Faktencheck: Pädophilie-Präventionsprojekt “Kein Täter werden”

17.07.2014: netzwerkB

Am 6. Juli 2014 hat netzwerkB in dem Artikel ‘Pädophilie.Präventionsprojekt „Kein Täter werden“‘ unter anderem folgendes geschrieben:

Zitat:
„Seit dem Start 2005 haben sich nach Klinikumsangaben fast 2000 Männer bei der Charité gemeldet, weil sie sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlten. Rund 400 erhielten ein Therapieangebot, 180 haben damit begonnen. Rund 95 haben die Therapie bereits abgeschlossen.“ (Quelle: www.t-online.de)

2000 minus 400 = 1600. 1600 haben in 9 Jahren die „Aufnahmeprüfung“ nicht bestanden und wurden nach Hause geschickt. Was machen die denn heute so?

400 von den 2000 haben also innerhalb von 9 Jahren die „Aufnahmeprüfung“ bestanden. 220 wollten dann aber innerhalb von 9 Jahren dann doch nicht so richtig und haben sich anderweitig umorientiert.

Da waren’s dann nur noch 180 von den 2000, die sich innerhalb von 9 Jahren in einer Therapie befinden. 85 von 2000 versuchen seit 9 Jahren die „Abschlussprüfung“ zu bestehen. 95 von 2000 haben innerhalb von 9 Jahren die Therapie erfolgreich? abgeschlossen. Das sind 4,75 % in 9 Jahren. Zitatende

Die Charité teilte uns mit Schreiben vom 8. Juli 2014 mit, dass angeblich dieser Text die Zahlen des Projektes falsch wiedergibt – richtig sei:

Zitat:
Insgesamt wurde bis heute ca. 400 Personen ein Therapieangebot unterbreitet. Davon lehnten rund 220 den Platz ab (hauptsächlich wegen zu weiter Anreisewege innerhalb Deutschlands; auch hier konnten wir oftmals weitervermitteln), 34 sind aktuell in Therapie, 51 haben abgebrochen (was einer normalen Abbruchquote in Psychotherapien entspricht) und fast 100 haben die Therapie abgeschlossen. 14 nehmen das Angebot der Nachsorge in Anspruch. Zitatende

Quellen:

Pädophilie-Präventionsprojekt “Kein Täter werden”

Schreiben Charité vom 8. Juli 2014

Weiterführende Informationen:

Pädophile Impulse nachhaltig stoppen

netzwerkB Positionspapier:
Was kritisieren wir am Ausdruck „Pädophilie“?

Johannes B. Kerner 2.10.2007:
http://youtu.be/aZ2e51Oq36o

Menschen bei Maischberger 10.10.2006:
http://youtu.be/fgINUibUFdQ

 

 

 

 

57 Kommentare

  1. Lili schreibt am :

    Das ist jetzt nicht wirklich deren Ernst, oder??

    Das bestätigt doch nur die Wiedergabe von NetzwerkB?

    Bei mir sind 95 fast 100, oder etwa nicht???

    Dass von den 85 nur noch 34 aktuell in Therapie sind verschlechtert die Zahlen doch nur, und ganz 14 (!!!!) sind in Nachsorge??

    Erbärmlich kann ich dazu nur sagen…

  2. Miriam schreibt am :

    An sich finde ich dies gut. Aber warum müssen die eine Aufnahmeprüfung machen? Ist doch total die verarsche. Dann trauen sich solche Leute in eine Einrichtung zu gehen und dann schaffen sie eine Prüfung nicht. Typisch Deutschland. Dieses scheinheilige helfen immer. Das Programm muss für alle zugänglich sein und in ganz Deutschland.
    Dies Gesetze müssen auch endlich geändert werden. Wegsehen ist ja immer einfacher als was Zutun. Ich finde auch das eine Aufklärung durch eine Zeichentrickfilm gemacht werden sollte, dann können sich Kinder informieren. Es muss hier viel passieren.

  3. Mareike schreibt am :

    Ich weiß nicht genau, was ich davon halten soll. Einerseits habe ich den Eindruck, dass das Projekt eigentlich nur zur Profilbildung des Prof. Beiers dient. Andererseits sollte es eine Stelle geben, an die sich Menschen mit so grässlicher Neigung wenden können, damit tatsächlich Taten verhindert werden können.
    Ich frage mich nur, wie im Falle einer Therapie von Erfolg gesprochen werden kann/ wie wird in diesen Fällen „Erfolg“ diagnostiziert?

  4. B. S. schreibt am :

    Sehr geehrte Damen und Herren von der Charité,
    ich bin zutiefst erschrocken und irritiert, dass 1600 von 2000 Menschen kein Therapieangebot gemacht wurde. Sich überhaupt zu melden bedarf erheblicher Anstrengung und der Überwindung hoher Hemmschwellen. Viele werden das gar nicht wagen. Noch mehr betroffene Menschen werden vermutlich gar nichts wissen von einem derartigen Angebot oder die Information nicht aufnehmen können. Da erwarte ich eigentlich, dass wenigstens denen, die sich melden ausnahmslos eine geeignete Therapie angeboten und ggf. vermittelt wird.
    Bitte erklären Sie uns, warum das nicht der Fall war.
    MfG
    B.S.

  5. Frantek - Andreas Stark schreibt am :

    Irgendwie fehlt mir in der Stellungnahme eine Zahl. Nämlich: Wie viele sind zumindest bisher auch Nicht-Täter geblieben?
    Und wie viele derer, die nicht zur Therapie gingen, wurden Täter?
    Weil mit den Zahlenspielen lässt sich über Sinn oder Unsinn nicht viel sagen, erst mal.

  6. lupa schreibt am :

    Was mich wirklich aufregt ist folgendes:
    Für die Täter wird Geld ausgegeben, nichts ist teuer genug … immer mit der Ansage „damit es nicht wieder passiert“ .. wäre ja schön wenn es funktionieren würde.

    Doch was ist mit den Opfern?
    Hier gibt es so gut wie keine Hilfe .. können sich ja einen Psychiater nehmen .. wie nett … wenn das Opfer klagt bekommt es evtl. noch eine Opferrente von wenigen Euronen, das war es auch schon.

    In sehr vielen Fällen sind die Opfer KINDER, Kinder die ihr ganzes Leben unter der Tat leiden. Deren ihr Leben ist wirklich kaputt, sie leiden ihr ganzes Leben wegen dem was ihnen zugefügt wurden. Hier wird, meiner Meinung nach, viel zu wenig getan. Die Opfer haben das Nachsehen.

    Und wenn ich höre oder lesen muss „die Täter hatten eine schwere Kindheit“ usw. da bekomme ich das große würgen. Die Opfer haben nicht nur eine unmögliche Kindheit, sondern eine sehr schwere Zeit danach und das ihr ganzes Leben lang.

    Für dieses scheinheilige Getue habe ich kein Verständnis. Würde es tatsächlich mal um die Opfer gehen, dann würden die Gesetze verschärft und mehr Opferschutz wäre kein Thema mehr, es wäre Wirklichkeit. Das Geld wäre besser für einen umfangreichen Opferschutz angelegt, als für Täter, die quasi für ihre Tat noch belohnt werden. Die Täter sind ja krank …. ach ja`Und was sind die Opfer ???

  7. Prof Dr Dr C C P schreibt am :

    Die Zahlen sprechen für sich selbst
    Brauchen keine Kommentare
    CCP

  8. Name bekannt schreibt am :

    38 Jahre ist es nun her und bis Heut ists mir unmölich zu reden, der Taeter ist bereits verstorben, der Sturm im Kopf tobt weiter…safe your kids!!!!!

  9. hildegard schreibt am :

    Hochdotierte Täter-Therapieprojekte, wen haben sie erreicht? Mit welchem Ergebnis …? Sand für die Augen der an Oberflächengeplätscher gewöhnten Gesellschaft.
    Sämtliche Bundesregierungen haben anfangs das Problem mit Nazi-Juristen im Nachkriegsdeutschland ausgesessen; bis heute machen alle Parteien Politik gegen Kinder, gegen die Grundrechte, gegen die Verfassung.
    Politiker aller Couleur schützen die Täter, wissen um die pandemische Verbreitung, verbarrikadieren sich selbst hinter Verjährungsfristen, bleiben auf dem Pulverfass sitzen. Welcher Generation wollen sie Ursachenforschung und Wurzelbehandlung überlassen? Wie lange noch soll das Virus sich weiter verbreiten, wenn heute erst Konsequenzen im Fall Edathy für September angekündigt werden …!
    Es geht um Kinder! Kinder, die heute mehr denn je gefährdet sind. Heute verbreitet sich die Sex-Sucht-Seuche um so schneller über virtuelle Zugänge – zugänglich für Kinder und Jugendliche wie vorgeschädigte Erwachsene …

    Es geht um übernommenen Rechtsbruch aus dem Unrechtsstaat. Kinder wurden damals – und sie werden heute mit steigender Tendenz – ausgebeutet. Die Ausgebeuteten lässt man verelenden.
    Zivilisation?
    Gegen Ausbeutung von Kindern – da helfen keine Pillen und keine kalten Umschläge …

  10. Stefan schreibt am :

    Man kann jetzt lange über den Erfolg und Sinn des Angebots debattieren. Was aber ist die alternative zur Therapie (und sei das Angebot noch so fehlerbehaftet)? Die potentiellen Täter vorbeugend wegschließen? (Das dürfte in einem Rechtsstaat wohl nicht möglich sein.) Aber grundsätzlich gilt: Wieder wird über die Täter gesprochen. Die unerträgliche Unterversorgunge der Betroffenen mit guten(!)(Trauma)theraputInnen wird immer noch nicht thematisiert. Wie elendig lange muss häufig auf einen Therapieplatz gewartet werden. Davon abgesehen kenne ich einige Betroffene, die sich vermeintlich kompetente Hilfe gesucht haben, und dann von diesen „Fachleuten“ retraumatisiert wurden. Es bleibt dabei viele Kinder/Betroffene bleiben mit ihrer Not und ihrem Leid allein. Meiner Meinung nach muss der Fokus verlagert werden, hin zu den Betroffenen und ganz besonders auch weg von der individuellen Betrachtung der Täter. Betrachtet werden muss die ganze Gesellschaft, die Frage wie kann es dazu kommen, dass sexualisierte Gewalt Alltag für soviele Kinder in diesem Land ist. Was läuft hier falsch? Und was ist mit den Kindern, die Opfer nichtsexualisierter Gewalt werden (auch alltäglich)? Die Konsequenzen sind oft ähnlich katastrophal. Solange die grundsätzliche Frage, wie es dazu kommen kann, dass Kinder tagtäglich in diesem Ausmaß Opfer (sexualisierter) Gewalt werden, nicht in den Blick genommen wird, wird sich auch nichts ändern. Da können wir noch so lange über den „richtigen“ Umgang mit (potentiellen) Tätern und „Einzelfälle“ debattieren. Ändern wird das nichts. Das ist reine Rumdokterei an Symptomen

  11. Thorsten schreibt am :

    Die Charite muss ihre Zahlen ja irgendwie schön Reden.Damit man weiter machen kann und weiter Fördermittel bekommt.Das ganze ist nur Augenwischerei.
    Weil es nie aussagt,was das ganze bringt / gebracht hat.
    Wie wahrscheinlich ist es,das der Täter nicht zum Täter wird nach der Therapie ?
    Ein Täter wird wohl kaum danach wieder zur Charite gehen und sagen,ich wurde zum Täter.
    Wer Missbraucht wurde,dem ist klar,das keine Therapie den Täter Helfen kann.
    Wie will man Sexuelles Verhalten / Verlangen einfach mal weg Therapieren ? Und wenn man nach der Masche vorgeht,dem Täter aufzeigt,was sie dem Opfer antun und das verursacht um Mitleid bei Täter hervorzurufen.Also ehrlich,wer glaubt an so was ?
    Wer bleibt da die Kosten -/ Nutzungsrechnung ?
    Opfer müssen Monate auf Therapie Warten und wenn sie ein Platz bekommen auch noch Rechtfertigen warum und ist Nötig usw. Aber Hauptsache die Täter werden bevorzugt,in eine Aussichtslose Therapie,weil man so was nicht „Heilen“ kann.
    Und der Nebeneffekt bei der Charite ist,so Lernen sich viele Täter kennen und haben eine „Legale“ Plattform,Super

  12. Lisbeth schreibt am :

    Ja, die Zahlen sprechen für sich.
    Worauf man aber auch achten sollte, sind die Inhalte mit denen solche Therapien – gewiß nötig, weil ein wichtiger Teil einer effektiven Prävention – arbeiten.
    Ein Aspekt dieser Therapie (Kein Täter werden) wie auch praktisch alle Täter-Therapien in Gefängnissen ist, dass der Ansatz eher auf Verhaltenstherapie basiert, und gleichzeitig mögliche Ursprünge der Gewalt ausspart: nämlich das eigene Erleben von Gewalt in der Kindheit der Täter, bzw. der potentiellen Täter. Je nach Studie besteht eine Korrelation von ca. 40 % bis um die 90% zwischen eigenem Erleben von Gewalt in der Kindheit zu Gewaltausübung als Erwachsener. Wenn man von den niedrigeren Zahlen ausgeht, ist das immer noch ein beträchtlicher Prozentsatz an Tätern, die die eigene Gewalterfahrung aufarbeiten müßten, um dann dem Druck Täter zu sein entgehen zu können. Empathie lernen, Impulskontrolle einüben, etc. ist alles gut und schön. Wenn aber dann der Druck durch das verdrängte eigene Trauma zu hoch wird – was geschieht dann. Verhaltenstherapeutische Ansätze wirken da eher schwach an der Oberfläche.
    Es wäre deshalb sinnvoll, auch und gerade von Seiten der Politik, nicht unkritisch auf diesen Beier’schen Wagen aufzuspringen, sondern danach zu schauen, was höhere Erfolgschancen verspricht.
    Hinzu kommt, daß durch dem Ansatz mit potentiellen Tätern zu arbeiten viel Spielraum offenbleibt, mutmaßliche Erfolge zu feiern, die wiederum wissenschaftlich nicht nachweisbar sind.
    Vielleicht könnte jemand dieses Programms hierzumal Stellung nehmen.
    Worüber ich allerdings größte Bedenken habe ist folgender Sachverhalt:
    ‚ Einbezogen in das Therapieprogramm werden sowohl Personen, die bisher (noch) nicht übergriffig geworden sind bzw. keine Missbrauchsabbildungen (Kinderpornografie) genutzt haben, aber befürchten, dies zu tun, als auch Personen, die bereits sexuelle Übergriffe auf Kinder begangen bzw. Missbrauchsabbildungen konsumiert haben, aber den Strafverfolgungsbehörden (noch) nicht bekannt sind. Darüber hinaus können Personen aufgenommen werden, die in der Vergangenheit wegen entsprechender Taten angezeigt und/oder rechtskräftig verurteilt wurden, eine gegebenenfalls gegen sie verhängte Strafe vollständig verbüßt haben und befürchten weitere Straftaten zu begehen.‘
    Quelle: Kein-Taeter-werden.de Stichwort: Teilnahmevoraussetzungen
    (Unterstreichungen von mir hinzugefügt)
    Das heißt daß dieses Programm in der jetzigen Form eindeutig Täterschutz begeht (auf Kosten der Opfer).
    Strafbar machen sich die Therapeuten dadurch nicht, da dies in Deutschland mit der derzeitigen Gesetzeslage völlig legal ist.
    Außer Verjährungsfristen – die die Täter der Vergangenheit schützen, haben wir auch keine Meldepflicht, was de facto die Täter der Gegenwart schützt.
    Die Opfer stehen also ganz im Regen.
    Was noch weiter untermauert wird dadurch, daß keine Bemühungen offenkundig sind, für Opfer flächendeckend Möglichkeiten für kostenlose Therapie anzubieten.
    Dies scheint mir eine Investition zu sein, die vielversprechender ist, für den Schutz der Kinder heute und in Zukunft als dieses relative undurchsichtige Programm mit eher unkonkreten Resultaten.

  13. Chantal schreibt am :

    An sich ist es gut, dass es Einrichtungen gibt, wo sich sexuell gestörte Menschen daran wenden können. Allerdings muss ich mich meinen Vorrednern anschließen, es wird viel zu wenig für die Opfer getan, die im Erwachsenalter oft Probleme haben und auch von Niemanden aufgefangen werden in der verlogenen Gesellschaft, in der gerne weggeguckt wird.

  14. Fran schreibt am :

    Ich stimme Lisbeth zu, das Täter auch mal Opfer waren.
    Nehmen wir nur die niedrigste Zahl von 40% an. Wenn wir das Geld haben, diese nach dem Trauma von gut ausgebildeten Traumatherapeuten zeitnah zu versorgen, haben wir in der Zukunft 40% weniger Täter !?

    Wenn sich mann Hilfe sucht, ist doch klinische Diagnostik, Vorstrafen, Arbeitsstelle
    Erstmal zweitrangig?

    Reden wir über Finanzen : was ist billiger Therapie oder Prävention ?
    Beispiel Blinddarm, warte ich bis zum Durchbruch mit allen Komplikationen oder therapiere ich bei den ersten Anzeichen; ich bin für letzteres.

    Prävention ist billiger und bei Kindern effektiver als bei erwachsenen Tätern , aber kein Geld für die Opfer haben …

  15. Cosima schreibt am :

    Ich finde, dass alles Wichtige im Grundsatzpapier gesagt ist. Als Missbrauchsbewältigende stimme ich der Aussage zu, dass immer noch zu wenig Aufklärung darüber gibt, was das überhaupt bedeutet, ein Opfer von sexualisierter Gewalt zu sein, welche einschneidenden Folgen das in allen Lebensbereichen für uns hat. Und die Frauen und Männer, die immer wieder in die Psychiatrie müssen oder sich deswegen umbringen erfasst die Statistik so gut wie nicht. Wie schon vor Jahren richtet sich das allgemeine Interesse noch immer zu sehr auf die Täter und ihre Behandlung. Siehe die staatlichen Gelder für die Finanzierung des Projektes in der Berliner Charité. Es
    ist beschämend und zeugt von einer großen gesellschaftlichen Verdrängung, dass
    gerade Fachleute mit dem Begriff „Pädophilie“ die Tasache von strafbaren kriminellen Handlungen verschleiern. Es ist gut, dass es die Organisation netzwerkB gibt.

  16. Prospero schreibt am :

    „….Im Jahr 2011 hatte das Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin erstmals die Wirksamkeit seiner Therapie überprüft: Hierfür wurden 53 Patienten vor und nach der Therapie befragt. Von den 14 Männern, die ausschließlich Kinderpornografie konsumierten, wurden zwei Drittel während der Therapie rückfällig, ein Drittel blieb abstinent. Von den 27 Männern, die bereits Kinder missbraucht hatten, gaben 22 an, keinen Missbrauch mehr zu begehen. Fünf Männer missbrauchten Kinder nach wie vor. Die Therapie des Präventionsangebotes könnte somit zumindest einen Rückgang der Missbrauchshandlungen bewirkt haben, allerdings ist die Rückfallgefahr auch nach der Therapie hoch….“
    http://www.landtag.rlp.de/landtag/drucksachen/3528-16.pdf

    No comment

  17. Patricia schreibt am :

    Da melden sich Leute ,und da gehört Mut dazu, die sogar erkennen, dass sie Hilfe brauchen- und bekommen keine. Es gehört nicht viel dazu, damit diese Leute ( wenn nicht schon geschehen)zum Täter Werden. Ich finde es Super, dass es überhaupt eine Anlaufstelle gibt. Ich glaube jedoch nicht dass eine solche Neigung therapiert werden kann, lediglich wenn es um pure Machtausübung geht, dann sehe ich therapeutische Chancen. Ich bin fast 33 und kann mich nicht erinnern , bin mir aber seltsamerweise sicher dass da was war…ich wünsche mir mehr kostenlose Anlaufstellen für Betroffene!!!

  18. Pandora62 schreibt am :

    So wichtig ich die Prävention finde, Täterarbeit ist davon unabhängig ebenso wichtig. Jeder verhinderte Missbrauch ist nicht mit Gold aufzuwiegen. Und Täter können wir potentiell alle sein bzw. werden (spreche als Missbrauchsopfer aus Erfahrung). Ich finde auch das zynische Gerede gegen Täter-Intervention unsäglich. Es erinnert mich an „Nazis raus“-Parolen statt Aussteigerprogrammen. Es wird immer auch (wenn vielleicht auch wenige) problembewusste Pädophile geben und es ist wichtig, sie nicht an die Wand zu stellen sondern ihre Selbsthilfe-Versuche zu unterstützen! (Habe selbst ein gespaltenes Verhältnis zu meiner Mittäterin-Mutter, die verzweifelt versucht ihre Taten wieder gutzumachen durch Geldgaben, Ehrenämter bei Menschenrechtsorganisationen usw.) Für ihre Taten verachte ich sie, aber ich stelle sie so weh das tut öffentlich nicht an die Wand (habe die Taten angezeigt dies muss reichen). Sehe wie sie leidet und ihr Leid abarbeitet und dann auch wieder selbst zynisch ist und sich von mir abwendet. So ist und wird es wohl bleiben. Doch dies kann mir auch mit einem verurteilten Mörder meiner Tochter passieren, nachdem ich dessen Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl (USA) abgelehnt habe.
    Wie sagte doch Wolfgang Menge: Die Mörder sind unter uns.

  19. lupa schreibt am :

    Tut mir leid …
    „dass Täter auch mal Opfer waren ….“

    Hallooo – das gibt ihnen noch lange kein Recht sich an Kinder zu vergreifen und diese für ihre schmutzigen Fantasien zu benutzen. Ist ja praktisch wie ein Freibrief …

    „dann müsste es auch erlaubt sein, dass sich die Opfer an den Tätern rächen für das was ihnen angetan wurden“ Die Opfer hätten dann wenigstens eine Genugtuung für die Qual und all das Leid.

    Nein und nochmals Nein – die Regierung muss endlich Farbe bekennen und sich mehr um den Opferschutz kümmern. Das salbungsvolle Gerede der Politiker, die dann doch nichts tun, ist ein Schlag ins Gesicht für jedes Opfer.

    Hier werden wie immer – Täter zu Opfern gemacht … das Opfer selbst kann sehen wo es bleibt … oder es wird wieder zum Täter abgestempelt mit den dummen Ansagen wie: ist selber schuld etc pp.

    Nochmal:
    keiner hat das Recht (egal wie dessen Kindheit verlaufen ist) sich an Kinder zu vergreifen, missbrauchen, misshandeln und oft auch noch zu töten. Dafür gibt es keine Entschuldigung.

    Hat schon mal jemand die Opfer gefragt? Gefragt wie sie sich fühlen? Wie es ihnen all die Jahre ergeht und ergangen ist? Wie es in ihrem Inneren aussieht? Wie viele schlaflose Nächte wegen Alpträume etc.? Wie viel an Ängste immer noch in den Opfer drinnen ist? Wie alleine sie mit allem sind? Sie können sich kaum oder nicht mitteilen, die Scham ist einfach zu groß? Sie wurden schon während dem Missbrauch als Opfer vom Täter hingestellt. Das Kind ist quasi Schuld dass es missbraucht wurde …

  20. lupa schreibt am :

    Berichtigung:
    es sollte heißen im Schlusssatz:
    Sie wurden schon während dem Missbrauch vom Täter als Beschuldigte(r) hingestellt. Das Kind ist quasi Schuld dass es missbraucht wurde …

  21. Heribert Süttmann schreibt am :

    Meines Erachtens handelt es sich hier um einen sinnlosen Nebenkrieg. Soll die Charité-Kampagne nach den Vorstellungen des Kritikers von „Kein Täter werden“ wg. Erfolglosigkeit abgeschafft werden? Wenn das die Forderung wäre, hätte ich die Kritik als zielorientiert empfinden können. So aber wirkt se auf mich eben – sinnlos.

  22. Pit Van CalvinII schreibt am :

    Ich frage mich jenseitig dieser ganzen Erhebung,so positiv sie auch zu wereten sein mag, wie viele mit Tendenzen zu dieser Störung sich nicht bei dem Angebot oder Ähnlichen melden, welche vielleicht so, wie schon über Täter erklärt wird, gar kein Interesse oder Bewusstsein davon teilen, sich für etwas Grauenvolles zu interessieren, und sich munter an entsprechendem Film/Bildmaterial vergnügen, bis das irgendwann nicht mehr ausreicht.

    Safe your kids … protect your kids. Kinder als auch die Eltern müssen Möglichkeiten haben, sich bzw. ihre Kinder vor solchem ‚Volk‘ besser zu schützen.

    Wenn man in einigen Texten von den Tätern oder Störungsträgern als „ganz normalen Menschen“ spricht, muss man sich fragen, ob pädophile Interessen etwas „Normales“ sind. Ich hoffe, so weit abgestürzt sind die Wissenschaftler bisher nicht.

  23. klaraklara schreibt am :

    Die Aufhebung der Verjährungsfristen dürfte die Motivation, sich eine möglichst wirksame Therapie zu suchen und sich darauf einzulassen, erheblich steigern.

  24. hildegard schreibt am :

    @Heribert Süttmann Gesetzlich geschützt dürfen auch potentielle Täter in diesem Staat lügen, bis der Arzt kommt … / Unbeachtete, total verzweifelte Jugendliche müssen in diesem Staat erst einmal so lange Lärm machen oder sich ins Koma saufen oder um sich schießen, bis die Polizei kommt …

    Verzweifelte Menschen suchen hier gemeinsam nach Wegen, wie dieser Gewalt-Seuche überhaupt noch beizukommen, und wie weiteren Übergriffen früh genug/anders vorzubeugen sei …

    „Sinnloser Nebenkrieg“? – während dem Staat nach neun Jahren nichts als die Empfehlung von „Pillen und kalten Umschlägen“ einfällt?
    Konstruktivere Eingebungen erwünscht!

  25. Nathalie G. schreibt am :

    Es gibt zu diesem Problem keine Generalloesung. Aufhebung der Fristen, motiviert keinen Tater sich in Therapie zu begeben. Kein Taeter denkt Jahre im Voraus, ausserdem denken sie alle sie sind schlauer als Andere. Uberwachung auf Verdacht? Was fuer einen Staat bekommen wir dann? Das oeffnet falschen Anschuldigungen Tuer und Tor und es gewinnen immer die, die am Besten das System spielen. Seit 17 Jahren stehe ich an der Seite eines Opfers wg Missbrauchs vor Gericht, ich sehe es quasi aus der ersten Reihe. Vorallem sehe ich, wie auch nach 17 Jahren keine Konzepte ueberzeugen und greifen. Ich faende es ganz fundamental mal gut, wenn man Experten ausbilden wuerde fuer die Opfer, um ihnen das dauernde Unverstaendnis fuer Langzeitfolgen usw zu ersparen. Es waere gut, wenn man endlich anfangen wuerde Kindern vor Gericht Glauben zu schenken, wenn sie ueber Missbrauch berichten und das nicht als Phantasiegeschichte abgetan wuerde. Kinder sind vor Gericht nicht zeugentauglich, das MUSS unbedingt modifiziert und abgeschafft werden. Es macht Kinder zu Vogelfreien der Justiz.Es ware wuenschenswert, wenn Behoerden, Polizei und Gerichte hinsehen, statt alle Gruende erwaegen um wegzusehen, wenn es Verdacht auf Missbrauch gibt. Ich koennte endlos weiteraufzaehlen. Und dann…wenn auch noch dem letzten klar wird, dass Kinder echte Menschen sind und diese auch echte Rechte haben, dann werden vielleicht Taeter vorsichtiger, denn dann koennen sie nicht mehr damit rechnen einfach freigesprochen zu werden, wenn es sich „nur“ um ein Kind geht. Zu Therapie kann niemand gezwungen werden, aber auch wenn sie nichts tun aus Angst doch mal erwischt zu werden und dafuer ins Gefaengnis zu muessen…auch dann waere viel gewonnen.

  26. lupa schreibt am :

    Dass nicht mehr für unsere Kinder getan wird liegt wie immer am Geld. In Berlin erzählen sie was von Kinderschutz, die Wirklichkeit spricht eine andere Sprache.

    Selbst bei Familien, wo Träger wöchentlich ein- und ausgehen werden nach wie vor Kinder misshandelt, missbraucht und auch getötet.

    Die Jugendämter geben die Fürsorge an freie Träger ab, die wollen keinen Klient verlieren, das Elend nimmt seinen lauf. (Konnte man unlängst in der Sendung „Zoom“ sehen). Die Kommunen jammern, dass ihnen zu wenig Gelder zur Verfügung stehen, Berlin wiegelt ab, der Kreislauf beginnt von vorne, das Kind bleibt auf der Strecke. Auch hier werden die Täter anschließend therapiert noch und nöcher … und das Opfer? Wieder ist es das Leidtragende am System.

    Habe hier was von „dann noch mehr Überwachung“ gelesen … was ist da falsch?

    Besser wir alle wachen mehr über die Kinder, uns überwacht der Staat schon, hier müssen wir keine Sorge haben.

    Doch wenn ich bemerke, dass ein Kind sich verändert, aufsässig oder ruhig wird, zuckt wenn es plötzlich angesprochen wird, immer weg läuft, dann mache ich mir Gedanken und versuche das Vertrauen des Kindes zu gewinnen um zu erfahren was los ist. Es muss nicht immer sexueller Missbrauch dahinter sein, doch auch Schläge und Essenentzug ist Missbrauch, Misshandlung an einen Menschen das sich nicht wehren kann. Und auch dem gehört Einhalt geboten.

    Hier sind vor allem die Familie, Verwandten, Nachbarn und Schule gefordert. Warum wird da nicht hin geschaut? Sieht das denn niemand?

    In Deutschland leben ca 7000 Kinder auf der Straße, sie werden zum großen Teil nicht mal vermisst. Weder in der Schule, noch sonst wo. Und wer glaubt, dass alle abgehauen sind wegen der Schule und den Noten (wie man uns erzählt), der irrt hier gewaltig. Die meisten Kids sind abgehauen wegen Schläge und sexueller Misshandlung, das dazu. Diese Kids verkaufen ihre jungen Körper um überleben zu können, erst kommt wegen Ekel der Alkohol, später die Drogen. Und warum das alles? Weil wieder Erwachsene wegsehen anstatt mal dahinter zu sehen oder weil sie mit den Behörden nichts zu tun haben wollen.

    Nett – die Opfer dürfen weiter leiden … ist ja nicht unser Kind … kein weiterer Kommentar …

  27. hildegard schreibt am :

    Kinder als Vogelfreie der Justiz – auch noch nach 70 Jahren Sonntagsreden und Selbstbeweihräucherung von Klerikern und PolitikerInnen …
    Soll das so bleiben?
    In diesem Forum gab es kürzlich den Hinweis auf das DACHAU-INSTITUT, das u.a. auch die Ursachen sexualisierter Gewalt sucht. Fündig wurde der Autor Jürgen Müller-Hohagen zunächst bei sich selbst http://www.dachau-institut.de/psychologie/seelische_auswirkungen/seelische_auswirkungen_0.html – und erkannte, es müsse sich „… auch dann um Verleugnung handeln, wenn die Bedeutung problematischer Inhalte abgewehrt wird und wenn Zusammenhänge zerrissen werden. Wir wissen in Deutschland um die Grundtatsachen des Nazi-Reichs und zentral um dessen Verbrechen, aber, und hier beginnt eine sehr wirksame Verleugnung, wir schreiben dem im allgemeinen keine oder allenfalls nur eine geringe Bedeutung für unser persönliches Leben in der heutigen Gegenwart zu. Der Zusammenhang zwischen damals und heute, zwischen „Politischem“ und „Privatem“ ist gerade an dieser Stelle sehr häufig unterbrochen.“ Zitat aus seinem Kapitel „Verleugnung“ …
    SELBSTERKENNTNIS dieser Verleugnung geht jeden an, die gesamte Gesellschaft und muss JETZT endlich in und aus den naziverseuchten oberen Etagen der Justiz heraus beendet werden!
    Denn das Signal „verjährt“ entließ die Täter ALLE aus ihrer Verantwortung, stellte die Kinder kalt, entmündigte jede Überlebende, jeden Überlebenden – trotz Grundgesetz.
    Ein Verfassungsbruch durch politisch akzeptierte Naziverbrecher, der zu anhaltend kollektiver Verleugnung verführte …! Nur sensibilisierte Juristen erkennen das und wissen um die fürchterlichen Auswirkungen dieses Justizirrtums.
    Ein nicht länger korrumpierbarer Justizminister kann heute noch die Abschaffung dieser menschenunwürdigen Ursache aufgrund ‚erkenntnis-psychologischen Nachhilfe‘ in Gang setzen …
    Und die Zustimmung von 86% der Bürgerinnen und Bürger wäre ihm gewiss – gewiss auch deren Nachsicht über sein Zögern, Zaudern und Zagen ;-)…

    Kein Rechtsfrieden in Deutschland ohne Aufhebung der Verjährungsfristen!

  28. lupa schreibt am :

    Zitat:
    Demnach wurden im vergangenen Jahr täglich etwa 40 Mal Kinder Opfer sexuellen Missbrauchs – insgesamt wurden 14.877 Taten registriert.
    Zitat ende.
    Hier der Link dazu:
    http://www.tagesschau.de/inland/kriminalstatistik-kinder-100.html

    eine ungeheuerliche Zahl und die Dunkelziffer ist mit Sicherheit noch mal so viel …

    und da kann die Regierung tatenlos zusehen? Da sind die nicht mal dazu in der Lage endlich die Verjährungsfrist aufzuheben?

    Es ist nicht zu fassen, Kinder haben in Deutschland keine Rechte???

  29. lupa schreibt am :

    Gestern Abend wurde in Phoenix eine Sendung ausgestrahlt über den Missbrauch der Pfarrer an den ihnen anvertrauten Kindern.
    Es war ekelig was da an Ansagen von Seiten des Vatikans wie auch von der Regierung (hier in der Sendung ging es vornehmlich um Irland) gezeigt wurde.

    Leider konnte ich den Thementitel hier nicht rein schreiben. Lt. Webseite bei Phoenix wird diese Seite gerade neu gemacht.

    Evtl. kann jemand anderer mal nachsehen wie der Titel zur Sendung heißt und wann die Wiederholung stattfindet, das wäre lieb.

    (Mein Rechner ist alt und sehr langsam, habe immer Probleme bis ich an Daten dran komme -sehr langsamer Seitenaufbau, oft fliefe ich deswegen raus)

    lg lupa
    ————————-
    Hier der Titel: „Mea Maxima Culpa“

  30. Karl Görtz schreibt am :

    mea maxima culpa german

  31. Allendorf schreibt am :

    Das menschliche Leid und die daraus resultierenden Heilsversprechen sind mindestens so alt wie die Menschheitsgeschichte. Techniken Methoden und Begründungsmuster finden ihre Protagonisten. Aktuell setzt unsere Gesellschaft, als auch Betroffene und Täter irtmlich auf die umfassende Wirksamkeit von Psychotherapien.
    Schon allein die Wortwahl Projekt deutet auf die tatsächliche oder gespielte Ahnungslosigkeit und Hilflosigkeit der handelnden Personen. Die Zahlen selbst, sowie die Interpretationen durch die Charité, unterstreichen in skandalöser Weise diesen politisch/wissenschaftlich begleiteten Alibi- Blindflug.
    In diesen bisher beispiellosen Präventionsprojekt der Charité soll das als Krank identifizierte gewalttätige (Trieb)-Verhalten nicht wegtherapiert werden, sondern dessen Ausbruch verhindert werden. Gemäß dem Ansatz Grunde liegenden Salutogenese-Modell ist Gesundheit (also nicht übergriffiges Verhalten) nicht als Zustand, sondern als Prozess zu verstehen. Auf der Grundlage eines solchen Menschenbildes steckt in jedem Menschen, also auch ein potentieller Täter, den es präventiv zu beeinflussen gilt. Psychotherapeuten übernehmen die bisherige Rolle von Pädagogen und werden nun zum therapeutischen Prozessbegleiter. Folgt man diesen verkürzten Gedanken so kommt man zu der irreführenden Aussage: Umso größer die bereitgestellten Geldtöpfe für eine angeblich psychotherapeutische Prävention, umso weniger kommt es zu Übergriffe in unserer Gesellschaft.

    Klientelpolitik zur Alimentierung von Psychotherapeuten hilft weder den einzelnen Menschen noch der Gesellschaft. Gerade die Psychotherapie, als eine noch sehr junge Forschungsrichtung, muss in Hinblick auf ihre nicht einlösbaren und daher demagogischen Heilsversprechungen überaus kritisch hinterfragt werden.

    Präventionspolitik kann nur auf den Schultern vieler gedeihen, insbesondere durch die umfangreiche Beteiligung der Betroffenen.

  32. Lisbeth schreibt am :

    Danke lieber Karl Goertz für den Link.
    Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte dies auf jeden Fall tun. Exzellent recherchiert und zusammengestellt macht dieser Film klar, wie Gewalt gegen Kinder systemisch inhärent ist in der katholischen Kirche und wie auch das Vertuschen von oben nach unten sehr klar strukturiert und durch-organisiert ist. Es wird auch nochmal sehr deutlich, dass ein Herr Ratzinger auch heute noch (einige seiner kriminellen Vertuschungsaktivitäten sind bestimmt noch nicht verjährt) sofort vor ein Gericht gestellt werden müsste – zusammen mit einem gut Teil der oberen Hierarchie der Kirche.
    Wenn man dann noch versucht wirklich zu erfassen, dass es in den geheimen Archiven Dokumente gibt, die klar darauf hinweisen, dass sexualisierte Gewalt schon seit über 1700 Jahren ein Problem in der katholischen Kirche ist, kann wirklich nur zu dem Schluss kommen, dass diese kriminelle, menschenverachtende Organisation sofort aufgelöst werden, und ein nicht geringer Teil der angehäuften Reichtümer für Hilfe und Entschädigung für die Opfer bereitgestellt werden sollte.
    Kleine Ironie am Rande: unter der Beschreibung des Films steht ein Link für Hilfe für Paedokriminelle- nämlich: ‚Kein Täter werden‘.
    Irgendwie schließt sich da auch wieder ein Kreis…

  33. hildegard schreibt am :

    Die erhöhte Achtsamkeit in der pädagogischen Arbeit – von der Tagesmutter bis zum Hochschullehrer – hätte mit Kindern und Jugendlichen täglich jede Menge Dialog zu führen, sobald Auffälligkeiten auftreten. Das ist IHR eigentlicher Beruf. Der Staat allerdings kürzt die Mittel für alles, was nicht Turbo-Karrieren verspricht. Und die Befindlichkeiten der Akteure wären dabei nur Sand im Getriebe …

    Die Eltern und Lehrer dürfen mit ihren Überforderungen im Erziehungsgeschäft“ nicht allein gelassen werden. „Das ganze Dorf“ ist mit zuständig! Dazu braucht es Transparenz. Lauter offene Ohren, Augen, Arme und wache, warme Herzen. Und Gesetze, die nicht die falsche Seite schützen. Und wenn schon Subventionen, dann bitte in menschliches Potential, denn „Präventionspolitik kann nur auf den Schultern vieler gedeihen, insbesondere durch die umfangreiche Beteiligung der Betroffenen“ , wie im Vorkommentar ‚Allendorf‘ bereits betonte.

    Der Vergleich mag hinken …: „Die Menschen im Gazastreifen fragen sich, weshalb deutsche und westeuropäische Regierungschefs diese Verstöße gegen internationale Konventionen nicht scharf verurteilen. Das sind Kriegsverbrechen, die hier jeden Tag im Gazastreifen durch die israelischen Streitkräfte verübt werden.“ (aus dem Hilferuf des Freien Journalisten Martin Lejeune aus Deutschland vom 31.7., der dort seit zwei Wochen um sich herum beispielloses Leid wahrnimmt und auch um sein Leben fürchten muss …)

    Warum nur diese Angsthasen-Politik und jene Klientel-Politik …?! Warum werden Insider nicht gehört? Warum geben die Regierungschefs ihre Eigenverantwortlichkeit an Lobbyisten ab? Verteilen beliebig Steuergelder? Verspielen Vertrauen? Stärken die Starken? Schwächen die Schwachen? …

  34. Burkhard Aller schreibt am :

    2000 haben sich gemeldet, was eine Einsicht voraussetzt,die man in Grenzen sogar positiv bewerten kann, weil dadurch u.U. eine Gefahr abgewendet und größerer Schaden vermieden werden kann. 2000 von „X“, von denen wiederum „X“ tatsächlich zu Tätern werden. Die Möglichkeiten einer präventiven Therapie finde ich gut, den Mangel an Therapieplätzen nicht. Als Betroffener (Opfer) in de 60er Jahren!!! erkenne ich eine gewisse Sensibilität, zumindest in diesem Bereich und das einiges in Bewegung ist (für die potentiellen) zukünftigen „X“ Täter, die vielleicht einmal…….., weiss aber auch, das es noch viele Opfer gibt, die sich aus „Scham“ nicht wagen. ihre Geschichte und das Leid offen zu machen, und weiter still leiden müssen.

  35. Karl Görtz schreibt am :

    Zu dem Link Gaza passt auch der Kommentar von KenFM. Und bitte keine neue Art von Montagsdemos herbeirufen. Ich stimme KenFM hier ausdrücklich zu. Hier gehen wenigstens noch Menschen auf die Strasse und protestieren.

    http://kenfm.de/blog/2014/07/31/stoppt-putin-jetzt-nachdenken/

  36. hildegard schreibt am :

    Karl Görtz, danke für den Link! Den KenFM-Kommentar von Ken Jebsen sollte jede,-r anhören und verbreiten.
    Genau so ist der Kollaps der ‚westlichen Werte‘ [ 12%!! ] zu verstehen, der „den Rest der Welt(!)“ bedroht, bedrohnt, unter ‚dröhnendem Schweigen‘ einer verlogenen Regierung zum verbrieften Menschenrecht.
    Sind denn Werte noch Werte in einer solchen „Wertegemeinschaft“?
    Wir brauchen Frieden für alle Kinder dieser Welt.
    Und Gesetze, die überall den Seelenmord wie Mord und Völkermord sehen und beenden. – Noch kein Geheimdienst wurde bisher im Namen der Menschlichkeit eingesetzt …

    Das Kapital aber braucht Kriege zur eigenen Existenz – so etwa sagte es der Papst neulich.

    Seit 100 Jahren werden industrialisierte Kriege geführt mit immer scheußlicher werdenden Methoden, und „Der Krieg ist ein Meister aus Deutschland“ …!

    Wie aber könnten Banken, Wirtschaft und Handel ohne Kriege florieren?
    Das „verlogene Pack“ fürchtet noch nach 100 Jahren, die Wirtschaft könne sonst zusammenbrechen …

    „Meine Zielgruppe bleibt: Der Mensch“

  37. 4 Kommentare von der Nachbarseite schreibt am :

    4 Kommentare
    Ludmilla schreibt am 07.07.2014:
    ja und die schlüsse die die wissenschaftler ziehen sind haarsträubend:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/paedophilie-gehirn-von-einigen-maennern-reagiert-anders-auf-kinderfotos-a-970702.html#ref=plista
    Pit Van CalvinII schreibt am 08.07.2014:
    Wenn sich dort von einer Vorkommens-Spanne zwischen 50000 bis 250000 pädophilen Menschen für ganz Deutschland ( Schätzungen ) 2000 melden, gilt das vermutlich als großer Erfolg.
    Wer unternimmt etwas gegen all jene, die sich da niemals melden, es auch nicht vorhaben, oder je darüber nachdenken? Da macht es auch keinen Unterschied für künftige Opfer, ob es sich um pädophil Veranlagte oder Ersatz-gebunden aktive Leute handelt
    Zu hoffen bleibt nur, dass die Toleranz-Forderung gegenüber Pädophilie nicht die hellen Köpfe in der Wissenschaft zu verweichlichen beginnt. Das könnte sich auf die juristische Ebene übertragen, und irgendwann sehen wir uns mit einem Recht darauf, pädophil zu sein, konfrontiert.
    Ich finde es schon leidsam genug, dass Pädophile öfter versuchen, ihre Krankheit als sexuelle Ausrichtung ( Ephebophilie, Päderastie ect. ) zu verkaufen, und sich über den Vergleich mit Alterismen in der Partner-Präferenz zu rechtfertigen suchen. Der Versuch eines sich Unterstellens Pädophiler bei den GLBT-Gruppen sehe ich daher als bedrohlich.
    Ich hoffe, dass besseres Verstehen von etwas, das man untersuchen kann, nicht zwangsläufig seiner Verharmlosung zuarbeitet. Das wäre der verkehrte Weg, damit umzugehen. Mit Grüßen aus Kiel.
    hildegard schreibt am 08.07.2014:
    Die große Herausforderung an die medizinische und die psycho-soziale Forschung:
    Jeder Tat muss durch Aufklärung und Abschreckung vorgebeugt werden …
    Jeder Täter war einmal Opfer …
    Jeder hat mindestens mit einer Tat mindestens ein Leben zerstört …
    Jede Tat hinterlässt bleibende Spuren beim Opfer …
    Jede Spur der Gewalt im Opfer produziert Spuren im Umfeld …
    Jede Schädigung geht in die Genstuktur des Opfers …
    Jede Schädigung geht in die nächste Generation …
    Unabhängige Wissenschaftler wären gut beraten, die Regierungen der Welt über die Fragen dieser Zusammenhänge aufzuklären im Namen der Überlebenden und Toten. Alle neuen Erkenntnisse sollten künftig für jeden verständlich veröffentlicht und diskutiert werden.
    Sandy schreibt am 25.07.2014:
    Die Schwierigkeiten bei dem Projekt sind ja:
    1. Es gibt auch sehr viele pädophile Frauen, was man natürlich nicht laut sagen darf.
    2. Nicht jeder, der ein Kind missbraucht, ist automatisch pädophil. Den meisten geht es schlicht und einfach um das Ausüben von Macht. Da hilft dieses Projekt den zukünftigen Opfern auch nicht.
    3. Es gibt sehr viele, die überhaupt nichts gegen ihre Veranlagung unternehmen WOLLEN. Die machen entweder überhaupt nichts oder nehmen an dem Projekt teil, nur, um später vor Gericht besser dazustehen und eine mildere Strafe zu bekommen.
    Dazu kommt noch, dass immer mehr Therapeuten mittlerweile auf der Seite des Täters sind, frei nach dem Motto: “Der Arme, der kann doch gar nichts dafür, er ist einfach so veranlagt!”,.
    Und welche Hilfe gibt es für die Opfer?????
    Jahrelanges Warten auf einen Therapieplatz.
    Therapie aus eigener Tasche bezahlen, nur, um endlich einen Platz zu bekommen.

    Schöne Grüße
    Sandy

  38. Marlis schreibt am :

    Möchte auf eine Radiosendung hinweisen:
    Bayern2
    Donnerstag 21.08.2014
    Eins zu Eins. Der Talk
    In der Vorankündigung der Zeitschrift „Gehirn und Geist“ heißt es:
    „Michael Osterheider leitet ein Therapiezentrum des Präventionsnetzwerks >Kein Täter werden< in Regensburg. Männer, die sich von Kindern sexuell angezogen fühlen, können sich hier anonym behandeln lassen. Im Gespräch mit Ursula Heller berichtet der forensische Psychiater aus seinem Berufsalltag."

    Ich meine, lege dafür aber nicht meine Hand ins Feuer, bereits vor einiger Zeit gelesen zu haben, dass es inzwischen fünf oder sechs dieser Präventionszentren gibt, da die psychiatrischen Fakultäten von Universitäten an diesem Thema besonderes Interesse bekunden. Da fliesst dann wohl auch besonderes Geld.

  39. Marlis schreibt am :

    So habe ich mir denn mal die Mühe gemacht, das gesamte Netzwerk anzuschauen, denn es geht schließlich nicht nur um Berlin. Die fünf Standorte, an die ich mich erinnern konnte, haben sich inzwischen auf zehn ausgeweitet.

    Vielleicht ist es nicht jedem so bewusst, aber hier geht es um Geld, um Zuschüsse von Ministerien und damit um die Stärkung und die Ausweitung von psychiatrischen Fakultäten an Universitäten. Von daher einen komprimierten Überblick mit welcher Geschwindigkeit sich dieses Netzwerk entwickelt hat.

    2005 Universität Berlin
    April 2009 Universität Kiel
    2010 Universität Regensburg
    19.10.2011 Universität Leipzig
    14.03.2012 Universität Hannover
    April 2012 Universität Hamburg
    05.02.2013 Universität Stralsund
    03.03.2013 Universität Gießen
    11.06.2014 Universität Düsseldorf
    02.07.2014 Universität Ulm

    Laut Ankündigung der Homepage werden weitere Standorte folgen.

    Ein derartiges Konstrukt, das einer Überprüfung seiner Tauglichkeit überhaupt noch nicht standgehalten hat, wird in Windeseile ausgeweitet und finanziell gut ausgestattet. Der Bürger ist wieder beruhigt, es geschieht etwas in Deutschland.

    Vielleicht sollten wir nicht vergessen, an Universitäten geht es um Lehre und Forschung, nicht um das Heil einzelner Kinder, die vielleicht das Glück haben, einer sexuellen Misshandlung zu entgehen.
    Würden die „Fachleute“ nicht hingehen und Pädophilie als „psychische Störung“ bewerten, was sie nicht ist, würde sich niemand darum kümmern, dann wäre das Ganze für die Universitäten uninteressant und der Opferschutz ihnen ziemlich egal.

  40. hildegard schreibt am :

    Wer aus Forschung und Lehre meldet sich zur Fehl-Diagnose „psychische Störung“ und sagt kompetent seine/ihre Meinung?

  41. Marlis schreibt am :

    @hildegard
    Vielleicht verstehe ich die Frage nicht ganz richtig, aber es meldet sich natürlich niemand. Wie ich geschrieben habe, sie wollen alle am Futternapf der ministeriellen Forschungsausschüttungen sitzen. Niemand wird auch nur ansatzweise an der von Prof. Beier in die Welt gesetzte Diagnose der Pädophilie als „psychische Störung“ rütteln. Im Gegenteil, sie ist ein weiterer Baustein zur Manifestation der Psychiatrie als medizinische Wissenschaft, wovon sie de facto meilenweit entfernt ist.

    Wenn ich dieses hochstilisierte Forschungsprojekt in Relation dazu setze, wie diese Psychiatrie mit Betroffenen umgeht, dann schwillt mir wirklich der Kamm. Neben der erfahrenen Misshandlung gibt es als Gratishäppchen noch die Diagnose einer Psychose oder Schizophrenie oder Borderline Persönlichkeit oder, oder…oben drauf. Und wenn sie den Täter verklagen wollen, hängt sie auch wieder mit drin. Ob der Psychiatriehörigkeit unserer Justiz ist sie mit ihrer Schwadroniererei über menschliches Verhalten und wann es „normal“ ist und wann „unnormal“ immer dabei. Der/die Betroffene kann ihr nicht ausweichen, wie eine Klette klebt sie an dem Menschen, egal, was er/sie bzgl. der erlittenen Behandlung unternehmen will.

    Für Betroffene von sexueller Gewalt gibt es keine hoch gestochenen Forschungsprojekte, in denen man sich intensivst mit ihnen auseinandersetzen könnte. Denn ich bin sicher, über die gesamten systemischen Zusammenhänge, die in jedem einzelnen Fall von Bedeutung sind, ist noch lange nicht alles erkundet.

    Aber solange die Psychiatrie der Medizin zugeordnet ist, und sie ist kräftig dabei, sich dort immer fester zu etablieren, wird sich für Betroffene nichts ändern.

  42. Marlis schreibt am :

    ……, egal, was er/sie bzgl. der erlittenen Behandlung unternehmen will.
    Es muss natürlich heißen…bezgl. der erlittenen Misshandlung…….

  43. hildegard schreibt am :

    @ Marlis Kein Geld für’s Notwendige auch hier. Prof. Pfeiffer hat ja offenbar bereits Zahlen vorzuweisen, die quasi die Pleite der bisherigen deutschen Gerichtsbarkeit belegen, wie mein Link im letzten Kommentar zeigt. – Und die Kanzlerin hat berechtigte Ängste um ’s Staatssäckel, wenn sie sich für gefolterte Kinder wirklich einmischen und für Wahrheit und Klarheit sorgen wollen würde. Drum lässt sie ’s beim großen Auftritt der Ministerinnen, kümmert sich um funktionierende Banken und glaubt die Wirtschaft mit Waffengeschäften retten zu können.
    Politiker_innen wollen den Ernst der Gefahren nicht wahrhaben, der sich in allen Menschenrechte-Ressorts gleichermaßen zeigt. Sie bräuchten nur genau hin zu schauen auf die praktische Arbeit an der Basis und wüssten, wie sehr sie mit ihrer Politik das Vertrauen der Menschen selbst untergraben.
    „Die Falschen werden behandelt“, so ein Psychiater über die Psychiatrie – siehe auch http://www.nachdenkseiten.de/?p=22526#more-22526 – er weiß es sehr wohl …
    Menschenrecht braucht gerechte Gesetzgebung und klare Grenzen.
    Das Menschenrecht aber kennt keine Grenzen, wie ein aktuelles Beispiel für politischen Irrsinn zeigt in diesem Interview http://withwingsandrootsfilm.com/de/interview-simran-sodhi/ – es lässt sich also doch etwas ändern, wenn Missstände zum Himmel schreien und sich genug Kollegen auf die Seite des Rechts stellen. In diesem Fall schaffte die Petition mit 73.151 Unterschriften eine (vorläufige) Umkehr mit Menschenverstand …

    Die „gesamten systemischen Zusammenhänge“ zeigen also vom Hakenkreuz bis zur Zahlmoral in allen Bereichen sehr deutlich, woher der Wind weht.
    Ob und wann dann „dieses hochstilisierte Forschungsprojekt“ von den eigenen Kollegen auf unserer Seite widerlegt werden kann, das steht in den Sternen …

  44. Karl Görtz schreibt am :

    Hier ermittelt die Polizei zwar, aber ihr fehlen nach eigenen Angaben bislang die Haftgründe.
    Was braucht man denn eigentlich noch an Beweisen frage ich mich? Man lese selbst:

    http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/sorge-vor-mutmasslichem-sexualstraftaeter-polizei-warnt-buerger-in-bottrop-vor-selbstjustiz-id9800804.html#plx1690036673

    und hier kümmern sich Besorgte so sehr um die Täter. Gebt den Tätern doch noch eine siebte Chance. Und während der Täter sagt: Bin wieder Draußen, ist das Opfer immer noch drinnen in seinem Trauma oder in der Psychiatrie.

    http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/zu-wieder-draussen-interview-mit-klaus-michael-boehm-richter-am-oberlandesgericht-karlsruhe-100.html

  45. Karl Görtz schreibt am :

    Zitat:

    In Deutschland ist es in vielen Fällen so, dass jemand erst eine psychotherapeutische Behandlung bekommt, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Wenn er also schon zwei schwere Straftaten, z.B. Vergewaltigung begangen hat, und ihn dann wegen der Dritten abgeurteilt hat, und dann endlich kümmert man sich um ihn…

    … unser Ziel ist es, Opfer zu schützen, durch die psychotherapeutische Behandlung der Täter…

    http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/zu-wieder-draussen-interview-mit-klaus-michael-boehm-richter-am-oberlandesgericht-karlsruhe-100.html

    Zitat Ende

    Ich übersetze die obigen Auszüge aus dem Interview mal auf meine Art:

    Pass mal auf Täter. Du hast zwei Vergewaltigungen frei. Dafür kommst du zweimal in den Knast. Wenn du dann aber noch mal vergewaltigst, dann kommst du zu uns, denn wir sind für den Opferschutz tätig.

    „Wieder draußen“
    Heute Abend im Ersten.
    Ist mir übel

  46. Karl Görtz schreibt am :

    Wer „pflegt“ eigentlich in Deutschland seit Jahrzehnten diesen Systemfehler, von dem dieser Richter sprach, und wer hat Interesse daran, dass dieser Systemfehler auch weiterhin bestehen bleibt? Also, wer betreibt hier seit Jahrzehnten diese Systemfehlerintegrationspflege? Und auch auf diese Frage werde ich keine Antwort bekommen. Da muss die Politik sich nicht wundern, wenn meine unbeantwortete Frage in eine Verschwörungstheorie mündet: Dieser Systemfehler ist von der Politik gewollt!

  47. hildegard schreibt am :

    Diese verbreitete ‚Systemfehlerintegrationspflege‘ vergiftet alle scheinbaren Bemühungen um vertrauensbildende Maßnahmen einer Politikerkaste – die sich am Ende als Irreführungen entpuppen …

    Von allen Seiten sollten politische Täuschungs-Versuche als solche entlarvt, gesammelt und angeklagt werden, wo und wann immer das Geld mehr zählt als Menschenrechte.
    Und es handelt sich um nicht wenige Verfassungsbrüche – wissentlich werden wir getäuscht, verbriefte Grundrechte verletzt, wird Macht missbraucht und Gewalt verordnet …

  48. Karl Görtz schreibt am :

    Charité Berlin: Pädophilie-Präventionsprojekt für Jugendliche

    „Mehr als 2000 Männer haben sich nach dem ersten Aufruf vor neun Jahren bei der Charité gemeldet.“

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/charite-berlin-paedophilie-praeventionsprojekt-fuer-jugendliche-13247677.html

    Kommentar:

    Das hatten wir schon mal.

    Da frage ich mich doch: Herrscht da etwa ein enormer Erfolgsdruck auf der Charité Berlin.
    Diesmal sind es MEHR als 2000, na gut, also eine Steigerung zu FAST 2000. Diesmal haben ETWA 400 ein Therapieangebot gegenüber RUND 400 erhalten. Ist zwar vage und plakativ bezüglich der Zahlen, aber egal.

    http://netzwerkb.org/2014/07/17/faktencheck-padophilie-praventionsprojekt-kein-tater-werden/

    Und dann wird man doch noch genauer:

    170 haben die Therapie heute am 05.11.2014 erfolgreich abgeschlossen. Zum 06.07.2014 waren es nur 95 innerhalb von fast 9 Jahren. Ich wiederhole: 95 innerhalb von fast 9 Jahren.

    Ich wiederhole nochmals:

    Von 2005 bis zum 06.07.2014, also innerhalb von fast 108 Monaten, wurden nur 95 erfolgreich therapiert. Und jetzt, urplötzlich, innerhalb von sage und schreibe 4 Monaten wurden 65 erfolgreich therapiert.

    Da haben die jetzt aber von der Charite eine Turbotherapie innerhalb von 4 Monaten hingelegt Oder übt da vielleicht irgendeiner Erfolgsdruck aus? Will vielleicht der Herr Justizminister Erfolge sehen, wenn mehrfach 100.000 Euros in das Projekt fließen? Wer steht jetzt hier eigentlich unter enormen Druck? Und die Frage: Warum? Na? Wer weiß es?

  49. Karl Görtz schreibt am :

    Ich muss mich korrigieren: 170-95 = 75 und nicht 65.
    In Prozent ist das übrigens eine Therapieerfolgssteigerung von 2131,65 % in einem Monat.
    Na ja, von der Gefährlichkeit der Seuche Ebola wusste die Bundesregierung auch schon seit Jahren. Erst als sie drohte, hier im Westen Einzug zu halten, bemühten sich die Herrschaften. Hört man im Moment auch nichts mehr von. Hat auch seinen Grund.

  50. Beate Lindemann-Weyand schreibt am :

    Mal abseits der wenig vielversprechenden Zahlen finde ich es es problematisch, dass Jugendliche nach dem „kein Täter werden“-Konzept behandelt werden.
    Hier wird meines Wissens nach vermittelt, dass es sich um eine Krankheit handelt, die man mehr oder weniger „einfach so“ bekommen hat. Geburtsfehler? Zufällig auftauchende Krankheit?

    Aus dem Spiegelartikel: „Vielen Jugendlichen fällt geradezu ein Stein vom Herzen, wenn sie merken, dass die Eltern trotz allem hinter ihnen stehen.“
    Wenn ein Jugendlicher Phantasien mit Kindern hat, sollte man sich extremst Sorgen machen. Vor allem sollte man sich doch Gedanken über die Entstehung der Gedanken machen und darüber ob dieser Jugendliche nicht Opfer einer sexuellen Gewalttat wurde! Vielleicht wäre es auch nicht ganz unwichtig zu schauen, welche familiären Hintergründe hier vorhanden sind?
    Durch eine Charite-Therapie für Jugendliche besteht doch die Gefahr, dass die Jugendlichen in einer Krankheit festgehalten werden, die sie vielleicht gar nicht haben, sondern eine Folge einer sexuellen Gewalterfahrung! Auf diese Weise wird das dann nie ans Licht kommen- man hat ja dann eine Krankheit.
    Gerade für Jugendliche besteht sehr viel Hoffnung, dass sie durch eine auch auf ihre Kindheitserfahrungen fokussierte Therapie nicht in diese Fußspuren hineingehen, dass sie wieder Empathie für andere empfinden können, weil sie diese für sich selbst, z.B. als Betroffene von sexualisierter Gewalt, wieder gewinnen.
    Sehr problematisch, was gegenwärtig von Seiten der Charite propagiert wird!

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/hilfe-fuer-paedophile-jugendliche-in-berlin-an-charite-a-1001279.html

  51. Gertrud Tammena schreibt am :

    @Beate Lindemann-Weyand, in dem Artikel ist von vielen Einzelgesprächen mit den sich derzeit als pädo-phil empfindenden Jugendlichen die Rede.Ich gehe davon aus, daß diese Gespräche einen therapeutischen Chrakter haben und auch Eigenbetroffenheiten, Trauma und Erlebnissen nachgehen und dann auch da ansetzen.Eine jugendliche Phase festzuschreiben, zu zementieren, als
    Prägung zu begreifen, wäre allerdings nicht hilfreich.

  52. Beate Lindemann-Weyand schreibt am :

    Liebe Frau Tammena, zwischen Therapie und Therapie können Welten liegen. Zwischen Kontrolle angeblicher „Bedürfnisse“ und einer Aufarbeitung eigener Erfahrungen auch.

  53. Anna M. schreibt am :

    Alles was ich bisher über „kein Täter werden“ gehört und gelesen habe deutet NICHT darauf hin, daß hier irgendwie beabsichtigt wird, frühere sexualisierte Gewalterfahrungen aufzuspüren und einzubeziehen geschweige denn Traumatherapie zu machen.

  54. Gertrud Tammena schreibt am :

    Insofern finde ich den aktuellen offenen Brief „Pädophile Impulse nachhaltig stoppen“ einen sehr konstruktiven Einspruch. Obsessionen und Zwangsvorstellungen/Zwangshandlungen sind auch als veränderte Flashbacks denkbar. Es ist darauf zu achten, daß hier nicht wiederum wie bei manchen anderen populären Störungen (ADHS; Alzheimer,..) ein hauptsächlich pharmagesteuertes medikamentenfokussiertes Projekt entsteht, das andere grundlegende Ansätze verantwortungslos
    vernachlässigt: die Pille macht`s ja…

  55. Pit Van CalvinII schreibt am :

    Zitat_lipa : Nochmal:
    keiner hat das Recht (egal wie dessen Kindheit verlaufen ist) sich an Kinder zu vergreifen, missbrauchen, misshandeln und oft auch noch zu töten. Dafür gibt es keine Entschuldigung.Zitat_lupa_Ende

    Einige Fachversierte glauben ja so etwas, wie dass Opfer später irgendwann selbst Täter werden (können). Da bedarf es wesentlich intensiveren Ansätzen in der Therapie, um solche Verläufe aufzubrechen und zu begleiten! Ein Mensch, der über seine Erfahrungen als Opfer reflektiert und intellektuell Analyse betreibt, wird nicht (automatisch, zwangsläufig ) in so einen Weg abgleiten. Es ist möglich, diese „Kette“ zu knacken. Wie man sie brechen kann, das sollte in der Begleitung eines Opfer-Lebens gelehrt und bewusst gemacht werden. Damit ist es möglich, einen Anteil der Täterwerdung aus der Opfer-Position hervor auszubremsen.

    Zitat_lupa: Hat schon mal jemand die Opfer gefragt? Gefragt wie sie sich fühlen? Wie es ihnen all die Jahre ergeht und ergangen ist? Wie es in ihrem Inneren aussieht? Wie viele schlaflose Nächte wegen Alpträume etc.? Wie viel an Ängste immer noch in den Opfer drinnen ist? Wie alleine sie mit allem sind? Sie können sich kaum oder nicht mitteilen, die Scham ist einfach zu groß? Sie wurden schon während dem Missbrauch als Opfer vom Täter hingestellt. Das Kind ist quasi Schuld dass es missbraucht wurde …Zitat_lupa_Ende

    Ich kenne es aus leidvoller Erfahrung, dass man als Kind nicht wie ein richtiger Mensch gesehen, noch behandelt wird. Gerade auch von Psychologen bzw. Psychiatern. Mag sein, dass sich das in den letzten 30 Jahren verändert hat, wenigstens ein wenig. Ich habe als Kind gelernt, niemandem zu vertrauen. Immerzu Überprüfung Verlass vorzuziehen, und gerade dann, wenn Menschen mit dem Zuspruch zum Ernstnehmen hausieren, nochmal genauer zu prüfen und zu hinterfragen.
    Nicht Ernst genommen und als ‚blühender Fantast‘ verrufen zu werden, ist das Schlimmste überhaupt, wie man als Kind und Opfer vor den Kopf gestoßen werden kann. Das versetzt einem gleich nochmal einen Schlag und zeigt auf, wie wenig Erwachsene bzw. Vertrauenspersonen wie Lehrer, Pfarrer, Arzt ect. dieses Vertrauen wirklich verdienen.

    Das kann sich nur ändern, wenn erlauchte Fachversierte irgendwann lernen, Respekt vor Kindern, deren Erfahrungs- und Wahrnehmungsraum zu bewahren, und sich nicht nur in Thesen von der kindlichen Persönlichkeits-Ausfaltung von anno dazumal zu versenken.

  56. rasch schreibt am :

    osterheider war gerade im TV ARD

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Artikel aus den Medien

ARD BRISANT ARD Tagesschau Augsburger Allgemeine Badische Zeitung Berliner Morgenpost Berliner Zeitung DER SPIEGEL derStandard.at DER TAGESSPIEGEL derwesten.de DEUTSCHE WELLE Deutschlandfunk Deutschlandradio DiePresse.com diesseits.de DIE WELT DIE ZEIT FOCUS Frankfurter Allgemeine Frankfurter Rundschau Hamburger Abendblatt Hannoversche Allgemeine Humanistischer Pressedienst Kölner Stadt-Anzeiger Leipziger Volkszeitung Lübecker Nachrichten Mitteldeutsche Zeitung n-tv N24 NDR.de NDR Info Neue Zürcher Zeitung nordwestradio Publik-Forum Saarbrücker Zeitung SPIEGEL ONLINE stern.de SÜDWEST PRESSE Süddeutsche Zeitung taz TP Presseagentur Berlin WAZ WELT ONLINE ZDF heute ZEIT ONLINE