Amnesty für Frauenhändler

02.02.2014: EMMA

Amnesty International positioniert sich pro „Sexarbeit“ und meint damit auch Bordellbetreiber und Zuhälter. Jetzt formiert sich Widerstand: Im Internet ist die Hölle los. Prostituierten-Organisationen starten eine Online-Petition gegen Amnesty und auf Twitter läuft #QuestionForAmnesty heiß: „Zuhälterei ist kein Menschenrecht!“
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Hier geht es zur Petition gegen Amnesty International

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Prostitution, kein Beruf wie jeder andere

9 Kommentare

  1. Tine schreibt am :

    Vielen Dank, dass ihr das hier publik macht. ai ist so eine wichtige öffentlichkeitswirksame Organisation, die bei so vielen Leuten Ansehen genießt, und es ist eine Katastrophe, dass sich dort die Pro-Puff- und Frauenhändler-Fraktion so durchgesetzt hat! Da muss Gegenwind her!

  2. Anna M. schreibt am :

    ai scheint auch aus der linksliberalen grünen alternativen Szene entstanden zu sein.
    Alles der gleiche Sumpf…

  3. Gertrud Tammena schreibt am :

    Amnesty International wurde 1961 in London gegründet: Das hat mit grün-alternativ-linksliberalem Sumpf überhaupt nichts zu tun. Wir machen unsere Bewegung lächerlich und unglaubwürdig , wenn jede Institution und Organisation wegen pädophiler Elemente oder Strömungen in Grund und Boden verdammt wird. Wir müssen erkennen, daß pädophile Straftaten wie jegliche Kriminalität in allen Gesellschaften stattfanden, stattfinden (werden) und darauf aufmerksam machen und abwehren, wo sie auftreten -aber wir können nicht
    um des im Einzelnen Schlechten alles, was im Grundsatz gut und wertvoll ist, zerstören und verraten

  4. Prospero schreibt am :

    @ Gertrud Tammena
    Danke für Ihre Stimme der Vernunft, ich musste mich bremsen, um nicht auf Nuhr zu verweisen.
    Im Artikel heißt es ja:“Wer das elfseitige Dokument studiert…“, was bei M. wohl nicht der Fall war, sonst wäre ihr sofort auf der ersten Seite folgende Passage aufgefallen:
    „…Amnesty International hält Kinder, welche in kommerzielle sexuelle Handlungen hineingezogen wurden ,für Opfer von sexueller Ausbeutung, mit berechtigten Anspruch auf Unterstützung, Reparationen und Rechts-/Heilmitteln ,gemäß internationaler Menschenrechte. Staaten müssen alle geeigneten Maßnahmen ergreifen, um Gewalt und Ausbeutung von Kindern zu verhindern. Die besten Interessen des Kindes sollten in allen Fällen eine vorrangige Erwägung sein, und der Staat sollte das Recht des Kindes gewährleisten , angehört zu werden und seiner/ ihrer Meinung, im Einklang mit dessen Alter und Reife, gebührende Bedeutung beizumessen.“ sumpfig, gelle?
    http://de.scribd.com/doc/202126121/Amnesty-Prostitution-Policy-document

    Und ich halte ebenso Ihre Sorge um Lächerlichkeit und Unglaubwürdigkeit für sehr berechtigt – mir fiel im letzten Jahr schon auf, dass sich diverse Angehörige fundamentalkatholischer, neoevangelistischer, rechtspopulistischer usw. Gruppierungen der Plattform bedienen, um ihre Anliegen, getarnt als „Kampf gegen Pädophilie“ hier durch zu ziehen.
    Beim jetzigen Stand des Interesses für Betroffenenanliegen halte ich das für mehr als gefährlich.

  5. Beate schreibt am :

    Amnesty International hat vielen eine Stimme gegeben, Menschen, die in einem Vakuum leben sichtbar werden lassen und aufmerksam gemacht auf viele viele Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen. Für mich eine sehr wichtige Organisation. Dass diese Organisation sich jetzt für die Legalisierung der sogenannten „Sexarbeit“ ausspricht empfinde ich als einen Schlag ins Gesicht, eine riesige Enttäuschung, dass eine so wichtige und große Organisation sich davon nicht abgrenzt. Es geht und ging nie darum, die Prostituierten zu kriminalisieren, im Gegenteil hier muss es andere Wege geben! Es kann aber nicht sein, dass man einerseits Kinderschutz betreibt, und andererseits, quasi dissoziiert(abgespalten) auf der anderen Seite sagt: „hey, ist ok, dass man Sex für Geld bekommt. Ist ja nur eine Dienstleistung, man braucht was, und bekommt was…“ Wer will Kindern, Heranwachsenden eine derart zynische und menschenverachtende Lebensweise nahe bringen und sagen, dass uns nicht mehr dazu eingefallen ist, als diese ganz normale „Gewerbe“ zu legalisieren. Vorbildfunktion?? Ich verleugne nicht, dass es männliche und weibliche Prostituierte zu geben scheint, die das machen, weil es ihnen Freude macht, oder sie sich so weit abspalten können- wie wir das ja auch tun, wenn wir es befürworten- dass sie ihren Körper als Gegenstand mit anderen Sex machen lassen können. Ob bald Männer überall herumlaufen und wie Frauen, die ins Nagestudio gehen, sagen: „ich brauch Mal eben…. ich geh Mal eben…einkaufen…“ War da nicht was mit „Intimität“ und auch Grenzen, die auch eine Gesellschaft hat. Oder muss immer alles möglich gemacht werden, wozu man eben Lust hat? UNd sich dann über die Spassgesellschaft beklagen, über Jugendliche, die Übersexualisiert aufwachsen, unfähig Bindungen einzugehen, den zu achtenden Menschen im anderen zu sehen, auch in der Prostituierten? Wie soll das gehen, wenn man in der Lage ist, ihren oder den Körper des – oft noch minderjährigen- Strichers zu kaufen? Geht es zusammen: ich achte Dich, ich achte Deine Grenzen, Du bist mir wichtig- aber ich kaufe den Sex mit Dir? Statt Bindung aufzubauen? Es geht viel weniger um Polarisierung oder um irgendwelche Religionen oder Prüderien. Es geht darum, dass man sich auch Mal entscheiden muss, wie man lebt, was man Kindern vorlebt, welche Grenzen man einhälft, diese feinen, unsichtbaren Grenzen, Achtung und Liebe, das feine Geflecht wie wir etwas entstehen lassen, uns auch einlassen. Mit Geld kaufen heißt immer die Bindung zwischen zwei Menschen zu verraten und sich dem anderen gegenüber zu ermächtigen. Es geht nicht darum, Freier zu verurteilen, aber klarzumachen: schau Mal, was Du da eigentlich tust! Man kann nicht alles erlauben nur weil irgendjemand Bock drauf hat- es leiden zu viele darunter, auch wenn es nicht alle sind. Es reichen die, die es tun. Und ein Erweitern, ein Ausbau durch die Legalisierung, wird dem Elend KEIN Ende setzen!

  6. Gerd Duerner schreibt am :

    „Es geht nicht darum, Freier zu verurteilen“

    Warum eigentlich nicht?
    Dem Freier ist es doch im Grunde egal ob die „Dienstleistung“ die er da kauft freiwillig erbracht wird oder nicht. Er macht sich wissentlich und ohne große Gewissensbisse der wahrscheinlichen Vergewaltigung schuldig und fühlt sich dabei legitimiert da er ja dafür Bezahlt… also, ja, ich denke schon das es darum gehen sollte Freier zu ächten, da diese sich kaum weniger kriminell verhalten als die Zuhälter.

  7. Beate schreibt am :

    @Gerd Duerner. Ich war ungenau. Ich denke auch, dass eine Veränderung nur durch Bestrafung des Freiers und vor allem aber derer, die sicher sehr gut am „Gewerbe“ verdienen- funktionieren wird. Darstellen wollte ich, dass es mir nicht um die Strafe selbst geht, sondern darum, dass Menschen, die die Grenzen anderer nicht achten, vom Staat Grenzen gesetzt bekommen, z.B. nach dem schwedischen Modell.

  8. Karsten Rydzy schreibt am :

    Danke Gertrud u.Prospero für eure maßvollen Beiträge und Warnungen,Beate für ihre feinfühligkeit
    Natürlich ist auch eine unzweifelhaft sehr verdienstvolle und ehrenwerte Organisation wie Amnesty international nicht dagegen gefeit,daß ihre Autoren in einen „gutgemeinten“ und (in einigen wi Aspekten sogar fast vorbildlichen Artikel einige sehr fragwürdige „Zungenschläge“ eingebracht haben,die teils auch aus meiner Sicht irreführend u.korrekturbedürftig sind.
    Wenn wir uns aber um amnesty zuvor genügend als ernstzunehmender/n Bündnispartner bemüht hätten,wäre z.B. ein Vorschlag von uns,hierzu ein gemeinsames Diskussionsforum zu eröffnen,aussichtsreich u.für dieses schwierige Thema sicherlich konstruktiv.
    So öffentlichkeitswirksam ein solch offenes (Presse) Forum auch zur Verbreit(er)ung unserer Auffassungen und Interessen wäre,wir werden es zur Zeit wohl nicht bekommen
    Leider hat sich unser Netzwerk bisher zwar oft bis zur Erschöpfung engagiert,aber noch nicht genügend zu einem ernsthaften u.förderungswürdigen Bündnispartner größerer u.ähnlich engagierter Organisationen konstituiert.
    Die Verteidigung von (Folter)Opfern gegen neues Unrecht wird uns aber hoffentlich bald leichter fallen als bisher.wenn wir auch Bündnisse mit Organisationen ähnlicher Art suchen,vor allem(aber eben nicht nur)URSPRÜNGLICHEN Opferverbänden,die inzwischen gelernt haben,wirkungsvoller u.offensiver für die Durchsetzung von Menschenrechten und gegen Folter,Mord,soziales Unrecht u.Ausbeutung von Abhängigen anzugreifen,als wir das als ganze Gruppe bisher alleine schaffen!
    Die Gründung weiterer regionaler Gruppen kann ein Weg dahin sein.

    Wenn viel zu viele Menschen weiter zu einer Ware gemacht werden(mit Leib u.Seele oder auch“nur“ihre Arbeitskraft),erscheint Konsumverzicht oder Diskriminierung der verbrecherischsten Käufer leider oft als einziger Ausweg.
    In den Konsum müssen wir schließlich auch dann,wenn wir gerade arm dran sind.

    Ein perfekte Richtschnur für uns fällt jedenfalls nicht vom Himmel-auch wir können uns irren,jeder von uns darf sich mal prüfen,prüfen lassen und manchmal korrigieren.
    Mehr regionale Treffen in kleinen Gruppen würde ich uns wünschen auch als zusätzliche Hilfe zum Abgleich untereinander,die Kommentare hier sind hilfreich,ersetzen das aber nicht wirklich.

  9. Gertrud Tammena schreibt am :

    Missbrauchstrauma vereinzelt – das ist ein grosses Problem. Aber wer solche Schritte zu kooperativen und integeren Zusammenschlüssen tun kann, hat sicherlich eine hohe Barriere überwunden in sich schon viel geheilt und eine hohe Kompetenz: auch hier gilt Distanz und Vertrauen. Alles Gute denen, die dazu Mut ,Kraft und Ausdauer haben und viele Erfolge!

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