6 Kommentare

  1. Sarah Mohn schreibt am :

    Faszinierend, mit welcher Eile die Bundesregierung fähig ist, gar das Grundgesetz zu ändern, wenn es um religiöse „Belange“ geht.

    Wir Betroffene von sex. Gewalt in der Kindheit schreiben uns seit beinahe 3 Jahren die Finger wund (offene Briefe, Stellungnahmen usw.), um dringende Änderungen zum Wohle der Kinder und gegen sex. Gewalt an ihnen zu erreichen.

    Nichts geschah bisher, nicht eine Gesetzesänderung wurde bewirkt, man begnügte sich mit lapidaren „Kann – Vereinbarungen“, allesamt auf freiwilliger Basis.

    Immer wieder wurden wir vertröstet, mit der faulen Ausrede, man könne nicht eben so mal ein Gesetz ändern. Wie man aber nun in diesem Fall sieht, scheint es doch „eben mal so“ zum Schaden der Kinder möglich zu sein.

    Und ich bin doch sehr verwundert, wenn ich mir die Begründung des Gesetzentwurfes durchlese, wie rasch sich hier die Politik gründlichst informiert hat, um ihr kinderverachtendes Vorhaben zu argumentieren.

    Begrüßenswert wäre es gewesen, wenn die Politiker und Entscheidungsträger auch rund um das Thema „sex. Gewalt an Kindern“sich so freudig und hurtig „fortgebildet“ hätten.

    Aber auch hier zeigt sich sehr deutlich, worum es geht. Ums Geld!!!
    Beschneidungen an Kinder, Säuglinge, die ohne Indikation (also aus wahnreligiösen Gründen oder aus „kulturellen“ Zwecken) durchgeführt werden, sind wie bisher auch privat zu finanzieren von den Tätern.
    Ergo! Dem Staat fallen hierbei keine Kosten an.

    Nicht so, wenn sie opferfreundliche Gesetze für sex. misshandelte Kinder einführen würden.

    Ein zweiter sehr interessanter Gesichtspunkt, der unsere Politiker entlarvt, erneut demaskiert:
    Wieder wird im Sinne der Täter entschieden. Eltern, die vorgeben, zum Wohle ihrer Kinder zu handeln, dürfen unter dieser Prämisse ihrem Kind Schaden und Schmerzen zufügen (beschneiden).
    Es wird immer vom Sorgerecht der Eltern gesprochen.
    Was zeichnet die Gruppe „Eltern“ aus? Dass sie Kinder haben. Also geht es hier um die Sorge der „Eltern“ um ihre KINDER!!! Und nicht um die Sorge der „Erfüllung“ ihrer (der Eltern also) RELIGION!!!

    Hier werden zwei völlig konträre Themen vermischt und als EINES abgehandelt. Die Sorge um das Kindeswohl wird dabei galant unter den Tisch gekehrt.
    Ich kann nur hoffen, dass endlich die vielen Geschädigten sich aufmucken und dagegen protestieren, die bisher in den unzähligen Foren und Blogs sich geäußert haben, und über ihr Schicksal berichteten. Es nützt nichts, wenn Nichtbetroffene hier ihre Meinung kund geben. Wir alle haben das nun monatelang versucht und gegen die Wand geschrieben.
    Und ich kann nur hoffen, dass alle Beschnittenen, die sich in ihrem Kindeswohl „beschnitten“ fühlten – im Erwachsenenalter den Mut finden, Anzeige zu erstatten und eine Entschädigung vom Staat (OEG) fordern.
    Denn es ist die Pflicht des Staates, sich um das Wohl ALLER Bürger, um die Unversehrtheit aller BÜRGER zu kümmern. Auch Gesetzesänderungen entbinden den Staat nicht von dieser Pflicht!!!

    Wenn dieses Gesetz durchgehen sollte – was ich bezweifle, da auch ich der festen Überzeugung bin, dass es verfasssungswidrig ist – macht sich der Staat schuldig an vielen – unzähligen Kinderleid mit verheerenden Auswirkungen (Langzeitschäden, die mittlerweile allen bekannt sein dürfte, amt den Traumaschäden usw.).

    Und das alles – weil ihr Hirn beweihraucht ist, weil diejenigen, die lauter schreien, in unserem Staat Recht bekommen. Wer droht, erhält Gehör! In welchem Land leben wir eigentlich?

    Von einem Rechtsstaat sind wir mittlerweile weit entfernt. Recht ist Auslegungssache. Recht wird gesprochen, zugesprochen und hat nichts, aber gar nichts damit zu tun, wer Recht hat. Recht hat bei uns, wer viel Geld, Einfluss und Macht hat.

    Das zeigt wieder einmal, dass Religionen NICHT vom Staat getrennt sind, sondern nach wie vor wie in Zeiten des 1. Konzils eng verstrickt sind mit ihm.

    Und wie es sich durch die gesamte Geschichte durchzieht, haben Kinder in den Religionen keine Lobby, müssen sich „opfern“ für einen irrwitzigen Gott, Alaah oder wie immer man ihn beliebig bezeichnen mag.

    Ich plädiere dafür, dass alle, die diesem Gesetzesentwurf (auch im Ethikrat) zugestimmt haben, sich solch einer Beschneidungsprozedur unterziehen sollen. Erst dann können sie darüber befinden, ob das eine Körperverstümmelung mit Langzeitschäden ist, oder eine rein „religiöse“ – „kulturelle“ Pflichterfüllung zm „Wohle des Kindes!!!!“

    Ich könnte echt kotzen über so viel Scheinheiligkeit unserer Politiker!!!

    Sarah Mohn

  2. Eva schreibt am :

    http://www.bundestag.de/presse/hib/2012_11/2012_499/04.html

    Berlin: (hib/VER) Der Rechtsausschuss wird am Montag, 26. November 2012, eine Expertenanhörung zum Thema Beschneidung durchführen. Das haben die Ausschussmitglieder in ihrer Sitzung am Mittwochvormittag einstimmig beschlossen. Beginn der Anhörung wird um 12 Uhr sein. Im Mittelpunkt wird ein Gesetzentwurf der Bundesregierung „über den Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes“ (Drucksachen-Nummer liegt noch nicht vor) sein.

    Interessierte Besucher können sich unter Angabe ihres vollständigen Namens und Geburtsdatums direkt beim Rechtsausschuss per E-Mail (rechtsausschuss [at] bundestag.de) oder Fax (030/227-36081) anmelden.

  3. Doro schreibt am :

    Grünen-Politikerin Göring-Eckardt ist Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl 2013:

    Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Katrin Göring-Eckardt (Grüne), möchte das Recht auf religiös motivierte Beschneidungen gesetzlich garantieren. „Ich wünsche mir eine breite Mehrheit für ein Gesetz, dass die religiöse Beschneidung erlaubt“, sagte Göring-Eckardt. Die Beschneidung sei das Zeichen für Juden und Muslime, dass sie zu der jeweiligen Religionsgemeinschaft gehörten. „Beschneidung bedeutet hier Beheimatung in der Religion der Eltern“, so die Grünen-Politikerin. Dies zu verhindern, sei auch eine Art Verletzung.
    (Quelle: Fulda Info, 16.09.2012)

  4. Sarah Mohn schreibt am :

    Zitat: Kathrin-Göring Eckardt

    „Die Beschneidung sei das Zeichen für Juden und Muslime, dass sie zu der jeweiligen Religionsgemeinschaft gehörten. „Beschneidung bedeutet hier Beheimatung in der Religion der Eltern“

    Im Umkehrsatz hieße das, dass weibliche Personen nicht der „jeweiligen“ Religionsgemeinschaft angehören, ergo in den Kreis der Erlauchten nicht aufgenommen werden können, weil nicht beschnitten!!!

    Merken die eigentlich noch was da oben???

    Und ganz am Rande erwähnt:
    Bei den Muslimen hat die Beschneidung null und nichts mit ihrer Religion zu tun!!! Sondern mit einem Brauch, einer hergeleiteten Tradition.
    Denn die Beschneidung wird im Koran nicht explizit erwähnt und lässt sich lediglich aus der Anweisung, der Religion Abrahams zu folgen, ableiten:

    „Sprich: ‚Was Gott sagt, ist die Wahrheit. Folgt dem Weg Abrahams, des Hanifen! Er glaubte innig an Gott, Dem er keine anderen Gottheiten zugesellte.“

    – Koran 3:95

    Aussage Mohammeds in einem Hadith:

    „Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: Der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: Zur Fitra (natürlichen Veranlagung) gehören fünf Dinge: Die Beschneidung (der Männer/Jungen), das Abrasieren der Schamhaare, das Schneiden der (Finger- und Fuß-) Nägel, das Auszupfen (bzw. Rasieren) der Achselhaare und das Kurzschneiden des Schnurrbarts.“

    – Sahih Muslim: Buch 2, Nummer 495, 496[29]

    Soviel dazu!!!

    Zitat der „Grünen Eckardt“:
    „Dies zu verhindern, sei auch eine Art Verletzung.“

    Also ist dieser Politikerin sehr wohl bewusst, dass die Beschneidung eine „Art“ Verletzung ist, auch wenn sie diese bagatellisieren will, indem sie fadenscheinige Gründe (Religion…) vorschiebt. Denn sie stuft eine Ablehnung der erstrebten gesetzlichen Regelung – also eine Ablehnung zur Legitmation von Beschneidungen als – Zitat: „auch“ eine Art Verletzung“ ein!!!

    Würden sich Sekten solcher Traditionen bedienen, wäre das Geschrei groß und alle Welt würde sich erbrüsten, zu Recht!!!

    Nur weil es eine große Religion ist, die bekannt ist für ihre radikalen, teils fundamentalistischen Ausbrüche, kuschen unsere Politiker.
    Angst war schon immer ein schlechter Ratgeber. Ich könnte wetten, falls diese Gesetz tatsächlich durchgewunken wird (auch beim Verfassungsgericht, was ich absolut nicht hoffen will), dass weitere Forderungen gestellt werden und zwar auch von anderen „angeblichen“ Religionen, die es mit den Menschenrechten ebenso nicht so genau nehmen, denen die hörige Religionsergebenheit mehr wert ist, als die Unversehrheit eines Menschenlebens !!!

    Wie ist es dann bestellt mit den Selbstmordattentäter. Das wird doch auch begründet mit dem Glauben (Religion), dass ihnen dann 70 Jungfrauen im Jenseits bereit gestellt werden. Na dann – Prost – Mahlzeit! Da legt sich unsere regierende Justiz mal ein ganz, ganz großes selbstverschuldetes Ei ins Nest. Wie will sie sich da wieder raus reden, um das Recht auf Gleichberechtigung zu gewähren!!! Klar, das ist jetzt vielleicht ein sehr krasser Vergleich, den ich hier anbringe, aber so ähnlich könnte es durchaus laufen, wenn sich dieses Gesetz zur Legitimation der Beschneidung mit der Begründung zur freien Religionsausübung durchsetzen wird.

    Ich könnt echt kotzen!!!

  5. Martina schreibt am :

    Nun gehen die Grünen auch schon mit “ christlich“ auf Stimmenfang.

    Ob das gut geht?

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