7 Kommentare

  1. Sehr geehrte Frau Christiane Kieburg!

    Die Prozesse in Parteien sind auf Bundesebene besonders langatmig. Daher würde ich mich freuen, wenn Sie den Hungerstreik maximal eine Woche fortführen, solange ist der Nahrungsentzug noch gesundheitlich vertretbar.

    Es ist leider nicht davon auszugehen, dass die SPD-Fraktion und auch andere Fraktionen bzw. Parteien sich innerhalb der nächsten Wochen äußert oder umentscheidet, daher sollten Sie den Hungerstreik nicht durchhalten bis etwas passiert. Die SPD-Fraktion wird sich wahrscheinlich auch deshalb nicht umentscheiden oder schneller entscheiden, weil sie dann als erpressbar wahrgenommen würde oder dies zumindest befürchten wird.

    Beste Grüße aus Kiel!

    Philipp Schmagold
    ————

  2. Panagiotis Papoutsis schreibt am :

    @Philipp Schmagold

    Lieber Herr Schmagold,

    mich hat Ihr Beitrag hier sehr betroffen gemacht.

    Die Qualität und Struktur Ihrer Argumente zeigt, dass Sie eine Reihe von Fragen noch nicht beantworten können:
    Was bringt Menschen soweit, dass Sie die Nahrungsaufnahme verweigern?
    Was bringt Menschen soweit, dass Sie bereit sind, Schäden am eigenen Körper und womöglich ihren Tod, das Ende ihrer Existenz in Kauf zu nehmen?
    Welche Prozesse müssen diese Menschen durchlaufen haben, dass Sie sich dazu entscheiden, schrittweise, Tag für Tag einen Weg gehen, der sie bis zum Äußersten führen wird?
    Verstehen Sie, wie sehr eine Gesellschaft, wie sehr unsere Gemeinschaft davon geprägt ist, dass die Ausführenden sexualisierter Gewalt an Kindern weich gebettet werden?
    Verstehen Sie was es bedeutet, dass wir Seelenmördern sagen: Ihr braucht für den Mord keine Strafe fürchten!?
    Verstehen Sie was mit einer Gesellschaft passiert, die postuliert existentielle Normen zu schützen und im gleichen Atemzug ebendiese Normen aufhebt? —- Was macht das mit den Individuen? Was bewirkt das in der Gesellschaft als ganzes?
    Verstehen Sie, wie sehr wir uns damit betrügen, wenn wir sagen: Ja, wir lassen diesen Zustand (Verjährung sexueller Gewalt an Kindern) zu, weil es dafür gute Argumente gibt.
    Ratio kann nicht mit Ratio ausgehebelt werden. Der Verstand kann nicht mit dem Verstand ausgehebelt werden. Die Folge davon ist Irrsinn.

    Aus meiner Sicht, sind sich Norbert Denef, Katharina M. und Christiane Kieburg mit ihrer ganzen Existenz bewusst, dass dieser Zustand (Verjährung sexueller Gewalt an Kindern) unerträglich ist. Sie sind sich so sehr dessen bewusst, daß sie mit ihrer Existenz, mit allem was sie haben, dafür einstehen.

    Ich bitte Sie um Ihre Einsicht und Ihre Unterstützung.

  3. Monika schreibt am :

    Lieber Herr Panagiotis Papoutsis, darf ich Ihren Kommentar verwenden um ihn an verschiedene Menschen weiterzuleiten? Er bringt das Ganze vollkommen auf den Punkt.
    Danke für Ihre Gedanken.
    Monika

  4. Panagiotis Papoutsis schreibt am :

    @Monika

    Liebe Monika, danke für Ihre zustimmenden Worte. Sehr gern können Sie meinen Kommentar verwenden und bitte verbreiten Sie ihn weiter.

  5. Sehr geehrter Herr Papoutsis,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Auch ich verstehe, dass diese Form des Protestes eindeutige Zeichen sind, wie wichtig die Aufhebung der Verjährungsfristen bei Sexualstraftaten sind.

    Ich fordere übrigens innerhalb der Partei BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN selber die Aufhebung der Verjährungsfristen im Sexualstrafrecht, zumindest die Verdoppelung dieser Verjährungsfristen wäre ein notwendiger Schritt. Es macht keinen Sinn, alle Taten nach dem gleichen Muster, nach dem Strafmaß, verjähren zu lassen, wenn doch bekannt ist, dass Sexualstraftaten teilweise jahre- und jahrzehntelang verschwiegen werden.

    Ich schlage dennoch vor, dass dieser Hungerstreik nicht länger als eine Woche durchgehalten wird, weil dies noch gesundheitlich vertretbar ist. Zudem ist leider nicht damit zu rechnen, dass der Hungerstreik direkt zum Erfolg unseres Vorhabens führen wird, daher sollten wir keine zu großen Opfer eingehen, wenn doch weiterhin die Langstreckenarbeit an der Basis erforderlich ist.

    Anbei zwei Links:
    Antrag auf Bundesebene: „Keine Verjährung für Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch“ abrufbar unter: http://www.gruene-partei.de/cms/default/dok/391/391945.keine_verjaehrung_fuer_vergewaltigung_un.htm

    Video der Antragseinbringung auf Landesebene in Schleswig-Holstein abrufbar unter: http://www.youtube.com/watch?v=dGro0lj7yGo

    Und nocheinmal meine Bitte an alle Menschen im Hungerstreik:
    Bitte halten Sie diesen Hungerstreik nicht länger als eine Woche durch! Wir brauchen Ihr großes Engagement noch lange!

    Philipp Schmagold

  6. Auch Ihnen schicke ich ganz viel Kraft. Ich bewundere Euch sehr und hoffe, dass Euer Mut belohnt wird. Aber bitte denkt auch ein wenig an Eure Gesundheit. Es macht Angst, dass Menschen zu sowas getrieben werden, nur weil unsere Politiker nicht in der Lage sind, das Kostbarste auf der ganzen Welt zu schützen. Ich schäme mich, dass in Deutschland solche Menschen an der Macht sind. Ganz viel Liebe und Kraft, Eure Eva-Maria

  7. Christiane Kieburg schreibt am :

    1.First they ignore you
    2.Then they laugh at you
    3.Then they fight you
    4.Then you win
    We’re at stage 3.Hang in there!

    Mahatma Ghandi

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