Ausschreibung für die Stelle eines Vorzeigeopfers

15.07.2013: netzwerkB Pressemitteilung

Anbei das „Rekrutierungsschreiben Betroffene“ (als PDF herunterladen) vom 15.07.2013 von Herrn Rörig, auf das wir mit Kritik reagiert haben, s. unten (Schreiben als PDF herunterladen)

Wir finden es merkwürdig bis absurd wie man hier mit den Betroffenen umgeht. Dazu zählt auch wie man mit uns als Interessenvereinigung umgeht.


Für Rückfragen:
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: +49 (0)4503 892782 oder +49 (0)163 1625091
presse [at] netzwerkb.org
www.netzwerkB.org

Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs
Johannes-Wilhelm Rörig
Glinkastraße 24
10117 Berlin

Ihre Ausschreibung für die Stelle eines Vorzeigeopfers

Sehr geehrter Herr Rörig,

vielen Dank für Ihren Rundbrief vom 15. Juli 2013 den wir heute erhalten haben.

Leider wird uns nicht deutlich, in welcher Eigenschaft Sie uns anschreiben. Wir verstehen uns als gewählte Interessenvertretung von Betroffenen, nicht nur als betroffene Personen. Wir haben mehrfach diesbezüglich bei Ihnen persönlich nachgefragt, ohne dass Sie dazu Stellung genommen haben.

Warum ist dieses Budget von 50 Mio. eigentlich nur einmalig? Was geschieht, wenn es aufgebraucht ist?

Wir fragen uns, wie 1 Betroffener/e ohne weitere Aufwandsentschädigung sich der Bearbeitung von möglicherweise hunderten oder tausenden Anträgen stellen soll. Erhalten die anderen Mitglieder des Gremiums eine Aufwandsentschädigung?

Wie soll ein einziger Betroffener/e die entsprechenden Qualifikationen besitzen, sowohl die Folgen im institutionellen als auch familiären Bereich abschätzen zu können, sowohl als Folge von einem einmaligen gewaltsamen Übergriff bis hin zu jahrelangem systematischen Missbrauch?

Welches Gewicht hat 1 Betroffener/e in einem solchen Gremium? Warum wird das Gremium nicht mit mehr Personen und dabei dann auch paritätisch besetzt? Sind die Betroffenen hier also wieder in einer Rolle der Gäste am Katzentisch wie beim Runden Tisch der Bundesregierung?

Warum sind Mitglieder – hier sind also nicht einmal Funktionsträger gemeint – des Weissen Rings ausgeschlossen? Der Weisse Ring ist in unseren Augen eine renommierte und kompetente Institution, welche wir in unserer Vereinssatzung auch als Erbe im Falle einer Auflösung benennen.

Nach unserem Eindruck ist hier eine einzelne Person allein überfordert und bleibt hier letztlich in der Rolle eines Vorzeige-Opfers. Hierzu hätten wir gerne Ihre persönliche Meinung gehört, nicht die Ihrer Sekretärin.

Freundliche Grüße

Norbert Denef

Jetzt netzwerkB noch stärker machen … 

 

38 Kommentare

  1. uwe werner schreibt am :

    Das ist schon ein Hammer dieses Schreiben.
    Mir fehlen die Worte. Das ganze als clearingstelle zu bezeichnen ist schon ein Hohn. Da scheint selbst dem Ministerium die passenden Worte zu fehlen. Hier wäre ein Ansatz politisch tätig zu werden und die Mitarbeit von netzwerkB und weisser Ring einzufordern. Schliesslich sind es Steuergelder. Hoffe ihr setzt euch mit dem Weissen Ring ins Einvernehmen.
    ____________________________________
    Anmerkung vom netzwerkB Team:

    Die Geschäftsführung vom Weissen Ring wurde mit Schreiben vom 15. Juli 2013 von netzwerkB entsprechend in Kenntnis gesetzt und um Stellungnahme gebeten.

  2. uwe werner schreibt am :

    Das nenne ich prompte Reaktion. Super und Danke. 😉

  3. uwe werner schreibt am :

    Dank des Weissen Ring in Mönchengladbach konnte ich erstmals 2010 tätig werden. Vielleicht hat Herr Röhrig davor Angst.

  4. Was für ein Scheiß! Unfähigkeit wohin man schaut. Danke für Ihre umgehende Reaktion.

  5. Karl Görtz schreibt am :

    Pfui Teufel!

    Sehr geehrte(s) Bewerbungsopfer,

    vielen Dank für Ihre Bewerbung auf unsere Mitarbeit in unserer Clearingstelle. So sehr uns Ihre Missbrauchserfahrung , Ihre vor Jahrzehnten erlittene sexualisierte Gewalt und bis heute andauerndes Trauma überzeugt, mussten wir uns dennoch leider für einen anderen Bewerber entscheiden bei dem die Verjährung sexualisierter Gewalt noch nicht eingetreten ist. Wir sind aber davon überzeugt, dass Opfer mit Ihren Leiden heute sehr gefragt sind, insbesondere in Psychiatrien. Für Ihren weiteren Leidensweg wünschen wir Ihnen baldige Genesung.

  6. Realmenschin schreibt am :

    Schon der Titel des Anschreibens spricht Bände!

    „Rekrutierungsschreiben Betroffene“ – Zitat aus Wikipedia

    http://de.wikipedia.org/wiki/Rekrutierung
    “ Als Rekrutierung (von Rekrut) oder Aushebung versteht man im Militär die Einberufung von vorher gemusterten Soldaten, Wehrpflichtigen und Milizionären in den Militärdienst. In der Schweiz versteht man darunter die Musterung selbst.

    Das Wort Rekrut stammt vom lateinischen recrescere, das heißt „wieder nachwachsen“. Es bezeichnet also den Prozess, militärische Einheiten wieder auf die volle Anzahl (Sollstärke) zu bringen. Es werden aber auch Rekrutierungen angeordnet, um neue Einheiten aufzustellen, anstatt bereits bestehende auf Sollstärke zu bringen. Auch werden Zwangsrekrutierungen in Kriegs- oder Krisenzeiten vorgenommen, in denen Rekruten in den Dienst der jeweiligen Streitkräfte gepresst werden.“

  7. Hamlet schreibt am :

    Man/Frau darf nicht immer alles aufladen. In Binnensicht erscheint Einiges angemessen. Da sitzen Menschen in irgendwelchen Büros und denken sich herrliche Sachen aus, bezahlt. Ich wäre ein idealer Kandidat, unbenommen, irgendwie mittendrin, nicht wirklich Opfer, weil im letzten Moment aus dem Bett gesprungen und danach Odenwaldschüler, bewusst.

    Nur, auf einmal stösst auf: Ehrenamtlich. Wat für eine Scheinheiligkeit klingt da durch: Feigenblatt. Und ganz unverfroren: Kontrolle. Babes, lasst doch das endlich mal! It’s out and over.

  8. Sehr geehrter Herr Rörig,
    haben Sie – mit Verlaub – einen Knall? Das geht ja gar nicht! Von Ihnen als Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs erwarte ich anderes. Ganz anderes. Vor allem erst einmal das richtige Gespür. Und wenn Ihnen das, was ich nicht hoffe, fehlt, sollten Sie sich entsprechend beraten lassen, wie man als Beauftragter entsprechend feinfühlig agiert. Ich dachte eigentlich, wir als Gesellschaft und Sie als Vertreter selbiger seien schon einen kleinen Schritt weiter. Leider erwecken Sie nicht diesen Eindruck. Das ist peinlich. Als Rechtsanwalt, der Sie sind, sollten Sie das nötige Fingerspitzengefühl haben – vor allem als Unabhängiger Beauftragter setze ich zwingend voraus. Ihr Aufruf kann ja wohl nur ein blöder Ausrutscher gewesen sein. Sagen Sie bitte, dass ich mich nicht täusche, sonst haben Sie ein echtes Problem. Mit so einer „Ausschreibung“ diskreditieren Sie sich selbst. NetzwerkB hat schnell und richtig reagiert, seien Sie froh, dass das noch so freundlich ausfiel. Ich bin richtig wütend auf die Haltung, die Ihre Ausschreibung erkennen läßt. Und ich bin nicht der Einzige, da können Sie sich sicher sein.

  9. Thomas schreibt am :

    Also, wer lesen kann ist klar im Vorteil. Denn dieses Rekrutierungsschreiben kommt von der Geschäftsstelle des Fonds sexueller Missbrauch und nicht von Herrn Rörig.

    Dies mal zur Richtigstellung.

    Ansonsten frage ich mich warum sich denn nicht mal die 3 oder 4 großen Initiativen und Vereine (weil mehr große haben wir ja nicht) an einen Tisch setzten und Versuchen (weil es ja anscheinend wieder mal um … geht) einen kleinen gemeinsamen Nenner zu finden, denn dann hätten wir Betroffene mal eine vernünftige Vertretung. Dies mein Appell hier an NetzwerkB, ich werde dies ebenfalls in dem Verein in dem ich mich engagiere (gegen missbrauch e.V.) an den Vorstand tragen mit der gleichen Bitte.

    Thomas

  10. kar schreibt am :

    Ein Stück aus dem Tollhaus, aber von der ganz schlechten Art. Sorry, aber irgendwie erinnert dieses Getue echt nur noch an die negativen Dinge klassischer Krimis ala „der Kommissar“. Ich meine, da wird „bei jeder passenden Gelegenheit“ Alkohol gesoffen. Hier noch und da noch ein Schnäppchen, siehe bspw.:

    http://www.youtube.com/watch?v=cJPnBOcWzCE (ab 2:07).

    Das müsste echt mal langsam in die Ausnüchterungszelle. Es reicht.

  11. Heidi schreibt am :

    Es ist doch mehr als offensichtlich, dass das zu „rekrutierende Opfer “ hier nur eine Alibifunktion zu erfüllen hat.
    Damit kann der Anschein erweckt werden, dass man die Opferperspektive ernsthaft berücksichtigt. Wenn man das tatsächlich wollte, würde man ganz andere Schritte gehen müssen.
    Aber das will in Wahrheit niemand und so soll irgendjemand sich zu dieser Runde setzen und welchen Beitrag leisten?
    Dieses höchstwahrscheinlich traumatisierte Opfer soll sich diese ganzen traumatischen Erlebnisse anhören?
    An ein Gewicht dieser Stimme glaube ich auch nicht.
    Dass ein Opfer sich immer auf die Seite eines anderen Opfers stellen würde, liegt doch auf der Hand, demzufolge wäre die Entscheidung zugunsten des Opfers hier wohl klar.
    Bleibt noch die Gefahr einer Retraumatisierung , wenn man als Betroffene/r all diese Grausamkeiten hört.

  12. Wilma schreibt am :

    Die Clearingstelle leidet unter Personalmangel. Das ist sehr verständlich, denn eine solche Arbeit über einen so langen Zeitraum unentgeltlich ohne Aufwandsentschädigung zu verlangen,das ist nicht fair. Selbstverständlich sollten diejenigen, die dort mitarbeiten, eine Aufwandsentschädigung erhalten. Und es sollten auch mehrere Gewaltopfer in jedem Ausschuss mitarbeiten. Sie könnten ja auch nach drei Monaten ausgewechselt werden. Das wird bei der Polizei auch so gemacht, dass Polizisten, die mit Kinderpornographie beschäfigt sind, nach einiger Zeit ausgewechselt werden. Die Leute, die in diesen Gremien sitzen, müssen eine Menge aushalten. Ehrenamtlich, das geht auf gar keinen Fall!!!
    Mitglieder des Weißen Rings werden abgelehnt. Das ist richtig!!! Herr Rörig weiß, welche Anrufe bei der Hotline eingehen und von wie vielen Missbrauchsopfern der Weiße Ring abgelehnt wird.
    Ich erinnere auch an die Seite gegen-missbrauch.de, wo berichtet wird, dass der Vorstand mit 23 Opfern den Antrag ausgefüllt hat, weil diese kein Vertrauen zum Weißen Ring haben.
    Nach mehrmaligen Anrufen bei der Hotline hat sich bei mir der Eindruck verfestigt, dass der WR von über 50 % der Missbrauchsopfer abgelehnt wird. Ob der WR eine seriöse Institution ist, können nur die beurteilen, die bereits Erfahrungen mit dieser Insitution gemacht haben. Meiner Ansicht nach nein. Andere Personen, die bisher keinerlei Erfahrung mit ihr gemacht haben, können das nicht wissen.
    Der Fonds geht bisher vorbindlich mit den Daten der Antragsteller um. Der WR nicht. Seit zwei Jahren versuche ich zu erreichen, dass dort meine Daten gelöscht werden. Es ist nicht möglich. Aus einem neuen Brief des WR geht hervor, dass die Daten der Opfer weiterverwendet und benutzt werden. Im Jahr 2001 stand auf dem Briefkopf des WR folgender Satz: Die Adressen von Opfern tauschen wir in keinem Fall. Dieser Satz steht heute nicht mehr dort.

  13. Die Rede ist von einem Rundbrief, den Herr Rörig in seiner Funktion in Umlauf bringt, der demnach 1.) dem Inhalt der Ausschreibung zustimmt, das lässt wenig Taktgefühl erahnen, und 2.) genauso im Auftrag der Bundesregierung handelt wie die „Fonds sexueller Missbrauch“, die vom Bundesfamilienministerium beaufsichtigt und finanziert werden. Ich stimme Ihnen, Thomas, sonst zu, dass die drei, vier großen Vereinge gemeinsam in dieser Frage auftreten sollten – nicht nur in dieser. Die Polemik aber von Ihnen, kar, ist mehr als deplatziert.

  14. Patricia schreibt am :

    Hallo liebe Mitstreiter,

    ich bewerbe mich – war mein erster Gedanke. Und zwar WEIL ich gehört werden möchte, WEIL ich denke, dass wir eine Stimme haben sollten, WEIL ich die Nase voll habe, von Beamten, die nicht wissen wovon sie reden aber dauernd irgendwelche (vermeintlich) klugen Dinge auf unsere Kosten entscheiden (wie z.B. nichtfunktionierende Beratungsstellen, endlose, retraumatisierende Antragsformulare, überforderte, traumainkompetente Berater etc.). Wir brauchen diese Einblicke in deren Handeln aus erster Hand und solange wir nur schreiben und uns beschweren, klicken Sie unsere mails und Briefe einfach weg.
    Ich rate dazu, dass wir uns ALLE bewerben sollten.
    Solange sie die Unterlagen sichten und wieder jahrelang beraten, wen sie nehmen, können sie wenigstens keinen neuen Schaden anrichten.
    Aber auch wenn ich mich bewerbe, weiß ich dass Sie MICH nicht nehmen, denn ich bin eine Unbequeme und schon so bekannt, dass sie mich sogar aus der Beratungsstelle im LSJV Mainz noch vor Beginn der Beratung wegschicken wollten, weil ich mit dem Referatsleiter schon mal zu tun hatte….und in der Tat gab es auch zu diesem Thema wieder Ärger mit ihm.
    Leute wie Herr Rörig sind Multiplikatoren, in allen Ämtern sitzen bewußt- und ahnungslose Beamte wie er. Ich denke wirklich, dass sie DRINGEND unsere Beratung und Hilfe benötigen, um sachverständig arbeiten zu können. Und wenn der EINE nicht mehr kann, rücken wir nach und unterstützen ihn, wir sind doch genug! Bewerbt Euch, ALLE!!!!!! Denn wir sind ALLE sehr viel mehr qualifiziert als ein studierter Arzt oder Therapeut oder Minister. Sie haben gerufen – wir kommen – ALLE!

  15. An Norbert Denef und alle Kommentatoren:

    Obwohl ich Eure Aufschreie durchaus nachvollziehen kann, zumal es sich hierbei wieder einmal um ehrenamtliche Tätigkeiten handeln soll, ist die Bezeichnung „Rekrutierung“ nicht seitens des Fonds Sexueller Missbrauch genannt worden, sondern basiert auf freier Interpretation.

    Mit meinen anschließenden Sätzen möchte ich mich nicht zum Fürsprecher dieses Aufrufs erklären, sondern bitte alle darum, die Angelegenheit ein wenig differenzierter zu sehen.

    Zwecks Richtigstellung hier der genaue Wortlaut des Aufrufs:

    „Die Geschäftsstelle Fonds Sexueller Missbrauch sucht Betroffene für die ehrenamtliche Mitarbeit in den Entscheidungsgremien der Clearingstelle“

    Es steht jedem frei, aus der Formulierung „Suche“ die eigenen Rückschlüsse zu ziehen, dennoch wird in dieser Angelegenheit m.E. mit Kanonen auf Spatzen geschossen – und hierbei meine ich die Spatzen im herkömmlichen Sinne:
    Dass Herr Rörig innerhalb seiner Zusammenarbeit mit Betroffenen bislang noch nicht viel (bis gar nichts) erreicht hat, liegt u.a. auch daran, dass sich die TeilnehmerInnen der Selbsthilfegruppen, die sich am Runden Tisch in Berlin bis dato beteiligten, zersplittert haben.
    Fakt ist, dass hierbei diverse Zerwürfnisse passierten, die letztendlich auf unangemessenes Machtgehabe einiger Beteiligten zurückzuführen sind. Das Ergebnis war, dass große Uneinigkeit darüber bestand, wie weiterhin im Sinne von uns Betroffenen vorzugehen sei.

    Aus meiner Sicht schätze ich die augenblickliche Lage so ein, dass Herr Rörig darum bemüht ist, ein Gleichgewicht innerhalb der Entscheidungsgremien zu schaffen, um eben genau diese fortwährenden Unstimmigkeiten auszuklammern. Ein weiterer Ansatz, um Wege im Sinne der Rehabilitierung und zum Schutz Betroffener zu finden.
    Bei diesen Ansätzen mag vielleicht nicht alles stimmig sein, die Zukunft wird es zeigen… dennoch rechne ich Herrn Rörig an, dass er sich weiterhin dafür einsetzt, keine Stagnation eintreten zu lassen, sondern weitere Initiativen ergreift, um gemeinsame Lösungsmöglichkeiten zu finden und unsere Forderungen und Ziele durchzusetzen.
    Über die Wahl der Mittel kann man sich durchaus uneinig sein, dennoch handelt es sich hierbei um einen weiteren Schritt in unsere Richtung, der aus meiner Sicht zunächst einmal positiv zu bewerten ist.
    _______________________________
    Anmerkung vom netzwerkB Team:

    dass die Bezeichnung „Rekrutierung“ angeblich eine freie Interpretation sei, diese Aussage ist falsch.
    Der Titel „Rekrutierungsschreiben Betroffene“ stammt vom „Büro des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs“. Der Redaktion von netzwerkB liegen entsprechende Unterlagen vor.

  16. An das netzwerkB-Team:

    Danke für die Anmerkung,
    darüber hatte ich keine Kenntnis und möchte mich für meine Unwissenheit entschuldigen.
    Dennoch möchte ich an meinem Gedanken zwecks gemeinsamer Zielsetzung und der politischen Unterstützung durch das Rörig-Team festhalten.

    In all den Jahren des Suchens, Aufbegehrens und kräfteraubender Betroffenenarbeit, die sowohl berechtigt und längst überfällig war, als auch sinnvoll und wichtig ist, war NetzwerkB maßgeblich daran beteiligt, die Räder der Gegenwehr ins Laufen zu bringen und das Schweigen zu brechen.
    NetzwerkB, explizit Norbert Denef hat es mit großem Mut, bewundernswerter Hartnäckigkeit und vielfach bewiesener Ausdauer geschafft, die Aufmerksamkeit vieler Medien auf sich und somit auch auf uns zu lenken. Ihm gilt meine umfängliche Anerkennung und mein großer Respekt für seinen unermüdlichen Einsatz und energiezehrenden Leistungen.

    Gleichzeitig ist es aus meiner Sicht notwendig, gemeinsam mit anderen Betroffenen und den dazugehörigen Institutionen, die die gleichen Forderungen wie wir stellen, an einem Strang zu ziehen, um gemeinsame Zielsetzungen und Lösungen zu formulieren, was jedoch nicht gleichbedeutend heißt, dass wir nachlassen, oder gar faule Kompromisse eingehen und/oder falsche Zugeständnisse machen sollten.
    Ich denke, das erwartet auch niemand von uns. Jedoch gebe ich gleichzeitig zu bedenken, dass es auch nicht mit einer aggressiv gearteten „Ablehnungs-und-Hau-Ruck-Methode“ funktioniert. Vielmehr könnten wir den Dialog suchen und anfragen, nach welchen genauen Kriterien die Gelder verteilt werden und welche Perspektiven und Zukunftsaussichten diese Entscheidungsgremien anvisieren, und das nicht nur kurz- und mittel-, sondern langfristig.

  17. Karl Görtz schreibt am :

    Ich darf daran erinnern. Das oberste Ziel von netzwerkB war und ist die Aufhebung der Verjährungsfristen.

    Zitat:
    „netzwerkB will sich abschaffen
    Es ist ein soziales Dilemma, dass sobald Opferschutzorgansiationen entstehen, diese im Kampf um Gelder ihre Positionen oftmals kontraproduktiv verteidigen müssen. So bedingen soziale Strukturen, dass grundlegende Strukturreformen ausbleiben. Der eigentliche Skandal aber ist nicht, dass eine fortwährende Debatte um die Opferschutzorganisationen besteht, sondern dass es Opferschutzorganisationen überhaupt geben muss. Ziel einer Opferschutzorganisation kann daher nicht ihr Bestand sein, sondern ursprüngliches Ziel einer Opferschutzorganisation muss sein, dass es sie irgendwann nicht mehr gibt. Die Probleme müssen nicht symptomatisch behandelt werden, wie es nach gegenwärtiger Gesetzeslage geschehen soll, sondern müssen ihrem Grund nach gelöst werden. Jene Herangehensweise verlangt aber auch radikal nicht allein den eigenen Posten zu verteidigen. Aus diesem Grund bewahrt sich netzwerkB seine finanzielle Unabhängigkeit und tritt vor allem dafür ein, dass es uns möglichst bald nicht mehr gibt. Die Abschaffung der Verjährungsfristen und die Einführung einer Anzeigenpflicht sind die ersten Schritte dorthin.
    Helfen Sie mit bei der Abschaffung von netzwerkB, treten Sie unserem Verein bei oder bewerben Sie sich bei uns als ehrenamtlicher Mitarbeiter. E-Mail hierzu bitte an info [at] netzwerkB.org“
    http://netzwerkb.org/2012/01/20/netzwerkb-will-sich-abschaffen-2/
    Zitat Ende
    Für mich gilt!: Sobald die Verjährungsfristen abgeschafft sind, werde ich noch mal zur Polizei gehen. Das ist mein Ziel. Dann wird mich die Exekutive und die Judikative hören müssen. Dann werden sie mich nicht mehr nach Hause schicken können. Zurzeit wollen aber die Politik und der Runde Tisch genau das verhindern. Ich sage: Wer die Verjährungsfristen nicht vollständig abschaffen will (und es war in der Vergangenheit die Gelegenheit dazu) verharmlost den sexuellen Missbrauch und damit die sexualisierte Gewalt. Ich muss mich beherrschen. Deswegen höre ich auf.

  18. stephan may schreibt am :

    Ist einfach nur unverschaehmt.Wieder werden Betroffene nicht erst genommen.

  19. Realmenschin schreibt am :

    Das finde ich ja gerade an netzwerkB wie ich es wahrnehme so angenehm, dass immer Dialogbereitschaft da war und ist, dass immer auch anderer Meinungen und Ansichten zugelassen wurden. Mich fasziniert immer wieder, dass es um mündige Betroffene geht, die klare Forderungen haben. Es ganz klar um schlimme Ungerechtigkeiten, die immer noch vorherrschen. Wenn man Mal ein wenig aus dem Kindheitsalptraum verschnaufen kann, findet man sich in einer Rechtssprechung wieder, die ganz klar auf Seiten der Täter ist. Sonst gäbe es ja keine Verjährungsfristen und eine Anzeige- und Meldepflicht wäre nicht nur innere Pflicht sondern im Gesetz verankert. So werden die Verbrechen, die einen einst in Todesangst versetzten, und die Seelen gemordet und vieles so unendlich schwierig gemacht hat, einfach verharmlost. Das ist eine zusätzliche grobe Verletzung. Ich bin unschuldig verletzt worden als Kind- und heute sagt man mir: verjährt, sei leise, mach nicht so einen Aufstand.
    Das geht so nicht! Dagegen muß sich ein Mensch wehren, das muß sich ändern. Ich war ein Kind, das schwer verletzt wurde, kein Hahn krähte danach, nur ich mußte durch dieses furchtbare Leben jeden Tag ums Überleben kämpfen und ich fordere jetzt. Dank netzwerkB habe ich erst kapiert, welches Leben ich führte, dass ich mich immer nur klein machte, ich wußte nicht, dass man auch anders leben kann, einfordern, mutig, aufbegehrend. Betroffene brauchen mehr Mut, es kostet sie viel mehr, wenn sie das tun, als andere! Warum sollten wir still sein? Warum sollten wir machen was die Opferrolle uns vorschreibt? Ich weigere mich!Es heißt aufstehen für meine Rechte! Das ist schwer, aber ist es auch das Beste was ich jemals tun konnte! Leider sind die Widerstände sehr sehr sehr groß, also raus mit dem langen Atem und ich bin nicht mehr alleine!!

  20. Heike Engel, ich stimme Deinem ersten Kommentar zu.
    Auch mir liegen Unterlagen diesbezüglich vor. Wer an dem Gremien teilnehmen möchte bekommt Reise- und Unterkunft ersetzt, sicher sind auch kleine Snacks oder Getränke kostenlos. Ehrenamtlich sind fast alle Mitarbeiter in Vereinen tätig, auch beim Weißen Ring.
    Warum keine Mitglieder vom WR bei diesem Gremien – wird wohl mit ihm abgesprochen sein, er hat auch mehr finanzielle Möglichkeiten wie andere Vereine.

    Übrigens soll der Fonds aus 100 Mio Euro bestehen, 50 Mio. sind vom Bund. Die Gremien werden erweitert, da bereits viele Anträge zu dem Fonds eingegangen sind.
    Erst wirkt gemeckert, weil alles ohne Betroffene entschieden wird, jetzt wird gemeckert das Betroffene Gremienmitglieder gesucht werden. Zudem sind in dem Schreiben nähere Details noch nicht angegeben. Ist so, als ob man über das Essen meckert, nur weil es auf dem Teller ist und man noch nicht davon gekostet hat.
    Ich bin auch dafür, dass der Fond erhöht und zugunsten Betroffener verbessert wird, statt unnötiges Geld in überflüssige Forschungsprojekt in den Fonds.

  21. Eva schreibt am :

    @Karl Götz,
    was nützt es , wenn Sie zur Polizei gehen und keine handfesten Beweise haben. Auch Klageerzwingung bringt nichts ohne Beweise.

    Schwerste psychische lebenslange Schäden sind zB. keine Beweise.

    Schwere psychische Verletzungen müssen ein Strafbestandteil werden.

  22. Eva schreibt am :

    Wenn das LKA einem Opfer mitteilt, das wenn die Behauptungen stimmem, der Täter ein neues Zuhause bekommen könnte, ist immer noch die Staatsanwaltschaft, die die meisten Verfahren einstellt.

    Und selbst wenn es vor Gericht kommt, sind die Strafen meistens lächerlich. Verteidiger machen damit sogar Werbung auf ihren Seiten.

  23. Bärbel schreibt am :

    zu Patricia

    ich bin zwar Angehörige,und somit-dennoch noch eine Bertroffene,
    zur Zeit läuft eien Klage vor dem Sozialgericht wegen meiner Tochter,
    beim LSVJ Mainz bin ich sehr bekannt,
    wer sich für die Menschenrechte einsetzt,ist eben unbequem,
    wollte auch schon vor dem Landtag demonstrieren,
    bin halt nicht mehr die Jüngste und nicht so fit,
    Beim letzten Verfahren gegen mich ,haben 2 Richter/IN
    den Anklägern bei Verhandlungen das Wort entzogen,
    solche Menschen gibt es leider viel zu wenig in der Politik und der Justiz,
    vielleicht sollte ich mich um die Stelle bewerben,
    weil durch mehrere Töchter und Kinder ,
    ich sehr vieles weiß,
    auch um die Verletzungen gegen Menschlichkeit usw.

  24. Karl Görtz schreibt am :

    Eva:
    Ich hatte handfeste Beweise 2001 und ich habe handfeste Beweise heute. Das weis auch die Polizei und die Staatsanwaltschaft. Also, warum wird nicht ermittelt? Es sind die Verjährungsfristen! Fragen Sie mal Herrn Norbert Denef, der kennt sich damit bestens aus.

  25. Eva schreibt am :

    @ Karl Götz,
    dann bist du einer der Wenigen, die Beweise haben. Leider gibt es keine Erhebung wieviele es gibt, die Beweise haben , aber eben wegen der verdammten Verjährung nichts machen können. Solche Anzahlen sollten einmal erhoben werden. Auf die Idee ist noch nie jemand gekommen.

  26. Anonym schreibt am :

    Zu Ihrer Bemerkung: „Der Weiße Ring ist in unseren Augen eine renommierte und kompetente Institution, welche wir in unserer Vereinssatzung auch als Erbe im Falle einer Auflösung benennen.“

    Leider kann ich über den Weißen Ring nichts Gutes berichten. Ich habe mit dieser Einrichtung schlechter Erfahrungen gemacht. Im Rahmen einer Mediation eines Täter-Opfer-Ausgleichs musste ich in eine Klinik gehen, weil ich dem Täter (ein katholischer Priester) ungeschützt ausgeliefert war. Der Täter-Opfer-Ausgleich hat mir nichts gebracht. Ich könnte noch mehr berichten, aber das würde alles nur wieder bei mir aufwühlen…

  27. Karl Görtz schreibt am :

    @Eva,
    ich habe höchsten Respekt vor Herrn Norbert Denef. Das hier war ausschlaggebend, warum ich hier bei netzwerkB gelandet bin.

    http://www.youtube.com/watch?v=j3sUibSUnu0

    Können Sie sich vorstellen, so vor versammelter „Mannschaft“ zu reden? Ich nicht. Und Norbert hatte Beweise, als er die Aufhebung der Verjährungsfristen forderte. Und was hat die Politik getan? Sie lässt die sexualisierte Gewalt immer noch verjähren. Warum?

  28. Hubert schreibt am :

    Also grundsätzlich ist diese Idee doch erstmal positiv, daß man Betroffenen nun Mitsprachemöglichkeit einräumt.
    „Die Mitgliedschaft im Weissen Ring schließt eine Tätigkeit als Clearingstellenmitglied aus.“
    Das allerdings verstehe ich wieder nicht so ganz.
    Warum gerade vom Weißen Ring nur?
    Auch wüßte ich gern mal, ob alle anderen Clearingstellenmitglieder auch kostenlos sind.

  29. Jana schreibt am :

    Auch ich habe extrem schlechte Erfahrungen mit dem Weißen Ring gemacht, das ging von Unzuverlässigkeit bis zum Vertrauensbruch, ganz übel…
    Weißer Ring? Nie mehr!

  30. Prospero schreibt am :

    Vielleicht deshalb? ;-))

    „…Helmut Rüster vom Weißen Ring vermutet hinter dem Bund-Länder-Konflikt vor allem Wahlkampf. Denn ursprünglich sollte der Fonds erst im Juli starten. Das hätte allen Beteiligten mehr Zeit zur Einigung gegeben. „Es ist aus meiner Sicht ausschließlich aus wahltaktischen Gründen vorgezogen worden. Wenn es erst im Juli gewesen wäre, wäre die Zeit bis zur Bundestagswahl vielleicht ein bisschen knapp und man will ja Erfolge vorweisen….“
    http://www.dw.de/streit-um-hilfe-f%C3%BCr-missbrauchsopfer/a-16781588

    Nein, ich denke, es soll Kontrolle geben, die nicht gewährleistet wäre,wenn Anlaufstelle und Clearingstelle aus einem Verein kämen, da möglicherweise „durchgereicht“ / „geblockt“ werden könnte da:
    „…In jedem Bundesland wird es unter dem Dach der Organisation für Kriminalitätsopfer „Weißer Ring“ zwei Anlaufstellen geben. Die Organisation hat nach eigenen Angaben 40 Mitarbeiter geschult, die sich um die Belange der Missbrauchs-Opfer kümmern sollen.“
    http://aktuell.evangelisch.de/artikel/82057/hilfsfonds-fuer-missbrauchsopfer-startet

  31. Wilma schreibt am :

    Vor wenigen Tagen sah ich im Fernsehen ein Interview mit einem Mitarbeiter des Weißen Rings. Er behauptete Folgendes: Ein V*opfer braucht durchschnittliches 14 Tage um eine V* zu verarbeiten. Mann, was für eine Kompetenz. Ich erschauere geradezu.

  32. Hubert schreibt am :

    das Geschäft mit der vewundeten Seele von nahezu wehrlosen Opfern …
    Wieviele Verdienen daran? Was bleibt dem Opfer?

  33. klaraklara schreibt am :

    Liebes Netzwerk-Team,
    ich bin etwas verwirrt über „die Geschichte von ntzwerkB mit dem Weißen Ring“ – es melden sich ab und zu einzelne Betroffene, deren Zusammenarbeit mit dem Weißen Ring für sie sehr unglücklich endetete. Außerdem erinnere ich mich vage an eine Sitauation, in der NetzwerkB für eine politische Forderung die Unterstützung des Weißen Ringes wünschte und entweder nicht oder zeitverzögert bekam. Ich glaube es wäre gut, wenn Vorstand und Beistand die Beziehung von NetzwerkB zum Weißen Ring erläutern und eine Diskussion mit uns Mitgliedern und Interessierten einleiten.

  34. Wilma schreibt am :

    Ich bin auch der Meinung, dass mal ermittelt werden sollte, wer von den 936 Mitgliedern schon Kontakt mit dem Weißen Ring hatte und wie dieser verlaufen ist. Wenn die Mehrheit negative Erfahrungen gemacht hat, sollte der Vorstand die Konsequenzen daraus ziehen. Der Vorstand sollte doch die Interessen der Mitglieder vertreten. Eine Diskussion wäre auch gut.

  35. Sturm schreibt am :

    Ich kenne eines der „Vorzeigeopfer“, welches sich in der Clearingstelle als „Vertreter der Opferverbände“ in den Entscheidungsgremien engagiert.
    Natürlich werden da auch Fahrtkosten (0.30 EUR pro gefahrenem Kilometer mit dem eigenen Auto abgerechnet nach und von Berlin, Hotelübernachtungen, und nebenbei besucht derjenige noch seine in Berlin lebende Tochter.
    „By the way“ hat derjenige auch gänzlich unkompliziert seinen Antrag auf Hilfen in Höhe von 10.000 ERUR genehmigen lassen – kritische Nachfragen wie bei allen anderen gab es da offenbar keine.

  36. Sturm schreibt am :

    Daß sich derjenige als Heilungs-„Guru“, faktisch therapeutisch anleitend tätig, der seine „Schäfchen“ stets beurteilt, und sich als Alleswisser von ihnen bis an sein Lebensende hofieren läßt, und das auch sichtlich genießt, ist im Fonds niemandem aufgefallen. Arbeiten braucht er nicht mehr. Solange das Spendenaufkommen nicht zur Deckung des Lebensunterhaltes reicht, wird eine windige ALG-1-Betrugskonstruktion vorgeschaltet (derjenige entläßt sich kurzerhand als Vereinsvorstand selbst, und kassiert dann ALG 1 – arbeitet „ehrenamtlich“ vollumfänglich weiter, nach mehreren Monaten geht das Spiel dann wieder von vorne los).

  37. Angela Ebert schreibt am :

    By The Way – endlich mal etwas intern Interessantes!
    Weiter so, es wird langsam Zeit für SOLIDARITÄT !
    Es hat immer einen „guten“ Grund, keine Rechtsgrundlage, im Rechts-Staat.
    😉
    Vorzeige-Opfer mal anders, Damen und Herren!
    😉

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