Pressemeldung – Richtigstellung

15.05.2012

Pressemeldung – Richtigstellung 15.05.2012

Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung hat keinen Maßnahmenkatalog zur Prävention von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche aufgestellt

Berlin, 15.05.2012. In den letzten Tagen wurde auf Grund einer Meldung in der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) vom 12.05.2012 („Keine Facebook-Kontakte zwischen Lehrern und Schülern“) bundesweit darüber berichtet, dass der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, einen konkreten Maßnah- menkatalog zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt erstellt habe, der jetzt Gegenstand von Vereinbarungen mit rund 20 Dachorganisationen sei.

Richtigstellung:

1. In den bereits geschlossenen Vereinbarungen zur Umsetzung der Empfehlungen des Run- den Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ zwischen dem Unabhängigen Beauftragten und den Dachorganisationen verpflichten sich die Unterzeichnenden, innerhalb ihrer jeweiligen Organisationsstruktur von der Bundesebene bis auf die konkrete Ebene vor Ort Verbindlich- keit für die Umsetzung und Anwendung von Schutzkonzepten herzustellen. Dazu bedarf es im Hinblick auf die jeweils unterschiedlichen Organisationsstrukturen weiterer Entscheidungen und Beschlussfassungen der vielfältigen Untergliederungen der Dachorganisationen.

2. Die Vereinbarungen mit Dachorganisationen enthalten keinen konkreten Maßnahmenkata- log. Ziel der Vereinbarungen ist es, dass Einrichtungen vor Ort, unterstützt durch die Dachor- ganisationen, konkrete Maßnahmen (z.B. ein Verhaltenskodex, Risikoanalyse, Fortbildungen für die Fachkräfte oder ein Notfallplan bei Vorliegen eines Verdachts) selbst entwickeln und anwenden.

3. Die Dachorganisationen erklären außerdem ihre konkrete Unterstützung des Unabhängigen Beauftragten bei der Durchführung von zwei bundesweiten Befragungen zu Schutzkonzepten in Einrichtungen, die in den Jahren 2012 und 2013 durchführt werden sollen.

4. Der Unabhängige Beauftragte plädiert nicht für ein pauschales Facebook-Verbot zwischen Lehrern und Schülern. Im Hinblick auf die gebotene Trennung von privaten und dienstlichen Kontakten sollten Lehrer jedoch Freundschaftsanfragen von Ihnen anvertrauten jungen Menschen grundsätzlich ablehnen.

Erste Vereinbarungen wurden bereits mit dem DOSB, dem AWO Bundesverband e.V. und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband unterzeichnet. Sie finden die Vereinbarungen unter www.beauftragter-missbrauch.de im Download-Bereich.

Pressemeldung…

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3 Kommentare

  1. Prospero2011 schreibt am :

    Diese Modifizierung kann doch überhaupt nicht mehr überraschen –
    2,3 Jahre unserer „plappernden Elite“ wieder einmal sinnlos (allerdings nicht für die Täterorganisationen) beim RuTisexMiss vertan…

    Die Luft in den Medien raus, die verantwortlichen Minister spüren die Lähmung und verharren im Nichtstun, da der Druck immer mehr raus ist

    und die Opfer/ Überlebenden/ Betroffenen fühlen sich wohl erneut im
    Stich gelassen….eigentlich hätte der Umgang mit den Heimkindern schon eine frühzeitige Warnung gewesen sein müssen….

    Abgesehen von hier wird nur noch in trier von MissBiT / schafsbrief das Thema am Köcheln gehalten.

    Traurig.

  2. Doro schreibt am :

    „Prävention ist eine GESAMTGESELLSCHAFTLICHE AUFGABE, an deren Kreislauf alle – Erziehungsberechtigte, pädagogische Fachkräfte sowie Kinder und Jugendliche – mitarbeiten MÜSSEN, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.

    Die Entwicklung und Umsetzung von Präventionsstrategien SETZT in JEDER Institution, in JEDEM Elternhaus, für JEDEN Einzelnen einen PROZESS DER AUSEINANDERSETZUNG VORAUS. Die Initiative „Schützt endlich unsere Kinder!“ bietet mit umfassenden, kostenlosen Arbeitsmaterialien Institutionen und Eltern umfassende Handlungskonzepte zur Prävention, um der Problematik von (sexueller) Gewalt, die über das Internet ausgeübt wird, angemessen begegnen zu können. (…)

    Ziel: Kinder und Jugendliche über die Vorteile und Risiken der digitalen Medien und des Internets zu informieren, UM EINEN RICHTIGEN UMGANG NACHHALTIG ZU FÖRDERN. Das soll erreicht werden, indem vor allem auch das erwachsene Umfeld von Kindern und Jugendlichen über Risiken und Chancen der Online-Welt in Bezug auf sexualisierte Gewalt aufgeklärt wird. KINDER UND JUGENDLICHE BRAUCHEN AUFGEKLÄRTE ANSPRECHPARTNER, AN DIE SIE SICH WENDEN KÖNNEN.“

    (Quelle: http://schuetzt-endlich-unsere-kinder.de/home.html, Hervorhebungen durch mich)

    „SETZT in JEDER Institution, in JEDEM Elternhaus, für JEDEN Einzelnen einen PROZESS DER AUSEINANDERSETZUNG VORAUS“!!!

    „EINEN RICHTIGEN UMGANG MIT DEM INTERNET NACHHALTIG FÖRDERN“ – vielleicht eine bessere Idee, als verbieten.

  3. hildegard schreibt am :

    Sollen ernsthaft die unter besagtem Missbrauchsverdacht stehenden Institutionen selber ihre eigenen „Schutzmaßnahmen“ für heutige und künftige Kinder erfinden?

    Wie soll offener Umgang von Lehrern und Schülern funktionieren, wenn wirklich wichtige und wertvolle Beiträge zur Bindungsstärkung von SchülerInnen verboten würden?
    Wo bliebe Würde, wo Freiheit anerkannter und angehender Bürger?

    Sollen für not-wendige persönliche Einsätze von Lehrkräften jetzt etwa Ausnahme-Regelungen erteilt werden, die dann unter den Augen der Sittenpolizei stattfinden?

    VERBOTE? – haben die je gesellschaftliche Besserungen gebracht?
    NEIN! – bestenfalls Opium fürs Volk.

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