Akt der Versöhnung – N. 555.086

02.11.2013: netzwerkB Pressemitteilung

Englisch Italienisch


Foto: Norbert Denef, Erstkommunion 1958

Liebe Mitglieder und Freunde von netzwerkB,
liebe UnterstützerInnen von Presse, Funk und Fernsehen,
liebe MitstreiterInnen in der Politik,

am 6. November 1993, habe ich bei einem Familientreffen im Beisein der beiden Täter mein Schweigen gebrochen.

20 Jahre Aufarbeitung liegen hinter mir – Zeit für neue Wege!

Am 13. Mai 2013 habe ich Papst Franziskus folgenden Brief geschrieben:

Akt der Versöhnung – N. 555.086 (als PDF herunterladen)

Sehr geehrter Heiliger Vater,

unter Bezugnahme auf das Schreiben vom 27. April 2004, aus dem Staatssekretariat, Erste Sektion Allgemeine Angelegenheiten, mit der N. 555.086, in dem mir Papst Johannes Paul II. auf mein Schreiben vom 9. Dezember 2003 geantwortet hat, möchte ich mit diesem Brief Ihre Heiligkeit um einen Akt der Versöhnung bitten.

Ich wurde sexuell missbraucht – vom 10. bis zum 16. Lebensjahr von einem Pfarrer und danach bis zum 18. Lebensjahr von einem Kirchenmusiker der Gemeinde in Delitzsch bei Leipzig.

Ich habe 35 Jahre lang geschwiegen. Niemand hat davon gewusst. Schweigen, aus Angst, Scham und Schuldgefühlen. Schweigen, weil die Sprache fehlte.

Vor 20 Jahren habe ich mein Schweigen im Familienkreis gebrochen. Seitdem werde ich von meiner Herkunftsfamilie und der Kirchengemeinde ausgegrenzt. Mein Angebot, in der Gemeinde gemeinsam mit dem Bistum Magdeburg die Verbrechen aufzuarbeiten, wurde bisher abgelehnt. Die Hauptschuld an den jahrelangen Verbrechen trägt das Bistum Magdeburg, weil sie den Pfarrer immer wieder versetzte, gleichwohl bekannt war, dass er Kinder und Jugendliche missbraucht hat. Gesprochen hat der zuständige Bischof mit mir bis heute kein einziges Wort.

In meinem Buch „Ich wurde sexuell missbraucht“ schildere ich meine Geschichte ausführlich. Als Anlage füge ich Ihnen ein Exemplar bei. Meine Geschichte ist öffentlich bekannnt. Die Medien haben ausführlich darüber berichtet, s. unter: http://netzwerkb.org/medien/

Das Bistum Magdeburg versuchte mich mit 25.000,- Euro wieder zum Schweigen zu bringen, daraufhin bat ich Papst Johannes Paul II. in dem oben genannten Schreiben um Hilfe. Er ließ mir antworten, dass ich um Vergebung bitten solle. Daraufhin habe ich versucht mir das Leben zu nehmen. In meinem Buch „Ich wurde sexuell missbraucht“, in den Kapiteln „Papst betet für mich“ und „Ich hatte keine Hoffnung mehr“, schreibe ich darüber.

Es hat nicht funktioniert, mir das Leben zu nehmen. Danach habe ich beschlossen, meine Lebenskraft gegen das Verschweigen von sexualisierter Gewalt einzusetzen. Heute bin ich Vorstandsvorsitzender von netzwerkB (Netzwerk Betroffener von sexueller Gewalt e.V.). Ich vertrete die Interessen Betroffener des größten Opferschutzverbandes Deutschlands. Darüber hinaus sind wir auch international vernetzt.

Die Stiftung

Mein Wunsch ist es, eine Institution zu schaffen, die sich gegen das Verschweigen, Verleugnen und Vertuschen von sexualisierter Gewalt einsetzt – ich beabsichtige eine gemeinnützige Stiftung zu gründen.

35 Jahre habe ich geschwiegen und war nicht in der Lage, über die sexualisierte Gewalt, die man mir angetan hat, zu sprechen. Zwei fundamentale Erkenntnisse sind das Ergebnis meiner Arbeit:

  1. Der Mensch wird seelisch krank, weil er dazu erzogen wird, nichts zu merken.
  2. Der Mensch verschweigt, verleugnet und vertuscht, weil er nichts merkt.

Das Tabu, das auf dem Thema sexualisierter Gewalt lastet, behindert massiv die Aufarbeitung für diejenigen, die sie erlebt haben und deren Leben dadurch geprägt wurde.

Ziel der Stiftung soll es sein, Opfern von sexualisierter Gewalt zu helfen, ihre Schweigemauer zu durchbrechen. Das schaffen sie nicht allein und sind deshalb auf Hilfe angewiesen – auf Personen, die sich in der Öffentlichkeit gegen das Verschweigen, Verleugnen und Vertuschen von sexualisierter Gewalt einsetzen. Das erfordert Mut und diesen gilt es zu unterstützen – genau das soll die Stiftung leisten, indem sie einen Preis ausschreibt, der an Personen vergeben wird, die Außergewöhnliches leisten, um Opfern von sexualisierter Gewalt zu helfen, ihr Schweigen zu brechen. Die Stiftung möchte Transparenz fördern und fordern, insbesondere bei Berufsgruppen, die viel mit Kindern und Schutzbefohlenen zu tun haben (Erzieher, Lehrer, Geistliche, Ärzte und Psychotherapeuten, Anwälte und Richter) und bei denen die Gefahr einer Vertuschung besteht, weil aus Korpsgeist Täter geschützt werden und Opfer dadurch bei der Aufarbeitung ihres Traumas massiv behindert werden.

Das Bistum Magdeburg schuldet mir 450.000 Euro. Diese Forderung habe ich mit Schreiben vom 14. Februar 2003 zum Ausdruck gebracht (s. Anlage). Mit diesem Geld beabsichtige ich, die Stiftung zu gründen. Es wäre ein Akt der Versöhnung, wenn nicht nur das Bistum Magdeburg in diese Stiftung einzahlt, sondern wenn auch Sie als Oberhaupt der römisch katholischen Kirche es tun. Wenn Sie hier eine Vorreiterrolle einnehmen würden und auch andere Staatsoberhäupter und Prominente bitten, das gleiche zu tun – dann könnte ein Akt der Versöhnung stattfinden.

Die ganze Welt würde erfahren, dass zukünftig Menschen mit dieser Stiftung geehrt werden, die sich gegen das Verschweigen von sexualisierter Gewalt in besonderem Maße einsetzen. Die Betroffenen von sexualisierter Gewalt und auch die Angehörigen der Opfer, die ebenfalls großen Schaden nehmen, würden Anerkennung in der Gesellschaft finden, die sie so sehr zum Überleben brauchen.

Sehr geehrter Heiliger Vater,

ich sende diesen Brief in Kopie an:

  • alle Bischöfe in Deutschland
  • Bundespräsident Joachim Gauck
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel
  • die Vorsitzenden der Parteien im Deutschen Bundestag

mit der Bitte, sich ebenfalls an der Gründung dieser Stiftung zu beteiligen.

Möge es diesen Verantwortlichen gelingen, nicht nur die Wirtschaft anzusprechen, sondern auch die gesamte Gesellschaft zu überzeugen, hierbei mitzumachen.

Ein Akt der Versöhnung ist dringend geboten, um über Brücken zu gehen, wo die Wege bisher versperrt sind.

Es gilt, den Opfer-Täter-Opfer-Täter-Kreislauf zu durchbrechen.

Die Stiftung könnte der Anfang eines Weges sein, den wir gewaltfrei gemeinsam gehen könnten.

Mit dem Ausdruck meiner vorzüglichsten Hochachtung

Norbert Denef

Vorsitzender von netzwerkB


Mehr Informationen:

Papst setzt Ausschuss gegen Kindesmissbrauch ein
– Akt der Versöhnung – Protestaktion auf dem Petersplatz
– Krankenhaus statt Papstaudienz
– netzwerkB-Vorsitzender Norbert Denef nach Rom aufgebrochen
– denefsschweigen

Reaktionen:

Hier können Sie spenden, um die Gründung der Stiftung zu ermöglichen:

Jetzt online spenden:
http://netzwerkb.org/spendenstiftung

Oder überweisen Sie an:
Kontoinhaber: netzwerkB e.V.
Sparkasse Holstein
BLZ: 21352240
Konto Nr.: 135122016
IBAN: DE56 2135 2240 0189 0406 03
BIC: NOLADE21HOL

netzwerkB ist beim Amtsgericht Lübeck unter der Nr. VR3272HL als Verein eingetragen. Der Verein ist gemeinnützig. Spenden an ihn sind steuerbegünstigt.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
stiftung [at] netzwerkb.org
oder sprechen Sie uns an:
Telefon: +49 (0)4503 892782
Mobil: +49 (0)160 2 131313

Positionspapier Akt der Versöhnung

19 Kommentare

  1. I.S. schreibt am :

    Danke für diesen guten Artikel. Das wäre super, wenn diese Stiftung von der Kirche gemacht würde, damit man diese wichtige Arbeit weiterführen kann. Und sich endlich etwas verbessert!

  2. klaraklara schreibt am :

    Dieser Brief an den Papst und andere ist ein spannendes Projekt. Mir selbst hätte so eine Aktion sehr viel Mut abverlangt. Leider fallen die Reaktionen, bislang, eher mau aus. Vielleicht ist ein halbes Jahr in diesen turbulenten Zeiten noch nicht SOO viel – könnte ja ganz eventuell sein, dass noch etwas kommt vom Papst oder von der Linken. Die deutschen Bischöfe haben schon gezeigt, dass sie auf Abwehr schalten, klar, denn ein größerer Posten für Entschädigungsleistungen (der dann sicher nicht nur für Norbert Denef fällig würde) könnte beim Palastbau stören.
    Das Projekt mit der Stiftung finde ich weiterhin sehr interessant. Vielleicht könnte man das noch etwas mit Beispielen erläutern, in was für Streitigkeiten unter den Kollegen sich da Leute zurechtfinden müssen, die für den Preis in Frage kämen, oder vielleicht auch mögliche Namen nennen?

  3. Hubert schreibt am :

    Die aufgelisteten Reaktionen sind schon teils aberwitzig.
    Fast alle sagen, was sie vorhaben und umsetzen wollen.
    Aber nach nunmehr 20 (zwanzig!) Jahren hat sich so gut wie Nichts verändert, was Betroffenen Besserung bringen würde.
    Der Wille vor der Öffentlichkeit ist scheinbar vorhanden, zu einer wirkungsvollen Umsetzung der Vorschläge zeigt man jedoch leider beharrliche Zurückhaltung.
    Das Land muss sparen – am leichtesten geht das bekanntlich an den Schwächsten.

  4. hildegard schreibt am :

    Norbert Denef will nach 20 Jahren in unser aller Namen die überfällige Umkehr aus der Verhärtung bewirken. Er nützt seine Möglichkeiten, hat seinen Weg und die richtigen Worte gefunden.
    Möge er mit seinem Appell an den Vorsitz der Weltkirche Bewegung in den emotionalen Stau und den mentalen Stillstand bringen!

    Franziskus wird entweder mit uns zusammen die Wende weg von der Gewalt einleiten – oder es wird überhaupt nichts geschehen [in-ewigkeit-amen] …

  5. Jana schreibt am :

    Schade, dass Norbert Denef immer wieder den größten Teil aller Kinder vergisst, denen sexualisierte Gewalt angetan wurde: die Opfer innerfamiliären Missbrauchs…

  6. Realmenschin schreibt am :

    Lieber Norbert, viel Kraft für alles! Die Stiftungsidee, ist eine wunderbare, realisierbare und große Idee. @ Jana, ich persönlich fühle mich nicht vergessen und sehe auch nicht, wo die Opfer innerfamiliärer sexualisierter Gewalt hier vergessen werden! Ich möchte daran erinnern, dass hier Jemand seine ganze Lebenskraft in etwas Großes hineingibt, und über einen sehr langen Zeitraum vorher schon hineingab, das ALLEN Betroffenen zu Gute kommt!

  7. Bärbel schreibt am :

    zu Jana und Realmenschin,
    da ich mit meiner doch so anderen Geschichte nur hier Gehör fand,fühle ich mich als betroffene Mutter hier angenommen,das Ziel ist im Grund doch dasselbe,es geht um den Schutz und die Zukunft unserer Kinder,…..
    unter der Rubrik…. Verzeihen….,habe ich auch dargelegt,dass man meinen 3 Töchtern in unterschiedlicher Weise G E W A L T angetan hat….
    bei netzwerkb.org werden viele ,viele Verbrechen publik gemacht,ich habe Heute erneut mich an das Fernsehen gewandt
    v.l.G.Bärbel

  8. Eva schreibt am :

    Obwohl ich die Idee der Stiftung gut finde, habe ich bedenken, wenn Menschen das Schweigen brechen , dass diese mutigen Menschen mundtod gemacht werden durch Unterlassungsklagen mit 4 bis 6 stelligen Summen Strafandrohungszahlungen, wenn kein Gerichtsurteil einer Verurteilung vorliegt.

    Es nützt zB. nichts wenn das Umfeld von Missbrauchten Anzeige erstattet oder in die Öffentlichkeit geht, wenn die Opfer selber nicht reden können bei der Polizei, dem LKA oder im Gericht.

    Dann werden anschließend die Mutigen „zerstört“ durch geldgierige Anwälte, denen Opfer gleichgültig sind.

    Juristen müssten während ihrer Ausbildung lernen was Ethik ist.

    Wenn Opfer jeglicher Gewalt es schaffen sich in Opferberatungsintitutionen zu offenbaren, wird den Opfern mitgeteilt, dass Gerichtsverhandlungen höchstbelastent bzw. grausam sind.

    Ich denke bei guten Therapeuten haben sich bereits unzählige Opfer geautet.

    Durch die Schweigepflicht von Therapeuten und Ärzten und Theologen, wird von dort auch keine Schweigemauer durchbrochen.

  9. Bärbel schreibt am :

    zu Eva,ich habe früher als Arzthelferin mit der Schweigpflicht zu tun gehabt,….in vielen Situationen ist sie auch berechtigt,deine Zeilen stimmen auch,
    wir mussten leider öfters erleben,dass die Institutionen oft ,wenn es um ihre Daseinsberechtigung geht,Recht und ORDNUNG MISSACHTEN;
    trotzdem ……ich hatte Vorbilder,meine/unsere Kinder sind es uns wert,nicht aufzugeben,ich lasse mich nicht mundtot machen,v.l.G. Bärbel

  10. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    @eva:Nach meiner Erfahrung widersprechen sich Rechts“Wissenschaft“ und Ethik!!!Und das mit den Unterlassungsklagen hat auch Methode an der Odenwaldschule.Ansonsten hoffe ich-als ehemaliger Katholik,der nach den Erlebnissen an der Odenwaldschule mit 14 Jahren aus der Kirche austrat aber immer noch an Gott glaubt,das der neue Papst endlich handelt wie Jesus gehandelt hätte.

  11. Eva schreibt am :

    @ Bärbel
    Ich kenne einen Fall von Körperverletzung inklusive 2 OP`s, wo zwei Notärzte dem Opfer empfohlen haben Anzeige zu erstatten. Da aber das Opfer Angst hat, weil früher sexuelle Gewalt erlebt hat, die nicht aufgearbeitet wurde, hat das Opfer keine Strafverfogung in die Wege geleitet.Da hätte ich mir gewünscht, dass die Ärzte Anzeige gemacht hätten und die Schweigepflicht in solchen Situatione hintenanstehen sollte. Wenn es dann zu einer Gerichtsverhandlng gekommen wäre, wo das Opfer nicht reden hätte können, wird den Ärzten womöglich noch falsche Aussage angehängt.

  12. Eva schreibt am :

    @Ex-Odenwaldschüler

    Dass der neue Papst wie Jesus handelt, ist in meinen Augen ein Wunschtraum, der nie in Erfüllung geht. Dann müßte der Papst dafür sorgen, dass das riesige Vermögen den Armen und Mißbrauchten gegeben werden müßte.

    Das Schlimme ist auch, dass immer neue „Religionsführer“ Menschen geistig und anders mißbrauchen. Und jede Gruppe hat die Wahrheit für sich erfunden.

  13. Kirsten schreibt am :

    Ich finde diese Aktion von Norbert sehr mutig und sie sollte den Respekt aller Betroffenen verdient haben. Die Antworten in den Briefen sprechen eine deutliche Sprache. Für Opfer sexuellen Missbrauchs hat sich in unserem Land leider nicht viel geändert. Am Kuriosesten ist wohl der Brief des Bayrischen Ministeriums. Wo sind denn die aufgeführten Hilfen? Wieder verdienen nur Andere am Leid der Betroffenen. Opfer werden hingehalten, müssen um minimale Unterstützung zu bekommen, viele Hürden in Kauf nehmen. Die Täter müssen doch vor Freude jubeln.

    A

  14. Veronika schreibt am :

    Eine SEHR GUTE AKTION! Diese zeigt, ob der Papst nur schöne Worte spricht, die immer wieder genannten „Armutsbezeigungen“ eine gute PR sind, oder er es wirklich meint. Leider wird man aber feststellen müssen, dass die Röm.-Kath. Kirche nur versucht Zeit zu gewinnen, bis die Leute noch ärmer, noch abhängiger und noch duldsamer geworden sind. Dann – so in zwei Jahren – soll die Kath. Kirche dann als christliche Kirche die stärkste Kirche in Europa sein, um die Angst vor dem Islam überwinden zu helfen. Ich sehe zwar keine vom Islam kommende Gefahr, weil dieser noch nicht einmal im Entferntesten so organisiert ist wie die Röm.-Kath. Kirche. Aber sei’s drum, die Angst besteht, den Wohlstand zugunsten ärmerer Länder auch nur etwas einschränken zu müssen. Gott bewahre uns vor dem was hier in Aussicht steht, denn ein solcher „Kulturkampf“ wird Europa sehr schaden.

  15. andrea schreibt am :

    hallo

    bei mir wahrns die Nonnen und meine mutter die mich sex missbrauchten,alles verjährt,auch männer wahren täter,haben mich sex missbrauch und vergewaltigt,aber die kirche………….schweigt,mir hat nie,jemand geglaubt…..alles verjährt und ich muss mein leben lang,damit leben…

  16. "Sunnyboy" schreibt am :

    Nix, aber auch gar nix werden die Damen und Herren tun, was Menschen, die Missbrauch erlebten, wirklich helfen würde, offen reden zu dürfen. Ethik? Es gilt nur die „Ethik“ der Täter. Und wenn mir jemand sagt, dass ich darum beten solle, oder dass jemand für mich betet, dass ich verzeihen kann, dass ich quasi die Pflicht dazu hätte, dieses „müsse“ als „guter Christ“, könnte ich die Wände hochgehen. Was für ein Schrott! Politik und Ethik? Recht und Ethik? Das sind zwei paar Schuhe. Und die passen überhaupt nicht zusammen. Letzten Endes soll doch eh immer alles schön unterm Deckel gehalten werden, ach Gott, da wird ja der heilige Gemeinschaftsfrieden gestört, sobald man „das Maul aufmacht“, ach Gott, so was ist doch so erschreckend, da müssten Nichtbetroffene ja mal aufwachen. Nee nee, da ist der heilige Schlaf, die Friedhofsruhe doch sooo viel angenehmer. Jeden Tag bete ich darum, dass endlich ein paar Leute das Zeitliche segnen, so dass ich wenigstens am offenen Sarg lachen kann. Wenigstens dies, obwohl mir oftmals eher nach „ins Gesicht spucken“ wäre. Wenn es wenigstens göttliche Gerechtigkeit gäbe, so wünschte ich einigen Menschen ein unruhiges, qualvolles Sterben. Nein, Verzeihen muss ich nicht. Ich werde mein Leben so gut es eben geht leben und hoffe, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis einige abkratzen. Auf diese Tage freue ich mich, hoffentlich mach ichs länger als das Pack.

  17. lieber Norbert, ich möchte mich herzlich bedanken für deine mühen, die du dir im kampf gegen sexualisierte gewalt an kinder machst, und ich bin auf deiner seite, denn mich hat man im kloster marienburg zu Coesfeld als Kind pervers misshandelt. sowas muss lebenslänglich geahndet und bestraft werden . am 10. 9. werde ich mit Bischof Felix zu münster darüber reden ,und hoffe, dass er diese Vorkommnisse ehrlich bedauert ,und bei allen kindern seines bistums abbitte leistet ,die man misshandelt oder missbraucht hat.

  18. Monika Ederer-Mosing schreibt am :

    An der katholischen Universität Lublin/Polen werden am Institut für Psychologie Straftäter als Sozialarbeiter ausgebildet. Siehe dazu, derzeit noch online, Publik-Forum, Straftäter als Sozialarbeiter. Das ist doch auch ein gefährliches Nichtwissenwollen: Trotz des Wissens über vergangene Straftaten setzt man potentielle Wiederholungstäter als Sozialarbeiter ein, unbekümmert um ihre potentiellen zukünftigen Opfer.

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Artikel aus den Medien

ARD BRISANT ARD Tagesschau Augsburger Allgemeine Badische Zeitung Berliner Morgenpost Berliner Zeitung DER SPIEGEL derStandard.at DER TAGESSPIEGEL derwesten.de DEUTSCHE WELLE Deutschlandfunk Deutschlandradio DiePresse.com diesseits.de DIE WELT DIE ZEIT FOCUS Frankfurter Allgemeine Frankfurter Rundschau Hamburger Abendblatt Hannoversche Allgemeine Humanistischer Pressedienst Kölner Stadt-Anzeiger Leipziger Volkszeitung Lübecker Nachrichten Mitteldeutsche Zeitung n-tv N24 NDR.de NDR Info Neue Zürcher Zeitung nordwestradio Publik-Forum Saarbrücker Zeitung SPIEGEL ONLINE stern.de SÜDWEST PRESSE Süddeutsche Zeitung taz TP Presseagentur Berlin WAZ WELT ONLINE ZDF heute ZEIT ONLINE