Diskussion um Facebook: Verbände stellen sich gegen Verbot für Lehrer

16.05.2012

news4teachers.de, 16.05.2012

DÜSSELDORF. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, hat sich gegen einen Kodex ausgesprochen, der Lehrern den Umgang mit Schülern über soziale Netzwerke verbietet. “Damit würde die Lehrerschaft unter einen Generalverdacht gestellt. Bei jedem Kontakt über Facebook würde dann sofort ein Missbrauchshintergrund angenommen”, sagte er in einem Gespräch mit News4teachers. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, stellte nach öffentlichem Druck derweil klar, dass es auch künftig den Verbänden und Schulen überlassen bleiben soll, wie sie mit Facebook umgingen.

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Ein Kommentar

  1. Doro schreibt am :

    „Von den Feministinnen werden jetzt alle Männer unter Generalverdacht gestellt!“ lautete einst der empörte Aufschrei, als die erste Veröffentlichungswelle des massenhaften sexuellen Missbrauchs an Kindern in Deutschland in den frühen 1980er Jahren durchs Land lief.

    Es war nur eine Frage der (kurzer) Zeit, wann die Berufsverbände und Institutionen auf die (offensichtlich falsche) manipulativ-reißerische Headline vom „Facebook-Verbot“ reagieren. Zitat: „Die Lehrerverbände halten ein Facebook-Verbot für überzogen“ – NOCH nennen sie es nicht „hysterisch“.

    Interessant auch diese Darstellung:

    Zitat: „Rörig betonte nun, dass es den einzelnen Institutionen obliege, konkrete Maßnahmen wie einen Verhaltenskodex zu entwickeln. Es würde lediglich mit ihnen vereinbart, dass sie sich des Themas sexueller Missbrauch annähmen.“

    TATSÄCHLICH haben sich die am so genannten Runden Tisch sexueller Kindesmissbrauch beteiligten Institutionen und Dachorganisationen SELBST VERPFLICHTET, „innerhalb ihrer jeweiligen Organisationsstruktur von der Bundesebene bis auf die konkrete Ebene vor Ort VERBINDLICHKEIT für die Umsetzung und Anwendung von Schutzkonzepten HERZUSTELLEN“. (Quelle: Unabhängiger Beauftragter, Hervorhebungen durch mich)

    Hier ist also schön zu beobachten, wie eine VERBINDLICHE SELBSTVERPFLICHTUNG zur Umsetzung und Anwendung von Schutzkonzepten, Fortbildung usw. Stück für Stück zurückgenommen („sich des Themas annehmen“), umgebogen („Forderungen des Missbrauchsbeauftragten“) und abgeschwächt („lediglich vereinbart“) wird. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?

    Mittels Sprache wird hier die Öffentlichkeit ebenso wie die Informationen manipuliert.

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