Mordfall Lena in Emden

05.04.2012: Radio DIE NEUE

Radio DIE NEUE 107.7 04.04.2012

Osnabrück – Im Mordfall Lena hat die Polizeidirektion Osnabrück ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Es richtet sich gegen mehrere Beamte der Polizeiinspektion Aurich-Wittmund. Dabei geht es um den Verdacht von Pflichtverletzungen bei den Ermittlungen gegen den 18 jährigen Tatverdächtigen. Der junge Mann hatte sich wegen pädophiler Neigungen im November 2011 selbst angezeigt. Eine angeordnete Hausdurchsuchung kam nie zustande.

Norbert Denef, vom Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt fordert ohnehin ein Umdenken bei Kinderpornografie:

„Genau da liegt das Problem, dass wir, bzw. die Politik, diesen Straftatbestand nicht ganz ernst nimmt oder viel, viel leichter nimmt als wenn jemand ein Auto anzündet. Wenn jemand Autos anzündet, was ja jetzt ganz aktuell ist, der bekommt sieben Jahre Haft und wenn jemand einem Kind sexualisierte Gewalt antut der bekommt in der Regel eine Bewährungsstrafe.“

Inzwischen ist bekannt geworden, dass der Emder Tatverdächtige bereits 2010 eine siebenjährige genötigt hat.

Mehr auf netzwerkB:

Fatale Folgen der bestehenden Rechtslage

 

25 Kommentare

  1. Jacqueline schreibt am :

    Das Mädchen, das als erste sex. missbraucht wurde, ist nun durch den Mord an dem Mädchen Lena, dem nach ihr vorgenommen versuchten Vergewaltigung einer Joggerin – zig mal retraumatisiert wurden, wohl nicht bewusst, aber sicher unbewusst, durch das Aufdecken der Versäumnisse vieler Menschen…
    Denn dem Mädchen wird nun soo suggeriert, dass es sich weder auf die Eltern, noch Polizei noch anderer Stellen verlassen kann und so wurde der Leidensweg durch Menschen, die NICHT BEWUSST mit dem Leid anderer umgehen, verlängert – oder einfach übersetzt durch menschliche Dummheit….

    Das sind Punkte, die ich als Betroffene sexualisierter Gewalt auch erlebt habe…

    Wenn das Aussen vermittelt, dass es KEINE kompetenten Anlaufsstellen für Opfer gibt und diese dann auch weiterhin im Stich lässt – unterstützt so das Täterspiel und so werden weitere Opfer …..

    Man müsste die Polizisten, so sensibilisieren, dass sie mal in Vorträgen von Betroffenen, aushalten müssten, durch Erzählen von Lebensgeschichten – über die nachhaltigen Folgen für sie, durch das Versagen vieler Stellen, das müsste Standard werden, bis sich das Bewusstsein dieser Stellen ändert, ebenso würde es einigen Politikern auch gut tun, so was auszuhalten, damit sie weniger auf Zeit schinden machen, genauso wie die Herren der Kirchen….

    Das Mädchen, die Joggerin werden nun lange brauchen, bis sie das verarbeitet haben und ich kann ihnen nur wünschen, dass doch wenige kompetente Menschen um sie sind…

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

    PS: Für die Familie von Lena muss das ALLES gerade ein grosser Alptraum sein.

  2. Doro schreibt am :

    Zitat Jacqueline:

    „Wenn das Aussen vermittelt, dass es KEINE kompetenten Anlaufsstellen für Opfer gibt und diese dann auch weiterhin im Stich lässt (…)“

    … dann vermittelt man dem kindlichen Opfer, dass all das, was ihm da widerfährt, „normal“ ist… Und Jahre später werden „Experten“ „feststellen“, dass Opfer sexualisierte Gewalt „normal“ finden.

  3. Eva schreibt am :

    Ich bin gespannt, wie die eventuellen Diziplinarstrafen aussehen werden und ob die Öffentlichkeit genau aufgeklärt wird.

    Ich habe irgenwie den Eindruck, dass häufig die Strafverfolgungsbehörden erst richtige umfangreiche Ermittlungen machen, wenn schlimmste Dinge wie Mord etc. passiert sind.
    „Nur“ Mißbrauch oder „nur“ Kinderpornografie ist anscheinend nicht genug. Das ist nur „Schmuddel“

    Meiner Meinung nach sollte alles über Pornografie verboten werden.

    Wann begreifen die Politik, die Behörden und die Justiz endlich, dass die seelischen Schäden auch sehr schlimm sind .

    Ich habe den Eindruck, dass die lebenlangen seelischen Schäden ( Seelenmord ) fast nie interessieren.

    Leider gibt es keine Initiativen von Therapeutenkammern und Ärztekammern , dass jede Form von sexueller Gewalt , die die „sehen“ gesammelt wird .

  4. Dagmar Brandt schreibt am :

    Hilferufe werden kaum oder zu spät oder gar nicht wahrgenommen

    In den 1980er Jahren bis 1992 lebte ich mit meiner Familie in Emden. Mein schulpflichtiger älterer Sohn hatte einen Mitschüler, dessen Eltern jugendamtsbekannt an Alkoholismus litten mit allen möglichen, auch gesundheitlichen, Konsequenzen für den Jungen. Das Emder Jugendamt beharrte darauf, dass ein Kind nun einmal am besten bei seiner Familie aufgehoben sei. Ob mit dieser Aussage auch eine Aussage über die Qualität von Kinderheimen in Ostfriesland gemacht wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Mein persönlicher Eindruck war, dass dem Jugendamt die akute Not des Kindes durch engagierte Dritte (Lehrer, andere Eltern, auch ein Pastor darunter) nicht zu vermitteln war.

    Jahrzehnte später wendet sich eine Familie mit einer ganz und gar anderen Problemlage an die Behörden, genauer an die Polizei – und stößt mit ihren Hilferufen vorsichtig ausgedrückt auf eine Mauer des Nichtverstehens. Nun hat dieses Nichtverstehen, sei es durch mangelhafte Aus- und Fortbildung der Beamten im Bereich von Sexualdeliketen, sei es durch personelle Unterbesetzung der Dienststellen mit einhergehender Überarbeitung des Personals, ein Kind das Leben gekostet.

    Ich hoffe sehr, dass alle an diesem Blog beteiligten Diskutanten publicityträchtigen Rufen nach Steuersenkungen eine Absage erteilen. Wir brauchen nicht nur bei der Polizei und in der Jugendhilfe Dienststellen mit einer besseren Ausstattung an gut geschultem Personal. Unsere Kinder sollten uns das wert sein.

  5. klaraklara schreibt am :

    @ Dagmar Brandt
    Die ausreichende Ausstattung in Jugendhilfe und Polizei sowie Ausbildungsstandards/Fortbildungen und entsprechende Gehälter – das kann ich alles nur unterschreiben.

    Aber es geht doch auch um etwas anderes.
    Ich meine Abwehrhaltungen, ob jetzt persönlich bei Mitarbeitern oder strutkturell in einer Institution verankert, indem zum Beispiel notwendige Schutzmaßnahmen gar nicht vorgesehen sind.

    Gerade an der von ihnen erzählten Geschichte wird es deutlich, wie sich eine Abwehrhaltung des Mitarbeiters zeigt und negativ fürs Kind auswirkt. Statt auf den Einzelfall zu schauen, kommt die Phrase, Kinder seien bei ihren Eltern am besten aufgehoben. Das Leid des Kindes wird nicht ernstgenommen. Statt dessen werden biologische Abstammung oder die formal bestehene Familie idealisiert.

    Es müsste also auch in vielen Institutionen und bei einzelnen Mitarbeitern ein Prozess beginnen, selbstkritisch anzuschauen, wie Abwehrhaltungen blind machen für das Leid von Gewaltopfern sowie für die Verschleierung von Gewalt und Missbrauch in Familien und Institutionen.

  6. rasch schreibt am :

    @ klaraklara
    Da hast du sicher Recht, die Mitarbeiter sollten von sich aus und auch vom Arbeitgeber dahingehend unterstützt werden in ihrer eigenen Entwicklung und in der fort-und Weiterbildung in Thematiken wie Traumaforschung, Psychologisches Wissen diesbezüglich und der psychischen Gewalt.

    Allerdings erfordert das die Einführung einer Anzeigenpflicht bei Jugendamt und Familienrichtern . Auch die Polizei muss dann mehr Handlungsfreiheit bekommen um bei psychischer Gewalt zu intervenieren.

  7. Martina schreibt am :

    Zu diesem Thema fällt mir eine Aussage einer befreundeten Jugendamtmitarbeiterin ein.
    Sie sagte missbrauchte Kinder würden in der Familie bleiben, weil sie in Heimen auch wieder missbraucht würden.

  8. Sarah Mohn schreibt am :

    „….missbrauchte Kinder würden in der Familie bleiben, weil sie in Heimen auch wieder missbraucht würden….“

    Wie praktisch!!! Gehts noch??? Warum setzt sich dann das Jugendamt nicht dafür ein, dass der Täter ins Knast kommt – dann können missbrauchte Kinder gerne in „ihrer Familie“ bleiben!!! Ich kann wirklich nur noch den Kopf schütteln über soviel Kaltschnäuzigkeit auf Kosten der betroffenen Kinder.
    Hier wäre für mich die Freundschaft zu jener besagten „Jugendmitarbeiterin“ fristlos gekündigt. Wer so denkt und handelt – und das auch noch als Jugendamtlerin, ist verantwortungslos und gehört im Grunde angezeigt wegen unterlassener Hilfeleistung.

    ich kann nur hoffen, ich habe diesen Kommentar falsch verstanden!!!

    entsetzte Grüße von Sarah Mohn

  9. Jacqueline schreibt am :

    Und aus Unwissenheit im Aussen, werden dann Menschen, die schon sexualisierte Gewalt erlebt haben, auch wieder retraumatisiert, weil die Menschen es verlernt haben, Achtung und Respekt vor dem Gegenüber zu haben, Grenzen der körperlichen Nähe oder Selbstbestimmung zu verletzen, bzw. zu übersteigen und es dann als „Lappalie“ darstellen wollen…
    Geschwächte Menschen werden so noch weiter geschwächt und Kinder, die davon noch nichts wissen, lernen vermeintlich, dass ERWACHSENE ALLES dürfen, weil es ja als normal angesehen wird und die Kinder so nie lernen, NEIN zu sagen…. weil die Erwachsenen, die diese Missachtungen tun, sich als Holter die Polter darstellen und noch weiter Kinder einschüchtern…

    Psychische, Seelische Grenzen werden nicht geachtet, bzw. die Reaktionen werden als empfindlich, als zu sensibel oder sonst was dargestellt, dass aber JEDE Seele früher oder später darauf reagiert ist den Tätermenschen, bzw. Holzfällermentalitäten schlicht weg nicht bewusst und sie sind auch nicht bereit da was zu ändern…

    Die Seele hat in der Gesellschaft einen schlechten Stand, auch dass Grenzüberschreitungen subtil geschehen und dass es dann von einem nach aussen vermeintlich harmlosen Uebergriff nicht weit ist, bis zur sexualisierter Gewalt.

    Aufklärung tut not! In jeglicher Form.

    Und es hat auch damit zu tun, dass eben mangelnder Respekt und Achtung vor dem Gegenüber „Tätermenschen“ dann eben übergriffig werden lässt. Und die Gesellschaft verlernt hat, dass solche Ueberschreitungen nicht toleriert werden, sondern eben da nachlässig, fahrlässig geworden sind….

    Und so deuten, bewerten Polizisten, Jugendamtsmitarbeiter, Erzieher vieles falsch, weil sie nachlässig in kleinenDingen geworden sind und Kindern, die schon früh Grenzüberschreitungen erlebt haben, zeigen, dass sie sich um vermeintliche Lappalien nicht kümmern…. falsches Bild – Opferpersönlichkeit verstärkt und so weiter geschwächt…
    Dabei klar falsche Signale gegeben im Aussen und so Kinder verwirrt und geschwächt – und Erwachsenen ZUVIEL falsche Macht gegegeben…

    Ich wollte und bin nie in eine Klinik gegangen, weil ich spürte, dass man da schnell retraumatsiert wird, passiert es ist es mir dann im aussen genauso so in einem Behindertenverein (für Schwerhörige durch einen Mitarbeiter des Vereins – der eine Grenze überschritt bei einer Feierlichkeit) und am Arbeitsplatz für Behinderte (geschützter Arbeitsplatz – der Vorgesetzte war nicht ausgebildet)…

    Passieren kann das also überall, wo Menschen eine Holzfällermentalität der Macht haben….
    Und als Opferbetroffene hat man dann die Aufgabe, die man sonst in der Entwicklung so gelernt hat, nachzulernen und GRENZEN zu setzen und die „Täter“ zur Rechenschaft zu bringen, damit diese ihr Verhalten ändern.
    Also das Machtspiel umzukehren und zu zeigen so nicht und die Macht und Kraft für sich zurückzuholen…
    Das sind Grundrechte, die lernen aber Kinder nimmer richtig und Erwachsene, die das nicht gelernt haben, lernen es dann unter erschwerten, schmerzhaften Bedingungen…

    Im subtilen krankt die Gesellschaft, was dann schnell mal ausarten kann und sehr gefährlich wird…..
    Und in der Kirche, sprich katholischen Kirche werden ja Frauen abgewertet und Kindern beigebracht, dass man sich nicht so anstellen soll, weil der Priester oder so schon weiss, was er darf und was nicht und so falsche Umgangsformen gelehrt, sprich vermittelt werden (Priester darf alles….)… und Priester tun die Seelenpein auch als Lappalie ab… – falsch vermitteltes Denken der katholischen Theologie und so bereit für Grenzüberschreitungen jeglicher Art….

    Das muss sich ändern… nachhaltig…

    Ostergedanken von mir…

    Herzliche Grüsse und frohe Ostertage allen hier

    Jacqueline

    „DENN DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNTASTBAR!“ Was viele noch gar nicht verstanden haben, denn die Würde betrifft die SEELE; die SELBSTBESTIMMUNG über den eigenen KÖRPER und die eigene BEFINDLICHKEIT… schon im KLEINEN und GESTEN

  10. Martina schreibt am :

    Sahra du hast den Kommentar richtig verstanden.
    Genaugenommen wurde mir von dieser damals noch befreundeten Dame vorübergehend ein Mädchen vermittelt, das angeblich zuhause Probleme hatte. Sie tat auch immer so wie wenn das Mädchen so schlimm wäre
    Später erfuhr ich erst was da mit dem Vater vorging. Er wurde auch nicht angezeigt und alle haben vor ihm gekuscht.
    Es ist auch eine Tatik vom Jugendamt und der Polizei, dass sie andererseits drohen die Kinder würden sofort in ein Heim kommen. Ich hab das persönlich erlebt.Da haben Mütter natürlich oft Angst und schweigen.
    Wenn man diesen Filz erst einmal durchschaut hat, da wird einem richtig übel. Die Behörden arbeiten mit allen Mitteln um die Täter zu schützen.
    Ich selbst bin ratlos was man tun kann, weil eine Mutter ohne Hilfe der Behörden es selten schafft die Kinder zu schützen.

  11. S. schreibt am :

    In diesem Fall ist sicherlich Einiges ganz dramatisch falsch gelaufen – keine Frage.
    Und dennoch: es ist immer leicht als außen stehender zu beurteilen und verurteilen, was Mitarbeiter in verantwortungsvollen Positionen bei Polizei oder Jugendamt falsch machen, wenn man selbst keine Kenntnisse von den rechtlichen Möglichkeiten, Verfahrensabläufen und Arbeitsbedingungen hat.
    Die Halbinformationen in der Presse geben ein stark vereinfachtes und verzerrtes Bild wieder, passt auf, wen ihr wofür verurteilt, wenn ihr nichts Genaues über den Fall wisst.
    Ich arbeite seit etwa 10 Jahren in einem Jugendamt. Macht den Job mal bitte selbst, bevor ihr pauschale Urteile abgebt.
    Die vielen guten Dinge, die ein Jugendamt für Familien leistet, interessieren die Leser gewisser Zeitungen leider nicht, deshalb bekommt davon auch niemand etwas mit.

  12. Simone schreibt am :

    @ S. welche guten Dinge leistet denn ein Jugendamt? Ich kenne nur schlechte Dinge, die sich Jugendämter leisten.Z.Bsp. die Unterstützung der Interessen von Pädokriminellen, Zerstörung von Familien durch ungerechtfertigten Kindesentzug , andererseits Untätigkeit bei akuter Kindeswohlgefährdung – trauriges Beispiel : Chantal aus Hamburg.

  13. klaraklara schreibt am :

    @ S.
    Ich glaube Ihnen, dass Sie einen anspruchsvollen Job leisten und auch Positives bewirken. Das Argument, wir sollten den Job erst mal selbst machen, bevor wir kritisieren, kann ich allerdings nicht stehen lassen. Denn die selbst erfahrene Traumatisierung kann es erheblich erschweren, an einem Arbeitsplatz zu arbeiten, an dem man sich mit Misshandlung von Kindern auseinandersetzen muss. Die Sensibilisierung für die Not der betroffenen Kinder kann allerdings umso größer sein. Wir werden nicht aufgeben, Mißstände jeglicher Art und auf allen Ebenen anzuprangern, bis alle notwendigen Veränderungen stattfanden.

    Auch Mißstände im Bereich der äußeren Strukturen („Möglichkeiten, Verfahrensabläufe und Arbeitsbedingungen“) müssen thematisiert werden. Worin genau bestehen in Jugendämtern die Strukturen, die die Aufklärung und Verhütung von Gewalt und ihre Ersetzung durch eindeutig die Entwicklung fördernden Bedingungen verhindern? Wer hat entsprechende Gesetze und Verträge unterzeichnet? Über entsprechende Aufklärung wären dieses Forum und NetzwerkB sicherlich dankbar.

    Ich bleibe dabei, dass es mit der Abwehrhaltung von Menschen zu tun hat, was hier zum Beispiel Martina berichtet, oder wenn, wie oben Dagmar Brandt schrieb, in einem Jugendamt pauschal gesagt wird, ein Kind sei bei seiner Familie am besten aufgehoben. Die hinter solchen Äußerungen stehende Geisteshaltung kennt man doch aus unzähligen privaten Situationen, in denen das Verhalten der älteren Generation beschwichtigend dargestellt wird, weil es doch „die Eltern“ sind. Ich verlange von Mitarbeitern in Jugendämtern, dass sie sich mit dieser Einstellung kritisch auseinandersetzen und dabei auch die eigene Herkunft und psychologische Prägung nicht ausnehmen. Dass sollte natürlich auch Thema von Aus- und Fortbildung sein, und es ist absolut verständlich, wenn Mitarbeiter der Jugendämter zu Beginn ihrer Karriere noch sehr von gesellschaftlich vorherrschenden Denkweisen geprägt sind.

    Natürlich müssen Mitarbeiter von Jugendamt und Polizei sich diesen Schuh nicht als einzige anziehn. Ausgerechnet der Gründer eines Kinderschutzzentrums (vermutlich des Berliner Zentrums), Prof. Dr. Reinhardt Wolff, hatte den Slogan vom „Missbrauch des Missbrauches“ geprägt – der sicherlich gut geeignet war, bei Mitarbeitern von Jugendämtern wieder die Scheuklappen vor der Wahrnehmung von sexuellem Missbrauch zu verstärken. Und besagter Wolff hat auch ein Konzept der Familientherapie nach sexuellem Misssbrauch propagiert, in dem der Täter in der Familie bleibt und in einer Familientherapie wieder die „Normen einer desexualisierten Kindheit“ aufgerichtet werden sollen (nachzulesen auf der Webseite von Alice Schwarzer: Sexueller Missbrauch. Die frühe Brechung).

  14. Simone schreibt am :

    @klaraklara, der Hr.Wolff spricht für die Täter und hat seine „Therapie“ für Täter geschaffen. Die perversen Pädophilen sollen in der Familie bleiben, dort können sie jederzeit die Kinder weiter missbrauchen.Prima für die Täter. Was soll das Gerede von diesem „Dr.“, das ist doch absurd.

  15. Bärbel schreibt am :

    @Simone,
    es gibt auch gute Mitarbeiter bei Jugendämtern,ebenso bei Gerichten,ich versuche nicht zu pauschalisieren,
    dank eines Richters,ist meine behinderte Tochter wieder bei mir,es gibt auch gute Eltern ,die verleumdet werden—-
    D ist Spitzenreiter bei Inobhutnahme,
    das Wohl der Kinder ist stets vorrangig,eine Herausnahme aus den Familien sollte stets der letzte Weg sein,
    eine kindgerechte Welt würde vieles bringen…..
    es müsste endlich ausreichendes Fachpersonal in sozialen Einrichtungen und Ämtern arbeiten,zum Wohle der kinder,
    ach vielleicht träume ich nur davon,

  16. klaraklara schreibt am :

    @ Simone
    über meine Einschüchterung, da er „wissenschaftliche Autorität“ ist, komme ich langsam hinweg.
    Ich finde es wichtig sich klarzumachen, dass solche Theorien an einer für die Forschung, Praxis und vermutlich auch Lehre maßgeblichen Stelle vertreten werden.

  17. Simone schreibt am :

    @Bärbel, was die Jugendämter angeht, pauschalisiere ich nicht. Es sind die negativen Erfahrungen, die andere und auch ich mit solchen Ämtern und deren Mitarbeitern machen mußten.

  18. Simone schreibt am :

    @klaraklara, von so einem Pseudo-Professor und seinen abstrusen Thesen sollte sich niemand einschüchtern lassen.

  19. Anna M. schreibt am :

    @Simone
    Leider hat der Mann großen Einfluß auf die Meinungsbildung…
    Er ist so weit ich weiß auch mitverantwortlich für die Initiative „Hilfe statt Strafe“, die die konsequente Anwendung des Gesetzes zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung ausbremst.
    Siehe auch hier den Abschnitt Widersprüchlichkeit in der Gesetzgebung:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kindesmisshandlung

  20. rasch schreibt am :

    Darf ja wohl nicht wahr sein!!!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Reinhart_Wolff

    zitat aus dem link:
    Alice Schwarzer wirft ihm vor, dass er zu einem „Netz von Wissenschaftlern“ gehört, „die die ‚Kinderliebe‘ verharmlosen, ja propagieren“[2].

    Wo leben wir??

  21. Martina schreibt am :

    Das Problem sehe ich darin dass sex. Missbrauch zwar vom Gesetzgeber als Straftat angesehen ist, aber nicht so geandet wird , wie andere Straftaten, z. B. Eigentumsdelikte.
    Meiner Meinung nach hat das Jugendamt nicht das Recht bei solchen Straftaten sich zum Hüter der Gesetze zu ernennen.
    Wenn dem Jugendamt nun eindeutige Hinweise auf sex. Missbrauch vorliegen und den Täter nicht anzeigt, wäre das nicht das decken einer schweren Straftat?

  22. Simone schreibt am :

    @Martina, ich sehe das auch so, dass JA-Mitarbeiter dann eine schwere Straftat decken. Das geschieht in Deutschland leider oft und JA-Mitarbeiter können anscheinend in Deutschland tun und lassen was sie wollen, ohne zur Verantwortung gezogen zu werden.

  23. Simone schreibt am :

    Der Hr.Wolff paßt sehr gut zu den pädokriminellen Pädagogen der Odenwaldschule. Dieser Pädophile hat sogar das Bundesverdienstkreuz erhalten.

  24. rasch schreibt am :

    ja…ich habe keine vorstellung wer noch so alles den weg von einem entarteten Verschmelzungstrieb mit gier nach der Symbiose über das Bundsesverdienstkreuz gemacht hat um am Ende als „Mythos“ in den Himmel gehoben zu werden von unserer emotional blind infizierten Gesellschaft!

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