„Und alle haben geschwiegen“

15.03.2013

Ein Gastbeitrag von Heidi Dettinger (Verein ehemaliger Heimkinder)


Foto: privat)

1. Der Spielfilm

Es war ein verlogener Film mit Szenen die so unwirklich waren, dass mir als ehemaliger Insassin eines Heimes für schwererziehbare Mädchen – einem Heim der Diakonie – schier die Augen über gingen:

Jungen und Mädchen
in einem kirchlichen Erziehungsheim unter einem Dach! Das ist so unwahrscheinlich wie ein Tsunami in der Wüste Gobi. Was sollte dann also damit erreicht werden? Ach ja, die Liebesgeschichte eingeläutet… Vielleicht. Ich glaube aber, dass eine solche Verzerrung zu einer emotionalen Schieflage führen kann und soll. Nicht bei den Ehemaligen – die wissen es besser – sondern bei anderen. Sie soll ein bisschen versöhnlicher stimmen. Nicht intellektuell, sondern emotional.

Eine Bücherei
und eine Taschenlampe nachts im Bett führen beide auch zu eben jener emotionalen Schieflage – bei allem Schrecken, es meldet sich das Stimmchen „immerhin gab es Bücher, Bildungsmöglichkeiten, nachts konnte gelesen werden“… Dieses Stimmchen wird irgendwann andere Emotionen, die der Film ausgelöst haben mag, ausblenden und überstimmen.

Die verliebten Blicke,
dann sogar das Treffen im Strafzimmer! Ein Junge und ein Mädel? Im Strafzimmer? Auf einem Bett sitzend? Im Halbdunkel mit Sonnenstreifen? Irgendwie süß, niedlich, ein bisschen schmerzhaft (kommt der Schmerz von dem geschwollenen Gesicht oder der Süße der jungen Liebe?), ziemlich romantisch und absolut verlogen.

Eine Bank vor dem Tor,
auf der sich Mutter und Tochter eine halbe Stunde lang ungestört unterhalten dürfen. Und natürlich fehlte das Vogelgezwitscher, als Luisa durch das Tor tritt, ebenso wenig wie Luisas verträumter Blick in diesem Moment der „Freiheit“. Lüge!

Der Film war gespickt mit diesen Szenen, eine verlogener als die andere. Und während Überlebende der Kinderheimhöllen diese kleinen und großen Lügen sofort auffallen und sie deshalb wirkungslos verpuffen, fallen sie Nicht-Ehemaligen genau nicht auf und können so ihre Wirkung entfalten: Es war ja doch alles nicht so schrecklich – immerhin gab es Nächte, in denen man sich gegenseitig im Schein der Taschenlampe vorlesen konnte, sich Jungen und Mädel verlieben konnten, sich weiße Bettwäsche im Winde blähte, und sogar das Strafzimmer war irgendwie romantisch…

Völlig unglaubwürdig war die Erklärungen der Filmemacherinnen über die „gebremste Brutalität“, die nicht recht in die Prime-Time passe. Jeder Tatort ist inzwischen gruseliger, von TV-Berichten aus Kriegs- und Krisengebieten ganz zu schweigen. Verhungernde Kinder mit Fliegen in den Augenwinkeln, Kindersoldaten, denen noch der Rotz aus der Nase läuft, die aber dennoch eine tödlich aussehende Waffe ziemlich nonchalant über der schmalen Schulter tragen, Patienten in überfüllten dreckigen Krankenhäusern mit abgerissenen und kaum medizinisch versorgten Gliedmaßen gehören jedenfalls genauso wenig zu meinen favorisierten Prime-Time-Bildern, wie auf ausgedörrtem Boden liegendes, mit Schwären und Fliegen übersätes Vieh, zerrupfte Hühner in deutschen Hühner-Kzs, Maden, die sich auf meinem Mittagessen von morgen winden. Dennoch bekomme ich dies oft genug zum Abendbrot serviert.

Aber an Heimkindern begangene Brutalitäten sind nicht vorzeigbar? Aha…

Tatsächlich ließen die elegante, gebildete, aus Amerika herein gewehte Luisa (Senta Berger) und der eloquente Paul (Matthias Habich) in dem Spielfilm nur einen Schluss zu: Ein paar Jahre Heim sind nicht schön, haben aber außer ein paar Albträumen keinen wirklichen Schaden angerichtet!

2. Die Dokumentation zum Film

zeigte Aussagen von Ehemaligen, die betroffen machten. Aber leider blieb es auch dabei. Hier wurde eine wirklich historische Chance verpasst, aufzuzeigen, dass

  • a)  die Heimerziehung in Deutschland einen fließenden Übergang darstellt von Nazideutschland in die Nachkriegszeit. Erzieher, die erwiesener Maßen Aufseher in KZs gewesen sind oder natürlich auf jeden Fall ihre Ausbildung im Nationalsozialismus „genossen“ hatten. Es gab meines Wissens keine Verurteilung ehemaliger ErzieherInnen, Brüder, Diakone, Diakonissen…
  • b)  in deutschen Heimen Zwangsarbeit geleistet wurde, die laut § 12 GG der Bundesrepublik Deutschland verboten ist: (2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht. (3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig. Außerdem ratifizierte die Bundesrepublik Deutschland 1957 das Abkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in dem Zwangsarbeit für illegal erklärt wurde.
  • c)  Der Runde Tisch Heimerziehung ein Farce war, die dafür sorgte, dass ehemalige Heimkinder verunsichert und vertröstet werden konnten, es darüber hinaus
  • d)  nie eine Entschädigung für Ehemalige aus den Höllen deutscher Heimerziehung gab, dass – ganz im Gegenteil – Kirchen, Bund und Länder die Billiglösung wählten und durchsetzten und nicht zuletzt
    • ein Großteil der Ehemaligen ganz und gar aus jeglicher Art von Zahlung
      herausfallen:
    • Ehemalige aus Heimen für Kinder mit Behinderungen,
    • Kinder, die in die Psychiatrie gesteckt wurden
    • Kinder, die Zwangsarbeit leisten mussten, bevor sie auch nur 14 Jahre alt waren,
    • Kinder und Jugendliche, die nach 1975 ohne Lohn und Lohnabgaben in den
      Heimen schuften mussten.
      In keiner Weise kompensiert werden auch die Brutalitäten und Bestialitäten, die den Kindern und Jugendlichen in den Heimen angetan wurden:
    • Vergewaltigungen durch so genannte Brüder und Schwestern, von Nonnen und Diakonen, Heimleitern und Diakonissen, PraktikantInnen und älteren Heimkindern,
    • Prügeln bis hin zu regelrechten Folterungen,
    • systematischer Freiheitsentzug,
    • Illegale Medikamentengaben zum Zwecke der Ruhigstellung, des Gefügigmachens oder auch des Experimentierens,
    • psychische Misshandlung wie „niedermachen“, demütigen, isolieren,
    • Verweigern von Beschulung und Berufsausbildung,
    • Gewaltsame Trennung von Geschwistern, Eltern, Großeltern,
    • Religiöse und politische Indoktrinierung.
      Diese Dinge fanden im der Dokumentation keinen Widerhall, sie wurden nicht erwähnt, geschweige denn diskutiert.

Erwähnung fanden auch nicht die oftmals desolaten finanziellen Situationen, in denen Ehemalige sich heute häufig befinden.

 

15 Kommentare

  1. Anna M. schreibt am :

    Guter Beitrag!

  2. klaraklara schreibt am :

    Zu dem Film bin ich leider nicht gekommen, hatte an anderer Stelle über die GEschichte der damaligen Hemkinder gelesen. Die wurden massiv ausgebeutet, und heute wird nur mickrig entschädigt. Finde ich traurig, wenn auch die Aufarbeitung im Fernsehen halbherzig verläuft.

  3. Lisbeth schreibt am :

    Liebe Heidi,
    Danke für den klarstellenden Beitrag.
    Viel zu viel wird völlig falsch dargestellt in der Öffentlichkeit. Und diese Lügen prägen das Bild, das Nicht-Betroffene von der ganzen Thematik erhalten. Und dann kommt dieser Eindruck: ja was wollen die den jetzt noch- es gibt doch einen Entschädigungsfond. (auch Senta Berger hatte sich da nicht tiefer eingelesen und informiert – schwach für jemand der eine tragende Rolle in dem Film hat)
    Es macht sich niemand die Mühe das mal genauer zu durchdenken, und was da für den einzelnen wirklich übrig bleibt.
    Es ist einfach widerlich.

  4. .
    WICHTIGER HINWEIS FÜR ALLE BETROFFENEN MISSHANDELTEN UND AUSGEBEUTETEN EHEMALIGEN HEIMKINDERN !

    Ich, der Australier Martin MITCHELL ( Jg. 1946 ), auch vielen als »martini« bekannt, selbst ein Betroffener der Kinderheimhöllen Deutschlands der 1960er Jahre ( der sich schon 10 lange Jahre mit diesem Thema beschäftigt ) – u.a. auch selbst ein ex-Freistätter – habe am Freitag, 22. September 2013, um 01:51 Uhr (MEZ) folgenden Thread zu diesem Thema im HEIMKINDER-FORUM.DE eröffnet: »ÖFFENTLICHE DEBATTE zum ZDF-Film „Und alle haben geschwiegen“ ausgestrahlt im TV europaweit am 04.03.2013. — Öffentliche Zuschauer-Kommentare dazu: SAMMELSTELLE:«
    .

  5. Klaus Sohl schreibt am :

    diesem Beitrag kann ich umfänglich zustimmen. Ich selber war geschockt über die Verharmlosung unserer Geschichte. Jeder Film über die Zwangsdeportation ist schlimmer dokumentiert, als dieser Schnulzenfilm. Man will unsere Geschichte runterspielen und verharmlosen. Ich persönlich bezeichne mein Heimzeit genau so tragisch wie die der Juden,nur das ich nicht vergast wurde.Wer unsere Geschichte verharmlost oder leugnet macht sich genauso strafbar, als wenn er die Judenvernichtung leugnet.

  6. WICHTIGER HINWEIS FÜR ALLE BETROFFENEN MISSHANDELTEN UND AUSGEBEUTETEN EHEMALIGEN HEIMKINDERN !

    Ich, der Australier Martin MITCHELL ( Jg. 1946 ), auch vielen als »martini« bekannt, selbst ein Betroffener der Kinderheimhöllen Deutschlands der 1960er Jahre ( der sich schon 10 lange Jahre mit diesem Thema beschäftigt ) – u.a. auch selbst ein ex-Freistätter – habe am Freitag, 22. September 2013, um 01:51 Uhr (MEZ) folgenden Thread zu diesem Thema im HEIMKINDER-FORUM.DE eröffnet: »ÖFFENTLICHE DEBATTE zum ZDF-Film “Und alle haben geschwiegen” ausgestrahlt im TV europaweit am 04.03.2013. — Öffentliche Zuschauer-Kommentare dazu: SAMMELSTELLE:« @ http://heimkinder-forum.de/v3/board3-heim-talk/board7-offener-talk-heime/16287-öffentliche-debatte-zum-zdf-film-und-alle-haben-geschwiegen-ausgestrahlt-im-tv-europaweit-am-04-03-2013-öffentliche-zuschauer-kommentare-dazu-sammelstelle/ ( diesen Link hatte ich zuvor vergessen anzugeben ).

  7. Sarah Mohn schreibt am :

    Ich hatte guten Willen, diesen Film als selbst ehemaliges Heimkind mir anzusehen. Doch allein die einst gängigen „Heimschürzen“, die sonst nur Lazarettkrankenschwestern im 2. Weltkrieg trugen und die wir als Heimkinder gezwungen wurden, zu tragen, triggerten mich dermaßen, dass ich die Flimmerkiste ausschalten musste. Die Beschönigung, die in diesem Film anhand einer Zwischenromanze, die in einem Heim nie und nimmer in der damaligen Zeit geduldet worden wäre, gezeigt wurde, zeigte mir – dass es bis heute noch nicht möglich ist, die brutale Realität der körperlichen als auch psychischen Ausbeute von uns Heimkinder in der Nachkriegszeit visuell medial der Freizeitberieselungsgesellschaft „zuzumuten“. Schade, sehr schade!!! Wir Ex – Heimkinder werden wohl ebenso wie die Conterganopfer einen langen Atem haben müssen, um hier Gerechtigkeit erleben zu dürfen, falls wir es überleben. Ich persönlich strebe diesbezüglich null und nix an, weil es mir unnötige Kräfte, Energien und Hoffnung raubt, die ich sinniger für mein Jetzt – Leben investieren möchte. Nach dem „RT – Heimkinder“ mit Frau Antje Vollmayer, die nicht nur im zweiten Weltkrieg ein Doppelleben führte, sondern auch uns Heimkinder verschaukelte, wurde mir klar, dass dies vergeudete Energieverschwendung ist. Ich weigere mich, meine kostbaren restlichen Lebensjahre für ein paar Groschen „Entschädigung“ zu investieren, die mir niemand garantieren kann. Die Heime streiten bis heute überwiegend alles ab, so zumindest in meinem Fall. Und die Nonnen, Pfaffen…, die wahrhaftig waren, sind inzwischen verstorben. Mitbetroffene nicht auffindbar, da man ihre Namen in den meisten Fällen nicht kennt (wir z. B. hatten Nummern, keine Namen).
    Dennoch, für mich persönlich, das mag für viele Heimkinderbetroffene befremdlich klingen, war das Kinderheim trotz Brutalität und Zwangsarbeit ein Schutzraum während der Schultage, da dadurch meine UNmutter keinen Zugriff auf mich hatte und ich in dieser Zeit zumindest von der Kinderzwangsprostitution und der sat. rit. Folter samt sex. Missbrauch verschont blieb. Klingt irre, war aber so! Statt Traufe „Nur“ Regen! Ich war Opfer beider Seiten! Heute bin ich Betroffene beider Seiten und will einfach nur immer mehr lernen, damit zu leben und mich zu arangieren mit dieser beschissenen Vergangenheit! Geld heilt keine Wunden! Klar macht es gerade uns Heimkinder und auch uns Betroffene sex. Gewalt (egal ob fam. kirchl. rit. sat. oder institutioneller Art) das Leben erträglicher, weil viele von uns von einer kleinen EU – Rente oder dergleichen leben müssen aufgrund der Langzeitschäden, die uns arbeitsunfähig – ergo krank gemacht haben, so auch in meinem Fall – dennoch, die Wunden heilt es nicht!

  8. Bärbel schreibt am :

    Meine Tochter war 4 1/4 Jahre in einem Wohnheim für behinderte Menschen,

    bis Juli 2011————————————
    ich konnte mir den Film nicht ganz anschauen,
    obwohl vieles sich gebessert hat,ich kann nur persönlich als Mutter und gesetzliche Betreuerin nachempfinden,

    die Menschenwürde ,die Persönlichkeitrechte werden bis Heute nach den UN-Konventionen nicht umgesetzt.
    Für ein selbstbeatimmtes Leben sind die Voraussetzungen in vieler Hinsicht nicht gegeben,
    es ist ein in sich geschlossenens System,das mich oft verzweifeln lässt,einzelne Menschen sind stets die Ausnahmen,die es gut mit uns meinen,
    durch die zerstrittene Familie sind wir in diese Situation geraten.

    Am 14.03.2013 hatte ich einen Termin vor dem Sozialgericht,
    die Dame von der Sozialbehörde ist befangen,wegen der früheren Verfahren gegen mich—————————–
    ich werde jetzt dementsprechende Anträge stellen durch den RA;sogar an das Justizministerium,wenn es denn weiterhin so abläuft.
    Stets wollte man mir die Betreuung entziehen,
    die vorgetragenen Missstände werden und wurden unter den Tisch gekehrt,was für ein verlogenes System.
    Die Presse interessierte sich nicht für uns.

  9. hildegard schreibt am :

    … wenn der „Freizeitberieselungsgesellschaft” die ungeschminkte Grausamkeit nicht zugemutet werden kann – warum denke ich jetzt wieder an die Nazizeit? – dann wird jegliche Gewalt gegen jedes einzelne Kind jederzeit wieder möglich werden …

    Was nützen uns Kinder-Grundrechte, die die Politik gemäß Grundgesetz nicht selber strikt einfordert und einhält?!
    Was nützt uns die jüngste halbherzige Verlängerung? – Verjährung hat NICHTS zu suchen in Sachen Kinderseelenzerstörung! – nie! – nimmer!

    Erst ein geheiligt daher kommender Machtmissbrauch konnte in letzter Konsequenz so katholisch / allgemein verpflichtend wirken, die Gesellschaft so sehr zersetzen, weil Täter wie Opfer allesamt “ … verbogen, verwirrt, durcheinander, fehlgeleitet … und mit Überkompensation oder Anpassung, Untertanentum und Gehorsam ohne Ende“ verseucht worden sind – das Schlimme an dieser Seuche ist der ihr eigene Suchtcharakter …

    Ein katholisches Machtmissbrauchs-Opfer brachte es auf den Punkt:
    „Der Missbrauch war katholisch“!
    Dieser ungeheuerliche Etikettenschwindel mit einer sehr guten Botschaft hat uns – glücklicherweise dennoch! – auf uns selbst zurück geworfen. Dass dieser Laden einmal auffliegen müsste, hätte jedem Insider längst klar sein können …
    Die katholisch (= allgemein) geprägte Zerstörung von Kinderseelen endet jetzt da, wo sich Tausende abkehren von der Institution – sich selbst in ihren eigenen Positionen zwischen „völlig unreligiös“ und als „absolut militant antireligiös“ bezeichnen …

    Allergische Reaktionen auf Seuchen dieser besonderen Art brauchen klare Bewusstheit, die wir von unten zu leisten haben und sie brauchen zwingend DIE Konsequenzen, die der Staat von oben her zu erbringen hat!

    Die große Gefahr besteht in den „Scheuklappen“ – darin, dass jede/jeder „nur“ an die eigene Befindlichkeit denken will, sich mit dem eigenen Lösungsmodell zu Frieden geben möchte.
    Das GROSSE GANZE könnte dabei aus dem Blickfeld verschwinden und untergehen – ABSCHRECKUNG namens Abschaffung der Verjährungsfristen ist und bleibt unerlässlich.

  10. klaraklara schreibt am :

    Hallo Martin Mitchell,
    vielen dankfür den link. Ich habe ja den Film nicht gesehen und auch nur Ausschnitte aus Beiträgen gelesen. Also nur mal eine Idee über die mögliche Funktion von Wensierski sowie diesem Film: das gesellschaftlich für Zündstoff sorgende Thema aufgreifen, den Eindruck vermitteln, dass etwas geschieht, und die Diskussion darüber durch Halbinformation in Bahnen lenken, in denen sie möglichst bald wieder abflaut.

  11. Doris schreibt am :

    Toller Beitrag und wenn ich Dir auch im vollem Umfang Recht gebe so sollte man dennoch bedenken, das es ein Film war um vielleicht überhaupt erst einmal die Menschen für das Thema zu sensibilisieren.
    Allerdings konnte ich viele Passagen wiederfinden die ich auch so oder ähnlich erleben mußte. Einige Passagen waren so authentisch und kamen bei mir erst durch diesen Film erst wieder hoch, wie das gesamte Thema.
    Herzliche Grüße Doris

  12. „Und alle haben geschwiegen“ — Und jetzt?

    Die am Ende des ZDF-SPIELFILMS „Und alle haben geschwiegen“ von Paul (Matthias Habitch) erwähnte ZWANGSARBEITSSTÄTTE IM MOOR, das ev.-luth. Bethel-eigene FREISTATT IM WIETINGSMOOR – heute „Bethel im Norden“ genannt – wurde schon in dem im Jahre 1984 ausgestrahlten ZDF-SPIELFILM „Das Ende vom Anfang“ wahrheitsgemäß und realitätsnah dargestellt und porträtiert, aber danach – weil derzeit von Bethel einfach abgestritten – einfach wieder zugebuddelt und vergessen, d.h. weiterhin totgeschwiegen.

  13. .
    Ich schreibe, und ich schrieb auch anderswo im Netz:

    „Und alle haben geschwiegen“ — Und jetzt ?

    Was haben eigentlich die KATHOLIKEN zu dem ZDF-FILM „UND ALLE HABEN GESCHWIEGEN“ gesagt ? – Ich habe bisher nichts dazu gefunden bei Katholische Nachrichten, bei Domradio, bei Vatikan Radio oder bei Jesus.de und die Deutsche Bischofskonferenz hat sich auch nicht dazu geäussert. – Sogar individuelle katholische Kirchenmitglieder haben kaum etwas dazu zu sagen gehabt, in Verteidigung ihrer Kirche und in Verteidigung ihrer von ihren Nonnenorden geführten Kinderheimhöllen und immer und überall damit in Verbindung stehenden lukrativen Geschäftsunternehmen ( z.B. auch Großwäschereien ! ), und den überall dazugehörenden angeblich misshandelnden und sexuell missbrauchenden Priestern.

    …worauf jemand anders meinte:

    Die Frage ist zu eng gefasst, sie müsste heißen: „Was haben die Träger der Heime dazu gesagt?“ Dann wüssten wir auch wie, neben den katholischen Trägern, die evangelischen und staatlichen Träger den Film werten. Wahrscheinlich wiegeln alle ab.
    .

  14. .
    „Und alle haben geschwiegen“ — Und jetzt?

    GERMANY – Bundesrepublik Deutschland.

    ZDF-SPIELFILM „Und alle haben geschwiegen“ EINE EINTAGSFLIEGE !

    Großes Interesse seitens der deutschen Gesamtgesellschaft an diesem Thema bestand noch nie; damals nicht und auch heute nicht; und das flüchtige Interesse einiger Weniger der deutschen Gesamtgesellschaft die sich kurz dafür interessiert haben ist verflogen. Somit war der Film und die Message des Films eindeutig eine EINTAGSFLIEGE.

    Ohne Zweifel – es wird in der Bundesrepublik Deutschland klar und deutlich auch weiter zu diesem Thema geschwiegen. Selbst viele der Opfer, die vielleicht noch dazu fähig gewesen wären und die sich durchaus für ihr eigenes Recht hätten einsetzen können schweigen und lassen die Verantwortlichen und Mitverantwortlichen somit jeglicher Sanktion für die ihrerseits begangenen Verbrechen ( im zivilrechtlichen und moralischen Sinne ! ) entkommen.

    Für die Aufrichtigkeit der Nation als Ganzes tut dies natürlich nichts.

    Die ganze Nation scheint sich jedoch überhaupt nicht daran zu stören.

    .
    KURZBERICHT dazu in Deutsch und in Englisch :

    „Und alle haben geschwiegen“ / „Keiner war bereit das Schweigen zu brechen.“
    = „And all kept their silence.“ / „And all kept silent.“ / „And all kept quiet.“ / „And everyone kept quiet.“ / „And everybody turned a blind eye.“ / „Conspiracy of silence.“
    „Und alle schweigen sie weiter“
    = „And all continue to maintain their silence.“ / „The cover-up continues.“ / „They are all still in denial.“ / „The denial continues.“ / „The silence continues.“
    „Das Schweigen ist ohrenbetäubend.“ = „The silence is deafening.“
    „Das ganze Land zeigt diesbezüglich völlige Gleichgültigkeit“
    = „The whole community does not speak up (against)…“ / „The whole population is turning a blind eye and a deaf ear.“ / „The whole country couldn’t care less.“ / „The entire nation simply does not give a damn.“
    .

  15. andrea schreibt am :

    hallo

    ich hab ähnlich dinge in heimen erlebt,bis heute kann ich nicht,sprechen darüber,das will auch niemand hören…….
    ich wahr über 6jahre in heimen in dehn ferien,was ich da erlebt habe ist,nicht zu beschreiben,schläge,sex missbrauch und kotze essen…….das sind die errinerrungen die ich habe…..mehr errinern will ich nicht,es reicht…….und vor allem kann frau-mann gar nix mehr machen dagegen,allesverjhährt….

    andrea

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