„So viel Kaltschnäuzigkeit hätte ich nicht erwartet“

27.09.2014: netzwerkB

Andreas Huckele, 45, Beiratsvorsitzender im netzwerkB, besuchte von 1981 bis 1988 die Odenwaldschule. Seine Erfahrungen verarbeitete er in dem Buch „Wie laut soll ich denn noch schreien?“, das 2011 unter seinem Pseudonym Jürgen Dehmers erschien.

Dank Andreas Huckele wurden die Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule publik. Für den stern schaute er sich den ARD-Film „Die Auserwählten“ an – und war fassungslos. Hier erklärt er seinen Zorn:

Gleich zu Beginn präsentieren die Macher stolz den Schatz ihrer Produktion: Von sanfter Klaviermusik begleitet, zeigt die Kamera den Originalschauplatz der Verbrechen. Den Ort, an dem Hunderte von Kindern sexualisierte Gewalt erlebt haben. Jahrzehntelang.

Der Einstieg zu den „Auserwählten“ funktioniert – so der Titel des Films, den das Erste am 1. Oktober 2014 um 20.15 Uhr zeigt.

Ich bin neugierig und aufgeregt. Alles sieht genauso aus wie in der 1980er Jahren, als ich Schüler der Odenwaldschule war und in der Familie des Schulleiters und Serientäters Gerold Becker lebte. Der heißt im Film Simon Pistorius (gespielt von Ulrich Tukur) und ist dem Original bis zum Haarschnitt nachempfunden.

Irritiert frage ich mich erstmals: Sollte hier nicht eigentlich eine frei erfundene Geschichte erzählt werden?

Fiktion oder Tatsachen – zumindest auf dem Bildschirm erscheint kein Hinweis, der Klarheit schafft. Bereits der Filmtitel lässt allerdings darauf schließen, dass hier überwiegend mit der Kopierfunktion gearbeitet wurde. Ein englischer Dokumentarfilm über Männer, die in einem Internat sexualisierte Gewalt erlebt haben, heißt ebenfalls „Chosen“. Und so wirkt auf mich auch alles andere an diesem Fernsehfilm über die Odenwaldschule nur geliehen. Zunächst bin ich versucht, Ulrich Tukur die Darstellung des Schulleiters abzunehmen, aber die Eindimensionalität des dargestellten Charakters verhindert das schnell. Mein Interesse weicht der Skepsis.

Erzählt wird die Geschichte aus der Per- spektive der jungen Lehrerin Petra Grust (Julia Jentsch). Der Schulleiter Pistorius stellt sie ein, nimmt sie auf in seine Welt, und der Zuschauer nähert sich dem Leben auf dem reformpädagogischen Internat nun durch die Augen der neuen Lehrerin.

Irritiert und ungläubig erlebt Grust, wie der Mikrokosmos Odenwaldschule funktioniert. In der Schulkonferenz diskutieren Lehrerinnen und Lehrer pseudodemokratisch, und am Ende trifft der Schulleiter die Entscheidung. Mal sieht er über den Drogenkonsum von Schülern mit einem Witz hinweg, ein anderes Mal erteilt er wegen des gleichen Vergehens einen Schulverweis.

Der Zuschauer erlebt einen Monarchen, der selbstgefällig teilt und herrscht. Der dabei immer seine eigenen Interessen im Auge hat – und nicht das Wohl der Kinder. Und alle fallen auf diese Hütchenspieler-Tricks herein, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Die neue Lehrerin erkennt das Leid des Schülers Frank Hoffmann, der in der Schulfamilie des Schulleiters lebt und dessen permanenten Übergriffen ausgesetzt ist. Sie sucht das Vertrauen des Jungen, spricht mit ihm und erteilt ihm Nachhilfeunterricht. Sie allein nimmt die Verstörung des Jungen wahr – ausgerechnet sie, die einzige komplett erfundene Person des Films.

Eine Petra Grust gab es zu meinen Zeiten nicht einmal im Ansatz – niemand hatte uns zu helfen versucht. Was durch ihre Augen in dieser Miniaturgesellschaft zu besichtigen ist, kam erst Jahre später ans Licht. All das war in Zeitungsartikeln und Büchern zu lesen und auch in Dokumentarfilmen zu sehen.

Für den Spielfilm bedienen sich Regie und Drehbuch, Produktion und Redaktion des WDR schamlos aus den zahlreichen Berichten der ehemaligen Schüler, geben ihnen und den Tätern neue Namen und mischen eine Portion Weichspüler dazu. Als Musikstück wäre der Film ein Remix – neu aufgenommen, um als Supermarkt-Musik verramscht zu werden. Lediglich der Folklore-Faktor stimmt.

Als ich meinen einstigen Zimmernachbarn wiedererkenne, fällt mir die Kinnlade herunter. So eindeutig, so unverfroren! Sogar die Englandfahne haben sie ihm wieder über sein Bett gehängt. Er erfuhr von seinem Auftritt in dem Film durch mich. Er nannte es eine „Unverschämtheit“. Die Macher des Films haben nie mit ihm gesprochen.

Der Missbrauch, das ideologische Geschwafel des Personals, die Abhängigkeiten der Lehrer, die selbst Täter sind, und die Verblendung, dass eine antibürgerliche Haltung bereits eine gesellschaftliche oder pädagogische Leistung sei – all das wird dem Zuschauer nur als Episodensammlung angeboten.

Nach einer Weile spricht Petra Grust die beobachteten Indizien für den Missbrauch an. Sie hat den Musiklehrer Manni Wolf – unzweifelhaft die Imitation des Serientäters Wolfgang Held – mit einem jungen Schüler in Wolfs VW-Bus auf einer Wiese gesehen, beide unbekleidet. Die Reaktion einer Kollegin: „Nacktheit hat bei uns nicht unbedingt etwas mit Sexualität zu tun. Wenn der Schüler ein Problem hätte, dann würde er es doch sagen, oder?“

Der rote Faden des Films ist seine Unentschiedenheit: Soll er Fiktion sein, wofür die vollständige Erfindung der jungen Lehrerin spricht? Oder soll er sich möglichst nah an tatsächlichen Ereig- nissen bewegen, wofür die bis ins Detail präzise Rekonstruktion der Figur Beckers steht? Selbst seine Wohnung, einer von vielen Tatorten, wurde exakt nachgebildet – einschließlich der dort stattfindenden Saufgelage mit Schülern, wie sie zu meiner Zeit stattgefunden haben.

Es ist vor allem den Betroffenen zu verdanken, dass sich die Odenwaldschule in der öffentlichen Wahrnehmung von der reformpädagogischen Vorzeigeeinrichtung zum Synonym für den systematischen Missbrauch von Kindern wandelte. Mit ihren Berichten und Gesichtern haben die Betroffenen dafür gesorgt, dass die unvorstellbare Wirklichkeit der Odenwaldschule plötzlich nicht nur vorstellbar, sondern auch emotional nachvollziehbar wurde. Das Goethe-Haus war im März 2010 das meistgezeigte Motiv in den deutschen Medien. Das Land war im Schockzustand.

Diese mühsam zusammengesetzte Wirklichkeit wird nun in 90 Minuten wieder zerstört.

Ich habe den Film mit zwei Personen angeschaut, die nicht auf der Odenwaldschule waren. Beide fragten: „War das wirklich so?“ Was wir auf dem Bildschirm sehen, scheint am Ende wahrer als das Ergebnis, das die jahrelangen Bemühungen um die Wahrheit brachten.

Ein Film, der unterhalten soll, muss wohl auch das Gute anbieten. Es muss ein Aufatmen geben. Hier in Gestalt der Lehrerin, die die Nöte der Kinder sieht und etwas ändern will. Doch noch einmal: Diese Lehrerin gab es nicht!

Die Wirklichkeit war viel brutaler und hoffnungsloser, als dieses Filmchen seinen Zuschauern vorgaukelt. Vielleicht ist die Wahrheit zu brutal und hoffnungslos, um zur besten Sendezeit konsumiert zu werden.

Beim Abspann werde ich noch einmal richtig zornig. „Wir danken der Odenwaldschule für ihre Unterstützung“, heißt es da und soll die Drehgenehmigung am Originalschauplatz honorieren.

So viel Kaltschnäuzigkeit hätte ich nicht erwartet. Immerhin fanden die Dreharbeiten zu einer Zeit statt, in der ein Lehrer der Schule Kinderpornografie auf seinem Computer hortete und eine Schülerin von einer Lehrerin dafür gemobbt wurde, dass sie Grenzüberschreitungen zur Sprache brachte. Wieder wurde das erst öffentlich, als Medien darüber berichteten. So gesehen ist der Dank an die Schule der Gipfel des Zynismus: Hier wird gemeinsame Sache mit der Täterorganisation gemacht, wo Distanz angemessen gewesen wäre.

An dieser Stelle verkauft Christoph Röhl, der Initiator und Regisseur des Films, nicht nur die Betroffenen, sondern auch sich selbst.

Vielleicht hält sein Film ein klein wenig die Debatte über Gewalt gegen Kinder in Gang. Die Menschen aber, die auf der Odenwaldschule sexualisierte Gewalt erfahren haben, werden erneut beschädigt, indem ihre Biografien als Rohstoff benutzt und ausgebeutet werden.

Einer von ihnen schrieb den Machern des Films im vergangenen Jahr: „Ich bin Betroffener sexualisierter Gewalt an der Odenwaldschule, und nun bin ich Betroffener eures Filmes.“ Die Antwort des Produzenten war lapidar und ausweichend. Wie früher. So wie der Junge damals nicht gesehen wurde, so wenig wird heute der Mann gesehen, der seine Geschichte preisgab – ohne zu ahnen, was aus ihr wird. Ich habe aufgrund meiner jahrelangen Erfahrung immer gesagt: „Der Odenwaldschule sind wir scheißegal.“

Nun kommt hinzu: den Filmemachern offensichtlich auch.

Mehr auf netzwerkB:
DIE WENIGEN MUTIGEN LEHRER ZU TÄTERN GEMACHT

 

23 Kommentare

  1. Hamlet schreibt am :

    Hallo Andreas.

    Hab den Film noch nicht gesehen, weiß auch nicht, ob ich den am 1. Oktober im Streaming online anschauen kann, das vorweg. Glaube allemal, dass der Film nicht das Ausmaß wirklich darstellen kann. Dazu gehörte zweierlei, keine Fernsehproduktion für das Abendprogramm zur Hauptsendezeit eines öffentlichen Senders zu sein, aber auch, dass Filmemacher und Akteure, ein filmisches, „künstlerisches“ Meisterwerk schaffen wollten, einen Film wie „Festen“ beispielsweise. Aber das sind Einzelfälle, Ausnahmen.

    Wichtiger finde ich, dass produziert wird, gerade auch für ein breites Publikum, in halbwegs vernünftiger Qualität. Christoph Röhl, aber auch das Team haben das in den letzten Tagen zum Ausdruck gebracht, dass angesichts der Unfassbarkeit von vielen Abläufen, der Film, wenn dies schonungslos bis ins Letzte dargestellt worden wäre, nicht mehr glaubhaft gewesen wäre, zu extrem und unglaublich hätte vieles gewirkt.

    Daraus könnte man natürlich umgekehrt schließen: Vielleicht war’s einfach nicht das richtige Team, das da den Film gemacht hat, weil sich’s nicht in der Lage sah, die Vorgänge wirklich schonungslos bis zum Letzten zu zeigen und die Ausdrucksmittel hierfür zu finden. Als Kritik brächte das aber die Krämerseele der Ästhetik zum Vorschein. Nur, viele Teams, die sich überhaupt so einem Thema annehmen gibt’s nicht. Da ist’s mir zuerst einmal lieber, wie gesagt, dass überhaupt etwas für ein breites Publikum gedreht wird. Und hoffentlich kommt’s dann auch noch zu ein, zwei weiteren Filmen, die andere oder die ganze Dimension besser oder noch besser beleuchten.

    Damit mach ich erst mal Schluss, denn noch hab ich den Film nicht gesehen und um deine, auch menschlich sehr vernichtende Kritik zu beurteilen, muss ich mir das „Kunstwerk“ zu Gemüte führen. Danach melde ich mich vielleicht noch einmal.

    Grüsse.

  2. Doro schreibt am :

    Ich habe den Film natürlich auch noch nicht gesehen. Was mir aber tatsächlich den Atem stocken ließ, ist dieser Satz von Hamlet:

    „der Film, wenn dies schonungslos bis ins Letzte dargestellt worden wäre, nicht mehr glaubhaft gewesen wäre, zu extrem und unglaublich hätte vieles gewirkt.“

    Das ist für mich wirklich ein zusätzlicher Schlag ins Gesicht der Betroffenen. Und auch in mein Gesicht – ebenfalls Betroffene, wenn auch nicht an der OSO.

    Wie kann man als jemand, der offensichtlich etwas Ahnung von der Thematik hat, so einen Satz schreiben – und zwar mit der Zielsetzung, von einem Betroffenen Verständnis für diejenigen zu wecken, die auf breiter Basis versagen?

    Ist der entscheidende Faktor der Aufklärung wirklich der, was für eine nicht-wissen-wollende Gesellschaft „glaubhaft“ ist??

    Und fallen wir damit nicht wieder in den Zustand der Ausgrenzung und Stigmatisierung zurück, wenn unsere Erlebnisse angeblich „zu extrem und unglaublich“ sind?

    Was ist es denn anderes als ein Teil-Schweigegebot, das hier von Hamlet formuliert wird?

    Nur das sagen, was diejenigen, die uns seit Jahrzehnten im Stich lassen, glauben und ertragen können??

    Wie steht es eigentlich mit den Relationen, wenn heute ERWACHSENE angeblich nicht das BETRACHTEN der Wahrheit zugemutet werden kann, während dem (einstige) KINDER gegenüberstehen, die das ERFAHREN und ERLITTEN haben??

    Wo bleibt das Verständnis der ach-so-zart-Besaiteten für diese (einstigen) Kinder???

    Und wie, bitteschön, sollen Betroffene von ihrem Leid berichten, wenn sie noch immer Verantwortung für diejenigen übernehmen sollen, die sie eigentlich schützen sollten???
    Welche Sprache wäre denn genehm? Welche Worte und Darstellungen noch erlaubt (im Sinne von „erträglich“). Und erträglich für wen????

    Wieso müssen immer noch die Betroffenen die „Erwachsenen“ sein, während sich die (angeblich) Erwachsenen immer noch wie Kinder benehmen dürfen (Hand vor Augen halten, weil man das nicht sehen kann).

    Wie sollen denn diejenigen, die aufgrund mangelnder eigener Erfahrung diese Aussagen für unglaubhaft halten, endlich erkennen, dass das alles tatsächlich genauso passiert?

    Wie lange wollen wir uns eigentlich dieser kollektiven Blindheit und dem kollektiven Wegsehen unterwerfen?

    Und wie lange wollen wir es noch erlauben??

    Wie lange wollen wir noch erlauben, dass sich diese Gesellschaft lieber an ihren Vorstellungen und Vorurteilen festhält, als endlich der Wahrheit ins Auge zu schauen??

    Und wie soll überhaupt jemals sexualisierte Gewalt an Kindern wirksam unterbrochen werden, wenn dieser Gesellschaft erlaubt wird, weiterhin wegzusehen, wenns unangenehm wird?

    Das ist doch die altbekannte Kacke, die Wiederholung der alten Konstellation: WIR wissen, was eigentlich läuft, aber alle um uns herum – einschließlich der Täter – behaupten, dass es so nicht ist.

    Wollen wir wirklich zulassen, dass das ewig so weitergeht???

    Ich kann das nicht fassen!!!

  3. Hamlet schreibt am :

    Hallo Doro.

    Die Aussage selbst ist eine sinngemäße Wiedergabe aus einem der Interviews, dass die Filmemacher dieser Tage veröffentlicht haben. Ob ich die halbwegs richtig wiedergebe, hoffentlich. Ich schreibe ja auch, in Konsequenz war’s vielleicht das falsche Team, ist’s vielleicht der falsche Film, aber darüber können wir erst richtig debattieren, wenn wir alle den Film gesehen haben. Ohne den Film gesehen zu haben, honoriere ich erst mal die Tatsache, dass ein Team den Mut hatte, einen Film zum Thema zu drehen, der mehr Karten hat zu scheitern, es niemandem Recht zu machen, als breite Anerkennung zu finden.

    Gibt ja jetzt den Aufruf hier auf netzwerkb den Film anzuschauen und danach seine Meinung zu äußern. Danach beteilige ich mich vielleicht auch noch einmal an der Debatte. Die Kritiken, insbesondere die von Christian Füller, sind mir zu „meinungsbildend“ im Vorhinein, zu „Sicht-vorschreibend“, so weitgehend würde ich mir Kritiken danach wünschen, wenn alle im Wissen um den Gegenstand mitreden können. Um mehr ging’s mir nicht.

    Bis Donnerstag, Freitag, vielleicht.

    Grüsse.

  4. Pit Van CalvinII schreibt am :

    Das scheint ein für das Abendfernsehen typisch zurechtfrisierter Film zu sein, wenn man sich auf die Kritik aus erster Hand bezieht, und damit noch von Jemandem, der die vollständige Geschichte durchlebt hat. Natürlich ist das erneute Verbergen von Tatsachen, wenn diese als angeblich nicht zumutbar weggelassen werden, eine Art selektive Ignoranz gegenüber dem Thema. Solche Ignoranz scheint von der Öffentlichkeit häufig herbei zitiert, wenn es darum geht, den lieben Heile-Welt-Gedanken am Pulsieren zu erhalten. In gewisser Weise findet dort, wo die Wahrheit beschnitten und nicht gezeigt werden soll, eine Art Realitätsverfälschung statt.
    Im Fernsehen und bei den Film-Produzenten ist sowas wohl das FF, mit dem die arbeiten, denn Fernsehfilme entstehen nicht, um Wahrheit zu transportieren, sondern um primär Gewinn einzufahren. Deswegen schreibt man die Geschichten so passabel, dass sich die eitle Zuschauerwelt nicht die Nase rümpfen muss, und auch nicht den Glauben an das Gutmenschliche verlieren soll. Möglich ist noch, dass es so etwas wie eine Zensur gibt, durch welche ein Film sich durch arbeiten muss, damit er nicht zu sehr Wirklichkeit wird.

    Die Entscheidung darüber, was den Zuschauern zugemutet werden können soll, führen wahrscheinlich durch den Heile-Welt-Unsinn Verblendete durch, die auch in einen Film über Todesfolter bei der IS wahrscheinlich noch einen rettenden Engel hinein doktern würden.
    All dies erinnert uns daran, dass Fernsehn, Filmemacherei und Wirklichkeit völlig verschiedene Dinge sind.
    Eine Dokumentation über die Odenwaldschule und ihre ehemaligen Schüler hätte da wahrscheinlich mehr Sinn gebracht.

    Leider ist auch schnell in der Öffentlichkeit das Wirkliche einer Art gesellschaftlich modelliertem „Cocooning“ unterworfen, bei dem die schrecklichsten Stellen über die Zeit weg retuschiert werden. Denn so etwas, wie es bei sexualisierter Gewalt vorkommt, möchte das Heile-Welt-Konsortium nicht gern bewusst halten.

    Ich möchte mir den Film trotzdem ansehen, falls es den irgendwo zum Kauf / Runterladen gibt, aber die bisherige Kritik ist natürlich ein wenig Bestätigung dafür, dass die Film-Branche lieber mit Kunstsituationen und Relativierungen arbeitet. Wenigstens hätte man die darin dargestellten ehemaligen Schüler mit ins Gespräch bei der Produktion nehmen können.

  5. Doro schreibt am :

    Hallo Hamlet,

    ja, sorry, das habe ich wohl in der Aufregung überlesen, dass das ein (nicht deutlich erkennbares) Zitat ist. Meine Anmerkungen richten sich damit nicht gegen dich persönlich, sondern in Richtung all derer, die die Wahrheit nicht aushalten und sich mit ihrem Wegsehen bis heute zu Mittäter/innen machen (weil sie wirksame Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt an Kindern verhindern).

  6. Lili schreibt am :

    Hallo Doro,

    ich bin ganz bei Dir!!
    Ich hatte mich an dem gleichen Satz gestört, den kann man einfach nicht so stehen lassen…

  7. Doro schreibt am :

    Weils grad so passt:

    „Mord muss ans Tageslicht. Die Erinnerung an furchtbare Ereignisse und das Aussprechen der grässlichen Wahrheit sind Vorbedingungen für die Wiederherstellung der gesellschaftlichen Ordnung, für die Genesung der Opfer.“

    „Erst wenn die Wahrheit anerkannt ist, kann die Genesung des Opfers beginnen.“

    Judith L. Herman

  8. Gertrud Tammena schreibt am :

    Einspruch ! Wie und wieso soll man diese geschehenen Missbräuche und Vergewaltigungen von Kindern und Jugendlichen schonungslos bis ins Letzte „den Zuschauern“ darstellen – würde das nicht Voyeurismus Tür und Tor öfnen, zum Nachmachen animieren, neue Gewalt hervorrufen, Betroffene retraumatisieren,
    junge Schauspieler in Wirrniss zwischen Täter und Opferschaft bringen – was sollte das ,soll das als ur Schmerz und neues Grauen und dabei auch „verwirklichte“ reproduizierte böse Kriminalität ? Wer denn könnte dabei noch klar denken ohne zu kotzen und übel zu werden – so ein Film als erneuter Versuch der Kritik braucht Distanz auch zur Tat sonst bewirkt er weitere Abstumpfung, Wegsehen oder Untat – dies nein, bitte nicht – NEIN : es würde doch nichts klären können

  9. Gertrud Tammena schreibt am :

    Nachtrag:
    ich wende mich mit diesem Beitrag n i c h t gegen die Ausstrahlung des Films als Versuch einer verfremdeten Form der Dokumentation sondern gegen die hier erhobenen weitergehenden Forderungen, die Missbrauchstaten „bis ins Letzte“ nachzustellen – solche Schonungslosigkeit hielte ich wie oben ausgeführt Hinsicht für unangebracht, ja ,dem Verbrechen zuarbeitend

  10. Lili schreibt am :

    @ Gertrud:

    Dein Beitrag ist mir unverständlich.

    „Wie und wieso soll man diese geschehenen Missbräuche und Vergewaltigungen von Kindern und Jugendlichen schonungslos bis ins Letzte “den Zuschauern” darstellen…“

    Das hat ja niemand gesagt oder gemeint, aber es geht um Wahrheit und nicht VERFÄLSCHTE Darstellung!!
    Oder erfundene Helferfiguren, oder, oder…

    „Wer denn könnte dabei noch klar denken ohne zu kotzen und übel zu werden…“
    Von Gewalt sollte den Leuten ja übel werden, und Du widersprichst Dir selber, wenn Du dananch von „Abstumpfung“ sprichst!

    Der Film „Festen“ fällt mir ein , meiner Meinung nach ein Meisterwerk, der keinerlei Gewalt offen zeigt, aber SCHONUNGSLOS die Wahrheit und typischen Reaktionen der Umgebung, von der Ignoranz der Gäste bis hin zum unvorstellbaren Leugnen der Mutter…

  11. Gertrud Tammena schreibt am :

    @Lili
    1.In den hier vorhergegangenen Postings wurde sehr wohl eine schonungslose Darstellung gefordert.
    2. Übelkeit verhindert klares Denken und Handeln; Ekel schreckt ab; Retraumatisierung lähmt.
    Leute machen dicht oder wehren ab.Das hilft nicht.Die geschehene Verstörung kann man nicht „nachspielen“.
    3. Bzgl. „Festen“ stimme ich zu: ein sehr deutlicher und breit ausleuchtender Film, der enttabuisiert und entlarvt: Scheinheiligkeit, Verlogenheit, Verlassenheit,familiäre Übermächtigung

  12. Beate Lindemann-Weyand schreibt am :

    Andreas Huckele hat meine vollste Unterstützung!
    Man sollte sich entscheiden, ob man einen Spielfilm dreht oder einen Dokumentarfilm. Wenn man einen Spielfilm dreht und man hat nicht die volle Zustimmung und Zusammenarbeit mit dem dargestellten Betroffenen, dann geht so ein Film auf diese Weise nicht! Dass es dennoch so durchgezogen wurde empfinde ich als eine Grenzüberschreitung par excellence.
    Die Täter sind alle mehr oder weniger unbehelligt davongekommen, die Schule ist immer noch kein Museum (als Mahnmal) und viele Taten nicht aufgeklärt- auf diesem Boden einen solchen Film zu machen ist mir unbegreiflich. Es ist ein altbekanntes Prinzip, dass man auf einem nicht geklärtem Boden auch nichts Klares aufbauen kann. Ein Film, der dann eine rettende Lehrerin hinein zaubert, womöglich damit sich die Zuschauer nicht abwenden, ist eine äußerst schmerzhafte Verfälschung! Wieviele Kinder wünschten sich, dass so eine Figur auftauchte und sie kam nicht? Auch machen Pädokriminelle ja die Kinder glauben, dass sie ihnen vertrauen können- das gehört doch zum Programm. Wie schön wäre es gewesen, wenn die Kinder in den Lehrern keine Pädokriminellen gehabt hätten, sondern Helfer, echte Vertrauensleute! Das Vertrauen wurde und wird doch bei sexueller Gewalt so sehr gebrochen! Das Perfide ist doch, dass die Täter diese „Masche“ haben, wo dann jeder sagt “ och, der war doch so ein lieber Mensch, der so toll mit Kindern konnte“!
    Aufarbeiten, Bevölkerung aufrütteln darf man nicht mit angesüßten Halbwahrheiten. Die Verantwortung für die Kinder und für die Betroffenen hört doch nicht auf plötzlich!
    Wie der Film laut Derjenigen die ihn gesehen haben geworden ist, und die Art wie teilweise damit und den Betroffenen, den Tätern und der Schule umgegangen wird spricht auch eine Sprache!Man bekommt den Eindruck hier wurde einfach nicht aufgearbeitet. Und auch das ist ein altes Prinzip des Lebens: dass einiges immer so weitergeht, wenn man nicht klar Schiff macht!

  13. Doro schreibt am :

    Es geht nicht um die „konkrete Darstellung“ von sexualisierter Gewalt. Es geht um Wahrhaftigkeit. Darum, die Dinge nicht wieder – aus Gründen der „Erträglichkeit“ oder einfach, um falsche Vorstellungen von Taten, Tätern und Zusammenhängen unreflektiert weiter zu bedienen – zu verzerren. Es geht darum, den Mut zu finden, das, was Kinder TATSÄCHLICH erfahren haben (über die Menschen, das Dunkle, „Vertrauenspersonen“, gesellschaftliche Heuchelei und Lügen, Verrat, Alltäglichkeit sexualisierter Gewalt, Wegsehen, usw.) endlich auch für diejenigen, die nur zusehen müssen, nachvollziehbar zu machen. Dazu darf man nicht – wie es der Hauptdarsteller Ulrich Tukur sich zur Aufgabe gemacht hat – einseitig den Täter verteidigen wollen (siehe SPIEGEL 39/2014). Und dazu darf man auch nicht fiktive Helferfiguren einführen, die es tatsächlich für die Opfer (nicht nur der Odenwaldschule) weit und breit niemals gab. Die abgrundtiefe Verlassenheit und das tatsächliche Ausgeliefertsein als Kind, wenn NIEMAND da ist, um das, was passiert, zu unterbinden, NIEMAND da ist, der glaubt und sieht, wird verfälscht und verharmlost, wenn man – um den Zuschauer nicht zu überfordern – helfende Figuren einführt, die es in Wahrheit nie gegeben hat. Das ist es, was wir Betroffene fordern: Wahrhaftigkeit. Wir meinen damit nicht die konkrete Darstellung von Übergriffen. Leider scheint das noch immer von so vielen nicht verstanden zu werden.

  14. Hamlet schreibt am :

    Abseits von aller Auseinandersetzung, hab ich auch angemahnt, find ich die Schleichwerbung der Odenwaldschule auf der Homepage am Übelsten. Ich hab Verständnis für beide Seiten, sowohl für Andreas Huckele als auch für die Position, dass dies exemplarisch ist, nicht einmalig, aus eigener Erfahrung. Die Muster gleichen sich.

    Die übelste Schiene ist den Film als Schleichwerbung für die Einwerbung neuer Schüler zu nutzen. Da hört alles auf! Sich mit dem Film eine weise Weste zu schaffen und sich als neue Schule zu verkaufen, ist geschmacklos sondergleichen. Das bringen diese berechtigten Anliegen und Auseinandersetzungen meist mit sich: lachende Dritte. Genial! (Aus medienstrategischer Sicht) Diesmal reagiert die Schule nicht auf Kritik, weil: muss nicht. Und sie nützt das schamlos aus und Glasbrechen, so verständlich auch die Position im Konflikt sein kann, lässt sich von der Schule vorführen. The tide is changing! Should it? Noch ist nichts an wirklicher Aufklärung vollbracht, um sich so vorführen zu lassen!

  15. Hamlet schreibt am :

    Hab auch die Filmemacher angemahnt und hoffe, die haben reagiert. Leider hat mir das Landratsamt Hessische Bergstrasse nicht geantwortet. Ebensowenig die Odenwaldschule selbst. Korinthenkacker!

  16. Doro schreibt am :

    Was ich mich in diesem Zusammenhang nur immer wieder frage: Wie erwachsen (und verantwortungsbereit) ist eigentlich eine Gesellschaft, die es ihren Kindern zumutet (zugemutet hat), solcherart Übergriffe TATSÄCHLICH zu ERLEBEN, es selber aber (angeblich) nicht einmal aushält, sich sowas 90 Minuten lang ANZUSEHEN.

    Wenn es tatsächlich so ist, dass diese Gesellschaft nicht bereit ist, sich der Wahrheit zu stellen, dann bedeutet das, dass alles, was sie angeblich gegen sexualisierte Gewalt gegen Kinder tun und wie sie angeblich die Opfer unterstützen will, eine Lüge ist. Denn dann bestehen in dieser Gesellschaft weiterhin zwei Wahrheiten: einmal die offizielle, in der sexualisierte Gewalt gegen Kinder eine Randerscheinung und „ein bisschen Grabscherei“ ist, und eine, in der systematisch Sexualverbrechen an Kindern geschehen, die damit aber weiter alleine gelassen werden, weil diese Wahrheit gesellschaftlich weiterhin abgespalten wird.

    „Wie laut soll ich denn noch schreien“, fragt einer der OSO-Betroffenen. Die Weigerung, die grausame Wahrheit über sexualisierte Gewalt an Kindern endlich gesellschaftlich anzuerkennen (auszuhalten), verhindert nachhaltig, dass diese Parallelwelt endlich aufgebrochen und wirksam bekämpft werden kann.

    Die Kinder, die das erleben oder erleben mussten, wurden nie gefragt, ob sie das aushalten. Das Erleben und das Schweigen.

  17. Doro schreibt am :

    „Die Versuchung, sich auf die Seite des Täters zu schlagen, ist groß. Der Täter erwartet vom Zuschauer lediglich Untätigkeit. Das Opfer hingegen erwartet vom Zuschauer, dass er die Last des Schmerzes mitträgt.“

    Judith L. Herman

  18. Es wird wohl keine Absetzung des Filmes geben, da ich gerade auf meiner FB-Seite gelesen habe, gegen-missbrauch e.V. und Drehbuch-Werkstatt München kündigen den Film an, und können die Diskussionen nicht verstehen, da es eine FIKTION sei? Wie Bitte ??? Noch dämlicher geht es wohl nicht, die Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule sind Realität, Andreas Huckele hat durch sein Buch, welches er in TV ankündigte das Dilemma aufgedeckt. Damals dachte ich oh, wie hat er das geschafft, zu dieser Zeit hatte ich auch bein Buch beendet, suchte Verlage und bewarb mich bei der Drehbuch Werkstatt München (abgelehnt), aber nun weiß, das alle einen langen Weg gehen, bis zur Veröffentlichung (no name, no chance – so ungefähr, enorm hoher Druckkostenvorschuss wird von den Autoren (Ausnahme Promis, da wird jeder Scheiß gedruckt, um den Inhalt geht es leider nicht). Mit Idealismus kann man kein Geld verdienen, aber Idealisten können zusammen für Gerechtigkeit kämpfen, ist der Weg auch noch so mühsam!!!

  19. Gysi schreibt am :

    Ich kann Kritik von Herr Huckele sehr gut nachvollziehen. Ich hätte auch so reagiert.
    Ich werde mir denn Film heute abend anschauen .
    Was mich schon im Vorfeld stört . Das der Film verfälscht wird ( das eine Retterin gibt bioLehrerin ) was nicht Tatsachen entspricht.

  20. Gertrud Tammena schreibt am :

    Wer hätte sich denn keine/n Retter/in dringlichst gewünscht ? Darf ein Spielfilm nicht diese Lücke füllen, um sie einzufordern ? sicher gab es in weiterer Umgebung der Odenwaldschule anderswo ein Kind, daß sich immer wieder doch nicht getraut hat, am Lehrerzimer anzuklopfen, um eine potentielle ausgeguckte „Retterin“ um Hilfe zu bitten,sich zu entdecken und wußte doch nicht, wie… – ganz ganz sicher. Es gibt so vielfältigen Missbrauch und es gab doch so wenig Publicity / Interesse / Offenheit –
    warum sich gegenseitig so behaken statt mit unterschiedlichen Mitteln/Möglichkeiten für die gleichen Intentionen,Hoffnungen,Ziele zu kämpfen ? Es gibt keinen einzig richtigen Königsweg, sondern viele
    verschiedee nsätze.

  21. @Elfi Haase,

    ich glaube das haben Sie etwas missverstanden in unserem Beitrag auf FB. Das die Fälle an der OWS Realität sind ist nicht nur mir mehr als bewusst, aber alleine durch die Tatsache das in diesem Film in die Wirklichkeit Dinge hinein projiziert werden die nicht der Realität entsprachen (Stichwort Biologielehrerin) und die Vernachlässigung der weiblichen Opfer ist dann keine dokumentarische Aufarbeitung, sondern eben etwas anderes was wir hier, der einfach halt, mit dem Wort „Fiktion“ versuchten darzustellen. Also, die Vermischung von Realität mit dazu Erdachten Elementen. Nicht mehr und nicht weniger.
    Auch steht nicregends das wir zum Zeitpunkt des Schreibens die Diskussion nicht verstehen können, im Gegenteil wir können Sie mittlerweile nachvollziehen und bedauern. Insbesondere den Streit unter Betroffenen.

    Ingo Fock

  22. Lieber Ingo Fock, ich habe es schon richtig verstanden, und nun nachdem der Film gezeigt wurde, sieht man es doch, die Filmemacher haben Fiktionen hineingeschrieben, in der Odenwaldschule – wo tatsächlich viel Opfer waren (sind), dass hätte man realistisch darstellen müssen, mehr auf die Opfer eingehen. Fiktionen werden täglich in TV-Krimis gezeigt, vielleicht zuviel. Das der Beitrag bei Gegen Missbrauch e.V. zur Diskussion anregen sollte, war eindeutig! Aber ich möchte hier nochmal meine Meinung äußern, sowie der Film und die anschließende Diskussion war unter dem zu erwartenden Niveau, im Film hätten zumindest die Täter, die bereit sind vor Kamera zu sprechen, zu Wort kommen sollen, speziell der Schluss, es gab ja einige Pressekonferenzen und Anhörungen, auch wenn es unterschiedliche Meinungen bei den Betroffenen – speziell hier der Odenwaldschule – gibt.

  23. Elvira schreibt am :

    Lieber Andreas,
    ich bin auch ein Missbrauchsopfer der 2. Generation der r. kath. Kirche. Mein Onkel J. Goldstein war ein missbrauchender Priester in unserem Dorf, er wurde als Kind selbst missbraucht, subtil von seiner Mutter, die unbedingt einen Heiligen Sohn im Himmel haben wollte und sie einen Platz neben ihm….heute denke ich oft, die ganzen Filme über JESUS, über den hl. Franziskus über Klara u.s.w. sind auch solche FILME, gemacht von MENSCHEN, die mit dem LEID der anderen nur ihr GELD und Ansehen verdienen möchten…so WIE ES DIR AUCH GESCHEHEN IST!
    Ich kann dich gut verstehen und freue mich für dich, dass der Film nun verboten wurde. Endlich jemand, der sich gegen die GESCHÄFTENMACHEREI mit dem unendlichen LEID „TRAUMA“ der ANDEREN gewehrt hat.
    Elvira

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Artikel aus den Medien

ARD BRISANT ARD Tagesschau Augsburger Allgemeine Badische Zeitung Berliner Morgenpost Berliner Zeitung DER SPIEGEL derStandard.at DER TAGESSPIEGEL derwesten.de DEUTSCHE WELLE Deutschlandfunk Deutschlandradio DiePresse.com diesseits.de DIE WELT DIE ZEIT FOCUS Frankfurter Allgemeine Frankfurter Rundschau Hamburger Abendblatt Hannoversche Allgemeine Humanistischer Pressedienst Kölner Stadt-Anzeiger Leipziger Volkszeitung Lübecker Nachrichten Mitteldeutsche Zeitung n-tv N24 NDR.de NDR Info Neue Zürcher Zeitung nordwestradio Publik-Forum Saarbrücker Zeitung SPIEGEL ONLINE stern.de SÜDWEST PRESSE Süddeutsche Zeitung taz TP Presseagentur Berlin WAZ WELT ONLINE ZDF heute ZEIT ONLINE