Gericht verbietet ARD-Film

30.11.2014: DER SPIEGEL

Der ARD-Film „Die Auserwählten“ ist vom Landgericht Hamburg in der ausgestrahlten Fassung verboten worden. Der Spielfilm wurde bereits am 1. Oktober gesendet und stellt fiktiv den systematischen Missbrauch von Schülern durch Lehrkräfte an der Odenwaldschule dar. Bereits im Vorfeld wehrten sich zwei ehemalige Schüler gegen die Ausstrahlung – sie sahen ihre Persönlichkeitsrechte verletzt, weil die Filmfiguren sehr realitätsnah seien. Für einen der Ex-Schüler erwirkte nun der Berliner Medienanwalt Christian Schertz das Verbot. Weiter lesen…

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9 Kommentare

  1. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    Das ist gut so,denn der Film wurde dem Thema nicht gerecht.Der missbrauch von weiblichen Odenwaldschülerinnen wurde gleich zu Beginn des Filmes als „Beziehung“ zu Lehrern dargestellt.Eine rettende Lehrerin wie im Film gab es nie.Die Verflechtungen der Eltern mit dem Pädophilennetzwerk der Odenwaldschule wurden nur angedeutet.Hier wurden viele Persönlichkeitsrechte verletzt.

  2. Elfi Haase schreibt am :

    Ein Stückchen Gerechtigkeit, aber etwas spät! Gut – der Film darf nicht wieder gezeigt werden (denke ich) aber was sind die weiteren Konsequenzen? Würde mich auch mal interessieren, ob die Filmemacher, wenigstens einen Teil der Gage gespendet haben!
    Auf jeden Fall gibt es mir etwas Mut, gemeinsam mit meiner Anwältin weiter zu kämpfen.

  3. Karl Görtz schreibt am :

    Da waren die Strahlen wohl vorher stärker als das geforderte Verbot. Ich gehe mal jetzt stark davon aus, dass durch diese Aus bzw. Verstrahlung, die nicht hätte sein dürfen, Schmerzensgeld von der ARD an die Verstrahlten gezahlt wird.

  4. Eva schreibt am :

    Das Urteil zeigt, dass Mißbrauchte nie einig sind.

    Die einen wollen keine Verjährung und dann kämpfen.
    Die anderen wollen nichts tun.
    Die dritten fühlen sich zB. bezüglich des Filmes verletzt.
    Und vierte , die falsch gekämpft haben, werden durch Unterlassungklagen mundtod gemacht durch die Täter.

    Und fünfte haben sch umgebracht.

    Und andere wieder etwas anderes.

    Aber alle leiden lebenslänglich.Das interessiert der Gesellschaft nicht.

    Gerechtigkeit und oder „Ausgleich“ kann es anscheinend für Mißbrauchte nie geben.

  5. eliana schreibt am :

    Man muss davon ausgehen, dass gegen die Entscheidung des Gerichtes vom WDR etc. Widerspruch eingelegt wird. Ich möchte nicht in der Haut des Klägers stecken, ich wünsche ihm viel Kraft und langen Atem.

  6. Prospero schreibt am :

    Vollkommen richtig, Eva

    Und dann gibt es noch hinter den Kulissen ganz andere „Mitstreiter“, welche das Thema für Ihre eigenen Zwecke benutzen – und damit auch alle Überlebenden…

    Übrigens
    Gary Lukas Albrecht,Katholischer Pfarrer und Sektenbeauftragter:

    „Wenn der Glaube dazu führt, dass Kinder misshandelt werden, dann ist die Religionsfreiheit aufgehoben.“

    Dezember 2014 – bei Maischberger gesagt.
    Das ist heute Realität.

  7. Elfi Haase schreibt am :

    Mit Widerspruch seitens WDR/ARD ist wohl zu rechnen, eine öffentliche Stellungnahme des Senders wäre auch angebracht, es wurden Persönlichkeitsrechte verletz, geistiges Eigentum eines Betroffenen der Odenwaldschule, kann die Klage gut verstehen.
    Auch wenn vom Sender gute Absicht (eventuell) gewollt war.
    Wenn die jetzt noch einen Preis dafür bekommen würden, wäre wie ein Faustschlag ins Gesicht. Eine traurige Gesellschaft, was ist Toleranz, was ist Demokratie, was ist die Würde des Menschen ?

  8. Eva schreibt am :

    @ Prospero
    wie Recht du hast.

    Die Presse und Fernsehen verdienen ja gut an den traurigen Fällen.

    Wie findet man aber gute Sektenberater und gute Anwälte, die sich mit sexuellem Mißbrauch und der Sektenproblematik bei der Vielzahl an Sekten auskennen und mutig helfen.

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