16 Kommentare

  1. Anna M. schreibt am :

    BRAVO!

  2. Wilma schreibt am :

    Ich schließe mich an. Hervorragende Recherchen zum Thema Folgeschäden von sexueller Gewalt in der Kindheit. Super.

  3. Lurschy schreibt am :

    Welch grausame Wahrheiten da stehen zum Thema Folgeschäden von sexueller Gewalt in der Kindheit. Saugut, brutal und wahrheitstreu recherchiert. Hervorragend. Diesen Anhang sollte man jedem zukommen lassen, der auch nur irgendwie Entscheidungsträger ist oder sein möchte!
    Danke dafür

  4. Ich bin von meinem eigenen Vater mehrfach missbraucht worden, als ich zwischen 4 und 8 Jahren alt war. Inzwischen bin ich 53 Jahre alt und kann erst jetzt darüber sprechen, weil ich dadurch so traumatisiert bin. Wieso soll da eine Verjährungsfrist von 20 Jahren gesetzlich festgeschrieben werden?

  5. Sarah schreibt am :

    Hochachtung vor dem Autor dieses offenen Briefes.
    Exzelenter Aufbau der Argumentation zur Abschaffung der Verjährungsfristen samt dem Aufdecken des „faulen Apfels“ OEG!!!

    Chapeau! Da hat sich jemand richtig reingekniet, super recherchiert und viel Zeit investiert!!!

    Vielen, vielen Dank!!! Möge es Früchte tragen dort, wo es dringend nötig ist!

    Mein Dank gilt dem Autor!!!

    Sarah Mohn

  6. Martina schreibt am :

    Da bin ich jetzt auf eine Antwort von Herrn Rörig gespannt.

    Dieser Brief sollte an Politiker, Justiz und Kirchenverantwortliche von Herrn Rörig weitergereicht werden.

  7. Panos P schreibt am :

    Ich bin Norbert Denef für dieses Stück Arbeit endlos dankbar.

    Hoffentlich gelingt es mit dieser schlüssigen Argumentationskette, den Druck auf alle Verantwortlichen zu erhöhen, aktiv zu werden. Aktiv zu werden und die Aufhebung der Verjährungsfristen zu verlangen. Andernfalls werden sie eines Tages von der Geschichte selbst gerichtet werden.

    Ja , ich finde auch, dass wir es in alle Richtungen verbreiten sollten.

  8. Sonja schreibt am :

    Sehr gut geschrieben. Ich bin selber Opfer von Sexuellem Missbrauch in der Kindheit. Mittlerweile 50 Das erste mal sprach ich mit ca 30 in Therapie darüber, besser gesagt erwähnte, da ich wegen Nervenzusammenbruch in Therapie gehen musste.

    Es darf nicht sein das diese blöde Verjährungsfrist bestehen bleibt. Man redet überall davon das man die Kinder schützen solle, lehrt sie in Schule wie sie sich zu verhalten haben wenn irgendwelche Fremden sie ansprechen, etc pp. Doch wenn dann was passiert, ist schluss mit Unterstützung der Opfer. Sie kämpfen um Therapie, während der Täter der vielleicht angezeigt wurde, paar Monate kriegt udn ne super gute Therapie auf Kosten der Steuerzahler.

    Dass muss einfach mal ändern. Kinder lernen nicht mit jedem mit zu gehen etc ist sehr gut, aber das alleine reicht nicht aus. Es gibt unfassbar viele bei denen so eine Erklärung/Aufklärung in Schule zu spät kommt, was ist mit denen? Was ist mit dem Kind das gerade jetzt dran kommt, von Familienmitglied, nicht von Fremden? Wann lernen wir den Kindern zu sagen das auch der eigene Vater ein Täter sein kann?

  9. klaus linnenbrüggerl schreibt am :

    klaus linnenbrügger, ich bin von einem diakon mit fünf jahren mehrfach missbraucht worden. bin 68 jahre alt, leide heute von folgen missbrauch. der missbrauch im zivilrecht ganz aufheben.

  10. Der offene Brief stimmt 100% ig. Ein lautes „Bravo“ für den Text.

    Die Staatsanwaltschaft und die Politker würden es wohl anders, nämlich so nennen:

    „Zu geringes öffentliches Interesse“

    Man bekommt das Gefühl, dass es mehr Menschen gibt, die sich an kleinen Kindern vergnügen wollen, als Menschen, denen bei dem Gedanken darüber einfach nur schlecht wird.

    MfG

    Christian Ernst/Berthold Kogge

  11. Ehrengard Becken-Landwehrs schreibt am :

    Zitat: „Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs…..? „Unabhängig? Warten wir’s ab. Seine Aussage ist schon mal gut, aber ich gehe von der Reallität aus – und da ist noch nichts passiert.
    Es heißt auch: „An ihren Taten sollst Du sie erkennen.“!!!!
    Es wird Zeit, daß man für dieses Thema auf die Straße geht, in Berln an einem Wochentag, denn am Wochenende arbeiten diese Herrschaften nicht. Sie haben zudem noch immer icht begriffen, daß durch Kindesmißbrauch auch ein immenser Volksschaden entsteht. Anders sind diese Leute nicht in den Griff zu bekomen. Klingt vielleicht zynisch, ist aber definitiv NICHT so gemeint, denn der psychische und physische Schaden ist hinlänglich bekannt und durch NICHTS wieder gutzumachen! Bestrafung schafft für die Betroffenen nur eine Genugtuung, hebt aber den angerichteten Schaden nie wieder auf!

  12. hildegard schreibt am :

    Herr Rörig,
    dem Schreiben von Norbert Denef könnten wir Betroffene unsere ganz persönliche Auflistung der o.g. Folgen von individuellen Gewalterfahrungen anhängen und an Sie nachreichen. Es handelte sich um Seelenmord – denn:
    Das „Leben“ danach geriet zum Überleben, konnte keinem eigenen Lebensentwurf mehr folgen, wurde überschattet von Schmerz, verdunkelt von Perspektivlosigkeit, fremdbestimmt von Stimmen, die uns zu Schuldgefühlen, Scham, Schweigen, Selbstaufgabe verhafteten.

    Sie wissen um die unseligen Verquickungen von Rechts- und Moralinstanzen, die uns zusätzlich resignieren ließen.
    In der Nachkriegszeit vermochten selbst renommierte Fachleute uns wegen totaler Aussichtslosigkeit nicht beizustehen – Resignation also auch dort, wo Beistand angesagt gewesen wäre!

    Dieser Staat muss jetzt handeln, sich befreien aus faulen Kompromissen aufgrund falscher Rücksichten:

    Die eine Voraussetzung für den Neubeginn gerechter Rechtsprechung schafft die Abschaffung der Verjährung aus Einsicht in die tödliche Verharmlosung in der Vergangenheit.
    Die andere Voraussetzung ist der radikale Bruch mit den kirchlichen Autoritäten, die niemals in der Geschichte ihrem eigenen Absolutheitsanspruch gerecht werden konnten – deren Etikettenschwindel begann nicht erst, als die Schuhe eines gewissen Fischers gegen die roten Schühchen eines römischen Feudalherrschers ausgetauscht wurden. …
    Staat und Kirchen weisen gleichermaßen kranke Wurzeln auf, deren Gifte die Hirne vernebeln, die Herzen versteinern, die (handelnden) Hände erstarren lassen.
    Opium brauchen wir nicht. Wir brauchen auch kein Ritalin. Und auch kein Mitleid!
    Wir brauchen Gerechtigkeit – nicht mehr, nicht weniger!

    Bei genauem Betrachten einer individuellen Problematik sind immer auch das gesamte direkte Umfeld und die verheerenden Auswirkungen dieser ganz speziellen „Kontakt-Personen-Kontaminierung“ auf die gesamte Gesellschaft zu berücksichtigen.

    Es ist für den Rechtsstaat völlig inakzeptabel diese Zusammenhänge weiterhin zu ignorieren, besonders vor dem Hintergrund der neuesten Kriminalstatistik, neurobiologischer Forschungsergebnisse und der längst ausgeuferten Brutalität auch von Heranwachsenden.

    Eine dringende Empfehlung an Sie, Herr Rörig, zur Weitergabe an zuständige Ministerinnen und Minister, die sich – unter heiligen Eiden – dem Volk [gemeinnützig!] zu dienen verpflichteten:

    Lassen Sie Erzieher/Lehrer/Ärzte/Anwälte und das Betreuungspersonal in JÄ, Kliniken, JVA aus Bundesmitteln von verlässlichen Fachleuten weiterbilden, um den respektlosen, menschenverachtenden Umgang mit schwerst geschädigten Betroffenen in Zukunft erkennen und vermeiden zu können.
    Selbstverständlich gilt dies auch für die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen; sie könnten als Managerinnen speziell geschult werden und gemeinsam mit Traumatherapeuten die Lotsen-Funktion für das Gelingen wirksamer Schadenbegrenzung übernehmen.

    Der Rechtsfriede kann nur mit ABSCHAFFUNG von Menschenrechte-verletzenden-Strukturen herbei geführt werden, die mit der Verkettung kirchlicher und staatlicher Interessen grundgelegt, verursacht wurden.
    Diese Strukturen wurden über Jahrhunderte von gewalttätigen Macht-Besitzern beider(!) Seiten und deren [eigennützigem!] Machtmissbrauch geprägt.
    Diese Strukturen stützten und schützten immer schon Täter und andere Nützlinge.
    Diese Strukturen schaden den Schwachen, verhöhnen die Opfer, berauben die Kinder ihrer Rechte und diskriminieren unbescholtene Bürger.
    Diese Strukturen ließen unsere Nachkriegsverfassung zu einer Farce verkommen.

    Im Internet-Zeitalter muss genau hier der Schnitt gesetzt werden.

    Mit Ihrem Staatsauftrag haben Sie auf 2 Jahre die Fäden in der Hand, den Schlüssel zur Änderung eines der gravierendsten Missstände unseres bedrohten Gemeinwesens. Auf IHRE Bereitschaft kommt es an. – Ob die anstehenden Abänderungen zum Beenden unserer Alpträume reichen …?
    Allemal würden diese sehr kurzfristig Transparenz in die Demokratie und langfristig dann auch den erhofften Rechtsfrieden bringen!

    Sollten Sie sich mit der Vertretung unserer Erwartungen im Regierungslager unbeliebt machen, dürfen Sie in unserem Namen sehr deutliche Zeichen setzen, denn SIE wissen es so gut wie wir Überlebenden:
    Ein Eklat wäre unserem gemeinsamen Anliegen dienlicher als lauwarmes Händeschütteln nach obligatorischen Kaffeekränzchen.

    Verjährung schützte die Täter – sie leben sicher unter falschem Rechts-Schutz. Es darf nicht länger Gras wachsen über den Gräbern der Verzweifelten und dem unendlichen Leid der Überlebenden von gröbsten intimen Gewalt-Exzessen.

    Wir verlangen die Respektierung unserer Menschen-Rechte, ausgleichende Gerechtigkeit, den Schutz des Gemeinwesens vor kriminellen Egomanen.

  13. Berta schreibt am :

    Endlich schreibt mal jemand ohne Beschönigung, was die Folgen für die Opfer sexualisierter Gewalt sind – was es die Opfer, Gesellschaft und den Staat jahraus- jahrein kostet.

    Es wird sich solange wohl nichts ändern, bis wir uns entschließen, damit aufzuhören überall in unserer Mitte Täter mit einem ehrfürchtigen, verhohlenen Augenaufschlag immer noch als „Sieger“ zu konnotieren und damit unserer gemeinsamen Vergangenheit immer noch unserer schlimmstes Opfer und Tributzoll darbringen.
    Erst dann wird unsere Gesellschaft wirklich aufhören eine Tätergesellschaft zu sein.

  14. Marion Lehmann schreibt am :

    Ja, ich finde es wichtig und richtig , dass hier von den erwähnten Traumatisierungen und ihre Spätfolgen geschrieben wird.
    Ich sehe, höre und fühle mich darin.

    Ich war jahrelang Mißhandlungen und Mißbrauch meines Stiefvaters hilflos ausgesetzt und ausgeliefert.
    Meine Mutter sah einfach zu. Ich hatte einfach keinen Schutz.

    Ich möchte ein Gedicht von mir
    hierlassen, dass dieses Drama bzw. Trauma beschreibt:

    Ich habe geschwiegen, weil keiner da war, der mich retten konnte.
    Ich habe gelitten, weil niemand etwas bemerkte.
    Ich habe geschrien, doch keiner hörte etwas.
    Ich war verzweifelt, zerrissen, doch konnte ich diese Worte kaum aussprechen, weil sie mir fremd erschienen.
    Ich habe funktioniert, um zu überleben.
    Habe meine Maske aufgesetzt und bittersüß gelacht, obwohl es kaum etwas zu lachen gab, zumindest zuhause.
    Habe das Opfer gespielt, weil es nicht anders ging.

    Doch jetzt ist Schluss damit!
    Raus aus dem Opferland!
    Rein ins Leben – damit Leben Sinn bekommt!
    Damit das Lachen im Hier und Jetzt echt klingt.
    Keine Maske mehr aufgesetzt wird und die Trauer, Traurigkeit einen Platz bekommt. Sie darf, kann und will sich jetzt melden.
    geschrieben am 11. 09.2011

    Liebe Grüße
    Marion Lehmann
    aus Berlin

  15. Johannes schreibt am :

    Liebe Marion! Das ist ein so wunderschönes Gedicht von Dir, das Du uns „hiergelassen“ hast! Vielen herzlichen Dank! Darf bei passender Gelegenheit Dein Gedicht von mir weitergegeben / zitiert werden?

  16. Hubert schreibt am :

    Hat sich schonmal jemand gefragt, warum Entschädigungszahlung eines der besten Präventionen sein kann?
    Denn bisher war es weitgehend so, daß Betroffene ohne Entschädigung dann eigene Wege gingen, um den inneren Frust irgendwie zu kompensieren.
    Diese Wege waren dann oft durchsetzt mit Abreagieren der inneren Wut, die bei manchen verständlicherwiese dann aufkommt.
    Die Folgen waren nicht selten verheerend mit gesamtgesellschaftlichen Nachteilen.
    Daran anlehnend stellt sich ernsthaft die Frage, ob ausreichende Entschädigung soetwas verhindern könnte, damit erst garkein so großer Frust aufkommt. Und ich vermute, unterm Strich hätte man damit sogar langfristig viel Kosten eingespart.

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