21 Kommentare

  1. Elke B. schreibt am :

    Sehr geehrte Leser dieser Seiten,ich verfolge als zu tiefst verletztem Menschen schon seit sehr langer Zeit Netzwerk B und und seine Arbeit.Und ich bewundere diesen Einsatz.Ich selbst arbeite seit 2004 an der Aufklärung über Mißstände in einem Säuglingsheim (Schloß Allner,Hennef Sieg)und ich kann die Aufhebung der Verjährungsfristen nur unterstützen.Immer wieder erlebe ich selbst,wie schwer die Last der Beweislast auf mir liegt.Immer wieder werden mir,obwohl systematische Menschenrechtsverletzungen bewiesen sind,Steine in den Weg gelegt,die nur dem Zweck dienen,Stillschweigen den Vorzug zu geben.Aber ich werde nicht stumm wenn es gilt zu erzählen über Mißhandlung,Mißbrauch,Sadismus,Schuldzuweisungen,Medikamentenmißbrauch,extrem Vernachlässigung durch nationlalsozialistisch geprägtes Personal.Ich stehe zu Netzwerk B aber auch zu anderen Organisationen die das Ziel zur Aufklärung und Wahrheitsfindung haben.Und ich werde Ihnen still und leise helfen wo ich nur kann.Darauf geb ich hier mein Ehrenwort

  2. Die Initiative Betroffener der Institution Gymnasium/Internat Johanneum Homburg der Hiltruper Herz-Jesu-Missionare unterstützt die Forderung nach der Aufhebung der Verjährungsfristen.

    Als Vertreter Betroffener einer kath. Institution nehmen wir am Jour Fixe in Berlin teil. Unser Positionspapier anlässlich des ersten Treffens in Berlin am 27.1.2012 mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung Herrn Rörig finden Sie hier:

    http://initiative-ehemaliger-johanneum-homburg.de/wp-content/uploads/2011/02/Positionspapier.pdf

    im Archiv:

    http://initiative-ehemaliger-johanneum-homburg.de/?page_id=214

  3. Panos P. schreibt am :

    Vielen Dank für diese Arbeit zum Thema der Verjährungsfristen und für die Erklärungen, welches Ausmaß die Folgen sexualisierter Gewalt bei den Betroffenen tatsächlich haben. —- Eben diese Aufklärung fehlt oft, wenn darüber gesprochen wird, wie sexualisierter Gewalt seitens der Gesellschaft begegnet werden soll und wie wir verhindern können, dass sexualisierte Gewalt besonders bei Kindern fortgesetzt wird.—- Ein zentrales Thema ist das der Freiheit, die den überlebenden Betroffenen genommen wird: die Freiheit, die alle anderen Menschen empfinden, ihr Leben selbst zu gestalten.—- Sexualisierte Gewalt durch Vertreter der Kirche ist eine besonders perfide und brutale Form der Einschränkung der Freiheit und des Selbstbewusstseins. —– Den Tätern ist das durchaus bewußt, genauso wie denen, die die Täter beschützen. —– Das Phänomen sexualisierter Gewalt in der Kirche ist nicht neu. Der Täterkreis konnte sich über Jahrhunderte darin üben, zu vertuschen, zu drohen, den gesellschaftlichen Status der Betroffenen zu vernichten (und derer, die ihnen helfen). Sie haben immer wieder gesehen, wie die Dramaturgie abläuft, wenn Betroffene anfangen, über ihre Erlebnisse zu sprechen. —- Besonders in der katholischen Kirche ist eines der Argumente gegen Aufklärung der Taten immer das gewesen: Seht her wieviel Gutes wir in der Welt tun. Wie sehr wir uns um die Schwachen in der Gesellschaft kümmern. Wollt ihr wirklich diese Arbeit gefährden, von der so unzählig viele profitieren, indem ihr wenigen Einzelnen zu ihrem Recht verhelft? —- Genau aus dieser Verflechtung (gute Taten mit schlechten Taten) nimmt der Täterkreis die Sicherheit, dass ihnen nichts passieren wird. —- Mehr noch sie glauben, dass sie das Privileg (von Gottes Gnaden) haben, Macht (sexualisierte Gewalt) auszuüben. Sie glauben tatsächlich, dass sie dazu berechtigt sind. Die Täter, die von der Gesellschaft bestraft werden, gelten intern als Märtyrer, die sich für die Machtmanifestation der katholischen Kirche geopfert haben. —- Das mag vielleicht alles abstrus klingen und mancher Leser wird geneigt sein, das als Spinnerei abzutun. Wenn es uns aber gelingt, für einen Moment diese Argumentation zuzulassen, finden wir darin nicht Antworten auf die Fragen: Warum hat keiner der Päpste und anderer Ordensträger, obwohl sie von der weitverbreiteten sexualisierten Gewalt wussten, jemals wirklich und nachhaltig etwas für die Betroffenen getan? Warum haben sie immer wieder die Täter beschützt? Warum haben sie nie die Kinder davor beschützt, von sexualisierter Gewalt, die von Kirchenvertern ausgeht, zermalmt zu werden? Warum passiert da immer wieder das gleiche, wie wir es im Bistum Trier aktuell wieder erleben können? Cui bono? Zu welchem Zweck? — Weil die Verantwortlichen in der katholischen Kirche genau wissen, was sie den Kindern, aber vor allem der Gesellschaft als Ganzes antun. — Wie Norbert Denef es für den Einzelnen beschreibt, so gilt für die Gesellschaft als Ganzes: sie wollen ihr die Freiheit, in ihrem Kern nehmen. Sie wollen ihre Macht manifestieren und die Gesellschaft ihren Zielen unterwerfen.

  4. Anna M. schreibt am :

    @Panos:
    ich fürchte, du hast Recht.
    Und bei der Überlegung, was das wohl für Ziele sind, die die Kirche(n) (nicht nur die katholische) insgeheim verfolgen, kann einem Angst und bange werden. „Die dunkle Seite der Macht“ fällt mir dazu ein. Und das steht so im krassen Gegensatz zu dem, was die Kirche vorgibt zu sein. Aber das gehört zum System. Die Fassade ist hell…
    Gut, das zu durchschauen, so kann die Macht der Kirche(n) gebrochen werden.
    Stell dir vor es ist Kirche und keiner geht hin.

    @NetzwerkB:
    Das ist ein sehr guter Text! Ich als Betroffene spüre ganz tief in meinem Inneren, daß das wahr ist. Ja, sie haben uns die Freiheit genommen. Und irgendwie auch den freien Willen. Aber wir holen uns das alles zurück. Wir schweigen nicht mehr.

  5. Doro schreibt am :

    Sehr komplex – aber eben der fundamentalen Komplexität der Thematik angemessen. Sehr gute und wichtige Arbeit. Möge sie Eingang finden in die Köpfe und endlich die bisherige verzerrte Sicht auf die gesamte Thematik aufdecken.

    @ Panos:

    Zitat: „Besonders in der katholischen Kirche ist eines der Argumente gegen Aufklärung der Taten immer das gewesen: Seht her wieviel Gutes wir in der Welt tun. Wie sehr wir uns um die Schwachen in der Gesellschaft kümmern. Wollt ihr wirklich diese Arbeit gefährden, von der so unzählig viele profitieren, indem ihr wenigen Einzelnen zu ihrem Recht verhelft? (…) Die Täter, die von der Gesellschaft bestraft werden, gelten intern als Märtyrer (…)“

    Das ist mitnichten „Spinnerei“, sondern Symptom:
    Genau so läuft das auch in/mit Familien, bzw. Familienmitgliedern als Täter. Hier wird die „Heiligkeit“ der Familie beschworen und die Kinder zum Schweigen gebracht, indem man (implizit, also bspw. durch gesellschaftliche Familienklischees) IHNEN (!) die Schuld für das Auseinanderbrechen der Familie aufhalst (wenn sie denn die Taten aufdecken) statt dem Straftäter. Soll den wirklich dieser „rechtschaffene“ Mann, der „ansonsten“ so gut für seine Familie sorgt, „bloß“ wegen so ein bisschen „falsch verstandener Kuschelei“ mit seiner Tochter als Familienernährer und „ansonsten gutes“ Mitglied der Volksgemeinschaft ausfallen?? Und kommt dann wirklich einer vor Gericht, dann ist er doch selbst das eigentliche „Opfer“ – nämlich seiner „rachsüchtigen Frau“, seiner „luderhaften“ Tochter oder schlicht seines „Triebs“ – und damit voll entschuldigt.
    Wie gesagt: Das ist ein Symptom des Missbrauchs – nicht des Umgangs mit Missbrauch in der RKK. Es werden von der RKK wie von der Gesellschaft Bilder (von Familie, von Kirche, von …) aufgebaut, hinter denen die Taten und die Täter verschwinden können. Das gehört zum „Spiel“. Nur blöd, dass die TATSÄCHLICHEN Opfer nicht mehr mitspielen.

  6. Sarah schreibt am :

    Das sehe ich wie Doro.
    Das System ist nicht kirchenspezifisch einzugrenzen, sondern erstreckt sich auf alle Täter sex. Gewalt. Egal ob fam. oder aus dem soz. Umfeld (worunter ich kirchl. Täter zähle)
    Solange in den Köpfen der Bevölkerung der Mythos fest verankert bleibt, dass Täter auch vom äußeren Erscheinungsbild Monstern, Bestien ähneln müssten, solange werden sich Täter dies zunutze machen können.
    Systematisch untergraben sie die Glaubwürdigkeit ihrer Opfer und bauen parallel dazu ihr eigenes Image in der Öffentlichkeit als Gutmenschen auf, basteln akribisch an ihrem guten Ruf in der Gemeinde, im Verein, in der Nachbarschaft.
    Und solange die Bevölkerung auf diese fadenscheinigen Äußerlichkeiten abfährt und darauf hereinfällt, haben Täter weiterhin ein leichtes Spiel, diese zu täuschen und irrezuführen.
    Das hat System – egal aus welcher Herkunft der Täter sein mag. Dieses System zieht sich durch von Täter aus dem fam. Kreis, Tätern aus dem soz. Umfeld bis hin zu Täter aus rit. sat. Kreisen, die mitunter in ihrem öffentlichen Leben hohe Posten besetzen, sehr angesehene Würdenträger, Amtsträger sind und denen „man“ DAS nie zutrauen würde.
    Danke fürs Lesen
    Sarah Mohn

  7. hildegard schreibt am :

    Dem Experten-Beirat auch hier einen Dank für den SUPER-Einsatz!

    @ Panos
    Sie beschreiben perfekt die bis vor kurzem noch vielen ahnungslosen Zeitgenossen verborgenen Hintergründe.
    Es darf – endlich! – offen alles gesagt werden, was dem Einzelnen hilfreich werden kann – dies schätze ich an unserer Vernetzung hier im Forum so sehr – wenigstens hier gelten Klarheit und Wahrheit!

    @ Doro
    Richtig, das ist „mitnichten „Spinnerei“, sondern Symptom“ – man könnte auch generalisiert von DEM ‚Leitsymptom‘ sexualisierter Gewalt sprechen, wobei ich den Seuchen-HERD in der pervertierten Leid-Religion sehe – zumindest in unserer Zivilisation! Denn:

    In unserer von verklemmten Zölibatären kontaminierten Gesellschaft wussten untertänige Gläubige der verbrecherischen Konditionierung von Kindern durch autoritäre Kleriker kein eigenes Urteilen entgegen zu setzen – zähnefletschende Höllenhunde waren davor. Also genehmigten sie sich ebensolche Um-Triebe gegen den eigenen Frust der erzwungenen (Trieb-)Unterdrückung und schändeten die eigenen Kinder.

    Innerhalb der Familien spielten immer auch fromme Tanten und Großmütter und schwer arbeitende Ernährer, gelangweilte Onkel und kinderliebe Großväter MIT – für den männlichen Teil der Verwandtschaft galten Vorrechte sowieso selbstverständlich …

    Das gesamtgesellschaftliche Beziehungsgeflecht wurde gezielt durch klerikales Machtkalkül vergiftet.
    Dem weltweit verbreiteten, fürchterlichen Ausmaß entsprechend wird die Aufklärungsarbeit noch sehr mühsam werden und unsere Geduld erfordern.

    Unsere Revolte zeigte klare Gegenströmungen schon gleich bei der Gründung Runder Tische:
    Sehr schnell hatte man begriffen: DER GEIST IST AUS DER FLASCHE! Daher das Großaufgebot von Ministerinnen, ein gewichtiger SCHEIN aus blanker Angst! Denn der Staat weiß sich selbst sehr wohl heillos in diese kriminellen Machenschaften verwickelt, weiß um sein Versäumnis seit Jahrzehnten, weiß wie sehr er menschenverachtend die FREIHEIT Überlebender beschnitten hat. – Das RECHT aber ist auf unserer Seite!

    Es nützt uns nichts, zu klagen.
    Es nützt Tätern und Mitschuldigen wenig, abzustreiten.

    Es nützt aber der Gemeinschaft, durch die Aufhebung der Verjährung einzudringen mitten in das Auge des Taifuns …

    Nur dort, nur so, und nur dann ist Rechtsfrieden, ist die notwendige Ruhe nach dem dummen Geschwätz-Sturm klerikaler „Konterrevolutionäre“ zu finden – die Ruhe zum Nachdenken über DAS GRUNDÜBEL, zum Erkennen unserer Rechte, unserer Würde, zu später Anerkennung und möglicher Wiedergutmachung durch das Eingestehen von Schuld und Mitschuld.
    Unsere Freiheit ist erst in Sicht, wenn dieser Rechtsfriede erreicht wird.

  8. klaraklara schreibt am :

    Eine interessante Analyse, für mich sehr anregend! Diese Frage, was Missbrauch mit dem Selbsterleben als frei oder unfrei gemacht hat, habe ich so noch nie gestellt.

    Sicher gibt es auch andere Wege, auf denen Menschen ihrer inneren Freiheit beraubt werden. Aber, da die NS-Zeit nun schon fast 70 Jahre her ist, und da es seit ein par Jahren das Recht auf gewaltfreie Erziehung gibt, fällt es heute wohl, (trotz Agenda 2010 etc.), aus dem Rahmen der „gewöhnlichen Unfreiheit“ heraus, wenn das Selbsterleben durch sexuellen Missbrauch und andere Misshandlungen beschädigt wurde.

    Wichtig finde ich auch, wie die Geschichte des persönlichen (Un-)Freiheitserlebens weitergeht, auch wenn juristische Aufklärung nicht möglich ist. Anerkennung im persönlichen Kreis ist am allerwichtigsten.
    Anerkennung für das Erlittene, für die Bestrebungen, jetzt doch noch innere Freiheit zu erlangen und in der äußeren Welt die Freiheitsgrade zu vergrößern, und Anerkennung für die Schwierigkeiten und trauma-bedingten Rückfälle dabei.

    Und, da das soziale Netz oftmals unter den Missbrauchsfolgen leidet oder erst mal aufgebaut werden muss, sollte es diese mehrfache Anerkennung auch in Psychotherapien und generell dem sozialen und Gesundheitssystem geben.

    So weit aus meiner Perspektive, wo es noch viel zuviel Nebel gibt, als dass ich an eine Anzeige denken könnte. Aber ich kann die Forderung nach einer Abschaffung der Verjährungsfrist immer besser verstehen.

  9. Anka schreibt am :

    „Denn bei sexualisierter Gewalt steht weniger die Frage nach Ausgleich im Vordergrund, sondern die Frage nach Grundgerechtigkeit.“ und „Mittelpunkt unseres Bemühens ist es, dass sich die Gesellschaft ändert, so dass keine Täter mehr in unserer Gesellschaft entstehen.“
    Diesen Positionen von Netzwerk B mit der im vorliegenden ausgezeichneten Artikel kann sich bei dieser fundierten Argumentation niemand entziehen. Gleichzeitig wird die Vertuschungs- und Hinhaltetaktik der Runden Tisches und der ehemaligen „unabhängigen Beauftragten“ entlarvt.
    Das entscheidende Argument in dieser Hinhalte- und Verschleierungstaktik ist das sogenannte Rückwirkungsverbot.
    Dieses juristische Argument erscheint mir als Laien sehr schwer durchdringbar. Ich verstehe es immer noch nicht in Gänze. Das ist wohl auch der Grund, warum sich die Politik und alle Gegner der Aufhebung der Verjährungsfristen so gut dahinter verschanzen können.
    Zitat aus dem Artikel von Netzwerk B:
    „Das Rückwirkungsverbot ergibt sich aus dem Rechtsstaatsprinzip des Art. 103 Abs. 2 des Grundgesetzes sowie aus § 2 des Strafgesetzbuches. Das Rückwirkungsverbot bewirkt, dass ein Täter ausschließlich für Taten bestraft werden kann, welche zum Zeitpunkt der Begehung der Tat bereits den Tatbestand eines Strafgesetzes erfüllt haben.“
    und
    „Die (rückwirkende) Abschaffung von Verjährungsfristen bei sexueller Gewalt gegen Kinder lehnt die „Unabhängige Beauftragte“ Christine Bergmann mit der Begründung ab, dass sich die Täter/innen auf das Gesetz verlassen können sollen: ‚Nach dem Rechtsstaatsprinzip sollte man sich darauf verlassen dürfen, dass der Gesetzgeber an abgeschlossene Tatbestände keine ungünstigeren Folgen knüpft, als es zum Zeitpunkt der Vollendung dieser Tatbestände voraussehbar war (Rückwirkungsverbot).’ (Abschlussbericht vom 24.05.2011, S. 166)“
    Vielleicht könntet ihr die Wirkungsweise des Rückwirkungsverbotes noch mal an einem Beispiel erläutern? Nach meinem Verständnis soll die sexualisierte Gewalt als einmalige abgeschlossene Tat bewertet sein und unterläge damit dem sogenannten Rückwirkungsverbot? Oder hängt es damit zusammen, dass bestimmte sexualisierte Gewalt lediglich als Vergehen und nicht als Verbrechen gewertet wird?
    Ich glaube, dass die Aufklärung, Sichtbarmachung und damit auch die allgemeinverständliche Verbreitung der Unhaltbarkeit des Argumentes“Rückwirkungsverbot“ mit ein Schlüssel zum Erfolg im Kampf um die Aufhebung der Verjährungsfristen ist.
    Danke für Eure Arbeit!!!!!

  10. Helga schreibt am :

    Insbes., wenn der Inzest in der Familie geschah, ist dies nachhaltig im Leben, die jahrelange Abhängigkeit erdulden mussten. Dass ich 1985 in der Rheinklinik Bad Honnef in einer sog. „Familientherapie“ (8 Sitzungen) zu verstehen hatte, dass mein Vater (geb. 1922) von 16 Jährigen unsittlich berührt wurde – um eben nicht unterstützt zu werden, ihn anzuzeigen! Ich habe bis heute eben keine Freude an sex. Begegnungen!
    Ich wünsche euch weiterhin Erfolg! Dass die Verjährungsfrist fällt!!!

  11. Sarah Mohn schreibt am :

    Inzest heist doch, unter Familienangehörige, also Blutsverwandte ! Ansonsten wird der Begriff „Inzest“ gar nicht verwendet.

  12. Panos P schreibt am :

    @Anna M, @Doro, @hildegard,
    vielen Dank für Eure Zustimmung. Für mich als Betroffener ist das besonders wertvoll. Es fühlt sich an, als ob ich Verwandte getroffen habe.

    Leider leider kann auch durch die Aufhebung der Verjährungsfristen nur ein Teil des Grundvertrauens wiederhergestellt werden, das uns genommen wurde.

    Bei sexualisierter Gewalt, sind die gesamten Umstände, in denen sich das vollzogen hat, entscheidend: Alter, Ort, Mitwirkende, Erzählung, durch die die Taten gerechtfertigt wurden. Sie bestimmen inwieweit der/die Betroffene sich einem selbstbewussten Zustand des Handelns und Empfindens jemals wird nähern können.

    Das Alter ist wichtig, weil das Kind ja noch kein entwickeltes Selbst besitzt.
    Durch das Trauma werden viele Bereiche des Selbstempfindens betroffen. Wenn wir über Freiheit sprechen, dann gehört das Empfinden von Kontinuität (Zeitempfinden, es geht alles immer weiter) dazu und die Exekutivfunktion (ich kann aus eigenem Willen und Motivation handeln). Beides wird schwer und nachhaltig beschädigt.

    Es hat Auswirkungen bei bis zu 6-jährigen auf die Vernetzung und Funktion des Stammhirns. Das heißt, daß der Weg über eine rein kognitive Herangehensweise wie in der Verhaltens- und Analytischen Therapie nur beschränkt hilfreich ist und notgedrungen immer wieder zu Rückschlägen führt.

    Die Schäden sind nicht sichtbar. Sie bestimmen aber sicher das Leben des/der Betroffenen. Die Täter haben den Lebensweg und Leidensweg vorgeschrieben.

    Meinen Tätern war das in vollem Ausmaß bewusst. Ich weiß das, weil ich sie gehört habe, wie sie darüber gesprochen haben.

    Ich schreibe, das alles (wenn auch notgedrungen in sehr verkürzter Form), weil es mir wichtig ist, dass wir nicht der Illusion erliegen, die Aufhebung der Verjährungsfristen könne einen Rechtsfrieden wiederherstellen und den Betroffenen Genugtuung oder Linderung verschaffen.

    Sie ist wichtig für das Funktionieren der Gesellschaft, weil sie gezwungen wird, sich mit Grundfragen der Gerechtigkeit intensiver und genauer auseinanderzusetzen. Das wird weitreichende Folgen haben. Bei der katholischen Kirche wird sie dazu führen, dass sie viel sorgfältiger die Kinder aussuchen, die sie dieser Behandlung unterziehen. Der Fetisch, den sie mit der sexualisierten Gewalt an Kindern anbeten, ist ihnen zu wichtig, dass sie ganz davon ablassen werden. Das leitet sich nicht von ihren Worten, aber sehr gut von ihren Taten ab.

  13. rasch schreibt am :

    @ sarah
    fälschlicherweise wird aber dabei oft angenommen, es muss zwangsläufig auch ein kind entstehen…
    Inszest bezeichnet aber diese familiären dysfunktionen wo auf opfer der familie sexualisierte Gewalt ausgeübt wird durch Familienangehörige…

  14. Sarah Mohn schreibt am :

    @eben, daher sind auch alle fam. Betroffene Inzestopfer. Das muss man sich mal klar werden.
    Also eine Pandemie von Inzestbetroffene überschwemmt seit Jahrhunderten die Welt und kein Staat hält es für nötig, diese Pandemie vom Grundübel aus auszurotten. Obwohl Inzest in Deutschland strafbar ist. Merkwürdig, merkwürdig – dass hier bei betroffene Kinder eine unausgesprochene Ausnahemregelung gilt. Hier steht der Familienscheinwahn über alles andere. Da nimmt man gerne Inzest in Kauf, um sich Gelder wie Fremdunterbringung und Knastaufenthalte zu ersparen.

    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
    Je mehr ich über solche Dinge sinniere, desto mehr schäme ich mich fremd für unser scheinheiliges Land!!!

  15. mg21 schreibt am :

    hi
    hab hier einen interessanten Link zum Thema Verjährungsfristen bei Doktortiteln!!
    http://tagesschau.de/inland/schavan-interview100.html

    In der Promotionsordnung gibt es keine Verjährungsfrist. Da frage ich mich schon, warum man bei Gewalt gegen Kinder immer den sog. „Rechtsfrieden“ bemüht damit Erwachsene ihre Peiniger nicht anzeigen können aber beim Doktortitel muss man bis in aller Ewigkeit mit Sanktionen rechnen wenn man ohne Zitatangabe etwas übernimmt. Hmm wo bleibt denn da der „Rechtsfrieden“?

  16. hildegard schreibt am :

    Seit Canisius hat sich unser Blickfeld erweitert, das Rechtsempfinden ist verstärkt, die Aufmerksamkeit geweckt, das Tabu gebrochen worden, Menschen wurden sensibilisiert. Das ist nicht wenig gewesen …

    Dass Seelenmord-Kriminelle nach dem Künast-Bericht (Eva’s Link) auf der sicheren Seite von Verfassung und Justiz stehen ist Fakt, sollte uns aber nicht entmutigen. Denn Politiker haben einmal einen Eid aufs Grundgesetz geleistet: … „Schaden vom deutschen Volke abzuwenden“! Bleiben wir also dran, denn Abhängige im Land unterstehen weiter dieser fragwürdigen Rechtssicherheit – ganz besonders in FAMILIEN. Im Rechtsstaat sollen Kinder dort weiterhin Opfer bleiben?

    Die Sozialgesetzgebung wird sich um das Thema ‚Gerechtigkeit für Gewaltopfer‘ kümmern müssen. Für Prävention muss viel Geld in sehr viel mehr MENSCHlichkeit und in sehr gut ausgebildetes Personal investiert werden.
    FREIE Steuerabgaben für das Gemeinwohl können an die Stelle von Kirchensteuern verpflichtend[!], einkommensabhängig eingeführt werden.
    Wertevermittlung und Ethikunterricht gehören mit unbedingtem Vorrang endlich in alle Schuljahrgänge in Deutschland – Frankreich machte es auch gerade möglich! ‚Religion‘ gehört zur Allgemeinbildung und sollte (kontrolliert!) darin eingebunden werden.

    Ein krankes System kann von unten her erneuert werden.

  17. Manfred Kopp schreibt am :

    Guten Morgen ,
    ich als OPFER habe das Gefühl das mann alles Tod redet
    und nicht Handeln will!!
    Ich weis das ein Richter in Rheinland Pfalz selber Kinder Missbraucht hatte und das Verfahren wegen Formfehler gegen ihn und andere Hoch gestellte Täter eingestellt worden ist. Wie wollen wir Opfer dann glauben das Richter uns helfen das sollche Verbrechen nicht verjähren ???

  18. Savina schreibt am :

    Die Verjährungsfristen bedeuten meiner Meinung nach auch , dass es hierzulande verboten ist , sich den menschenverachtenden Sadisten gegenüber zur Wehr zu setzen , sich zu wehren. Es ist seit langem bekannt und von der Hirnforschung erwiesen, daß die hochgradigen Traumatisierungen in den betroffenen Kindern und Jugendlichen erst einmal einen inneren Abwehrmechanismus, um zu überleben !, bewirken, der dazu führt dass es in der Natur der Sache, der Traumatisierung, liegt, dass der
    Mensch einen zeitlichen Abstand zu den grausamen, an ihm – aus einem Abhängigkeitsverhältnis heraus – begangenen Taten benötigt, um die Taten „begreifen“ zu können, um aus der durch die Traumata bewirkten Sprachlosigkeit, aus der inneren und äußeren Erstarrung einen Weg finden zu können, der dann in fast immer erst viele Jahre später in das Darüber- Sprechen- Können führt, aber eben erst nach sehr langem! zeitlichen Abstand. Das weiß der Gesetzgeber sehr genau!. Deshalb sind die Verjährungsfristen meiner Meinung nach eine zusätzliche Verhöhnung aller Kinder und Jugendlichen, und der dann davon später betroffenen Erwachsenen, die in diesem „zivilisierten“ Deutschland von Sadisten gequält werden und wurden. „Deutschland misshandelt seine Kinder“http://www.amazon.de/Deutschland-misshandelt-Kinder-Michael-Tsokos/dp/3426786370/ref=sr_1_sc_1?ie=UTF8&qid=1454682165&sr=8-1-spell&keywords=Deutschlanfd+mi%C3%9Fhandelt+seine+Kinder – dieses Buch ist nur ein Beispiel für die grausame Realität, in der so viele Kinder und Jugendliche in Deutschland aufwachsen. Ich stelle diese grausame Realität auch in den in diesem Text richtig gut, und vor allem sehr klar, erklärten Zusammenghang von Herrschaft und Gewalt.:http://www.schluesseltexte.homepage.t-online.de/downloads/Herrschaft%20und%20Gewalt.pdf
    Und darüber hinaus erklärt auch dieser Text sehr viel.:http://www.dachau-institut.de/psychologie/traumatisierungen.html

  19. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    @Manfred Kopp:Mit Sicherheit hat die Justiz überhaupt kein Interesse den Betroffenen zu helfen.Das wissen die Täter.Und kommt der Täter von „ganz oben“ ist er vor Strafverfolgung praktisch 100 % geschützt!

  20. hildegard schreibt am :

    Dank für den Link, Savina! Die 9-seitige pdf kann ich wärmstens empfehlen – eine n.m.A. gelungene Menschheitsgeschichte mit guten Gründen zur Rücknahme der – für ein ganzes Gemeinwesen folgenschweren – Täterschutz-Verjährung!
    Die ‚Schlüsseltexte‘ von Birgit Sonnek könnten das Täterschutz-Programm eines inzwischen kinder-(?) und menschenfreundlicher gewordenen Staates mittel- bis langfristig zum Kippen bringen – – ganz optimistisch gesehen – aber realistisch wohl kaum – pessimistisch schon gar nicht …

    Ehrliche Politik könnte – und sollte! – schleunigst deren Verbreitung für Parlamentsmitglieder, Kirchen-, Erziehungs- und Betreuungspersonal als Pflichtlektüre anordnen. Quasi zu deren Erinnerung – es ist Allgemeinwissen! Die wiederum könnten als Multiplikator ‚Katalysator‘ für ihr Klientel spielen. Denn diese Gesellschaft braucht dringend Nachhilfe zum Überblick zwischen Herkunft und heutigen Missständen …

    Nicht „von ungefähr“ entstand unter uns rückblickend der Eindruck einer beabsichtigten Symbolpolitik.

    Wer wollte dem Eindruck ernsthaft widersprechen?

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