HUNGERSTREIK – DEMO Tag 12

22.03.2013: netzwerkB Pressemitteilung

Durch das im Deutschen Bundestag am 14. März 2013 beschlossene Gesetz namens StORMG, gibt es für alle Taten bis 2010 zivilrechtlich eine Generalamnestie. Für die Gesetzesmacher war es zudem ein Durchmarsch, das Strafrecht fast unverändert zu belassen. Es fehlte in der Gesellschaft jeder Widerstand und von der Helferindustrie kam gegen besseres Wissen keine einzige Nein-Stimme. Noch mehr, als hier erfolgt ist, hätte man den Tätern gar nicht entgegen kommen können.

Im Täterparadies Deutschland müssen Betroffene von sexualisierter Gewalt nun infolge der Gesetzeslage weiter schweigen. Sie erhalten keine Gerechtigkeit und keinen Anspruch auf Schadensausgleich für erlittene Gesundheitsfolgen.

Norbert Denef wieder im HUNGERSTREIK – jeden Freitag

Beginn: 4. Januar 2013

Ende: unbefristet

Weitere Teilnehmer der HUNGERSTREIK – DEMO:
Marcella Becker
Christine Kubacha
Maren
Susanne Jensen
Gerborg Glanz
Katharina M.
Stefan Scharmach
Anita Birke
Bettina Mai
Sonja
Jasmin Klett
Ela Badewien
David Farago
Andrea
Prof. Dr. Gernot Lucas
Petra Broder
Helen Vogel
Josef Mehl
Sabrina Främke
Anna-Maria Oeser
Kathleen Koch
_
Für Rückfragen:
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6 Kommentare

  1. Lisbeth schreibt am :

    So sieht zur Zeit leider die bittere Wahrheit in Deutschland aus.

  2. Überall auf der Welt und auch in Deutschland muss zu diesem Thema des sexuellen Missbrauchs geschwiegen werden. Wenn alle betroffenen Opfer es fertig brächten gleichzeitig ihr Leiden publik zu machen würde der Justiz Apperat zusammenbrechen. So sieht es in einem Opfer aus( Vorsicht Triggergefahr ):
    Warum Papi ?
    Verängstigt, voller Scham und Angst sitz ich in der Ecke, mache mich ganz klein, mich darf doch keiner sehen.
    Drücke die Hand von meinem Zwillingsbruder ganz doll, zu doll, es tut ihm sicher weh. Doch er sagt nichts, lässt mich nicht los, lässt mich nicht
    allein.
    Er will mich beschützen, doch kann er es nicht, ist doch noch viel zu klein,grad erst vier und doch schon so ernst, so schweigsam, so traurig.
    Er kann nix machen, genauso wenig wie ich.
    Ich muss weinen, er sieht mich
    an—-„nicht weinen“—-sagt er und doch
    laufen ihm selbst die Tränen über Gesicht.
    Kann nix machen, hilflos, machtlos,
    zu klein!
    Die Tür geht auf, er ist da, Papi ist zu Hause.
    Hab angst! Drücke die Hand fester zu,
    darf das nicht zu doll, es tut ihm
    doch weh, lasse etwas locker.
    Bitte nicht, bitte, bitte nicht,
    geht es mir immer wieder durch den Kopf.
    Doch es ist sinnlos, es wird passieren,
    wieder passieren, wie jeden Tag.
    Er ist da. Gleich kommt er!
    BITTE NICHT!
    Doch er kommt.
    „Hier seid ihr ja“ —er lächelt—ich habe angst!
    „Komm mein Engelchen, komm zu Papi“
    Hab solche angst. Er hebt mich hoch,
    hebt mich einfach hoch, ich will das
    doch nicht. Lasse meinen Bruder nicht los,
    seine Hand umklammert meine ganz fest.
    Nicht loslassen!
    Doch Papi ist stärker,
    er zerschlägt unsere Hände,
    ich will sie wieder greifen,
    lass mich nicht allein, bitte!
    Ich weine, schreie, will nicht! Er weint auch,
    er guckt mir nach, uns nach,
    Papa und mir. Er zittert, er weint,
    er schreit meinen Namen. Schreit Papa
    an.
    Was sagt er?
    Ich verstehe es nicht,
    höre seine Worte nicht,
    er bewegt doch seine Lippen,
    warum höre ich seine Worte nicht?
    Was sagt er, will wissen was er sagt.
    Sehe ihn nicht mehr, die Türe geht zu,
    hinter mir, hinter uns,
    bin ja auf Papas Arm.
    Wir gehen ins Schlafzimmer,
    will nicht. BITTE!
    Hab angst, er lächelt. Freut sich,
    es macht ihm Spass.
    „Nicht weinen Engel“ sagt er
    „Bin doch jetzt bei dir, bin doch lieb zu dir,
    sei du auch lieb zu mir!“
    Kann nichts machen,
    kann mich nicht wehren,
    er streichelt mich, will das nicht
    nicht an diesen stellen,
    warum streichelt er mich da?
    „Nein“ flüstere ich immer wieder.
    Kann nix machen,
    bin doch noch so klein, zu klein.
    Muss lieb sein, sein Engel sein,
    hab ihn doch lieb, ist doch mein Papi!
    Er küsst mich, überall, will das nicht,
    nicht an diesen stellen!
    Weine, sie tun weh, diese Tränen,
    sie brennen wie Feuer.
    „Warum da?“ „Warum an diesen stellen?“
    „Muss ihn auch küssen, warum?“
    „Will das nicht!“ „Muss ihn küssen überall!“
    „Komm sei mein Engelchen, sei lieb zu Papi“
    Will lieb sein, will sein Engel sein,
    hab ihn doch lieb, er hat mich doch
    auch lieb, oder?!
    Ja, ist doch mein Papi!
    Jetzt legt er sich auf mich, er ist schwer,
    so schwer. Er wiegt
    soviel, kriege keine Luft.
    Gleich passiert es wieder,
    gleich tut es weh,
    nein, will das nicht. Es tut so weh.
    Es macht ihm spass, er mag es,
    es gefällt ihm. Er küsst mich, immer wieder.
    Auf und ab, wie bei „Hoppe-HoppeReiter“
    Ich mochte dieses Spiel,
    früher als er das noch nicht machte, ja da mochte
    ich es, jetzt nicht mehr,
    jetzt hasse ich dieses Spiel, mag es nicht
    mehr spielen, auch nicht mehr im Kindergarten.
    Er macht so komische Geräusche,
    es tut so weh. Es wird immer doller,
    immer schneller. Bald ist es vorbei.
    Wo ist Danny? Will zu meinem Bruder!
    „DANNY“ schreie ich in Gedanken,
    er hört es, ich weiß es genau,
    kann seine Gedanken lesen.
    Was ist nur los?
    Sehe mich, nein uns,
    Papi und mich, von oben.
    Es sieht komisch aus,
    es passt nicht zusammen.
    Er ist viel zu groß, ich bin viel zu klein,
    es passt nicht zusammen.
    Er macht komische Bewegungen,
    seine Augen, er sieht glücklich aus.
    Will tot sein, wie Putzi, unser Wellensittich,
    der schläft jetzt auch, für
    immer.
    Will auch schlafen, für immer,
    nie wieder aufwachen, tot sein.
    Aber er ist glücklich, er ist froh,
    Papa macht es spass, muss lieb sein.
    Und dann, dann stöhnt er ganz laut.
    Es ist vorbei, es tut so weh!
    Er gibt mir noch einen Kuss!
    „Warst ein lieber Engel,
    der liebste Engel den es gibt!“
    flüstert er mir zu.
    Es blutet, ich blute! Warum?
    Was ist passiert? Versteh es nicht!
    WARUM?
    Ich mag es nicht, will das doch nicht.
    „Hab ihn doch lieb, ist doch mein
    Papi!“
    „Es ist normal“ hat er gesagt,
    immer wieder, „es ist normal“
    Glaube ihm, er ist ja groß,
    er ist erwachsen.
    Erwachsene haben immer recht,
    bin doch nur ein Kind.
    „Hab Miriam im Kindergarten gefragt,
    sie hat gesagt, ihr Papa macht es auch
    mit ihr!“
    Aber es tut so weh, es blutet.
    Frage mich immer wieder „warum?“
    Wo ist Mama?
    Warum macht sie nichts dagegen?
    Sie weiß es doch! Sie hat
    uns doch gesehen, als er, als wir……
    Beim letzten mal, sie hat nichts gemacht,
    nur geguckt, nichts gesagt, stand
    nur in der Tür.
    Er hat sie angeschrien.
    „Warum schreit mein Papa meine Mama an?“
    Dann ist sie gegangen, hat nichts gesagt, nie.
    Kein Wort, nur, das ich nichts sagen darf.
    Niemandem, niemals! Es ist normal! hat sie gesagt
    Muss das glauben, will ja lieb sein, ein Engel sein!
    Laufe zu Danny! Er hält mich fest!
    „Hast du aua?“ fragen seine Gedanken,
    ich muss weinen. Er hat auch „aua“
    Genau wie ich. Er spürt dasselbe wie ich,
    jedes mal.
    Spürt immer wenn ich aua hab,
    genauso doll wie ich.
    Er nimmt mich in seine Arme,
    in seine kleinen Arme, sind doch noch so klein,
    so schlafen wir ein, Arm in Arm,
    in der Ecke, ganz allein.
    Wo ist Mami?
    Frage mich immer wieder „Papi warum?“
    Hab dich doch so lieb, will doch ein Engel sein!
    Papi warum? WARUM?
    Will tot sein, wie Putzi, will immer schlafen,
    wie Putzi, tot sein……
    Warum, warum nur?
    (c)Unbekannt
    ~~~~~
    Unmenschlich kann nur der Mensch sein :-((( Für dieses „Vorbildhafte Deutschland“ muss man sich schämen :-(((

  3. hildegard schreibt am :

    Danke, Angelica Paulic – das spricht für neun der genannten zehn Millionen!

  4. Horst Kapphahn schreibt am :

    Ich kann nicht sagen: Danke, Angelika Paulic.
    Ich bin selbst ein Opfer. Heute 60 Jahre alt. Letztes Jahr erst habe ich in einer monatelangen stationären Psychotherapie meine Vergangenheit (jedenfalls weitgehend) in den Griff bekommen. Ich bin bei dem Kommentar bis „Triggergefahr“ gekommen, konnte mir vorstellen was dann folgt, und bin abgestürzt. So viel dazu das ich mich stabil fühlte. Ich denke mal kaum ein Opfer kann sich antun diesen Kommentar durch zu lesen. Wir werden, unserer Lebensqualität beraubt, bis ins Grab Opfer bleiben.

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