Kirchliche Aufarbeitung: Ein Narr ist, wer daran glaubt

23.03.2014: netzwerkB Pressemitteilung

Die Deutsche Bischofskonferenz startet am 24. März 2014 das II. Forschungsprojekt zum Thema „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen“

Hierzu erklärt Norbert Denef im Namen des Netzwerks Betroffener von sexualisierter Gewalt, kurz netzwerkB, (www.netzwerkb.org), der Öffentlichkeit wie folgt:

„Das I. Forschungsprojekt, mit angeblich unabhängigen Experten, welches im Juni 2011 bundesweit angekündigt worden war, ist im Januar 2013 gescheitert (s. netzwerkB Pressemitteilung „Kirchliche Aufarbeitung gescheitert„).

So lange die Opfer von der katholischen Kirche mit 5.000 Euro abgespeist werden und nicht angemessen entschädigt, ist das neue Forschungsprojekt auch nichts weiter als nur „eine große Aktion für die Presse“.

Die verantwortlichen Täterschützer der katholischen Kirche werden nach wie vor nicht zur Rechenschaft gezogen. In der Regel werden sie durch die bestehenden Verjährungsfristen von Kirche und Staat geschützt. An dieser Situation sollte die Kirche etwas ändern. Erst dann wird sie glaubwürdig. Alles andere ist „Lügentheater“.

Ein Narr ist, wer daran glaubt, dass nach vier Jahren Akten-Aufräumzeit wissenschaftliche Forschungsarbeit noch möglich sei.“

Weiterführende Quellen:
86% der Deutschen für Aufhebung von Verjährungsfristen
Kirchliche Aufarbeitung gescheitert
Heiliger Vater, helfen Sie den Opfern!

Für Rückfragen:
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: +49 (0)4503 892782 oder +49 (0)163 1625091
presse [at] netzwerkb.org
www.netzwerkB.org

 

12 Kommentare

  1. Prospero schreibt am :

    Zustimmung!

    Hier wird noch was klarer.gesagt von Bischof Ackermann:
    „…Zunächst geht es erst einmal noch mal darum, verlässliches Zahlenmaterial zu bekommen. Worüber reden wir denn. Es gibt ja Grenzverletzungen, die aber nicht gleichzusetzen sind mit Pädophilie. Und wir haben ja auch schon negative Erfahrungen gemacht, wenn Bistümer oder Ordensgemeinschaften Zahlen nennen und das wirklich in aller Offenheit tun, dass sie dann falsch interpretiert werden. Also es geht wirklich darum, zu sagen: Worüber sprechen wir, dass das wirklich auch vergleichbar und belastbar ist.“
    http://www.deutschlandradiokultur.de/sexueller-missbrauch-mehr-licht-ins-dunkel.1046.de.html?dram:article_id=280911

    Und deshalb muss die neue Untersuchung u.a. sowohl Leygraf- als auch JohnJayCollege-Ergebnisse bestätigen – siehe Projektausschreibung….

  2. Veronika schreibt am :

    Volle Zustimmung, Herr Denef!
    Scheinbar geht das Spiel mit Papst Franziskus nicht auf. Schöne Worte für die Armen finden, wird ja durchaus erwartet. Taten aber habe ich bislang nicht gesehen. Keine Spende vom Vatikan für die Lampedusa-Flüchtlinge, ausser natürlich dass sich dort die Caritas – mit Hilfe von Spenden und EU-Fördermitteln, nicht aber Kirchengeld – kümmert.
    ————–
    Man will die Missbrauchsopfer nicht anerkennen, obwohl die RKK alle pädofilen Geistlichen und sonstigen MitarbeiterInnen kennt. Man möchte – gerne unter kath.net immer wieder mal mitlesen – eine Rückkehr der Leute zum Glauben, zum Glauben an die RKK, damit diese noch mehr in Deutschland das Sagen hat, und künftig überhaupt nichts mehr geklärt werden muss.

  3. Veronika schreibt am :

    @Camilla: Scheint eine Privatinitiative zu sein. Jedenfalls ist nicht so ganz ersichtlich, welche wirklich relevanten Gerichte oder Institutionen dieser Prediger angeschrieben haben will. Er bezeichnet sich – wenn ich dies richtig gelesen habe – selbst als Organisation, die hier etwas bewirken könnte.

  4. Veronika schreibt am :

    Man swollte jetzt unbedingt darauf hinweisen, dass die RKK diese weitere Forschung anbieten muss, denn ansonsten müsste von staatlicher Seite etwas zur Klärung unternommen werden. So aber kann man die Abgeordneten und die Leute vertrösten, weiterhin kirchliche Kinderheime, -horte, Internate usf. betreiben, und dafür staatliche Fördergelder einstreichen. Würde sich in zwanzig Jahren dann wieder einmal herausstellen, dass sich Pädofile eingeschlichen hatten, würde man es wieder auf andere schieben, bzw. wieder einmal forschen lassen. Alles Humburg und alles Täuschung, was diese nur noch auf Mission und Neuevangelisierung ausgerichtete RKK hier macht. Die haben nur Angst vor Machtverlust.

  5. Prospero schreibt am :

    KEINE ORDEN
    Auf der Pressekonferenz gerade zum Forschungsprojekt wurden meine Befürchtungen bestätigt:

    „Die Aktenanalyse der Ordensgemeinschaften überschreitet unsere Kompetenz“

    – berücksichtigt werden also nur die wenigen Forschungsberichte der wenigen Orden zu Internaten , aber keine Personalakten (und damit auch keine STrafakten)

    Damit ist der eingeschränkte Forschungsumfang klar erkennbar.

    Pfui! Denn wieder werden Heimkinder im Regen stehen gelassen! Ebenso wie Psychiatrieopfer u.a.
    ——————-
    Zitate aus der Erinnerung aus dritter Hand!:
    „Wir gehen nicht davon aus, dass es lückenlose Aktenbestände gibt. “
    Wir müssen und erst einmal anschauen, welche Akten es überhaupt noch gibt.“
    „Wir werden dieses Projekt VÖLLIG unabhängig durchführen…“
    „Wir gehen nicht davon aus, dass es lückenlose Aktenbestände gibt.

    „Man wird den sexuellen Missbrauch in der Kirche nicht in Zahlen erklären können. Wir werden nicht sagen: „so und soviele Fälle hat es gegeben“ …

    „Strafakten-Analyse“ – Die Gerichte sollen angeschrieben werden, um herauszufinden, ob Straftaten vorlagen

    Fokus auf die Täter gelegt: „Wie sie das Leben nach der Tat bewältigt haben….“
    „Man will die Tat verstehen – aus der Sicht des Täters.“
    „Welche Beziehung bestand zwischen Opfer und Täter – welche Rolle spielte diese Beziehung bei der Tat?“

    1oo Opfer befragen, 70 Täter.
    Kritische Frage eines Journalisten: Wie wollen sie 70 Täter zusammenbekommen?
    Antwort: „Kontext Holocaust – Wenn Menschen in ein bestimmtes Alter kommen, sind sie froh, darüber reden zu können“

    „70 Befragungen sind bereits schon eine sehr große Stichprobe. Kann natürlich sein, dass diejenigen, die eine besonders schwere Tat begangen haben, nicht erfasst werden. „Bestimmte Taten werden wir nicht repräsentiert bekommen können.“

    Wie hoch ist das Budget?“ – „Unter 1 Million“ Niederlande: Deetman kostete 2,29 MIO €

  6. Gertrud Tammena schreibt am :

    Eine gleiche Gesamtaufarbeitung müsste auch genauso umfassend bei der EKD erfolgen, aber auch da sind viele Akten schon längst nicht mehr da….

  7. Prospero schreibt am :

    @Tammena
    Stimme Ihnen zu.

    Aber sind Sie sich bei den fehlenden Akten ganz sicher?

    1.Dauernd aufzubewahren sind:
    „Disziplinarakten (sofern die Vorkommnisse von erheblicher Bedeutung für die berufliche Laufbahn des Betroffenen sind oder das Leben der Kichengemeinde [usw.] beeinflusst haben)“
    usw.
    http://www.kirchenrecht-ekd.de/showdocument/id/3432#s8.800015

  8. Gertrud Tammena schreibt am :

    @prospero: das ist doch deeeehnbar – was heißt denn „erheblich“ – was heißt „beeinflußt“ – wie offen ist der Umgang damit – wie leicht ist die Auskunft, da fände sich wohl nichts etc. – ein Laie ist da schnell abgewimmelt und entmutigt bzw.“beruhigt“, abgetröstet – darum eben: Unabhängige Kommission für a l l e zu hinterfragenden Institutionen und Organisationen, nicht nur die Staatskirchen

  9. Das nun erneut wachsende „wissenschaftliche Feigenblatt“ einer angeblichen Untersuchung der Missbrauchsfälle deckt weiter alles zu…. Das Geld sollte die Kirche lieber in die Opfer investieren. Doch sie wollen sich lediglich als Aufbereiter ihrer eigenen Straftaten und Sünden Profilieren. Das wäre so, als würde man Kot analysieren um den Gestank zu vertreiben.

    Norbert Denef, Manuel Nordus und ich dagegen decken in der Satire „PAPST EDUARD!“ lieber weiter auf. Das Buch finden Sie als kostenlose PDF in dem obigen Link! (KEIN KINDERBUCH!) Es ist übrigens auch bei Papst Tuschfinger in Rom gelandet….

  10. stephan may schreibt am :

    In den letzten Wochen habe ich den Eindruck gewonnen das die Katholisch. Kirche ehr den sexuellem Missbrauch verstaerkt verharmlost .

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