„Jede Mauer bekommt irgendwann einmal Risse“

24.01.2014: netzwerkB: diesseits.de

Hoffen auf Franziskus: Rund 400 Priester wurden in den Jahren 2011 und 2012 in den Laienstand versetzt, weil sie sich an Minderjährigen vergangen hatten. Norbert Denef, selbst ein Betroffener sexueller Gewalt, wartet aber auf einen echten Akt der Versöhnung. In einem Brief hat er den Papst aufgerufen, den Täter-Opfer-Kreislauf zu durchbrechen.

Freitag, 24. Januar 2014

Franziskus Superstar? Norbert Denef versuchte im November 2013 bei einer Papstaudienz in Rom vergeblich, das Kirchenoberhaupt auf sein Anliegen aufmerksam zu machen. Foto: privat

Erstmalig mussten sich in der vergangenen Woche Vertreter des Vatikans den Fragen des UN-Kinderrechtskomitees stellen. Denn bislang hat sich die Kirche geweigert, genaue Angaben über die Zahl und den Umgang mit den Tausenden Fällen des Missbrauchs Minderjähriger durch katholische Geistliche zu machen. Kritik übten die UN-Kinderrechtsexperten unter anderem daran, dass manche Geistliche bis heute nicht aus dem Kirchendienst entfernt worden seien.

Norbert Denef glaubt, dass es einen gemeinsamen Weg für die unzähligen Betroffenen und die katholische Kirche geben kann. In einem Brief an Franziskus hat der 64-Jährige das Kirchenoberhaupt dazu aufgefordert, sich an einer Stiftung gegen die Vertuschung von sexualisierter Gewalt zu beteiligen. „Ein Akt der Versöhnung ist dringend geboten, um über Brücken zu gehen, wo die Wege bisher versperrt sind“, schreibt er in seinem am Donnerstag in der ZEIT veröffentlichten Appell an den Papst.

Herr Denef, Sie wollen eine Stiftung gegen das Verschweigen und Verleugnen von sexualisierter Gewalt gründen. Warum?

Norbert Denef: Weil Opfer von sexualisierter Gewalt es in der Regel nicht alleine schaffen, ihre Schweigemauer zu durchbrechen. Sie sind auf Hilfe angewiesen – auf Personen, die sich in der Öffentlichkeit gegen das Verschweigen, Verleugnen und Vertuschen von sexualisierter Gewalt einsetzen. Das erfordert Mut und diesen gilt es zu unterstützen – genau das soll die Stiftung leisten, indem sie einen Preis ausschreibt, der an Personen vergeben wird, die außergewöhnliches leisten, um Opfern von sexualisierter Gewalt zu helfen, ihr Schweigen zu brechen.

Warum reichen die staatlichen Strafverfolgungsbehörden nicht aus?

Bei stattlichen Strafverfolgungsbehörden geht es immer nur um die Täter. Opfer treten nur als Zeugen in Erscheinung. Deshalb sprechen wir ja auch von Täterschutzgesetzen – mit Opferschutz haben Strafverfolgungsbehörden nichts zu tun.

Welche Aufgaben soll die Stiftung einmal haben?

Die Stiftung möchte Transparenz fördern und fordern, insbesondere bei Berufsgruppen, die viel mit Kindern und Schutzbefohlenen zu tun haben, also Erzieher, Lehrer, Geistliche, Ärzte und Psychotherapeuten, Anwälte und Richter. Und bei denen die Gefahr einer Vertuschung besteht, weil aus Korpsgeist Täter geschützt werden und Opfer dadurch bei der Aufarbeitung ihres Traumas massiv behindert werden.

Warum sollte die Kirche etwas finanzieren, dessen Ergebnisse gegen sie verwendet werden könnten? Eine Logik der geringen Opferentschädigungen erscheint doch einleuchtend: Wenn man den Opfern mehr Geld gibt, werden sie das gegen die Kirche einsetzen. Also besser möglichst geringe Entschädigungen zahlen.

Das Bistum Magdeburg schuldet mir 450.000 Euro. Diese Forderung habe ich bereits im Februar 2003 gestellt. Mit diesem Geld beabsichtige ich, die Stiftung zu gründen. Es wäre ein Akt der Versöhnung, wenn nicht nur das Bistum Magdeburg in diese Stiftung einzahlt, sondern wenn auch das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche es tut. Wenn Papst Franziskus hier eine Vorreiterrolle einnehmen würde und auch andere Staatsoberhäupter und Prominente bittet, das gleiche zu tun – dann könnte ein Akt der Versöhnung stattfinden. Es geht nicht nur um den Skandal des Missbrauchs Minderjähriger innerhalb der katholischen Kirche.

Sondern?

Die meisten Opfer gibt es ja im familiären Bereich, die sehr oft mit der Kirche nichts zu tun haben. Die Stiftung geht uns alle etwas an. Mit dem Geld, was mir die Kirche schuldet, möchte ich lediglich einen Grundstein legen. Wir sollten alle unser Ich-Denken überprüfen und uns fragen: Was kann ich persönlich für die Gesellschaft tun? Ohne danach zu fragen: Was bekomme ich zurück? Dadurch werden die Schwachen automatisch mitgetragen. Und wenn diese dann später vielleicht einmal selbst wieder Kraft haben, um anderen zu helfen, dann wird unsere Gesellschaft menschlicher. Versöhnen sollte man nicht mit unterordnen verwechseln. Es geht darum, auf Augenhöhe vertrauensvoll gemeinsam neue Wege zu suchen. Ob man kirchlich gebunden ist oder nicht, sollte dabei keine Rolle spielen. Es geht um unsere Kinder.

Sie haben zu Beginn der Ermittlungen in Deutschland selbst einmal über die Rolle der Kirche bei der Aufklärung gesagt: „Man würde ja auch nicht die Mafia bitten, ihre eigenen Verbrechen aufzuklären.“

Die Stiftung würde ja eigenständig und neutral arbeiten, ähnlich wie die Nobelpreisstiftung. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass Täterorganisationen die Preisvergabe beeinflussen.

Warum hat die Öffentlichkeit so wenig Interesse an dem Schicksal der Betroffenen und warum sind so wenig Menschen bereit, persönlich finanziell etwas in die Aufarbeitung und den Schutz potentieller Betroffener zu investieren?

Wenn man sich mit dem Leid anderer Menschen beschäftigt, wird man dadurch automatisch an seine eigene Geschichte erinnert. Denn es gibt keinen Menschen, der nicht irgendwann mal in seinem Leben etwas Schmerzliches erlebt hat. Ist man bemüht seine eigene Geschichte aufzuarbeiten, kommt der Schmerz nicht unkontrolliert hoch, sondern man kann damit relativ gut umgehen. Immer wenn man sich ärgert sollte man in seiner eigenen Geschichte nachschauen.  Für mich persönlich gilt der Satz: Wenn Du Dich ärgerst, guck bei Dir nach! Das Leid vor der eigenen Haustür macht Angst – deshalb schaut man lieber darüber hinweg.

Sie haben nun einen Brief an Papst Franziskus geschrieben, nachdem Ihr Versuch vor wenigen Wochen, ihn persönlich zu treffen, fehlgeschlagen ist. Glauben Sie, dass Franziskus ein echtes Interesse an Ihren Anliegen und Hoffnungen besitzt?

Ja.

Warum?

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Wie verliefen denn Ihre Kontakte mit anderen Vertretern der Kirchen?

Der Bischof von Magdeburg wollte mich 2003 mit 25.000 Euro wieder zum Schweigen bringen – gesprochen hat er mit mir bis heute kein einziges Wort.

Erwarten Sie von Papst Franziskus mehr als von Benedikt XVI.?

Ja.

Welche Unterstützung erfahren Sie aus den politischen Parteien?

Keine.

Und wie erleben Sie das Interesse der Medien?

Ein großer Teil der Redakteure zeigen nach wie vor Interesse, dass die Opfer nicht wieder allein im Regen stehen müssen. Sie sind bestrebt, dass die Schweigemauer Risse bekommt. Viel zu oft werden sie jedoch von ihren Vorgesetzten gebremst, manchmal auch gemobbt und entlassen.

Können Sie ein Minimum nennen, das Sie mit der Arbeit von netzwerkB erreichen wollen?

Die Aufhebung der Verjährungsfristen, eine Melde- und Anzeigepflicht, keine Almosen sondern eine angemessene Entschädigung für die Opfer und deren Angehörigen, so wie die Gründung der Stiftung, wie oben beschrieben.

Gibt es so etwas wie eine gemeinsame Utopie?

Alles muss raus – denn Leichen, die im Verborgenen liegen bleiben, verhalten sich wie ein Krebsgeschwür.


Kurzporträt: Norbert Denef, Gründer und Vorsitzender von netzwerkB

In unseren Archiven finden sich Dokumente, die belegen, dass sexuelle Gewalt bei Priestern schon vor 100 Jahren nicht nur existierte, sondern auch ein Thema war, das in manchen Kreisen offen thematisiert wurde. Halten Sie es für denkbar, dass der sexuelle Missbrauch in gewisser Weise einfach zum Wesen der Kirche gehört?

Nein, denn „sexuellen Missbrauch“ gab bzw. gibt es ja nicht nur in der Kirche. Ganz besonders ist diese Form von Gewalt in den Familien zu finden. Wir müssen die Kirche im Dorf lassen und uns endlich zusammenraufen und uns auf die Seite der Opfer stellen und ihr Leid würdevoll anerkennen und sie nicht mehr verschweigen, verleugnen und vertuschen wie bisher. Von den Kirchen erwarte ich hier eine Vorreiterrolle. Opfer mit 5.000 Euro abzufinden und dann möglichst schnell wieder den Deckel zumachen – Jesus hätte diese Heuchler bestimmt aus dem Tempel geworfen.

Wenn es in Zukunft keine sexuelle Gewalt in der Kirche und keine Vertuschung mehr gebe, wäre das rückblickend betrachtet wohl eine historische Zäsur. Wie soll es dazu kommen, falls die Gründung der Stiftung gegen das Verleugnen und Vertuschen nicht gelingt?

Die Stiftung wird kommen! Jede Mauer bekommt irgendwann einmal Risse.

Gestatten Sie mir zum Schluss noch eine persönliche Frage: Woran denken Sie am Ende des Tages, bevor Sie einschlafen? Was gibt Ihnen Kraft und Hoffnung bei Ihrem Kampf?

Ich sorge tagsüber dafür, mit Sport und einer gesunden Lebensweise, dass ich abends müde bin und mich hinlege und gleich einschlafe, ohne viel über den vergangenen Tag nachzudenken. Oft werde ich nachts wegen schrecklicher Albträume wach, da denke ich viel nach. Morgens gehe ich dann in die Ostsee schwimmen, auch im Winter – ich schöpfe viel Kraft und Hoffnung aus dem unendlich weiten Meer.

Herr Denef, vielen Dank für Ihre Zeit.

www.netzwerkb.org

Quelle: http://www.diesseits.de/

12 Kommentare

  1. ela schreibt am :

    genau, die stiftung WIRD kommen, denn jede mauer bekommt irgendwann risse. klagemauer, ddr mauer, schweigemauer…
    danke, dass du versuchst, unseren kindern eine bessere welt zu gruenden!

  2. wolfgang schneider schreibt am :

    Warum sprechen alle nur vom sexuellen Mißbrauch. Min Vater hat mich über 15 jahre immer wieder fast krankenhausreif geschlagen, ob es zu einem sexuellen Missbrauch auch gekommen ist, weiß ich bis heute nicht, aber es sprechen viele Anzweichen dafür. Hierfür fühlt sich anscheinend bis heute niemand zuständig; woran das wohl liegen mag???

  3. Gelah schreibt am :

    Aus eigener Erfahrung ist für mich klar, das jede Form von grenzverletzendem Verhalten (= die „harmlosere“ Bezeichnung von Missbrauch) gerade in Familie und Kirche nicht vorkommen sollte. Die Menschenwürde wird verletzt auch wenn ein Pastor zu Hause seinen Sohn unendlich viele Male verprügelt und als SATAN beschimpft – während er jeden Sonntag auf der Kanzel steht und Nächstenliebe predigt – um nur ein Beispiel zu nennen. Das ist die Kindheit eines Opfers das ich persönlich kennen gelernt habe und zu dem ich (weil ich als Frau mit 42 Jahren selbst in einer Kirche Hierarchie, Macht, Willkür und Gewalt in verschiedenen Formen – inclusive körperlicher Gewalt – erlebt habe, seit 2007 bis dato – denn auch dort steht die MAUER DES SCHWEIGENS zu dem Missbrauch ohne sexuellem Missbrauch – ist übrigens eine Freikirche / Baptisten) guten Kontakt habe. Dieses Opfer lebt völlig isoliert nach 37 Jahren in einem helftenden Beruf, nun frühberentet, schwerstdepressiv und mit extrem körperlichen Symptomen (…kann kaum noch laufen und sich zur Dusche schleppen, verläßt die Wohnung nur 1 Mal in der Woche wenn er es schafft). Das Opfer hat nur eine Selbsthilfegruppe und jeglichen Kontakt zu Familie verständlicherweise abgebrochen. So sieht das Leben eines Opfers aus, wenn niemand hinschaut und das Opfer sich auch nicht öffnen kann – wer würde ihm glauben? Es ist doch schon soooooo lange her! Auch ich bin selbst seit der Gewalt die ich durchlitten habe – seit 2008 – psychisch krank. Ich habe ein Trauma erlitten mit einer folgenden Posttraumatischen Belastungsstörung. Ich hatte vorher einen durchgehenden Lebenslauf. Hatte spät studiert mit 36 – war mit Anfang 40 fertig. Ich hatte einen Traumjob und war glücklich. Dann kam aus der Kirche – deren Menschen ich zutiefst vertraut hatte – sie waren doch Jesu Nachfolger – verübt von meinem Vermieter als Christ die beginnende und eskalierende Gewalt (verbal – der Teufel ist in dir!, krankhaft religiöse Strenge – du darft Sonntags keine Wäsche waschen weil bei Mose steht das selbst der Sklave am Sabbat nicht arbeiten soll!, körperliche Gewalt weil ich nicht gehorchte – ein Schlag ins Gesicht, ein brutaler Angriff bei dem ich mich schreiend an den Haaren aufgehängt wiederfand, seine Ehefrau war zugegen – und beide haben bei der Polizei gelogen gegen mich – klar – denn Christen sind ja NUR GUTE MENSCHEN! – wer hinterfragt die den schon wirklich?). Jedenfalls fand ich keinerlei ernsthaftes Gehör in diesem Baptistenverein, nicht beim Pastor, der sich schützend hinter den Täter stellte und sagte: Ich kenne den, der würde so etwas nie tun! usw. usw. Die komplette Gemeinde schützt bis heute den Täter – es wird argumentiert, das ich doch endlich still schweigen soll und Ruhe geben soll. Als erwachsene Frau dieses ganze erlebt zu haben – und ich habe bis heute Schlafstörungen dadurch, Albträume und kämpfe jeden Tag ums Überleben – bin seit 2008 arbeitsunfähig – das mitten in einer angeblich demokratischen Gesellschaft – ist schwer auszuhalten. Mein Leben ist seit dem ein Leben nach der Gewalt – und ich muss lernen mit dem Trauma zu leben. Mein beruflicher Werdegang ist bis dato zerstört, mein Leben ist erheblich belastet. Ich bin nach 4 Jahren endlich in ambulanter Therapie nachdem ich 11 Mal in Kliniken war seit 2008. Und auch hier schaut niemand wirklich hin – die Justiz nicht, die Kirche nicht, die Gesellschaft nicht. Ich bin zum Sozialfall geworden und nicht mehr arbeitsfähig. Ich bin traumatisiert und seit 2008 in ärztlicher Behandlung. Alleine der volkswirtschaftliche Schaden geht ist bereits im 6-stelligen Bereich. Auch hier besteht diese MAUER DES SCHWEIGENS – und ich bin mir sicher – ich bin nicht der einzige Mensch der durch Kirche oder Freikirche, Sekte – zum psychiatrischen Fall geworden ist – durch eine Reihe von Tätern, Mittätern und Wegguckern, Verschweigern! Deshalb würde ich eine Stiftung wie Norbert Denef ebenfalls begrüßen. Wir haben ein gesamtgesellschaftliches Problem von verschiedenen Missbrauchsformen egal wo (Familie, Kirche, Beruf…), was gravierende Folgen für die Opfer bedeutet. Es bleiben zerbrochene Seelen, Leben und Lebensläufe zurück, die niemand sehen will. DAS muss sich dringend ändern!

  4. Müller schreibt am :

    Vom neueuen Papst Franziskus ist im Hinblick auf Missbrauchsaufarbeitung genauso wenig zu erwarten wie von Benedikt. Er hättev sonst niemals den größten Vertuscher den ehemaligen Bischof Ludwig Müller zum Kardinal ernennen dürfen.(Für viele die Belohnung für seine jahrelangen Vertuschungen in Regensburg.

    Auszug aus dem Münchner Merkur einer der Kirche wohlgesinnte Zeitung:
    „So sieht er anders als viele seiner Bischofskollegen etwa beim Thema sexueller Missbrauch durch Priester keine Verantwortung der Kirche.“ – „Wir haben keinen umfassenden Missbrauchskomplex, sondern wir haben verteilt über Jahrzehnte Einzelfälle.“ (Originalton Bischof Müller)
    Dabei hatte gerade sein eigenes Bistum den Menschen verschwiegen, was im sogenannten „Riekofener Missbrauchsskandal“ unter den Tisch gekehrt werden sollte. (Dazu siehe auch nachfolgenden Link)

    http://www.merkur-online.de/lokales/stadt-muenchen
    Die gesamte für die Kirche peinliche Angelegenheit, soll in bewährter Form ausgesessen werden mit möglicchst geringen Kosten für die Kirche.
    Für mich geht es dem Franziskus ebenso wie seinem Vorgänger nur um die Kostenvermeidung an die Opfer, da versteht der Vatikkan keinen Spass. Bald wird Franziskus der Schutzpatron der Kleinwagenfahrer.
    Müller

  5. Gina schreibt am :

    An Wolfgang Schneider vom 24.1.:

    Für Kinder & Jugendliche scheint es kein Entrinnen aus der familiären Hölle zu geben. Die Mehrheit scheint zu glauben, dass die Weltordnung ohne die Institutionen Familie & Kirche zusammenbräche. Aber wo ist denn die Ordnung???

    Es hat sich in den Köpfen hartnäckigst verfestigt, dass die Prügelstrafe das Recht der Eltern wäre. & da, wo man fürchtet, wegen körperlicher Strafe belangt zu werden, greift man zu Psychoterror. Alle merken es, & keiner sagt etwas.

    http://www.nospank.net/main.htm

  6. klaraklara schreibt am :

    auch interessant finde ich Daniel Mackler, der es wagte, die Familie als „totalitäre(n) Kult“ zu bezeichnen (s. ab ca Min. 18 http://www.youtube.com/watch?v=bgmLvPxhuBs). Es geht um die emotionale Bedürftigkeit und das Unterdrücktsein von Eltern, die ein Familiensystem begründen, in dem der Hauptlebenszweck des Kindes darin bestehen soll, emotionalen Aufruhr für ihre Eltern gering zu halten.

    Dass es Eltern gibt, die ihr von sexueller Gewalt durch Pädagogen bedrohtes Kind nicht unterstützen, entschuldigt die pädagogischen Ausbeuter natürlich nicht.

  7. Gina schreibt am :

    An Gelah vom 25.1.:

    Perversos wissen seelisch & körperlich zu schwächen & zu zerstören. Wenn diese Kenntnisse positiv eingesetzt würden, …

    Quälen, Schikanieren, Mobbing, Stalking & Intrigieren sind tragende Elemente einer Diktatur.

  8. Gina schreibt am :

    Danke, Herr Denef, für Ihre Worte „würdevoller & menschlicher miteinander umgehen“. Menschenwürde gebührt schon dem Baby.

    „Revolution in den Köpfen“: Das Leiden so vieler Kinder unter den Taten der Erwachsenen wird als naturgegebener Bestandteil des Kindseins aufgefasst, aber es ist von Menschenhand geschaffen.

  9. Christian schreibt am :

    Hallo Norbert.

    Ich Lese gerne deine Aktionen.
    Bei mir ist es u.a. so das ich durch diese Taten die mir wiederfahren sind eigentlich im groben und ganzen 15-20Jahre von meinem, ja meinem Leben Fehlen.
    Nicht nur durch den Mißbrauchfall oder fälle…..
    Es geht auch um die aufarbeitung. Mittlerweile werde ich zum 3ten male Vater, ich beschütze meine Kinder und will nie das die sowas erleben.
    Ich denke immer wieder mal an diese Zeiten.
    Geheilt…. nein diese Wunden kannst du und kein anderer Heilen, es ist der Geschädigte Mensch selbst der sich evtl. entscheidet weiter zu machen, aber in der zwischenzeit bis er sich entschieden hat vieles geschieht oder auch passiert einige nehmen sich das Leben.Viele nehmen Drogen, aber nicht ohne Grund. Ja ich habe sie auch probiert und ich kann sagen in der Zeit wo ich einige genommen hab habe ich mich aufjedenfall besser gefühlt.
    Mittlerweile bin ich 35.
    Ich bin eine wandelnde Wunde, aber ich mache das beste selber draus.
    Ich bin mehr als froh das es Dich gibt, weil ich schon hoffe das Du uns mit deinen Aktionen den Staat zum umdenken und neue Gesetzte bzw. diese geändert werden.

    Ich war damals(ca2001) mal arbeitslos ich habe versucht dehnen zu schildern was mit mir los ist, aber man wurde halbwegs belächelt und dan hat man sein Vorstellungpapier bekommen und kriegte noch eine aussage hinterher: wenn sie den Vorstellungsgesprächen nicht nachkommen kürzen wir ihr Geld. (Lag die aussage an der Zeit, hatte der Sachbearbeiter kein mitgefühl gibt es nicht auch da Phychologen??)
    Ich will damit nicht sagen ich will Geld von den Staat, aber ich bin einer der Hart Arbeiten darf für nicht viel Geld.
    Hat der Staat mittlerweile dein Anliegen auf die Delphin Therapie befürwortet??

    Sorry ich muß erstmal wieder weg, der Kopf zuviele Gedanken…..

    Gruß

    P.S: Ich hoffe ich darf das schreiben auch wenn ich erst 35 bin, aber Norbert ich bin sehr Stolz auf dich
    ______________________________________
    Anmerkung von Norbert Denef:

    meinem Anliegen auf eine Delphin-Therapie wurde nicht entsprochen.

  10. Kirsten schreibt am :

    Sexuellen Missbrauch gibt es nicht nur bei der katholischen Kirche und dennoch begünstigen bestimmte Strukturen dieses, da niemand doch wirkllich an Aufklärung und Opferentschädigung interessiert ist und schon gar nicht ein Herr Franziskus.
    Ich bin von Pfarrern und Mitarbeitern der evangelischen Kirche jahrelang missbraucht worden, die heute noch tätig sind und sich ebenfalls als Opfer des Systems darstellen.
    Leider geht es hier auf dieser Seite oft nur um die katholische Kirche, aber hier sollten alle Opfer bedacht werden, auch die des familiären Missbrauchs.

  11. Pit Van Calvin II schreibt am :

    Man kann Ihren Enthusiasmus nur aufrichtig bewundern, und auch die Besonnenheit, mit der Sie das Unaussprechliche ins möglichst Konstruktive umwandeln können. Auch Ihren Versöhnungsgedanken muss man achten, obwohl die selbstgefällige Glaubensfabrik Kirche es eigentlich nicht verdient, an dieser Stelle eine Hand gereicht zu bekommen. Da handeln Sie wohl ehrlich wie ein Christusfreund. Jesus hat wohl, wenn die Geschichten, die von ihm erzählt werden, stimmen, auch noch dem tiefst Gefallenen seine Hand angeboten. Ein ehrsamer Brauch.

    In der differenzierenden Betrachtungsweise der verschiedenen Formen von Gewalt bin ich mir heute noch nicht so sicher, bald über 30 Jahre nach den meisten Gewalt-Erfahrungen. ( Es gab auch jüngere ) Dass das einzige Motiv Gewalt(herrschaft) oder Dominieren/Kontrolle ausüben an sich sein soll, bezweifle ich. Es ist aber eine weitum, insbesondere unter Experten anerkannte Idee, oder sie begegnet einem zumindest häufig, wenn man sich mit der quasi-objektiven Betrachtungsweise beschäftigt, die darüber allgemein mit am Verbreitetsten ist.

    Ich glaube nach wie vor, dass auch so genannte ’niedere‘ Gelüste oder Triebe damit zusammen hängen, auch bei der „normalen“ Gewalt, die ja viele Eltern ihren Kindern angedeihen lassen.
    „krankenhausreif“ geschlagen werden … das erinnert mich an viele Leidensgenossen auf den Dörfern, denen es noch viel schlimmer erging als mir … Gewalt in der Familie, durch so genannte Erziehungsberechtigte, Verwandte, das öffnet noch mal ein weiteres, bodenloses Fass!

    Dazu kommt noch das zivile Fass, in dem verborgen die Lehrer und Betreuer bangen mögen…

    Was ich schon einmal dachte : Möglicherweise ist das besondere Vorkommen in den Reihen Geistlicher eine Art fehlleitende Ventil-Anwendung, bei der die menschlich-biologischen Triebe sich gewaltsam Wege suchen, sinnbildhaft gesehen so ähnlich, wie bei einem Vulkan, in dessen Haupt-Schlot ein steinerner Pfropfen sitzt, Nebenschlote erzeugt.
    Der Propfen wäre die biologisch betrachtet unrealistische Forderung einer Selbstdisziplin zum zölibatären Leben … doch erklärt so etwas nicht den Missbrauch an häufig männlichen Kindern. Da in der katholischen Kirche das Vertständnis natürlicher Abläufe sehr verzerrt sein muss, werden die betroffenen Geistlichen vermutlich kaum psychologisch an sich selbst arbeiten. Ich bin mir nicht sicher, aber vielleicht würde eine Vernunftanwendung dem Problem hinter Kirchenmauern ein wenig an Stärke abnehmen, wenn katholische Priester sich verlieben, heiraten, Familien gründen könnten, auch ohne existenten Nachwuchs auf heimlicher Ebene verschweigen zu müssen. ( Es gibt auch solche Kinder )
    Wo ein Wille ist, gibt es Wege… mit dem Willen haben es die Kirchler nur oft nicht so sehr. Diese Hoffnung habe ich nicht, dass sich da Kirchen-Angehörige mit einsetzen. Ich kann diese Leute unvoreingenommen kaum noch wahrnehmen, das bringt wohl die Lebenserfahrung mit sich. Und das Bewusstsein um deren immensen, materiell gehorteten Reichtum gegenüber der altruistisch gefärbten Vorgaben-Sammlung und dem heuchlernahen Schöntun, mit dem sie unbeirrt all der Kirchenmauer-Flecken und losen Fäden im Talar weiter methodieren. Aber es wäre doch schön, wenn ich mich dahingehend irrte.

    Was ich richtig finde, und auch in Ihren Worten klingen höre, ist es, durch das realistische Durcharbeiten des Erfahrenen eben jene Auswirkungen zu verhindern, die uns als Überlebende solcher „Behandlung“ so gerne prophezeiht werden –> dass wir selbst einmal zu Gewalttätern würden. Dort gilt es, die „Kette“ zu brechen, und mit dem Verstand zu arbeiten, denn diese Wahl hat JEDER.

    Jedem gelingt das wahrscheinlich nicht so gut. Wenn man Jahrzehnte durchläuft, bis man mit dem eigens Erlebten fertig wird, irgendwann (?) genug Abstand gewinnen kann, lebt man wahrscheinlich nicht lange genug dafür. Deswegen ist es sehr wichtig, wenn sich Leute an die Seite stellen, die von diesem fortlaufenden, psychischen Schwären, das einem alltäglich leisen Sterben entspricht, nicht selbst betroffen sind. Oder stark genug im Inneren, wie ein Sancho Panza zu sein.

  12. Michaela schreibt am :

    Jede Mauer bekommt einmal Risse,

    habe ich vorige Woche erfahren……
    ich habe beim Vormundschaftsgericht die angeforderten Unterlagen als ges.Betreuerin abgegeben,lange war ich nicht im Amtsgericht…..ich brachte meinen ganzen Mut auf,und wandte ein,daß die gegen mich vorgebrachten Anschuldigungen im Jahr 2004/5 nicht der Wahrheit entsprechen und ich somit verleumdet wurde,und ich unschuldig als Mutter sei,darauf ERWIDERTE DER BEAMTE;DAS WISSEN WIR…..warum ,warum dann soviel Leid,und die Verfahren gegen mich wurden nicht eingestellt,und keiner hat sich bis dato entschuldigt Mutter und Kind wurden traumatisiert,was ist ,wenn der Staat zusätzlich zum Täter wird !!!!!!!!!!!!!!

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