Suche einen Pädophilen

29.04.2015

Für eine Wissenschafts-Dokumentation unter dem Arbeitstitel „Der pädophile Patient“, die ich mit Spiegel-TV für ARTE drehe, suche ich einen Pädophilen, der nicht innerhalb des Präventionsprojektes „Kein Täter werden“ behandelt wird, sondern statt dieser eher verhaltens-therapeutisch orientierten Gruppenarbeit eine Therapie macht, die viel tiefer und weiter geht, zum Beispiel mit traumatherapeutischer Ausrichtung. Es geht um seine persönliche Geschichte, seine Suche nach Hilfe, um die Therapie an sich und ihre Wirksamkeit im Vergleich zu dem anderen Modell.

Spiegel TV und ARTE sind damit einverstanden, dass diese Aufnahmen vollkommen anonym aufgezeichnet werden. Die Bilder werden absolut unerkennbar gedreht, und damit man nicht an der Stimme erkannt wird, werden die Aussage von einem Schauspieler nachgesprochen.

Ich würde mich freuen, wenn die Therapeuten mich bei diesem Projekt unterstützen könnten und ihre Patienten anfragen würden.

Bei Nachfragen bitte direkt an Liz Wieskerstrauch aus Hamburg wenden: liz [at] wieskerstrauch.com
040-51326502 oder 0171-5475667 siehe auch:
www.wieskerstrauch.com

20 Kommentare

  1. eliana schreibt am :

    Ich warte darauf, dass die Journalisten sich mal für ein Opfer und dessen Traumatherapie, seine/ihre „Suche nach Hilfe“ interessieren. Die Täterorientierung, die man in jüngster Zeit überall als Trend ausmachen kann, widert mich an. Diese Such-Anfrage thematisiert noch nicht einmal, ob der Pädophile sich bereits an kindlichen Opfern vergangen hat. Ist doch völlig wurscht …

  2. Beate Lindemann-Weyand schreibt am :

    Um hilfreiche Prävention zu betreiben muss man unter anderem Therapien für Menschen installieren, die selbst einmal Opfer waren- und möglicherweise ein (ausgeblendetes)Täterintrojekt als Traumafolge in sich tragen-in denen ihre Opferschaft nicht ausgeblendet wird, wie es gegenwärtig in den sehr oberflächlichen, genannten Therapien der Fall ist. Es ist sehr wertvoll, dass Frau Wieskerstrauch sich auf diese Weise des Themas annehmen will, denn dies könnte etwas bewegen, das zukünftige Taten verhindert! Wer ausblendet, was zu Täterschaft führen KANN, blockiert wirkliche Prävention. Die Ausbildung von Täterintrojekten- siehe einschlägige Literatur, auch für Betroffene- findet oftmals als Folge schwerster Übergriffe statt, und ist für einige Opfer die einzige Möglichkeit schwere Gewalt zu überleben. Die Möglichkeit durch entsprechende Trauma-Therapien auch auf die „Kultivierung“ dieser schweren Traumafolge einzuwirken wäre doch eine unglaublich große Hoffnung! Hier geht es eben NICHT um die bisher vor allem durch „kein Täter werden“ merkwürdig forcierte „Mitleidstour“, Kultivierung von sogenannter Pädophilie, sondern um die Frage nach den traumatischen Ursachen(und damit um WIRKSAME Therapie), was bisher überall ausgeklammert wird. Die fast schon positive Bewertung von sogenannter Pädophilie kommt doch gerade durch Aussagen wie von diesem „kein täter werden“ Projekt zu Stande, die sagen, auch Pädophile könnten Politiker sein, etc…Das kann man Verharmlosung nennen! Sich für wirksame und tiefgreifende Prävention stark zu machen heisst nicht sich auf die Täterseite zu stellen oder Täterorientiert zu sein, im Gegenteil, es heisst WIRKSAME Wege zu finden, Kinder konsequent zu schützen, und Täterschaft zu verhindern und einzudämmen. Dies findet auf dieser Ebene mit „kein Täter werden“ einfach nicht statt bisher und verschleiert die Ursachen.

  3. eliana schreibt am :

    @ Beate L. Ich lasse mich gern aufklären und Sie haben das, was kompliziert zu sein scheint („ausgeblendetes Täterintrojekt“) verständlich erläutert. Also handelt es sich um einen straffällig gewordenen Täter, der früher einmal selber auf besonders schlimme Weise Opfer war? Aber warum steht das denn nicht entsprechend in dem Such-Aufruf?

  4. Beate Lindemann-Weyand schreibt am :

    Liebe Eliana, es freut mich zu lesen, dass es verständlicher wurde. Ich kann auch Ihren Beitrag verstehen, denn es ist ja tatsächlich so, dass sehr häufig Täterorientierung stattfindet, wenn man sich durch die Medien liest. Einen sogenannten pädophilen Menschen -wie in dem Aufruf von Frau Wieskerstrauch- zu suchen, der sich in traumatherapeutische Behandlung begeben hat, oder begibt, heisst aber hier ja schon in sich, dass es um Menschen geht, die wohl traumatische Erfahrungen gemacht haben, selbst womöglich Opfer von sexueller Gewalt in der Kindheit waren.

  5. Kirsten schreibt am :

    Frau Wieskerstrauch hatte ja bereits vor Jahren den Film Höllenleben mit Nicki gedreht, der seinerzeit sicher ein Pilotprojekt dieser Art war. Von sofern begrüße ich die Idee sehr, nur frage ich mich dennoch bei allen Bemühungen um die Täter, wo bleiben die Opfer, wo bleiben langfristig gute Unterstützungsmöglichkeiten für Opfer, dieser Pädophilen. Wo die Anerkennung des erlittenen Leids.
    Ich arbeite täglich mit Kleinstkindern und deren Eltern- ein Säugling kann nicht reden.Und oft frage ich mich, wo sind die Täter, die dieses entsetzliche Verbrechen begehen? Sie tragen eben nicht immer einen Rauschebart.Wenn dieser Film dazu beiträgt, langfristig traumatherapeutisch zu behandeln, dann ist sicher Unterstützung geboten. Und dennoch, wer kümmert sich angemessen um das erlittene Unrecht der Opfer.

  6. Angela Ebert schreibt am :

    Wie ein fein gezogenes Spinnen-Netz ziehen sich Täter-Gemeinschaften-Banden durch alle Gesellschaftsschichten. Natürlich kann es sinnvoll sein „einen Aussteiger“ dieser geschützten Gemeinschaften wissenschaftlich zu durchleuchten, zu hinterfragen wie und warum es dazu kommen kann kleine Mädchen oder Jungen sexuell zu missbrauchen, ihnen Gewalt anzutun und Spaß dabei zu empfinden. Wir wissen mittlerweile das es die Macht über Schwächere ist, die erregend ist, ganz einfache Erklärung an der sich nicht viel ändern wird, vermutlich.

    An diesem Zipfel des Gordischen Knotens „Missbrauch“ halten sich alle fest, seit vielen Jahren übrigens. Seit Jahren wurden schwerste systemische Missbräuche öffentlich und ich bin mir nicht sicher ob da nicht noch viel größere Missbrauchs-Systeme bereits öffentlich sind, nur nicht wahrgenommen werden (können). Oder hat heute jeder sein Recht auf das persönliche Steckenpferd Missbrauch? Offensichtlich ist das so.

    Ein Beispiel wie es weiter geht:

    http://www.jungewelt.de/2015/04-28/003.php

    und die breite Mitte der Gesellschaft schaut zu.

    Das muss ja einen Grund haben an Symptomen und weniger an den gesellschaftlichen Ursachen wissenschaftlich herum zu Doktoren…

    Vielleicht eine Denk-Anregung, Süchtige stellt man bewusst auf sich alleine, damit diese spüren können was diese Sucht mit und aus ihrem Leben gemacht hat. Co-Abhängige sind die Stützen dieser Süchtigen mit den entsprechenden Auswirkungen. Der Leidensdruck wird erhöht und somit kann eine nachhaltige Bewusstwerdung der betroffenen Person erst einsetzen. Ich bin kein Psychologe, kein Therapeut, aber eine uneingeschränkte Aufmerksamkeit sind Krücken die evtl. kontra-produktiv sein können. Und an dem Leiden der Missbrauchs-Opfer ändert sich auch weiterhin nichts.

    Bemerkenswerte extreme Ambivalenzen sind das. Umwege und ein Abwehrverhalten das jeder Mensch nur in der persönlichen Auseinandersetzung mit sich selbst erkennen kann, die Bereitschaft für eine heilende Gesellschafts-Reflexion kann ich leider nicht erkennen. Das ist bitter und auch die Realität, der sich die Missbrauchten unbedingt zu stellen haben, schon aus Selbst-Schutzgründen!!

  7. rasch schreibt am :

    Ich halte diese Art von Schadensbegrenzung nicht als
    vorrangig.
    Prävention muss im Milchzahnalter beginnen.
    Und solange dies nicht der Fall ist, sollte die Aufmerksamkeit auf die Opfer gerichtet sein, die ihren Kindern keine Knochen gebrochen haben und selber nicht sexuell missbraucht haben.
    Wieso konnten die denn umgehen mit ihren Täterintrojekten?
    Charactersache?
    Resilienz?
    freier Wille?

    Den Film nicht zu stoppen…da fängt es doch an…

    Ich sehe in dieser potentiellen Reportage nur wieder Möglichkeiten, sich als Täter „lügend“ darzustellen.
    Hinter den Vorhang lassen die doch eh niemanden schauen…

  8. rasch schreibt am :

    @ Angela
    Du hast denke ich echt ins Schwarze getroffen.
    Diejenigen welche wirklich Aufmerksamkeit bräuchten, bekommen sie einfach nicht in dem Maße, daß es echt „heilsam“ wäre.
    Sie werden, ganz im Gegenteil, noch von den blinden genau in die Ecke geschoben …sie werden „bewußt“ isoliert.
    Es geht immer um Macht und Täter sind natürlich gute „Vertragspartner“….sie helfen mit ihrer Geschichte und ihrem „Können“ zu ….MACHT“

  9. Angela Ebert schreibt am :

    @rasch
    Es geht nicht nur um Aufmerksamkeit, es geht um einen sicheren Rechts-Status, einen gültigen Recht-Schutz im Sinne des GG und des BGB, auch der UN-Menschenrechts-Charta, die die BRD lange anerkannt hat. Es geht um sinnvolle Behandlung des Traumas, um Heilung, um echte gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe, um einen sicheren geschützten Lebensraum auf deutschem Staatsgebiet als Staatsbürger der BRD.

    Es muss möglich sein ohne staatliche Be-Drohung leben zu dürfen!!! Es muss möglich sein ungehinderten Zugang zum allgemein gültigen Rechtssystem zu erhalten, seine Unschuld bei falscher Beschuldigung BEWEISEN zu können, dazu gehört auch Art. 103 GG das Rechtliche Gehör!!

    Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
    Art 103

    (1) Vor Gericht hat jedermann Anspruch auf rechtliches Gehör.

    (2) Eine Tat kann nur bestraft werden, wenn die Strafbarkeit gesetzlich bestimmt war, bevor die Tat begangen wurde.

    (3) Niemand darf wegen derselben Tat auf Grund der allgemeinen Strafgesetze mehrmals bestraft werden.

    Daran mangelt es bereits nachweislich und zuständige Fach-Gerichte mit vermutlichem nicht erklärten „Sonderrechtsstatus“ verweigern sich diesen Tatsachen, diesen Fakten.

    Das BMAS hat davon Kenntnis, die beteiligten Umsetzer mit juristischer Bildung wissen auch darum. Vielleicht sind die Fach-Gerichte auch Stand-Gerichte?? Dazu kann man nur noch Vermutungen äußern, Rechtssicherheit geht anders. Das sind eigentlich unhaltbare Zustände in einer freiheitlichen Demokratie wie es die BRD vorgibt zu sein! Wer den Anschein der Rechtmäßigkeit vorgibt ohne Rechtssicherheit zu garantieren erregt einen Irrtum.

    Mehr kann ich dazu nicht sagen. Sorry, die Wiederholungen lassen sich nicht vermeiden, sind Fakten.

  10. rasch schreibt am :

    Stimmt….
    als Opfer lebt man „bedroht“ und Zugang fehlt auch.
    Und zuhören will auch niemand…
    Also alles genauso wie als Kind…

  11. eliana schreibt am :

    Was wollen Sie denn sagen mit der Auflistung dieser GG-Artikel?
    Was haben diese mit dem Ausgangsthema „Suche einen Pädophilen“ zu tun?
    Ich klinke mich hier aus, weil ich den Verlauf der Debatte nicht mehr verstehe …

  12. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    Einfach unter den ehemaligen Odenwaldschullehrern umschauen-da finden sich eine Menge…..

  13. hildegard schreibt am :

    Erzieherinnen, Lehrer aller Schulen, Juristinnen, Journalisten sowie diverse andere Berufsverbände DÜRFEN NICHT LÄNGER zögern, wie anno 1998 die Redaktionen renommierter Blätter, s. Interview von Andrea Teupke mit I. van Haen in http://www.publik-forum.de/Publik-Forum-07-2010/versagt-die-medien-und-der-schul-skandal – „Güterabwägung“ DARF NICHT LÄNGER zum Nachteil gefährdeter und betroffener Kinder ausfallen!

    Therapeuten sollten sich jetzt zusammentun, sich mit einsichtigen Patienten gemeinsam an diesem Projekt beteiligen. Die Profis sind es den Überlebenden in unserer Gesellschaft schuldig, endlich die Sprache der WAHRHEIT zu finden – und auch zu sprechen.

    Gerechtigkeit hat – auch in einem Rechtsstaat!! – keine Chance, so lange nicht bei jedem Bürger/jeder Bürgerin KLARHEIT über Ursachen und Auswirkungen von Gewalt herrscht.

    Angehende Staatsbürger_innen brauchen die Gewissheit:
    Ich bin für das was mir passierte NICHT verantwortlich!
    Ich aber ENTSCHEIDE mein eigenes Verhalten!

    Erst wenn grundsätzlich diese Zuständigkeiten geklärt worden sind, dann wird auch die Mehrzahl sexueller Straftäter in familiären Grauzonen erreicht werden können …

  14. verfluchter_mann schreibt am :

    Ja auch Täter sollten verstanden werden, sollte umfangreiche Hilfe zukommen. Dadurch lassen sich andere taten mit verhindern. Jedes weitere Kind, das durch solche Maßnahmen nicht missbraucht wird, ist ein Gewinn.

    Ich wurde in meiner Kindheit mehrmals auf übelste Missbraucht. Damals in den 60er-70er Jahren, keine Chance auf Hilfe oder gar therapeutische Unterstützung. Die Folge: schwere traumatische Belastungs und Verhaltensstörungen und das Ärgste, ICH HABE SELBST KINDER MISSBRAUCHT!!!
    Habe 40 Jahre gebraucht um zu erkennen, dass dies nicht in Ordnung ist, das etwas falsch läuft. Ich habe mich selbst angezeigt gegen den Willen der Opfer. Mir selbst einen Therapieplatz gesucht und mit viel Mühe auch gefunden. Eine umfangreiche Therapie begonnen und beendet.
    Erkenntnisse die ich als Opfer/Täter daraus gewonnen habe: Nicht nur das mein Missbrauch mein Leben verpfuscht hat, nein durch mein Outing wurde/ist mein weiteres Leben unerträglich geworden!
    Mein schlechtes Gewissen… es lässt mich nicht mehr schlafen noch ein soziales Leben ermöglichen.
    müde…
    Täterhilfe ist auch potenzielle Opferhilfe!!!

  15. Matthias Mala schreibt am :

    Hat sich Wieskerstrauch mit dieser Suchanzeige an netzwerkB gewandt? Oder wie kommt es hier im Netzwerk zu dieser Veröffentlichung?
    Ich finde dies sehr merkwürdig und empfinde es in gewisser Weise auch als übergriffig, unter den Überlebenden sexueller Schändung nach Tätern zu suchen!
    ________________________________________
    Anmerkung vom netzwerkB Team:

    Diese Suchanzeige sehen wir nicht als übergriffig, eher als ‚mittendrin‘ im Thema. Es geht hier um die Opfer-Täter-Opfer Dynamik von der auf diesen Seiten immer wieder die Rede ist. Eben diese Dynamik liegt der Tatsache zugrunde, dass sexualisierte Gewalt gegen Kinder (wir lehnen Worte wie Schändung ab) von Generation zu Generation weitergeht, in den Familien, aber auch in Institutionen jeder Art und warum nicht die Gesetze durchschlagend geändert werden, oder die Opfer jetzt und heute wirkliche Hilfe und Hilfestellung bekommen. Ein Filmprojekt wie dieses ist ein Teil von Arbeiten, die sich gerade gegen diesen heutigen Zeitgeist stellen und als solches auch im Interesse von Betroffenen.

  16. Pit Van CalvinII schreibt am :

    Ich nehme an, dass es in dem Projekt um das geht, was ich das „Brechen der Kette“ nenne, also wenn man von einem Modell ausgeht, wo sich eine Art Opfer-zu-Täter-Laufbahn immer wieder wiederholt, und so eine ganze Kette von Missbrauch entsteht.

    Natürlich ist es schwierig, die ewige, überhängig erscheinende Täter-Zuwendung zu verstehen, wenn man selbst eben nur die Opfer-Position kennt, und von der Emotionalität heraus blickt, welche durch diese Perspktive bedingt wird.
    Missbrauchs-Überlebende, welche genug Selbstbewältigungskräfte hatten, um diese verhängnisvolle „Kette“ gleich am ersten Glied zu zerschlagen, sodass es gar nicht erst zu einer bleibenden Einnistung von Täter-Introjekten kommen kann, haben vielleicht die Sicherheit, dass diese Entwicklung nicht jedem Opfer blüht. Mir geht das so. Ich denke, dass diese Bewältigungskraft in jedem Opfer steckt, aber nicht von jedem gefunden wird, oder auch nicht von jedem/jeder TherapeutIn gefunden wird.

    So gibt es wohl jene Opfer, aus denen angeblich einmal selbst Täter werden. Auch wenn ich nicht verstehe, wie man ganze Lebensphasen lang so neben sich sein kann, dass man imstande ist, anderen gerade das anzutun, was man selbst als Entsetzliches erfahren hat!

    Wenn es darum in dem Projekt von Frau Wieskerstrauch geht, eben diese Umstände näher zu erfassen, und die Mechanismen aufzudecken, die in der Psyche bei der Entstehung solcher Reversions-Ausüchse greifen, finde ich die Idee eine nützliche, hilfreiche Sache.

    Sorry, aber dass ein Täter erst nach seiner Tat rein intellektuell mit einem Gewissen argumentieren kann, kann ich so wirklich nicht glauben. Dieses ‚Gewissen‘ hätte jegliche Taten doch verhindert, und den Ansporn dazu frei gegeben, bereits das erste „Kettenglied“ zu zerschlagen!

  17. verfluchter_mann schreibt am :

    >>>Pit Van CalvinII schreibt am 05.05.2015: Sorry, aber dass ein Täter erst nach seiner Tat rein intellektuell mit einem Gewissen argumentieren kann, kann ich so wirklich nicht glauben. Dieses ‘Gewissen’ hätte jegliche Taten doch verhindert, und den Ansporn dazu frei gegeben, bereits das erste “Kettenglied” zu zerschlagen!<<<

    Ich glaube ich wurde kein Täter wie man einen Täter vorstellt. Mein Missbrauch war überaus brutal, erniedrigend mit null Chance Hilfe zu finden. Mein Bedürfnis als Kind nach Liebe, Aufmerksamkeit und Geborgenheit, dazu die Unmöglichkeit dies vom Elternhaus zu bekommen. (dort herrschte nur brutale Gewalt) Es lies eine Fehlentwicklung zu.
    Alle klassischen Symptome die wie die meisten Missbrauchs Opfer kennen, herrschten vor, doch ohne dies selbst zu erkennen. Woher sollte ich es auch kennen?!
    Meine Übergriffe gestalteten sich so das ohne jegliche physische, psychologische Gewalt stattfanden. Ich gab das was mir als Kind gefehlt hat. Es ging mir nicht um meine Befriedigung!
    Nachdem mir bewusst wurde das ich ein Täter war, sprach ich mit den Opfern und stellte eine Selbstanzeige.
    Nach dem Urteil brach ich gegen den Willen meiner Opfer den Kontakt ab.
    Meine schlechtes Gewissen beherrscht nun mein weiteres Leben. Was habe ich nur getan? Ich habe Kinder traumatisiert auch wenn diese es so nicht sehen/sehen wollen.
    Es ist keine Rechtfertigung noch eine Entschuldigung! Ich komm nur nicht mit der Schuld klar die ich auf mich geladen habe!

  18. Beate Apelt schreibt am :

    Als momentane Traumatherapie – Patientin empfinde ich es als zwingend notwendig, dass sich diesem Thema endlich tiefgründig gewidmet wird.
    Als im Jahr 1961 Geborene muss ich jetzt, nachdem ich über fast 45-50 Jahre dieses Erlebnis in mir verkapselt getragen habe, feststellen, dass die Häufigkeit von Missbrauch geradezu danach schreit, dass nach Ursachen bei den Tätern geforscht wird!!!!! Alle meine Freundinnen- und ich habe viele – wurden missbraucht!.
    Wie das Leben der Opfer ist auch das Leben der Täter massiv gestört.(s.o.).
    Was bringt Stiefväter, und noch aus meiner Sicht viel schlimmer, leibliche Väter dazu, Kinder, die ihnen in Obhut gegeben sind zu missbrauchen?
    Wann erkennt unsere Gesellschaft das Ausmaß?
    Nach deutschen Paragraphen verjährt die Tat des Missbrauchs……
    Sollten vielleicht Politiker sich einmal Gedanken machen welcher Schaden durch Arbeitsunfähigkeit von Opfern entsteht, welche Kosten für Langzeittherapien anfallen uvm.
    Ist die Ignoranz zu diesem Thema vielleicht sogar gewollt, weil man selbst auch gern mal….

  19. Michaela schreibt am :

    Ich empfehle die Ansicht von Andrew Vachss. US-Amerikanische Opferanwalt.
    Es handelt sich nicht um eine Krankheit. Sie mögen, was sie tun. Dagegen gibt es keine Heilung, weil sie nicht krank sind. Sie haben sich in irgendeiner Form entschieden. Nicht alle die missbraucht wurden, missbrauchen später. Irgendwelche Therapien sind doch Augenwischerei. Wann werden diese denn vorgenommen? Wenn jemand dazu gezwungen wird, weil er entdeckt wurde. Sonst müsste der Ansturm doch recht groß sein auf wie auch immer geartete Therapiemöglichkeiten.

    @verfluchter Mann:
    Blödsinn. Es gibt keine Übergriffe ohne Gewalt. Du verleugnest und redest schön. Was machst Du hier auf dieser Seite? Das ist eine Seite für Opfer und nicht für Täter. Ist diese Grenze einmal überschritten, gibt es kein zurück mehr. Es gibt Missbrauchte die zu Beschützern werden oder die sich selbst eher verletzen würden als andere. Du hast Dich für eine andere Variante entschieden, warum auch immer. Es ist nicht mehr relevant.

  20. Angela Ebert schreibt am :

    In der Psychologie wird darüber gesprochen das man die erlernten Verhaltens-Muster der Kindheit und Jugend wiederholt. Wenn sich im weiteren Verlauf des Lebens keine anderen, guten und brauchbaren Verhaltens-Muster erlernen lassen, vielleicht weil es an Vorbildern mangelt, bleibt es oft bei dem Erlernten. Es ist immer ein Mangel an Möglichkeiten die dann den Teufelskreis bedingen. Ich meine, auch bei den Tätern könnte das so sein!

    Einzige Möglichkeit dem Teufelskreis der Wiederholung zu entkommen ist das Öffnen, gleichzeitig ist das Öffnen, derzeit politisch gewollt, wiederum sehr gefährlich. Das „anders-Sein“ und die notwendige Integration innerhalb der Gesellschaft ist seit der Schröder-Agenda nicht gewünscht, das ist die erkennbare politische Zielführung seit 2005.

    Weil man an den Symptomen herum-manipuliert, nicht an den Ursachen des Problems, werden die politischen Absichten klar, einzig die wirtschaftliche Nutzung, Armuts-Industrie, Sanktions-Industrie, werden diese Absichten genannt!! Um den Menschen geht es nicht mehr, leider ist das Fakt. Schreien und jammern hilft da wenig, den freiwillig werden unsere Eliten und Leistungsträger daran nichts ändern, meine Meinung!

    Gehört zu werden wird nun im Art. 103 GG jedem Bürger der BRD zugesichert, unklar ist ob Politik noch höherrangigem Grundgesetz verpflichtet ist. Es geht um nicht mehr und nicht weniger, es geht darum ob unser allgemein gültiges Rechts-System für Amtsträger bindend ist!! Erst danach ergibt sich alles weitere.

    In der Straßenverkehrs-Ordnung heißt es „Vorsicht und gegenseitige Rücksicht“, würden sich die Menschen, speziell unsere Amtsträger und Eliten, daran halten hätten wir alle weniger Probleme.

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