Geldnot nach Missbrauchsvorwürfen: Odenwaldschule kauft sich ein Jahr Zeit

21.08.2014: SPIEGEL ONLINE

Sie war die wichtigste deutsche Reformschule und linksliberales Aushängeschild. Doch sexueller Missbrauch im großen Stil und endlose Streitereien haben die Odenwaldschule fast ruiniert. Jetzt darf es anscheinend weitergehen – erst einmal für ein Jahr.

Es gab Zeiten, da besuchten jedes Jahr hunderte Gäste aus ganz Europa die Odenwaldschule in Hessen. Das war in der Weimarer Republik so und in den 1970er bis 1990er Jahren. Die Pädagogin Ellen Key, die Künstlerin Käthe Kollwitz oder der Historiker und Schriftsteller Golo Mann kamen, weil sie sich hier die einst so progressive Reformpädagogik anschauen wollten. Weiter lesen…

8 Kommentare

  1. Ex-Odenwaldschüler und Betroffener schreibt am :

    Mit welcher Begründung wird die Betriebsgenehmigung der Hodenwaldschule nicht entzogen?Wegen der immer noch existierenden Macht des Old boy Network?Wegen der Angst das nach der Schliessung dieser „Schule“ vielleicht noch mehr sprechen?Weil „Pädagoge“ die dort jahrelang dem Treiben zuschauten ihre Arbeitsplätze verlieren?Zum Schutz der Biographie von Odenwaldschulabsolventen?

  2. Ex-Odenwldschülerin schreibt am :

    Ich möchte darauf aufmerksam machen,das am 1.10.2014 um 20.15 der Film „Die Auserwählten“ mit anschließender Diskussion bei Anne Will läuft und darin offensichtlich im Film nur der Missbrauch an männlichen Betroffenen thematisiert wird.Es gab auch betroffene Mädchen.Die sexuelle Gewalt an Mädchen und jungen Frauen wird allerdings auch von Glasbrechen-der im Prinzip nur für die männlichen Opfer eintritt-als Beziehung zum Lehrer der de facto der Missbraucher war dargestellt.Warum macht man diesen Unterschied?Warum ist sexuelle Gewalt an 12-15jährigen Jungen sexuelle Gewalt ,bei 12-15 jährigen Mädchen jedoch eine Beziehung?Warim wird es so dargestellt als betreffe es nur Jungs an der Odenwaldschule.Ich als weiblicheBetroffene fühle mich von Glasbrechen verraten und nicht vertreten!!!Ebenso von diesem Film!!!!

  3. Hubert schreibt am :

    Hauptentstehngsort von Missbrauch ist oft bei leitenden Instanzen oder Personen zu finden.
    Dort sind die Machtgefälle am größten, was überhaupt erst Missbrauch in dieser Form ermöglicht.
    An solchen Orten ist immer äußerste Vorsicht geboten und Kontrollen von unabhängigen Personen nötig.
    Man mag sich garnicht ausmalen, was in naher Zukunft noch so alles ans Tageslicht kommt wird …
    Schlimm das alles.

  4. Herbert schreibt am :

    Der Verein Glasbrechen ist eine Vetretung der männlichen Opfer an der Odenwaldschule.Die weiblichen Opfer der Odenwaldschule haben keine Lobby und werden daher kaum erwähnt bzw. bestenfalls am Rande.

  5. klaraklara schreibt am :

    Mal so ganz allgemein, da ich zur Odenwaldschule nichtws sagen kann. Es kommt mir öfters so vor, dass Solidarität für männliche und weibliche Gewalt-Opfer nicht ausreiichend zusammengeht, die entsprechenden Initiativen manchmal sogar gegeneinander laufen. Ich sehe darin eine Schwächung der Bemühungen, Kinder zu schützen und Opfern zu ihrem Recht zu verhelfen. Warum ist das so/muss das so bleiben?

  6. hildegard schreibt am :

    @ Ex-Odenwaldschülerin
    Herbert lieferte die halbe Erklärung: ‚Die weiblichen Opfer der Odenwaldschule haben keine Lobby und werden daher kaum erwähnt bzw. bestenfalls am Rande.‘
    Ergänzung – wie in allen anderen Betroffenen- Fällen: politisch nicht gewollte Aufklärung!

    Es handelt sich hier sicherlich nicht nur um die vom Jugendamt in der OSO untergebrachten „Unterschicht-Schülerinnen“. Die feige Bande einflussreicher Promi-Eltern samt ihren bestens bezahlten Staranwälten und bestechlich-buckelnden und obrigkeitshörigen Beamten nützt seit 65 Jahren die Irrtümer der scheinheiligen Gesetzgebung aus. Es handelt sich bzgl. Menschenwürde von Abhängigen um einen massiven Bruch des Grundgesetzes.
    Keiner will’s gemerkt haben:
    Kinder sind Menschen. Seelenmord verjährt nie. Das Verbrechen verjährt. Die Verbrecher wissen sich staatlich abgesichert geschützt. Der juristische Kuhhandel macht’s möglich. Der Aufstand der Anständigen unter (lauter niederträchtigen) Akademikern bleibt aus und „der Fisch stinkt vom Kopf her“. Diese ‚feine Gesellschaft‘ schaffte es Grund- und Menschenrechte aus zu hebeln. Mehrfach-Diskriminierungen trotz Antidiskriminierungs-Gesetz!!!

    Ohne scharfen Einschnitt in dieses kanke Rechtsverständnis zieht die Gewalt weiter ihre Kreise.
    So kann es keinen Rechsfrieden mehr geben.

  7. Ex-Odenwaldschülerin schreibt am :

    Es gab an der Odenwaldschule sexuelle Gewalt an Mädchen und an sehr jungen Frauen bis hin zu Vergewaltigungen,die zum Teil in Schwangerschaften endeten.Auf Betreiben der Odenwaldschule und mit Wissen und Einverständnis der Eltern folgten dann Zwangsabtreibungen und Zwangsadoptionen-das heißt die Schülerinnen wurden gezwungen ihre Neugeborenen zur Adoption frei zu geben,wenn es für eine Abtreibung zu spät war.Leider wurde das bisher im Rahmen der sogenanten Aufklärung kaum thematisiert!!!

  8. klaraklara schreibt am :

    @herbert und ex-odenwaldschülerin: mich würde interessieren, wie das kommt, dass die weiblichen Opfer an der Odenwaldschule keine Lobby haben? Habt ihr diesbezüglich eine Kritik an Glasbrechen e.V.?

    Wäre ja eigentlich zu erwarten, dass da alle gleichberechtigt vertreten werden.

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