Ganz, ganz lieben Gruß an alle Kämpfer

21.04.2014

Mittlerweile kann ich diese ganzen Meldungen nicht mehr ertragen. Mein Täter war mein Vater mit Unterbrechungen von meinem ca. 7. bis zum 21.Lebensjahr, wobei ich ihn beim letzten Mal fast mit einem Kerzenständer erschlagen hätte.

Mittlerweile ist er Gott sei Dank verstorben, das Leid geht aber weiter, auch bei meiner Schwester, die er zwar nie angefaßt hat, aber alles mitgekriegt hat und mich oft gerettet hat.

Ich möchte meinen Abmeldung damit begründen, daß ich seit einem Jahr an Rachenkrebs erkrankt bin (somit nur durch eine Kanüle sprechen und über eine Magensonde essen kann) und einfach alle Kraft für meine einigermaßene Genesung brauche. Und jeder Newsletter ist eine Retraumatisierung für mich, die mich verdammt viel Kraft kostet, die ich derzeit einfach nicht habe.

Ich finde Eure Organisation toll! Macht weiter so! Ich werde aber nichts mehr tun können, weil ich meinen Vater schlicht und einfach und aus Trotz (er wurde 74) überleben will (bin  51)

Ganz, ganz lieben Gruß an alle Kämpfer und alle, die nicht mehr kämpfen können!

Lieber Herr Denef,

natürlich können Sie meine Mail veröffentlichen. Ich habe seit meinem ca. 22. Lebensjahr aufgehört zu schweigen.

Bitte machen Sie weiter so. Ich bewundere Ihren unermüdlichen Einsatz für uns alle und hoffe und wünsche Ihnen und Ihrer Organisation viel, viel Glück und vor allem Gehör, zum Beispiel bezüglich der Verjährungsfristen.

Vor allem aber hoffe und wünsche ich Ihnen (und natürlich allen anderen!), dass Sie ihr Trauma bewältigen. Ich und meine Schwester haben es nicht geschafft und werden es wohl auch nie schaffen.

Lieben, lieben Gruß

Gabriele

17 Kommentare

  1. lupine schreibt am :

    Liebe Gabriele,

    danke für deinen Mut und deine Offenheit, die du an andere weitergibst. Du schaffst es!

    LG Lupine

  2. Gabriele Gastebois schreibt am :

    Liebe Lupine,

    Danke für Deine lieben Worte. Mit Mut hat meine Mail aber nichts zu tun, es ist die Notwendigkeit, ebenso wie meine Offenheit, die mir einfach gut tut. Ist also purer Egoismus.
    Und klar schaffe ich es, ein Trotzkopf ist zäh.

    Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute und das Licht und die Engel, die ich habe. Falls nicht, möchte ich Dein Engel sein.

    Gabriele Gastebois

  3. Saskia schreibt am :

    Liebe Gabriele,
    es gehört sehr viel Mut dazu hier das gewaltsame ERLEBTE zu schildern,ich wünsche Dir eine Besserung
    bzw.eine Gesundung deiner Erkrankung,oftmals meinen wir ,unsere Vergangenheit nicht bewältigen zu können,jeder Mensch reagiert anders,Ratschläge können einen auch erschlagen….
    ich wünsche für die Zukunft eine Sensibilisierung und Achtung im Umgang mit Kindern und deren Eltern,
    Kinder ,Schutzbefohlene ,eigentlich doch ALLE MENSCHEN müßten vor jeglicher Gewalt geschützt werden,es ist die Aufgabe ALLER,der Gesellschaft,des Staates ,der Instutionen usw.

    mit den besten wünschen zu Ostern Saskia

  4. Larissa schreibt am :

    Hallo Gabriele
    Ja nicht jeder hat noch die kraft ,richtig kämpfen zu können .
    Ich finde es auch toll ,das andere mehr kraft haben , als ich und andere Betroffene .

    Ich denke ja das der Körper auf den Stress reagiert hat und so dann die Körperlichen Erkrankungen hervorbringen ? Denke ich so .
    Grüße
    Larissa

  5. Veronika schreibt am :

    Liebe Frau Gastebois,

    Ihnen alles erdenklich Gute und durchhalten!
    Es ist schon schlimm, was hier verbrochen wurde und wobei einem scheinbar niemand helfen will. Es wird werden, denn am Schluß wird die Gerechtigkeit siegen. Sehen Sie nur der letzte Papst musste schon abdanken, weil es so ich denke, die Weltgemeinschaft nicht mehr ertragen hat, dass jemand an seiner Stelle derart heuchlerisch verfährt.
    Alles Gute!

  6. Ex-Odenwaldschüler@gmx.de schreibt am :

    Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute und Gerechtigkeit.

  7. Saskia schreibt am :

    an Gabriele.ich habe eine andere Gewalt erlebt,die nicht tätliche…sie ist nicht beweisbar,und deshalb auch nicht einklagbar,ich werde für mich ein Buch darüber schreiben….mit diesem Erlebten findet frau auch nicht eine AUFNAHME IN EINEM FRAUENHAUS….

    Meine Frage ,Dein Vater hat Dich jahrelang misshandelt(habe als Erwachsene von dieser Gewalt erfahren…)wo war Deine Mutter,das beschäfigt und bedrückt mich,hat sie dich nicht schützen können??

    Nochmals alles eine gute Besserung wünscht Saskia

  8. Gabriele Gastebois schreibt am :

    Liebe Saskia,

    meine kleine Schwester hat im Alter von ca. 6 Jahren alles meiner Mutter erzählt (ich hätte mich damals nie getraut). Sie hat wohl mit unserem Vater gesprochen, jedenfalls war dann für ca. ein Jahr „Ruhe“. Aber dann gings weiter, und sie wußte angeblich nichts mehr davon, was ich ihr nicht glaube. Ich hab dann mit ca. 22 Jahren ein langes Gedicht geschrieben, und meinem Vater gezeigt. Er war entsetzt, wollte mir aber am gleichen Abend einen Zungenkuß bei mir versuchen, genauso wie auf meiner ersten Hochzeit mit 19 Jahren.
    Es wurde immer alles unter den Teppich gekehrt (mein erster Mann meinte nur, wird doch nicht so schlimm gewesen sein. Danach hab ich nur noch geschwiegen, bis ich einen anderen Mann kennengelernt habe, der mich zur Meditation geführt hab, die dann aber zu meinem zweiten Suzizidversuch geführt hat.
    Wenn Du mit mir sprechen willst über Deine Geschichte, mail mir unter medword2006@.gmail.com.
    Ich gehe betont offen mit meinen Daten, weil ich diese verdammte Schweigerei bzw. Anonymität aller nicht mehr ertragen kann.
    Nur Rauskotzen hilft!
    Ganz liebe Grüße
    Gabriele Gastebois

  9. Gabriele Gastebois schreibt am :

    Liebe Larissa,

    natürlich reagiert der Körper auf das Erlebte, aber meinen Krebs hab ich mir selber geschultet (zu viel rauchen). Das laste ich menem Vater nicht an. Man kann schließlich nicht alles auf die Kindheit schieben.

    Aber trotzdem hat mir mein Vater mein Leben für immer zerstört.
    _________________________________
    Anmerkung von Norbert Denef:

    Auch ich war einmal „Raucher“, vor 40 Jahren.
    Erst vor wenigen Jahren konnte ich realisieren, dass die Gründe, warum ich angefangen hatte zu rauchen, beim „Missbrauch“ lagen.

  10. Gabriele Gastebois schreibt am :

    Lieber Herr Denef!

    Da muß Ihnen leider widersprechen. Ich habe das Rauchen angefangen, weil es damals einfach cool war.

    Aber daß ich heute bei meiner Krankheit immer noch rauche, ist schon selbstzerstörerich hat sicherlich mit meinem Vater zu tun. Diesbezüglich haben Sie recht.

    Übrigens, ist schon ein Paradox. Ich melde mich vom Newsletter ab und bin jetzt fast täglich auf dieser Seite. Aber jetzt kann ich hier Menschen helfen, und das tut einfach gut. Ich jammere nicht mehr, sondern kann selbst etwas tun. Heute kam eine Mail von einer Frau, die hier auch kommentiert hat. Ich hatte ihr meine Mailadresse gegeben und mich sehr gefreut, daß sie mir vertraut und mich angeschrieben hat.
    Sie können auch gerne meinen kompletten Namen und meine Mailadresse angeben. Ich haße Anonymität.

    Liebe Gruß und Danke für diese Seite!
    Gabriele Gastebois

  11. Gabriele Gastebois schreibt am :

    @ Ex-Odenwaldschüler

    Erstmal vielen Dank für Ihre lieben Wünsche.

    Aber Gerechtigkeit diesbezüglich gibt es nicht und wird es nie geben! Ich hatte mal vor ca. 20 Jahren eine Psychoterapeutin wegen meiner Depressionen, die mir geraten hat, ich solle bei meinen Eltern übernachten, um meinen Eltern wieder Vertrauen zu schenken! Das war für mich der Abbruch der Therapie – ICH sollte mich um meine armen, armen Eltern kümmern??? Ich hab nach diesem Heiligabend keine Nacht mehr bei Ihnen verbracht, bis ich dann meinen jetzigen Mann kennengelernt habe, der für mich ein großer Beschützer ist.
    Mein erster Mann meinte nur zu meiner „Geschichte“, „wird schon nicht so schlimm gewesen sein“. Die Ehe hat nur knapp zwei Jahre gehalten, dann hab ich mich scheiden lassen.

    Aber das Schöne dürfen wir bei allem nicht vergessen. Ich bin derzeit – auch bedingt durch die Erkrankung – von vielen Engeln umgeben. Mein „Oberengel“ ist mein Mann, aber auch meine Geschwister und Schwiegerfamilie und mein Pflegedienst, die ich immer nur Pflegeengel bezeichne

    Sehr, sehr lieben Gruß
    Gabriele Gastebois.

  12. Kirsten schreibt am :

    @Gabriele
    Deine Geschichte hat mich sehr berührt, dennnoch ist es wohl nicht richtig, sich selbst die Schuld für den Krebs und das Rauchen zu geben. Der Körper versucht immer, auf die für ihn zu diesem Zeittpunkt angemessene Art auf den Missbrauch zu reagieren. So haben doch viele Opfer unendlich lange versucht, die schmerzhaften Erinnnerungen zu verdrängen.
    Auch höre ich oft,dass bestimmte Probleme nicht mit dem Trauma zu tun haben,- doch denn so lange nicht auch der Körper verstanden hat,(es keine entsprechende Rechtsprechung gibt), dass es vorbei ist, wird er sich immer wieder erinnern, versuchen das Unglaubliche für sich erträglich zu machen.
    Ich glaube nicht an Engel und schon gar nicht an die Kirche(da ich selbst über viele Jahre von Familienangehörigen und einem Pfarrer mit Familie missbraucht wurde), aber ich habe gelernt, dass alles zum Überleben in einem ist und diese Kraft sollte jeder von uns nutzen.
    Alles gute für Dich.

  13. Gabriele Gastebois schreibt am :

    Liebe Kirsten,
    ich glaube an Engel, eben um das Unglaubliche erträglich zu machen. An die Kirche als Institution glaube ich auch nicht. Aber wir haben hier (wohne in Frankreich) einen deutschen Pfarrer, der auch letzes Jahr meine Schwiegermutter beerdigt hat. Ich habe ihm meine Beerdigungswünsche mitgeteilt, die mir alle erfüllt werden. Wir treffen uns auch bei mir zu Hause und reden über alles mögliche, er ist sehr unkonventionell und dadurch auch einer meiner Engel, ohne die ich wahrscheinlich längst tot wäre. Ich hatte vor ein paar Monaten einen Suizidversuch – habe schon viele Versuche hinter mir, den ersten mit 15 Jahren – mit einer Überdosis Morphium, mußte reanimiert werden, habs aber mal wieder geschafft (bzw. die Ärzte). Mein „Glück“ war meine Erkrankung (die aber nicht der Grund war), sonst wäre ich in die Psychiatrie zwangseingewiesen
    worden.
    Du siehst, da waren wieder Engel, die mich zurückgeholt haben. Heute bereue ich die „Tat“ zutiefst, schon alleine wegen meines Mannes, meiner Schwester und meinem Bruder.

    Glaub mir, es gibt Engel! Ich schick Dir hiermit einen, Du wirst es merken.

    Lieben, lieben Gruß
    Gabriele Gastebois

  14. Kirsten schreibt am :

    Es ist ja völlig in Ordnung, wenn Dir Dein Glauben hilft, nur solltest Du das nicht anderen aufdrängen.

  15. Gabriele Gastebois schreibt am :

    Liebe Kirsten,

    das war absolut nicht meine Absicht, jemandem einen Glauben aufzudrängen. Ich verabscheue selber jeden, der versucht zu missionieren. Mit solchen Menschen kann ich nichts anfangen.
    Ich wollte doch nur Hoffnung, Beistand geben, egal, an was jemand glaubt. Von mir aus können Menschen ein Käsebrötchen anbeten. Das ist mir egal.

    Ich finde Deinen Kommentar etwas unfair mir gegenüber.

    Lieben Gruß
    Gabriele Gastebois

  16. Eva Phoenix schreibt am :

    Liebe Gabriele

    ich habe diesen tread erst nach dem „Felix“ tread entdeckt.

    Ich hoffe es geht Dir gut und DU liest dies. Ich kann Deinen Wunsch nach Offenheit sehr gut verstehen. Den Zwang, das Verbiegen, das uns das Schweigen aufzwingt los werden und die Dinge so sein lassen wie sie sind.

    Ich bin sehr beruehrt davon, dass Du krank bist, wuerde es Dir was ausmachen mich wissen zu lassen wie es Dir geht ? Du kannst mich ueber Norbert kontaktieren.

    Bonjour, chere Gabriele,je vous souhaite que vous retrouvez la sante. Je vous souhaite que les anges soient pres de vous. Et l’amour de votre maris.

    Amitie et mes meilleurs voeux pour vous

    Eve Phoenix (les oiseaux Phoenix sont une sorte d’ange)

  17. Gabriele Gastebois schreibt am :

    Liebe Eva,

    mir gehts gut. Du kannst mich aber gerne über medWord2006 [at] gmail.com oder Facebook kontaktieren.

    Lieben, lieben Gruß
    Gabriele Gastebois

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