Stiftung soll das netzwerkB ergänzen

11.06.2013: netzwerkB: Lübecker Nachrichten


Norbert Denef aus Scharbeutz als Vorsitzender wiedergewählt. Geld fehlt auch für die aktuelle Arbeit. © Foto: Christina Düvell-Veen

Das neue Team von netzwerkB nach der Wahl in Scharbeutz: Tina Anandi (von links), Katharina Micada, Dr. Marcella Becker, Norman Schultz, Beate Lindemann-Weyand und Norbert Denef.

Von Christina Düvell-Veen

Scharbeutz. Norbert Denef hat eine Vision. Der Scharbeutzer träumt von einer gemeinnützigen Stiftung, die sich gegen das Verschweigen, Verleugnen und Vertuschen von sexualisierter Gewalt einsetzt. Deren Ziel soll es sein, Opfern zu helfen, ihre Schweigemauer zu durchbrechen.

Denef wünscht sich eine Stiftung, die noch größer ist als die von Alfred Nobel. Ähnlich wie bei der Vergabe der Nobel-Preise soll auch von Denefs Stiftung einmal jährlich eine Persönlichkeit geehrt werden, die sich besondere Verdienste erworben hat. Sie soll entschieden gegen das Verschweigen von sexualisierter Gewalt eingetreten sein.

Viele seiner Aktivitäten richtet Denef derzeit darauf, Persönlichkeiten im In- und Ausland um Geld für diese Initiative zu bitten. „Wenn die Stiftung kommt, dann ziehe ich mich zurück“, kündigte er gestern in einem LN-Gespräch an.

Vor wenigen Tagen wurde der 64-Jährige als Vorsitzender von netzwerkB, dem Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt, in seinem Amt bestätigt. Während einer Mitgliederversammlung in Scharbeutz wurden mit Katharina Micada (45) aus Berlin, Tina Anandi (52) aus Frankfurt am Main, Dr. Marcella Becker (50) aus Rottenburg am Neckar, Beate Lindemann-Weyand (41) aus Stuttgart sowie mit Norman Schultz (30) aus des USA weitere Vorstandsmitglieder gewählt.

Das inzwischen 910 Mitglieder zählende netzwerkB hat seine Wurzeln in einer Selbsthilfegruppe, in der bereits 1993 Frauen und Männer gemeinsam über die von ihnen erlebte sexualisierte Gewalt sprachen. Als gemeinnütziger Verein offiziell gegründet wurde das Netzwerk im April 2010. Den Anstoß dazu gab Denef, der als Kind und Jugendlicher erst von einem katholischen Pfarrer und dann von einem Kirchenmusiker missbraucht wurde. 35 Jahre lang schwieg er darüber. Bundesweit machte Denef im vergangenen Jahr auf sich aufmerksam, als er in einen Hungerstreik trat. Da er schwere gesundheitliche Probleme bekam, beendete er ihn nach 46 Tagen. Auch danach aber kämpfte er weiterhin auf verschiedenen Ebenen gegen die Verjährungsfristen für sexualisierte Gewalt.

Während der Mitgliederversammlung machte der Vorstand deutlich, dass jetzt auch finanzielle Unterstützung notwendig ist, um die Arbeit verstärkt fortführen und den politischen Druck deutlich erhöhen zu können. „Wir sind auf eine solide finanzielle Basis mit einem vernünftigen personellen Einsatz angewiesen“, sagte er. Das reine Ehrenamt und die geringen Mitgliedsbeiträge reichten dafür nicht mehr aus.

Weitere Informationen über das netzwerkB gibt es bei Norbert Denef, Schulstraße 2 B, 23683 Scharbeutz, Telefon 04503/892782, sowie im Internet unter www.netzwerkb.org.

„Wenn die Stiftung kommt, dann ziehe ich mich zurück.“
Norbert Denef aus Scharbeutz, Vorsitzender vom netzwerkB

Quelle: http://www.ln-online.de

Mehr auf netzwerkB:
Akt der Versöhnung 

Ein Kommentar

  1. C.F. schreibt am :

    ich dachte es würde eine Stiftung im Sinne von dem Missbrauchsfonds gegründet werden.
    Das würde ich gerne geklärt haben, Herr Denef.
    ______________________________________________
    Anmerkung von Norbert Denef:

    Die Stiftung hat mit dem „Missbrauchsfonds“ nichts zu tun.
    Die Stiftung will Betroffene nicht mit Almosen abspeisen, sondern einen Preis ausschreiben, der an Personen vergeben wird, die Außergewöhnliches leisten, um Opfern von sexualisierter Gewalt zu helfen, ihr Schweigen zu brechen.

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