichte dieser Welt – einer Welt, von der Ratzinger sich doch neulich noch hatte abwenden wollen …

    Nach diesem absurden Theater, in dem der Bock den Gärtner gibt, wird wohl weder wirksame Prävention noch je die redliche Rehabilitation damals geschändeter Kinder stattfinden können, denn der Wurm saß bereits im Ansatz – wie auch in der Fortsetzung …

  3. Bärbel schreibt am :

    Hildegard——-
    —-denn der Wurm saß bereits im Ansatz-wie auch in der Fortsetzung—-

    Wahrlich.wahrlich so ist es,
    meine Tochter war in einer kirchlichen Einrichtung der WfbM——

    BIS DATO HAT SICH NIEMAND VON DEN INSTITUTIONEN BEI UNS ENTSCHULDIGT——

    UND DIE BEVORMUNDUNG GEHT WEITER;
    SOWIE AUCH DIE DISKRIMINIERUNGEN

    Ich,wir haben Menschen gefunden, denen wir uns mitteilen können

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