„Kinder mit Würde schlagen“

06.02.2015: netzwerkB Pressemitteilung

Religionsführer verherrlichen oft Gewalt und ermutigen dadurch viele Menschen das Gleiche zu tun, so wie es kürzlich auch das Oberhaupt der römisch-katholische Kirche getan hat, Papst Franziskus:

“Wenn einer eine Religion beleidigt, dann ist das so als ob man meine Mutter beleidigt und dafür riskiert man dann schon mal einen Kinnhaken – das ist doch normal.”

Nun erklärte Papst Franziskus bei einer Generalaudienz, dass körperliche Züchtigung der eigenen Kinder in Ordnung sei – nur solle es dabei mit Würde zugehen.

Weder ein Kinnhaken noch das Schlagen von Kindern ist für netzwerkB “normal”.

Das Schlagen von Kindern als sogenannte Erziehungsmassnahme ist Gewalt.

netzwerkB fordert deshalb:

Wer öffentlich zur Gewalt aufruft sollte international strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden – auch der Papst!

Weiterführende Informationen:

Für Rückfragen:
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: +49 (0)4503 892782 oder +49 (0)163 1625091

 

15 Kommentare

  1. Da sich viele Katholiken nach dem Papst richten, sollten sich insbesondere Kinder katholischer „Karnikel“ ab sofort wieder vor ihren Eltern besonders in 8 nehmen!

  2. Veronika schreibt am :

    Hier haben wir es wieder: Die Röm.-Kath. Kirche hat ein Erziehungssystem, welche sich seit Jahrhunderten nicht geändert hat. Laßt Euch schlagen und schlagt zurück! Dies in keine Erziehung, dies ist Demütigung und Menschenverachtung!
    ———————–
    Niemand wird wegen dieser Papstaussage etwas unternehmen, denn gerade Deutschland braucht die christlichen Kirchen für die weitere Verdummung der Leute. Aufklärung ist nicht mehr, wenn kein Geld mehr da ist und spätestens in drei Jahren die Beamtenpensionen auch nicht mehr bezahlt werden können.

  3. Da schau her… würdevolles Schlagen… Und wie steht es mit liebevollem Treten? Oder vielleicht leichtem Vergewaltigen? Sanftem Foltern?
    Mit Verlaub, Herr Papst, Sie sind ein A…

  4. Claudia K. schreibt am :

    Ist es denn auch normal, einen Papst „würdevoll zu schlagen“? Weil er proklamiert, dass die Gesetze in 39 Ländern, unter anderem Deutschland, mit „Würde“ zu ignorieren seien? Weil er Gewalt als Meinungsäußerung für normal hält, wenn es um Religion geht?

    Nein, ist es nicht. Weil Gewalt weder normal ist noch akzeptable sein soll.

    Aber ich hoffe, es ist normal, dass ich den Papst jetzt endgültig für ein widerliches kleines Würstchen halte und ich vorbehaltlos glaube, was über seine Vergangenheit bekannt ist.

  5. Wolfgang!!!! schreibt am :

    Nach solchen Äuserunng vom PAPST,sollte mann auch das Matheus Evangelium in die Tat umsetzen ! Wer sich an Kinder vergeht sollte an einem Mühlstein im Meer versenkt werden!!!!!

  6. Hubert schreibt am :

    Steht nicht in der Bibel, wer sein Kind liebt, züchtigt es?
    Viele Bibelstellen befürworten physische Züchtigung. „Entziehe dem Knaben nicht die Züchtigung; wenn du ihn mit der Rute schlägst, wird er nicht sterben.
    Du schlägst ihn mit der Rute, und du errettest seine Seele von dem Scheol.“
    Welche Sadisten mögen da am Schriftwerk beteiligt gewesen sein, die somit ihren Tatendrang zu rechtfertigen suchten?
    Es kann doch wohl nicht gut sein, wenn man bei Auseinandersetzungen zu Meinungsverschiedenheiten kein anderes Mittel gelernt hat, als physische Übergriffe. Dadurch entstehen letztlich auch Kriege.

  7. hildegard schreibt am :

    „…was ist das eigentlich – die Würde?“
    Die Anerkennung der Würde jedes Menschen wurde vom christlichen Teil der Menschheit gründlich auf den Kopf gestellt, über lange Jahrhunderte. Bis heute hängt die Männerkirche an einer Macht, die NICHT ihr Meister sie gelehrt hat! Sie missbraucht Macht zur Unterordnung buchstäblich aller Lebenden und Toten, um sie zu beherrschen. Und um über alle erhaben sein zu können, musste die Kirche vor allem Frauen und Kinder unterwerfen.
    Helfer und Helfershelfer waren und sind Männer. Entmündigte Frauen glauben diesen Männern heute noch und folgen deren IRR-Lehren, weil sie als Kinder schon Unterwerfung erfuhren und zerstört wurden „im Namen des Herrn“.

    Genau das erleben wir gerade in den Reden dieses Papstes, der sich hier vor klaren Stellungnahmen fürchtet, an eigenen verinnerlichten Zwängen festhält.

    Dabei liegen die Rückschlüsse auf erlittene Gewalt, auf die eigene Einstellung zur Gewalt und auf die staatliche und kirchliche Gewaltgeschichte offen – wir müssen nur hinschauen!
    „Die Würde ist antastbar“, F. v. Schirach

  8. Mario schreibt am :

    Was dieser Mensch gesagt hat, beweist, dass er selbst als Kind geschlagen wurde – und dies wohl nicht zu knapp -, aber er verleugnet seine Gefühle wie Schmerz, Ohnmacht, Verzweiflung und Wut über das ihm damals Angetane und DESHALB empfiehlt er das Züchtigen sogar noch weiter! Das Schlagen von Kindern aber ist DIE Ursache der Gewalt in der Welt! Sei es die Gewalt gegen sich selbst oder gegen andere! Ich würde Herrn Bergoglio dringend eine Psychotherapie empfehlen und ab sofort Redeverbot erteilen!

    Auf „Zeit-online“ hat Christinae Florin einen sehr guten Kommentar geschrieben zum schlagenden Papst:

    http://www.zeit.de/gesellschaft/2015-02/papst-franziskus-kinder-strafe-schlagen-kommentar

  9. Gast schreibt am :

    Es ist wahrscheinlich das erste Mal, dass ein Papst die Wahrheit sagt und in dieser kommt das
    Menschenbild und die Arroganz sowie Eigenbezüglichkeit ungefiltert zum Vorschein.

  10. Chris schreibt am :

    Irgend so ein Kardinal oder Bischof sagte dazu öffentlich dann noch, man solle die Kinder nicht ins Gesicht schlagen weil das ja demütigend sei. Stattdessen solle man sie auf den Po schlagen … Fand ich interessant, weil auf den Po schlagen kann durchaus ein sexueller Kontext haben also eine ziemlich unglückliche Wortwahl für eine Institution die ihre Probleme diesbezüglich nach wie vor am liebsten vergessen machen möchte, anstatt sich um die Aufarbeitung zu kümmern.

    Und wenn die so am alten Testament hängen, dann gilt für mich dann auch das alt-testamentarische Talionsprinzip – Auge um Auge, Zahn um Zahn!

    Im übrigen bin ich genau wegen diesem patriarchischen System mit 18j aus der Kirche ausgetreten, als Begründung habe ich damals angegeben, eine Kirche die keine Priesterinnen zulässt und keine Göttinnen kennt, ist für mich keine echte Kirche.

  11. rebner schreibt am :

    Scheol du kannst kommen: Auge ausschlagen, Mühlstein und Versenken, Verleumdung „wahrscheinlich das erste Mal, dass ein Papst die Wahrheit sagt“.

    Bitte keine weiteren Ratschläge!

  12. Maid Marian schreibt am :

    Grundsätzlich bin ich der Kirche gegenüber recht kritisch eingestellt, da ich finde, dass sie das Gegenteil von dem lebt, was Jesus uns beigebracht hat. Allerdings hatte ich von Papst Franziskus einen ziemlich positiven und sozialen Eindruck. Seine Aussage kann ich mir nur dahingehend erklären, dass er sie im Kontext der Ironie von sich gab, dabei jedoch vollkommen missverstanden wurde! Eine persönliche Stellungnahme mit klaren Worten, wie er das Schlagen von Kindern sieht und wie das gemeint war, wäre angebracht! Wenn das TATSÄCHLICH ernst gemeint war – was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann – dann fehlen mir die Worte vor lauter Fassungslosigkeit, wie unreflektiert und widersprüchlich man gerade als Kirchenoberhaupt leben kann!

  13. Gertrud Tammena schreibt am :

    Supernanny contra Papst Franziskus ?? TV-Perfektionismus gegen Inkonsequenz des religiösen Absolutismus ? – ich denke, daß die Nutzer dieser Seiten sehr wohl wissen und vielfach erfahren haben,daß es Unterschiede gibt in der Misshndlung, Entwürdigung, Entwertung und Beschämung bei Strafaktionen, wozu auch Bestrafungen ohne körperliche aber mit psychischer Gewalt gehören.Und daß auch die Motive,Begründungen , Überforderungen von strafenden Eltern sehr verschieden sein können – diese Diskussion hier ist überzeichnend und geht von Heilen Welten aus,
    die auch der Papst hier auf Erden nicht erfahren hat.
    Auch Frau Saalfrank ist in ihrer TV-Serie zu weit gegangen,was die Zurschaustellung der angegriffenen Würde des Kindes betrifft, und hat dazu ein Urteil kassiert.

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