Bischöfe lassen Missbrauch erneut aufarbeiten

25.03.2014: Kölnische Rundschau

Die katholische Kirche will in einen zweiten Anlauf den sexuellen Missbrauch im kirchlichen Bereich wissenschaftlich aufarbeiten. Ein Forschungsverbund um den Neurowissenschaftler Harald Dreßing ist damit beauftragt….

…Verhaltenes Echo, aber auch schroffe Ablehnung erntete das Projekt bei den Opfergruppen. „Ein Narr ist, wer daran glaubt, dass nach vier Jahren Akten-Aufräumzeit wissenschaftliche Forschungsarbeit noch möglich ist“, erklärte Norbert Denef, Sprecher des Netzwerks Betroffener von sexualisierter Gewalt. So lange die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen würden, sei das neue Projekt auch nichts weiter als „Lügentheater“. „Die Kirche sollte die Priester schon beim ersten Hinweis eines sexuellen Missbrauchs entlassen“, sagte Wilfried Fesselmann, Sprecher der Gruppe Snap Deutschland.

Sechs Opfergruppen gewinnen dem Projekt auch positive Seiten ab: Es sei erfreulich, dass es endlich weitergehe, erklärten Matthias Katsch, Dieter Grah und Winfried Ponsens unter anderem für die Gruppen Eckiger Tisch, Glasbrechen, Schafsbriefe und Missbrauchsopfer Collegium Josephinum.
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9 Kommentare

  1. Veronika schreibt am :

    Über mein eigenes kleines „Netzwerk“ konnte ich bislang in Erfahrung bringen, dass die beauftragten Personen alle so weit in Ordnung sind. Was noch fehlt ist der Umstand, dass nur neun Diözesen bis 1945 zurück durchforscht werden sollen, und bei weiteren 18 Diözesen – ja, in Deutschland gibt es insgesamt 27 kath. Diözesen – nur Fälle ab 2000 geprüft werden sollen. Mal den Namen „Georg Friedrich Zimmermann“ googeln und sich fragen, ob Regensburg unter den neun oder den restlichen 18 sein wird.

  2. Prospero schreibt am :

    Veronika:
    Es dürfte besonders Sie dann interessieren, dass laut wikipedia Prof. Dr. Dr. Andreas Kruse als Junge Mitglied der Regensburger Domspatzen war.
    Spekulation: „Die Erfahrungen der Opfer sollen ……. von Anfang an miteinbezogen werden“ 😉

  3. Alex schreibt am :

    Und auch interessant:
    Laut Wikipedia arbeitet das “Zentralinstitut für seelische Gesundheit”, das jetzt als federführend beauftragt wurde, eng mit Caritas, Gemeindediakonie und dem Sozialdienst katholischer Frauen zusammen. Man kennt sich!!!

    Auf der Pressekonferenz in Bonn betonte Ackermann noch einmal ausdrücklich, daß die Verbrechen in über 200 Ordenseinirchtungen (Schulen, Internaten) nicht Gegenstand der Untersuchung sind. Sind das Opfer zweiter Klasse?

    So wird auch diese Million Euro wieder zum Fenster herausgeworfen, antstatt Opfern eine angemessene Wiedergutmachung anzubieten.

    Besonders in Ordenseinrichtungen haben sich die Verantwortlichen ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was die Aufarbeitung der Vergangenheit betrifft; siehe Johanneum Homburg, St Josef Biesdorf-Eifel, Bonn, Berlin u.a.

  4. Klerus schreibt am :

    Fragen wir doch einfach Frau Anandi, was sie davon hält!?

  5. Eva schreibt am :

    „Es geht um eine Erhebung quantitativer Daten zur Auftretenshäufigkeit und zum Umgang mit Missbrauchshandlungen an Minderjährigen durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“, erläuterte Ackermann.

    Kann das bedeuten, dass die Auftretenshäufigkeit durch Geistkiche im Vergleich zum familiären Bereich oder anderen Bereichen womöglich relativ gering ist, trotz viel Mißbrauch durch Geistliche ?
    Dann sind es womöglch nicht viel mehr Fälle als der Papst der UNO gebeichtet hat.

    Dann wäre die katholische Kirche nicht mehr der größte Buhmann.
    Einige Bereiche wie die katholische Schulen werden ja bewußt ausgeklammert.

    Rom – Die sexuellen Übergriffe auf Kinder seien „furchtbar, weil sie sehr tiefe Wunden hinterlassen“, sagte Papst Franziskus der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“. Eine Verfehlung der katholischen Kirche bei der Aufklärung des Missbrauchsskandals sieht er aber nicht. Im Gegenteil: „Die katholische Kirche ist vielleicht die einzige öffentliche Institution, die sich mit Transparenz und Verantwortung bewegt hat. Kein anderer hat mehr getan. Und doch ist die Kirche die einzige, die angegriffen wird“, sagte er.

    Zitat aus : http://www.spiegel.de/panorama/justiz/papst-nimmt-kirche-fuer-umgang-mit-kindesmissbrauch-in-schutz-a-957056.html

    Die Statistiken zeigten, dass sich „die große Mehrheit“ der Missbrauchsfälle in der Familie und der Nachbarschaft ereigne, sagte Franziskus. Er lobte seinen Vorgänger Benedikt XVI, der sehr mutig gewesen sei und habe einen guten Weg eingeschlagen habe

  6. hildegard schreibt am :

    Bei nachgewiesener sexueller Gewalt an Kindern – abhängigen, arglosen Kindern! – darf auch ein Franziskus NIEMALS auf die Idee kommen, das Wort „… der werfe den ersten Stein“ mit dem Wort vom „Mühlstein“ zu verwechseln. Wer diese Richtung einschlägt, verfällt nicht nur dem üblichen Lügentheater, der begeht vor Gott und den Menschen einen wüsten Verrat, einen schwer wiegenden Etikettenschwindel, der das Innere des Glaubens tiefer trifft als alle Limburger Verschwendung, barocke Kleiderordnung und Protzkarossen …

    „Benedikt XVI, der sehr mutig gewesen sei und einen guten Weg eingeschlagen habe “ … – wie bitte?

    Wo Franziskus wohl seine sonst so viel gepriesene Vernunft gelassen hat, von der Andreas Englisch neulich bei Lanz plauderte …

    Die kinderfeindliche Politik unter J.P. II. und B. XVI. sollte ohne Zweifel das verseuchte System schonen, aus ANGST vor Machtverlust und geriet zur verantwortungslosen Attacke der mächtigsten Moralinstanz gegenüber all den machtmissbrauchten Kindern innerhalb und außerhalb von Kirchen!

    Amtsbrüder und fromme Nonnen vor rechtlichen Folgen zu schützen – das wurde über Jahrzehnte DIE Falle und DAS tödliche Verhängnis für ungezählte Kinderseelen. – Und leichtfertige Laien wünschen sich noch einen billigen Schlussstrich.
    Und 2011 eine Seligsprechung, der in diesen Tagen unter Franziskus auch noch die Heiligsprechung folgen soll …
    Mir fällt dazu nichts mehr ein – da hilft nur noch ein ‚Großer Geist‘, eine ‚Heilige Geistin‘ …!

  7. Eva schreibt am :

    Ein interessanter Artikel über die Grenzen der sexuellen Gewalt, die nicht abgedeckt werden durch das Strafrecht.

    http://www.juraexamen.info/wp-content/uploads/jura.2009.24.pdf

    Was nützt eine Aufarbeitung des sexuellen Mißbrauchs, wenn der Gesetzgeber eigentlich etwas tun müßte.

  8. Hubert schreibt am :

    Da gibt es nichts aufzuarbeiten.
    Sobald die Gesetze im Sinnd der Betroffenen geändert würden, fangen Betroffene von selbst an zu reden – da bin ich mir sicher.
    Dann braucht man erst garnicht über die Köpfce von Betroffenen hinweg aufzuarbeiten.
    Denn wenn das Reden durch Betroffene einen Sinn ergäbe, wären viele sicher bereit zu reden.
    Wer von den Betroffenen gibt denn schon seine Geschichte preis mit der hochsensiblen Thematik, welche zudem sehr an das innerste Ehrgefühl rührt, wenn sich dabei am Ende nichts verändert, so wie bisher?
    Die bisherige Gesetzgebung hat doch gerade das Schweigen darüber forciert! Ein Dilemma höchsten Ausmaßes!
    Noch schlimmer ist, daß man trotz des Wissens darüber, das Gesetz dazu nicht merklich verändert hat.
    Das würde ich sogar als Schande bezeichnen.

  9. Camilla schreibt am :

    Demnächst ist Katholikentag in Regensburg http://www.katholikentag.de/. Jemand hat mir erzählt, dass die Organisatoren von Katholikentagen üblicherweise auch für ein ausreichendes Angebot an Prostituierten, männlich wie weiblich, bei diesen Veranstaltungen sorgen, damit die Priester „ihren Spaß“ haben. Sollte das zutreffen und nachzuweisen sein, wäre das ein weiterer Skandal. Hat jemand darüber schon einmal etwas gehört?

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