Krankenhaus statt Papstaudienz

06.11.2013: netzwerkB: pisaversteher.com

Missbrauchsopfer Norbert Denef ist nach einer Protestaktion auf dem Petersplatz mit vereinten Polizei- und Notarztkräften ins Krankenhaus gebracht worden. Denef hatte für die Einrichtung einer Stiftung zum Schweigenbrechen demonstriert – und zwar schweigend

PISAVERSTEHER AUS ROM

Wer auf dem Petersplatz in Rom zu lange das falsche Schild hochhält, wird schnell abgeführt. Insofern hatte Norbert Denef Glück, dass ihn ein halbes Dutzend Carabinieri und ein Notarzt erst nach drei Stunden abtransportierten. Denef ist prominentes deutsches Missbrauchsopfer und Vorsitzender des Vereins „Netzwerk Betroffener“. Er hatte zuvor bei einer Generalaudienz des Papstes für eine Stiftung „Schweigenbrechen“ demonstriert – schweigend und nur mit einem großen Foto von sich als 9jährigem um den Hals. Das nahm fast niemand der rund 50.000 Gläubigen zur Kenntnis – trotz (oder wegen) mehrfacher Vorbeifahrt des Papstes Franziskus in seinem offenen Papamobil.

„Der hat keine Krankheit, das ist eine Demonstration“

Als das Papstmobil jedoch am Ende der Veranstaltung am liegenden Norbert Denef vorbei zu fahren drohte – Denef hatte sich vor Erschöpfung auf den Boden gelegt – griffen die italienischen Beamten sofort zu. Ein Kamerateam des MDR, das Denef begleitet hatte, wurde am Drehen gehindert. Die englischen Hinweise der Begleiter des 64jährigen („Der hat keine Krankheit, das ist eine Demonstration“) konnte oder wollte niemand verstehen. Selbst Denefs Frau wurde sachte beiseite geschoben und der liegend meditierende Demonstrant mit einem Krankenmobil abtransportiert. (Wäre nicht Denefs mutige Frau Veronica mit ins Hospital gefahren, dann wäre ihr Mann vielleicht in die Psychatrie eingliefert worden. Weil Denef schwieg und nicht sprach, dachten die Ärzte, er sei verrückt. Erst ein vor der Romreise angefertigtes Attest, das Frau Denef in der Handtasche hatte, und ein freundlicher Arzt bewahrten den Missbrauchsrebellen aus Scharbeutz vor der Klappse.)

amboden

denefliegt

Norbert Denef wurde zwischen 1958 und 1964 von einem Pfarrer im Bistum Magdeburg sexuell missbraucht; kaum war der Pfarrer versetzt, griff der Kantor zu. Der Mann hat inzwischen amtlich von der katholischen Kirche bestätigt bekommen, dass er missbraucht wurde, und auch eine Entschädigung von 25.000 Euro wurde ihm 2005 zugestanden. Aber Denef mag keine Ruhe geben, er ist immer wieder bereit, spektakuläre Aktionen gegen Missbrauch und für eine Abschaffung der Verjährungsfristen zu veranstalten. Ein Opfer mit PR-Ideen? Das macht ihn für viele verdächtig.

2010 stürmte Denef beim Kirchentag in München eine Diskussionsrunde über Missbrauch – weil dort kein Opfer sprechen durfte.

2011 hielt er eine Gastrede auf dem Parteitag der SPD. Die Grünen gaben dem Opfer sexueller Gewalt auf ihrem Parteikonvent keine Stimme. Auch einen mehrwöchigen Hungerstreik hat Denef schon hinter sich.

Schweigend fürs Schweigenbrechen

Diesmal wählte der durchtrainierte 64jährige mit den unruhigen Augen eine neue Variante. 20 Jahre, nachdem er das Schweigen über die sexualisierte Gewalt an ihm im Kreis eines Familientreffens gebrochen hatte, verfiel er wieder ins Schweigen. Er stand stundenlang auf dem Petersplatz, sein Bild als 9jähriger umgehängt. Denef fordert vom Bistum Magdeburg 450.000 Euro, er formuliert es so: Die schulden mir das!

denefpapst

„20 Jahre des Anklagens und Verhandelns und Zurückgewiesen-Werdens sind mehr als genug“, sagte Denef vor seiner Aktion. „Es geht nicht darum, aufzugeben. Die Kirche sollte die ausgestreckte Hand zur Versöhnung für die schweren Missbrauchsverbrechen annehmem, die in ihrem Namen und unter ihrem Schutz geschehen sind. Wer könnte das besser als der so hoffnungsvoll begrüßte Papst Franziskus?“

5 Millionen Euro für eine Stiftung – und gegen das Schweigen

Denef will das Geld nicht für sich behalten, sondern als Grundstock für eine Stifung benutzen. Sie soll Missbrauchsopfer aktiv dazu ermuntern, ihr Schweigen zu brechen. Auch Helfer, Ärzte und Therapeuten oder Menschen wie Schulleiter Klaus Mertes, der zusammen mit Opfern den Missbrauch am Berliner Canisius-Kolleg öffentlich machte, wären potenzielle Empfänger eines „Schweigen-Brechen-Preises“. Denef will dafür fünf Millionen Euro sammeln. „Es wäre ein Akt der Versöhnung, wenn nicht nur das Bistum Magdeburg in diese Stiftung einzahlt, sondern wenn auch Sie als Oberhaupt der römisch katholischen Kirche es tun.“

Am Nachmittag gegen 15 Uhr wurde Denef wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Er war putzmunter. Nicht krank, sondern weiter protestbereit.

Quelle: http://pisaversteher.com/

Mehr auf netzwerkB:
Akt der Versöhnung – N. 555.086

22 Kommentare

  1. Lisbeth schreibt am :

    DANKE Herr Füller. Super geschrieben.
    Und so geschrieben, dass ich auch mal herzlich grinsen durfte: „Der hat keine Krankheit, das ist eine Demonstration.“
    Und danke Norbert für den Einsatz.

  2. Holger Hörle schreibt am :

    Danke Norbert

  3. andreas steindl schreibt am :

    hallo hier ist andreas aus österreich…… was soll man da sagen….. ich hoff norbert geht es einigermaasen gut, ja man sieht was dem papst seine wörter wert sind…… besser gesagt was der kirche wirklich anliegt…… wie gesagt ich wünsch norbert alles gute und viel kraft und gesundheit, und wir müßen alle zusammenhalten schöne grüße andreas steindl aus österreich

  4. Veronika schreibt am :

    Besten Dank auch von mir, für diesen wirklich einfühlsam und realitätsnah geschriebenen Artikel! Man glaubt direkt dabei gewesen zu sein.
    So, hat sich nun endgültig herausgestellt, dass dieser Papst nur die Fassade für den vorherigen Papa in monasterem abgeben soll, oder sind wirklich noch Fragen offen?
    Herrn Denef ist höchster Respekt zu zollen, denn so deutlich konnte dies nur er mit dieser Aktion zum Ausdruck bringen. Wieso telefoniert der Papst einmal spontan mit dem Pförtner, dann spontan mit anderen Leuten und schickt einer bedürftigen Frau gem. kath.net sogar einen **200.– Euro-Scheck, aber um die immer noch ungeklärten Dinge in seiner Organisation mag auch er sich nicht kümmern?
    ————————
    Da scheint das Productplacement wirklich total zu versagen!!!

  5. Veronika schreibt am :

    Vielleicht noch zur Ergänzung: Ich war bis vor zwei Jahren ernsthaft und fast schon tiefgläubig Mitglied der Röm.-Kath. Kirche. Als ich merkte, dass die 2010 ans Tagslicht gekommenen Dinge massiv nicht aufgeklärt worden sollten, bin ich ausgetreten. Eine Kirche, die hier nicht tätig wird, ist für mich eine profit- und machtorientierte Organisation, welche ich auch als Staatsbürgerin nicht unterstützen will. Also, bewusst in Anspielung auf Herrn Denef’s Schicksal und den Magdeburger Bischof: „Sei nicht Feige, trete aus!“

  6. Veronika schreibt am :

    Ebenso:

    Wenige Zeit nachdem Herr Denef „zu Boden gelegen“ hatte, empfing der Papst die Herausgeber des Katholischen Nachrichtenmagazins „kath.net“. Eine Veröffentlichung, die auch der frühere Papst unterstützte und welche wirklich und ehrlich (!!!) aus dem Herzen der Röm.-Kath. Kirche berichtet.
    [http://kath.net/news/43600}

    ———————
    Probleme Gehör zu finden hat auch die geschäftsführende Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger. Diese ist – so kath.net – dem Regensburger Bischof für den Katholikentag 2014 scheinbar zu kritisch.
    [http://kath.net/news/43600]

  7. Anna M. schreibt am :

    Ich halte diese Aktion für ein falsches Signal.
    Wie Doro schon ausgeführt hat, ist es für ein Opfer äußerst schädlich auf den uneinsichtigen Täter zuzugehen und um Versöhnung zu bitten.
    Wenn also die Betroffenenorganisation auf die Täterinstitution auf solche Art zugeht, ist das ein Signal für die Betroffenen, auch auf ihre Täter oder Täterorganisationen zuzugehen.
    Und das widerspricht auch dem, was netzwerkB zum Thema Vergebung und Versöhnung bisher veröffentlicht hat.
    Ich bin sonst sehr für medienwirksame spektakuläre Aktionen, um die Gesellschaft aufzurütteln, aber diese Aktion hat für mich keinen Sinn, und zwar aus folgenden Gründen:
    – für den höchst unwahrscheinlichen Fall, dass die Kirche tatsächlich bereit wäre, Geld in diese Stiftung einzuzahlen (was noch lange nicht bedeutet, dass sie umdenkt, das tut sie in tausend Jahren noch nicht, weil sie viel zu tief und viel zu lange in diese Verbrechen verstrickt ist), würde man sich doch wieder einen Klotz ans Bein binden, denn wer zahlt, bestimmt. Die Kirche hätte also die Möglichkeit, die Arbeit der Stiftung auszubremsen bzw. in ihrem Sinn zu gestalten (siehe runder Tisch). Das kann ja nicht das Ziel sein.
    – für die weitaus wahrscheinlichere Möglichkeit, dass diese Aktion ungehört verhallt, ist es eine Kraft- und Ressourcenverschwendung.

    Und wieder bleiben die Opfer aus den Familien außen vor.

    Auf eine Ausstrahlung auf familiäre Opfer zu hoffen, macht für mich keinen Sinn, da wie gesagt erstens dieses Umdenken aus o.g. Gründen höchst unwahrscheinlich ist und zweitens das auch nur die familiären Opfer aus (gläubigen!) Familien betreffen würde. Da aber sich Täter nicht um moralische Vorgaben kümmern, halte ich das für naiv.

    Die RKK ist viel zu sehr in diese Verbrechen verstrickt und es gibt dort genügend Täter und auch eine Täterlobby, die verhindert, dass die RKK sich in größerem Umfang für Betroffene einsetzt.
    Wenn es darum gegangen sein sollte, zu demonstrieren, dass die Kirche bzw. der Papst nichts für Betroffene unternimmt, so wussten wir das doch schon lange, die Kirche hat es oft genug bestätigt und bewiesen.

    So what?

  8. berger schreibt am :

    Eineb Versuch war es sicherlich wert UND viel Kraft und Mut gehört zu dieser „Aktion“ .
    Aber sie hat gezeigt, daß eine Versöhnung nicht möglichist und daher die lückenlose Aufklärung und Entschädigung von Taten das einzigste „Mittel“ ist, daß sowohl Opfern als auch Tätern wirklich hilft, um Gerechtigkeit und FRIEDEN zu erlangen !

  9. Hamlet schreibt am :

    Gute Aktion. Die Kritik zielt ins Leere. Denke, auch Norbert war klar, dass 2000 Jahre Verhärtung nur zeigen konnten, dass die katholische Kirche sich nicht wirklich ändern will, sie will sich nur opportunistisch anpassen, um ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Der Papst macht jetzt auf „Gauche divine“ und Norbert hat gezeigt, dass das nur Fassade ist, um mit dem Business as usual fortfahren zu können. Wo kämen wir da auch hin, wenn die Kirche neben sich andere Stellvertreter anerkennen müsste… Das tut man nur notgedrungen, wenn’s faktisch nicht anders geht und das heisst dann Konkordat. Da ist man sich dann nicht zu schade, mit menschenverachtenden Regimen zu kollaborieren, bis heute!

  10. kristina schreibt am :

    großartiger Einsatz! ich ziehe den Hut. nächstes Jahr eine Wiederholung mit mehreren, fällt mir grad ein. schweigend mit Bild um finde ich super und angemessen. da gibt es keine Worte.
    alles gute nach rom!

  11. Kubu schreibt am :

    Lieber Norbert,

    ich kann dir nur zum wiederholten Mal danken – für deinen Mut und dein Durchhaltevermögen, dich für die Belange der Opfer stark zu machen. Auch wenn es noch gefühlte Lichtjahre dauern wird, bis sich wirklich etwas verändert – jeder Schritt in die Öffentlichkeit bringt aus diesem Ziel näher. DANKE, DASS DU SO VIELE SCHRITTE FÜR UNS ALLEW TUST!!!

    Kubu

  12. Hans Müller-Tolk schreibt am :

    Bravo Norbert !
    Lass Dich nicht unterkriegen !

  13. Elisabeth Braune schreibt am :

    „Da aber Täter sich nicht um moralische Vorgaben kümmern, halte ich das für naiv.“ Dieser Kommentar bringt es auf den Punkt. Und hier wiederholt sich ein cicukus vitiosus. Ein sechsjähriges Kind, das wegen eines Nierenproblems ina Krankenhaus gegeben wird, wo sich zwei (!) zwei Urologen seiner mittels multipler Vergewaltigung annehmen – war naiv und bleibt naiv. Der Aufbau einer eigenen Familie, die es, wie seinerzeit die Primärfamilie, in der dieser „Schmutz“ verheimlicht werden musste, unter Aufbietung aller Kräfte zu schützen versucht,
    all der Rückenwind, der den eigenen Söhnen zukommt,
    eine mehr als erfolgreich geltende Berufsausübung –
    nichts davon vermag das erlernte Muster zu ändern, in dem es subtil zu Werke gehenden Vergewaltigern erneut zum Opfer fällt …

  14. Elisabeth Braune schreibt am :

    Fortsetzung zu eben: Umso mehr Respekt, Bewunderung ist Norbert Denef zu zollen – dass er unerträglichen Missbrauch (und dessen Missbrauch durch die Kirche!) auf diese Weise publik macht. Glückwunsch zu seiner Frau Veronika, die seine Leidensgeschichte mitträgt.

  15. Prospero schreibt am :

    Da ich jeden Tag zum Thema „klerikale sexuelle Gewalt“
    recherchiere muss ich darauf hinweisen, dass wirklich kein Onlinemedium nur ein Wort über Norbert´s Aktion im Vatikan gebracht hat.
    Ein Versuch meinerseits, auf WELT Online einen Hinweis, im Zusammenhang mit dem Papstkuss zur selben Zeit, unterzubringen, wurde zensiert.

    Deutlicher kann doch die RKK-Medienmacht sich nicht zeigen: unser Thema „ksG“ wird systematisch unterdrückt, sofern es nicht der Public Relations dient.

  16. Esther schreibt am :

    Danke, Norbert, hundertausendmal und mehr danke,daß Du das Alles tust und Deine Kraft einsetzt. Ich habe mir so sehr gewünscht, daß Franziskus Dich hätte warnehmen können in dem Menschengewimmel bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Ich glaube, wenn er Dich hätte warnehmen können, hätte er sich dir zugewand. Ich setze auf diesen Menschen aus Lateinamerika. Er kennt das wirkliche Elend aus seinem Land. Ich habe gehört: “ Die BESTEN seiner Priester hat er in die Slums geschickt, weil nur die BESTEN verstehen, was dort zu tun ist.“ Ich bin absolut kein “ Papst-fan „. Aber: “ Papst ist nun mal höchster Vertreter der kath. Kirche,die sehr einflussreich ist in der Welt „. Wenn jemals ein Papst auf UNS aufmerksam wird, dann dieser Franziskus. Vielleicht, Norbert, stehst Du bei Deiner nächsten “ Aktion “ nicht mehr allein auf dem Petersplatz. Ich würde mein gespartes Urlaubsgeld dafür opfern, um nach Rom zu fliegen und mit Dir “ da zu stehen , zu sitzen , zu liegen“ …was auch immer. Vielleicht wird Franziskus auf uns aufmerksam ?

  17. Pingback: Kath. Kirche – sozial: Den Papst interessierte Norbert Denef’s Anliegen nicht? | Die Erste Eslarner Zeitung - Aus und über Eslarn, sowie die bayerisch-tschechische Region!

  18. Pit Van Calvin II schreibt am :

    Mutige Aktion Herr Denef, dem ‚Vati kan(n)‘ so und in völlig passiver ‚Aktion‘ ein stilles Mahnmal darzubieten. Versöhnung mit dem Apparat des Gestattens, Wegsehens und Verbergens ist eine mild gewählte Haltung im Angesicht mit dem, was unter tausend Deckmänteln noch gären mag. Versöhnung wäre niemals mein Weg; es kann mich nicht friedlich stimmen, verdrängtes und nicht gern bewusstes Leid einfach in Verzeihungsbitten zu übergehen, so, wie es die Herrscherklasse des Glaubens-Konzerns kann. Doch respektiere ich diesen Schritt, wo jemand anders empfindet, anders denkt, oder des Anklagens und Pochens schmerzversehrt wurde. Was immer hier das genauere Motiv ist, jeder vertretbare Weg für ein Verstehen soll da in seiner Weise richtig gegangen sein.
    Seltsam muten die Reaktionen der ‚Zuständigen‘ für ungewöhnliche Erscheinungen an diesem Ort jedoch schon an. Ob auch ein wiederauferstandener Jesus Christus wegen gewähnter Verrücktheit in ein Krankenhaus gebracht würde, wenn er ( vielleicht aus Scham um seines Vaters Stellvertreter und deren Hang zum Wegsehen ) so viel schwiege?

    Anstatt der Versöhnung wäre mir weiteres Hineinfragen in den hochheiligen Raum eingefallen. Aber ich bin kein Christ (mehr), ich gehe auf anderen Wegen.

    Viel Kraft und weiterhin Erfolge,

    Pit Van Calvin II

  19. hildegard schreibt am :

    Pit Van Calvin II, in den hochheiligen Raum dieses Konzerns hineinfragen hilft nicht – da hilft nur Gerechtigkeit zu fordern – …“jeder vertretbare Weg für ein Verstehen soll da in seiner Weise richtig gegangen sein“!

  20. Noch_ein_Leserkommentar schreibt am :

    So lange tagtäglich Kinder Opfer von Gewalt und Vergewaltigung werden, im Inland und Ausland, und solange allzuviele Opfer nicht anerkannt werden, keine Hilfe enthalten, keine Entschädigng in menschenwürdiger und angemessener Weise erhalten, hat das Angebot der „Versöhnung“ einen sehr fahlen Geschmack.

    Es ist nicht Aufgabe der Opfer, auf die Täter und die sie schützenden Organisationen zuzugehen und sie darum zu bitten, dass sie den Opfern verzeihen mögen.

    Es ist sicherlich gut, öffentlich zu zeigen, dass es auch Opfer gibt. Es haben leider nicht viele Menschen den Mut dazu. Der gesamte Kontext bleibt in meinen Augen aber unklar. Was hat denn die römisch-katholische Kirche zu sagen? Was bringt hierzu die Redaktion von Brisant?

    So bleibt es irgendwo beim Stimmungsbild über die Verzweiflung der Betroffenen. Medial war es immerhin ein Signal: In all den Jahren hat sich nichts getan. Auch vom neuen Papst ist nichts gekommen.

    Die Bundesregierung hat ein paar Gesetze verändert – aber nicht rückwirkend. Eine zentrale Aufarbeitung findet nicht statt. Diejenigen, die Pädophilie verharmlosen (siehe den Fall „pro familia“ und „Tagesspiegel“, wo dann wieder vor „moralischer Panik“ gewarnt werden darf), haben weiterhin freie Hand.

    In vielen Dingen war die römisch-katholische Kirche immer die allerletzte Institution, die bereit war, umzudenken. Von allein wird sie es nicht schaffen. Das wissen wir seit dem Fall von Pfeiffer.

  21. hildegard schreibt am :

    ‚Pingback‘ verweist auf einen grenznahen Seuchenherd mit grenzenloser Ausstrahlung.
    Eslarn – bisher nie gehört! – bemüht sich, mit dem ganzen katholisch vertuschten, getäuschten, getarnten Sch…-Dreck aufzuräumen http://de.scribd.com/doc/150513545/50-Jahre-Vertuschungsgeschichte-REPRINT-aus-regensburg-digital-de
    Angesichts seiner damaligen Zuständigkeit wird Glaubenshüter Müller jetzt in Rom kaum je mit gesenktem Haupt auftreten. In seinem Interesse liegt eher, auch diesen Papst „an der Nase herum zu führen“; Machtmenschen finden immer ihre Wege und werden wissen, wie ehrliche Aufklärungsabsichten von Franziskus in diesen gewalt[tät-]igen Sümpfen zu ersticken sein werden …
    Mir verursacht der Link über das „Dorf am Todesstreifen“ Angst – und es fragt sich:
    Weiß Franz. überhaupt davon, dass N.D. ihm schon im Mai geschrieben hatte?
    Wusste Franz. am 6.11., wer der Mann mit dem Kinderfoto war?
    Hat Franz. ihn überhaupt wahrgenommen?
    Hätte Franz. nicht spontan (wie es ihm sonst eigen zu sein scheint) reagiert, wenn ihn nicht wer (?) oder was (?) ganz massiv daran gehindert hätte?
    Und:
    Denkt Franz. über Grenzen auch der kleinen Kindern nach, (Grenzen, die unbedingt auch und gerade von ihm zu respektieren sind!!) die Erwachsene aus fragwürdiger Begeisterung ihm quasi „zum Abknutschen“ hoch reichen???

    Versuchen wir zu verstehen, was kirchliches Milieu aus all den Kindern gemacht hat … UND, was das alles mit einem Kind des 21.Jh’s noch tut!

Artikel aus den Medien

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