Hungern gegen das Nichtstun

16.06.2012: taz

taz.die tageszeitung 16/17. Juni 2012

Für seinen Einsatz gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen war Norbert Denef für den taz Panter Preis 2011 nominiert. Seit einer Woche ist er im Hungestreik, aus Protest gegen die SPD.

Es war eine bewegende Szene auf dem SPD-Parteitag vor einem halben Jahr: Da steht ein älterer Herr am Mikrofon vor den Delegierten. In den Händen hält er das Foto eines Jungen und erzählt seine Geschichte.

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6 Kommentare

  1. uwe werner schreibt am :

    Jesus sprach zu seinen Jüngern und somit auch an deren (Rechts)Nachfolger: “ Alles was ihr tut, tut ihr in meinem Namen“ .
    Man stelle sich einmal die nachhaltige Aussage dieses o.a. Zitat vor und überträgt es in die heutige Zeit. Sind sich unsere Kleriker eigentlich bewusst, was sie uns im Namen Jesus, wenn das o.a. Zitat bindend ist, angetan haben.
    Nun hungern Missbrauchsopfer für Taten, welche im Namen Jesus an ihnen begangen wurden. Hungern für animalische, menschenverachtende sexuelle Ausschweifungen, begangen an Menschen im Kindesalter von Nachfolgern des 1. Apostels Petrus mit Hauptsitz in Rom. In seinem Namen wurden abertausende Kinder missbraucht, gedemütigt und geschändet für ein lebenlang. Diese Kinder von damals hungern für ein ihnen zugefügtes Leiden, damit dieses Leiden endlich und ausschliesslich gesellschaftspolitisch anerkannt wird. Sie hungern, weil es ihnen nach Gerechtigkeit dürstet. Sie hungern, damit heuchlerische politische Zusagen, sich in rechtliche Verbindlichkeiten verändern. Sie hungern nach Wiedergutmachung an Leib und Seele und sie hungern nach einer gesetzlichen Regelung, die dafür sorgt, das sexuelle Straftaten und Vergewaltigungen niemals verjähren dürfen. Damit Missbrauchsopfer jederzeit die Möglichkeit erhalten ihre Peiniger straf-u.zivilrechtlich verfolgen zu können.
    Wir alle haben als Opfer gehungert nach Liebe, Zärtlichkeit und Geborgenheit, nun hungern einige nur noch um eine gesetzliche Regelung, die es uns Opfern erlaubt ein in unserer Verfassung verankertes Recht ein-u.anklagen zu können.
    Stehe uns Gott bei, wenn einer von den Opfern, welche sich im Hungerstreik befinden, sich von diesem nie wieder erholen kann. Dann liebe Politiker und Kleriker habt ihr eine Schuld auf euch geladen, welche niemals Vergebung finden wird. Schlimmer noch, dann habt ihr im nachhinein die damals begangenen Missbräuche euren Segen gegeben.
    Euch, die sich im Hungerstreik befinden, möchte ich sagen, das ihr auch für mich hungert und stellvertretend für viele andere auch.
    Da ihr nun mal damit begonnen habt, wünsche ich euch Kraft und auch, das ihr dies im vollen Bewusstsein tut, das dieser Hungerstreik nicht so schlimm sein kann, als das was man uns als Kindern seinerzeit angetan. hat.

  2. Ich verfolge das Hungern von Norbert Denef und befürchte, dass ich seine Meinung teilen muss. Es wird geredet, diskutiert und doch kommt nichts dabei herum. Heute wie damals werden Kinder missbraucht. Körperlich, seelisch, finanziell. Nur heute sind die Techniken raffinierter. Man hat den Begriff „Zum Wohl des Kindes“ zur Verfügung als Alibi, unter dessen Deckmantal scheinbar alles mit Kindern gemacht werden darf – ungestraft, ungesühnt.

    Wir verfolgen, was Jugendämter zum Wohl des Kindes für das Beste erachten und auch, mit welchen Methoden man sich des Wohls der Kinder annimmt. Gerade heute bei uns im 12-Uhr-Abo ein passender Artikel erschienen, der dies beispielhaft darlegt.

    http://kinderklau-relaunched.de/falldokumentation-essen/jugendamt-essen-zum-wohl-der-kinder-149.html

  3. Simone schreibt am :

    @Stephanie Franz, die Machenschaften des Jugendamtes Essen sind kein Einzelfall. Wir mußten auch schon sehr negative Erfahrungen mit einer Mitarbeiterin des Jugendamtes Landau machen. Diese unterstützt pädophile Straftäter, arbeitet in deren Interesse. Ein weiterer Mitarbeiter des Jugendamtes Landau, versucht mutm. Pädokriminellen Kinder zu zuführen.

  4. hildegard schreibt am :

    Wie stehen HEUTE amtierende Juristen und Politiker dazu, wenn ein Pensionär dies bekennt:
    Tiefer Ekel vor Meinesgleichen
    “Ich war von 1973 bis 2004 Richter am Landgericht Stuttgart und habe in dieser Zeit ebenso unglaubliche wie unzählige, vom System organisierte Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen erlebt, gegen die nicht anzukommen war/ist, weil sie systemkonform sind. Ich habe unzählige Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte erleben müssen, die man schlicht “kriminell” nennen kann. Sie waren/sind aber sakrosankt, weil sie per Ordre de Mufti gehandelt haben oder vom System gedeckt wurden, um der Reputation willen….. In der Justiz gegen solche Kollegen vorzugehen, ist nicht möglich, denn das System schützt sich vor einem Outing selbst – durch konsequente Manipulation. Wenn ich an meinen Beruf zurückdenke (ich bin im Ruhestand), dann überkommt mich ein tiefer Ekel vor meinesgleichen.” – Frank Fahsel, Fellbach, in der “Süddeutschen Zeitung”, 9.4.2008. http://kinderklau-relaunched.de/category/justizversagen
    Es reicht!
    EMPÖRT EUCH!

  5. Carmen Mc Closkey schreibt am :

    Sehr geehrte Hungerstreikende,

    es tut mir sehr weh zu lesen, dass sie alle im Hungerstreik sind, denn hungern tut extrem weh, hungern ist grausam. Aber, vielleicht rüttelt Ihr Hungerstreik tatsächlich einige mehr mehr Politiker und weitere Menschen wach. Wünschenswert wäre es allemal, denn die Verjährungsfrist beim Verbrechen „Sexueller Missbrauch“ muss definitiv abgeschafft werden.

    Persönlich aber vermute ich, dass selbst wachgerüttelte Politiker dennoch alles tun werden, um bloß nicht gegen die Kirche direkt oder indirekt eintreten zu müssen. Sie werden schwafeln und schwafeln, aber gegen den größten Arbeitgeber der Republik werden sie weiterhin kuschen (und mit ihm kuscheln).

    Jedoch, ich wünsche Ihnen allen von ganzem Herzen, dass Sie diesen Hungerstreik unbeschadet überstehen werden, und vor allem wünsche ich mit Ihnen, dass Ihr vorgetragenes Anliegen Gehör finden und Gesetz werden wird!

  6. Hubert schreibt am :

    Wozu hat sich die Regierung bereit erklärt, in dem Bereich zu forschen,
    wenn die Schlußfolgerung aus den Ergebnissen vorher schon klar war?
    Man will an den entsprechenden Gesetzesgrundlagen einfach nichts verändern, egal welche Folgen es hat.
    Die Notwendigkeit ist schon seit mehr als 20 Jahren längst bekannt.
    Es gab bisher schon viele, sehr viele Hungerstreikende ausserhalb der Öffentlichkeit. Man benke nur, wie viele Magersüchtige es aus Betroffenenkreisen gibt. Auch darüber und deren Ursachen weiss man lange schon bescheid. aber geändert wird an den Gesetzen nichts Wirkungsvolles, auch wenn diese Änderungen sehr viel zum Positiven für Betroffene ändern könnte.
    Alles nur eine Frage der finanzeniellen Möglichkeiten?
    Die anfänglichen Zusagen aus SPD-Kreisen haben sich schnell aufgehoben, nachdem die Landtags-Wahlen vorbei waren. Wurde das Thema etwa nur zur Wahlpropaganda benutzt?
    Verstehe das wer will, ich jedenfalls nicht.

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