Enthüllungen der Schwester erschüttern Nastassja Kinski

11.01.2013: gmx.net

Die Schauspielerin Nastassja Kinski hat sich „erschüttert“ über den jahrelangen sexuellen Missbrauch ihrer Schwester Pola durch ihren Vater Klaus Kinski gezeigt. „Ich bin zutiefst erschüttert“, schrieb Nastassja Kinski in der „Bild“-Zeitung. „Aber: Ich bin stolz auf ihre Kraft, ein solches Buch zu schreiben. Ich kenne den Inhalt. Ich habe ihre Worte gelesen. Und ich habe lange geweint.“
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21 Kommentare

  1. kar schreibt am :

    Ein hoffnungslos wahnsinniger Spinner, das war der Kinski schon immer. Im übrigen war das kein Einzelfall. So wurde vor einigen Jahren bekannt, das Kinski seine Ärztin in geistiger Umnachtung regelrecht terrorisiert hat, was mit dazu geführt hat, das der zeitlich befristet eingewiesen werden musste.

    Mehr:

    http://www.rp-online.de/gesellschaft/leute/klaus-kinskis-psychiatrie-akten-aufgetaucht-1.2024421

    In dem Zusammenhang noch interessant:
    http://www.youtube.com/watch?v=lxgPJlrHlmA

    Und auch sonst hat Kinski seinen Wahnsinn ausgelebt!

    http://www.youtube.com/watch?v=nOwiZZlgc9o

    http://www.youtube.com/watch?v=NJ4feWhLGuE

  2. Simone schreibt am :

    für mich war Kinski ein ekelhafter abscheulicher Psychopath. Es wundert mich nicht, das er eingewiesen werden mußte.
    Das seine Tochter Pola jetzt ihr Schweigen bricht und in einem Buch über die schrecklichen Dinge berichtet ist sehr wichtig, sie unterstützt damit viele Menschen die auch sex. Gewalt und Misshandlungen ertragen mußten. Durch ihr Buch wird das Thema nochmals in die Öffentlichkeit gerückt.
    Nachdem ich den obigen Artikel gelesen habe, frage ich mich : Wie konnte dieses Monster Kinski jahrelang seine Tochter missbrauchen, wo war ihre Mutter, wo ihre Geschwister ? Warum hat dem Mädchen niemand geholfen? Ich kann mir nicht vorstellen, das niemand in der „Familie“ etwas bemerkt hat.

  3. Doro schreibt am :

    @Simone:

    Warum niemand etwas getan hat? Naja, erstens beantwortet Pola Kinski dies ja ein stückweit selbst, wenn sie berichtet, dass die Mutter sich wenig bis garnicht gekümmert hat, die Geschwister waren wohl noch zu klein und der Missbrauch hat ja auch stattgefunden, wenn Pola bei Kinski war (dort lebten die Geschwister nicht).

    Aber den viel wesentlicheren Punkt finde ich, dass sexueller Verkehr mit Kindern damals nicht so eindeutig verurteilt wurde. Die Wenigsten wissen heute noch, dass in den 1970er und 1980er Jahren das Sexualstrafrecht in der Bundesrepublik Deutschland sehr umstritten war. Es wurde unter anderem auch eine völlige Abschaffung des Sexualstrafrechtes einschließlich des § 176 StGB über den sexuellen Missbrauch von Kindern diskutiert.

    Auch Teile der Kriminologie und der Sexualwissenschaften diskutierten in der Folge der so genannten „Sexuellen Revolution“ der End-1960er und 1970er Jahre dieses Thema kontrovers und plädierten für einen neuen Umgang mit sexuellen Kontakten zwischen Kindern und Erwachsenen. Sie unterschieden dabei zwischen „gewaltfreien Akten, denen das Kind zustimmte“, und sexuellem Missbrauch.

    Auch innerhalb der damaligen Partei „Die Grünen“ gab es Diskussionen um eine Abschaffung des Sexualstrafrechts, und damit auch um eine Abschaffung des § 176 StGB über den sexuellen Missbrauch von Kindern. Im Einzelnen heißt es in dem Papier: „einvernehmliche Sexualität (ist) eine Form der Kommunikation zwischen Menschen jeglichen Alters, Geschlechts, Religion oder Rasse und vor jeder Einschränkung zu schützen“. Sex mit Kindern sei „für beide Teile angenehm, produktiv, entwicklungsfördernd, kurz: positiv“. „Einvernehmliche sexuelle Beziehungen dürfen grundsätzlich nicht kriminalisiert werden“. Es sei nicht hinzunehmen, dass Erwachsene, die „die sexuellen Wünsche von Kindern und Jugendlichen ernst nehmen und liebevolle Beziehungen zu ihnen unterhalten“, mit Gefängnis bis zu zehn Jahren bedroht würden. (Quelle: Wikipedia)

    Damals herrschte in Deutschland ein durchaus „offenes“ Klima für Kindesmissbraucher, nicht nur die Missbraucher selbst, sondern auch „Wissenschaftler“, „Reformpädagogen“, Künstler, Juristen usw. traten für die „Befreiung der kindlichen Sexualität“ ein.

    Die von Organisationen wie der DSAP (Deutsche Studien- & Arbeitsgemeinschaft Pädophilie) oder dem AKP (Arbeitskreis Päderastie) selbstbewusst erhobene Forderung nach Straffreiheit für sexuelle Handlungen an Kindern wurde auch von Sexualwissenschaftlern, Kinderpsychologen und Juristen offen diskutiert. (Quelle: taz)

    Schulmädchen-Report ist der Titel eines 1970 erschienenen Buches, das „Interviews“ mit zwölf Mädchen und jungen Frauen im Alter von 14 bis 20 über ihre Sexualität präsentierte. Intention des Autors für die Veröffentlichung des Buches war laut Eigenangabe eine „wahrheitsgetreue Darstellung des sexuellen Verhaltens moderner junger Mädchen“ der (damaligen) Gegenwart. Der noch im selben Jahr in die deutschen Kinos gekommenen gleichnamigen Verfilmung war ein derartiger Erfolg beschieden, dass bis 1980 noch zwölf Fortsetzungen produziert wurden. (Quelle: Wikipedia)

    In Deutschland erfand Klaus Rainer Röhl, der Herausgeber von „konkret“, der damaligen Hauspostille der 68er, die Kindersex-Cover (seine Töchter Anja und Bettina berichteten als Erwachsene von sexuellen Übergriffen durch den Vater, als sie Kinder waren). In der linken Presse schließlich ist das Problembewusstsein so gering, dass sogar die dreiste Behauptung, Pädophile seien „Kinderbefreier“, setzten sich für eine freie Sexualität der Kinder ein, unwidersprochen bleibt. (Quelle: EMMA)

    Im Zuge der „sexuellen Befreiung“ nahm sich nun so mancher 68er die Freiheit des offenen Zugriffs auf das Kind (bei seinem Vater war der noch verdeckt gewesen). Die „Befreiung der kindlichen Sexualität“ (durch die Erwachsenen) galt als Programm so mancher „antiautoritären“ Erziehung, schreibt Alice Schwarzer.

    Seit Beginn der 70er Jahre wehrten sich in der BRD und auch in Nachbarländern wie Holland oder Frankreich Pädophile zunehmend offen gegen §176 des Strafgesetzbuches. In Fachzeitschriften traten vor allem sich als progressiv verstehende Sexualwissenschaftler und Pädagogen engagiert für das Recht auf Pädophilie ein. (Quelle: EMMA)

    Teile des linksalternativen Milieus sympathisierten mit Pädophilen. (Quelle: taz)

    Bei der Sexualstrafrechtsreform 1976 waren es ausgerechnet die fortschrittlichen unter den Experten, die den Ausschlag zur Reform des § 173 und damit zur Strafmilderung bei Inzest gaben. So plädierte der renommierte Gerichtsgutachter Maisch damals mit einer „tragischen Verkettung von Zuneigung und Ablehnung, Angst und Faszination, Fürsorge und Rücksichtslosigkeit. Kurz, der ganzen Zwiespältigkeit, die gerade den engsten zwischenmenschlichen Beziehungen innewohnen kann“. (Quelle: EMMA)

    Ende der 1970er Jahre wurde Pädophilie mehr und mehr ungeniert als Kavaliersdelikt deklariert. Da titelte die „Quick“ mit den „Lolitas, die Macht über die reifen Männer haben“, nimmt sich der „Stern“ verständnisvoll der armen „verdammten Verführer“ an. Die Kinder selbst wollen die pädophilen Beziehungen, heißt es. (Quelle: EMMA)

    Der SPIEGEL (!) titelte 1977 mit „Die verkauften Lolitas“: Das Foto zeigt die damals zirka 12-jährige Eva Ionesco in eindeutiger Pose (http://www.frauenmediaturm.de/uploads/pics/77_D5_Spiegel77_gr.jpg). Eva Ionesco wurde von ihrer Mutter, einer Fotografin, jahrelang zu pornografischen Fotos missbraucht.

    Im Jahr 1979 ruft die „taz“ zur sexuellen Revolution auf: „Wir müssen weg von der verkrüppelten, staatlich verordneten Normalität“, fordert der Autor Olaf Stüben und ermuntert zum Leben einer „konkreten Utopie“: Sex zwischen Erwachsenen und Kindern – gleich welchen Alters. (Jahre später stellt sich heraus, dass einer der Gründer der „taz“ ebenfalls Kinderschänder war) (Quelle: taz)

    Die erst in Heidelberg und später in Nürnberg aktive Indianerkommune war ein Wohnprojekt für Erwachsene und Kinder, das sich einer selbst gezimmerten Ideologie von Konsumverzicht und freier Liebe verschrieben hatte. Die Indianer, die sich nach den bedrohten Urvölkern benannten, begriffen sich als von der Mehrheitsgesellschaft bedrohter „Stamm“. Bunt bemalt und lautstark vertraten sie in der Öffentlichkeit Forderungen wie freie Sexualität von Kindern mit Erwachsenen, Abschaffung der Schulpflicht, das Recht von Kindern, von zu Hause abzuhauen. Im „Jahr des Kindes“ 1979 erregten sie Aufsehen durch Hungerstreiks, 1981 durch einen Prozess gegen „Oberindianer“ Uli Reschke wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern. (Quelle: taz)

    1977 vergewaltigte Roman Polanski (43) eine 13-Jährige (und konnte sich bis heute der Strafe entziehen). Wenige Jahre später begann er in Paris eine „Arbeits- und Lebensbeziehung“ mit der damals 15-jährigen Nastassja Kinski.

    Woody Allen machte mit der minderjährigen Adoptivtochter seiner Frau Pornofotos und heiratete sie später. Der Umgang mit Adoptivtochter Dylan wurde ihm später gerichtlich verboten, da bei der Siebenjährigen Symptome von sexuellem Missbrauch durch den Vater festgestellt worden waren.

    Daniel Cohn-Bendit veröffentlicht 1975 seine „Autobiografie“, in der er offen von sexuellen Kontakten zu ihm als Kindergärtner anvertrauten Kindern zwischen 1972 und 1974 schreibt.

    Klaus Rainer Röhl missbrauchte in dieser Zeit mindestens eine seiner minderjährigen Töchter. Klaus Kinski offenbar ebenfalls. In einer Talkshow 1977 soll Kinski gesagt haben: „Here, you land in prison for sleeping with a 12-year-old girl; in the Orient, they marry at age 11. Isn’t that absurd?” Und das Publikum soll unter Gelächter applaudiert haben.

    Sie alle waren ganz sicher nicht die einzigen.
    Dies ist der wichtige Hintergrund zu der Frage, warum denn damals niemand etwas gegen Klaus Kinski unternommen hat. Warum niemand Pola und den anderen missbrauchten Kindern (uns) zu Hilfe kam.

    Weil man Gefahr lief, von der Linken als „Spießer“, als „verklemmt“ und „rückständig“ gebrandmarkt zu werden (was nicht darüber hinweg täuschen sollte, dass den konservativen Kindesmissbrauchern – einschließlich Pfarrern, Lehrern, CDU-Wählern etc. – diese Diskussion grundsätzlich auch zupass kam: so konnten sie weitermachen wie all die Generationen davor, jetzt sogar mit dem Gefühl, den Kindern etwas „Gutes“ zu tun).

    Weil sogar die Wissenschaft scheinbar „Forschungsergebnisse“ lieferte, die Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern als okay verkaufte. Die Wissenschaft!!!

    Weil auf jeder gesellschaftlichen Ebene die Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern als okay verkauft wurde. Wie gesagt: Es wurde auch eine völlige Abschaffung des Sexualstrafrechtes einschließlich des § 176 StGB über den sexuellen Missbrauch von Kindern diskutiert.

    Hier gibt es meiner Meinung nach noch einiges aufzuklären. Ich persönlich halte dies übrigens auch für Gründe, warum die heutige Aufklärung in Sachen Kindesmissbrauch in Deutschland so schleppend verläuft: Weil diejenigen, die durch ihre damalige Haltung selbst zu Mittäterinnen und Mittätern geworden sind, noch heute an den Schaltstellen sitzen.

  4. helga04 schreibt am :

    @Simone

    Wieso fragst du die gleichen Fragen, wie alle Unaufgeklärten! Die Mütter wissen es tatsächlich in den meisten Fällen. In den Familien ist es bekannt. Selbst die Gerichte bestrafen es heute noch als Bagatelle!

    Menschen die sich outen, haben ein vielfaches Problem. Es beginnt ein Spiessrutenlauf:

    – es wird ihnen nicht geglaubt
    – sie fühlen sich schuldig
    – sie haben Angst
    – sie werden ausgegrenzt
    – sie leiden an Essstörungen, Süchte, Persönlichkeitsstörungen etc.
    – sie sind so geschädigt, das nicht alles erinnern können
    – sie haben oft keine Worte, das Geschehen zu erzählen
    – sie können den Konflikt nicht lösen! eine Vertrauensperson zu haben die sie lieben (hier der Vater) und sich ausgeliefert fühlen all seinen Willen verfügbar zu sein.

    Das alles ruft eine absolute Hilflosigkeit hervor die in einem Psychotrauma endet. Diese Menschen sind Zombies. Sie funktionieren nur noch auf bestimmten Gebieten. In der Mitte des Lebens kommt der Punkt, da wird der Druck so gross, das man es nicht mehr aushalten kann. Der Schneeball ist zu einer Lawine geworden und reisst alles mit. Hier geht nur noch sich mit dem Thema auseinander zu setzen, was sehr schmerzhaft ist oder sich individuell umzubringen.

    Man spricht nicht umsonst von Seelenmord!

    Die Vorstellung, es passiert und das Kind erzählt und dann wird gehandelt….ist falsch! Es wird versucht dem Kind eine falsche Wahrnehmung einzureden. Schuldgefühle zu verpassen und am Selbstwert zu rütteln. Nach dem Motto…selbst schuld. Dann kommen Drohungen, du kommst ins Heim. Papa kommt ins Gefängnis etc.

    Wäre die Kinder in einer liebevollen Familie gross geworden, wäre das nicht passiert! In diesen Familien lebt die Morbidität schon mit.

    Bitte nicht falsch verstehen…..aber es ist für mich immer wieder erschreckend, wie naiv hier von Nichtbetroffenen reagiert wird.

  5. Raiwy schreibt am :

    Das ist nicht ungewöhnlich, dass niemand etwas bemerkt, leider !!! Sonst gäbe es nicht immer noch die Fälle, wo Eltern sogenannten Kulten angehören und ihre Kinder dorthin bringen/schicken und grausamsten Quälereien aussetzen. Diese Eltern spielen den anderen Geschwistern ( wenn sie nicht auch gequält werden) ein Theaterstück ohnegleichen vor. Das Geschwisterkind hat dann keinerlei Chance etwas mitzubekommen, es wird generalstabsmäßig kontrolliert, damit es eben keinerlei Chance hat. Und nach außen hin sind die Eltern eine gutbürgerliche Familie, wo ja alles immer nur toll und schön ist 🙁

  6. Anna M. schreibt am :

    Danke, Doro für diese gute und gründlich recherchierte Zusammenfassung.

    Was mich bei dieser Aufdeckung wundert:
    Es ist kaum vorstellbar, daß Nastassja keine Übergriffe von ihm erlebt hat, soweit sie überhaupt mit ihm Kontakt hatte.
    Warum sollte dieses Tier (und ich entschuldige mich bei den Tieren, sie mit diesem Ungeheuer zu vergleichen) vor seiner jüngeren Tochter Halt machen? Es ist bekannt, daß Täter jede Gelegenheit nutzen, um ihrem Gewalttrieb nachzugehen. Diese Störung ist nicht heilbar wie wir wissen und es ist zu vermuten, daß Kinski nichts unternahm, um damit aufzuhören. Zumal er in dem von Doro beschriebenen Klima auch keine Veranlasung hatte.

  7. Simone schreibt am :

    @Helga04, sind Sie Betroffene? leider bin ich keine „Nichtbetroffene“. Meine Kinder wurden vom eigenen Vater missbraucht. Als der erste Verdacht aufkam, meine Kinder mir einiges erzählten, holte ich mir sofort Hilfe bei unserer Kinderärztin. Sie informierte eine Gerichtsmedizinerin, es wurde Strafanzeige gegen den Täter erstattet. Die Kinderärztin verwies mich an den Kinderschutzbund, welcher mir einen Opferanwalt vermittelte. Durch diesen konnte ich erreichen, das der Täter innerhalb von 2 Wochen aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen mußte.
    Ich bin der Meinung, jede Mutter sollte für ihre Kinder kämpfen wie eine Löwin und die Kinder beschützen. Das ist nicht immer leicht, wie ein Spießrutenlauf, wie Sie passend schrieben. Die Pädokriminellen sind gut vernetzt und versuchen aus Opfern Täter zu machen. Sie stellen sich bei Polizei, Gericht, JA und anderen Behörden als tadellose Väter dar, können sich gut verstellen und versuchen die entsprechenden Personen zu manipulieren. Der Täter behauptet“ das Kind lügt“ oder „das Kind hat es ja gewollt, es hat ihm gefallen“. Laut Kinderschutzbund gibt es leider sehr wenige Mütter, die ihre Kinder schützen.

  8. helga04 schreibt am :

    Danke Doro! Genau so war es. Genau wie in dem Jahrzehnt davor die Prügel zur Erziehung gehörte.

  9. Sarah Mohn schreibt am :

    @Simone
    Obwohl sich heute das Gesetz bzgl. Kindesmissbrauch geändert hat, ist es dennoch traurige Tatsache, dass auch heute noch xtausende Kinder tagtäglich in ihren Familien sex. missbraucht werden und niemand greift ein, keiner hilft ihnen, niemand „bemerkt“ angeblich etwas. Und wenn es dann doch auffliegt, dann kommen Sätzen wie „Wie konnte das geschehen, das hätten wir nie gedacht, warum hat das Kind nicht um Hilfe gebeten, warum hat es nie davon erzählt?“
    Und wie immer erfährt man dann, dass das Kind im Kindergarten bzw. in der Schule auffällig wurde, sich plötzlich veränderte, still und verängstigt bzw. agressiv wurde, oder gar Nachbarn, Lehrern von ihrem Leid berichtet hatte, wenn nicht sogar sich beim Jugendamt darüber geäußert hatte. Und keiner will davon was gewusst haben. Kinder senden Signale, aber wenn das Umfeld blind ist, oder es einfach nicht wahr haben will, weil sonst ihre ach so heile Welt in die Brüche geht, oder sie Angst haben um ihr eigenes Image, was soll ein Kind da noch ausrichten.
    Allein hier in diesem Blog befinden sich etliche fam. Betroffene, die jahrzehnte lang ihr Leid alleine mit sich rumschleppen mussten, weil die Gesellschaft ihnen nicht zuhörte, sie nicht ernst nahm, weil ihre Mütter trotz Wissen lieber ihre Kinder geopfert haben, weil die Täter ihnen damals mit ganz schlimmen Dingen gedroht hatten, wenn sie auch nur ein Sterbenswörtchen davon erzählen würden, weil Täter ihre Opfer stumm machen, sie erpressen, und ihnen die Schuld zuweisen, dass diese Kinder es nicht anders verdient hätten, weil sie böse waren. Ein Kind ist soooo leicht zu manipulieren.
    Und diese Betroffenen brauchen Jahrzehnte, um diese Täterbotschaften endlich zu enttarnen, die eingeredete Schuld eines Tages endlich ablegen zu können, sie dem Täter zurückwerfen zu können.
    Ich zähle mich zu diesen Betroffenen.
    Und nicht selten gelingt es erst dann, wenn der Täter, die Täterin tot ist.
    Wie auch hier im Kinski – Fall!

    Hier was zum Nachlesen über Täterstrategien und warum sie oft jahrelang ungestraft ihre Verbrechen an Kinder ausüben können.

    http://www.anita-heiliger.de/htm/taeterstrategien_bei_sexuellem_missbrauch.pdf

  10. Doro schreibt am :

    @ Simone
    Ich vermute, dass der sexuelle Missbrauch an Ihren Kindern eher in jüngerer Zeit (also nicht vor 30 – 40 Jahren) stattfand?? Das wollte ich Ihnen aufzeigen: Dass es zwischen damals (Pola Kinski und viele, die hier posten) und heute einen Unterschied gibt – wenn auch nur einen kleinen. Denn wie Sarah Mohn sehr schön darlegt, wird Betroffenen und ihren UnterstützerInnen auch heute noch mit Zweifel, Bagatellisierung und Stigmatisierung begegnet. Und nicht zu vergessen: Sexueller Kindesmissbrauch ist keine Neuerfingung! Auch Mütter können bereits traumatisiert sein und u.a. deshalb den sexuellen Missbrauch vor ihrer Nase nicht erkennen („dürfen“). Was nicht heißt, dass es nicht auch viele gab und gibt, die ihre Kinder sehenden Auges im Stich ließen.

    @ Anna M.
    Ich gehe mit Ihren Ausführungen weitestgehend mit, warne allerdings vor dem Ausdruck „Störung“ oder „Trieb“ hinsichtlich sexuellem Missbrauch von Kindern, bzw. im konkreten Fall Klaus Kinski. Denn diese Begriffe beinhalten eine Enthebung der Verantwortung für die Gewalttaten: „Er/Sie kann ja nichts dafür, er/sie ist halt „pädophil“, seinem „Trieb“ ausgeliefert, etc. Diese Begriffe machen Täter zu „Opfern“ und das halte ich angesichts der Realitäten – nämlich dass sexualisierte Gewalt an Kindern seit Jahrhunderten vor allem ein Machtthema ist (also die Mächtigeren nehmen sich einfach, was sie wollen) – für problematisch. Zumindest in einem Umfeld, wo viele sich noch immer nicht mit den wahren zusammenhängen beschäftigen wollen. Wir alle wissen, dass die so genannte „Pädophilie“ (also im „beyerschen“ Sinn) nur sehr, sehr wenige Täter betrifft. Der Großteil missbraucht nicht aufgrund einer irgendwie gearteten „Störung“, sondern aufgrund der eigenen Männlichkeitsproblematik, zur Kompensation von Persönlichkeitsdefiziten und schlichtweg, weil sie die Macht dazu haben. Das ist fälschlicherweise oft als (männlicher) „Gewalttrieb“ missverstanden worden. Heute wissen wir, dass Männer wie Frauen gegenüber Kindern einfach bloß ihre Macht missbrauchen.

    Im Zusammenhang mit Klaus Kinski ist meiner Meinung nach die Dissoziative Identitätsstörung noch zu wenig in Betracht gezogen worden. Das wäre durchaus eine zu berücksichtigende Möglichkeit bei der Exzentrik, die Klaus Kinski offen an den Tag legte. Schwere dissoziative Identitätsstörungen haben ihren Ursprung – wie wir heute wissen – in wiederholten und schweren Traumatisierungen in frühester Kindheit (muss nicht, aber kann auch sexualisierte Traumatisierungen beinhalten). Mittlerweile wurde auch bekannt, dass Kinski mindestens zwei Selbstmordversuche und einen Psychiatrie-Aufenthalt hinter sich hatte. Zusammen mit dem sexuellen Missbrauch an mindestens einer seiner Töchter weisen diese Faktoren zumindest auf die Möglichkeit hin, dass Kinski selbst ein Opfer von früher und schwerer Traumatisierung(en) war.

    WICHTIG: Dies ist KEINE Entschuldigung für seine Gewalttaten gegenüber Kindern!!!! Aber das heutige Wissen über die Folgen von schweren frühkindlichen Gewalterfahrungen darf nicht bei uns, die wir heute Aufdeckungsarbeit leisten, enden. Immer schon wurde Kindern durch Erwachsene teilweise schwere Gewalt angetan und dies hatte auf viele Generationen Folgen. Vieles, was bis heute auf gesellschaftlicher, medizinischer, psychiatrischer, juristischer, politischer usw. Ebene bislang als „normale Verhaltensweise“, aber auch als „Störung“ deklariert wird, wurde noch viel zu wenig vor dem Hintergrund dieser generationalen Traumatisierung und ihrer Folgen interpretiert.

    @ Helga04
    Danke zurück für die sehr gute Ausführung.

  11. Simone schreibt am :

    @Sarah Mohn, danke für den link. ja mit Hilfe der Täterlobby geht der Täter noch immer gegen meine Kinder und mich vor, aber ohne Erfolg für den Täter. Vom Kinderschutzbund erhielt ich eine Broschüre über Täterstrategien. Die Täter versuchen das gesamte Umfeld ( Ämter, Schule, Freunde, Familienangehörige ) gegen die Opfer aufzuhetzen und auf ihre Seite zu ziehen. Lt. Kinderschutzbund gibt es so etwas wie Pädophilen-Gruppen, die treffen sich regelmäßig und unterstützen sich. Ich hätte nie gedacht, das wir sowas erleben müssen, an solche kriminellen Kreise geraten.

  12. helga04 schreibt am :

    @Simone

    Es tut mir leid, das du das erfahren musstes. Aber dann weisst du doch auch, wie es ist und mit welchen Schwierigkeiten du kämpfen musstest. Du bist eine der wenigen Frauen, die sich auch als Mutter erwiesen haben. Da sage ich einfach mal: Hut ab!

    Das der Täter trotzdem noch 2 Wochen mit euch zusammen gewohnt hat ist schon erschreckend. Nicht wenige werden aggressiv und dann passiert schlimmes.

    Sorge für deine Kinder und das sie eine gute Therapie und Behandlung bekommen. Auch mit Aufarbeitung werden Spuren zurück bleiben.

    Wie sagte ein Therapeut mal zu mir: Auch ein zersprungener Krug kann schön sein.

    Ja, aber es wird nie wieder Wasser führen können.

    Ich wünsche Euch viel Glück!

  13. Doro schreibt am :

    „Er hat es versucht“: Nach ihrer Halbschwester Pola erhebt auch Nastassja Kinski Vorwürfe gegen ihren Vater Klaus. Der Schauspieler habe sie zwar nicht vergewaltigt, aber „viel zu sehr angefasst“. Meist habe sie Angst vor ihm gehabt. Damit ist es vorbei: „Ich bin froh, dass er nicht mehr lebt.“

    Wundern wird diese Nachricht niemanden: Klaus Kinski hat nach Angaben seiner Tochter Nastassja auch sie mit Annäherungsversuchen verstört. „Er hat es versucht. Er hat mich immer viel zu sehr angefasst, mich ganz eng an sich gedrückt, so dass ich dachte, ich könnte nicht herauskommen. Damals war ich vier oder fünf Jahre alt“, sagte die 51-jährige Schauspielerin der „Bild am Sonntag“.

    Auf die Frage, ob ihr Ähnliches widerfahren sei, sagte Nastassja: „Nein, das hat er mit mir nicht gemacht.“ Sie fuhr fort: „Er hat mich auf die Wange geküsst, doch es fühlte sich nicht gut an.“ Sie habe gespürt, dass das nicht die liebevolle Umarmung eines Vaters sein könne, „sondern mehr ist als das“.

    (Quelle: SPIEGEL Online, 13.01.2013)
    http://www.spiegel.de/panorama/leute/auch-nastassja-kinski-erhebt-vorwuerfe-gegen-klaus-kinski-a-877226.html

  14. Doro schreibt am :

    @ AnnaM.

    Ich räume ein, dass meine vorherige Argumentation bzgl. „Störung“ widersprüchlich ist. Einerseits plädiere ich dafür, die sexualisierte Gewalt an Kindern nicht pauschal unter „Störung“ (beim Täter) zu subsummieren, andererseits stelle ich Überlegungen an, ob bei Klaus Kinski nicht eine durchaus mittlerweile klinisch bekannte Störung (DIS) vorgelegen haben könnte.

    Nun, das zeigt, dass die Sachlage sehr viel komplexer ist, als sie bislang häufig dargestellt wird.

    Da gibt es zum einen diejenigen, die alle Täter gerne unter „gestört“, bzw. an einer psychischen Störung leidend ansehen wollen, weil ihnen diese Vorstellung weniger Angst macht, als die Tatsache, dass es der „ganz normale“ Familienvater von nebenan sein kann.

    Dann gibt es diejenigen, für die alle Kindesmissbraucher „pädophil“ sind, und spätestens seit Beyer gilt das dann auch wieder als „Präverenzstörung“. Wer sich mit der Thematik auskennt, weiß, dass nur der geringere Anteil der Täter/innen in diesem Sinne „pädophil“ ist. Beim Großteil der Täter/innen liegt also keine „Präverenzstörung“ vor.

    Dann gibt es diejenigen Opfer von sexualisierter (und anderer) Gewalt, die tatsächlich später selbst zu Täter/innen werden. Stichwort: Transgenerationale Traumatisierung. Neben vielen anderen Traumata ist der zweite Weltkrieg ein Trauma, das tief im Kollektiv – auch und gerade im deutschen – verankert und noch immer nicht aufgearbeitet ist. Die Folgen der NS-Erziehung (u.a. Abwertung von Schwäche und Verherrlichung von Gewalt), die kollektive Kriegsschuld, die (verleugnete und totgeschwiegene) persönliche Schuld, die Situation der Flucht und der Eingliederung selbst, die durch den Krieg gestörte Eltern-Kind-Beziehung, verschollene Väter und Mütter, Lebensborn-Kinder, keine Aufarbeitung der Traumata in der Nachkriegszeit, stattdessen Verleugnung und Zusammenleben mit traumatisierten Eltern (und/oder anderen traumatisierten Erwachsenen), usw. All dies hat die Generation unserer Eltern und Großeltern geprägt. Und hat sich traumatisch auf die nächste(n) Generation(en) ausgewirkt.

    Die so genannte „sexuelle Revolution“ sollte einmal unter dem Aspekt der Transgenerationalen Traumatisierung beleuchtet werden! Ebenso wie die heutige Pornografisierung des gesamten öffentlichen Lebens.

    Dazu kommen die gesellschaftlichen Machtverhältnisse: Männer waren über viele Jahrhunderte hinweg der „Haushaltsvorstand“, ihr Wort war Gesetz und dem hatten sich weder die Frau, noch die Kinder zu widersetzen. Doch, es gab sie (und nicht zu knapp): diejenigen, die es als ihr natürliches Recht ansahen, mit ihren Kindern zu machen, was sie wollten. Diese Männer litten im medizinischen Sinne nicht an einer „Störung“, sondern die gesellschaftlichen Verhältnisse waren so, dass sie sich nicht für ihren Machtmissbrauch verantworten mussten, ja, dass dieser nicht einmal als solcher gesehen wurde.

    Natürlich: auch Mütter (und andere Frauen) haben Kindern Gewalt angetan. Vielfach. Weil auch sie die Macht dazu hatten. Und weil die alten Nazi-Erziehungsideale (bei beiden Geschlechtern) tief in ihnen steckten. Und weil (bei beiden Geschlechtern) eigene Traumata verdeckt blieben.

    Dazu kommt eine „Religion“, die über Jahrhunderte hinweg in Macht und Gewalt „gebadet“ hat. In der Gewalt-Traumatisierte wiederum eine Heimat fanden, und ihrerseits wieder – versehen mit der Gewalt der „absoluten Wahrheit“ – Täter/innen wurden (und werden konnten).

    Dazu kommt eine Psychologie, die dazu beigetragen hat, sexualisierte Gewalt an Kindern zu verleugnen, indem sie sie als „Begehren des Kindes“ („Ödipuskomplex“) fehlgedeutet hat. Erwachsene, die Kinder missbrauchten, kamen in der Psychologie lange nicht als Täter/innen, sondern als „Verführte“ bzw. „schwach gewordene“ vor. Und bis heute entstehen daraus Fehlinterpretationen.
    Dasselbe gilt für die Justiz.

    Wie das Dilemma der transgenerationalen Traumatisierung aufzulösen ist, ist einerseits klar: Indem endlich damit begonnen wird, die richtige Perspektive einzunehmen, also aufzudecken, dass hinter allem, was uns heute „Normalität“ erscheint, schwere Gewalterfahrungen liegen – individuelle ebenso wie kollektive. Indem endlich begonnen wird, das Wissen aus der Traumaforschung über den Einzelfall hinaus anzuwenden. Auch Gesellschaften können traumatisiert sein und entsprechend sind kollektive Mechanismen und Werte unter dem Aspekt „Traumafolge(n)“ zu beleuchten.

    Andererseits darf das nicht dazu führen, dass denjenigen, die zu Gewalttäter/innen geworden sind, pauschal die Verantwortung für ihre Taten erlassen wird – „weil sie ja selbst Opfer waren“. Nicht alle Opfer werden Täter/innen (auch wenn sich komplexe Verstrickungen wohl nirgends, wo jemand selbst als Kind schwer traumatisiert wurde, völlig ausschließen lassen).

    Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als sehr, sehr genau hinzusehen und sehr viel mehr als bisher zu differenzieren. Mit nur „schwarz – weiß“, nur „Guten“ und „Bösen“ kommen wir da nicht wirklich weiter. Dies ist viel schwieriger als die Menschheit in „Täter/innen“ und „Opfer“ zu teilen.

    Weil in Deutschland kollektiv die Opfer- und Täterseite so lange verleugnet und verdrängt wurde, sind so viele wieder zu Täter/innen geworden.

    Weil in Deutschland kollektiv die Opfer- und Täterseite so lange verleugnet und verdrängt wurde, sind wir Opfer von schwerer Gewalt in nahen sozialen Beziehungen geworden.

    Weil in Deutschland kollektiv die Opfer- und Täterseite so lange verleugnet und verdrängt wurde, kann bis heute nicht über die wahren Zusammenhänge und Hintergründe von sexualisierter Gewalt an Kindern gesprochen werden.

    Aber auch: Weil in Deutschland (und anderswo) Erwachsene ihre eigenen Defizite und Mängel an Kindern auslassen können, weil (bis heute) keine den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen folgende Erziehungsideale und kollektive Gewichtungen zu erkennen sind, weil noch immer Kinderrechte anderen Rechten (z.B. auf Religionsausübung) untergeordnet werden, gab und gibt es weiterhin Gewalt gegen Kinder. Mit den entsprechenden Folgen für die Gesellschaft von morgen. Stichwort: Transgenerationale Traumatisierung.

  15. Sarah Mohn schreibt am :

    @Simone
    Du erwähnst in mehrern deiner Kommentare den Begriff Pädophilie.
    Da der Täter deiner Kinder aber ihr Vater ist, kann es sich hierbei nicht um eine pädophilen Täter handeln, da diese kaum bis gar nicht in der Lage sind, eine Partnerschaft oder eheähnliche Beziehung mit einer erwachsenen Frau einzugehen.
    Hier werden leider all zu oft gravierende Begriffswahlfehler gemacht, und damit Täter, denen es einzig und alleine um Machtausübung an wehrlose Kinder geht, verharmlost, in dem sie als krankhaft „pädophil“ eingestuft werden. Lt. Beyer von der Charité ist Pädophilie eine Krankheit, eine Präferenzstörung. Auch so ein Schwachsinn, der überall verbreitet wird.

    Jedem Erwachsenen ist es frei gestellt, welchen Weg er einschlägt, ob er Neigungen nachgibt oder dagegen ankämpft und Verantwortung übernimmt.
    Ich bin mir sicher, dass es sich beim Täter deiner Kinder nicht um einen Pädophilen handelt, sondern um einen ganz stinknormalen Sexualstraftäter, der mit allen Mitteln auch jetzt noch versucht, Macht an dir und den Kindern auszuüben.

    Mich verwundert es doch sehr, dass hier der Kinderschutzbund eine Verknüpfung von Sexualstraftätern und Pädophilen Täter fraglos in den Raum wirft und dich damit auf eine falsche Fährte führt. Die sollten doch eigentlich den Unterschied kennen.

    Nix für ungut und einen schönen Tag
    von Sarah Mohn

  16. Sarah Mohn schreibt am :

    Upps, Doro – da lief mein Kommentar wohl parallel, und ich sehe erst jetzt, dass du beinahe ähnliche Inhalte ansprichst, die ich in meinem Post an Simone eben aufgeführt habe.
    Macht nix, doppelt hält länger 🙂

  17. Anna M. schreibt am :

    @Doro:
    du schriebst ja nirgends von Störung und diesen Begriff hat Sarah M. kritisiert, weil ich ihn verwendet habe.

    @Sarah M:
    ich habe noch mal über beide Begriffe nachgedacht und denke, daß der Begriff „Störung“ hier in diesem Fall und in diesem Thread angemessen ist, weil es um die Verharmlosung von sexualisierter Gewalt in der 68-Generation ging und hier ganz speziell um Klaus Kinski. Kinski war kein normaler Familienvater sondern ein höchst gestörte Persönlichkeit (und den Vermutungen von hochgradigen frühkindlichen Traumatisierungen schließe ich mich an).
    Der Begriff „Gewalttrieb“ könnte missverstanden werden und ich möchte ihn durch „Gewaltneigung“ ersetzen, obwohl mir das schon fast wieder zu harmlos erscheint bei einem hochaggressiven Menschen wie Kinski.
    Keinesfalls meine ich mit „Gewalttrieb“ den Sexualtrieb. Wir kennen die Verharmlosungen, die sich daraus ergeben können. Es geht mir um den gewaltsamen Willen Macht auszuüben , aber ich finde kein geeignetes Wort.
    Ist es denkbar, daß unter „Gewalttrieb“ auch einfach ein genereller Aggressionstrieb verstanden werden kann oder assoziiert man dann z.B. bei Kinski immer den Sexualtrieb?

  18. Simone schreibt am :

    @Doro, der sex. Missbrauch und Misshandlungen liegen ca. 7 Jahre zurück, die Kinder waren da 9 und 11 Jahre.
    @Helga04 wir konnten bei Gericht nicht schneller eine einstweilige Verfügung erwirken. Auf Anraten vom Kinderschutzbund ließ ich mich einige Zeit au. schreiben, um ständig bei den Kindern zu sein. Die Übergriffe fanden immer statt, wenn ich arbeiten war. Für Notfälle hatte ich die Handynr. unserer Betreuerin vom Kinderschutzbund. Auch wurde uns empfohlen, in ein Frauenhaus zu gehen, doch es gab keine Plätze weil das Haus überfüllt war. Trotz längerer Therapie bekommt meine Tochter bei bestimmten Situationen (Trigger) plötzlich Angst- und Panikzustände. Ich hoffe, das hört bald auf. Es macht mich sehr traurig und auch wütend, wenn ich sehe wie sie noch immer leidet.
    @Sarah Mohn, das Sexualstraftäter die sich an Kindern vergehen nicht unbedingt pädophil sind, habe ich erst hier bei netzwerk B erfahren. Ja, der Täter ist machtbesessen, er will noch immer über die Kinder und mich Macht ausüben. dazu denkt er sich immer neue Methoden aus. Z.Bsp lauert er meiner Tochter vor der Schule auf. Meine Tochter geht nur mit Freunden und Freundinnen durch die Stadt, da fühlt sie sich geschützt. Doch den Täter hält das manchmal nicht ab, er versucht trotzdem sie zu stalken, sagte sie mir.

  19. Sarah Mohn schreibt am :

    @Anna
    „Ist es denkbar, daß unter “Gewalttrieb” auch einfach ein genereller Aggressionstrieb verstanden werden kann oder assoziiert man dann z.B. bei Kinski immer den Sexualtrieb?“

    Das ist eine sehr interessante Frage!
    Ich denke, dass Menschen, die unter einem reinem extremen Sexualtrieb leiden, nicht unbedingt gewalttätig sein müssen, sondern viele Möglichkeiten gerade heute finden, um ihren Trieb ausleben zu können.
    Dieser Trieb muss nicht einhergehen mit Gewaltphantasien, mit Machtgebaren und Besitzansprüchen.
    Aber Freude und Befriedigung darin zu finden, Unterlegene, Wehrlose leiden zu lassen, sie zu demütigen, zu qäulen und zu missbrauchen, das ist meines Erachtens etwas ganz anderes. Hier geht es um reine Machtausübung, um das Kompensieren von extremen Minderwertigkeitskomplexen und um die Lust am Quälen, am Erniedrigen. Und was ist schambesetzter als die Intimität? Wer ist hilfloser als ein Kind, eine Frau im Vergleich zu einem Mann? Hätten Kinder und Frauen rein mental die selbe Kraft und Stärke wie ihre Täter oder gar noch mehr, kein potentieller Täter würde sich an ihnen vergreifen, da bin ich mir sicher!!! Es geht darum, Überlegenheit zu demonstrieren, einzuschüchtern und den Willen der Opfer zu brechen. Sie gefügig zu machen, damit diese Schweine für sich endlich das Gefühl erleben, dass sie Jemand sind, dass sie der Herr im Hause sind, dass sie Macht haben, dass sie jemanden in der Hand haben.
    Das hat meines Erachtens nichts mit einem Sexualtrieb zu tun. Menschen, die unter einem erhöhtem Sexualtrieb leiden, suchen sich erwachsene Partner, One – Night – Stands, suchen das horizontale Gewerbe auf, oder gehen in Swinger – Clubs, um ihren Trieb ausleben zu können. Aber sie vergreifen sich sicher nicht an Kindern und haben Spaß daran, sie zu quälen.
    Davon bin ich überzeugt.
    Bin gespannt auf weitere Meinung. Ich finde das Thema durchaus diskussionswürdig.
    Danke für den Gedankenanstoss Anna
    Sarah Mohn

  20. levi schreibt am :

    Jeder Mensch hat einen Sexualtrieb. Deswegen rennt aber nicht jeder der unbefriedigt ist vergewaltigend durch die Gegend. Sexuelle Gewalt hat eben nichts mit Sexualität oder
    Trieben zu tun (das unsägliche Wort Triebtäter wird ja auch kaum noch verwendet).
    Menschen können ihren Sexualtrieb auch selbst befriedigen, die meisten dürften
    mindestens eine Hand haben. Anders siehts z.B. beim Hunger aus, wenn ich nichts zu
    essen habe, muß ich im Extremfall klauen, da kommt aber niemand direkt zu Schaden
    und es ist überlebensnotwendig. Also was spielt es für eine Rolle ob jemand einen
    ‚gesteigerten‘ Sexualtrieb hat? Gar keine.

    Und zum Thema Gewaltfantasien: Es gibt auch Leute die sowas sozial verträglich
    ausleben, z.B. in S/M Beziehungen. Es gibt diverse Perversionen, die Menschen ausleben,
    oder auch nicht ausleben, ohne jemandem zu schaden.
    Aber viele können sich nur besser fühlen wenn ein anderer (unfreiwillig) leidet.

  21. Sarah Mohn schreibt am :

    TV Programm – Tipp:
    Pola Kinskis Vorwürfe gegen ihren Vater sorgen für Schlagzeilen: 14 Jahre lang hat der 1991 verstorbene Klaus Kinski seine Tochter missbraucht. Die Anschuldigungen rücken ein Thema in die Öffentlichkeit, über das oft geschwiegen wird. Gleichzeitig steht aktuell die katholische Kirche bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs durch Priester in der Kritik. Heftigen Streit löste jetzt die Entscheidung der deutschen Bischöfe aus, den Vertrag über eine Studie zum Missbrauchsskandal mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen zu kündigen. Wie schwierig ist für Opfer der Schritt in die Öffentlichkeit? Und warum ist die Aufarbeitung der Verbrechen, egal ob sie in Familien oder Institutionen wie Schulen oder Kirchen begangen wurden, so mühsam?

    Darüber diskutieren bei „Beckmann“ am Donnerstag, 17. Januar 2013, um 22.45 Uhr:

    Pola Kinski (Schauspielerin)

    Nach langen Jahren bricht sie ihr Schweigen: Als Pola Kinski fünf Jahre alt war, hat ihr Vater Klaus Kinski sich das erste Mal an ihr vergangen. Der Schauspieler vergewaltigte seine Tochter immer wieder, bis sie als 19-Jährige endlich den Mut und die Kraft aufbringen konnte, sich ihm zu widersetzen. In ihrem ersten Fernsehinterview berichtet Pola Kinski bei „Beckmann“ über ihre Kindheit und die Folgen für ihr Leben.

    Andreas Huckele (Buchautor und ehem. Odenwaldschüler)

    Viele Jahre wurde er an der Odenwaldschule fast täglich missbraucht. Nach langem inneren Kampf machte Andreas Huckele die Übergriffe publik und brachte 2010 die Ermittlungen an der Privatschule ins Rollen. Für sein Buch „Wie laut soll ich denn noch schreien?“, das erunter dem Pseudonym Jürgen Dehmers veröffentlichte, erhielt Huckele den renommierten Geschwister-Scholl-Preis.

    Ursula Enders (Leiterin der Beratungsstelle Zartbitter e.V.)

    Seit drei Jahrzehnten beschäftigt sich die Diplom-Pädagogin mit dem Thema Kindesmissbrauch. Ursula Enders wirft der Justiz eine opferfeindliche Strafverfolgung vor – und fordert für Betroffene einen Rechtsanspruch auf Hilfe, Therapie und Entschädigungen.

    Prof. Christian Pfeiffer (Direktor des Kriminologischen

    Forschungsinstitut Niedersachsen)

    Im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz sollte er die Fälle von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche untersuchen. Jetzt ist das Projekt vorerst gescheitert. Kriminologe Christian Pfeiffer kritisiert den mangelnden Willen der Kirche zur Wahrheitsfindung.

    Dr. Hans Langendörfer (Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz)

    Der Jesuitenpater weist Christian Pfeiffers Vorwürfe scharf zurück und beteuert den Aufklärungswillen der katholischen Kirche.

    Quelle: Das Erste

    Endlich mal eine Sendung, in der die Überzahl Betroffene und Personen sind, die sich mit Opfern und Betroffenen solidarisieren.
    Der Jesuit darf sich jetzt schon mal warm anziehen. :-).

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