Hysterie hilft nicht

18.02.2014: taz

Kinder müssen geschützt werden. Doch vor politischen Schnellschüssen beim Verbot von Bildern mit nackten Kindern kann nur gewarnt werden. Weiter lesen…

21 Kommentare

  1. Beate schreibt am :

    Den Begriff Hysterie mag ich in dem Zusammenhang nicht. Mir ist auch nicht ganz klar, wieso man auf einmal mit Fotos aus dem Kindergarten ankommt- diese standen nie zur Debatte.
    Ich als Mutter habe übrigens noch kein einziges Foto von nackten Kindern irgendwo im Umkreis einer Kita oder ähnlichen Einrichtungen gesehen. Vielleichtwerden wir auch einen Preis für eine Gesetzesänderung bezüglich Kategorien zahlen müssen- den wir aber dann nicht den Gesetzen zu verdanken haben, sondern den Pädokriminellen! Mir ist dieser Preis allemal lieber als eine solche Grauzone! Kinder stark machen hilft wenig gegen Übergriffe und Pädokriminelle. Die Erwachsenen müssen stark sein, Nein sagen, hinschauen und Verantwortung übernehmen. Das nennt man Vorbildfunktion. Erwachsene, die eine solche gegenwärtige Gesetzeslage schaffen, in der Kinder weniger geschützt sind als Täter, in der es Verjährungsfristen gibt, keine Anzeigepflicht, etc… sind wirklich keine Vorbilder für ein „stark sein“. Erst Mal selbst stark werden und dann die Täter von den Kindern abhalten. Es verursacht mir persönlich inzwischen schon Fremdscham, dass alles auf die Kinder abgewälzt wird, wenn es um Prävention geht!

  2. Kirsten schreibt am :

    Von Hysterie kann hier ganz sicher nicht geredet werden. Und ich kenne sehr wohl Nackt-Fotos von Kindern im Kindergarten, die offen aushingen. Und wird damit nicht Pädokriminellen und anderen Tätern der Zugang leicht gemacht. Wie kann es sein, dass hier eine komplette Elternschaft weg sieht oder es verharmlost. Es geht wohl eher darum, dass es hier um ein fehlendes Unrechtsbewußtsein geht. Solange dies in der Bevölkerung nicht vorhanden ist, wird sich auch bei der Bekämpfung von Kinderpornografie nicht viel ändern.

  3. Beate schreibt am :

    Es ist so, dass das in Kitas unterschiedlich gehandhabt wird. Mir sind vor allem staatliche Kitas geläufig, in denen das nicht erlaubt wäre. Da gibt es wohl einige Regelungen. Es ist andererseits aber unheimlich schade, dass man solche Vorsichtsmassnahmen wohl treffen muss- denn ein Kinderkörper eines Kindes ist einfach nur ein Kinderkörper eines Kindes (für Nichtpädokriminelle) -was sicherlich auch mit der fortschreitenden Digitalisierung zu tun hat, und der Leichtigkeit mit der solche Täter an Fotos kommen können.

  4. Larissa schreibt am :

    Ich kann mich nicht drann erinnern in meiner Kindergartenzeit nackt gewesen zu sein .
    Ich finde das Video ,mit all den Nackten Kindern ,gar nicht gut .
    Im dem Video berichtete man ja auch noch andere Gegebenheiten von den Jungen .
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/gerhard-wisnewski/-erschreckende-sexuelle-akte-kaufte-spd-mann-edathy-besonders-harte-kinderpornos-.html;jsessionid=1602EB1F04DEB53963463A2C94B1F6E6
    Weiter runter scrollen da kann man sich das Video ansehen .
    Jetzt kann sich das jeder Ansehen 🙁

    Mein Täter ,fand es toll ,mich nackt ansehen zu können , doch ich mochte das gar nicht .
    Der jedoch sagte , das ich mich nicht so anstellen solle und er mir doch nichts weggucken würde .
    Grüße
    Larissa

  5. Tine schreibt am :

    Ich wurde bereits als kleines Kind sexuell missbraucht und habe trotzdem sehr gute Erinnerungen an meine Kindheit und meine Gefühle, wenn ich nackt war. Zum Glück war Nacktheit von Kindern nicht sehr verbreitet, und innerfamiliär wollte keiner von mir, dass ich nackt herumspringen würde. Jedoch taten es die Nachbarskinder hin und wieder, und da lief ich auch einmal – allein – nackt durch den Garten und fühlte mich entsetzlich!!

    Was ich hingegen als absolut diskriminierend erlebte war, dass Mädchen in der Hitze einen Badeanzug oder Bikinioberteile anzuziehen hatten und verstand nicht, dass die anderen Mädchen dagegen nicht rebellierten. Als ich sieben Jahre alt war, begann sich mein Körper leider vorzeitig zu entwickeln einschließlich Brustansatz, und ab diesem Zeitpunkt war dann „oben ohne“ genauso schrecklich für mich wie ohne Badehose.

    Nun, es ist schwierig, von sich auf andere zu schließen, aber es ist auch nicht vorstellbar, dass ich das einzige sexuell missbrauchte Mädchen, war für das es ein Problem darstellte, dass andere Kinder hin und wieder nackt waren und sie sich dagegen abgrenzen musste. Die sich entblößt fühlte und Angst um ihre weibliche Körperöffnung hatte.

    Zudem kann ich mich gut daran erinnern, dass auch andere Mädchen z.B. vor männlichen Gaffern im Freibad gewarnt wurden – dort galt Textilpflicht auch für Kinder -, dass sie sich auf keinen Fall mit solchen Männern einlassen sollten. Ohne Badehosen wäre das sicherlich noch schlimmer gewesen….

    Nun, ich halte Nacktheit von Kindern in der Öffentlichkeit schlichtweg für eine Zumutung für sexuell missbrauchte Kinder und für gefährlich und finde deshalb den taz-Artikel äußerst ignorant. Er verteidigt zum millionsten Mal die ach so freien „Werte“ der 68-er Generation, sprich eine aufgeblasene kindliche Sexualität, die es so gar nicht gibt und ja bekanntlich nicht dem Schutz der Kinder dient.

  6. Eva schreibt am :

    Man stelle sich zudem die Irritation von ErzieherInnen und PädagogInnen vor, wie sie im Ferienlager oder beim Sommerfest hilflos mit der Kamera in der Hand dastehen: Was darf ich noch fotografieren?

    Das ist ganz einfach, keine Kinder / Jugendliche nackt fotografieren ! Angezogene Kinder ja.

  7. Anna M. schreibt am :

    zum OT:
    Diese Handreichungen für Lehrer sind hochproblematisch, insbesondere der Fragebogen M7a (Seite 20), der sehr manipulativ ist.
    Anwenden werden jedoch diese Handreichungen vermutlich sowieso nur schwule und lesbische LehrerInnen. Die anderen werden die Manipulation hoffentlich durchschauen.
    Mit dem Begriff „entartet“ würde ich sehr vosichtig umgehen, der ist durch den Nationalsozialismus vorbelastet.

  8. Gina schreibt am :

    Was müssen Eltern & Betreuer immer mit der Kamera daherkommen? Kinder haben es übrigens nicht sehr gern, wenn von ihnen Nacktfotos als Babys oder Kleinkinder im Familien- & Bekanntenkreis herumgezeigt werden. Sie haben ebenso wie Erwachsene Recht auf Privatheit, & wenn das noch nicht möglich ist, weil sie noch Hilfe brauchen, braucht nicht gleich alles abgelichtet zu werden. Ich als Erwachsene habe auf jeden Fall am Nacktstrand keine Fotos von meinen Freunden gemacht noch von mir selbst machen lassen. Wir haben es einfach genossen, ohne nasse Badesachen im Sand zu liegen & nahtlos braun zu sein. Gleiches Recht für Kinder. Ich weiß gar nicht, was Erwachsene inkl. Eltern & Betreuer so scharf auf nackte Kinder sind. Kann man die Unbedarftheit der Kinder nicht einfach geschehen lassen, ohne sie dingfest machen zu müssen?

  9. Eva schreibt am :

    @ Gina

    „Ich weiß gar nicht, was Erwachsene inkl. Eltern & Betreuer so scharf auf nackte Kinder sind.“

    Kranke kriminelle Männer sind das, was aber viele nicht wahrhaben wollen, da es noch nicht strafbar ist.

    Das ist genau so krank und kriminell wie Gottesmänner, die sexuellen Mißbrauch betrieben haben.

  10. Gina schreibt am :

    An Larissa vom 19.2.

    Ja, das sind die Worte der Täter, man solle sich nicht so anstellen, sie würden nichts weggucken. Banalisieren, Einschüchtern & Verunsichern ist deren BEWÄHRTE Taktik. Perversos ziehen alle Register, um an ihr Ziel zu gelangen. Sexuelle Übergriffe haben eine lange TRADITION, & diese wird SORGFÄLTIG GESPLEGT.

  11. Ssskia schreibt am :

    ……allgemeine Kindheitserfahrungen,
    kinder merken und spüren sehr wohl ,wenn etwas nicht normal ist und ihnen etwas nicht geheuer vorkommt,
    ich kann nur für mich sprechen,ich war ein sehr hübsches kind…wollte aber nie im Mittelpunkt stehen,nach den Wünschen der kinder wurde oftmals nicht gefragt,kinder sind keine Puppen,sexuell wurde ich nie missbraucht—-und trotzdem wollte ich nicht oftmals“ vorgeführt “ WERDEN werden….wollte einfach nur Kind sein

  12. Kirsten schreibt am :

    Wenn Nacktfotos im Kindergarten gemacht werden und hinterher aushängen, ist das schlicht weg grenzüberschreitend. Kinder in dem Alter können sich nicht wehren und würden es auch nicht tun, weil die Vertrauensperson in dem Fall die Kindergärtnerin ist, zu der sie eine Bindung haben. Wenn aber hier die Erzieher und auch die Eltern das schön und nicht hinterfragenswert finden, dann unterstützen sie Täter in ihrem Tun.Pädophile haben hier ein leichten Zugang. Und ich frage mich seit langem wie es sein kann, dass Eltern hier scheinbar so tolerant sind, oder vielleicht auch gar nicht wissen wollen?

  13. Beate schreibt am :

    Es ist sehr nachvollziehbar, dass es für viele Betroffene schwierig ist, mit der Nacktheit von Kindern umzugehen, da diese Flashbacks auslösen kann, oder die Angst, dass Täter so auf das Kind aufmerksam werden, oder sich selbst als betroffenes Kind ungeschützt zu fühlen. So sehr ich das auch aus eigener Erfahrung nachvollziehen kann, so sehr weiß ich aber auch, dass ich nicht von meiner Erfahrung als Betroffene auf alle anderen schließen darf. Auch viele Leute die keine sexuelle Gewalt im Sinn haben, haben kein Problem mit nicht angezogenen Kindern. Ich habe ein Problem damit, wenn man Leuten, die ein entspanntes Verhältnis zu ihrem Körper haben hier grundsätzlich etwas unterstellt. Ich glaube nicht, dass Erzieher und andere Pädagogen immer etwas mit sexualisierter Gewalt am Hut haben, nur weil da Mal Bilder entstanden von Kindern, die nichts anhatten. Es gibt Menschen, die einfach nur Kinder fotografieren, ohne Hintergedanken oder ohne in Angst zu sein. Menschen, deren Vertrauen nicht durch Taten gebrochen wurde. Hier ist es sehr wichtig zu differenzieren und nicht Menschen generell unter Verdacht zu stellen! Ich wäre aber sehr dafür den Handel mit Kinderfotos unter Strafe zu stellen, ausserdem frage ich mich schon lange, was Kinderfotos im Netz zu suchen haben, denn das ist definitiv kein Ort für Kinder! Ich glaube mehr kann man in dieser Hinsicht nicht tun. Sehr wichtig wäre generell mehr Ermittler einzustellen(Cem Özdemir wollte gestern bei „Illner“ auf seine Fahnen schreiben, dass man mehr Ermittler einstellen sollte- vergas dabei allerdings zu erwähnen dass in rot-grün Ba-Wü zur Zeit dank deren Regierung das Personal bei der Polizei im Gegenteil, ausgesdünnt wurde!! Abgesehen Mal von deren eigener, noch nicht einmal fassadenhaft aufgearbeiteter „Geschichte“….), das Internetstrafrecht zu erweitern, andere Gesetze wie Anzeigepflicht und Verjährungsfristen, und mehr klare Konsequenz vor Gericht!

  14. Gina schreibt am :

    An Eva

    Spätestens seit dem Beitrag „Mama, du quälst mich“ wissen wir, dass Männer UND Frauen Täter sind. Bei sexueller Gewalt gibt es „Gleichberechtigung“. Sexuelle Gewalt gegen Kinder ist kultur- & länderübergreifend, wird von Jung & Alt begangen. Da herrscht der Eine-Welt-Zustand.

    Nur beim Opferschutz sieht das ganz anders aus, nicht zuletzt weil zu oft vorgegeben wird zu helfen, um in Wahrheit die Opfer mundtot zu machen.

  15. Gina schreibt am :

    Eltern sollten mal von der alten Familientradition ablassen, Kinder nackt zu fotografieren. Kinder sind von den Eltern abhängig & können diese schlecht fassbare Sonderbarkeit nicht kritisieren.

    Also Mütter & Väter der Nation, lasst das Smartphone in der Tasche! Dann sind wir wohl einen Schritt weiter.

  16. Larissa schreibt am :

    Danke Gina
    Für deinen Post .Ich könnte dazu noch mehr sagen ,doch so öffentlich ist das für mich nichts . Ich will ja auch keine Tipps den zukünftigen Tätern geben …..und hat auch noch einen anderen Grund .

    Ich finde es soll verboten werden , Kinderbilder gar Videos an anderen Leuten weiterzureichen gar zu verkaufen .
    Ich wieß nicht ,was man so schön an ganz Nackten Kindern finden soll .

    LG
    Larissa

  17. Gina schreibt am :

    An Tine

    Ich stimme dir zu, dass bezüglich der „68er Generation“ einiges gehörig in die falsche Richtung gelaufen ist. Das Musical „Hair“ hat mich damals sehr gelangweilt, deshalb habe ich es mir jetzt noch einmal bewusster angesehen, & es hat mich wieder gelangweilt. Außerdem dachte ich, ich höre nicht richtig, als in einem Song (Szene Pferde) der Begriff Pädophilie in einer Aufzählung von Dingen vorkam, die man befürwortet.

    Kinder sollten grundsätzlich mit Ideologie nicht belämmert werden. Alice Miller sagt z.B. zu der antiautoritären Erziehung à la Summerhill, dass man auch damit nicht auf die Kinder eingeht, sondern ihnen wieder ein Wunschbild der Erwachsenen aufoktroyiert.

    Kinder haben eine eigene Welt. Das Beste, was wir machen können, ist, diese zu RESPEKTIEREN.

  18. Gina schreibt am :

    An Saskia

    Ja, Kinder merken & spüren alles & sie verstehen, was vor sich geht; aber sie haben noch nicht die Möglichkeit dieses in Worte zu fassen. & da haken die Erwachsenen ein. Schon vierjährige Kinder können eine Situation in ihrer ganzen Komplexität erfassen, dass wissen wir aus unseren eigenen Erinnerungen & auch aus den Erzählungen anderer.

    Dann gibt es solche Leute, die diese Intelligenz & Sensibilität Raffiniertheit nennen.

  19. Gina schreibt am :

    An Saskia

    Ja, Kinder merken & spüren alles & sie verstehen, was vor sich geht; aber sie haben noch nicht die Möglichkeit dieses in Worte zu fassen. & da haken die Erwachsenen ein. Schon vierjährige Kinder können eine Situation in ihrer ganzen Komplexität erfassen; das wissen wir aus unseren eigenen Erinnerungen & auch aus den Erzählungen anderer.

    Dann gibt es solche Leute, die diese Intelligenz & Sensibilität Raffiniertheit nennen.

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