Papst bekräftigt Gewalt gegen Kinder

29.05.2015: netzwerkB Pressemitteilung

Papst Franziskus bekräftigt erneut seine umstrittene Haltung zur Züchtigung von Kindern.

In einem Interview mit der argentinischen Zeitung La Voz del Pueblo sagte der Papst:
„Ich sage immer: Man soll ein Kind nicht ins Gesicht schlagen, weil das Gesicht heilig ist. Aber zwei oder drei Klapse auf den Hintern schaden nicht“.

Franziskus wurde von seiner Mutter geschlagen – auch darüber berichtet die Zeitung La Voz del Pueblo.

Hier schließt sich der Teufelskreis: Nicht aufgearbeitete erlebte Gewalt in der Kindheit wird idealisiert und später an die nächste Generation weitergegeben.

Hitler wurde als Kind auch geschlagen und hat dann später Millionen Menschen umgebracht.

Möge es allen friedliebenden Menschen auf dieser Welt gelingen, einem so gewaltvollen Papst Einhalt zu gebieten.

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10 Kommentare

  1. Lotosritter schreibt am :

    Franziskus sagte ungefähr: »Und es stimmt, heute haben sich die Methoden der Bestrafung von Kindern geändert, es gibt andere Empfindlichkeiten. Damals gaben Sie zwei Schläge, und das war es. Ich sage immer: ›Geben Sie einem Jungen niemals einen Schlag ins Gesicht, denn das Gesicht ist heilig. Aber zwei oder drei Schläge auf den Hintern sind nicht schlecht.‹ Ich sagte das einmal während einer Audienz, und aus einigen Ländern wurde ich dafür kritisiert. Es sind Länder, die sehr strenge Gesetze zum Schutz von Kindern haben. Der Papst kann sowas nicht sagen. Aber seltsamerweise haben diese Länder, die selbst Vater oder Mutter bestrafen, die Minderjährige züchtigen, Gesetze, die es ihnen ermöglichen, Kinder zu töten, bevor sie geboren werden. Das sind die Widersprüche, mit denen wir heute leben.«

  2. Karl Görtz schreibt am :

    Das ist die Sprache des obersten Kleriker. Regionen des Körpers in Heiligtum, Seeligtum und Antastbarkeit zu kategorisieren. Hör zu mein Kind, wenn du nicht auf den Pfarrer hörst, gibt Klapse auf den Po. Mach schön was der Pfarrer sagt… Und die Folgen sind bekannt. Das Kind hat auf den Pfarrer gehört, es gab keine Klapse, ist aber heute schwer traumatisiert, weil er auf den Pfarrer gehört hat. Der Papst ist ein Vollpfosten.

  3. David schreibt am :

    Ich hätte so gerne ein paar Klapse bekommen, anstatt die demoralisierenden Bemerkungen meiner Mutter zu hören.

  4. Anne schreibt am :

    „Hitler wurde als Kind auch geschlagen und hat dann später Millionen Menschen umgebracht.“
    Ungeachtet des Themas und der Ernsthaftigkeit, mit der man sich mit diesem auseinandersetzen sollte – eine unglaubliche, unangebracht und schon dreist pauschalisierende Aussage. Nimmt dem Artikel einiges an Niveau. Schade, da unnötig.

  5. Pit Van CalvinII schreibt am :

    Das ist die Fortführung nie erst in Frage gestellter Erziehungsmethoden,die unter Verdrängung verharmlost und im Konzept der Schulderkenntnis herunter relativiert wurden.

    Das geschieht in ganz ähnlicher Weise bei Missbrauchten,die später einmal Täter werden mögen. Weil das Erlebte nicht in Frage gestellt wird,weil keine Verarbeitung erfolgt,keine Einsicht,weil die verhängnisvolle „Kette“ aus Verdrängen und Recht-Schauen,zurecht frisieren nicht durchbrochen wird!

    Bei religiöser Erziehung spielt Schuld-Vermittlung,Scham und Demut gegenüber strafenden Autoritätspersonen noch eine Zusatzrolle.

    Ein Papst,der Gewalt gegen Kinder toleriert,ist aber auch Verfechter seines Gewalt duldenden Glaubens.

    Wo man hört,dass im Vatikan die Ehe zwischen erwachsenen Menschen,weil diese lesbisch oder schwul sind,als etwas Schlimmeres dargestellt wird,als Pädophilie,muss man sich da wundern,wie die institutionelle Verdrängung zu Gewalt-Toleranz hin führt?

    Dabei geht es nicht um ein paar Klapse oder die Ohrfeige. Gewalt spielt in der katholischen Erziehung oft eine ausgedehnte Rolle. Das Eindreschen des Glaubens kenne ich selbst,und von etlichen Familien in der dörflichen Umgebung,gerade in landwirtschaftlichen Familien,wo die Kinder wie die Garben geschlagen wurden,und körperliche Male,Striemen,Batsch-Augen usw. etwas ‚ganz Normales‘ waren. Wenn man die Folgen gar zu doll sah,musste man halt 3 Tage zuhause bleiben,oder sagen,dass man dumm vom Rad gefallen sei. An den Schulen hat das keinen interessiert! Wie ja eben schon die pädophilen Lehrer niemanden interessierten.

    Diese ganze nachträglich geschusterte Gewaltverherrlichung wird wohl weder die RKK noch dieser Franziskus je ablegen,noch intellektuell oder psychokonstruktiv angehen.So traurig,wie das für zukünftig religiös erzogene Kinder sein wird.
    Wo keine Einsicht ist,bleibt alles beim Alten. Tradition!

  6. hildegard schreibt am :

    Pit Van CalvinII – MUT gegen solch scheinbare Zwänge machen mir Leute heute, die Suchenden raten das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe eigenverantwortlich durch zu buchstabieren. Allein die Auslegungshilfe ‚des Wortes‘ und die Menschen zu urreligiösen ERFAHRUNGEN zu führen sei Sache der Theologen!!!
    In dem Sinn als gar nicht mehr ‚lastend und lähmend‘, sondern sehr befreiend fand ich die drei Sendereihen von
    http://www.deutschlandfunk.de/tag-fuer-tag.885.de.html – sehr zu empfehlen für eine ’stille Stunde‘ statt Fronleichnamsprozession ;-):

    „Man kann auf den einen monotheistischen Gott verzichten“, sagte der Theologe Matthias Kroeger im Deutschlandfunk, da die kirchlichen Lehren zum Teil unwahr geworden seien, …vom 1. bis 3. Juni – und es macht Mut dasselbe von einer Muslima zu hören:

    Muslime müssten den Mut haben, über bestimmte Teile des Korans zu sagen, „diese Sure ist nicht mehr gültig“, sagte auch die Ex-Bundestagsabgeordnete und Buchautorin Lale Akgün in der (2-teiligen) Gesprächsreihe „Welchen Islam wollen wir?“ am 15.5.15 im DLF. – und:

    Der Jude Buber habe einen absoluten Wahrheitsanspruch zutiefst abgelehnt (Beiträge von K.J. Kuschel, 19. bis 21.5.15)

  7. Wolfgang schreibt am :

    Wurde selbst über viele, viele Jahre von der Kath.Kirch gefoltert u. Missbraucht. Was für ein gefährlicher Man dieser Papst,ich glaube er selbst hat zu viel auf den Kopf bekommen. Die Tragweite seine Äußerungen ist ihm wohl nicht bewusst, es gibt überall so viel Gewalt auf dieser Welt, vor allem gegen über Kindern, brauchen diese Kinder so einen Papst als Vorbild?
    Wir müssen unsere Kinder vor der Kirche schützen. Alle aus der Kirche austreten, damit diese Brut endlich verschwindet.

  8. Alptraum Kirche schreibt am :

    Die Kirche hat schon Millionen auf dem gewissen, da kommt es auf ein paar Schläge wohl nicht mehr an. Diese skrupellose Sekte gehört verboten

  9. klaraklara schreibt am :

    Hitler wurde als Kind ganz massiv geschlagen. Dadurch wird man nicht automatisch zum Massenmörder, aber es kommt dann häufiger vor, dass jemand zum Gewalttäter wird, so wie auch viele andere schwere psychische Störungen nach schweren Misshandlungen häufiger sind.

  10. Mario schreibt am :

    Ja, Hitler wurde als Kind massiv geschlagen und gedemütigt und er wurde deshalb zum grausamen Diktator, weil er nie die Liebe kennengelernt hatte, nie die Achtung vor ihm, nie ein zärtliches, fürsorgliches Eingehen auf ihn, nie Respekt vor seinen Bedürfnissen und Interessen. Er hatte sich, um zu überleben, identifiziert mit seinen Peinigern (Eltern) und diese später idealisiert, ja glorifiziert, ihnen sozusagen eine Kirche erbaut und ihnen gehuldigt. Seinen Millionen von Anhängern erging es in etwa genauso und nur darum wurde das Nazideutschland möglich. Sie brachten damals die Welt zum weinen, weil sie über die selbst erlittene Gewalt nicht weinen konnten (wollten).

    Die katholische Kirche und Huldigung der Eltern gehören zusammen! Und „Gott“ ist nach meiner Ansicht nur ein Deckname, ein Codename für „Eltern“. Es wundert mich deshalb kein bisschen, dass ein Papst für Gewalt an Kinder ist. Er würde sich ja sonst verraten und das Kartenhaus Kirche einstürzen.

    Alle Kirchen dieser Welt werden verschwinden, wenn die Menschheit endlich Frieden schliesst mit der Kindheit und neugeborenen Menschen mit einer anderen Haltung begegnet, einer, die diesen Menschen wahre Liebe, also Achtung und Respekt schenkt, sowie Vertrauen in sie hat und sie ohne jegliche Gewalt und Zwang aufwachsen lässt, damit sie ihr Potential ausschöpfen können, glückliche und lebendige Menschen sind mit eigenen Gedanken, eigenen Empfindungen, eigenen Wahrnehmungen, eigenem Willen.

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