Ackermann warnt vor pauschaler Vorverurteilung Pädophiler

18.05.2012

Focus 18.05.2012

Ackermann will Umgang mit Pädophilen überdenken

Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, will neu über den Umgang mit pädophilen Priestern nachdenken. Er forderte, die Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch durch Pfarrer zu überarbeiten….

…Die Diskussion um Missbrauchsfälle durch Geistliche trete im Moment generell in eine neue Phase ein. Bislang sei der Fokus ganz auf den Umgang mit den Opfern gerichtet gewesen, jetzt gerate der Umgang mit den Tätern in den Fokus.

Zugleich warnte Ackermann vor einer pauschalen Vorverurteilung aller Pädophilen. „Die Öffentlichkeit sagt, das sind Kinderschänder. Da gibt es nur eine Kategorie, die sind alle krank. Und da muss ich sagen, als jemand, der die einzelnen Personen kennt: Das ist nicht der Fall. Da muss man – was die Gefährlichkeit angeht – nochmal unterscheiden.“

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14 Kommentare

  1. Elke B schreibt am :

    Es ist einfach nur abscheulich,was dieser Mensch so von sich gibt.Zu keinem Zeitpunkt hat sich die kath.Kirche um die Gefühle der Opfer gekümmert.Schadensbegrenzung für diese Sekte war das ausschließliche Ziel.Und jetzt müssen sie sich erst mal um ihre armen Brüder kümmern.Damit sie ihr ‚Pöstchen’behalten’können.Würden alle pädophil veranlagten Priester entfernt,blieben ihnen wohl nicht viele übrig.Ich frag mich nur was eine alte Oma denken würde wenn sie wüßte von wem sie in der Altenpflege so nett umgarnt wird.Sie ist auch Mutter und hat Enkel.Sie hätte diese beschützt vor solchen Menschen,als sie noch konnte.Da sieht man aber auch wie viel der Kirche die alten Menschen wert sind.Nix,nur zum dran verdienen sind sie ihnen gut.

  2. hildegard schreibt am :

    Falsch, Herr Ackermann! Der Fokus lag und liegt und wird bei Ihrer Obrigkeit immer weiter nur auf den Tätern liegen!!

    Längst hätten SIE und Herr Ratzinger – in der Nachfolge eine gewissen Jesus aus Nazareth! – Ihre Archive öffnen und bereitwillig an die Staatsanwaltschaften übergeben müssen!!

    Alles andere ist Taktik.

  3. alex schreibt am :

    Hier zeigt sich doch wieder das wahre, eiskalte Gesicht von Ackermann. Seine vielen Lippenbekenntnisse für die Anliegen der Opfer sind reiner Hohn. Solange solche gefühlstoten Betonköpfe, die das Thema als sterilen Verwaltungsakt durchziehen, das Sagen haben, können wir uns hier die Finger wund schreiben und es passiert – NICHTS

    Und Kinder und Jugendliche werden mit Ackermann’s Segen weiterhin in’s offene Messer laufen gelassen; und da brauchen sie sich auch nicht immer hinter den Lei(d)linien und Gutachten zu verstecken.

    SIE haben die Verantwortung!!!!!!

  4. Elisabeth schreibt am :

    Erst mal gehört das Kirchenrecht abgeschafft! Vor dem Gesetz sollten alle gleich sein, ohne Ausnahmen!
    Und dann: Wer sich an einem Kind vergeht, ob pädophil oder nicht, ist ein Verbrecher und gehört hinter Gitter. Da gibt es keine Unterklassifikation in „der ist nicht so gefährlich“.
    Klar, es mag Pädophile geben, die ihre Neigung im Griff haben, vielleicht auch mit Hilfe einer Therapie. Aber die sind ja auch nicht das Problem. Sondern die, die einem Kind Gewalt antun! Und ab dem Punkt gibt es einfach nichts mehr kleinzureden.
    Wenn Herr Ackermann so viele Pädophile persönlich kennt, dann gibt das auch zu denken!

  5. Sarah schreibt am :

    Die RKK nimmt sich heraus, ihre eigenen Kirchenrechte zu kreiieren, sich nicht an die staatlichen Gesetze zu halten.
    Andererseits sahnt sie aber jede Menge Kohle vom Staat ein und nimmt sich alle Vorteile, die ein Staat den Bürgern bietet.
    Z.B. Übernahme der Knastunterbringungskosten. Hier würde die RKK nie einen Gedanken daran verschwenden, die Kosten für ihre straffällig gewordenen „Angestellten“ zu übernehmen.

    Sollen die sich doch ihre Psychiatrie und ihr Knast für ihre Leute im Staate Vatikan bauen und dort sich um ihre „Kranken Brüder und Schwestern“ selbst kümmern.

    Mich kotzt dieses scheinheilige Pack so was von an.
    Ackermann werde ich kommende Woche einen saftigen Brief schreiben, damit er mal von seinem weihrauchbenebelten Schlaf aufwacht und in die Realität zurück kehrt. Der hat doch nicht mehr alle Sinne beisammen.
    Als gäbe es im Altenheim keine Gelegenheiten, an Kindern ran zu kommen, als würden im Altenheim keine Enkelkinder der Betagten und Kurz- und Langzeitpflegepatienten dort ein und ausgehen.
    Als wäre es nicht Gang und Gebe, dass gerade in rkk. geführten Seniorenheimen Kindergärten im selben Haus integriert sind.

    „Zugleich warnt Ackermann von einer pauschalen Vorverurteilung aller Pädophilen.“
    Er sollte mal lieber endlich soweit sein, die Gemeinden, die Häuser vorzuwarnen, in denen er seine Pädophilen unterbringt – ohne darauf hinzuweisen, dass sie gefährlich sind, und mitunter aufgrund von sex. Gewalt an Kindern vorbestraft sind!!!
    Das wäre ein Schritt, der glaubhaftiger rüberkäme als das Mitleidsgesäusel um seine eigenen Mitbrüder!!!
    Der Fokus wurde bisher auf die Opfer und Betroffenen gelegt…. das ich nicht lache!!! Der Fokus verharrte ohne Unterlass darauf, ihren eigenen Ruf wieder herzustellen, indem sie alles verleugneten, nur das zugaben, was ohnehin schon bewiesen war und der Verjährungsfrist nicht mehr unterlag. Der Fokus lag ausschließlich darauf, die Opfer und Betroffenen zu diffamieren und sie als unglaubwürdig in der Öffentlichkeit hinzustellen, ihnen gar damit zu drohen – sie wegen Rufmord und Verleumdung anzuzeigen. Ich kenne eine Betroffene, die hat sechs Jahre Kampf hinter sich, würde in der Presse von dem Bistum, in dem ihr Täter angestellt war, als Lügnerin und Phantasiererin hingestellt. Nach sechs Jahren rechtlichen Kampf hat sie nun endlich Recht gesprochen bekommen. Wer von den Betroffenen hat schon so viel Geld und Kraft, diesen Kampf durchzuhalten? Darauf hofft doch die RKK, dass man irgendwann aufgibt.
    Scheinheiliges Pack!!!
    Ich habe eine stink Wut auf unseren Staat, auf die Schnarrenberger, die es versäumt hat, am RT Tacheles zu sprechen, klare Forderungen zu äußern und gesetzliche Wege einzuleiten.

    Sarah Mohn

  6. Sarah schreibt am :

    Anmerkung:
    Ackermann scheint sich mit Wissenschaftlern auf einer Stufe stellen zu wollen, die dank der Hirnforschungserkenntnisse seit Okt. 2011 nachweisen können, ob jemand pädophil oder eben das nicht ist.

    Die Mehrzahl der Sexualstraftäter, die in der RKK Kinder sex. misshandeln und misshandelten, sind – waren garantiert keine Pädophilen, sondern missbrauchten ihre Position, um Macht auszuüben, um Kindern ihren Willen auf ganz, ganz schreckliche Art zu brechen.

    Ich kann über diese arrogante Ignoranz dieses Mannes nur noch den Kopf schütteln.

    PS: meine Kommentare im Focus online wurden nicht freigeschalten, ich war wohl zu direkt und ehrlich :-).

    Sarah Mohn

  7. JaneO. schreibt am :

    @Sarah, hier ist mein Kommentar, welcher auch im Focus nicht veröffentlicht wurde 🙂

    Fast, Herr Ackermann!
    Zitat aus dem Artikel:“ Zugleich warnte Ackermann vor einer pauschalen Vorverurteilung aller Pädophilen. „Die Öffentlichkeit sagt, das sind Kinderschänder. Da gibt es nur eine Kategorie, die sind alle krank. Und da muss ich sagen, als jemand, der die einzelnen Personen kennt: Das ist nicht der Fall. Da muss man – was die Gefährlichkeit angeht – nochmal unterscheiden.“ Zitat Ende

    Die Öffentlichkeit hat mittlerweile – vor Allem durch die konsequente Arbeit von Betroffenen in jener Öffentlichkeit – schon verstanden, dass Pädokriminelle nicht krank sind.
    Sondern meist hoch intelligente Menschen. Sie vereint eines – nämlich die Lust – sich einem schwächeren Menschen aus einer Machtposition heraus zu nähern und übergriffig zu werden.
    Das Ausleben der Macht auf Kosten des Opfers.
    Dafür müssen (vom Täter!)Strategien entwickelt werden. Die Opfer müssen zeitweise von ihrem Umfeld isoliert werden. Dies erfordert langfristige Planungen, Erpressungen, Drohungen, Ausspielen von Abhängigkeitsverhältnissen (wieder Machtposition).
    Da ist es natürlich für die Täter schon von Vorteil, wenn sie in Netzwerke einsteigen können, wo dies schon lange gängige Praxis ist.

    JaneO. Betroffene sexualisierter Gewalt in der Kindheit

  8. Sarah schreibt am :

    Hallo Jane :-),
    schon merkwürdig, dass sich Betroffene im Focus nicht zu Wort melden dürfen, ich hatte nämlich auch unter meinen Kommentaren (ich hab gleich zwei geschrieben, weil mir das vorgegebenes Buchstabenmaximum nicht reichte, für das – was ich zu sagen hatte :-)) angemerkt, dass ich Betroffene von sex. Gewalt bin.

    Nachdem ich dann der Redaktion meinen Unmut über die Nicht – Freischaltung meiner Kommentare per Mail kundgab, räumten sie ein, dass sie dies noch mal überprüfen werden. Nun – bis jetzt hab ich noch nichts davon gemerkt. Blah, blah, blah.
    Focus scheint also demnach sehr kath. angehaucht zu sein.
    Aber ich hab auch bei den anderen Zeitungen, die dies veröffentlicht haben, fleißig gepostet. :-). Hier hilft nur Beharrlichkeit, um in der Öffentlichkeit das „scheinheilige Bild“ wieder zurecht zu rücken.
    Lieben Gruß von
    Sarah Mohn

  9. JaneO. schreibt am :

    @Saha, in anderen Medien habe ich nie Schwierigkeiten meine Kommentare zu platzieren.
    Warum das nun gerage im FOCUS so ist….lässt doch Einiges erahnen, denke ich.

    LG
    JaneO.

  10. Dies entspricht wohl der inoffiziellen Auffassung einiger Kirchenoberen. So sind sie doch der Meinung, dass sich die Betroffenen freuen sollten, von einem solch ganzheitlichen Menschen wie einem Priester in die Sexualität eingeführt worden zu sein. Ich brauche natürlich hier nicht sagen, dass mit der Aussage Ackermanns die fortwährende Infiltration der Kirche mit diesem pädokriminellen Gedankengut zum Vorschein kommt. Die Verharmlosungsstrategie im Bereich der Sexualität soll wohl nun aufgefahren werden.

    Natürlich müssen wir uns irgendwann auch die Täter vornehmen, die eben Menschen sind und womöglich eine schwere Vergangenheit haben, wie wäre es aber, wenn die Kirche vor dieser großen Geste ihrer (vorgetäuschten) Menschlichkeit, zunächst den Betroffenen hilft, die eben bei den beklagten Taten ohne Schuld waren. Es kann doch nicht sein, dass der Täter als armer Betroffener in den Fokus der Debatte rückt.

  11. hildegard schreibt am :

    Norman – “Es kann doch nicht sein, dass der Täter als armer Betroffener in den Fokus der Debatte rückt.” – dies glaubten wir alle mit dir, allzu lange glaubten wir das!!!

    WIR sind desillusioniert, als Betroffene! – ich glaubte noch bis vor kurzem, der Klerus könne nicht anders als mit gutem Beispiel voran gehen und seine Wahrheiten bekennen …

    Gutwillig-blindgläubige Kirchgängerinnen, Kichernchorsänger etc. aber WOLLEN sich ihre geweihten Männer nicht als Pädokriminelle vorstellen. Sie verteidigen sie mit Zähnen und Klauen, obwohl, resp.WEIL in vielen rk-Familien deren Verbrechen bekannt, aber aus oberfrommen Gründen verschwiegen, vertuscht und geleugnet worden sind. Diese Leute WOLLEN sich nun ihre “heile Welt” nicht zerstören lassen, schlagen blindwütig auf die “Bilderstürmer” ein oder schmeißen ihnen Kadaver vor die Haustür …

    TRANSPARENZ muss der Staat einführen, zunächst bei sich selbst – Schluss mit dem Täterschutz durch z.T. hochrangige Politiker, gestern und heute! Dann kann die Justiz auch die scheinheiligen Kleriker belangen, die Offenlegung von Kirchenarchiven und eine ECHTE Beteiligung an den immensen Folgekosten vom Vatikan u.a. Sekten und Vereinen fordern.

  12. Eva schreibt am :

    Die „heilige Kirche“ wird nie ein Interesse haben alle Taten offen zuzugeben, dann würde sie sich selbst abschaffen.

    Wieviel Päpste oder Kardinäle oder Bischöfe oder Priester haben Anzeige in den letzten 150 Jahren erstattet, wenn ihre Untergebenen schreckliche Dinge mit Menschen getan haben ?

    Ich kenne keinen Fall in Deutschland.

    Die Masse der Gläubigen, egal welcher Religion, glaubt noch immer, dass Gewalt, Einschüchterung oder religiöser oder sexueller Mißbrauch etc. nur sehr kleine Ausnahmen sind.

  13. alex schreibt am :

    @Sarah und JaneO zum FOCUS:

    Von München zieht sich eine Schleimspur nach Rom. Hier nur ein Beispiel:
    FOCUS-Chefredakteur Uli Baur ist hin und weg von der klargeistigen Ausstrahlung Papst Benedikts. Er schreibt: Eine bayerische Delegation, angeführt vom Ministerpräsidenten Horst Seehofer, besuchte Papst Benedikt XVI. zu dessen 85. Geburtstag. Ich durfte dabei sein.

    http://www.focus.de/magazin/memo/memo-des-chefredakteurs-der-papst-seehofer-und-die-piraten_aid_740986.html

    Da wird Kritik an der Kirchenführung doch von vornherein ausgeklammert.

  14. Sarah schreibt am :

    @alex
    Vielen Dank für den Hinweis. Gut zu wissen :-).

    Grüße von Sarah

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