UNO beschuldigt Vatikan wegen Verschleierung von Kindesmissbrauch

05.02.2014: netzwerkB Pressemitteilung

Das UN-Kinderrechtskomitee erhebt schwere Vorwürfe gegen den Vatikan – Sexuelle Gewalt durch Priester werde nicht konsequent angegangen. Kindesmissbrauch müsse öffentlich untersucht und die Täter der Justiz übergeben werden, verlangt die UNO.

Die Forderungen stehen im Bericht des UN-Kinderrechstausschuss, der in Genf vorgelegt wurde.

Hierzu erklärt Norbert Denef im Namen des Netzwerks Betroffener von sexualisierter Gewalt, kurz netzwerkB, (www.netzwerkb.org), der Öffentlichkeit wie folgt:

“Wir fühlen uns bestätigt. Was wir erleben entspricht auch unseren eigenen Erfahrungen. Die Kirche ist noch nicht so weit sich zu öffnen. Sie ist noch nicht fähig mit ihrer eigenen Verantwortung für die Opfer sexualisierter Gewalt umzugehen.

Jahrzehntelang wurden die Täter von ihren Vorgesetzten geschützt. Anstatt die Verbrechen aufzuklären und den Opfern zu helfen, wurden die Täter stillschweigend in immer neue Gemeinden versetzt.

Heiliger Vater, helfen Sie den Opfern!

Immer wieder geht es um die Täter, und die Opfer geraten aus dem Blick. Was werden Sie tun, um den Opfern wirklich zu helfen?

Wieso weigert die römisch-katholische Kirche sich, auf die Opfer und ihre Angehörigen zuzugehen? Wieso weigert sie sich, uns Hilfe bei der Aufklärung zu gewähren, medizinische Unterstützung zu ermöglichen und Entschädigungen zu leisten, die für die Schäden im Leben der Betroffenen einen Ausgleich bringen könnten?“

Weitere Informationen:
DIE ZEIT_2014_05_00054_“Heiliger Vater, helfen Sie den Opfern!

Für Journalisten-Rückfragen:
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: +49 (0)4503 892782 oder +49 (0)163 1625091
presse [at] netzwerkb.org
www.netzwerkB.org
http://twitter.com/netzwerkb

15 Kommentare

  1. Was die UNO heute zum Vatikan und der Vertuschung sexueller Gewalt gesagt hat, habe ich bereits vor einem Jahr in meinem Buch: „PAPST EDUARDI.“ genau beschrieben und gefordert! http://spon.de/vfIZo

    Vorwort der selbst Betroffene Norbert Denef vom NetzwerkB. Du kannst es hier bestellen: http://www.amazon.de/Papst-Eduard-Der-Nachfolger-Vatikan/dp/3866229011 oder hier als kostenlose als PDF lesen. (KEIN KINDERBUCH!!!) http://www.himmelscafe.de/kratzfuss/main/pdf/eduard_kratzfuss_2012.pdf Illustrationen von Manuel Nordus

    Fast alle kath. Bistümer in Deutschland haben mich nach meinem Hinweis auf das Buch auf ihren Facebookseiten gesperrt! Ich bitte Sie diesen Link, ausser auf Seiten von unter 16. Jährigen, fleißig zu teilen. Wir helfen damit den Opfern und schützen nicht länger die Täter. Norbert Denef und ich haben seit Monaten um eine Audienz im Vatikan angefragt. Die bisherige Antwort eines Kurienkardinals: „Es ist schwierig!“ Aber wir bleiben dran! Danke!!!

  2. Marte-Micaela Riepe schreibt am :

    Lieber Norbert Denef,

    berührt habe ich Ihre letzten Aktionen verfolgt und ich hätte mir gewünscht, Sie wären damals in Rom von Franziskus so in die Arme geschlossen worden wie er Andere umarmt, Kranke, Behinderte und Kinder. Versöhnung wünschen Sie sich, das ist viel, viel zu viel. Das würde bedeuten, die Täter und ihre Organisationen, in diesem Fall die katholische Kirche, wäre bereit, die Opfer sexualisierter Gewalt in ihre Mitte zu nehmen und sie zu „nähren“. Das kann sie nicht und wird sie in meinen Augen auch niemals können, nie wird es eine Selbstreinigung geben. Diese Organisation und ihre höchsten Repräsentanten einschließlich Franziskus gehören vor den internationalen Gerichtshof für Menschenrechte und dort verurteilt, wie es einige Betroffene in den USA und deren Unterdtützer versuchen zu erreichrn. Empfehlenswert dazu ist der Film:
    Mea Maxima Culpa
    Kirchenrecht – und das ist es, worauf sich die katholische Kirche im Umgang mit den Verbrechen an Kindern und Jugendlichen beruft, wenn sie die Täter vor die Glaubenskongregation bringt, wo die Fälle dann klammheimlich abgewickelt werden und die Täter schlimmstenfalls laisiert werden – muss durch weltliches Recht gebrochen werden.

    Erst dann hat Versöhnung eine Basis.

  3. Esther schreibt am :

    liebe Marte-Micaela, ich schließe mich Deinem Schreiben vollkommen an.

  4. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    Warum gilt das nicht auch für „weltliche“ Schulen wie für die Odenwaldschule?Warum macht die UNO da einen Unterschied?Ist für die UNO die sexuelle Gewalt an katholischen Schulen schlimmer als an nicht katholischen Schulen????Mit welcher Begründung bzw. welcher Idee????Mir erschließt sich das nicht?Oder ist der UNO nicht bekannt das es auch „Missbrauch“außererhalb der katholischen Kirche gibt????Auch an der Odenwaldschule wurde und wird Missbrauch verschleiert und das wahre Ausmaß ist immer noch nicht
    bekannt weil Betroffene nach wie vor aus Angst und Einschüchterung stillhalten.Die Dunkelziffer ist groß.Und der Missbrach an Mädchen an der Odenwaldschule wurde noch gar nicht richtig aufgeklärt sodass der Eindruck entstanden ist es habe sich bei der sexuellen Gewalt an der Odenwaldschule nur um männliche Kinder und Jugendliche gehandelt!

  5. Anna M. schreibt am :

    Unglaublich finde ich auch, daß sich der Vatikan über diesen UNO Bericht empört.
    Von Demut und Reue keine Spur!
    Täterinstitution eben.
    AUSTRETEN!!!

  6. Eva schreibt am :

    In allen Kirchen und Sekten und auch weltlichen Schulen kam und kommt sexueller Mißbrauch vor und wird totgeschwiegen.

    Dass die Uno nur die katholische Kirche am Wickel hat, liegt vielleicht daran, dass das mehr publik gemacht wurde und der alleinige irdische Vertreter von Gott auf erden dafür leichter verantwortlich gemacht werden kann, als die vielen anderen Verantwortlichen anderer Gruppen, die kaum jemand kennt.

  7. hildegard schreibt am :

    Demut? – in Rom fehlt eindeutig der Dritte im Bunde, PAPST EDUARDI.! 😉

    Was sieht der Kardinal denn als so ’schwierig‘ an?
    ‚Tuschfinger‘ waren sie doch alle!
    Die Kurie braucht sich weder die Vernunft nehmen, noch den Humor stehlen, noch den ausnehmend sinnvollen Versöhnungsweg ausreden – oder gar sich einen gescheiten Umgang mit den UN von irgendwem verbieten zu lassen.

    „Fürchtet euch nicht!“ hätte der Chef gesagt …

  8. Manchinger schreibt am :

    Leider eine Täterorganisation deren Hauptbetätigungsfeld seit Jahrhunderten die Erlangung der eigenen Weltmacht ist. Da wird sich nichts ändern, und sollte Herr Denef wirklich eine Papstaudienz erhalten, wäre es damit auch erledigt. Gäbe die Röm.-Kath. Kirche deren Schweigen auf, müsste sie sich selbst auflösen. Es werden keine Priester zugelassen oder geduldet, wenn diese nicht auch über schlimmste Dinge schweigen können. Deshalb darf kein Priester irgendeine geldwerte, von der RKK getrennte Zusatzausbildung erlangen. Diese könnte ihn dazu befähigen, später einmal „auszubüchsen“ und der Wahrheit und Gerechtigkeit Genüge zu tun.

  9. Prospero schreibt am :

    Rücktritt gefordert Jesuit nennt Kardinal „Vertuscher“ KStA 06.02.2014
    „….Strafe müsse weh tun, haben Sie mit Blick auf die Höhe der Opferentschädigung gefordert.
    ….MERTES: Die Strafe muss den Tätern, aber auch ihren Beschützern und der dahinter stehenden Institution weh tun. Das ist bei den Entschädigungen bis heute nicht der Fall. Aber Geld ist nicht alles, und darum gilt auch für die disziplinarischen Folgen: Sie dürfen nicht auf die Täter im engeren Sinn beschränkt bleiben.
    Sondern?
    MERTES: Bischöfe, die an Vertuschungen beteiligt waren, sollten ihr Amt verlieren oder zurücktreten. Aber stattdessen klettert ein Bischof Müller, der in Regensburg an höchster Stelle vertuscht und vernebelt hat, mir nichts dir nichts auf der römischen Karriereleiter nach oben….“
    ….
    MERTES: Da sitzt er als Nummer drei im Vatikan und fabuliert immer noch ständig von irgendwelchen „böswilligen Pressekampagnen“ gegen die katholische Kirche. Von Reue keine Spur, und erst recht nicht von der Bereitschaft, ……“
    http://www.ksta.de/politik/-jesuit-mertes-fordert-ruecktritt-von-bischoefen,15187246,26112942.html

  10. hildegard schreibt am :

    Herr Mertes schätzt bis Ende des Interviews im KÖLNER STADTANZEIGER die Situation der Betroffenen sehr gut ein:

    MERTES: Bei der Aufklärung sexuellen Missbrauchs muss man sich davon befreien, alles durch die juristische Brille zu sehen. Die Grundentscheidung heißt: Glauben wir den Opfern, oder glauben wir ihnen nicht? Wenn die Opfergeschichten als erstes den Härtetest der Unschuldsvermutung zugunsten der mutmaßlichen Täter durchlaufen müssen, dann kann man die Aufklärung gleich den Gerichten überlassen.

    Wollen Sie die Unschuldsvermutung etwa außer Kraft setzen?

    MERTES: Das ist mir oft vorgeworfen worden, weil ich den Opfern erst einmal geglaubt habe. „Sie müssen doch auch die andere Seite hören!“, heißt es dann. Stimmt. Aber eine Haltung des Vertrauens in die Geschichten der Opfer ist die erste Voraussetzung dafür, dass sie sich öffnen. Der Raum des Vertrauens liegt sozusagen vor dem Gerichtssaal. Demgegenüber gibt es bei vielen Bischöfen, aber auch in der Gesellschaft immer noch die Tendenz, den Opfern nur Glauben zu schenken, wenn ihre Aussagen juristischen Kriterien standhalten und gerichtsfest sind.

    Aber wo bleibt dann die Unschuldsvermutung?

    MERTES: Sie setzt dort an, wo es an die Veröffentlichung von Fallberichten oder Aufklärungsergebnissen geht. Da sind Klarheit im Denken und Handeln dann extrem wichtig – und dazu gehört auch die Unschuldsvermutung. Aber man darf den Opfern nicht schon mit dieser Schere im Kopf zuhören.“

    … interessant, was http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/jesuitenpater-un-bericht-ist-geruehrter-quark-aid-1.4018067 daraus gemacht hat (via KNA!) mit entsprechenden Leserbriefen!

  11. Anonym schreibt am :

    Die Kirche ist Mächtiger als die UNO, somit ist es der Kirche auch -Salopp ausgedrückt- egal, welche Forderungen gestellt werden… . Selbst der Deutsche Staat unterstützt nicht nur Finanz. die Kirche, was somit -in meinen Augen- auch einen Zuspruch zum sex. Missbrauch an Kindern darstellt und auch billigend in Kauf genommen wird.

  12. Prospero schreibt am :

    Und wer ist der Initiator: Johannes Graf – Linz

    Der sitzt als Journalist in der Redaktion von kath.net
    Klaro – wenn der UN-CRC eine Liste aller Priestertäter haben will, wie sie in den USA z.B. existieren, muss RKK hier handeln…..

    passt schon – genauso, wie die Skandale als „Schande der Kirche“ zu bezeichnen, nicht aber die sexualisierte Gewalt !!! zyn aus.

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