Bundesländer verweigern Umfrage in Schulen

16.07.2013: Süddeutsche Zeitung

Bei einem Projekt sollen Ursachen und Folgen sexuellen Kindes- und Jugendmissbrauchs erforscht werden. Doch vier Bundesländer verweigern eine Schulumfrage. Eins davon ist Bayern, unter anderem mit der Begründung: Übergriffe gebe es in Bayern nicht in diesem Maße. Weiter lesen…

9 Kommentare

  1. Lisbeth schreibt am :

    Ja was jetzt?
    Durch den Artikel weiß ich nun wenigstens (von offizieller Seite bestätigt!), dass man in Bayern nicht gerne über Sexualität spricht.
    Aber irgendwie ging es doch um sexualisierte GEWALT – wird in der Studie nun über Gewalt gegen Kinder und Jugendliche nachgeforscht? Geht es nur um Gewalt in der Schule? Oder doch Sexualität? Wird das Thema Gewalt in der Familie abgedeckt ? – Die Studie soll ja irgendwie das Dunkelfeld erforschen.
    Oder wie?
    Solange auch in den Zeitungen die Begrifflichkeiten dermaßen verschwurbelt sind, muss man sich nicht wundern, dass der so notwendige gesellschaftliche Wandel in Bezug auf das Thema ‚Gewalt gegen Kinder und sexualisierte Gewalt gegen Kinder‘ so gar nicht wirklich weitergeht.

  2. Eva schreibt am :

    Es ist traurig, dass die Süddeutsche Zeitung das Projekt nicht konkret beschreibt.
    ——–
    Interessant finde es aber trotzdem, da ich eine abgelehnte Petition kenne, die eine Umfrage gefordert hat, in Schulen bezüglich Gewalt und sexuelle Gewalt Umfragen bei Schülern zu starten.
    Die Bundestagpetition wurde vom Petitionsausschuss an ein Bundesland weitergleitet, wo der Petent lebt und dann abgelehnt.

  3. Realmenschin schreibt am :

    Ja, auch mir fiel auf, dass schon wieder Sexualität mit sexualisierter Gewalt vertauscht wurde!

    Nach dem Durchlesen des Artikels schaute ich mir dann Mal die Seite von „Mikado“ an.
    Das sind die, die dieses Projekt machen.
    Insgesamt, nach dem Studium jener Webseite, dem Artikel, den Reaktionen, wird mir wieder einmal klar, wie froh ich bin, netzwerkB gefunden zu haben! Ich komme immer wieder bei der Aufhebung der Verjährungsfristen, der Anzeige- und Meldepflicht an. Meiner Ansicht nach wird alles immer wieder an den Kindern und Jugendlichen, an den Betroffenen vorbei geforscht, entschieden, betreut, scheingekümmert, so lange diese grundlegenden Anliegen nicht gesetzlich verankert sind. Manchmal frage ich mich: ist es stolz, dass die ganzen offiziell Betrauten damit überfordert sind von den Höhen ihrer Aussichtsplattform herunterzusteigen und zuzugeben, dass sie keine Ahnung haben? Bricht ein Zacken aus der Krone, wenn man z.B. neztwerkB aktiver beteiligt? Gehts nur um das Recht haben, um renommiert klingende Projekte, Vorhaben, Sprechblasen? Geht es darum, die rechtsfreien Räume „Familie“ „Institution“ zu erhalten? Warum werden Mutti und Vati nicht in Frage gestellt? Warum wird ständig nur an der Pädophilie diskutiert, und nicht die weitaus häufigeren Fälle der sexualisierten Gewalt? Warum dürfen Eltern so viel mit ihren Kindern? Warum ist es nicht selbstverständlich, dass man beim Einkaufen sagt: merken sie nicht, dass ihr Kind schreit? Könnten sie es vielleicht Mal trösten, was zu trinken geben, in den Arm nehmen, oder einfach mal HINSCHAUEN? Das ist doch alles so schräg? Warum werden Betroffene als Opfermasse wahrgenommen? Warum werden wir mit MItleid entmündigt? Wir können aber nicht immer fragen und auf Antwort warten! Wir müssen uns beteiligen! Es wird sich nichts ändern, wenn wir nicht aufbegehren, wenn wir nicht ständig und immer wieder auf unseren Grundsätzen beharren, und immer wieder fordern!Ich bin so froh, dass ich hier bin!Ich fordere die Streichung der Verjährungsfristen und die Anzeige und Meldepflicht. Das wird nicht einfach sein, Strukturen müssen sich wandeln. Und sie können das!

  4. Ex-Odenwaldschueler schreibt am :

    Die werden schon wissen warum !!!!

  5. Ex-Odenwaldschueler schreibt am :

    Interessant auch das Baden-Wuerttemberg dabei ist…da sind doch jetzt die Gruenen an der Macht und da war doch neulich die Verleihung des Theodor-Heuss-Preises (Theodor Heuss hat damals dem Ermaechtigungsgesetz zugestimmt !!!!)an Daniel Cohn-Bendit……..

  6. stephan may schreibt am :

    Ich denke die Zahl von Kindern und Jugendlichen die Missbrauchsversuch und vollendeten Missbrauch erfahren wuerde sofort steigen. Denke vor dieser Tatsache moechte die Gesellschaft lieber die Augen schliessen und nichts wissen.

  7. Hubert schreibt am :

    Zitat: “ mit der Begründung: Übergriffe gebe es in Bayern nicht in diesem Maße“
    ja sicher! und das weiß man auch sehr genau.
    Und man weiß dann sicher auch, daß Betroffene über derartige Vofälle nicht schweigen. Folglich gibt es das dann logischerweise in dem Maße nicht.
    Und folglich kann man sich dann eine Umfrage dazu sparen. Ich kann es echt nicht fassen, was ich da lese …
    Ich frage mich, wozu man über das Thema in Regierungskreisen diskutiert, wenn dann solche Ergebnisse dabei rauskommen.

  8. Bärbel schreibt am :

    zu Realmenschin vom 17.07.13

    ich möchte Niemanden zu Nahe treten,jeder hat das Recht seine Meinung zu sagen….
    es gibt Menschen ;Eltern,Alleinerziehende ,die sich kümmern,
    hinschauen ,öffentlich machen,unbequem sind,
    vor Verleumdungen ist niemand sicher….
    Wenn Angehörige der Zeit für Schutzbefohlene weit voraus sind,
    ist dies sehr schwer,jetzt sucht man für diesen Personenkreis Gastfamilien,
    warum ,warum ,holt man Betroffene aus den intakten Familien heraus,ohne Recht und Gesetz???!!!
    Wie oft habe ich mich mit Vielem schon soweit aus dem Fenster gelehnt,
    Anerkennung,oder eine Entschuldigung bis Heute Fehlanzeige

    ich bin auch nicht fehlerfrei

    trotz Allem,bin ich ein föhlicher Mensch

  9. hildegard schreibt am :

    „Jedes Bundesland trifft selber die Entscheidung über die Mitwirkung“
    … ja, geht ’s noch, Frau Schröder? Wünschen Sie die Prävention und die Verhütung weiterer Gewalt oder wollen Sie den Täterschutz?
    Dass eine Familienministerin die Kinder in Bayern der sexualisierten Gewalt mehr ausliefert als in NRW – DAS SCHREIT ZUM HIMMEL!
    Das ist Gleichgültigkeit. Das grenzt an Willkür. Das gehört nicht in einen Rechtsstaat …

    Diese „Uhr“ (Aufdeckung von und Kampf gegen s.G.) lässt sich wie tickende Zeitbomben nicht mehrzurückstellen und wird weiter ticken. Die Zeiger wollen weiter laufen. Die Batterien werden aufgeladen, ausgetauscht und das Uhrwerk funktionsfähig gehalten. Bis es alle kapiert haben: Seelenmord und Seuchen verjähren nicht.

    Was sagen die Ethiker? die Juristen? die Verfassungshüter? die Kanzlerin dazu?

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