STOP SEXKAUF

12.10.2014: netzwerkB

INTERNATIONALER KONGRESS ZUM ABBAU DER PROSTITUTION:
STOP SEXKAUF

VOM 5.-7.12.2014

IM ANTON-FINGERLE-ZENTRUM, SCHLIERSEESTR. 47, 81539 MÜNCHEN

Der Kongress widmet sich dem Thema Prostitution in ihrer Auswirkung auf die betroffenen Frauen und die Gesellschaft. Er klärt auf über die Realität in der Prostitution, das hohe Risiko, das die Frauen tragen und die hohe Gewalt, die von Freiern ausgeht. Er setzt den Mythen der Prostitution die Wirklichkeit entgegen und macht deutlich, dass Sexkauf nicht erlaubt sein darf.

Prostitution schafft ein Bewusstsein, dass sexuelle Benutzung von Frauen durch Männer normal, käuflich und gesellschaftlich gestattet sei. Gleichberechtigung wird auf diese Weise ausgeschlossen. Prostituierte erleben die sexuelle Benutzung ihres Körpers durch fremde Männer 1-30 mal am Tag mit entwürdigenden und z.T. brutalen Praktiken. Wie Schweden beurteilen wir diese Realität als Gewalt gegen Frauen. Schweden hat 1999 ein Gesetz zur Bestrafung der Freier erlassen, um die Prostitution langfristig zu beenden (schwedisches Modell). Die Prostituierten erhalten Schutz und Unterstützung, in den Schulen wird vermittelt, dass der Körper einer Frau nicht käuflich ist. 80% der Bevölkerung stimmt dem Gesetz zu, Prostitution nimmt ab und Menschenhändler ziehen sich zurück. Sex zu kaufen ist verpönt.

In Deutschland haben wir seit dem Gesetz von 2002 einen enormen Anstieg der Prostitution in allen Facetten und eine boomende Sexindustrie mit Milliardengewinnen. Die Rhetorik der Prostitutionslobby von Prostitution als Beruf, freier Entscheidung, angeblicher Selbstbestimmung und Emanzipation ist in (fast) alle Köpfe eingezogen, BordellbetreiberInnen und Dominas beeinflussen die Gesetzgebung in ihrem eigenen Geschäftsinteresse, sprechen aber nicht für die Masse der Prostituierten.

Frauen, die es geschafft haben, aus der Prostitution auszusteigen, berichten von den oft verheerenden Folgen und fordern vehement ein Sexkaufverbot.

Weitere Informationen: STOPSEXKAUF.Kongress.pdf

37 Kommentare

  1. Lisbeth schreibt am :

    Wichtiges Projekt. Mutiges Projekt – zumal ja gerade in Deutschland es als prüde oder sonstwie verklemmt dargestellt wird, wenn man auf dem Verbot der Prostitution (und damit dem Schwedischen Modell) besteht.
    Was aber nun noch mutiger – und eben auch zeitgemäßer – wäre, wenn man die ganze Thematik nicht mehr nur auf Frauen bezöge, sondern auch auf Männer, Transgender, Transsexuelle – also MENSCHEN.

  2. Tine schreibt am :

    Hallo Lisbeth,
    es liest sich für mich so, als wäre es bereits auf alle Menschen bezogen. Tatsache ist aber, dass die weit überwiegende Menge der Prostituierten Frauen sind. Die Verhältnisse in der Prostitution lassen sich eben nicht einfach so von umdrehen – von Frau auf Mann. Prostitution ist eben eine Art Abbild der Machtverhältnisse in der Gesellschaft.

  3. Anna M. schreibt am :

    Männliche Prostituierte sollten einbezogen werden. Sie werden nicht von Frauen, sondern von Männern gekauft und erleben die gleichen Auswirkungen wie die weiblichen Prostituierten.

  4. Beate Lindemann-Weyand schreibt am :

    Hinzu kommen natürlich auch die vielen Stricher.

  5. Lotosritter schreibt am :

    Es gibt auch männliche Prostituierte und weibliche Freier, die sich weibliche wie männliche Prostituierte mieten. Und es gibt auch Prostituierte, die ihr Tun als Beruf empfinden. – Ich denke, solche Empörung ist wenn eine Aufgabe der Betroffenen und nicht irgendwelcher ideologisierter und paternalistischer Fürsprecher.

  6. Camilla schreibt am :

    @Lotosritter. Es gibt jede Menge männliche Prostituierte. Die sind oft noch im Kindes -oder Jugendalter und werden von überwiegend von Männern benutzt. Alles Andere fällt zahlenmäßig fast gar nicht ins Gewicht. Wenn eine Frau einen Mann für`s Bett will, findet sie ihn in der Regel auch ohne dafür zu bezahlen. Frauen, die Lust am Quälen und Demütigen von Männern haben und damit Geld verdienen wollen, machen ein Dominastudio auf. So einfach ist die Welt.

  7. Camilla schreibt am :

    QLotosritter. Und wenn Du mehr über die „Freiwilligkeit“ weiblicher Prostituierter erfahren willst, ist dieser Kongress eine gute Gelegenheit dazu.

  8. Camilla schreibt am :

    @Lotosritter. Bei dem Kongress werden eine Reihe „Berufsprostituierter“ anwesend sein und über ihre Erfahrungen berichten. Es lohnt sich, ihnen zuzuhören, damit so manches Weltbild wieder gerade gerückt wird.

  9. klaraklara schreibt am :

    @ Camilla und @ Lotosritter
    An der Freiwilligkeit Prostituierter habe auch ich Zweifel. Übrigens sprach auch mal eine Besitzerin eines Domina-Institutes davon, dass der Hintergrund ihrer Tätigkeit sexuelle Ausbeutung in der Kindheit war, und sie war mit ihrem “Job” nicht wirklich glücklich – was man daran sieht, dass sie sich gesellschaftlich gegen die neue Rechtslage einsetzte. Sie schien dann aber in ihrem eigenen Berufsleben nicht mehr den Absprung zu schaffen, bis sie an einer stressbedingten Krankheit starb (fällt bitte jemandem der Name ein? Gibt von ihr in irgendeinem Podcast ein Interview zu hören und einen Nachruf auf der Webseite von Terre de Femmes).

    Ich habe von zwei Frauen gehört, die haben Männer geheiratet und auf diverse Weisen gequält – in einem Fall auch mit Vergewaltigung -, die aus einem sehr armen oder militaristischen Land kamen, von dort unbedingt fort wollten und sonst keinen Aufenthaltsstatus erhalten hätten. In beiden Fällen haben diese Frauen auch für die Geburt eines Kindes in die von Anfang an kaputte Familie gesorgt.
    Sicherlich erfolgt die sexuelle Ausbeutung Erwachsener häufiger durch Männer, aber als Folge der krassen Armut und Unterdrückung in weiten Regionen der Welt und in Verbingung mit Globalisierung sowie Frauenemanzipation in Regionen mit hohem Wohlstand haben auch Frauen Chancen, sich in die Position als sexuelle Ausbeuterin zu begeben. Es findet auch nicht jede einen attraktiven Mann fürs Bett, es gibt in unserer Region einen statistischen Nachteil für ältere Frauen auf der Suche nach gleichaltrigen Partnern, und Egoismus hat nichts mit dem Geschlecht zu tun.
    Meine persönliche Einstellung ist, dass alles möglich und vieles nicht bekannt ist.

    @Lotosritter: seitdem ich die Beschneidungsdebatte verfolgte, entwickelte ich Verständnis für Männer, die das Gefühl haben, dass der Opferstatus zu häufig an Frauen vergeben wird, und die über diese Ungerechtigkeit einen Groll empfinden. “Ihr” solltet aber aufpassen, dass ihr nicht aus lauter Eifer, Männer von ungerechten Beschuldigungen zu befreien, Argumente und Analysen heranzieht, in denen die Komplexität der Opfer-Biographien geleugnet wird, um die Verleugnung der Gewalt weiter zu ermöglichen.
    Noch konkreter zum Argument der Freiwilligkeit: die o.g. berufliche Domina ist ein Beispiel dafür, dass eine Betroffene aufgrund der Tätigkeit zu früh starb, und somit nicht mehr gesellschaftlich für ihre Position arbeiten kann. Ich halte auch für wahrscheinlich, dass viele Menschen, die sich prostituieren, mit so existenziellen Problemen kämpfen müssen, dass sie keine Kraft mehr für soziales Engagement haben (oder ebenfalls zu früh sterben).
    Ich finde auch, dass das Argument der Freiwilligkeit in unserer Zeit gar nicht mehr angemessen ist, da in EU-Regionen die Armut grassiert und sich Menschen aus Angst vor Hunger und Obdachlosigkeit auf Verzweiflungstaten einlassen werden.

  10. klaraklara schreibt am :

    Genau, Camilla, ich meinte Ellen Templin.

  11. Maid Marian schreibt am :

    Es stimmt wohl…. vermutlich bin auch ich auf Grund der Thematik häufig zu schnell mit Vorurteilen gegenüber den Männern behaftet, die oft selbst Opfer sind oder zu Unrecht verdächtigt werden.
    Dennoch… traurige Tatsache ist leider, dass das Frauenbild in unserer Gesellschaft sehr stark geprägt ist vom Bild des Sexobjektes. Die Frau wird in den Medien (Werbungen, TV, Plakaten, …), selbst im öffentlichen Gespräch sehr oft als Objekt der Begierde hingestellt. Es wird vermittelt: Sexy zu sein ist toll! Begehrenswert und geil sein ist angesagt und dafür wird alles getan! Das ist so traurig! 🙁 Es schmerzt mich so! 🙁 Es geht nicht um den Charakter, es geht NICHT UM DEN MENSCHEN SELBST!!! Es geht nur um die körperliche Begierde! 🙁 Das ist für mich unglaublich schwer zu verkraften und ich weiß nicht, wie ich als erwachsene Frau damit umgehen soll und hasse mich deshalb oft selbst für meinen Körper, möchte mich auslöschen, verstecken, usw. Es ist sehr, sehr schwierig, in so einer Gesellschaft zu leben, wenn man nicht als man selbst wahrgenommen wird, sondern wenn nur nach dem Körper, nur nach dem sexuellen Verlangen gelechzt wird! Es ist kaum zu ertragen! Und das wird aber vermittelt: Die Rolle der Frau ist es, den Mann zu befriedigen! 🙁 So empfinde ich das Bild, das mir die heutige Gesellschaft vermittelt, in der ich lebe und es schmerzt mich sehr, denn ich will mich dieser Rolle nicht fügen! Nein, ich will nicht!!! 🙁

  12. Maid Marian schreibt am :

    NOCH EINE WICHTIGE FRAGE:
    Weiß jemand, ob es eine Unterschriftenaktion gegen legale Prostitution gibt? (in Deutschland wie in Österreich) Würde so gerne etwas dagegen tun!!!

  13. Camilla schreibt am :

    @Maid Marian, am 18.10. sind wohl deutschlandweit verschiedene Unterschriftenaktionenen gelaufen. Es haben sich Gruppen und Netzwerke gegründet, die sich für das Nordische Modell (Freierbestrafung) einsetzen. Eines ist z. B. hier zu finden http://abolition2014.blogspot.de/. Der o. g. internationale Kongress ist auch ein wichtiges Vernetzungstreffen, bei dem sich die aktiven Gruppen treffen. Wenn Du mehr wissen willst, kannst Du mir auch eine email schreiben. josef1905 [at] yahoo.de. Bei der Politik ist wohl im Moment kein Blumentopf zu gewinnen, die werden wohl das Prostitutionsgesetz in Kürze in leicht veränderter Form verabschieden, wodurch sich aber an der Gesamtsituation kaum etwas ändern wird.

  14. Maid Marian schreibt am :

    Liebe Camilla! / Lieber Josef??

    Herzlichen Dank für deine Info und deinen Link!
    Hab mir die HP angesehen, leider hab ich da keine Unterschriftenaktion gefunden, nur Information. Wichtig wäre mir Unterschriftenaktionen, wenn möglich auch welche für Österreich, da ich in Ö wohne. Weltweit wäre halt am Besten. Mir schlägt das Thema sehr auf den Magen und ich würde so gerne helfen! 🙁 Ich werde dich gerne per Mail kontaktieren, vielen Dank!

    Ganz liebe Grüße von deiner Marian

  15. Bernd Rohlfs schreibt am :

    In der Tat prostitutieren sich auch Männer. Ebenso zählen auch Frauen zu den Käufern, sowohl in Deutschland als auch im Ausland.

    Generell sehe ich es aber als Problem an, Geld- oder Haftstrafen gegen Käufer zu verlangen. Ebensowenig, wie man Jugendliche zu etwas zwingen darf, wo deren Einsicht und Geschäftsfähigkeit, Möglichkeit der Gegenwehr usw. nicht ausreichen, sollte man Erwachsene auch nicht zwingen dürfen, etwas nicht zu tun, wenn es sich unter Erwachsenen und nach beidseitigen Vereinbarungen und Regeln abspielt.

    Wenn man zum Beispiel Frauen nicht stigmatisieren will, die Prostitution anbieten, sollte man auch nicht Männer stigmatisieren, wenn sie dieses Angebot gegen Entgelt, dass sie auch bezahlen, in Anspruch nehmen.

    Generell sollte es darum gehen, einen Rahmen zu finden, dass dieser Bereich nicht im kriminellen Halbdunkel stattfindet. Verbote stossen diesen Bereich aber genau dorthin.

  16. Maid Marian schreibt am :

    @Bernd – Aber genau das ist Prostitution doch in den wenigsten Fällen: Eine Vereinbarung zwischen zwei Seiten! Das Schlimme ist ja, dass es meistens um eine Zwangslage geht, warum jemand sich prostituieren muss. Und derjenige oder auch diejenige, der / die das in Anspruch nimmt, macht sich meiner Ansicht nach sehr wohl strafbar! Denn da es eben nicht freiwillig passiert, ist es gleich zu setzen mit einer Vergewaltigung und die seelischen bzw. traumatischen Folgen davon sich katastrophal!!! 🙁 Jeder „Freier“ macht sich mitschuldig am Schicksal der Prostitution! Daher finde ich eine Bestrafung durchaus angemessen! Sie könnte allerdings entfallen, wenn er sich bereit erklärt, der Polizei den Zuhälter zu melden.

  17. Mr Mindcontrol schreibt am :

    In Schweden ist die Vergewaltingungsrate dafür auch 5 mal so hoch!.
    Das Verbot in SE ist eben nicht so erfolgreich wie immer behauptet, ein Blick auf die ganzen schwed. Escort-Agenturen beweist das.
    Wenn man alle Branchen wo Leute massiv ausgebeutet werden vebieten würde müsste man fast alles verbieten. Kleidung wird in schlimmsten Bedingungen unter Kinderarbeit in der 3. Welt hergestellt. Die Arbeiter bei Foxcon ( für Apple ) springen in Massen aus den Fenstern.
    Warum ist in SE Porno und deren Herstellung erlaubt? Da werden ja auch Frauen für Sex bezahlt, ja meist für viel extremere Szene als Sie ein normaler Freier verlangt. Warum ist das Anstacheln zu sexuellen Missbrauch in Pornos erlaubt?

  18. Mr Mindcontrol schreibt am :

    Nochmal gelesen: Was ist denn das für eine komische Argumentation, dass wenn man den Körper einer Frau kaufen kann es keine Gleichberechtigung geben wird. Es wird ja auch nicht gekauft sondern gemietet. Der Körper von Menschen wird überall wo körperliche Arbeit stattfindet gemietet.
    Dass die meisten Freier so brutal sind ist doch auch ein Mythos. Es mag diese Probleme in Billig-Bordellen geben aber in teureren Clubs wird schon darauf geachtet, dass es zu solchen Übergriffen nicht kommt ansonsten Hausverbot!
    Wie wird kaufen hier definiert. Oftmals machen werden Frauen doch auch eingeladen und machen deshalb Sex die Grenzen sind fliessend.

  19. Beate Lindemann-Weyand schreibt am :

    Auch Schweden ist kein Märchenland und es wird nie eine perfekte Lösung aller Probleme geben- aber man bemüht sich darum, für viele viele Menschen, ein menschenwürdiges Dasein zu schaffen und nicht ihre Ausbeutung auch noch zu legalisieren, wie es in Deutschland leider der Fall ist! Viele Menschenrechtsverletzungen werden in unserer Welt nicht gänzlich gelöst werden können, aber danach zu streben dürfen wir auf keinen Fall müde werden! Wenn junge Frauen, wie manchmal verlautet, davon sprechen, sie würden das freiwillig tun, fehlt vermutlich doch eine schönere Perspektive! Man sollte sich doch Mal gründlich fragen, warum jemand in diesem Millieu leben möchte und das angeblich ok findet! Jeden Tag irgendwelche Männer “ bedienen“- als „Sexarbeiterin“. Niemand, dessen Seele unbeschädigt ist, möchte das!

  20. Mr Mindcontrol schreibt am :

    Prostitution wird auch von Studentinnen und Frauen ausgeübt die schon einen Job haben, für Zuverdienst und bei manchen gar aus langer Weile.
    Prostitution und offene Werbung dafür z.B. in der B.Z. gab es in D. schon vor 2002.
    Es gab bis in die 1970er Moralgesetzte die dem Staat erlaubten in die Schlafzimmer hineinzuregieren. Es gab ein Kuppelleiverbot, es war eine Straftat unverheiratete Paare zusammen übernachten zu lassen. Es gab die Anti-Homo-Gestze. Auch hier gibt es die Theorie dass Homosexualität von Traumen kommt und wenn ich nun sage niemand will das ja wirklich und eine Wiedereinführung der Homo§ fordere wird es einen Aufschrei geben.
    Sicher ist für Erotik/Sex zu bezahlen und bezahlt zu werden nicht unbedingt die erstrebenswerteste Art der Sexalität. Aber was hat sich ein Staat freiwilliche Vereinbarungen die keinen 3. Schaden zufügen einzumischen? Sicher gibt es das ganze Elend der Zwangsprostitution, mit offenen Grenzen haben es Banden aus Rumänien und Bulgarien auch leicht.
    Ansonsten müssten wir Turnschuhe, I-phones und vieles andere auch verbieten weil nachweislich diese Produkte überwiegend unter schlimmen bedingungen hergeellt werden.
    Warum wird hier immer nur die Frauen als Opfer gesehen? Beutet die Sexindustrie mit ihren Trauma-Triggeden Pornos nicht die vor allen auch Männer aus? Männer müssen ja für Prositution zahlen eine Diensteisung die weit teuer ist als die meisten andere Diensteistungen.
    Ich für meinen Teil gebe mein Geld lieber einer Prostiuierten als eine wirklich kalten und brutalen Porno-Indusrie.
    Schweden ist eh eine Überwachungsstaat und hat Bargeld verboten.
    Mir kommt die Debatte als Männerfeindlich vor und dafür dass viele im Staat wieder mehr Macht ausüben können.
    Nicht falsch verstehen, ich habe viel gegen Menschenhandel ( wo die Ablösesummern bei Fussball-Clubs auch drunter fallen ) aber es ist einer offenen Gesellschaft nicht würdig Leute die fpr etwas bezahlen aber sehr friedlich sind womit die andere Seite einverstanden sind zu kriminalisieren. Anderreseits bekomme Vergewaltigungsrapper wie Bushido einen Bambi! Auch Drogenkonsmenten sind nicht kriminell weil Sie Drogen konsumieren.

  21. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    In Schweden ist die Vergewaltigungsrate viel höher weil mann viel schneller in einer Vergewaltigung drinn hängt und weil es anders als in Deutscland konsequent verfolgt und bestraft wird.Die Gesetzeslage ist einfach eine andere.

  22. Beate Lindemann-Weyand schreibt am :

    Das Gleiche gilt natürlich auch für unzählige (teils SEHR junge) „Stricher“, die zumeist Männer „bedienen“ – von denen leider in unserer Gesellschaft erstaunlich wenig die Rede ist- es gilt für alle Menschen, die in einer solchen kaputten und zerstörerischen Parallelwelt leben! Welche Ideen wirken auf Männer, die diese Milieus besuchen und sich Körper von lebendigen Menschen meinen kaufen oder leihen zu können? Oft genug ist von Vätern die Rede die mit ihren noch sehr jungen Söhnen ins Bordell gehen, oder darüber reden, als wäre das das Normalste von der Welt. Was wird hier vorgelebt? Wo ist da das Gefühl für den anderen Menschen? Wo bleibt der gegenseitige Wunsch innerhalb unserer Menschengemeinschaft, dass wir alle unsere Chancen und Perspektiven haben sollten. Warum wird dies manchen Menschen abgesprochen? Wieso sollen sie so elend leben, vollgepumpt mit Drogen und Tabletten, mit Alkohol, mit Abspaltung, mit Anpassung an etwas, an das man sich eigentlich nicht anpassen kann? Hier geht es auch um das Stockholm-Syndrom, daran, dass Menschen sich das was sie tun schönreden, um zu ÜBERLEBEN! Welche Depression kann größer sein als so zu leben? @ Mr. Mindcontrol, wie kann man von einem Unterschied zwischen einem geliehenen und einem gekauften Körper sprechen? Wir sprechen hier nicht von Autos! Wir sprechen von Menschen, echten, realen, lebendigen, spürenden, atmenden, individuellen Menschen!!

  23. Mr Mindcontrol schreibt am :

    Kaufen tue ich ein Produkt für immer , es gehört mir, es ist mein Eigentum, das alles passiert bei einer halben Stunde Prostitition nicht. Die Frau ist weder mein Eigentum noch kann ich machen was ich will ich bezahle aber für einen intimen Kontakt.
    Es ist doch nur wieder die alte christliche Sexualmoral weil es um Sex geht!
    Viele ausgebeiteten Arbeiter werden auch nicht offen sagen dass Sie darunter leiden.
    Wenn hier gleich von Angang die Urteilsfähigkeit abgesprochen wird jemand könne sowas freiwillig machen ja sogar Spaß am Job haben weil das ja nur Stockholmsymdrom sein kann, dem kann ich nichts mehr entgegensetzen. Eine solche „Argumentation“ hat immer gewonnen weil Sie nicht widerlegbar ist.
    Demnach sind ja Psyotherapeuten auch nur Prostituierte Freundschaftprostitution, Rent a frind etc.
    Was ist mit Massagedienstleistungen, da gibt es auch nahe körperliche Arbeit aber ohne GV.
    Was ist mit den ganzen Putzfrauen? Kann es nicht sein, dass machche Frauen Prostitution in einen gebobenen Bordell zu guten Verdienst ( 6000 Euro pro Monat ) gegenüber einen Putzjob mit miserabler Bezahlung vorziehen?
    Ich finde es nicht gut die prüde Sexualmoral zurückzudrehen und das als progressiv zu verkaufen.
    Eine Argumentation dass keine Aussage von Freiwilligkeit erstzunehmen ist das es sich ja nur um ein Stockholmsydrom handeln kann leistet einen autoritären Staat der meint mit ganz vielen Verboten seine Schäfchen , ähem Bürger schützen zu müssen Vorschub. Glübirnenverbot, Rauchverbot , Bargeldverbot, alles nur zu unserem Besten natürlich! Die totale Entmündingung!

  24. Bernd Rohlfs schreibt am :

    In Frankreich gab es auch Kritik von feministischen Gruppen an der Freierbestrafung. Es gab eine Petition, in der Prominente wie Catherine Deneuve und andere gegen eine Freierbestrafung protestierten.

    Die Fachkommission des französischen Oberhauses entschied am 8. Juli 2014 nach Anhörung von zahlreichen Fachleuten und Prostituierten, dass eine Kriminalisierung der Freier die Prostituierten zur Arbeit im Verborgenen zwingen würde, was ihre Gesundheit bedrohen sowie die Prostituierten weiteren Gefahren aussetzen würde.

    Auch verstosse eine Bestrafung gegen das Menschenrecht auf sexuelle Selbstbestimmung erwachsener Menschen.

    Das sprach ich weiter oben ja schon an: Es ist mehr als schwierig, Menschen zu etwas zu zwingen, oder umgekehrt, ihnen etwas verbieten zu wollen.

  25. Mr Mindcontrol schreibt am :

    So, jetzt habe ich mich mal ausführlich mit dem „Schwedischen Modell“ beschäftigt. Wenn man mal hinter die Fassade der Lobhudellei des „Schwedischen Wunders“ schaut wird mir einfach nur schlecht. Mir ist hier in D. aufgefallen, dass besonderen Polizeisprecher das Modell sehr lobeb. Hier mal ein Sprecher der Stockholmer Polizei:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/prostitution-niemand-prostituiert-sich-freiwillig-12892812.html

    Zitat von ihm:

    „Wir haben keine Probleme, Freier und Frauen aufzuspüren. Wir können zum Beispiel bestimmte Wohnungen überwachen und so sehen, wie viele Freier dort ein und aus gehen……
    …..
    Als Polizeioffizier in Schweden hat man das Recht, eine Überwachung ohne richterliche Genehmigung zu starten. Wann wir Personen verfolgen, Hausdurchsuchungen machen oder jemanden festnehmen, entscheiden wir selbst. Wir sind da ziemlich frei. Nur wenn wir eine Telefonüberwachung in einem größeren Ausmaß starten wollen, brauchen wir eine Erlaubnis vom Richter. “

    Das ist ja der Oberhammer: Polizisten dürfen in Schweden OHNE richterliche Genehmigung Hausdurchsuchungen durchführen. Sowas ist kein Rechtsstaat sondern ein Polizeistaat! Jetzt wird mir langsam klar woher der Wind weht! Es geht um weitere Einschränkungen der Bürgerrechte unter dem Vorwand des Frauen-Schutzes!
    Dann ist die Aussage dass die Frauen straffrei ausgehen doch eine grobe Lüge. Der schwedische Staat hat das Recht Prostituierten wegen ihres Jobs das Sorgerecht für ihre Kinder wegzunehmen und tut es auch! Vermieter kündigen Prostituierten die Wohnungen weil Sie sich sonst als Zuhälter strafbar machen könnten etc. alles nachzulesen hier:

    http://www.sonjadolinsek.net/2014/07/prostitution-und-menschenhandel-1-die.html

  26. Camilla schreibt am :

    @Mr.Mindcontrol. Sonja Dolinsek würde ich hier nichg als Fachfrau zitieren. Sie arbeitet nicht nur in Schweden sondern auch in Deutschland als Vertreterin der Prostitutionslobby und ihr Standpunkt ist weder neutral noch an den Interessen der Überlebenden der Prostitution orientiert, sondern sie steht ganz klar auf der Seite der Profiteure und Zuhälter.
    Wenn schon die Lobby der Profiteure hier zu Worte kommt, sollte man auch die Betroffenen hören, z.B. hier die 2010 früh verstorbene Ellen Templin http://www.wueste-welle.de/redaktion/view/id/114/tab/weblog/article/34860/Interview_mit_einer_Domina.html oder ganz aktuell eine junge Frau, die sich vor ihrem Ausstieg 10 Jahre prostituiert hat und drastisch von ihren Erfahrungen berichet. http://diestoerenfriedas.de/offener-brief-einer-ehemaligen-prostituierten-die-prostitutionslobby-ueber-das-schweigen/

  27. Mr Mindcontrol schreibt am :

    Glaube keiner Statistik die Du nicht selbst gefälscht hast. Die negativen Folgen des schwedischen Modells stehen auf vielen Webseiten. Alice-Schwarzer ist auch keine neutrale Seite.
    Dass Freier alles ganz schlimmer Archlöcher sind und kein Sex sondern Macht kaufen weil Sie es geil finden Frauen zu unterdrücken stimmt einfach nicht, viele sind eher schüchtern und einsam, manche gehen gar nur zu. Quatschen ins Bordell!
    Wieviele Dominas sterben nicht früher?
    Was soll ich machen? Mir haben die Bordellbesuche vor allen Ende der 1990er viel mehr geholfen Psychologen und Psychyoppharmaka zusammen. Sollte es wirklich stimmen dass mein Bessergehen die Folge von Verbrechen sein dann kann ich damit nicht leben mit diesen extremen Schuldgefühlen und werde mich gezwungen sehen umzubringen. Habe es nicht getan um meine Angehörigen nicht zu verschrecken. Habe mich die letzte Nacht nach dem Schock hier so stark selber geschlagen dass ich geblutet habe.
    Was soll ich machen? Warum gibt es keine Straftherapie ?
    Warum kommt man damit jetzt raus während alle Psychologen denen ich das erzählt habe kein Problem damit hatten.

  28. Mr Mindcontrol schreibt am :

    So, ich glaube ich werde verrückt:
    Wie kommt das dass die Prostituierten-Lobby in den meisten Aussagen das exakte Gegenteil behaupten und sogar mit Zahlen untermauern wie die Organisationen die Freier krimalisieren wollen und vieler Polizeisprecher?
    Vor allen die Aussage der Menschenhandel sei in D. seit 2002 explodiert:

    http://www.hydra-berlin.de/fileadmin/users/main/pdf/Offener_Brief_zur_Sendung_Maischberger.pdf

    Endweder Hydra sendet aus einer Parallelwelt, aus einer anderen Dimension ins Internet oder eine eine von beiden Seiten lügt hier. Da mehree Polizeisprecher die das schwedisches Modell empfehlen sagen dass der Menschenhandel in der Zeit in D. explodiert ist. Das scheint weitgehend Konsens zu sein. Also ist davon auszugehen dass hier Hydra mit frei erfundenen Zahlen lügt.
    Derartige Falschaussagen sind m.W. aber ein Straftatbestand.
    Warum gehen Sie nicht strafrechtlich gegen Hydra und co. vor?

  29. Prospero schreibt am :

    @ Mr Mindcontrol
    Ohne Ihnen nahetreten zu wollen:

    Darf ich Sie nach Ihrer Motivation (als Ex?-Freier) fragen, hier auf einer Überlebendenseite Apologetisierungen für Prostitution zu betreiben, wenn es hinreichend genug Untersuchungen gibt, nach denen bis zu 2/3 der befragten Prostituierten in ihrer Kindheit/ Jugend sexuell sowie körperlich schwer misshandelt worden sind?
    http://kriegsursachen.blogspot.de/2013/12/kindheit-und-prostitution-eine-branche.html

  30. Camilla schreibt am :

    @ Mr Mindcontrol,
    laut statistischem Bundesamt wurden 2012 in D in der Prostitution 14 Milliarden Euro umgesetzt. Ich weiß aus erster Hand und mir liegen dazu Dokumente vor, dass Steuern weitestgehend hinterzogen werden. Bordellbetreiber und Zuhälter sind ja nun in der Regel auch keine Herren mit weißen Westen, sondern sie haben oft ihre schmutzigen Finger noch in anderen schmutzigen Geschäften. Eine Prostituierte muss, sofern sie im Bordell tätig ist, durchschnittlich 5 Freier bedienen, um die Tagesmiete bezahlen zu können, dann noch mal einen weiteren für die Steuer. Was sie darüber hinaus verdient, darf ihnen ganz legal zu 50 Prozent vom Zuhälter abgeknöpft werden. Hat sie mal keine 10 Freier pro Tag, verschuldet sie sich beim Bordellbetreiber. Viele Frauen werden im Milieu weiterverkauft und wenn ein Freier eine Frau „befreien“ möchte, kostet ihn das in der Regel eine funfstellige Summe. Wie Prospero schon erwähnte, leiden internationalen wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge weltweit etwa 2/3 der Prostituierten unter dem Vollbild des Posttraumatischen Belastungssyndroms. Das sind prozentual mehr als bei den Vietnamveteranen. Kaum eine kommt ohne Drogen und Alkohol aus. Nicht umsonst bezeichnen sich Aussteigerinnen selbst als Überlebende der Prostitution.
    Es gibt, wie in anderen Wirtschaftszweigen auch, eine Prostitutionslobby. Die hat ziemlich viel Geld ist in der Lage, gute PR zu machen bzw. Forschungsvorhaben zu finanzieren, die dann zu den von den Auftraggebern erwarteten Ergebnissen führen. Von dieser Lobby ist dann zu hören, dass Prostitution ein toller Job ist und dass jeder Mann das Recht hat, eine Frau (oder auch einen Jungen) zu benutzen. Das gehört heute zum Lifestyle. Zu diesen Lobbyisten gehören Einzelpersonen wie Frau Dolinsek, Organisationen wie Hydra, Dona Carmen, Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen und andere mehr.
    Das alles sollte ein Freier wissen und mit Verantwortung dafür übernehmen. Augen schließen und sagen, ich will ja nur kuscheln, gildet nicht!

  31. Da ich hier oben genannt werde: Ich arbeite für keine nicht weiter bestimmbare „Prostitutionslobby“. Ich bin Doktorandin an der Universität Erfurt und betreibe die Webseite „menschenhandel heute“. Ich bin daran interessiert, dass Betroffene von Menschenhandel endlich mehr Rechte bekommen in diesem Land und nicht immer gleich abgeschoben werden.

    Ich arbeite nicht für irgendjemand (und in Schweden war ich noch nie!) sondern mache alles ehrenamtlich, weil ich es unfassbar finde, wie aktuell in der Debatte Menschenhandel und Sexarbeit so pauschal in einem Topf geworfen werfen. Wenn Sie meinen etwas sinnvolles zu tun, indem Sie alles querbeet durcheinander bringen, weil man prostitution ja verschwinden lassen sollte, dann können Sie das gerne tun. Es ist aber meine Ansicht, dass sie damit weder den Menschenhandel zu reduzieren (da brauchen Sie nur nach Schweden oder in andere Länder mit Verboten gucken) noch die Lage von Sexarbeiter*innen verbessern.

    Was die Sexarbeit betrifft, bin ich der Ansicht, dass nur die Anerkennung von Sexarbeit als Arbeit mit gleichen Rechten auch den Menschenhandel in diesem Bereich reduzieren kann. Diese Ansicht vertrete nicht nur ich.

    Ach übrigens, wer sich die Mühe macht, die Artikel auf „menschenhandel heute“ zu lesen, kann natürlich auch jeden Link anklicken. Die Links sind die Quellen, auf die ich mich beziehe. Denn nein, ich bin mit meinen Ansichten nicht alleine, egal wie sehr man mich hier versucht schlecht zu machen.

    http://menschenhandelheute.net/2014/07/01/prostitution-und-menschenhandel-1-die-wahrheit-uber-das-nordische-und-schwedische-modell/

    Schon alleine um die Quellen für diesen Artikel zu lesen, braucht man einen Tag. Ob die Leser*innen hier sich die Zeit dafür nehmen werden?

  32. Mr Mindcontrol schreibt am :

    @ Prospeco;

    Ganz einfach : Schuldabwehr!

    Die Befragten müssen auch nicht dem entsprechen was der Schnitt ist. Es gibt da sicher sehr viel Elend, aber wie gesagt Turnschuhe und Smartphones werden auch unter meist sehr schlimmen Bedingungen hergetellt.
    @ Camilla:

    Klar gibt es da Steuerhinterziehung.
    Die Wuchermieten bzw. sehr hohen Eintrittspreise für die Damen finde ich auch sehr unfair!
    Aber genau das soll auch Folge der Verbotes der Zuhälterei sein. In Westdeutschland in den grossen FKK-Sauna-Clubs ist das leider üblich und setzt die Frauen unter Druck mind. 2 Nummern oder noch mehr zu machen. In Berlin hingehen war und ist es üblich dass ein Teil des Preises der „Nummer“ so etwa 1/3 der Club, bzw. dessen Betreiber bekommt. Das soll in Westdeutschland als Zuhälterei ausgelegt werden, finde dieses Modell aber viel fairer. Ein Problem in den Clubs sehe ich dadurch dass die Frauen Picolos trinken müssen wenn Sie ausgegeben werden und damit zum Alkoholismus verführt wird.
    Ich habe durchaus Verantwortung übernommen und besuchte auch ( ausprobiert habe ich es = Wohnungsbordelle wo die Puffmutter eine paar Frauen vorstellt und man sich dann für eine entscheiden soll). Das war nie mein Ding!
    Sehr problematisch am schwedischen Modell finde ich dass das Anbieten erlaubt ist. Das wäre so als ob im Drogenhandel nur die Käufer bestraft würden weil die kleinen Dealer ja nur Opfer der grossen Drogenmafia sind.
    Strassenstrich nervt, ich kann es sehr gut verstehen, dass die Anwohner diesen nicht wollen.
    Das Problem, ist auch der Nachweis, was ist mit Swingerclubs wo die Männer u.U. noch gar nicht mal wissen dass es Prostituierte sind ( die Clubs haben in den Regeln ja sogar dass diese Damen Hausverbot haben.
    Insgesamt muss ich sagen dass mich die Bahnhofsviertel westdeutsche Städte hier tatsächlich erschrecken. In diesen Gegenden arbeitet bestimmt kaum eine Frau die halbwegs damit zufrieden ist. In Berlin gibt es z.B. keine Sperrgebiete, hier bekommt man die Zuhälterszene nicht so mit.
    Sehr schlimm scheint es bei der Strassenprostitution zu sein, hier befürworte ich auch eine Freierbestrafung , in manchen Städten ist ja auch Tauben füttern polizeilich verboten.
    Ansonsten geht wohl im Escort mit das Schlimmste ab da da keine Bordelle sind die von der Polizei kontrolliert werden können. Die Stunde nur 90 Euro bei solchen Angeboten sagt ja alles . Was für ein Treppenwitz dass offenbar gerade in Schweden diese Escort-Branche blüht. Könnt ihr ganz einfach ergooglen. Dass man das auf geprüfte Clubs beschränkt die dann bei Stammkunden ev. auch mal einen Escort machen fände ich richtig.
    Die Sklavia-Anzeigen in der BZ gab es übrigens auch schon in den 1990ern ( soviel zu der Aussage der Domina ).
    Natürlich sind die Preise durch die EU-Osterweiterung ziemlich kaputt, geht schon ab 30 Euro los, früher waren es 60 DM was inflationsbereinigt fast eine Halbierung ist.

  33. eliana schreibt am :

    Wir sind hier auf einer Überlebendenseite und ich finde es nicht richtig, dass hier Apologeten von Sex als Ware sich ausbreiten können, auch wenn sie 3 Doktortitel haben sollten. Nun auch noch eine Preisdebatte um Sex als Ware? Das ist wirklich das letzte, was auf so eine Seite gehört, meiner Meinung nach.

  34. hildegard schreibt am :

    @ Sonja Dolinsek … eine sehr sinnvolle „Freizeitbeschäftigung“!

    Leute, lest euch durch diesen Link hindurch. Mir wird schlecht, wenn ich nur an die Überlebenden von http://menschenhandelheute.net/2014/09/19/doppel-projekttag-in-den-kz-gedenkstatten-ravensbruck-und-sachsenhausen-sex-zwangsarbeit-in-kz-bordellen-28-918-10/ denke, die NIE entschädigt worden sind von unserem (NS-Nachfolge-)Staat.
    Die Zusammenhänge der sexuellen Gewalt im Verjährungs-Deutschland mit allem, was so erfolgreich wie unrechtsstaatlich abgespaltet worden ist, müssten möglichst grell ausgeleuchtet werden.

    Gegen politische Schönfärbereien und gegen verlogenes Gutmenschentum ist noch kein Kraut gewachsen – ABER eine Wahrheitskommission wäre hilfreich!

    Frau Merkel/Herr Maas: WAHRHEIT UND KLARHEIT! – und zwar ab 1949!

  35. Lisbeth schreibt am :

    Ich bin der Diskussion hier gefolgt und habe ein wenig Bauchgrimmen dabei.

    Lieber Mr.MindControl: von deinen Beiträgen her, dachte ich zuerst, du seist ein Troll, der nur die üblichen pro-Prostitution-Argumente hier in diesem Forum anbringen möchte, sehe jetzt aber auch, dass du dich mit dem Thema auseinandersetzt, teilweise auch mit Worten, hinter denen eine tiefe Verzweiflung schimmert.

    Was ich hier unbedingt feststellen möchte ist, dass ich mich verwahre gegen jede ‚Normalisierung‘ der Prostitution als ‚Arbeit‘ und dagegen, dass man dies doch einfach akzeptieren möge.

    Die üblichen Argumente sind da, dass es das älteste Gewerbe der Welt ist, und dass keine Gesellschaft ohne dies auskommt, und dass eben auch das Schwedische Modell nur dazu geführt hat, dass die Prostitution woanders abläuft.

    Das stimmt alles. Aber: Würden die, die Prostitution lautstark als ‚Beruf‘ anpreisen ihre eigenen Körperöffnungen zur beliebigen Penetration freigeben, ihren Körper dafür gegen Geld vermieten, dass sich jemand fremdes sexuell abreagiert? Wäre dieser ‚Beruf‘ dann auch für den eigenen Partner, für den Sohn oder die Tochter eine akzeptable Berufswahl?

    Wenn sie auf diese Fragen hin zucken, warum möchten sie das dann anderen Menschen zumuten?

    Fakt ist, dass die wirtschaftliche und soziale Besserstellung von Prostituierten in Deutschland nach der Legalisierung nicht stattfand. Im Gegenteil: Sexarbeiter müssen mehr arbeiten, sprich mehr Freier in kürzerer Zeit bedienen – für weniger Geld, mit Praktiken, die höhere gesundheitliche Risiken involvieren und mehr und mehr hardcore sind, und in noch größerer Abhängigkeit von Bordellbetreibern und Zuhältern. Fakt ist auch, dass der Menschenhandel gerade in Deutschland blüht. Fakt ist auch dass Deutschland mittlerweile zumindest europaweit ein Mekka für Sextouristen ist – Stichwort: Flatrate Sex ist nur eine Thematik die involviert ist.

    Fakt ist auch, dass eine sehr hohe Korrelation besteht zwischen Gewalterfahrungen in der Kindheit und einem späteren Leben in der Prostitution. (wissend, dass andere Faktoren, wie z.B. Armutsmigration etc. auch eine große Rolle spielen)
    Fakt ist auch, dass in Schweden durch die Strafverfolgung von Freiern es nicht möglich war, sämtliche Problematiken der oben genannten Art aufzulösen.

    Was aber das Schwedische Modell angestoßen hat, ist ein gesellschaftlicher Diskurs über Prostitution, Menschenrechte, Verhältnis zwischen Sexualpartnern, und Sexualität im Allgemeinen.

    Und gerade in unserer Zeit – wo die für eine lange Zeit aufgezwungene Sexualmoral der Kirchen aufgeweicht ist (und es ist allen klar, dass dies nur ein Lügengeflecht kreierte, da sich alles was dieser Fassade nicht entsprach woanders im Untergrund abspielte) – und wo vor allem auch durch das Internet Pornographie omnipräsent und allgemein zugänglich ist (und auch reichlich genutzt wird) ist dieser Diskurs notwendig.

    Mit einer Idealisierung von Prostitution als Beruf oder mit einer Verteufelung von Freiern kommen wir nicht weiter.

    Wir müssen nachdenken, was für eine Gesellschaft wir wollen, wie wir miteinander als Mitmenschen umgehen wollen, wie eine gelebte Sexualität aussehen kann, bei der diejenigen, die daran teilhaben etwas positives für ihr Menschsein erfahren dürfen und daran als Menschen wachsen können. Was wollen wir unseren Kindern für deren Zukunft mitgeben?

    Wir müssen dann überlegen, was es ist, was uns als Gesellschaft daran hindert, uns in diese Richtung zu entwickeln.

    Und wenn wir dies tun, kommen wir um das Thema Gewalt gegen Kinder und Gewalt in der Gesellschaft (auch und gerade subtile und unterschwellige Gewalt) nicht drum herum.

    Und dann sind wir wieder an dem Punkt, wo ‚alles raus muss‘ und wo es nicht nur um die anderen geht, sondern jeder sehr genau auch bei der eigenen Familie und bei sich selbst genau hinschauen muss.
    _______________________________________________________
    Anmerkung vom netzwerkB Team:

    Konstantin Wecker hat das Thema schon vor vielen Jahre auf den Punkt gebracht:

    „Sex als Turnübung, um mit der Liebe nicht konfrontiert zu werden.“

  36. Bernd Rohlfs schreibt am :

    Hier noch mal kurz eine Anmerkung: Im November 2013 beschloss die schwedische Regierung, die Situation der Prostitution in Schweden erneut untersuchen und bewerten zu lassen. Die aktuelle Gleichstellungsministerin Maria Arnholm sagt, dass der Menschenhandel trotz der schwedischen Gesetzgebung stark zugenommen habe.

    Fakt ist, es gibt Frauen und Männer, die hier ihrem Beruf selbstbestimmt nachgehen. Das kann man je nach eigener Überzeugung und Ideologie verwerflich finden. Und es gibt solche, die hierzu gezwungen werden. Diesen hat das Schwedische Modell anscheinend nicht geholfen.

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Artikel aus den Medien

ARD BRISANT ARD Tagesschau Augsburger Allgemeine Badische Zeitung Berliner Morgenpost Berliner Zeitung DER SPIEGEL derStandard.at DER TAGESSPIEGEL derwesten.de DEUTSCHE WELLE Deutschlandfunk Deutschlandradio DiePresse.com diesseits.de DIE WELT DIE ZEIT FOCUS Frankfurter Allgemeine Frankfurter Rundschau Hamburger Abendblatt Hannoversche Allgemeine Humanistischer Pressedienst Kölner Stadt-Anzeiger Leipziger Volkszeitung Lübecker Nachrichten Mitteldeutsche Zeitung n-tv N24 NDR.de NDR Info Neue Zürcher Zeitung nordwestradio Publik-Forum Saarbrücker Zeitung SPIEGEL ONLINE stern.de SÜDWEST PRESSE Süddeutsche Zeitung taz TP Presseagentur Berlin WAZ WELT ONLINE ZDF heute ZEIT ONLINE