Missbrauch bleibt unerforscht

11.01.2013: Neues Deutschland

Bischofskonferenz kündigt Vertrag mit Kriminologischem Institut

Die Deutsche Bischofskonferenz will den Missbrauchsskandal nicht mehr vom Kriminologischen Forschungsinstitut (KFN) aufarbeiten lassen. Am Mittwoch kündigte sie vorzeitig den Vertrag und sucht nun nach einem neuen Partner, wie ein Sprecher gegenüber »nd« betonte. Institutschef Christian Pfeiffer sprach gestern von Zensur.

»Das Vertrauensverhältnis zwischen dem Direktor des Instituts und den deutschen Bischöfen ist zerrüttet.« Mit diesen Worten kündigte der Trierer Bischof Stephan Ackermann am Mittwoch den Drittmittelvertrag mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut aus Hannover. Die Niedersachsen sollten die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche aufklären.

Heftige Kritik kam am Mittwoch von den Opferverbänden. So kritisierte der Vorsitzende von netzwerkB, Norbert Denef, gegenüber »nd«, dass bislang »noch gar keine Aufarbeitung« stattgefunden habe. Seit dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle im Jahre 2010 sei »de facto nichts passiert«.

Weiter lesen…

7 Kommentare

  1. Karl Görtz schreibt am :

    Es ist seit 2010 ruhiger geworden um die Missbrauchskandale. Das nutzt die Kirche, um jetzt großkotzig wieder aufzubegehren um „ihren Gott“ wieder auf ihre Seite ziehen zu wollen der sie bis heute verlassen hat. Als damals 2010 alles herauskam, was sowieso schon immer im Verborgenen stattfand und schon immer ein Skandal im Tabu war und das nicht nur in der Kirche, glaubte die Kirche, Gott würde mit Sodom und Gomorra über die Kirche richten. Ich unterstelle denen das! Sie, die Kirche, hatte 2010 einfach Angst, war öffentlich entlarvt, und unterzeichneten einen Vertrag zur rückstandslosen Aufklärung der Missbrauchsfälle von dem sie jetzt nichts mehr wissen wollen, da ja alles vermeintlich ruhiger geworden ist um die Kirche. Der Kirche Lehrmeister ist hier die Bundesregierung, vor allem die CDU, die Staat und Kirche nicht trennen kann und die es versteht, Skandale in sicheres skandalreduziertes Fahrwasser wie den „Runden Tisch“ zu lenken. Viele Opfer schweigen wieder, leider, und das weiß auch Herr Pfeiffer. „ Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“ Welch eine Demütigung sind diese Bitten aus dem Vater unser, wenn diese Worte ein Opfer immer und immer wieder aussprechen musste, welches sich heute noch schuldig fühlt. Kein Opfer ist schuldig! Schuldig sind die, die Schuld einreden wollen.

  2. Klaus B. schreibt am :

    wenn von einem herrn ackermann behauptet wird, die kirche habe schon sehr viel zur aufklärung der mißbrauchsfälle getan, so ist das schlichtweg gelogen..sie hat genau das gegenteil getan und versucht jetzt durch die aufkündigung des vertrages weitere aufklärung zu verhindern. die kirche spielt hier einfach nur mit der zeit genauso wie mitglieder dieser kirche damals mit den kindern sexuel und mit gewalt gespielt hat..

  3. hildegard schreibt am :

    @ Karl Görtz … genau umgekehrt sehe ich die Ursache im jahrhundertelangen Absolutheitsanspruch der römischen Kirche auf die Moral; sie war „Lehrmeisterin“ für die Politik, Statthalterin „ihres Gottes“ auf Erden.
    Diese maßlose Einflussnahme auf die Politik führte zum folgenschwer(st)en Irrtum unseres „Rechtsstaates“. Seit ’49 ist die staatliche Unterstützung der Justiz für diesen un-heimlichen „Staat im Staat“ uns zum VERHÄNGNIS geworden. Staat und Kirche verbünden sich durch NICHTSTUN gegen traumatisierte Unterlegene …!!!
    Maßlose Machtanmaßung ist Machtmissbrauch beider Mächte. Betroffene verhelfen mit Sammelklage, Petitionen etc. der DEMOKRATIE auf die Sprünge und tun die Arbeit der eigentlich zuständigen staatlichen Stellen, weil der Rechtsstaat der unrechtmäßigen Macht-Position des Kirchenrechts KEINE GRENZEN setzte und hier komplett versagt hat.
    Beide Instanzen befinden sich im Unrecht gegenseitiger Abhängigkeiten!

    Verpennte, furchtsame, säumige Rechts- und Gesetzeshüter tun aktiv mit ihren skandalösen Verjährungsfristen verhindern, gegen inzwischen massenhaft aufkommende Grundrechts- + Menschenrechts-Verletzungen in allen gesellschaftlichen Bereichen, gegen scham- und straflos verübte VERBRECHEN gegen die Menschlichkeit entschieden einzuschreiten, und der Verfassungsschutz schweigt dazu …

    Alle mitschuldigen Institutionen, alle Täter samt Mitwissern sollen zur Übernahme sämtlicher Folgekosten – für die lebenslangen Folgen bei allen Überlebenden! – von ihrem Tun oder Lassen verpflichtet werden. TOP 1: Verantwortung!!!
    Ehedem ein Tabu- ist sexualisierte Gewalt heute „nur“ ein peinliches Schmuddelthema – und das aus dieser dunklen Ecke heraus zu holen ist SACHE DER JUSTIZ.
    http://www.stern.de/news2/aktuell/kirche-will-womoeglich-keine-vollstaendige-aufklaerung-1952518.html
    Wie frei aber sind unsere FREIEN Demokraten?

    Wir messen Sie an Ihren Taten, Frau Ministerin, Sie sind an der Reihe glaubwürdige Fakten zu schaffen!
    Retten Sie, was noch zu retten ist! Die gesamte Demokratie läuft de facto Gefahr, im Chaos zu enden.
    Zögerer, Zauderer und Scheinheilige verbünden sich zu unseligen Allianzen zwischen Regierungen und Kirchen mit lauter Lügen, Fehlentscheidungen und PHRASEN – wie lange noch soll es bei Phrasen bleiben?

  4. Eva schreibt am :

    Im Geheimen

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/missbrauch-in-katholischer-kirche-im-geheimen-12023052.html

    Die Kirchengesetze stehen anscheinend über den juristischen.

    Zitat:
    Canon 489§1 lautet: „In der Diözesankurie muß es außerdem ein Geheimarchiv geben, wenigstens aber einen eigenen Schrank oder ein eigenes Fach im allgemeinen Archiv, das fest verschlossen und so gesichert ist, daß man es nicht vom Ort entfernen kann; in ihm müssen die geheimzuhaltenden Dokumente mit größter Sorgfalt aufbewahrt werden.“ In §2 steht: „Jährlich sind die Akten der Strafsachen in Sittlichkeitsverfahren, deren Angeklagte verstorben sind oder die seit einem Jahrzehnt durch Verurteilung abgeschlossen sind, zu vernichten; ein kurzer Tatbestandsbericht mit dem Wortlaut des Endurteils ist aufzubewahren.“

  5. Sarah Mohn schreibt am :

    Das ist doch das Dilemmer, dass sich die Kirche rechtlich eine Sonderstellung erlaubt, indem sie ihr Kirchenrecht vor den staatlichen Rechten stellt. Und eine Schnarrenberger macht noch nen Knicks vor denen, sie hätte die Befugnis, alle Verbrechen, die in Deutschland von Kirchenmännern, Kirchenfrauen und Angestellten begangen wurden, schlicht und ergreifend staatlich zu behandeln und zu sanktionieren.
    Aber ihr fehlt der Mum! In Ettal wurde auch nicht lange gefackelt. Großrazzia und basta!
    Aber solange nicht einmal eine Bundesjustizministerin so viel Stehvermögen hat, gleiches Recht für alle walten zu lassen, gewinnt die Kirche immer mehr Macht, in Eigenregie zu ihren Gunsten zu agieren.
    Wer sagt uns denn, dass dort nicht auch Fälle in den Archiven liegen, die noch nicht verjährt sind???
    Darauf spielt die Kirche an, auf Zeit!!!
    Scheinheiliges Pack!!!

  6. Sarah Mohn schreibt am :

    Sorry, es sollte natürlich Dilemma heißen, da waren meine Finger wieder schneller als die Tasten :-).

  7. Eva schreibt am :

    Kann man das glauben ?

    Jornal de Notícias – Portugal | Mittwoch, 4. Januar 2012
    Spanischer Bischof legitimiert Vergewaltigung
    Der Erzbischof von Granada, Javier Martinez, hat in seiner Weihnachtspredigt gesagt, dass Frauen vergewaltigt werden dürften, wenn sie abgetrieben haben. Der Autor Manuel António Pina ist in der Tageszeitung Jornal de Notícias außer sich: „Die spanische Kirche lässt sich in puncto Intoleranz von niemandem reinreden. … Nachdem der kirchennahe [Premier] Mariano Rajoy seine Absicht verkündet hatte, ‚die Verderbnis des weltlichen Abtreibungsgesetzes‘ auszurotten, die während der Regierung von Zapatero genehmigt wurde, bekam ich eine Weihnachtspredigt des Erzbischofs von Granada in die Hände, in der er sagte, dass eine Frau, die abtreibt, ‚einem Mann ohne Einschränkungen die absolute Lizenz zum Missbrauch ihres Körpers gibt, denn sie hat Schuld auf sich geladen, als ob sie ein Recht dazu habe‘. … Für den Erzbischof sind Hitlers und Stalins Verbrechen (Francos Verbrechen hat er vergessen) ‚weniger abscheulich als Abtreibung‘. In solchen Situationen wünscht sich sogar ein Nicht-Gläubiger, es gäbe einen Gott, um diese Menschen zu verurteilen.“

    http://www.eurotopics.net/de/home/presseschau/archiv/aehnliche/archiv_article/ARTICLE98503-Spanischer-Bischof-legitimiert-Vergewaltigung?EURO=37c5e6e3cfa2f75215298ab9fc5b5b34

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Artikel aus den Medien

ARD BRISANT ARD Tagesschau Augsburger Allgemeine Badische Zeitung Berliner Morgenpost Berliner Zeitung DER SPIEGEL derStandard.at DER TAGESSPIEGEL derwesten.de DEUTSCHE WELLE Deutschlandfunk Deutschlandradio DiePresse.com diesseits.de DIE WELT DIE ZEIT FOCUS Frankfurter Allgemeine Frankfurter Rundschau Hamburger Abendblatt Hannoversche Allgemeine Humanistischer Pressedienst Kölner Stadt-Anzeiger Leipziger Volkszeitung Lübecker Nachrichten Mitteldeutsche Zeitung n-tv N24 NDR.de NDR Info Neue Zürcher Zeitung nordwestradio Publik-Forum Saarbrücker Zeitung SPIEGEL ONLINE stern.de SÜDWEST PRESSE Süddeutsche Zeitung taz TP Presseagentur Berlin WAZ WELT ONLINE ZDF heute ZEIT ONLINE