Weniger Missbrauchsfälle in katholischer Kirche gemeldet

08.04.2013: nordbayern.de

BAMBERG – In Bayern zeichnet sich ein Rückgang der Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche ab. Im vergangenen Jahr gingen bei der Missbrauchsbeauftragen des Erzbistums Bamberg, der Anwältin Eva Hastenteufel-Knörr, sieben neue Vorwürfe ein. Im Jahr zuvor seien noch zwölf Fälle aktenkundig geworden, sagte ein Sprecher der Erzdiözese.
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13 Kommentare

  1. Anonym schreibt am :

    Was hilft denn eine Anzeige bei den Missbrauchsbeauftragen der Kirchen, wenn
    a) den Opfern trotzdem nicht geholfen wird bzw. mit den Folgen allein gelassen werden (Fürsorgepflicht!)
    b) sich man bei den Opfern nicht entschuldigt
    c) die Unterlagen doch nur wieder zu den Akten kommen d) wenn die Täter trotz kirchliche Richtlinien befördert werden.

    Andererseits hat der Missbrauchsbeauftragte ja endlich Zeit, sich um die Opfer zu kümmern! Es sollen ja alles Einzelfälle sein!

  2. Anna M. schreibt am :

    Der Kommentar von Anonym erklärt, warum die MELDUNGEN (und nicht die Fälle!) zurückgehen. Die Menschen wollen sich nicht so behandeltn lassen wie von den Kirchen, ist doch logisch!

  3. Urmel schreibt am :

    Ich hatte mich zusammen mit meinen Psychotherapeuten auch an den Missbrauchsbeauftragten (Psychotherapeut und Theologe) der Diözese gewendet und meinen Fall mündlich und schriftlich geschildert. Da er sich nach einen halben Jahr nicht mehr bei mir bzw. meinem Psychotherapeuten gemeldet hat, hat ein katholischer Priester, der mich kennt und meine Situation schon seit längerem kannte, einen Brief an den Bischof geschrieben. Der Pfarrer erhielt aber auch darauf keine Antwort. Schließlich rief ich den Missbrauchsbeauftragten an und fragte ihm, was es für Gründe gebe, warum es so lange dauere. Darauf pöbelte er mich an, indem er zu mir sagte: „Mich widert es an, dass ich mich dauernd um Ihren Fall kümmern muss!“ – Ich war entsetzt, als ich das hörte. Ich war verzweifelt und sagte zu dem Missbrauchsbeauftragten, ob „Sie mich umbringen wollen! Die Diözese weiß ja schon mehr als 5 Jahre von meinen Fall! Ich verstehe, dass ganze nicht mehr!“ Erst durch den Zuspruch meines behandelten Therapeuten konnte ich von den Selbsttötungsgedanken wieder Abstand bekommen. – Aber trotzdem geht mir das bis heute nach und bin weiter traumatisiert.

    Zu den kirchlichen Untersuchungsführern, wie den Missbrauchsbeauftragten, habe ich kein Vertrauen mehr. Er wird von der Diözese bezahlt und steht dem „Tätersystem“ nahe. Die machen was sie wollen. Mittlerweile sind es 11 1/2 Jahre her (Herbst 2001!), seitdem der oben genannte Pfarrer, Angehörige von mir und mein behandelter Therapeut bei der Diözese eine Anzeige gemacht haben. Eine Entschuldigung oder Unterstützung habe ich nie erhalten. Alle Anfragen wurden unfreundlich abgewehrt. – Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht haben soll.

  4. Margarete schreibt am :

    Ich frage mich, ob wir Missbrauchsgeschädigte unsere
    Ansprüche nicht an die falsche Adresse richten, an die Täter ?
    Die gesetzliche Krankenkassen machen große Werbung für die SICHERHEIT ihrer Patienten, doch wie sieht
    diese Sicherheit aus, wenn von dieser Instutition
    vorneweg die Erkrankung PTBS weitgehenst ignoriert wird ? Habe es selbst erlebt und auch die allgemeine Bevölkerung überhaupt nicht darüber aufgeklärt ist über diese Erkrankung, sie also durch Nichtbehandlung weitergegeben wird….

    Den wenigsten ist bekannt, dass bei Süchtigen erst eine PTBS, eine depressive Phase vorausgehen,bevor sie bei dem Suchtverhalten ankommen und unser Täter war alkoholsüchtig, der keine Beachtung geschenkt wurde…..
    So hat doch unser Gesundheitssystem“Stellvertreter“
    die der gesunden Bevölkerung einen großen Schaden
    anrichtet, da sie sich auch nicht weder gegen die
    PTBS noch gegen Depressionen und auch nicht gegen
    Süchte behandeln lassen müssen…

    Wie sehen andere Geschädigte das ?

  5. hildegard schreibt am :

    Margarete, unser sog. Gesundheitssystem ist krank!

    … die falsche Adresse? Wo gibt es den täterfreien Raum?
    Wohin wir uns auch wenden, überall innerhalb und außerhalb von Kirchen werden nur die Täter geschützt, verschont und großzügig therapiert – peinlich-kleinlich dagegen der Umgang mit Betroffenen!
    Großzügige Forschungsgelder sollte der Staat in die Zusammenhänge zwischen Suchtverhalten und anderen psychischen Erkrankungen und die vorausgehenden Auffälligkeiten in Kindertagen stecken. Auf Psychiatrien könnte dann sehr bald weitgend verzichtet werden – menschenwürdiger Umgang vorausgesetzt …!

  6. Margarete schreibt am :

    @Hildegard….dass Vorgehe gegenüber SM-Opfer in der Kirche und Gesundsheitsystem unterscheiden sich
    m.E.kaum….habe gerade gelesen, dass bei PTBS die
    Krankenkasse 2 Jahre für Therapiekosten aufkommt und danach nur noch wöchentlich 1 Stunde….weiß nicht , ob das stimmt….in unserem Fall sollte ich als Mutter eine Therapie laut Jugendamt machen, die ich abgelehnt habe, doch meine Tochter, die diese
    Hilfe nötig gehabt hätte, die hat keine bekommen….Das JA hat den MB ja geleugnet und stellte sich auf der Täterseite….so wurde alles um acht Jahre verschleppt….man kennt es inzwischen ja,was vielen Kindern die Gefahr schon ohne MB droht, aus Kostengründen des Staates aus der Familien entfernt zu werden…. gerade deshalb, weil unser Gesundheitssystem nicht nur krank, sondern diese perfinde Vorgehensweise vermutlich gerade auf familäre MB-Opfer hat, sprich eine ganze Armada von Unterlassungen in Therapien durch Diagnosenverschiebungen etc. praktiziert werden und die Kirchen davon in Kenntnis gesetzt waren ???
    Ich hatte bereits daraufhingewiesen in dem Buch von
    Karin Jäckel…“Wer sind die Täter“samt Seitenangabe, wo die KK, zumindest nach dem Mauerfall den Rotstift angesetzt hat…..

  7. hildegard schreibt am :

    … warum die MELDUNGEN (und nicht die Fälle!) zurückgehen – klar!
    … warum in Familien, Behörden, Kirchgemeinden, Schulen und sonst wo geleugnet wird?

    Das historische Erbe holt eine Gesellschaft immer wieder ein; religiöse Kulte und Magie spielen ihr schauriges Spiel – auch noch in der zivilisierten Demokratie.

    Wer aber lehrt Menschen, sich von alten Dämonen zu emanzipieren? Instrumentalisierte Ängste regieren die Welt. Strukturen der verinnerlichten Gewalt schwelen als Ängste untergründig weiter. Mitgefühl stumpft ab. Lähmung hindert nahe Verwandte mit der Wahrheit, vereidigte Beamte mit den klar erkannten Fakten heraus zu rücken – das ist der Fluch der Gewalt.

    Diesen ewigen Kreislauf aus Angst und Gewalt gilt es zu kappen und zu knacken mit GESCHICHTSBEWUSSTSEIN – Wahrheit und Klarheit gegen gezielte Vernebelung unerträglicher Chauvinisten.

  8. Margarete schreibt am :

    So ist es !!! In den beruflichen Schweigeplichten
    wird auch unsere Sicherheit ausgebremst! Kann dazu
    auch das Buch „Störfaktor Schule“ empfehlen….

  9. Andrea schreibt am :

    hallo
    auch ich hab mich an die kirche gerichtett,leider ist mein fall schon jahre verjährt,aber ne antwort hab ich nie bekommen,die nonne lebt nicht mehr und deshalb sind sie auch nicht zuständig,was die dort mit mir gemacht haben…..ist für die alles lüge

    andrea

  10. Fried schreibt am :

    Hallo Andrea
    War der Missbrauch in der Kaht Kirche, dann wennde dich an das Zuständige Erbistum.
    Auch wenn der Missbrauch Jahrzehnte her ist hast du
    einen Anspruch auf Entschädigung und übernahme semtlicher Therapie Kosten.
    Wende die an die Missbrauchs Beauftragten des Erzbistums wo der Missbrauch vor Jahren geschehen ist.
    Habe auch eine Entschädiegung bekommen und ich bin
    vor über 30 Jahren Missbraucht worden.
    Der Weiße Ring hilft auch weiter.

  11. Fried schreibt am :

    Hallo Andrea
    Ich bins noch mal.
    Mein Fall war im zuständigkeits Bereich des Erzbistums
    Köln.
    Wenn das Erzbistum nicht Reagiert wende dich an den
    Weißen Ring an deinem Wohnort.

  12. Uwe Werner schreibt am :

    Wenn die Meldungen/Rückgang von Missbrauchsfällen zurückgehen, was ich stark bezweifle, dann haben sie in Bayern ja jetzt Zeit die alten seit jahrzehnten bekannten Missbrauchsfälle innerhalb der Kath. Kirche auf(ab)zuarbeiten. Das was @URMEL erlebt hat, ist auch in anderen Diözesen gängige Praxis.
    Ein Lesetipp: SEX und der Vatikan
    Ich merke an allen Kommentaren, das wir so nicht weiterkommen. Als Opfer habe ich leider auch lernen müssen, dass das Böse auch in uns steckt. Diese Erkenntnis hat mich nicht erschreckt, waren wir bisher doch zu zögerlich und in Selbstmitleid versunken, sodaß die Kirchen so mit uns Opfern umgehen konnten und unsere berechtigten Ansprüche abgeschmettert wurden.
    Ich habe dieser Tage eine Email an den Osservatore Romano und den Opus Dei geschrieben. Ich will und kann es nicht hinnehmen das wir uns in Deutschland derartig von der Kath. Kirche behandeln lassen.
    Vorschlag: Entweder selber starten, oder über AVAAZ.org eine Petition an den Vatikan öffentlichkeitswirksam starten. Den Papst darin auffordern auf die hiesigen Diözesen Druck auszuüben, wie in Irland oder den USA geschehen.
    Wer mitmachen möchte kann sich ja melden.

  13. Anonym schreibt am :

    @Fried: Mit dem Weißen Ring habe ich sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Auch die Opferverbände machen sich zu Mittätern! Zumal, wenn der Täter noch ein Katholischer Pfarrer ist. Da geht schon die Mauschelei los. Die meinen, mit Händchen schütteln (Täter-Opfer-Ausgleich), das müßte schon reichen. Ein Pfarrer hat leider immer noch eine uneingeschränkte Autorität (in Bayern) – auch wenn er was schlimmes gemacht hat. – Und sexueller Missbrauch / Nötigung ist doch was schlimmes (und auch nach dem Gesetz (SGB) auch strafbar, oder?

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