Wenn Pillermann und Muschi

08.10.2012

„Wenn Pillermann und Muschi nicht in den Masterplan passen,
Glaubt ihr nicht, er hätt’ sie schlicht und einfach weggelassen?
Glaubst du Mensch, armsel’ger Stümper, du überheblicher Wicht,
Daß du daran rumschnippeln darfst? Ich glaube nicht!“ (Reinhard Mey)

„Die Beschneidung aus religiösen Motiven muss bis zur Volljährigkeit verboten sein. netzwerkB fordert einen verbesserten Schutz der Kinder vor Verletzung und Gewalt.“ (netzwerkB Pressemitteilung 22.07.2012)

17 Kommentare

  1. klaus linnenbrügger die beschneidung ist ein brandzeichen der religion am kind,das muss verboten werden.wenn sich jemand verstümmeln will soller das selbstbestimmen.

  2. Inge Hammeran schreibt am :

    Bisher habe ich Eure Ideen mit Interesse verfolgt. Dass Ihr jetzt mit einem so vereinfachenden Aufruf in die Beschneidungsdebatte eintretet, erschrickt mich zutiefst. Angesichts der deutschen Geschichte scheint mir hier allergrößte Zurückhaltung geboten. Das Thema ist viel zu komplex, als das man ihm mit Holzhammerforderungen begegnen könnte. Jeder, der nicht mit der gleichen Entschiedenheit Köpermanipulationen wie Ohrlochstechen, piercen und tätowieren bei Minderjährigen bekämpft, macht sich zurecht des Antisemitismus und der fremdenfeindlichkeit verdächtig!
    Bitte etwas mehr Fingerspitzengefühl und Differenzierung bei der Analyse!

  3. Reinhard Mey ist schon toll, finde ich. Sei wachsam, das Narrenschiff, ein Produkt hoher Intelligenz. Für mich kein Zweifel. Genauso wie dieses Lied; danke! -ich kannte es noch gar nicht.
    Ganz im Gegensatz zu der furchtbaren Dummheit, mit der man sonst so häufig konfrontiert ist, wenn man es mit Vertretern religiöser Institutionen und/ oder Politikern zu tun hat. Ich habe mir mal ganz schön Ärger eingehandelt, als ich anmerkte, ob man „Gott“ denn nicht eigentlich für das intelligenteste Element im Universum halten müsste; -ob es denn eigentlich dazu passt am Kühlschrank Zeitschaltuhren anzubringen, die am Feiertag verhindern sollen, dass das Licht des selbigen beim Öffnen der Türe eingeschalten wird (was bedeuten würde „verbotene Arbeit“ verrichtet zu haben)…
    Wer von diesem Gott so eine niedere Meinung hat, der ist zu Allem fähig. Es werden ja auch im religiösen Wahn die eigenen Kinder verletzt! Hinzu kommen dann noch die Verjährungsfristen, die erfolgreich verhindern dass die Betroffenen -im entsprechenden Alter angekommen- Anzeige erstatten können. Aussicht auf Schadensersatz gibt es folglich auch nicht. Ein System das Verbrecher fördert. Meine Meinung!

    Eines ist für mich jedenfalls klar: Solange die Verwaltung dieses Landes nicht einmal so elementare Dinge wie die körperliche Unversehrtheit von Kindern „rechtmäßig“ hinbekommt – so lange erkenne ich persönlich dies Land und seine Gesetze nicht an. Ich bewege mich zwar meist im gesetzlichen Rahmen – aber nur mit dem Wissen um dessen exekutive Waffen im Hinterkopf.

    Grüße
    Sascha

  4. Die Beschneidung ist ein Operationseingriff, man sollte nur operieren wenn es sehr konkrete Gründe dafür gibt. Narkosen und Todesfälle sind bekannt! Es kann wirklich nur mit der Volljährigkeit verlangt werden und sollte die Kosten selbst tragen!

  5. Monika Ederer-Mosing schreibt am :

    Ein traumhaft gutes Lied! Reinhard Mey hat immer nur gute Lieder zu wichtigen Themen geschrieben, aber er wird immer noch besser! Hoffentlich hören viele Menschen dieses Lied!

  6. n.gabrielle capra schreibt am :

    Ich wurde von Dr. Annette Schavan zusammengefaltet als ich während ihres Besuches in Luxemburg mich vehement gegen die Beschneidung von Jungen äusserste.

    Mein Mann und meine beiden Söhne wurden aus Unwissenheit beschnitten weil das Wissen der alten Hebammen verloren ging. Unsere Familien seit 2 Generationen fast nur Mädchen hatten.
    Wir sind christlich geprägt. Ich würde meine Söhne nicht mehr nach der Geburt oder im Kleinkindalter beschneiden lassen.

    Schavan hat mir vorgeworfen, meine Emotionen wären hochgekocht. Man müsste Respekt gegnüber Andersgläubigen walten lassen. Ich gehe davon aus, dass Schavan kinderlos ist.

    Die Aussage, dass das Judentum ohne Beschneidung nicht überlebensfähig sei ist revisionsbedürftig. Man kann Familienfeste feieren auch ohne die Beschneidung.

    Was Dr. Annette Schavan nicht wissen konnte, dass vor Jahren der christlich-palestinensische Jurist Dr. Sami Aldeeb (Schweiz) auf Einladung der UNI-Luxemburg einen Vortrag hielt, dass die männliche Beschneidung das grosse Geschäft sei. In Amerika seien bis zu 60% aller Jungen beschnitten.

    Spricht man mit vielen Krankenschwestern bemängeln fast alle die Hygiene im Genitalbereich der Männer. Besser als Feste zu feieren wäre die jungen Männer zur Hygiene am eigenen Körper zu erziehen. Nicht nur die Fusswaschung wie die Muslime sie praktizieren.

  7. Lisbeth schreibt am :

    Re: Shavan und ihre Aussage bzgl. Beschneidung

    Ob kinderlos oder nicht ist hier gar nicht der Punkt.
    Frau Shavan ist Katholikin und sehr in ihrer Kirche verwurzelt und sie ist Politikerin.
    Da braucht man nicht mehr dazu zu sagen.

  8. Weber Karin schreibt am :

    Hallo Zusammen,
    was total bei dieser Debatte untergeht, ist die Verstümmelung/Beschneidung der Mädchen. Dies wird stillschweigend hingenommen. Warum dieser Unterschied?
    Viele Grüße, KW

  9. hildegard schreibt am :

    @ Inge Hammeran … reichlich übertrieben scheint mir die Unterstellung von Antisemitismus, wenn nicht gleichermaßen “ Köpermanipulationen wie Ohrlochstechen, piercen und tätowieren“ mit gemeint und benannt werden.

    Nach all den Enthüllungen seit 1/2010 sind lediglich – gerade im Land der Verbrechen an jüdischen Mitbürgern – alle KINDERRECHTE unter die kritische Lupe genommen und die Befolgung unserer Verfassung hinterfragt worden.
    Wenn Kinderärzte, Juristen, der weise REINHARD MEY und andere besorgte mitfühlende Nachdenker in Deutschland auch dies Thema aufgreifen, dann sollte das als logische Folge des Frevels an völlig wehrlosen Wesen gewürdigt werden. – Wo ist das Problem?

    Wir sehen rund herum, dass gerade die Deutschen mit Kuschen und Vertuschen infolge papalistischer Bücklinge vor katholischen und anderen Patriarchen seit dem 11. Jahrhundert immer noch auf der Stelle treten.

    Wir leben im 21. Jh. und müssen endlich einmal den Verstand im Dienst des LEBENS einsetzen. Da dürfen Rücksichten auf fundamentalistisch verewigte Traditionen und Rituale uns nicht länger blenden und hindern.

    Wir tun gut daran, die Abschaffung der Verjährung bei Verbrechen an Hilflosen zu fordern und folgerichtig Kinder vor Übergriffen jeder Art zu bewahren – so wahr uns Gott … helfe!

  10. Bärbel schreibt am :

    zu Hildegard v.09.10. 14:00 h

    …….gerade im Land ,der Verbrechen an jüdischen Kindern…..

    ich habe an viele Organisatoren geschrieben…….

    die Antworten waren stets auf meine Fragen–Hinweise,
    warum gedenkt man nicht aller Opfer der Schreckensherrschft des Nazi-Regimes—-u.a. ,der Ermordung behinderter Kinder und ERWACHSENER;DES UNWERTEN Lebens,
    die Versuche der Mediziner an Kindern der ROMAN und Sinti,
    unser jüngstes Kind ,mit seiner schweren Behinderung,ist die Folge,der Gleichgütigkeit und Interessenlosigkeit einiger Ärzte, ich spreche nur für mich——-
    ja wir wissen darum,aber Behinderte und Kinder finden bis dato immer noch wenig Gehör in unserer Gesellschaft——–,so lautet oft leider die Aussage——————
    als betroffene Mutter,eines Vereines hörte ich,
    wer INTERESSIERT SICH SCHON FÜR UNSERE ANLIEGEN……
    wenn wir ,so ist leider die Realität, für den Tierschutzverein mit einer Sammelbüchse auf die Strassen gehen,ja dann wäre die Aufmerksamkeit eine andere,
    anlässlich eines Jubiläums des Vereines für unsere Kinder……
    niemand fand von der Öffentlichkeit den Weg zu uns an diesem Tag………

  11. hildegard schreibt am :

    Bärbel, ja – wegen der Massen-Verbrechen aus Rassenwahn, besonders an jüdischen Mitbürgern, sind endlich GERADE in unserem Land etliche Leute wach gerüttelt worden – was nicht die von dir (und Inge H.!) genannten, anderen Gewalt-Opfer ausschließen sollte; die ungeheure Nazi-Vergangenheit führte im Nachkriegs-Deutschland zur perfekten persönlichen und kollektiven Verdrängung, die viel zu viele Menschen aus Angst und uneingestandenem Schuldgefühl weg schauen ließ …
    Wir müssen deshalb gerade diese 6 Mio. im Blick behalten, wenn wir auf uns und alle anderen Gewaltopfer hinweisen.

    DEN „Glauben an einen Gott aber, der blutige Opfer vom Menschen fordert“ sollten wir alle gemeinsam mit Reinhard Mey und Uta Ranke-Heinemann sehr laut hinterfragen. Bei „Maischberger“ hob sie gestern einen Gott der Liebe als Ur-Sinn von Religion hervor, der niemals ZERSTÖRUNG gemeint haben könne! 150%-ige Gläubige missbrauchen diesen Gott oft zu niederen Zwecken – Gewalt ist Macht-Missbrauch durch Menschen.

    Dieser Gott der Liebe KANN keine Vorhaut-Amputation von 8-tägigen Knaben fordern. – Das Bundeskabinett hat sich heute vor einem Popanz verbeugt und damit die ganz große Protest-Welle hoffentlich erst ausgelöst …

  12. Hubert schreibt am :

    Den neuen Gesetzentwurf –
    ich versteh das irgendwie nicht.
    Und ich frage mich, wie kann man nur sowas legalisieren
    an unmündigen wehrlosen Kindern.
    Wie mächtig kann eine Religion sein?

  13. Eva schreibt am :

    @ Hubert

    „Wie mächtig kann eine Religion sein.“ Riesig !!!!!!!!!!!!!!

    Die Päpste waren früher zT. einflußreicher als die Kaiser.

    Schau dir einmal die Kreuzritterzeit an oder als Moslems vor Wien standen oder schau dir den Reichtum der Kirchen, Moscheen an.

    Schau dir den Nahost Konflikt an, der nie lösbar ist.

    Oder die Äußerungen der Präsidenten der USA an, wenn die „mit Gottes Hilfe“ in Kriege gezogen sind.

    Schau dir die Vertuschung der vielen Mißbrauchten an.

    Schau dir in einigen moslemischen Ländern die Schariagesetze an.

    Im Spiegel war einmal ein Foto mit Bericht wie in einem moslemischen Land ein Mensch gesteinigt wurde.

  14. Gerd Ossenbrink (Gerd) schreibt am :

    Natürlich hat Reinhard May wunderbar die Dinge auf den Punkt gebracht.
    Wer einem (Mono) Theistischen Weltbild verhaftet bleibt und bleiben will, weil er den Schritt „vom Glauben zum Wissen“ nicht zu tun bereit ist, der wird alles das, was im Namen von Religion getan wird oder von unserem Gesetzgeber sanktioniert wird gläubig annehmen oder hinzunehmen bereit sein. Religionen sind Teil unseres kulturellen Erbes, für die Gegenwart haben sie aber keine Deutungshoheit mehr. also wehren wir uns, wenn etwas im Namen der Religion erlaubt sein soll, was ansonsten eine Straftat ist.

  15. brigasina schreibt am :

    Danke Reinhard Mey. Sein Lied ist Balsam für die Seele!
    Ich bin zutiefst entsetzt über die Tatsache, daß 434 Parlamentarier ihre Hand heben für eine Legalisierung, die nicht nur unser Grundgesetz beugt sonder auch die unterzeichnete Kinderrechtskonvention. Es ist der Roll-back ins 19. Jahrhundert, wo das Wort Kinderrecht ein Fremdwort war. Bestürzend ist auch die Tatsache, das diese verantwortungslosen Politiker aus allen Fraktionen kommen! Viele Reden, die diesbezüglich im Bundestag gehalten worden sind, zeugen von großer Inkompetenz des komplexen Themas.

  16. Realmenschin schreibt am :

    Niemand hat doch das Recht einem kleinen Wesen weh zu tun. Selbst die Menschen, die nicht durch ihr eigenes Empfinden nachfühlen können, dass auch schon Babys sehr schmerzempfindlich sind(noch mehr als Größere, da das Baby ja noch nicht in der Lage sein kann zu wissen, dass der Schmerz auch Mal aufhört, woher er rührt, warum dieser geschieht!)- selbst diese Menschen müssten doch inzwischen wenigstens durch Forschung zu überzeugen sein, was Schmerz für Kinder bedeutet. Das ist das EINE, das Nächste ist: Eltern können und dürfen nicht das Recht haben, dem Kind am eigenen Körper ohne medizinisch wirkliche Notwendigkeit, etwas zu nehmen, einzugreifen! Es ist der Eltern Religion- das Kind muss die Möglichkeit erhalten, sich später selbst zu entscheiden, als Erwachsener- eine körperliche Einführung in die Religion ist ein Zwang und schwerer Eingriff, der sich nicht mehr rückgängig machen lässt! Über Generationen….. und gerade das muss und darf angezweifelt und überprüft werden! Auch die Beschneidung von Mädchen- wogegen man sich so vehement(zum Glück, endlich!!) einsetzt- ist eine uralte Tradition, die zu ächten ist!
    Es wurde hier sehr vieles vermischt: Holocaust, Schuldgefühle, Aufarbeitung, Religionsfreiheit, Tradition….
    Aufarbeitung des Holocaust ist nur sehr begrenzt passiert- Aufarbeitung des Holocaust kann nicht bedeuten, Traditionen egal welcher Religion zu fördern, die eine Verletzung von Kindern beeinhaltet. Schweigegebote in Form von : wenn ihr die Gesetzte nicht so hinbiegt, wie es diese alten Traditionen gebieten, dannn seid ihr Rassisten, geht völlig vorbei an dem eigentlichen Anliegen von Kinderschützern. So können Probleme nicht gelöst werden, so lähmt man eine Nation, so lähmt man Entwicklung und ehrlichen Dialog. Lässt man sich ein auf eine solche Diskussion oder entscheidet man sich, zu handeln, im Sinne des Kinderschutzes. Irgendwann kommt vielleicht an, wie es gemeint ist. Es kann nicht sein, dass Politiker sich auf diese Diskussion einlassen, der Preis sind die Kinder, denen eine freie Entscheidung genommen wird und in deren Intimsphähre massivst und schmerzhaft eingegriffen wird. Erwachsene haben dazu einfach kein Recht!

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Artikel aus den Medien

ARD BRISANT ARD Tagesschau Augsburger Allgemeine Badische Zeitung Berliner Morgenpost Berliner Zeitung DER SPIEGEL derStandard.at DER TAGESSPIEGEL derwesten.de DEUTSCHE WELLE Deutschlandfunk Deutschlandradio DiePresse.com diesseits.de DIE WELT DIE ZEIT FOCUS Frankfurter Allgemeine Frankfurter Rundschau Hamburger Abendblatt Hannoversche Allgemeine Humanistischer Pressedienst Kölner Stadt-Anzeiger Leipziger Volkszeitung Lübecker Nachrichten Mitteldeutsche Zeitung n-tv N24 NDR.de NDR Info Neue Zürcher Zeitung nordwestradio Publik-Forum Saarbrücker Zeitung SPIEGEL ONLINE stern.de SÜDWEST PRESSE Süddeutsche Zeitung taz TP Presseagentur Berlin WAZ WELT ONLINE ZDF heute ZEIT ONLINE