Kirchliche Aufarbeitung: „Nichts weiter als nur Theater“

24.03.2014: ZDF heute

Die Deutsche Bischofskonferenz startete am 24. März 2014 das II. Forschungsprojekt zum Thema “Sexueller Missbrauch an Minderjährigen”.

Das I. Forschungsprojekt, welches im Juni 2011 bundesweit angekündigt worden war, ist im Januar 2013 gescheitert.

Norbert Denef
Opferverband „netzwerkB“:

„Wir haben Recht behalten, dass die Studie 2013 gescheitert ist und wir sagen jetzt wieder: Ein neue Studie ist nicht möglich – die Aktenarchiv Lager sind doch gesäubert. Daran zu glauben, das jetzt irgendwo, noch irgendwas zu finden wäre, das ist nichts weiter als nur Theater.“


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Kirchliche Aufarbeitung: Ein Narr ist, wer daran glaubt 

 

8 Kommentare

  1. Prospero schreibt am :

    STimme Dir zu, Norbert – großes Theater

    Was mir zu den „fehlenden Akten“ noch auffiel: es existieren doch bei den Diözesen die 1380 bewilligten Anträge auf „Leidanerkennungszahlungen“ mit genauen Täter-/ Tatortangaben.
    Warum werden die eigentlich nicht in die Untersuchung mit einbezogen?

    Die wurden doch auch gegengeprüft und für glaubwürdig gehalten, sonst wären die Anträge nicht bewilligt worden…

  2. Veronika schreibt am :

    Ich bin ja der Meinung, dass da überhaupt keinerlei Akten vernichtet wurden, bzw. gerade bei den gravierensten Fällen die Akten immer noch aufbewahrt werden, denn in kath. Kreisen – weiss ich von einem Bekannten – lässt sich auch gut Karriere machen, wenn man „etwas in der Hand hat“. Ist halt wie in fast allen Kreisen, in denen man glaubt „exklusiv“ zu sein. Nur einen Staatsanwalt zu finden, der hier genügend Mut beweist, das ist das Problem.

  3. Prospero schreibt am :

    Vielleicht findet sich ja im Lande Niedersachsen so ein Staatsanwalt? :))

    Aber um Akten wirklich zu schützen, kann man sich doch das damalige Vorgehen der amerikanischen Bischöfe nachahmen und dementsprechend die Apostolische Nuntiatur in Berlin als „Endlagerstätte“ auswählen.

  4. Prospero schreibt am :

    Kann man einen Meilenstein auch zum Mühlstein machen et vice versa?

    „Bedeutender Meilenstein“…..Die Zustimmung für das interdisziplinäre Projekt, das die katholischen Bischöfe zur Erforschung sexuellen Missbrauchs in der Kirche in Auftrag gegeben haben, ist groß. Vertreter aus Politik und Kirche begrüßen die Anerkennung der Opfer und die Signalwirkung für die Bundespolitik….“(katholisch.de)

  5. Klerus schreibt am :

    Fragen wir doch einfach Herrn Bracke, was wir davon zu halten haben!?

  6. Klerus schreibt am :

    Keine Zensur doch!?

  7. hildegard schreibt am :

    … „klagesicher im bischöflichen Geheimarchiv“ wird alles bleiben – nachzuhören im Interview mit dem Kirchenrechtler Norbert Lüdecke http://www.wdr5.de/sendungen/diesseitsvoneden/sendeterminseiten/sendeterminseite740.html Wird beim zweiten Mal alles besser? Neue Untersuchung zum Missbrauch in der katholischen Kirche. (1. Beitrag der Sendung)
    Das Experten-Team hat weder Erfahrung im Umgang mit sexueller Gewalt noch mit Kirche. Ackermann sprach wohlweislich nicht von ‚Archiv‘. Das neue Forschungsprojekt muss also nicht erst scheitern – es kann schon jetzt abgebrochen werden.
    „Das Muster“ – das alt-bekannte! – beschreibt Lüdecke ausführlich (mit vielen Fußnoten) in der 25-seitigen PDF http://www.zerg.uni-bonn.de/veranstaltungen/zerg-aktuell/sexueller-missbrauch-von-kindern-und-jugendlichen-durch-priester.-statement-aus-kirchenrechtlicher-sicht-fussnoten
    … hier zu ‚Tornado von Boston‘, Zitat „… Journalisten und Anwälte18, nicht die Kirche, brachten ein schockierendes Muster ans Tageslicht19: Bischöfe hatten die von Jesus angekündigten Wölfe im Schafspelz erwartet. Sie kamen aber in Hirtenkleidern. Als sie erkannt wurden, vertrieben die Bischöfe sie nicht. Sie schützten die Wölfe und verschafften ihnen Zugang zu neuen Weiden …
    Berichtet wird, wie Bischöfe entweder selbst Täter waren22 oder sich den Opfern gegenüber arrogant, gefühllos, taub verhielten, wie sie leugneten, verharmlosten und selbst vor Gericht logen.23 Statt bei der Aufklärung zu helfen, be- und verhinderten sie diese. Zu selten dokumentierten sie.24 Wo sie es doch taten, verschlossen sie das Material meist klagesicher im bischöflichen Geheimarchiv25 und überlegten, es gegen staatliche Zugriffe auf immunes Nuntiaturterrain zu bringen.26 Vor Gericht taktierten sie, um nicht oder wenig entschädigen zu müssen, inzwischen nicht mehr im Gefolge ihrer Psychologen, sondern ihrer Anwälte.27“ – Zitatende

    … alles bleibt weitere drei Jahre wie gehabt, falls nicht Franziskus einsichtig einschreitet und konsquent Kinderrechte dagegen setzt – oder sehr
    bald die sieben Professoren auf einen Streich die Aussichtslosigkeit erkennen.
    Ganz so ahnungslos können sie jetzt jedenfalls nicht mehr sein.
    Es braucht den Eklat!

  8. Stephan May schreibt am :

    neues Theaterstück mehr nicht!Wer glaubt ernsthaft an eine Aufarbeitung? Ich habe noch keinen getroffen! Die Bischöfe sollten sich schämen!

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