Sexueller Missbrauch – war da was?

25.02.2013

Kommentar von Kirsten Diercks

Wir erinnern uns: Vor noch nicht mal einer Woche traten die drei federführenden Ministerinnen im Kampf gegen sexuelle Gewalt vor die Öffentlichkeit und verkündeten… – ja, was eigentlich? Im Prinzip nichts, außer dass sie auf einem guten Weg seien, freilich ohne zu erwähnen, dass dieser aus Holz ist. Hoch schlugen die Wellen der Empörung in den Medien angesichts dieser offensichtlichen Untätigkeit und dem erbärmlichen Ergebnis, dass von den beschlossenen Hilfen noch nichts bei den Opfern angekommen ist. In vielen Zeitungen schaffte es diese Meldung auf die Titelseiten, kritische Kommentare gingen mit der Aufforderung, endlich etwas für die Opfer zu tun, einher. Und damit hatte es sich. Hier und da tauchte noch ein LeserInnenbrief auf, aber dann wurden auch schon wieder neue Säue durch die globalisierten Dörfer getrieben. Generell ist die Aufmerksamkeitsspanne für ein und dasselbe Thema in unserer heutigen schnelllebigen Zeit kurz, lässt man mal solche Evergreens wie die Eurokrise und Stuttgart 21 außen vor.
Mir ist aber aufgefallen, dass sich so eine Art Überdruss breit macht gegenüber allem, was mit sexueller Gewalt hierzulande zu tun hat – Vergewaltigungen in Indien z.B. sind da ein Kapitel für sich. Als Pola Kinski zu Jahresbeginn in ihrer Autobiographie den sexuellen Missbrauch durch ihren Vater schilderte, wurden seine Schandtaten z.T. damit relativiert, was für ein großartiger Schauspieler er doch gewesen sei. In der Süddeutschen Zeitung warf ein namhafter Feuilletonist Pola Kinski vor, keine Klischee-Vokabel ausgelassen und einen Voyeurismus bedient zu haben; seiner Ansicht nach hätte sie besser gar nicht an die Öffentlichkeit gehen sollen. Immerhin bezichtigte er sie nicht der Lüge.

Besonders negativ fiel mir jüngst ein Artikel des taz-Journalisten Jan Feddersen auf. Er beklagte sich über die zunehmende Zahl an Artikeln und Filmen über sexuelle Gewalt, deren Opfer und Folgen, wobei er die Tatort-Kommissarinnen Odenthal & Co. auf einem Kreuzzug gegen Sex im allgemeinen wähnte und diese die moralische Keule schwingen sah. Seiner Ansicht nach suggerierte die gehäufte mediale Thematisierung sexueller Gewalt, dass diese alltäglich sei – eine Ansicht, die er ganz und gar nicht teilte. Ich weiß ja nicht, was für eine Verdrängungsleistung der Mann in den letzten Wochen, Monaten, Jahren erbringen musste, um die Fälle, die aufgedeckt wurden, zu ignorieren oder ins Reich der Märchen & Mythen zu verbannen. Jedenfalls stellte er fest, dass da ein Säuberungsprozess in der Gesellschaft statt finde und Sex mittlerweile ein Schmuddel-Image habe, das noch schlimmer als in den miefigen 50er Jahren sei; alles, was mit Sexualität zu tun habe, sei als pfui! verschrien. Er verwechselte da ganz offensichtlich einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zwischen gleichberechtigten Erwachsenen mit sexueller Gewalt, denn nichts anderes sind Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe an Schwächeren, besonders perfide und extrem, wenn es sich dabei um Kinder handelt. Oder wollte er sich da zum Anwalt der sog. Pädophilen machen, die Kinder doch angeblich nur lieben und ihnen nie etwas zuleide tun würden, die also völlig zu unrecht von den miefigen Moralisten verurteilt würden? Wie viel Geist der 68er, dem zufolge freie Liebe auch sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen & Kindern beinhaltet, weht da noch durch die Redaktionflure der taz?

Ich fühlte mich beim Lesen des erwähnten Artikels sehr an die Missbrauchs-Debatte der späten 90er erinnert, hierzulande besonders geprägt von Katharina Rutschky – und geführt vor allem in der taz. In den USA hatte man auch schnell einen Namen für diese „Krankheit“: false memory syndrome; und tatsächlich verklagten vereinzelt PatientInnen unter viel Medienrummel ihre TherapeutInnen auf Schmerzensgeld, weil diese ihnen angeblich eingeredet hätten, sexuell misshandelt worden zu sein. Sicher gibt es den einen oder anderen Fall, wo den Kindern tatsächlich eingeredet worden ist, dass z.B. Papa sie unsittlich berührt habe, aber man darf doch bitte nicht alle Opfer unter Generalverdacht stellen! Und man sollte nie die Schuld- & Schamgefühle eines wirklichen Opfers unterschätzen, die es schweigen lassen, über Jahrzehnte hinweg, entschieden zu lange. Darum auch die Forderung nach Abschaffung der Verjährungsfrist für sexuelle Gewalttaten.
Und diese Forderung müssen wir gebetsmühlenartig wiederholen, bis sie endlich erfüllt ist – auch oder gerade wenn wir damit anderen Menschen auf die Nerven gehen! Wir dürfen nicht zulassen, dass dieses Thema immer wieder in der Versenkung verschwindet! Wir müssen gemeinsam und nicht zersplittert in sich zerstrittene Gruppen unseren Forderungen Nachdruck verleihen, dürfen uns nicht mit leeren Versprechungen abspeisen lassen! Wir werden jeden Tag von neuem an unser Leid erinnert – wir sollten die Gesellschaft daran erinnern, notfalls jeden Tag von neuem!
„Wer die Wahrheit nicht weiß, ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“ (Bertold Brecht)


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17 Kommentare

  1. mg21 schreibt am :

    kann dem Artikel nur voll zustimmen!
    Kann es sein, dass jetzt wo sich die Betroffenen wieder zu Wort melden, manche versuchen einen erneuten „Backslash“ loszutreten damit sich nichts am bestehenden System verändert? Wie bitte schön kann man auf die Idee kommen Sexualität würde verteufelt, wenn man über sexualisierte Gewalt spricht?
    Ich wünsche allen, die momentan um ihr Leben kämpfen müssen viel Kraft und Mut
    lg mg21

  2. Corinna Kutzscher schreibt am :

    „ein Artikel des taz-Journalisten Jan Feddersen auf. […] Seiner Ansicht nach suggerierte die gehäufte mediale Thematisierung sexueller Gewalt, dass diese alltäglich sei […]
    komisch, da hat er was mit mir gemeinsam…ich dachte ganz lange,dass das normal ist..hunderte male,ich dachte das passiert jedem kind… genauso wie ich dachte jedes kind wird mit einem teppichausklopfer geschlagen… genauso wie ich dachte, das kind ist für seine mutter verantwortlich und muss deren leben sichern…. etc. … und irgendwann musste ich entsetzte feststellen dem ist garnicht so… aber wenn das nicht normal ist,warum muss ich heute ums überleben kämpfen? fragen über fragen…

  3. Fried schreibt am :

    Wie??? WAR DA WAS !!!
    Ich habe Heute einen Rechtsanwalt damit Beauftragt
    STRAFANZEIGE gegen die BRD zu machen, wegen Unterlassener Hilfeleistung und Strafvereitelung im
    Amte.
    Die gleiche STRAFANZEIGE bekommt die Kaht Kirche in
    Deutschland.
    Weil ich dahmals in Köln-Refrath nicht Gehört wurden
    bin. Es gab kein Jugendamt das einen Schüzte,im gegenteil wurde man ford geschikt mit den Worten
    “ SO ETWAS TUT EIN PRIESTER NICHT “
    Von der Kirche wurde man als TEUFEL betituliert.
    An mir wurde eine TEUFELSAUSTREIBUNG mit ELECTROSCHOCKS durch gefürt.
    Vor Zwei Tagen hat ein Mitbetroffener Freund aus der Kirchengemeinde Refrath einen SUIZIED begangen
    er ist Tod, er hat es nicht mehr Geschaft.
    Zwei Brüder von mir sind Dahmals an den Folgen von
    SUIZIED Verstorben.
    Aus dem Grunde werde ich jetzt vor den Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte
    gehen und ANKLAGE Erheben.
    DIESE ENTSCHEIDUNGEN AM RUNDEN TISCH SIND NUR AUGENWISCHERREI.

  4. Kirsten Diercks schreibt am :

    Aber dass es sich zu kämpfen lohnt, haben die Contergan-Geschädigten eindrucksvoll bewiesen: Laut einem Gesetzentwurf des Bundesfamilienministeriums sollen deren Renten rückwirkend ab 1.Januar 2013 von derzeit max. 1152 auf bis zu 6912 Euro monatlich steigen; zusätzlich werden 30 Mio. Euro für Sonderzahlungen bereitgestellt. Dafür haben die Betroffenen allerdings einen sehr langen, harten Kampf ausgetragen…
    Man mag einwenden, es gehe nur um eine kleine, verhältnismäßig überschaubare Gruppe, da lassen sich die entstehenden Kosten klar beziffern, aber 1. habe ich so meine Zweifel, dass viele der Missbrauchsopfer sich gar nicht erst outen und Forderungen geltend machen werden, zu groß ist die Angst, als nicht glaubwürdig abgewatscht zu werden; und 2. ist für so viele andere Dinge Geld da, von denen man auch nicht genau weiß, wie teuer sie dem Staat kommen werden (siehe Betreuungsgeld), oder wo selbst gewaltige Summen mal eben so ausgegeben werden (siehe Rettung von Bankern, die sich verzockt haben).
    Vielleicht werden wir, die wir heute kämpfen, nicht alle einen materiellen Nutzen davon tragen, aber die nach uns Kommenden gewiss. Und es ist allemal besser, aufzustehen und das Schweigen zu brechen und zu kämpfen und die TäterInnen zu entlarven, als passiv in der Opferrolle zu verharren – so man die Kraft dafür aufbringen kann. Zusammen sind wir stärker!

  5. kar schreibt am :

    „Ich habe Heute einen Rechtsanwalt damit Beauftragt
    STRAFANZEIGE gegen die BRD zu machen, wegen Unterlassener Hilfeleistung und Strafvereitelung im
    Amte.
    Die gleiche STRAFANZEIGE bekommt die Kaht Kirche in
    Deutschland.“

    Ich glaube nicht, das das langfristig so etwas bringen wird. So angemessen es eigtl. wäre, in dieser Frage Strafanzeige zu stellen.

    Besser wäre es, eine politische Partei zu gründen, die sich spezialisiert insb. dem Grundproblem annimmt. Es gab in der Deutschen Geschichte zwar im negativen Sinne (bspw. Grüne, Piratenpartei) aber immerhin schon andere 1-Themen-Parteien, die auch gewisse Wahlerfolge verbuchen konnten/können. Da ja hier aufgrund den jahrelang nah an der Strafvereitelung stehend handelnden „etablierten“ Parteien politisch Handlungsbedarf besteht, sollte man sich Gedanken dafür machen, auch da abzusehen ist, das die etablierten Parteien das Grundproblem ansonsten, wenn sie hier mit keinem politischen Wettbewerk konfrontiert werden, weiter das Grundproblem bis zum St. Nimmerleins-Tag auszusitzen gedenken.

    Ziel sollte es sein, nach Möglichkeit min. auf Kommunal- und Länderebene politisch mit eigener Partei Präsenz zu zeigen und somit gewisse Herrschaften zunehmend mit den Folgen ihres tagtäglichen Nichthandelns zu konfrontieren.

    Wenn die „etablierten“ Parteien in wichtigen Fragen keine wirkliche Antwort finden, sind 1-Themen-Parteien vollauf gerechtfertigt, Antworten im politischen Alltag zu den drängendsten Problemen der Zeit auszuformulieren/einzubringen. Und da weder im Bundestag, noch auf Länder- Kommunalebene politische Initiativen unternommen werden, ist es eben angemessen, gewisse Herrschaften mit der Realität zu konfrontieren, dass diese eben nicht länger Probleme aussitzen können, die sie mit dem eigenen Nichtstun mit verursacht/verschlimmert haben.

  6. Eva schreibt am :

    @ Fried

    Ja,für Suizit, als eine der Folgen von sexueller Gewalt interessiert sich keine Regierung und keine Strafverfolgungsbehörde. Da wird einfach für die Todesursache psychische Probleme vermerkt. Dass aber sexuelle Gewalt zu schwerer psychischer Krankheit führt, will nicht wahrgenommen werden.

  7. Frantek schreibt am :

    Über die Idee der Gründung einer eigenen Wahlplattform (oder wie auch immer benannt) schrieb ich bereits im letzten Jahr und ich bedanke mich bei Ihnen @kar, dass sie das so ähnlich sehen. Selbst wenn die etablierten Parteien dazu neigen, irgendwann die Themen von Interessensvereinigungen irgendwann zu übernehmen und sich aktuell über die urheberschaft des Mindestlohnes streiten, wäre mir das in unserem Falle durchaus auch recht. Die Gründung einer eigenen politischen Wahl-Vereinigung würde eben auch bedeuten, dass Stimmen von Menschen, die überhaupt noch zur Wahl gehen, nicht auf die etablierten Parteien entfallen und Parteien, denen Frau Schröder, Leutheuser-Schnarrenberger usw. angehören, definitiv entgehen. Und mit dem Forderungskatalog des Runden Tisches anzutreten, wäre keine „Ein-Thema-Partei“, eine Wahlvereinigung von Betroffenen und Unterstützern wäre eine Vereimnigung, die denen gehörig auf die Füße treten kann.
    Und abgegebene Stimmen zählen dann nicht für die, ob es reicht, um 5 % zu schaffen, wäre zu sehen. Wenn nicht auch egal, weil die Etablierten bei genügend nicht auf sie abgegebenen Stimmen eben das Thema plötzlich „für sich entdecken“ würden.
    Und genau dann wären über den Stimmendruck die MinisterInnen doch noch zu bewegen, die Federn richtig zu schwingen.

  8. Wilma schreibt am :

    Beim 4. Jour fixe in Berlin am 15. März 2013 soll auch über Verbesserungen bezüglich der OEG-Verfahren geredet werden.
    Lieber netzwerkb-Vorstand, bitte geht dort hin. Finanzielle Absicherung jetzt und im Alter ist ein zentrales Thema bei Opfern sexualisierter Gewalt. Diese zum Himmel schreiende Behandlung von Gewaltopfern bei den OEG-Ämtern muss sofort aufhören. Ich würde auch selbst nach Berlin fahren, aber vom Maulwurf in den Bundestag, der seelische Weg ist für mich noch zu weit.
    Ich fordere Begutachtungen nur durch qualifizierte Traumatologen, eine eigene Abteilung mit geschulten Leuten, wie man mit Gewaltopfern umgeht und ein durchdachtes Konzept für solche Fälle, außerdem eine Verdoppelung der OEG-Renten. Die paar Euro, die da gezahlt werden, bringen keine Verbesserung der Lebensqualität. Raus mit den Psychiatern aus den
    OEG-Ämtern!

  9. Fried schreibt am :

    Der Runde Tisch
    Vertrter aus Politik und Kirche ist doch Genauso wie
    die Mafia.
    WO SIND DIE OPFER DA VERTRETEN ??? !!!
    Da wird über Milionen gestritten und im nach hinein
    kommt nichts dabei Raus !!!
    Schöne Kafferunde !!!
    Aussitzen und alles auf die LANGE BANK schieben das
    können die!!!
    Für mich steht fest das Jetzt Nägel mit Köpfen gemacht werden in Form von Strafanzeigen.
    Die Politische Richtung läuft nur da rauf hinaus
    alles zu VERTUSCHEN, ist egal wer da an der Macht
    der Politik ist.
    Kinder hatten in den 60er und 70er Jahren keine Lobby.

  10. Fried schreibt am :

    OEG OPFER ENTSCHÄDIGUNGS GESETZ !!!
    ist doch auch nichts, wenn der Täter schon Lange Tod ist.
    Außerdem werden diese Anträge wiso nur ABGELEHNT.
    Was wollen wir mit einem GESETZ das die Opfer so wieso
    nicht ENTSCHÄDIGT !!!
    Da werden Opfer zu BITTSTELLERN gemacht, das hat mit
    der Menschenwürde nichts zu tun.

  11. kar schreibt am :

    „Über die Idee der Gründung einer eigenen Wahlplattform (oder wie auch immer benannt) schrieb ich bereits im letzten Jahr und ich bedanke mich bei Ihnen @kar, dass sie das so ähnlich sehen. Selbst wenn die etablierten Parteien dazu neigen, irgendwann die Themen von Interessensvereinigungen irgendwann zu übernehmen und sich aktuell über die urheberschaft des Mindestlohnes streiten, wäre mir das in unserem Falle durchaus auch recht. Die Gründung einer eigenen politischen Wahl-Vereinigung würde eben auch bedeuten, dass Stimmen von Menschen, die überhaupt noch zur Wahl gehen, nicht auf die etablierten Parteien entfallen und Parteien, denen Frau Schröder, Leutheuser-Schnarrenberger usw. angehören, definitiv entgehen. Und mit dem Forderungskatalog des Runden Tisches anzutreten, wäre keine “Ein-Thema-Partei”, eine Wahlvereinigung von Betroffenen und Unterstützern wäre eine Vereimnigung, die denen gehörig auf die Füße treten kann.
    Und abgegebene Stimmen zählen dann nicht für die, ob es reicht, um 5 % zu schaffen, wäre zu sehen. Wenn nicht auch egal, weil die Etablierten bei genügend nicht auf sie abgegebenen Stimmen eben das Thema plötzlich “für sich entdecken” würden.
    Und genau dann wären über den Stimmendruck die MinisterInnen doch noch zu bewegen, die Federn richtig zu schwingen.“

    Frantek, daran sieht man ganz gut, es bringt nichts, sich hier auf die etablierten Parteien zu verlassen. Die wollen das möglichst unauffällig bis zum St. Nimmerleinstag aussitzen, eben gar nichts ändern und an den Zuständen mit allen Folgen für die Zukunft weiter festhalten. Das ist eben der Knackpunkt. Will man denen das so durchgehen lassen, oder selbst aktiv werden? Ich möchte hinzufügen, den „Forderungskatalog des Runden Tisches“ sollte man nicht alleine in der Satzung / den politischen Positionen abarbeiten. Da sollte etwas mehr kommen, als nur das.

    Man sollte bspw. genauso den sogenannten „Gerichtstourismus“ nicht aus dem Auge verlieren. Es ist ja so, dass es aktuell Verjährungsfristen gibt, und sofern diese eintreten die Justiz nicht ermitteln kann bzw. keine Straftat vorliegt. Das hat in der Praxis zur Folge, dass Täter vor entgegen der eigtl. Rechtsauffassung aller Gerichte in Deutschland wie dem LG Hamburg regelmäßig u.A. einstweilige Verfügungen beantragen bzw. damit drohen dürfen.

    Zum besseren Verständnis, es ist so, dass der Gerichtstourismus bzw. der „fliegende Gerichtsstand“ dafür v. verschiedener Seite benutzt wird, Meinungsfreiheit und Menschenrechte wegzuklagen. Es gibt bspw. aktuell den Fall, dass ein Bundestagsabgeordneter der Linkspartei (Gregor Gysi) trotz einer mehrheitlichen Entscheidung v. Immunitätsausschuss des Deutschen Bundestages im Jahre 1998 der Frage der Strafbarkeit v. dessen Stasi-Tätigkeiten betreffend, jahrelang einstweilige Verfügungen gegen Medien auch mittels zumindest einer falschen Versicherung an Eides statt durchbringen konnte und es so aussieht, das nicht die Politik, sondern ein ehemaliger Richter im Ruhestand hier mit einer Strafanzeige auf diesen Missstand einging. Man erinnert sich genauso an den sogenannten Sedlmayr-Mord, wo beide rechtskräftig verurteilte Täter nach Verbüßung ihrer Haft gegen die namentliche Nennung in Zeitungsonlinearchiven etc. geklagt haben und erst in höheren Instanzen in die Schranken gewiesen werden konnten. Auch sei die Gerichtsposse v. Bistum Regensburg gegen Regensburg-Digital.de erwähnt, wo der Beklagte sich erst mit einem Spendenaufruf gegen einen Rechtsbeugungsversuch am LG/OLG Hamburg wirklich verteidigen konnte.

    Nicht zu vergessen, war da nicht was mit einer Abmahnungsandrohung v. Norbert Denef’s zweitem Täter?

    Dieses Unrechtsprinzip „Gerichtstourismus“ ist auch eine Geldfrage. Zumal man sich ja erst in höheren Instanzen mit einem Kostenaufwand v. zumindest mehreren Tausend Euro wirklich wehren kann. Insofern finde ich, sollte das in jedem Fall in eine diesbezügliche Parteisatzung gehören.

    Was es organisatorisch bei einer Parteigründung zu beachten gilt, wird unter http://www.bundeswahlleiter.de/de/parteien/parteigruendung.html, http://www.schekker.de/content/partei-gr%C3%BCnden-leicht-gemacht und http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-15325/anleitung-wie-gruende-ich-eine-partei_aid_430125.html wie ich meine, gut zusammengefasst erklärt. Hätte denn jemand unter allen Mitlesern Interesse daran, sich an einer diesbezüglichen Parteigründung zu beteiligen?

  12. Corinna Kutzscher schreibt am :

    wer heute eine oeg-rente bekommt,dem geht finaziell etwas besser als die vielen die nicht mal einen antrag stellen können/brauchen. im einigungsvertrag wurde das thema „untern tisch“ verbannt. Wo man sich informieren kann findet man kaum raus. ist man auf grund dessen schwerbehindert soll es eine klausel geben,dass man dann doch beantragen kann. aber was ist wenn damals keine anzeige gestellt wurde,der täter aber bereits wegen so etwas vorbestraft war? die angst stigmatisiert zu werden ließ mich zb keine anzeige erstatten. hinzu kam seine frau und bettelte darum die familie nicht zu vernichten…was macht jemand mit 13,dem die entscheidung auferlegt wird? der schweigt und ist froh,dass es endlich aufgehört hat…
    das oeg ist lange reformwürdig…genau wie die em-renten und da kann man froh sein,wenn mans bis dahin geschafft hat…um dann doch wieder arm zu sein….und ums überleben kämpfen zu müssen…

  13. NEMO X! VOBIS schreibt am :

    Die Idee mit einer Parteigründung finde ich auch sehr gut. Ob diese Partei kurzfristig eine Chance hätte, über die 5%-Hürde zu kommen, ist mir zunächst völlig egal. Das Wichtigste ist das Gefühl, aus der Starre zu erwachen, geeint dieser Gesellschaft entgegenzutreten und im Chor zu rufen „Schluss! Es reicht! Wir sind ab heute keine Opfer mehr! Wir sind Überlebende und wir lassen uns von Euch nicht mehr an den Rand drängen und ausgrenzen!“ Im Schutz der Gruppe würde ich sicherlich auch darauf verzichten (können), meinen Tarnnamen zu verwenden, der mich als isoliertes MB-Opfer vor der Unberechenbarkeit der Masse schützt.
    Ich war mal jahrelanges passives Mitglied der F.D.P., somit einer „etablierten“ Partei, doch ich hielt irgendwann dieses ewige Karrieredenken und Ausgestalten der Politik nach rein großindustriell-wirtschaftlichen Grundsätzen auf Kosten der steuerzahlenden Menschen und das ewige Gerede, dass jeder seines Glückes Schmied und ergo selbst Schuld sei, wenn es ihm nicht gut geht, nicht mehr aus. Als Mensch fühlte ich mich dort genausowenig vertreten wie bei den anderen „Volksparteien“. Ich halte das verlogene Verschweigen und Ausgrenzen von missbrauchten Kindern und danach erwachsen Gewordenen schon lange nicht mehr aus.
    Sollte es also tatsächlich zur Gründung einer Partei kommen, bin ich gern dabei. Auch ich will an der Gestaltung (Verbesserung) dieser Gesellschaft mitwirken, und gemeinsam wird jede unserer Stimmen endlich mehr Gewicht haben. Was bleibt uns denn sonst? Man fühlt sich – so einzeln isoliert – mit der schweren Last doch wie ein Aussätziger, der schuldlos schuldig erklärt worden ist und hilflos strampelnd in der Luft hängt…
    NEMO X! VOBIS

  14. Karl Görtz schreibt am :

    „Ich war mal jahrelanges passives Mitglied der F.D.P., somit einer “etablierten” Partei, vertreten wie bei den anderen “Volksparteien”.“

    dazu passend:
    http://www.youtube.com/watch?v=x0qcytXTHbU

    Is ja schon gut. Duck und wech!

  15. kar schreibt am :

    „Die Idee mit einer Parteigründung finde ich auch sehr gut. Ob diese Partei kurzfristig eine Chance hätte, über die 5%-Hürde zu kommen, ist mir zunächst völlig egal. Das Wichtigste ist das Gefühl, aus der Starre zu erwachen, geeint dieser Gesellschaft entgegenzutreten und im Chor zu rufen “Schluss! Es reicht!“

    Genau das. In diesem Zusammenhang dürfte ein gewisses Schubladendenken zu denken geben, womit eine gewisse Vorstellung der Rollenverteilung in der Öffentlichkeit nach einigen Vorstellungen zementiert werden soll. Siehe dazu:

    http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Der-blanke-Hass-auf-Natascha-Kampusch-id24223741.html

    Niemand sollte sich in irgendwelche Schubladen pressen lassen (immer nur ja und amen sagen etc.). Soweit kommt’s noch:

  16. NEMO X! VOBIS schreibt am :

    zu http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Der-blanke-Hass-auf-Natascha-Kampusch-id24223741.html

    Ich bin entsetzt, dass Natascha Kampusch nach allem, was sie durchgemacht hat, so feige öffentlich gemobbt wird. Sie ist eine starke und tapfere junge Dame, und sie verdient den Respekt von uns allen. Ich möchte dazu aufrufen, dass jeder von uns ihr Anerkennung und Solidarität bekundet, wo immer sich gemeine Anfeindungen gegen sie finden. Das sind wir dieser bewundernswert tapferen Frau einfach schuldig… und uns selbst!

    NEMO X! VOBIS – Überlebender

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