Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern angestiegen – Merk fordert längere Verjährungsfrist

15.05.2012

WELT ONLINE 14.05.2012

Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern angestiegen

12.444 Fälle sexuellen Missbrauchs an Kindern registrierte die Polizei im vergangenen Jahr. Das ist ein Anstieg von 4,9 Prozent. Die Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle dürfte noch höher sein. Von Martin Lutz

Die Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern haben laut der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) für das Jahr 2011, die „Welt Online“ vorliegt, erneut zugenommen. Die Zahl erhöhte sich um 4,9 Prozent auf 12.444 von der Polizei erfasste Taten.

In diesem Deliktsbereich muss allerdings nach wie vor von einem hohen Dunkelfeld nicht gemeldeter Fälle ausgegangen werden.  Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) will das 67-Seiten-Dossier am Mittwoch vorstellen.

Außerdem nahmen der Besitz und die Beschaffung von Kinderpornografie dramatisch zu (plus 23,3 Prozent auf 3896 Fälle). Eine Abnahme wurde hingegen bei der Verbreitung pornografischer Schriften registriert (minus 0,6 Prozent auf 8724 Fälle). Und die Verbreitung pornografischer Schriften über das Internet ging um 2,1 Prozent auf 5168 Fälle zurück.

Merk fordert längere Verjährungsfrist

Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) forderte wegen des Anstiegs eine schnelle Gesetzesverschärfung. Die Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch solle von 10 beziehungsweise 20 auf 30 Jahre verlängert werden, betonte Merk.
Außerdem will Merk die Verjährungsfrist auf andere Art und Weise verlängern: Schon bisher werden den Tätern bei Kindesmissbrauch die Jahre bis zur Volljährigkeit ihrer Opfer nicht für die Verjährung angerechnet. Merk will das noch einmal um drei Jahre bis zum 21. Geburtstag der Opfer verlängern.
„Es gibt Fälle, die zeigen, dass Opfer sexuellen Missbrauchs den Ablauf der Taten selbst nach Jahrzehnten noch minutiös schildern können“, sagte Merk. „So sehr hat sich das erlebte Martyrium in ihren Kopf eingebrannt. Wenn die Opfer ein Leben lang leiden, dann dürfen sich die Täter nicht schon nach relativ kurzer Zeit in Sicherheit wiegen können.“

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2 Kommentare

  1. rasch schreibt am :

    Kopierter satz aus der statistik:
    „Besonders auffällig sind mit einem Zuwachs von 5,5 Prozent (12.197 Fälle) die ansteigenden Fallzahlen beim Ausspähen und Abfangen von Daten einschließlich der „Vorbereitungshandlungen“.

    Zwar ging es hier überwiegend um Betrugsdelikte,hierunter vor allem warenbetrug….

    aber jezze setzt das mal um!!!

    Auch Menschen werden so ausspioniert in chats….foren….Wohnungssucheanzeigen….und ..und ..und.
    Wir leben in dem zeitalter wo Täter die Spielwiese internet genau dafür nutzen können um an neue Opfer (für was auch immer) kommen zu können!!!

    Die vorratsdatenspeicherung MUSS her!!! Sagt es laut!!!

  2. Nele schreibt am :

    „Die Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle dürfte noch höher sein.“
    Aber nicht nur die, sondern auch sehr frühe (sexuelle)Gewalt, die nicht erinnert werden kann
    taucht nicht auf.

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