Dass sie mich wieder zu packen kriegen

18.04.2012

Frankfurter Allgemeine 14.04.2012

Missbrauchsskandal in den Niederlanden

Späte Enthüllung: Das düstere Bild katholischer Missbrauchsfälle in den Niederlanden wird nun um Fälle von Zwangskastrationen erweitert. Sogar ein ehemaliger Ministerpräsident gerät dabei ins Visier.

Von Dirk Schümer

Zehntausende Opfer, so eine unabhängige Untersuchungskommission, habe der Missbrauch von Kindern in den Niederlanden gefordert; Tausende Kinder seien vergewaltigt worden, und die kirchliche Hierarchie habe Täter systematisch geschützt und die Reputation der Kirche über das Leid der Opfer gestellt. Als wären die Folgerungen der „Deetman-Kommission“, geleitet von einem protestantischen Politiker, für Hollands Katholizismus noch nicht vernichtend genug, gerät nun ein weiterer furchtbarer Aspekt katholischer Sexualpolitik ins Gesichtsfeld: Zeitzeugen melden den Fall eines jungen Mannes, der in den fünfziger Jahren seine sexuelle Ausbeutung in einem katholischen Heim bei der Polizei anzeigte, danach in eine katholische Klinik eingewiesen und schließlich als Minderjähriger kastriert wurde. Die Begründung damals: Der Junge habe als perverser Homosexueller die Patres verführt.

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9 Kommentare

  1. Der Junge habe als perverser Homosexueller die Patres verführt?

    AHA die Bank hat den Räuber zum Raub verführt, “ die armen Patres“
    es ist bekannt das Seelenmörder über eine verdreht Wahrnehmung verfügen! Das aber ein Opfer auch noch abgestraft und verstümmelt wurde, mitten im zivilisierten Europa bleibt ein Fiasko. In den Medien des Vatikans wird weiter geschwiegen und der Papst spricht bei seiner letzten Osteranpsrache von “ MEHR GERECHTIKEIT“ für wen denn, soll diese Gerechtigkeit Gültigkeit haben? Weltweite Schlagzeilen und Phrasen helfen uns Opfern wenig .

    Wehrt euch Survivor eure Meinung “ Sagt Sie LAUT“!

    Pia Survivor

  2. Elisabeth Schmidt schreibt am :

    Diese menschenverachtende Paxis der katholischen Kirche ist grenzenüberschreitend in allen Ländern der Welt zu finden. Davor ist kein Land sicher. Es ist eine Schande für die Kirche, was da hinter ihren Türen geschah und immer noch geschieht.

  3. Eva schreibt am :

    Man sollte nie vergessen, dass die Päpste teilweise mächiger und reicher als Kaiser waren und die Kirche gibt es immer noch.

  4. Eike schreibt am :

    Hier wurden wieder die Opfer zum Täter gemacht und die Täter zu „hilflosen“ Opfern, die sich angeblich gegen Kinder nicht wehren konnten.
    Es ist unfassbar und so grausam, was diesen Kindern und Jugendlichen angetan wurden.
    Ich bin der Meinung, dass man alle Namen der Beteiligten veröffentlich sollte. Nicht nur die Namen der Patres und der Politiker, auch alle andere Namen wie z.B. den Namen der Klinik und der Ärzte, die diese Diagnosen gestellt haben und die Kastration durchgeführt haben sowie die Namen der Polizisten, die den gesamten persönlichen Besitz und seine Prozessunterlagen noch seinen Todestag vernichteten.

  5. Jacqueline schreibt am :

    Heute abend läuft eine Doku über Papst B. auf Bayern.
    Zwischendurch habe ich das von den Niederlanden mitbekommen bei heute im ZDF.
    Ich bin gerade erschüttert! Erinnert mich an die Praxis aus der Schweiz als junge Frauen, vielleicht auch Männer in der Schweiz auch zwangsterilisiert wurden, weil sie angeblich debil etc. waren, dabei waren sie normal! Es kam mal ein Bericht darüber auf ZDF History zu den MedizinSkandalen…
    Ich denke die Jahrzehnte 1950 bis knapp ins neue Jahrtausend waren grenzwertig und abscheulich!
    Ich habe ja selbst ab den 70-er Jahren auch einges davon abbekommen…

    Aber Opfer zum Täter abzustempeln ist dermassen schrecklich, dass ich denke, dass nun sich noch mehr von der Kirche abwenden werden….

    Und noch immer kommen die Entschuldigungen und Worte der Kirchenverantwortlichen über die Sprecher als heuchlerisch und irgendwie unglaubwürdig rüber! Denke, dass der Vatikan wohl davon wusste, lieber wartete bis es von den Medien oder Betroffenen aufgedeckt wurde, statt dass sie schon längst VERANTWORTUNG in jeglicher Form übernommen hätten. Dies wird wohl IMMER ein frommer Wunsch bleiben.
    Da die Kirche, sprich Vatikan zu mächtig ist, vermeintlich…

    Ich danke sehr, dass dieses Thema hier auch behandelt wird!

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

  6. Jacqueline schreibt am :

    Habt Ihr gewusst dass auf der deutschen Seite des Vaticans KEIN KontaktLink zu finden ist?
    Dass beim Thema „Missbrauch“, man von den Dokumenten erschlagen wird, da diese SEHR trocken, KALT und wie Gesetzestexte rüberkommen? Dass diese wie „Rechtfertigungen“ rüberkommen und nicht wie eine HILFE für Betroffene?

    Dass sich der Vatican nach wie vor selber feiert….

    Lange suchte ich nach dem Link Kontakt und fand ihn nicht….

    Ach übrigens zum Thema „Niederlanden“ fand ich auch nix…

    Danke Euch fürs Teilhaben…

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

  7. Hubert schreibt am :

    ich bin sprachlos.
    Ich dachte immer, sowas gabs nur im Mittelalter.

  8. klaraklara schreibt am :

    @ Hubert
    Ich möchte fast eine Triggerwarnung hinschreiben, aber wer hier liest, muss ja mit allem rechnen.
    In den fünfzigern war ja das Mittelalter lange vorbei, aber dafür hatte es gerade die Nazis gegeben. Und in den USA waren ungefähr von Mitte der dreißer bis in die fünfziger Jahre Lobotomien durchgeführt worden, zeitweise im Massenverfahren. Also Operationen am Gehirn ohne irgendeinen neurologischen Befund, sondern es wurden an einer bestimmten Stelle Nerfenbahnen durchgetrennt. Diese Nerfenbahnen waren so ungefähr zuständig für die Selbstkontrolle, sichlich noch für viel mehr, aber genauer als ich haben sie damals auch nicht verstanden, was sie da anrichteten. Mit der Behauptung, an der betreffenden Stelle im Gehirn würde die psychische Krankheit verursacht. Die Durchführung dieser Operationen wurde über die Jahre immer gröber. Ein Psychiater hat sich als Gandhi inszeniert (sah wirklich sexy aus in seinem ärmellosen Operateurs-Outfit) und behauptete, die in den psychiatrischen Anstalten verelendenden, armen psychisch Kranken zu retten. Einige Jahre lang berichteten Zeitungen begeistert und er bemam einen Preis, (Nobelpreis?).

    Irgendwann ca Ende der fünfziger Jahre hat man diesem Psychiater endlich die Heilerlaubnis entzogen. Er reiste noch durchs Land und suchte seine ehemaligen Opfer auf, damit sie ihm erzählen würden, wie gut seine Operation getan hatte.

  9. hallo,
    wäre ich Gott-würde ich die katholische Kirche sofort liquidieren

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