6 Kommentare

  1. Anna M. schreibt am :

    Was für ein Mist!
    Selbst wenn es so wäre, daß bestimmte Genvoraussetzungen irgend was mit der Verarbeitung von Traumata zu tun hätten, darf doch stark bezweifelt werden, ob MEDIKAMENTE als Therapie angebracht sind.
    Medikamente können die (schmerzhafte) Aufarbeitung niemals ersetzen!

  2. Jacqueline schreibt am :

    Seitdem ich auf der Suche meiner Verarbeitung war, dauerte gut 20 Jahre dieser Prozess, musste ich feststellen, dass eine gewisse Verletzlichkeit aufweise, die sich körperlich, seelisch zeigt. Und es wichtig ist, damit zu lernen umzugehen.
    DA ich ebenso schwerhörig bin – war nun mein Weg in die Frührente so beschleunigt.

    Gewusst habe ich es schon immer, dass sich diese frühe Prägungen einfach irgendwo zeigen müssen, Medikamente sind nur eine Krücke, dabei ist noch zu lernen, ob diese wirklich helfen oder nur Alibi – Uebung sind, sprich den Organismus zusätzlich belasten.

    Denn das haben die Gesunden noch nicht verstanden, dass nicht unbedingt JEDE HILFE GUT sein muss, sondern wir lernen müssen, das für uns rauszufinden und dann zu dem NEIN zu sagen lernen, was uns ZUSÄTZLICH schadet.

    Genauso wie Hörgeräte nur Hörhilfen sind, aber kein Gesundes Gehör machen – auch ein Mythos – da es Computer sind, die Verstärker sind, schwierig dann aber auch, wenn man wie ich auch noch seit 1995 einen chronischen Tinnitus hat.

    Alles hat 2 Seiten.

    Nur wir Betroffenen können mit den Mythen aufräumen, die bei den Theoretiker und Gesunden im Geiste herumschwirren…

    Und ich denke, das die Erkenntnis, dass Traumatas sogar genetisch nachweisbar sind, uns ZEIGEN, dass die SEELE und der KÖRPER NIE vergisst und auch zeigen, dass der Mensch nicht alles auf DAUER etragen kann – ohne dass er SCHADEN nimmt!

  3. Sabine51 schreibt am :

    Meine Traumatherapie habe ich bei einer Homöopathin gemacht, die sich darauf spezialisiert hat und davon überzeugt ist, dass sich das Trauma auch körperlich festgesetzt hat. Daher habe ich in jeder Sitzung auch Homöopahtie bekommen und gemerkt wie der Körper mitgearbeitet hat, den Mist rauszulassen. Das habe ich als sehr klärend empfunden, mega anstrengend. So lebe ich heute mit der Gewißheit, dass sich das Trauma nicht manisfestiert und ich keine schwere Krankheit erleiden muß. Vielleicht ist das die Richtung, die die Forscher meinen.

  4. eva phoenix schreibt am :

    @ anna ( und alle Trauma-ueberlebenden)

    Es gibt kein Medikament mit dem ein PTBS behandelt werden koennte. Dies weiss die WIssenschaft schon lange. Jetzt hat sogar die Amerikanische Militaer behoerde, die bis vor kurzem Soldaten mit Kampf erzeugtem PTBS „medikamentiert“ hat, um sie zuruck in die Schlacht schicken zu koennen, oeffentlich festgestellt. (Wenn jemand dafur interesse hat, kann ich versuchen, den betreffenden artikel per PDF in dieses forum zu stellen , allerdings auf english)

    Ich habe seit 65 Jahre PTBS. Da es die Diagnose PTBS erst seit 1980 gibt und ich erst die korrekte Diagnose fuer meine Leiden 1995 erhalten habe, musste ich lernen, aus eignene inneren Kraften damit umzugehen. Das folgende hat mir am meisten geholfen (unter anderem):

    Ich hoffe dies hilft anderen Trauma ueberlebenden:

    Ein konsistentes Program von „aerobic exercise“:
    optimal jeden Tag 30 bis 60 Minuten aerobic , mindestens jedoch 2 – 3 Mal die WOche fuer insgesamt 150 Minuten per WOche. (Schnelles gehen, Schnelles Schwimmen, Fitness Center, Fahrrad fahren, tanzen, – genugend um etwas ausser atem zu kommen aber noch sprechen zu koennen)

    Tai-Chi ; a) es ist eine form der mediation b) „wenn ich nur damals mit 6 Jahren als ich Opfer sexueller Gewalt wurde, Tai Chi gekonnt hatte, dann haette ich mich erfolgreich wehren koennen“ – in jeder TaiChi stunde konnte ich mein trauma wiederspielen – diesmal in einem benvolenten umfeld und mit positivem endresultat) (Tai Chi ist eine non-agressive Form der Selbstverteigung.)

    Massage: optimal 1 per Woche. Streicheleinheiten von nicht Masseusen sind auch gut

    Diese Dinge sind wissenschaftlich fundiert. Ausserdem habe ich sie selbst ausprobiert und habe damit sehr guten Erolfg gehabt:

    Trauma beschaedigt den PTBS-Regelkreis im Gehirn, insbeosndere Hippocampus und Mandelkern region. Der Hipppocampus spielt (u.a.) eine ROlle in Stressreaktionen – er schaltet sie ab. Wenn er geschadigt ist, kann er das nicht mehr effizient. (Der Schaden an der Mandelkernregion tragt u.a. zu den Flash-Backs bei)
    Der H. verkleinert sich von den Stresshormonen, die durch Trauma ausbschuettet werden, die M. verdichtet sich. Aus diesem Grund koenen die beiden ihre Aufgabe nicht mehr gut ausfuehren. (Ja, tut mir leid, aber jedes Trauma das schlimm genug ist um PTBS zu erzeugen, erzeugt auch einen physiologischen und per fMRI feststellbaren Gehirnschaden) (Ausserdem eine Schadigung der Stress achse (Hypothalamus-Pituatary-Adrenal axis)
    die dann auch permanent kompromitiert wird; das ist mit ein Grund warum PTBS ueberlebende nicht gut mit Stress im spateren LEben umgehen koennen)

    Aerobic Exercise stimuliert die neurogenese im Gehirn, insbeosndere im H. und in der M. – sie koenne sich zumindest in einem gewissen Grad erholen;. Ausserdem erzeugt a.e. auch „fuehl-gut“ hormone, die die Stimmungslage verbessern.
    Ausserdem hilft es mit schlafstoehrunge, und beim Energiemetabolismus, worauf PTBS Leidende achten muessen. (Die Stress achse ist dicht mit dem ENergymetabolismus verquickt)

    Zusatzlich hilft a.e. dem Koerper, die Stress hormone zuruck zu metabolisieren, und hilft, die Stress achse zu beruhigen.

    Massage und Streicheleinheiten stimulieren die Produktion von Oxytocin, das HOrmon der Entspannung, des Vertrauens, der Bindungsfahigkeit.
    Jeder der sexualiserte Gewalt hat erahren muessen, braucht extra Dosen von Vertrauen, Entspannung und Bindungsfahigkeit.

    Wenn das, was ich gelernt habe nur einem einzigen Menschen helfen kann, dann macht mich das gluecklich.

    eva phoenix

    PS : betr.: aerobic exercise: um eine Besserung zu erzielen muss das a.e. konsistent ueber laengere Zeit gemacht werden, bevor sich resultate zeigen. Im alter von 65 Jahren hat mein koerper ca 9 monate gebraucht bis ich anfing mich so viel besser zu fuehlen;; nach einem jahr habe ich jeden Tag mit grossem Erstaunen festgestellt: mir geht es ja so gut – so gut habe ich mich noch nie gefuehlt; Ich glaube mein Gehirn ist am heilen.

    Wunsche euch allen das gleiche.

    ps 2: obiges ist notwendig aber nicht ausreichend.
    hinzu kommt therapy . stressmanagment, wieder gutmachung und wiedereinbindung in eine benevolente gemeinschaft.

  5. Anna M. schreibt am :

    Danke Eva,
    ergänzend dazu möchte ich meine Strategie zum Ausstieg aus der Opferrolle vorstellen, denn die PTBS wir meiner Ansicht nach verstärkt bzw. kann nicht heilen, wenn die Traumatisierung immer weiter geht und die kranken Beziehungsstrukturen perpetuiert werden.
    1. Vermeiden jeglichen Kontakts mit den Misshandlern meiner Kindheit und mit den WegseherInnen und TätersympathisantInnen.
    2. Vermeiden von Kontakt mit aktuellen TäterInnen, d.h. Menschen, die mich dominieren wollen.
    3. Vermeiden von Kontakt mit Menschen, die das Leid ihrer Kindheit verleugnen oder bagatellisieren.
    4. Wenn Menschen versuchen mich schlecht zu behandeln bzw. zum Opfer zu machen, gibt es genau zwei Möglichkeiten: Flucht oder Widerstand.
    Alles andere ist Selbstbetrug.
    5. Ständiges Ausdrücken der Wut auf die Misshandler meiner Kindheit. Nur so fühlt sich mein verletztes Kind sicher. Und nur so schaffe ich den Widerstand gegen aktuelle potenzielle TäterInnen.

  6. Realmenschin schreibt am :

    Hallo, als schwer Betroffene mit ebensolchen Folgen stelle ich nach 12 Jahren Aufarbeitung/Traumatherapie, fest, dass sich manches auf jeden Fall verändert hat, was aber auch ein sehr langer Prozess war und ist, und „machen“ in dem Sinne, geht nicht, es ist nicht steuerbar. Mit Sport und Bewegung können auch gegenteilige Reaktionen ausgelöst werden, das kommt sehr auf den Mensch und die jeweiligen Trauma-Folgen an… Man muss eigentlich bei ALLEM überprüfen ob das für einen passt oder nicht. Für die einen ist z.B. EMDR ein Segen, für andere kontraproduktiv bis schädlich…
    Ich finde es hilfreich und positiv, dass es endlich vordringt in die Öffentlichkeit, dass die Auswirkungen in den gesamten Organismus einwirken. Für mich das ist das selbstverständlich, ich lebe damit, leider und mit vielfältigen gesundheitlichen Folgen. Ich freue mich sehr für die Menschen, deren Traumata nicht so früh angefangen haben, und vielfach. Je nachdem wieviel und wie früh, und was, desto heftiger. Kindheit ist PRÄGEZEIT. Natürlich prägt sich das alles auch in den Körper ein, der Körper ist ja unser „zuhause“- eigentlich. Und alleine schon auszuhalten darin weiterzumachen und auch mit Krankheiten umzugehen, und damit den Körper wahrzunehmen, oder ihn kaum wahrnehmen, etc… stellt einen manchmal vor heftige Probleme! Natürlich geht auch der ständig- ohne dass man das möchte- erzeugte Stress durch Auslöser auf die Gesundheit, und natürlich reagieren Traumaüberlebende anders, das Gehirn merkt sich das was war, selbst wenn es einem selbst nicht bewusst ist. Wir sind eben keine Maschinen, die eben Mal repariert werden können, wir haben Seele, Geist, Körper und Herz… “ ein Herz lässt sich nicht reparieren…“ Auch in Trauerphasen, die zu durchleben sind, kommt nicht das Ende, an dem dann alles „abgearbeitet“ ist(abgesehen davon, wie schwer so eine Phase ist und als solches auch sehr stressig und schwer..)- diese Erfahrung kann ich nicht teilen. Ja, es ändert sich einiges, aber mit gewissen Folgen muss man leben und das ständige aktivierte Stresshormon…..Schilddrüsen lösen sich auf…. zu viel Bewegung(wenn man z.B. die Idee hatte Stress abzubauen, oder um die starken Gefühle auszuhalten) kann Arthrose erzeugen, etc… Erblich sind aus meiner Sicht- ohne wissenschaftlich argumentieren zu können- natürlich auch Neigungen(zu Depressionen, etc…), aber JEDER wird auf IRGENDEINE Weise reagieren, wenn er bestimmten Traumata ausgesetzt ist, das ist natürlich. Wenn niccht, wären wir Roboter. Und die einen reagierenn so, die anderen so, die einen brauchen zum Schutz Amnesie, was dann einfach vom Hirn so gemacht wird(in Laiensprache aber mit Erfahrung, ausgedrückt), die anderen erinnern alles, fühlen aber nichts dazu, und es gibt das auch vermischt, und vieles vieles mehr.. andere haben Psychosen, wieder andere Depressionen, andere eher aggressiv, andere so….. Ob das nun von einem Gen eher in die eine oder in die andere Richtung geschubst wird…. Einfach „so“ brechen meiner Ansicht nach solche Dinge nicht durch. Von daher sollte man sich einerseits darüber Gedanken machen, dass Gewaltausübung und anderes, eben tiefreifende Folgen hat und andererseits aber intensiv daran denken sollte, dass es darum gehen sollte, zu verhindern dass all die schlimmen Taten geschehen und dass dagegen keine Wunderpillen helfen, sondern Kinderschutz vor Täterschutz, eine sensible, warmherzige Gesellschaft und auch bessere Möglichkeiten zur Trauma- Therapie und Verständnis für das „lebenslang“ der Opfer…. und vieles mehr….
    Gruss, Realmenschin

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