Kinderporno-Verdacht: Katholischer Verbandschef tritt zurück

06.03.2014: SPIEGEL ONLINE

Die katholische Kirche hat offenbar ihren nächsten großen Skandal: Nach Ermittlungen wegen des Besitzes von Kinderpornografie gibt Georg Hupfauer, der Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, sein Amt auf. Er räumte bereits ein, entsprechende Internetseiten besucht zu haben. Weiter lesen…


10 Kommentare

  1. Prospero schreibt am :

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie hier als Katholikenapologetin unterwegs sind, Eva – denn was haben die sehr guten Gedanken von Thomas Fischer mit dem Fall Georg Hupfauer zu tun?

    Wie wird diesmal auf den aktuellen Fall des Ex-KAB-Vorsitzenden Georg Hupfauer in der Öffentlichkeit (und hier) reagiert?
    – schließlich kommen da eine Reihe von Tätigkeiten noch im ZDK, Gemeinsame Konferenz (DBK/ZDK), Bundesvorsitzender ACA usw.,ExDiözesankirchensteuerrat im Bistum Aachen nebst Aktivitäten als Referent für CDU/CSU hinzu. (https://veranstaltungen.cducsu.de/referenten/georg-hupfauer)

    Aktueller Bezug auch zum BKA-Fall (…seit März 2013 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornographie anhängig.)

    „….Die Kinderporno-Ermittlungen verschwieg Hupfauer jedoch dem KAB-Gremium : „Ich hatte geglaubt, dass die Staatsanwaltschaft die Sache mit einem Strafbefehl auf sich beruhen lässt…“
    Hat diesmal wohl nicht geklappt…

    Stellungnahme der KAB – Johannes Stein äußert die Hoffnung, dass die Verbandsmitglieder „unterscheiden werden – zwischen den Ermittlungen gegen eine Privatperson und dem sozialpolitischen Auftrag der KAB.“

    Gilt das auch für Parteimitglieder
    (wir hatten ja bislang Grüne, FDP + SPD…)
    immerhin ist Herr Hupfauer CDU-Mitglied.

    Es ist an der Zeit, endlich eine „Unabhängige Untersuchungskommission für sexuellen Kindesmissbrauch“ (Rörig) einzusetzen – sie ist nämlich Bestandteil des derzeitigen Koalitionsvertrages.

  2. Gertrud Tammena schreibt am :

    Die Flusspiraten des Mississippi / The Evil is all and everywhere.. dies widerlegt leider deutlich die Fehlannahme der Bindung von Menschen, die sich an Kindern aktiv oder passiv/vouyeristisch vergreifen, an bestimmte Parteien (der unsägliche pauschalisierende und Slogan „wer … wählt, wählt pädophil“ war einseitig manipulativ mit Folgen für den Wahlausgang). Es ruft dazu auf, daß Betroffene sich überall einbringen, um denen entgegenzutreten, die Strukturen übel ausnutzen; allerdings, der angedachte Sonderweg einer eigenen Partei gegen Sexuelle Gewalt würde nur den Tätern nützen und die politische Macht der Betroffenen klein und von den etablierten Parteien fernhalten statt sich dort laut einzubringen. Bis 2010 hat man allzuoft Betroffenen mit ihren Belangen all zu leicht abgedrängt und überhört, heute aber wird man sie nicht mehr übergehen können. DAS sollte Mut machen.

  3. Beate schreibt am :

    Der Begriff „Kinderpornographie“ wirkt verschleiernd. Es geht hier nicht um „Pornographie“, sondern um abgebildete sexualisierte Gewalt gegen Kinder. Es werden Leid und Qual mit mitunter lebenslangen schweren Folgen „konsumiert“. Was müssen das für kaputte Menschen ohne jedes Gefühl sein? Solche Bilder anzuschauen, wie geht das? Was für ein Mensch ist man, wenn man das tut? Wenn die Verharmlosung so weitergeht, Hupfbauer sich- wie im Spiegelartikel- rühmt nun so bekannt zu werden wie Edathy, und die Pädokriminellenbewegungen überall versuchen den Fuß in die Tür zu kriegen, wird sexualisierte Gewalt an Kindern bald eine „Spielart“, eine Orientierung, sein! Schon jetzt liest man genug Artikel von Menschen, die wirklich glauben, dass der Stein der Weisen bezüglich Pädokrimineller, z.B. in Form von Therapien, oder dem angeblichen Wissen, dass „es“ angeboren ist, gefunden wurde….
    Es geht um die Kinder und Jugendlichen, und Täter sind in allen Schichten, Religionen, etc… zu finden. Es müssen sich Leute mit Mumm, Herz und Verstand und viel Erfahrung an die Aufklärung machen. Rörig hat es sicher gut gemeint, und auch die X-Kampagnen sind gut gemeint, aber helfen wirklich nicht weiter. Wir haben es hier mit höchst KRIMINELLEN zu tun, hier nutzen ein paar verstaubende Flyer eines Beauftragten, ein paar nett dekorierte Tische hier und ein paar Tische da, nichts! Von vorne anfangen!

  4. Gertrud Tammena schreibt am :

    Nein, weitermachen: enttabuisieren, anklagen, outen, überall, wo es passiert (ist), und Schutz, Prävention und Wiedergutmachung einfordern mit sehr langem Atem. Und miteinander gut umgehen, denn jedes Pseudonym trägt wohl sein/ihr Päckchen und die sich dazu stellen, sich dafür offiziell engagieren halten ihr Ansehen hin.
    Warum z.B. wird die laufende online-petition gegen Verjährung nicht stärker befördert? Sie verdeutlicht so mutig und überzeugend soviel bitteres Leiden aus allen Schichten, Bevölkerungsgruppen und sozialen Strukturen, aber sie dümpelt bei 2890 Stimmen…

  5. Hamlet schreibt am :

    @prospero: Mein Kommentar zu den „sehr guten“ Gedanken des Bundesrichters Thomas Fischer:

    Weltuntergangsgesänge eines Herrn Bundesrichters

    Vollmundig schreibt uns hier Herr Fischer mit würzigen Vergleichen das Ende der Aufklärung herbei. Untergang der zivilen und bürgerverfassten Staatsordnung droht. Oh-la-la! Als Schreckgespenster dienen ihm Waffenexporteure, Nordkorea und das Naziregime. Zugleich führt er ganz richtig aus, dass die Staatsanwaltschaft gehalten ist, sowohl gegen aber eben auch für! den einer Tat Verdächtigen zu ermitteln. Nur bei Herrn Fischer wird das zur Schwurbeljuristerei, spätestens ab seinem „Viertens“.

    Weil unsere Gesellschaft sowieso korrupt ist, steht es uns auch nicht mehr zu, überhaupt irgendwelche Interessen oder Ideale zu verteidigen, weil wir junge, abgemagerte Frauen in Modezeitschriften goutieren, was sollen wir da noch gegen die ökonomische Ausbeutung als Wichsvorlagen ohne Einwilligung der Betroffenen haben, selbst wenn diese erst 5, 8 oder 10 sind?
    Natürlich ist der Fall Edathy eine Katastrophe, gerade in Hinsicht auf die Garantien eines Rechtsstaates, aber doch nicht, weil gegen oder für Herrn Edathy ermittelt wird, sondern weil eine geschwätzige Bande von Politikern, Kriminalpolizisten und Juristen in diesem Fall meinten ihr Süppchen kochen zu müssen. Dazu kommt jetzt noch Herr Fischer als Bundesrichter an den Stammtisch, prima.
    Mal Hand auf’s Herz, Herr Fischer: Wo so ziemlich alle sexuell „abweichenden“ Spielarten kaum Problem sind, warum drohen Sie durch die Blume damit? Hier geht’s nicht um ein allg. Zurückschrauben, sondern um ein Stop bezgl. Kindern!

    http://www.zeit.de/2014/10/staatsanwaltschaft-fall-edathy?commentstart=75#cid-3436089

  6. Beate schreibt am :

    Die Partei der Grünen hatte sich denkbar manipulativ, vertuschend und negierend verhalten- DAS hat der Partei massivst geschadet! Dass z.B. Herr Beck immer noch eine verantwortungsvolle Position inne hat, Herr Ströbele und Co, immer noch diversen innerfamiliären Inzest- Ideen nachgehen, etc pp, ist einfach unerträglich! Das ist überhaupt gar nichts geschehen ausser Fassadenarbeiten- siehe Göring Eckart und Co! Aufarbeitung muss ehrlich sein, und konsequent! Diese Partei hat definitiv nicht von vorne angefangen! Allerdings ist eine wirkliche Aufarbeitung auch woanders nicht zu sehen- und die Reaktionen auf Edathy, der Fall des Herrn Hupfauer, etc.. sprechen für sich! Parteiübergreifend muss ebenso wie gesellschaftlich erlernt werden, um was es hier geht, und warum man an die Wurzeln gehen muss!

  7. Rüdiger Kreissl schreibt am :

    So langsam sollte man für sich klar haben, dass die Gesellschaft mit der Pädophilie lebt. Sie hat sogar die Macht den Schutz von Kindern zu verhindern.
    Die meisten von ihnen sind selbst Opfer von sexueller Gewalt geworden und weil sie glauben ihrer in der Kindheit erlittenen Hilflosigkeit begegnen zu müssen, werden sie zu Tätern an Kindern und weiden sich an deren Hilflosigkeit und Angst.
    Diesen „Menschen“ ist nichts heilig, sie gelangen in höchste Ämter und schafften es sogar, dass ihre „Sehnsucht“ zum Kind als eine „heilbare Erkrankung“ anerkannt wurde. Wir finden sie überall dort wo wir sie am wenigsten vermuten, selbst bei Organisationen zum Wohle des Kindes.
    Wie zerbricht man dieses Netzwerk, wo in unserer Gesellschaft während all der Diskussionen weiter Kinder zu Opfern werden? Es fehlt vor allen Dingen an klaren Bekenntnissen der Entscheidungsträger und der mangelnden Bereitschaft dieser strukturierten Verbrechen mit Gesetzen zu begegnen.
    So leben die Opfer die sich nicht zum Täter entwickelten, die in sich erstarrt dem Treiben unser Gesellschaft beiwohnen, auch noch mit dem Vorwurf, dass man doch trotz aller schrecklichen Kindheitserlebnisse, seinen Platz im Leben finden müsste. Man solle sich doch nicht so anstellen und endlich vergessen, ist das was man in der Gesellschaft erfährt.
    Wir müssen uns nicht für unsere Weichheit, Traurigkeit und Angst schämen, denn nur sie schützt uns vor der Kälte und der damit verbundenen Tat. Doch die anderen sind viel mehr sonst gebe es eine gesellschaftliche Entrüstung, die zu den zwingend notwendigen Gesetzen führte. Deshalb ist ein jeder der zu diesem Thema schweigt und diese Umstände damit duldet auch ein Täter!
    Das Schweigen der Masse bestimmt die Angst meines Tages.

  8. Kirsten schreibt am :

    Die Masse hat nur so viel Macht und Einfluß, wie die Mehrheit der Bevölkerung es zulässt und duldet. Das was inzwischen wirklich beängstigend ist, ist das fehlende Unrechtsbewußtsein, das fehlende Aufbegehren gegen unhaltbare Strukturen.
    Ich kann dem Artikel von Rüdiger K. nur zustimmen und hoffe, dass alle Betroffenen sich stark machen und immer wieder das ihnen zustehende Recht einfordern.

  9. hildegard schreibt am :

    Genau, Kirsten – was inzwischen wirklich beängstigend ist, ist das fehlende Unrechtsbewußtsein, das fehlende Aufbegehren gegen unhaltbare Strukturen. Gestern erschien ein Buch “Unheiliger Berg” …

    Der starke Mann auf dem “Heiligen Berg”, P. Stüper, SJ durfte 40 Jahre Kinder demütigen, während er genau wusste, was ihm zustand: Geld, Kunstwerke und Jungen.
    “Die Frauen fanden den toll, und die Männer dachten, es wäre cool, wenn sie auch ein bisschen so wären.”, so ein Ex-Schüler über den Jesuiten …
    Hört selbst nach in http://www.wdr5.de/sendungen/neugiergenuegt/aloisiuskolleg138.html

    Der Verbündete P. Schneider, SJ schweigt.
    Der Jesuitenorden befördert ihn nach Göttingen.
    “Unheiliger Berg” – das Buch der Journalistin Ebba Hagenberg-Miliu erschien gestern.

    Jorge Bergoglio, SJ – Papst der römisch-katholischen Kirche, Franziskus – was denken Sie über diesen ansteckenden Ungeist, über diese Machtprotze, über das fortgesetzte Schädigen mit Schweigen und Vertuschen durch Ordensbrüder?

    “Empört Euch! Beschwert Euch! Wehrt Euch!” (Konstantin Wecker)

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