Mein Austritt aus der Katholischen Kirche

05.03.2013: netzwerkB

Als von sexualisierter Gewalt durch einen katholischen Geistlichen massiv Betroffener habe ich naturgemäß mit ausgeprägtem Interesse verfolgt, wie sich die Organisation Katholische Kirche ihrer Verantwortung für die von ihren Mitarbeitern begangenen und niemals auch nur ansatzweise aufgearbeiteten Verbrechen stellt.

Bis in die jüngste Vergangenheit war ich hin- und hergerissen zwischen der „eigentlichen“ christlichen Botschaft – wie ich sie in meiner Erziehung vermittelt bekommen habe – und der Art und Weise, wie die Katholische Kirche diese „Frohe Botschaft“ vertritt. Mich hat beispielsweise das Mitfeiern der Heiligen Messe, sei es als „einfache“ Eucharistiefeier oder – zu bestimmten Anlässen wie Ostern oder Pfingsten – als Hochamt mit Kirchenchor und Orgel in Fortissimo und einer großen Anzahl von Ministranten – mit der sehr anrührenden und berührenden Musik nachhaltig angesprochen und tief beeindruckt.

Auf der anderen Seite hat mich außerordentlich gestört und geradezu empört, wie die Katholische Kirche mit Klagen und Vorhaltungen Betroffener von sexualisierter und physischer Gewalt umgegangen ist – beispielsweise in den Erzbistümern Regensburg und Paderborn – als Kleriker die Klagenden beschieden haben „wir können Ihre Klagen nicht nachvollziehen“ (Quelle: Berichte in den Medien zB. ARD).

„Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken“ steht beim Evangelisten Matthäus zu lesen, und in diesem Satz sehe ich einen der Schwerpunkte von Seelsorge. Die von sexualisierter Gewalt Betroffenen waren und sind „mühselig und beladen“, die meisten wohl auch ge-laden, und sie mussten sich in ohnmächtiger Wut solche Antworten auf ihre Klagen anhören und kamen sich ein weiteres Mal massiv gedemütigt vor.

Den entscheidenden Anstoß zum Austritt gab mir die jüngste Entwicklung mit dem Scheitern des Projektes, welches die Katholische Kirche mit dem profilierten Kriminologen, Herrn Professor Christian Pfeiffer, zur „Aufarbeitung“ des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in der Katholischen Kirche initiiert hatte. Die unsägliche Geschichte mit der Ablehnung der mutmaßlich vergewaltigten jungen Frau an zwei katholischen(!!) Kölner Kliniken, wo die betreffenden Mitarbeiter wohl aus Angst vor massiven disziplinarischen Konsequenzen die Unterstützung für die junge Frau verweigerten, bestätigten mir nachhaltig die Richtigkeit meiner Entscheidung. Der barmherzige Samariter im Gleichnis aus dem Lukas-Evangelium hat seinerzeit keine dummen Fragen gestellt und Vorbehalte irgendwelcher Art geltend gemacht, er hat dem Überfallenen nach seinen Möglichkeiten wirksam geholfen und eigene Mittel für dessen Genesung bereitgestellt. Ein Priester (!) und ein Levit, die zuvor den gleichen Weg gekommen waren, „sahen ihn [den Verletzten] und gingen weiter…“

Mein Austritt aus der Katholischen Kirche bedeutet mitnichten, dass ich nicht mehr Christ sein kann oder will, und mich als Christen zu bezeichnen, wird mir kein Kleriker absprechen können. Ob ich ein „guter“ Christ bin, wird nicht in Rom oder sonstwo auf der Welt und auch nicht von einem Kleriker entschieden…

Gez. Eugen Schlatter (Mitglied bei netzwerkB)

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19 Kommentare

  1. Ich kann diesen Zwiespalt sehr gut verstehen.
    Im Grunde hat sich die katholisdche Kirche in den letzten zweitausend Jahren immer wieder in Konflikte mit dem Glauben begeben. Das es heute in einer aufgeklärteren Welt mit einer enormen Medienvielfalt
    eher zu Veröffentlichung solcher Verfehlungen des Glaubens kommt ist sicherlich mehr als positiv.
    Das es sich bei den Verfehlungen der Geistlichen
    nicht nur um einen kleinen Anteil handelt ist inzwischen ja auch kein Geheimnis mehr. Bleibt hier zunächst die Frage ob die, die am meisten den Sumpf verdecken wollen vielleicht den größten Anteil an den Mißständen haben.
    Ein Sumpf kann nur langfristig trockengelegt werden, wenn man das richtige Fundament schafft.
    Hier scheint aber bei den in der Verantwortung der Kirche stehenden nicht wirkliches Interesse vorhanden zu sein. Das ein ehrlicher Gläubige dann anfängt zu zweifeln steht ausser Frage. Das ein vom inneren Kern tiefst überzeugter Christ der das Matyrium von Gewalt und sexueller Gewalt erleben musste sich von dem Glauben nicht sofort abwendet ist ein Zeichen seiner tiefen inneren Überzeugung.
    Bleibt für mich seit einiger Zeit schon die Frage wie tief oder wie oberflächlich beschäftigt dies die Verantwortlichen der Kirche ?
    Die zweite Frage die sich mir stellt ob ein Austritt nicht ein weglaufen darstellt weil man so sicherlich noch weniger bewirken kann. Hier allerdings kommt eine weitere Gewissensfrage kann und will ich nach vielen Jahren der Passivität überhaupt wieder aktiv werden ?
    Die Überlegungen von Herrn Schlatter und das Ergebniss kann ich mehr als verstehen.

  2. Sehr geehrter Herr Schlatter,
    nach Ihren Worten gehören auch zu denjenigen Betroffenen, die doppelt Schmerz empfinden – zum einen wegen dem, was ihnen angetan worden ist, zum anderen, weil auch ein Stück innere Seele weggebrochen ist, die ihre Sehnsucht nach Heimat in der Feierlichkeit von Gottesdiensten und schönen Kirchenliedern gesucht hat. Man kann sagen, auch die seelische Heimat ist zu Schaden gekommen, denn wohin nun wenden, wenn die Seele nach Seelsorge schreit? Die Kirche ist dafür kein guter Ort mehr.
    Ich möchte Ihnen aus meiner Arbeit mit Betroffenen sagen: Es gibt noch mehr Menschen, denen es so geht, die das „Monopol auf Glaubensleben“ der Kirche nicht mehr anerkennen, aber trennen zwischen ihrer Beziehung zu Gott und der Kirche, die nicht beides über Bord werfen. Eine Art, das auszudrücken, finden Sie unter dem o.g. Link.

    Herzliche Grüße
    Godehard Pötter

  3. Reinhard Kindla schreibt am :

    Für alle, die eine kirchliche Heimat suchen; ich kann es sehr gut nachempfinden:
    Es gibt auch eine katholische Kirche (nicht nur in Deutschland und Nachbarländern), welche die Institution des Papstes aus Glaubensgründen ganz entschieden ablehnt. „Wer suchet, der wird finden.“ – steht in der Bibel.
    Ich habe diese Weg vor Jahren gesucht und bin ihn mit Freude gegangen.

  4. Sarah Mohn schreibt am :

    „Katholisch“ heißt nichts anderes als „allumfassend“ „allgemein“. Entscheidend, ob die verschiedenen katholischen Glaubensrichtungen den Papst und somit den Vatikan samt ihren selbsterdichteten Dogmen, Riten und Sakramenten als ihr Kirchenoberhaupt sehen – ist das kleine Zusatzwort „RÖMISCH“ katholische Kirche!!!

    Und wohin im Laufe der Römisch Katholischen Kirchengeschichte diese Dogmen, Riten und Sakramente geführt haben, ist bis heute noch schmerzhaft zu sehen. (Homosexualität ist Sünde, Frauen haben in der Kirche nichts zu sagen, Geschiedene haben kein Recht, in eine vom Staat zu 100 % finanzierte Einrichtung zu arbeiten, wenn der Träger oder Dachverband die RKK ist…)

    Ich als Exnonne habe mir sehr viele Gedanken darüber gemacht, als mir vor Jahren mein Glauben an das, was man mir jahrelang mit Gehirnwäsche eingetrichtet hatte, abhanden kam.
    Zu Beginn fühlte ich mich entwurzelt, da ich einzig im Glauben den Sinn meines Lebens, des Lebens sah.
    Mir fehlte aber vor allem das, was sich alle Kirchen und Religionen zu Nutze machen. Die Bräuche, die Riten, die Gesänge, die Gemeinschaft, die Feierlichkeiten, ein öffentlicher Rückzugsraum für Stille und Ruhe, eben alles, was die emotionale Ebene betrifft, die Kirchen ganz gezielt bedienen. Diese emotionale Ebene aber hat zwei Seiten. Da gibt es auch den psychischen Druck, der von Kirchen allgemein ausgeht, das schlechte Gewissen, das sie vermittelt, wenn man nicht mehr sonntäglich die Messe besucht, plagte mich z. B. sehr, sehr lange. Nicht zu vergessen der permanente Versuch, die Gläubigen klein zu halten, indem man ihnen vorschreibt, was unter „Sünde“ zu verstehen ist, was Gott missfällt.
    Heute – nachdem ich lange reflektiert habe darüber, wie es mir erging in der Kindheit mit diesem Glauben, den man mir eingetrichtert hatte, kann ich für mich sagen – dieser Gott, Jesus…,ist nichts anderes wie ein „Big brother“, der alles sieht, dem du nicht entkommen kannst, der dein autarkes Leben zunichte macht, weil er alles weiß, ihm nichts verborgen bleibt. Ein mächtiger Gott, ein strafender Gott, der aber nicht einmal in der Lage ist, Böses zu verhindern. Ein Gott, der von Menschen erfunden wurde, um die Untertanen gefügig zu machen, im Zaum zu halten. Und dann Jesus, ein Rebell, der wie damals auch die heutige Kirche samt ihren Pharisäer verfluchen würde, ihre Paläste (Kirchengebäude, den gesamten Vatikanpalast) in Stücke zerschlagen würde. Jesus war kein anderer wie viele, viele Andersdenkende vor seiner Zeit. Ein sozial eingestellter Mensch mit Zivilcourage! Punkt!
    Seine Geschichte, die sich in einem Land begeben hatte, in dem alle Begebenheiten auch heute noch hochstiliert werden, aufgebauscht werden, wurde über 100 Jahre später niedergeschrieben. Und man weiß ja, was am Schluss bei dem Spiel „Telefonpost“ rauskommt. Da wird etwas hinzugefügt, etwas weggelassen, etwas falsch verstanden, interpretiert. Das Ergebnis davon ist in der Bibel (NT) zu lesen und in der Kirche zu erleben, die uns eingeimpft wurde!!!
    Ich lernte mit der Zeit, mich von dieser kleinkindhaften Abhängigkeit dieser mächtigen Kirche zu entziehen und selbst Verantwortung für mein Leben zu ergreifen. Denn auch das ist ein Prozess, den man nicht unterschätzen darf. Dort die Kirche, die einem eine vermeindliche „Heimat“ war, obwohl sie mitunter sehr erdrückend war, und nun plötzlich selbständig werden müssen, aus den Kinderschuhen heraus wachsen.
    Heute sehe ich darin nichts anderes, als dass, was ich auch in meinen Tätern wieder erkenne, vor allem in meiner UNmutter, die eine Bestie war. Zuckerbrot und Peitsche, Täterstrategien auf ganz hohem Niveau, die instutionalisiert, gesellschaftsfähig gemacht worden ist und vom Staat geduldet, sogar hoch geschätzt wird.
    Man kann auch ohne Kirche, ohne Dogmen, ohne Riten, ohne Religion ein guter Mensch sein. Spiritualität, die jedem innewohnt, ist unabhängig von derartigen Gedöns. Der Weg zu dieser Erkenntnis, vor allem der Umsetzung in mein alltägliches Leben, in meinem Sein – meinem Alltag, war ein langer. Aber heute geht es mir gut damit, ich fühle mich nicht mehr „Entheimatet“. Im Gegenteil, ich fühle mich FREI, AUTARK und MENSCHLICH, denn ich trage meine Heimat, meine Spiritualität in mir!
    Einen schönen Tag wünscht
    Sarah Mohn

  5. kar schreibt am :

    Auch auf die Gefahr hin, das es etwas irritiert, weil es zunächst einmal nicht zum Thema passt, eine kleine Randnotiz über Sitte und Anstand im Bistum Köln.

    Es ist so, die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) haben gelegentlich Probleme mit U-Bahntunnel-Bauprojekten gehabt. Bspw. ist durch bestimmte Umstände (Ein Mitarbeiter eines Bauunternehmens hat ungehindert während der Arbeitszeit 86 Prozent aller Eisenträger v. der Baustelle geschafft und zu Geld gemacht) ein Stück Kulturgeschichte vor Jahren eingestürzt. Insofern war vor einigen Monaten noch die Aufregung groß, nachdem sich Verantwortliche des Bistum Köln an der Geräuschkulisse bzw. einer Schallbrücke durch am Kölner Dom vorbei fahrende U-Bahnen gestört gefühlt haben. Dazu hieß es, die KVB habe wieder einmal Schuld an einem Baufehler in/an einem U-Bahntunnel. Jetzt zeichnet sich aber immer mehr ab, das das so nicht stimmt.

    Das war auch nicht weiter verwunderlich. Denn, dieser Tunnel war Ende der 1960er bis vor etwa 10 Jahren v. seiten der KVB in Gebrauch und es hat sich in all den Jahren niemals jemand in dieser Zeit so vehement beschwert.. Nach diesem Zeitraum wurde um die Schatzkammer herum im Auftrag des Bistum Köln in Teilen ordnungswidrig schwarz bzw. entgegen Absprachen/Bauanträgen handelnd gebaut.

    Die Verantwortlichen innerhalb des Bistum Köln haben im Vorfeld ein riesen Theater zum Nachteil der Kölner Verkehrsbetriebe gemacht und nun berichtet eine Zeitung v. der teuersten Beschwerde aller Zeiten, weil die kath. Kirche jetzt wahrscheinlich 250.000 Euro für Notmaßnahmen durch die KVB aufwenden muß, die erst nach der Beschwerde des Bistums nötig wurden.

    Siehe dazu:
    http://www.welt.de/print/welt_kompakt/koeln/article114244592/Teuerste-Beschwerde-aller-Zeiten.html

    Hierzu noch interessant:
    http://www.rundschau-online.de/koeln/u-bahn-geraeusche-das-domkapitel-hat-fehler-gemacht,15185496,22038610.html

    Ich hoffe doch sehr, dass die Kölner Verkehrsbetriebe sich wegen einer beispiellosen Rufmordkampagne einer sich systematisch Rechtsprinzipien (hier u.A. Baurecht, Verleumdung) in der Bundesrepublik Deutschland schuldig machenden Einrichtung der kath. Kirche die besten Anwälte zwecks ordnungsmittelbewehrter Unterlassung nimmt, sowie vollumfänglich Schadensersatz für alle nach Beschwerde notwendigen Notmaßnahmen verlangt und damit auch ansonsten mal richtig den Boden aufwischt.

    Jaja, Kardinal Meisner!^^

  6. Anna M. schreibt am :

    Sarah M., du sprichst die Wahrheit über die Ur-Absicht von Religionen!
    Der Mensch braucht nicht Religion, um frei zu werden, sondern er muß sich von Religion befreien, um frei zu werden.
    Religion ist Knechtschaft, die raffiniert verschleiert wird.

  7. Sarah Mohn schreibt am :

    Hallo Anna,
    ich möchte sogar behaupten:

    Die Menschheit braucht keine Religion, um frei zu sein. Sie war und ist es von Geburt an. Religionen rauben ihnen dann im Laufe des Lebens die angeborene Freiheit und engen sie mit ihren selbst erdachten Märchen ein.

    Und wie wir alle wissen, wurden und werden Märchen bis heute immer noch dazu eingesetzt, um unbescholtene Kinder zu „erziehen“ in eine Richtung, in die Erwachsene sie gerne haben möchten. Artig, gehorsam, abhängig, ängstlich. Auch hier funktioneren die Drohbotschaften, die die Kirche als „Frohbotschaften“ verkaufen. Erst musst du ganz dolle leiden, dein Ich aufgeben, dich selbst verleugnen, deine Wünsche aufopfern, dann erst wird dir das Heil zuteil, dann wirst du belohnt, in den Himmel kommen. Kurzum: Sadomaso auf gesellschaftsfähigem Niveau, mehr ist das nicht.

    Oder: wenn du in deinem Jetzt-Leben gut warst, wirst du im nächsten Leben davon provitieren. Wenn nicht, dann wird es dir im nächsten Leben noch schlimmer ergehen.

    Es geht in Religionen also nicht um eine eigenständige Einsicht, eine autarke Entscheidung, wie ich mein Leben gestalten werde, mein Wesen formen möchte, NEIN, das entscheiden „andere“ für mich. Somit ist alles schon von Anfang an bestimmt und der Mensch an sich ein Spielball der Religionen, je nachdem – in welche er hinein geboren wurde, in der er sich zu fügen hat.

    Der Mensch als freies Wesen wird somit von Geburt an beschnitten in dieser Freiheit, die ihm als Lebewesen mitgegeben wurde, wie allem, was lebt, blüht und gedeiht.

    Amen, das war das Wort zum Samstag 🙂

  8. Nicht ganz! Religion, Spirtualität, Transzendenz gehören zu den Grundbedürfnissen der Menschen. Was zur Knechtschaft werden kann, ist die Art, wie Menschen Religion leben. Dazu können auch bestimmte Vorstellungen von Kirchen und Religionsgemeinschaften gehören. Es kann richtig sein, wenn einige Menschen sich entscheiden, sich davon zu befreien. Man kann das nur für sich so entscheiden.

  9. hildegard schreibt am :

    Sarah, du beschreibst trefflich wie „Christen“ ihren Gott schon früh zum Popanz machten für Kirche, Staat, Patriarchat.
    Daraus ist der denkbar schrecklichste Fall von Etikettenschwindel der Menschheitsgeschichte entstanden – über Statussymbole, die große wie kleine Jungs damals wie heute brauchten …
    Das ist der Stoff, aus dem die Alpträume nicht nur von Kinderseelen stammen.
    Das Kreuz mit dem Mann am Kreuz war Teil dieser Gehirnwäsche, auf die – mehr oder weniger – ein beachtlicher Teil der Weltbevölkerung noch bis ins hohe Erwachsenenalter hereinfiel.
    Das lässt mich seit Wochen nicht ruhen, als mir die ganze Perfidie der oberhirtlichen List mit der Ästhetik (für alle Sinne), der Tücke mit dem Machtmissbrauch immer deutlicher wurde.

    Niemals hätte der Mann am Kreuz diesem scheinheiligen Kult zugestimmt.
    Er wollte kein Opfer sein.
    Er wollte erst recht keine weiteren Kreuzesopfer.
    Er wollte dagegen die Liebe setzen und die Güte und Gerechtigkeit und die Freude und Freiheit und die Weisheit sich wandelnder Wahrheit und wachsender Klarheit.
    In der Freiheit wahrer Christenmenschen würden große Dinge nicht so kleinlich verhandelt, würde in kleinen Dingen großzügig entschieden …

    Mit unseren massenhaften Austritten brachten wir Papst und Kardinäle immerhin zum Grübeln über Korruption und Reformstau.
    Der Papst trat zurück. Der Wiener Kardinal spricht inzwischen von dringendem Reformbedarf, die aus Boston und New York setzen gegen Vertuschungen ihren Blog ein, Walter Kasper will gar die Kurie revolutionieren.
    Na denn – wenn sie nur nicht wieder einmal mit der Hoffnung der Menschen spielen …

  10. Sarah Mohn schreibt am :

    Godehard Pötter
    Zitat: Es kann richtig sein, wenn einige Menschen sich entscheiden, sich davon zu befreien.

    Man hat nur dann das Bedürfnis, sich von etwas zu BEFREIEN, wenn es zuvor eingeengt, freiheitsberaubend war.

    Zu den Grundbedürfnissen eines Menschen gehört ganz sicher nicht Religion, sondern zunächste immer erst mal Nahrung und alles, was zum Überleben und Fortbestand nötig ist.

    Hildegard, du schreibst: „Das Kreuz mit dem Mann am Kreuz war Teil dieser Gehirnwäsche, auf die – mehr oder weniger – ein beachtlicher Teil der Weltbevölkerung noch bis ins hohe Erwachsenenalter hereinfiel.“

    Sie fielen nicht herein, sondern die Kirche zwangsmissionierte systematisch Region für Region, Land für Land. Man zwang sie unter Gewalt, ihren Naturgöttern abzuschwören, bemächtigte sich ihrer Felder, ihrer Nahrungsgrundlagen, kategorierte sie abfällig als „HEIDEN“. Man beraubte sie ihrer Eigenständigkeit, ihrem ursprünglichen Leben im Einklang mit der Natur, bis sie komplett abhängig waren von den „Missionaren“, die zumeist Ordensleute waren. Man versprach ihnen, Hilfe zu gewähren mit Bauten von Krankenhäusern, Schulen usw. nachdem sie dank anfänglicher christlicher „Diaspora“ plötzlich selbst immer mehr zur Minderheit wurden, zwangsweise!
    Aber wer hat sie denn in dieses Elend gestürzt? Wer hat sie aus den lange gewachsenen Einklang mit der Natur heraus gerissen?

    Eine Diktatur funktioniert auch so, und als nichts anderes sehe ich die Christianiesierung und Missionarisierung, die weltweit verbrochen worden ist.
    Die Welt besteht nicht erst seit 2000 Jahren!!! Sie hat Milliarden von Jahren zuvor auch funktioniert, sich evolutioniert und das ohne Religionen!

  11. justina schreibt am :

    Als die ersten Missionare nach Afrika kamen,
    besaßen sie die Bibel und wir das Land.
    Sie forderten uns auf, zu beten.
    Und wir schlossen die Augen.
    Als wir sie wieder öffneten,
    war die Lage genau umgekehrt:
    wir hatten die Bibel und sie das Land.
    Desmond Tutu

  12. hildegard schreibt am :

    Sarah, das sehe ich so wie du – dachte hier aber weniger an die blutige Karolingerzeit als an Leute hier und heute, die sich aus ihrem Loch (aus lauter verinnerlichter Fremdbestimmung durch staatliche und kirchliche Diktatoren und aus Angst vor deren imaginierten zähnefletschenden Höllenhunden) immer noch nicht selbst befreien KÖNNEN.

    Heute könnten sie sich als Demokraten auf ihre bürgerlichen Rechte besinnen, tun sich aber noch wie Ur-alt-Untertanen des „Heiligen römischen Reiches deutscher Nationen“ fühlen und bleiben die besinnungslos Abhängigen.

    Das Zauberwort ist ‚Eigenverantwortung‘.

    Es fehlen jede Menge mutige Küngs und Drewermänner, die sich schützend vor sie stellen …
    Es fehlen die politischen Eliten, die den verfahrenen Karren aus dem Sumpf ziehen wollen …

  13. Sarah Mohn schreibt am :

    Danke Justina für das Zitat. Das kannte ich noch nicht. Uns wurde zwar im Kloster Kirchengeschichte gelehrt, aber die schändlichen Details hat man selbstverständlich galant übergangen. Die hab ich mir im Laufe der Zeit selbst angelesen, um ein vollständiges, wahrheitsgetreues Bild von der RKK zu erhalten.
    Einen schönen Sonntag (ist übrigens ursprünglich der Tag, der der Sonne geweiht, und nicht der Kirche, wie sie uns Glauben machen möchte)wünscht
    Sarah Mohn

  14. Bärbel schreibt am :

    zu Hildegard,es fehlt nicht nur die politische Elite,

    es ist der Alltag,bei der häuslichen Pflege,
    es sind die bürokratischen Abläufe,
    es ist Aroganz ,das Desintersse ,
    es ist die Hilflosigkeit der Betroffenen
    die Angst,der Eltern,bei Überforderung,
    erneut in die Schusslinie der Justiz zu gelangen,
    Deutschland ist Spitzenreiter,bei INOBHUTNAHME DURCH ALLE SOZIALEN SCHICHTEN JEGLICHEN ALTERS:
    AUCH BEi VERLEUMDUNGEN,
    es ist die Mutlosigkeit,weil durch nicht qualifisiertes Personal,auch durch Unterbesetzung,wegen schlechter Entlohnung,
    bei der Unterstützung in vielen Bereichen unseres Rechtstaates,
    wieviel Aufwand ;Zeit ,und Kraft und Mut kostet es,einen behinderten Menschen zu fördern,
    wie wenig kostet ein Kinderlachen.I M V E R G L E I C H
    wo sind die die Vorbilder

  15. justina schreibt am :

    Danke, Sarah Mohn, für die vielen, bereichernden, gut tuenden, verständlichen, intelligenten und tief gehenden, beeindruckenden Kommentare hier auf netzwerkb.
    Wollte ich schon lange mal gesagt haben.

  16. Sarah Mohn schreibt am :

    Nicht doch Justina, du machst mich verlegen.
    Das ist beiweiten zu viel des Lobes. Alle User hier regen an, fordern mitunter auch heraus, bringen neue Sichtweisen in das Thema, stossen Bereiche an, die neue Horizonte beleuchten und bereichern uns ALLE hier. Auch DU!!!! ;-)Dennoch, zugegeben, ich fühl mich geschmeichelt. Das darf FRAU auch mal sagen :-). Danke dafür :-).

    Einen guten Start in die Woche wünscht
    Sarah Mohn

    PS: Und nicht zu vergessen, danke Norbert für deine Plattform, auch wenn wir zwei beide nicht immer mit allem konform gehen :-), dennoch danke für die Freiheit, dass ich hier immer wieder meinen Senf zu bestimmten Themen, die mir am Herzen liegen, beigeben darf.

  17. Pit Naish schreibt am :

    Früher fand ich die Fantasiegeschichten recht anziehend, die über die Person Jesus Christus verbreitet werden. Diese Werte, seine angebliche Menschenliebe, die ihm zugeschriebene Art in Gleichnissen zu vermitteln. Das Aufwachsen in der Einengung einer katholisch-katechistisch vorgebenden Welt eröffnete mir dennoch oft gegenteilige Wirklichkeit, sodass ich die sogenannten redlich Gläubigen als teils menschenfeindlich oder soll ich sagen, rückständig im Geiste in Erinnerung habe. Diese allumfassende und verzeihende Liebe, die von den Katholiken gepredigt wird, können sie in ihrem Leben oft nicht einmal den Familienmitgliedern anbieten. Die sämtlichen Widersprüche, die aus der heiligen Schrift zu entnehmen sind, erlauben offenbar jegliche Verkehrung. Egal ob geliebt oder gehasst, es passt immer unter Gottes Wille, was auch geschehen mag. „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ erhält einen widerlichen Beigeschmack, wenn man sich des manipulierten Geistes und vorgeformten, in gewünschte Wege geführten Denkens bewusst geworden ist.

    Eigenartig ist die Ablehnung alternativer natürlicher Paarbindungsformen durch den katholischen Glaubens-Konzern, zum Beispiel dem zwischen Transgendern, Intersexuellen oder Schwulen. Das sind erwachsene Menschen, die sich in einander verlieben. Die Kirche predigt Liebe im Übermass, zu Gott, zum Nächsten, von Jesus zu Gott und den ganzen langen Weg zurück, aber verliebt sich ein Mann in einen anderen Mann, soll es Sünde sein. Die katholische Kirche lehnt das Leben Erwachsener ab, die sich in Liebe und frei gewählt zusammen tun, weil sie schwul sind, aber sie behüten Kinderfummler in ihren Reihen.
    Da findet man die pädophilen Priester, deren wirklich entartete Idee von „Liebe“ die Kinder und alle anderen dulden sollen? Deren im wahrsten Sinne des Wortes gotteslästerliches Verhalten sie einfach mal eben verzeihen sollen? Die Kinder sind heute erwachsen geworden, und lassen sich nicht länger zurecht manipulieren, oder mit frommen, aber verlogenen Sprüchlein abspeisen.

    Das „Verzeihen“ kann man auch aufgeben, so, wie schon die Mitgliedschaft in einem Glaubens-Konzern, die einem als unmündigem Baby aufgestülpt wird. ( Was nur wurde aus dem Ratschlag, zu prüfen, zu überlegen, ob man diesen Glauben auch wahrhaftig führen möchte? Bevor man sich dafür entscheiden mag. Oder auch nicht. Nein, Kinder werden nicht gefragt … Taufen im Kindesalter schafft zahlende Mitglieder in bequemer Weise. )
    Das Vergeben ist mancher Menschen guter und rechter Weg. Es kann allerdings nicht fortwaschen, was die Tat(en) im Opfer angerichtet haben. Verzeihen heilt keine zerfleischte Seele.

    Ich gehe heute sogar in die Annahme, dass die anerzogene Religion eine Art von psychischer Störung herbei führt, unter der Einflussnahme auf die betroffenen Personen erleichtert wird. Möglich ist, dass solches psychisches Manipulierbar-machen gewollt ist. Die Urheber religiöser Systeme müssen zumindest daran gedacht haben, dies in ihre Verschleierungs-Strategie einzuflechten. Man weiß, dass Sektierer solche Methoden nutzen, um sich die zukünftigen Jünger zurecht zu formen.

    Pädophile haben in einem solchen System ein leichtes Spiel. Ein System, das ihre Aktivitäten zusätzlich verdeckt, unsichtbar lässt, verheimlicht und den Opfern ein billiges Vergebungsritual aufschwatzt, oder, wenn man darauf ansprechbar ist, mit Schweige-Geldern arbeitet. Wohl unter dem Wissen, dass Gott selbst niemals in die Herzen blicken wird, können sie dieses perfide Spiel immer weiter betreiben.

  18. hildegard schreibt am :

    Pit Naish, dass psychisches Manipulierbar-machen gewollt ist trifft in meinen Augen zu für Kirche und Staat, für Menschen, die Macht missbrauchen als Sektierer, Ideologen, Theologen, wo und in welcher Ausrichtung auch immer. Fatal in einer Demokratie, die die Grundrechte der Schwächeren von unseren gewählten Staatsdienern stillschweigend missachten ließ – Jahrzehnte lang!

    Denn das „Auge des Gesetzes“ schielte auf die Seite der Stärke – es erblindete.
    Berechtigte Belange von Kindern, Jugendlichen und anderen Schutzbedürftigen wurden ausgeblendet – Maulkörbe wurden [v]erteilt.
    Fehlsicht im Rechtswesen erzeugte falsche Gesetze, schützte Täter statt Opfer und schädigte das gesamte Gemeinwesen – Kurzsicht der Gesetzgeber!!! – ein kriminelles System?
    Nur Künstler können solche chronischen Krankheiten kurieren …

  19. Eva schreibt am :

    @ Pit Naish

    alle Religionen nehmen sich heraus, die sogenannte Wahrheit zu predigen und Druck auszuüben und alles Krimminelle zu verschleiern.

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