Mal ganz ehrlich

27.01.2015: netzwerkB Pressemitteilung

Der Deutsche Bundestag berät am Freitag, 30.01.2015, den Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und der SPD: „Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch sicherstellen“

Nach 5-jährigem kollektivem Verdrängen der schlimmsten Verbrechen an Kindern wird nun eine Kommission geplant – nein, nicht sofort, sondern erst im Jahre 2016.

Was sagen wir diesen gefolterten und oft fürs ganze Leben geschädigten Kindern?

An Zynismus und eiskaltem Kalkül ist diese Politik wohl kaum noch zu überbieten.

Mal ganz ehrlich, wie lange können/wollen Sie von der Presse wieder einmal schweigend wegschauen?

Für Rückfragen:
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: +49 (0)4503 892782 oder +49 (0)163 1625091
presse [at] netzwerkb.org
www.netzwerkB.org

23 Kommentare

  1. Marion Meyer schreibt am :

    Was CDU/CSU und SPD machen ist nichts anderes als Hinhaltetaktik und die Menschen für Dumm zu verkaufen …wenn die es ernst meinten dann würden sie jetzt eine Kommission gründen und vor allen diese verdammten Gesetze zugunsten sexueller Missbrauchsopfer ändern …….

  2. Elfi Haase schreibt am :

    Skandalös – Abmahnung an Gauck und Maas, handeln und zwar sofort – keine Verjährungsfrist für Sexualstraftaten, wer seine zweite Chance nicht nutzt, für immer in Einrichtungen, damit weitere Straftaten verhindert werden!

  3. Hubert schreibt am :

    Wie bitte? noch eine Kommission?
    Offensichtlich versucht man das Thema totzudiskutieren.
    Mal ganz ehrlich, nach so vielen Tischrunden und mehrere hundert Seiten lange Ergebnisberichten will man nun 2016 anfangen zu diskutieren?!
    Wieder mit hundertseitigen Berichtwerken?
    Ja, und was haben Betroffene dann davon?
    Ich möchte wetten, wie bisher Nichts!
    Es ist längst zu einer Farce geworden.

  4. Holger Hörle schreibt am :

    Der Bundestag berät den „Antrag zur Aufarbeitung“
    Für jedes Opfer ist so etwas ein Schlag in’s Gesicht.
    Der Umgang mit diesem Thema in einer solchen Art
    gibt mir persönlich wenig Hoffnung auf Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit von Seiten der Politik.

  5. Hallo,ich bin geschockt von dieser Nachricht.Bin selbst ein Opfer von sexuellen-missbrauch im Heim.
    Es ist ein Skandal und grosse Schweinerei,was sich
    diese Leute erlauben.Und dass ist unser Land?
    Armes Deutschland.
    Sie wollen einfach nicht zahlen,obwohl die ganze Welt
    darüber bescheid weiss.
    Ihr wird absichtlich auf Zeit gespielt,denn sie wissen,das wir nicht mehr all zu lange leben.
    Mit freundlichen Grüssen,Mr.K.Klose aus Bangkok-Thailand.

  6. Gertrud Tammena schreibt am :

    Eine solche ufarbeitungskommission kann doch eine Chance und Erleichterung sein für die vielen ungehörten,ungeklärten, verjährten Fälle. Niemand m u ß dahingehen, aber wer seine Vergangenheit durchklären will (Versagen von Institutionen,Ämtern, Schule, Vorgestzten) der/die kann und sollte dabei Unterstützung erhalten.
    Und die Einrichtung einer solche Kommission, so spät sie auch kommt, darf andere Wiedergutmachungen nicht aufhalten noch behindern. Sie kann aber besser als Therapeuten oder ehrenamtliche Hilfseinrichtungen den
    Vorwürfen Klagen und Berichten gründlich fachlich sachlich nachgehen – so stelle ich mir das vor. Letztlich zeigen wir durch unser Vorhandensein doch den Tätern und Täterlobbies: Ihr kommt an den Opfern nicht vorbei – irgendwann holt es Euch ein – irgendwann werdet Ihr konfrontiert: ES GIBT UNS !!! Und das war früher in dieser Massierung kaum möglich: verschleiert, vertuscht, verschwiegen. JETZT ABER STEHEN WIR AUF.

  7. Karl Görtz schreibt am :

    Eine Ausnahmebewilligung für die Aussetzung der Verjährung fehlt dann noch wenn nicht gerade ein „Eliteopfer“ zur Befragung zur Kommission eingeladen wird. Ich kann auch anders fragen: Wenn ich bereit wäre da hinzugehen, wird dann durch die Kommission meine Verjährung wieder aktiviert? Und welche Erkenntnis und welche Wiedergutmachung soll das dann nach diesem parlamentarischen Untersuchungsausschuss, wenn man denn gewillt ist ihn irgendwann enden zu lassen, für die Opfer in Deutschland bringen. Soll es denn so sein, dass nur ein ausgewähltes Opfer öffentliche Wiedergutmachung unter Vielen erfahren soll. Oder läuft das dann in einer jahrzehntelangen Dauerschleife, nach dem Motto: Der Nächste bitte. Nein! Solange die Verjährungsfristen bestehen, können die Herrschaften sich drehen und wenden wie sie wollen. Da reiht sich ein Alibi fürs Nichtstun an das Nächste. Ich kann auch sagen: The show must go on.

  8. hildegard schreibt am :

    Man tagt, man gedenktagt.
    Erinnerungs-Arbeit, genug?

    Politiker reden
    tun wenig für Menschen
    zu wenig
    das Dilemma der Gewalt aufzulösen.

    Gedenkreden seit 70 Jahren.
    Weitere 70 Jahre.
    Wieder sollen Enkel und Urenkel
    hübsche Gedenkreden anhören?

    Enkel und Urenkel
    werden das Grauen selbst
    erlebt und erlitten haben
    das Grauen der Gewalt
    der unaussprechbaren
    die wir erlitten
    vor 70 plus 70 Jahren?

    Alle wollten Wahrheit und Klarheit
    alle führten die Rede davon
    mit ihrem Mund vor 70 Jahren.
    Dann wieder vor 70 plus 70 Jahren.

    Was bringen uns Reden
    wenn Taten nicht folgen
    wo wächst der Same die Frucht
    auf steinigem Boden?

    Wem nützen die Worte
    ihr Kleriker, Politiker
    eure Predigten und Jahr-Tags-Reden
    wer könnte die Früchte erkennen?

    Wo ist Hoffnung in Angst und Hass
    wo Willkommen wenn die Fratze der Gewalt
    ihr Maul verzerrt?

    „Hier hat niemand auch nur eine der Geigen angefasst“ http://www.wdr5.de/sendungen/neugiergenuegt/amnon-weinstein100.html – schaut auf Ausgegrenzte heute! Wo ist Platz für Liebe?

  9. Ralf Bart schreibt am :

    Genau so wie die Kirchen ihre Täter schützen und schweigen, tut es auch die deutsche Politik.
    Ich will ihnen garnicht unterstellen das sie weitab der Realität sind, aber von einer gewissen Arroganz wie sie dem Volk und den Opfern begegnen, läßt keine andere Aussage zu.
    Diese Leute können sie nicht überzeugen, hier erreichen sie nur etwas mit Presse und zivilem Ungehorsam.
    Die Kirchen stellen eine Gefährdung unser Kinder und Jugendlichen dar und der Staat schaut weg. Er nimmt die Täterorganisationen nicht in die Pflicht.

  10. Gail Raven schreibt am :

    Die Begrifflichkeit des FOLTERS an Kindern sollte aufgegriffen werden, um dem sexuellen Missbrauch eine angemessene Bezeichnung zu geben und ihn juristisch richtig einordnen zu können.

  11. !!!! schreibt am :

    wenn man den Worten von Gauck und Merkel und co zuhört, was vor 70 Jahen mit Juden, Sintis und Roma und Psychisch kranken passiert ist und immer wieder gräultaten und die würde der Menschen hervorheben, ich frage mich, was soll diese Medien inszenierten heuchlerrei?
    Ich bin mit 1964 meiner Mutter vom Krankenhaus weggenommen worden und war über 16 Jahre in 2 Kath. Säugling u. Kinderheime.
    Habe Folter Missbrauch, Zwangsarbeit, Medikamenten versuche mit erlebt bezw. überlebt. Zehntausende sind traumatisiert und schwer Krank! Hunderte Säuglinge und Kinder sind in diesem Heim (St.Josef in Hürbel auf brutaler weise ums Leben gekommen) Dieses Heim ist genauso ein Kath. Kinder Konzentrationslager gewesen. und von diesen gab es hunderte in Deutschland bis in die 70er u.80er Jahren!!!!
    Wo ist die Anteilnahme von Gau, Merkel und Co ? Das gegenteil ist passiert! Diese Greultaten werden nach wie vor untern Tisch gekehrt. Wir werden bis heute verhöhnt und im Stich gelassen. Ich glaube an diese scheinheiligen Worten unserer obersten Vertretern kein Wort mehr.

    Überlebender Kath. Kinder Konzentrationslager!!!!!

  12. Savina schreibt am :

    http://www.dachau-institut.de/psychologie/traumatisierungen/bagatellisierung_traumatisierung.html
    http://www.dachau-institut.de/psychologie/sexueller_missbrauch.html
    -Die Grausamkeiten im Heute haben ihre Wurzeln in der
    bis heute nicht aufgearbeiteten Vergangenheit.
    Grausamkeit, Empathielosigkeit, Ignoranz und Blindheit werden bei Nichtaufarbeitung an nachfolgende Generationen weiter gegeben. Bei diesen Grausamkeiten geht es auch immer um einen Verlust von Würde.
    http://www.traumhaus-bielefeld.de/wp-content/uploads/Luise-Reddemann-Trauma-und-W%C3%BCrde-2009.pdf
    Durch zu- und wegschauende Politiker bleibt der Täterschutz, der viel tiefere Dimensionen beinhaltet als man/frau im ersten Moment ersehen kann, erhalten….
    Ja, es ist eine besondere Form von Folter, die da ausgeübt wird. Das kann ich nur bestätigen.
    Wenn man Kindern und Jugendlichen diese Folter tatsächlich ersparen würde wollen, würde man radikal !!
    (radix – die Wurzel betreffend) dagegen etwas tun, schnellstens !!

  13. hildegard schreibt am :

    „Bittere Kälte und Schneestürme verschärfen die ohnehin dramatische Situation von Millionen syrischen Flüchtlingen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und bis zu einem halben Meter Schnee brachen Zelte zusammen, Menschen erfroren und Hunderte wurden obdachlos. Hinzu kommt: Da die internationale Hilfe nicht ausreicht, hat der Libanon nun seine Grenzen für Flüchtlinge geschlossen.“ (Newsletter heute: pro asyl für 1/15)

    „Täter ohne Reue“, 20:15 in 3SAT heute mit anschließender Diskussion bei Scobel zum Thema Vergewaltigung: Was bringen neue Gesetze?

  14. C.F. schreibt am :

    Ich fühle mich richtig ausgegrenzt durch den Stempel der sexuellen Gewalt den ich durch einige Täter erleben mußte.
    Was für ein schlimmes Gefühl.

  15. Gast schreibt am :

    „Dabei hat es sich mehr als einmal herausgestellt, dass Nazi-Täter nach 1945 nicht unbedingt zurückgekehrt sind in „unbescholtene Normalität“, sondern dass sie Täter geblieben sind, und zwar dort, wo es gefahrlos ging, also besonders im „Schoß der Familie“. „
    So ist es!
    Wie es den vielen Juden, Kommunisten, Sinti und Roma u.a. ergangen sein muss, bekommt dann noch mal eine ganz andere Dimension oder besser ein anderes Verständnis.
    Es ist ausgeschlossen so etwas zu begreifen, vielleicht bin ich später dazu in der Lage, wer weiß.

  16. Elfi Haase schreibt am :

    Wir brauchen mehr Zusammenhalt, das die Vereine und die Betroffenen, intensiver unsere Rechte fordern. 5 Jahre Geduld – das ist genug – sonst nehmen diese Gräueltaten nie ein Ende – die Täter finden Schutz in ihren Parteien, Kirchen, sonstige Institutionen (Schulen etc) und Familien. Wer Täter schützt, macht sich strafbar.
    Es reicht ! Das Maß ist voll!

  17. Gertrud Tammena schreibt am :

    @savina und viele andere NetzwerkBler – netzwerkB und seine UserInnen stellen immer wieder wichtige und besondere lesens- und sehenswerte , aufklärede und hilfreiche Links und Beiträge ein.Ein wichtiges Forum für unsere Anliegen.Danke dafür

  18. Kirsten schreibt am :

    Fonds sexueller Missbrauch- gibt es netzwerkB-Mitglieder die erfolgreiche Unterstützung beim Fonds bekommen haben und wenn ja, welche Therapienn wurden erstattet? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?- die der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch oder mindestens die der Unterstützung?

  19. Tine schreibt am :

    Zu Kirstens Frage:

    Genau das habe ich in einer anderen Rubrik am 29.1. auch angeregt: Bitte berichtet mal, was bewilligt und was abgelehnt wurde. Ich bin mir zwar sicher, dass auch an Hand der Informationen über die Person bewertet wird, was bewilligt wird und was nicht, aber es gibt auch Richtlinien, nach denen die entscheiden. Das rauszufinden wäre mal sehr interessant und hilfreich für andere. Also z.B. scheinen sie Tanzen, das keine Tanztherapie ist, generell ablehnend gegenüberzustehen. Ebenso erteilen sie generelle Ratschläge, man solle doch EMDR machen – was ja keineswegs für jede/n die richtige Therapieform ist.Hat jemand Erfahrungen z.B. mit Musikunterricht gemacht, z. B. Gesang? (ist ja schließlich auch keine Therapie). Oder was für Bildungsmaßnahmen haben sie schon bewilligt?

    Ich danke für Mitteilungen und Hinweise.

  20. Tine schreibt am :

    Extra-Rubrik für Bewilligungen des Fonds?

    Könnte man für die Übersicht über die Bewilligungen und Ablehnungen des Fonds Sex. Missbrauch vielleicht irgendwo eine Extra-Rubrik aufmachen?
    Das wäre doch auch mal eine Maßnahme, um der Strategie dieses merkwürdigen Fonds auf die Spur zu kommen.

  21. Kirsten schreibt am :

    Fonds- bewilligung, eine extra Rubrik wäre gut, denn dann wäre vielleicht auch nachvollziehbar, was in diesem Fonds überhaupt läuft. Ich warte nun seit 19 Monaten und bekomme jedes mal eine andere Antwort, sämtliche Schreiben auch an Herrn Röhrig, haben nichts bewirkt und es ist eine zusätzliche Demütigung sich erneut verschaukeln zu lassen.Und wo wirken hier die Programme der Bundesregierung, wo bleibt die schnelle Hilfe? Eine weitere Vertröstung, ein Hinhalten der Opfer.
    _________________________________________
    Anmerkung vom netzwerkB Team:

    wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unser Positionspapier vom 20.06.2013 und bitten weitere Kommentare und Informationen zu diesem Thema dort einzufügen.

  22. Karl Görtz schreibt am :

    Mittel für Aufarbeitung von Kindesmissbrauch
    Deutscher Bundestag – Familie: Mittel für Aufarbeitung von Kindesmissbrauch

    http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2015/kw27_de_kindesmissbrauch/379914

    Sehr geehrte Frau Christina Schwarzer ab 13:20 min,

    sorgen Sie bitte dafür, dass die Verjährungsfristen bei sexualisierter Gewalt zumindest rückwirkend ab Gründung der BRD aufgehoben werden. Solange Sie sich weigern, dies zu tun, sind alle Ihre Äußerungen nichts weiter als hohle Sprechblasen. Was soll diese Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauch bezwecken? Neue Erkenntnisse , wie die Täter vorgehen? Das ist Ihnen und der Öffentlichkeit schon längst bekannt. Das ist kein Neuland für Sie, tun aber so. Werden durch diese Kommission Täter dingfest gemacht? Nein, genau das wollen sie nicht. Sie wollen keine wirkliche Aufarbeitung! Sie wollen hier eine Show für die Öffentlichkeit abziehen nach dem Motto: Wir tun was. Sie tun gar nichts. Absolut nichts. Eine Aufarbeitung wäre nur dann sinnvoll, wenn dies zur Strafverfolgung des Täters führen würde. Ich fordere Sie hiermit auf, mir die Gelegenheit zu geben, mich vor dieser Kommission zur Aufarbeitung von Kindesmissbrauch zu äußern. Ich leide in keinster Weise an Erinnerungslücken wie gewisse Herrschaften im Edathy Untersuchungsausschuss.

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Artikel aus den Medien

ARD BRISANT ARD Tagesschau Augsburger Allgemeine Badische Zeitung Berliner Morgenpost Berliner Zeitung DER SPIEGEL derStandard.at DER TAGESSPIEGEL derwesten.de DEUTSCHE WELLE Deutschlandfunk Deutschlandradio DiePresse.com diesseits.de DIE WELT DIE ZEIT FOCUS Frankfurter Allgemeine Frankfurter Rundschau Hamburger Abendblatt Hannoversche Allgemeine Humanistischer Pressedienst Kölner Stadt-Anzeiger Leipziger Volkszeitung Lübecker Nachrichten Mitteldeutsche Zeitung n-tv N24 NDR.de NDR Info Neue Zürcher Zeitung nordwestradio Publik-Forum Saarbrücker Zeitung SPIEGEL ONLINE stern.de SÜDWEST PRESSE Süddeutsche Zeitung taz TP Presseagentur Berlin WAZ WELT ONLINE ZDF heute ZEIT ONLINE